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Kongruenz der grammatischen Person

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Gunhild Simon

unread,
May 18, 2013, 2:44:06 PM5/18/13
to
"„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
Hervorheb. von mir. G.S.)
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gestorben-der-ideologe-des-dreckigen-krieges-12187339.html
(letzter Satz)
Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
Unaufmerksamkeit zeugt

Gruß
Gunhild

mock

unread,
May 18, 2013, 3:07:28 PM5/18/13
to
On 18 Mai, 20:44, Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:
> "„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
> Hervorheb. von mir. G.S.)http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gesto...
> (letzter Satz)
> Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
> Unaufmerksamkeit zeugt

Wo ist das Problem?

Sam Sung

unread,
May 18, 2013, 3:09:53 PM5/18/13
to
Gunhild Simon schrieb:

> "ļæ½Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassenļæ½, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Prļæ½sidentin der ļæ½Groļæ½mļæ½tter der Plaza de Mayoļæ½, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
> Hervorheb. von mir. G.S.)
> http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gestorben-der-ideologe-des-dreckigen-krieges-12187339.html
> (letzter Satz)
> Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
> Unaufmerksamkeit zeugt

Die Grossmļæ½tter suchen ihre Enkel und Estela de Carlotto ist ihre
Prļæ½sidentin.

Sergio Gatti

unread,
May 18, 2013, 3:32:56 PM5/18/13
to
Am 18.05.2013 20:44, schrieb Gunhild Simon:
> "�Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen�, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Pr�sidentin der �Gro�m�tter der Plaza de Mayo�, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
> Hervorheb. von mir. G.S.)
> http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gestorben-der-ideologe-des-dreckigen-krieges-12187339.html
> (letzter Satz)
> Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
> Unaufmerksamkeit zeugt



"Die" im Relativsatz "die ihre in der Diktatur
verschwundenen Enkel suchen" bezieht sich eindeutig auf die
Gro�m�tter. Es gibt mehr als nur eine "Gro�mutter der Plaza
de Mayo" und alle suchen ihre Enkel.
Was soll daran falsch sein?

Volker Gringmuth

unread,
May 18, 2013, 3:50:31 PM5/18/13
to
Gunhild Simon wrote:

> de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."

Das nächste vom Genus her passende Bezugswort wäre die Plaza, aber die ist
Singular. Das dann folgende ist „Großmütter“. Was hast du dagegen
einzuwenden?


vG

Stefan Schmitz

unread,
May 18, 2013, 4:27:52 PM5/18/13
to
On May 18, 8:44 pm, Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:
> "„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
> Hervorheb. von mir. G.S.)http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gesto...
> (letzter Satz)
> Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
> Unaufmerksamkeit zeugt

Dass sich 'suchen' auf die Großmütter bezieht, ist klar. Einzig die
Anführungsstriche um den Begriff lassen mich zweifeln, ob das so in
Ordnung ist.

Dorothee Hermann

unread,
May 18, 2013, 5:04:51 PM5/18/13
to
Am 18.05.2013 20:44, schrieb Gunhild Simon:
Die "Abuelas de Plaza de Mayo" (übersetzt eben die o.a. "Großmütter der
Plaza de Mayo) sind eine Bewegung, ein Zusammenschluss von Frauen
("Großmütter"), die den Kindern der entführten, eingesperrten,
verschwundenen Menschen helfen, die es gewagt haben, sich gegen die
Diktatur in Argentinien zu stellen. [1]

Wenn Du den Satz so liest:
"Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
de Carlotto, die Präsidentin der „Abuelas Plaza de Mayo“, die
ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel suchen"
kommt er Dir dann auch noch inhaltlich merkwürdig vor?

[1]
http://www.lateinamerika-studien.at/content/geschichtepolitik/geschichte/geschichte-317.html
http://www.unesco.de/5466.html


Dorothee

Sam Sung

unread,
May 18, 2013, 5:23:13 PM5/18/13
to
Gunhild Simon schrieb:

> "ļæ½Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassenļæ½, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Prļæ½sidentin der ļæ½Groļæ½mļæ½tter der Plaza de Mayoļæ½, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
> Hervorheb. von mir. G.S.)
> http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gestorben-der-ideologe-des-dreckigen-krieges-12187339.html
> (letzter Satz)
> Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
> Unaufmerksamkeit zeugt

Du meinst also die Prļæ½sidentin hat mehrere _ihre_ Enkel, die sie _sucht_...

Ich habe gerade in die wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Person_(Grammatik)
gebrowst und finde das Beispiel Suaheli interessant - da wird gesagt:

"Eine Reihe von Sprachen kann am Verb nicht nur die Person des
Subjekts (wie das Deutsche), sondern auch die des Objekts kennzeichnen
(Polypersonalitļæ½t). Ein Beispiel ist das Swahili:

"Singular:
mimi ninakupenda (Subjekt 1. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½ich liebe dichļæ½)

mimi ninampenda (Subjekt 1. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½ich liebe ihn/sieļæ½)

wewe unanipenda (Subjekt 2. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½du liebst michļæ½)

wewe unampenda (Subjekt 2. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½du liebst ihn sieļæ½)

yeye ananipenda (Subjekt 3. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½er/sie liebt michļæ½)

yeye anakupenda (Subjekt 3. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½er/sie liebt dichļæ½)

yeye anampenda (Subjekt 3. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½er/sie liebt ihn/sieļæ½)
"

Es fļæ½llt sofort auf, dass man das auch so schreiben kann:

mimi ninaku penda (Subjekt 1. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½ich liebe dichļæ½)

mimi ninam penda (Subjekt 1. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½ich liebe ihn/sieļæ½)

wewe unani penda (Subjekt 2. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½du liebst michļæ½)

wewe unam penda (Subjekt 2. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½du liebst ihn sieļæ½)

yeye anani penda (Subjekt 3. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½er/sie liebt michļæ½)

yeye anaku penda (Subjekt 3. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½er/sie liebt dichļæ½)

yeye anam penda (Subjekt 3. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½er/sie liebt ihn/sieļæ½)


Dann ist doch das 2. Wort vor dem 3. Verb penda die Objektperson, nur
wird das eben ohne akustische Lļæ½cke gesprochen - oder?

-
Sie war von dem Ereignis stark tangiert.

Dorothee Hermann

unread,
May 18, 2013, 5:32:20 PM5/18/13
to
Am 18.05.2013 23:23, schrieb Sam Sung:

> Ich habe gerade in die wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Person_(Grammatik)
> gebrowst und finde das Beispiel Suaheli interessant - da wird gesagt:


Such mal nach "Abuelas de Plaza de Mayo", oder ᅵbersetzt eben die
"Groᅵmᅵtter der Plaza de Mayo".


Dorothee

Sam Sung

unread,
May 18, 2013, 5:32:35 PM5/18/13
to
Gunhild Simon schrieb:

> "ļæ½Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassenļæ½, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Prļæ½sidentin der ļæ½Groļæ½mļæ½tter der Plaza de Mayoļæ½, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."

Was mir auch auffļæ½llt ist 'in der Diktatur verschwunden sein'...

Das ist ein schļæ½nes Beispiel fļæ½r den "Geist", denn die Diktatur
ist immateriell - wenn das ausgeschlossen werden soll, dann mļæ½sste
man 'ist im <adjektiv> Land verschwunden' sagen oder sowasļæ½hnliches...

-
Die Arbeit ist etwas Unnatļæ½rliches. Die Faulheit allein ist gļæ½ttlich.
Anatole France

Sam Sung

unread,
May 18, 2013, 5:36:35 PM5/18/13
to
Dorothee Hermann schrieb:

> schrieb Sam Sung:
>
>> Ich habe gerade in die wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Person_(Grammatik)
>> gebrowst und finde das Beispiel Suaheli interessant - da wird gesagt:
>
>
> Such mal nach "Abuelas de Plaza de Mayo", oder ļæ½bersetzt eben die
> "Groļæ½mļæ½tter der Plaza de Mayo".

Weshalb soll ich nicht auf das eingehen was Gunhild schrieb:

> "ļæ½Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassenļæ½, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Prļæ½sidentin der ļæ½Groļæ½mļæ½tter der Plaza de Mayoļæ½, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."

Da steht doch schon Grossmutter.

Jetzt verstehe ich, weshalb ihr alle <- sic nicht auf den Hinweis
" _suchen_. Hervorheb. von mir. G.S.)" eingeht... ;)

Dorothee Hermann

unread,
May 18, 2013, 5:58:26 PM5/18/13
to
Am 18.05.2013 23:36, schrieb Sam Sung:
>>> Ich habe gerade in die wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Person_(Grammatik)
>>> gebrowst und finde das Beispiel Suaheli interessant - da wird gesagt:

>> Such mal nach "Abuelas de Plaza de Mayo", oder übersetzt eben die
>> "Großmütter der Plaza de Mayo".

> Weshalb soll ich nicht auf das eingehen was Gunhild schrieb:

>> "„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
>> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
>> de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
>> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."

> Da steht doch schon Grossmutter.

Nein, da steht "Großmütter".

> Jetzt verstehe ich, weshalb ihr alle <- sic nicht auf den Hinweis
> " _suchen_. Hervorheb. von mir. G.S.)" eingeht... ;)

Ich verstehe Deine Art der Schreibung nicht.

Vielleicht versuche ich es mal so, um Dir verständlich zu machen, was
'ich' meine: *Die Vereinigung* heißt "Abuelas de Plaza de Mayo" - und
Präsidentin dieser Vereinigung ist Frau de Carlotto.
(Diese Vereinigung gibt es übrigens seit über dreißig Jahren und die
Zeitung setzte wahrscheinlich voraus, dass der Name bekannt ist)


Dorothee








Dorothee

Sam Sung

unread,
May 18, 2013, 6:06:04 PM5/18/13
to
Dorothee Hermann schrieb:

> Am 18.05.2013 23:36, schrieb Sam Sung:
>>>> Ich habe gerade in die wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Person_(Grammatik)
>>>> gebrowst und finde das Beispiel Suaheli interessant - da wird gesagt:
>
>>> Such mal nach "Abuelas de Plaza de Mayo", oder ļæ½bersetzt eben die
>>> "Groļæ½mļæ½tter der Plaza de Mayo".
>
>> Weshalb soll ich nicht auf das eingehen was Gunhild schrieb:
>
>>> "ļæ½Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassenļæ½, sagte nach
>>> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
>>> de Carlotto, die Prļæ½sidentin der ļæ½Groļæ½mļæ½tter der Plaza de Mayoļæ½, die
>>> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
>
>> Da steht doch schon Grossmutter.
>
> Nein, da steht "Groļæ½mļæ½tter".
>
>> Jetzt verstehe ich, weshalb ihr alle <- sic nicht auf den Hinweis
>> " _suchen_. Hervorheb. von mir. G.S.)" eingeht... ;)
>
> Ich verstehe Deine Art der Schreibung nicht.
>
> Vielleicht versuche ich es mal so, um Dir verstļæ½ndlich zu machen, was
> 'ich' meine: *Die Vereinigung* heiļæ½t "Abuelas de Plaza de Mayo" - und
> Prļæ½sidentin dieser Vereinigung ist Frau de Carlotto.
> (Diese Vereinigung gibt es ļæ½brigens seit ļæ½ber dreiļæ½ig Jahren und die
> Zeitung setzte wahrscheinlich voraus, dass der Name bekannt ist)

Meine Frage war, was es da 'Abulas' zu ļæ½bersetzen gibt, wenn 'Abuelas'
nirgendwo im Text erscheint.

Dorothee Hermann

unread,
May 18, 2013, 6:35:08 PM5/18/13
to
Am 19.05.2013 00:06, schrieb Sam Sung:

| "„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
| Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
| de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
| ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
>> Vielleicht versuche ich es mal so, um Dir verständlich zu machen, was
>> 'ich' meine: *Die Vereinigung* heißt "Abuelas de Plaza de Mayo" - und
>> Präsidentin dieser Vereinigung ist Frau de Carlotto.
>> (Diese Vereinigung gibt es übrigens seit über dreißig Jahren und die
>> Zeitung setzte wahrscheinlich voraus, dass der Name bekannt ist)

> Meine Frage war, was es da 'Abulas' zu übersetzen gibt, wenn 'Abuelas'
> nirgendwo im Text erscheint.

Weil Dir vielleicht ein 'abstrakterer', weil unbekannterer Name, wie
"Abuelas de Plaza de Mayo" hilft, Dich auf die Satzstellung zu
konzentrieren ("Suaheli" etc.).
;-)

Dorothee
Zu 'Signatur': http://einklich.net/usenet/techrules.htm#sig

Roland Franzius

unread,
May 18, 2013, 11:25:29 PM5/18/13
to
Am 18.05.2013 20:44, schrieb Gunhild Simon:
> "�Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen�, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Pr�sidentin der �Gro�m�tter der Plaza de Mayo�, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
> Hervorheb. von mir. G.S.)
> http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gestorben-der-ideologe-des-dreckigen-krieges-12187339.html
> (letzter Satz)
> Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
> Unaufmerksamkeit zeugt

Ich denke eher eine stilistisch zwingende Regelverletzung, sofern man
noch Sprache mit sprechen gleichsetzt.

Es ist insofern interessant, weil das �bergreifen des Subjekts
Gro�m�tter aus einer "Firmenbezeichnung" in den folgenden Relativsatz
eine gewisse Sprachsouver�nit�t voraussetzt. Das umgekehrte Vorgehen,
den Relativsatz in die "Firma" zu integrieren, ist wohl unm�glich.

Sicher gibt es da seit Euripides schon einen grammatischen Tremulus f�r.

--

Roland Franzius

Gunhild Simon

unread,
May 19, 2013, 3:30:40 AM5/19/13
to
Es bedurfte der Vielzahl der Erläuterungen. Ich hatte den Zugang
einfach nicht gefunden. Und das, obwohl ich schon von der Organisation
wußte und den ganzen Artikel gelesen hte.

Mein Vorschlag, um den Zugang zu erleichtern, wäre vielleicht:
... die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, argentinischer
Frauen, die ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel suchen.

Oder wie Dorothee meinte, weitere Anführungszeichen.

Gruß
Gunhild

mock

unread,
May 19, 2013, 3:36:08 AM5/19/13
to
Der Relativsatz muss sich doch gar nicht auf das letzte Subjekt
beziehen: "Das Fenster der Villa, welches eingeschlagen war, diente
als Fluchtweg."

Ich kann das "suchen" beim besten Willen keinem anderen Wort als den
"Grossmüttern" zuordnen.

mock

unread,
May 19, 2013, 3:40:24 AM5/19/13
to
On 19 Mai, 09:36, mock <th.mo...@gmx.net> wrote:

> Der Relativsatz muss sich doch gar nicht auf das letzte Subjekt
> beziehen: "Das Fenster der Villa, welches eingeschlagen war, diente
> als Fluchtweg."

Substantiv.

Ingrid

Christina Kunze

unread,
May 19, 2013, 4:09:59 AM5/19/13
to
Eindeutig ist was anderes. Man kann sich den von Dir genannten Bezug
nat�rlich aus dem Kontext erschlie�en, aber zun�chst bezieht sich ein
relativer NS auf das Subjekt des HS, was besonders dann f�r VErwirrung
sorgt, wenn das n�chststehende Substantiv und das Subjekt des
�bergeordneten Satzes genusgleich ist.

Und hier referiere ich nicht nur eine grammatische (stilistische?)
Regel, sondern genau so funktioniert mein Sprachempfinden. F�r mich ist
der Satz auch stolperig (wenn auch nat�rlich nach sehr kurzem Stutzen
verst�ndlich).

chr

Sergio Gatti

unread,
May 19, 2013, 6:16:06 AM5/19/13
to
Am 19.05.2013 10:09, schrieb Christina Kunze:
> Am 18.05.2013 21:32, schrieb Sergio Gatti:
>> "Die" im Relativsatz "die ihre in der Diktatur
>> verschwundenen Enkel
>> suchen" bezieht sich eindeutig auf die Gro�m�tter. Es gibt
>> mehr als nur
>> eine "Gro�mutter der Plaza de Mayo" und alle suchen ihre
>> Enkel.
>> Was soll daran falsch sein?
>
> Eindeutig ist was anderes. Man kann sich den von Dir
> genannten Bezug nat�rlich aus dem Kontext erschlie�en, aber
> zun�chst bezieht sich ein relativer NS auf das Subjekt des
> HS,



Ist das f�r alle oder fast alle wirklich so?

F�r mich bezieht sich das Relativpronomen, in diesem Fall
"die", zun�chst auf das letzte Wort im vorhergehenden Satz,
mit dem es im Genus und Numerus �bereinstimmt.
"Mayo" ist Singular und m�nnlich. Das passt nicht zu "die".
Daher kommt zuerst "Plaza" infrage, aber Pl�tze suchen nur
ganz selten irgendwas. Davor kommt gleich "Gro�m�tter". Bingo!
Noch einfacher geht es, wenn man die Anf�hrungszeichen
beachtet und "Gro�m�tter der Plaza de Mayo" als einen
einzigen Begriff betrachtet. Dieser Begriff kommt
unmittelbar vor dem Relativpronomen.

Ich sehe weiterhin �berhaupt kein Problem. Aber ich stelle
fest, dass wir unterschiedliche Bezugssysteme benutzen.
Deshalb meine Anfangsfrage. Ich m�chte wissen, welches
Bezugssystem Muttersprachler als nat�rlich empfinden:
Relativpronomen als Hinweis zum Subjekt des vorhergehenden
Satzes oder zum ersten passenden Wort im vorhergehenden Satz?

Peter J. Holzer

unread,
May 19, 2013, 6:25:14 AM5/19/13
to
On 2013-05-18 21:04, Dorothee Hermann <Dorothe...@gmx.net> wrote:
> Am 18.05.2013 20:44, schrieb Gunhild Simon:
>> "„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
>> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
>> de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
>> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
>> Hervorheb. von mir. G.S.)
>> http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gestorben-der-ideologe-des-dreckigen-krieges-12187339.html
>> (letzter Satz)
>> Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von inhaltlicher
>> Unaufmerksamkeit zeugt
[...]
> Wenn Du den Satz so liest:
> "Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> de Carlotto, die Präsidentin der „Abuelas Plaza de Mayo“, die
> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel suchen"
> kommt er Dir dann auch noch inhaltlich merkwürdig vor?

So kommt er mir merkwürdiger vor als im Original. Während im Original
"Großmütter" klar Plural ist und sich daher "suchen" nur auf die
Großmütter beziehen kann, ist mir das bei "Abuelas Plaza de Mayo"
mangels Spanischkenntnissen nicht so klar. Möglicherweise würde ich
daher wie Gunhild vergeblich nach dem Bezug suchen.

hp


--
_ | Peter J. Holzer | Fluch der elektronischen Textverarbeitung:
|_|_) | Sysadmin WSR | Man feilt solange an seinen Text um, bis
| | | h...@hjp.at | die Satzbestandteile des Satzes nicht mehr
__/ | http://www.hjp.at/ | zusammenpaßt. -- Ralph Babel

Helmut Richter

unread,
May 19, 2013, 6:40:21 AM5/19/13
to
[ Followup-To: de.etc.sprache.misc ]

On Sat, 18 May 2013, Sam Sung wrote:

> "Eine Reihe von Sprachen kann am Verb nicht nur die Person des
> Subjekts (wie das Deutsche), sondern auch die des Objekts kennzeichnen
> (Polypersonalitļæ½t). Ein Beispiel ist das Swahili:
>
> "Singular:
> mimi ninakupenda (Subjekt 1. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½ich liebe dichļæ½)
> mimi ninampenda (Subjekt 1. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½ich liebe ihn/sieļæ½)
> wewe unanipenda (Subjekt 2. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½du liebst michļæ½)
> wewe unampenda (Subjekt 2. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½du liebst ihn sieļæ½)
> yeye ananipenda (Subjekt 3. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½er/sie liebt michļæ½)
> yeye anakupenda (Subjekt 3. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½er/sie liebt dichļæ½)
> yeye anampenda (Subjekt 3. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½er/sie liebt ihn/sieļæ½)

Auf das explizite Pronomen (mimi, wewe, yeye, ...) darf verzichtet werden und
wird auch meist, genau wie im Franzļæ½sischen, wo man auch darauf (moi, toi, lui,
elle, ...) verzichten kann. Die Frage bleibt, ob Subjekt- und Objektmarkierung *am
Verb* stattfindet. Nochmal das Franzļæ½sische:

je t'aime (Subjekt 1. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½ich liebe dichļæ½)
je l'aime (Subjekt 1. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½ich liebe ihn/sieļæ½)
tu m'aimes (Subjekt 2. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½du liebst michļæ½)
tu l'aimes (Subjekt 2. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½du liebst ihn sieļæ½)
il m'aime (Subjekt 3. Person, Objekt 1. Person, also ļæ½er liebt michļæ½)

Man sieht, dass in diesem Fall die Morphologie fast genau gleich ist:

1. Optionales explizites Subjektprļæ½fix (moi/toi/lui = mimi/wewe/yeye)
2. Obligates morphologisches Subjektprļæ½fix (je/tu/il = ni/u/a)
3. (Nur sw:) Obligates Tempus/Modus-Prļæ½fix, hier "na" fļæ½r Prļæ½sens
4. Halb-obligatesļæ½ Objektprļæ½fix (m'/t'/l' = ni/ku/m)
5. Verbstamm, in sw meist unverļæ½ndert, in fr mit kleinen ļæ½nderungen nach
Subjektperson und Tempus/Modus

ļæ½) "halb-obligat" heiļæ½t hier, dass es obligat ist, wenn es wie hier die
gesamte Information ļæ½ber das Objekt trļæ½gt, und sonst nur manchmal obligat.

Man sieht, dass in beiden Sprachen die Positionen 1 und 5 selbstļæ½ndige Wļæ½rter
sind, die auch Antwort auf eine Frage sein kļæ½nnen, die Positionen 2 und 4
dagegen Verbprļæ½fixe, die nie allein auftreten, sondern immer nur zusammen mit
einem nachfolgenden Verb. Es ist also die reine Willkļæ½r, die beiden
letztgenannten in einer Sprache wie selbstļæ½ndige Wļæ½rter zu schreiben und in
der anderen als Vorsilben zum nachfolgenden Wort.

Mithin ist die Aussage, am Verb werde nicht nur die Person des Subjekts,
sondern auch die des Objekts gekennzeichnet, entweder fļæ½r diese beiden
Sprachen richtig oder fļæ½r keine der beiden, und des exotischeren Beispiels
hļæ½tte es gar nicht bedurft.

> Es fļæ½llt sofort auf, dass man das auch so schreiben kann:
>
> mimi ninaku penda (Subjekt 1. Person, Objekt 2. Person, also ļæ½ich liebe dichļæ½)
> mimi ninam penda (Subjekt 1. Person, Objekt 3. Person, also ļæ½ich liebe ihn/sieļæ½)
> [...]

Wie man am Franzļæ½sischen sieht, kann man sogar alle morphologischen Prļæ½fixe
als extra Wļæ½rter schreiben. *Wenn* man aber die sw-Verbform zerhacken will,
dann besser *vor* der Objektsilbe. Das sieht man an Verbformen mit vielen
Prļæ½fixen wie "nisingalikupenda" (wenn ich dich nicht geliebt hļæ½tte), wo die
vorletzte Silbe der vorderen Hļæ½lfte (also -nga-) einen Nebenton
abbekommt. Mehr in http://hhr-m.userweb.mwn.de/sw-fibel/verben/#verbform-ety

> Dann ist doch das 2. Wort vor dem 3. Verb penda die Objektperson, nur
> wird das eben ohne akustische Lļæ½cke gesprochen - oder?

Ohne akustische Lļæ½cke, aber die Betonung legt eine *andere* Lļæ½cke nahe.

--
Helmut Richter

Christina Kunze

unread,
May 19, 2013, 6:41:46 AM5/19/13
to
Am 19.05.2013 12:16, schrieb Sergio Gatti:
> Am 19.05.2013 10:09, schrieb Christina Kunze:

>> Eindeutig ist was anderes. Man kann sich den von Dir
>> genannten Bezug nat�rlich aus dem Kontext erschlie�en, aber
>> zun�chst bezieht sich ein relativer NS auf das Subjekt des
>> HS,

> Ich sehe weiterhin �berhaupt kein Problem. Aber ich stelle fest, dass
> wir unterschiedliche Bezugssysteme benutzen. Deshalb meine Anfangsfrage.
> Ich m�chte wissen, welches Bezugssystem Muttersprachler als nat�rlich
> empfinden: Relativpronomen als Hinweis zum Subjekt des vorhergehenden
> Satzes oder zum ersten passenden Wort im vorhergehenden Satz?

Du siehst ja an den Reaktionen hier, dass die Muttersprachler da auch
kein einheitliches Sprachgef�hl haben. Ich lese (vielleicht mit dem
�bersetzer-/Lektorenblick) den Satz und behalte dabei irgendwie das
Subjekt im Hinterkopf, vermutlich habe ich den Teil "die Pr�sidentin der
�Gro�m�tter der Plaza de Mayo�" als Apposition gelesen, die mit dem
ersten Komma beginnt und mit dem zweiten endet. Dann kam ich ans Verb,
habe mich kurz �ber den Plural gewundert, dann aber den Plural an das
n�chstbeste pluralische Femininum angebunden, und siehe da: es ergab Sinn.

Ich wei� nicht, warum ich so lese, und reklamiere nicht f�r mich, dass
diese Art zu lesen bei Muttersprachlern normal oder auch nur h�ufig ist.

chr

Dorothee Hermann

unread,
May 19, 2013, 6:44:55 AM5/19/13
to
Am 19.05.2013 12:25, schrieb Peter J. Holzer:

>> Wenn Du den Satz so liest:
>> "Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
>> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
>> de Carlotto, die Präsidentin der „Abuelas Plaza de Mayo“, die
>> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel suchen"
>> kommt er Dir dann auch noch inhaltlich merkwürdig vor?

> So kommt er mir merkwürdiger vor als im Original. Während im Original
> "Großmütter" klar Plural ist und sich daher "suchen" nur auf die
> Großmütter beziehen kann, ist mir das bei "Abuelas Plaza de Mayo"
> mangels Spanischkenntnissen nicht so klar. Möglicherweise würde ich
> daher wie Gunhild vergeblich nach dem Bezug suchen.

Interessant. Da ich die Organisation kenne, hatte und habe ich
Schwierigkeiten, es anders zu sehen. Deshalb danke für Deine Erklärung.


Dorothee
Message has been deleted

Christian Weisgerber

unread,
May 19, 2013, 10:56:19 AM5/19/13
to
Sergio Gatti <sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> wrote:

> Deshalb meine Anfangsfrage. Ich mᅵchte wissen, welches
> Bezugssystem Muttersprachler als natᅵrlich empfinden:
> Relativpronomen als Hinweis zum Subjekt des vorhergehenden
> Satzes oder zum ersten passenden Wort im vorhergehenden Satz?

Letzteres.

Und du brauchst nicht so zurᅵckhaltend zu sein. Wenn ich es nicht
besser wᅵsste, dann wᅵrde ich nach den Beitrᅵgen hier in der Gruppe
vermuten, dass du der Muttersprachler bist und nicht Gunhild.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
Message has been deleted

W. Jakobs

unread,
May 20, 2013, 4:53:32 AM5/20/13
to
Am 19.05.2013 12:16, schrieb Sergio Gatti:
> Am 19.05.2013 10:09, schrieb Christina Kunze:
>> Am 18.05.2013 21:32, schrieb Sergio Gatti:
>>> "Die" im Relativsatz "die ihre in der Diktatur
>>> verschwundenen Enkel
>>> suchen" bezieht sich eindeutig auf die Gro�m�tter. Es gibt
>>> mehr als nur
>>> eine "Gro�mutter der Plaza de Mayo" und alle suchen ihre
>>> Enkel.
>>> Was soll daran falsch sein?
>>
>> Eindeutig ist was anderes. Man kann sich den von Dir
>> genannten Bezug nat�rlich aus dem Kontext erschlie�en, aber
>> zun�chst bezieht sich ein relativer NS auf das Subjekt des
>> HS,
>
>
>
> Ist das f�r alle oder fast alle wirklich so?


Nein.

>
> F�r mich bezieht sich das Relativpronomen, in diesem Fall "die",
> zun�chst auf das letzte Wort im vorhergehenden Satz, mit dem es im Genus
> und Numerus �bereinstimmt.
> "Mayo" ist Singular und m�nnlich. Das passt nicht zu "die". Daher kommt
> zuerst "Plaza" infrage, aber Pl�tze suchen nur ganz selten irgendwas.
> Davor kommt gleich "Gro�m�tter". Bingo!
> Noch einfacher geht es, wenn man die Anf�hrungszeichen beachtet und
> "Gro�m�tter der Plaza de Mayo" als einen einzigen Begriff betrachtet.
> Dieser Begriff kommt unmittelbar vor dem Relativpronomen.
>
> Ich sehe weiterhin �berhaupt kein Problem. Aber ich stelle fest, dass
> wir unterschiedliche Bezugssysteme benutzen. Deshalb meine Anfangsfrage.
> Ich m�chte wissen, welches Bezugssystem Muttersprachler als nat�rlich
> empfinden: Relativpronomen als Hinweis zum Subjekt des vorhergehenden
> Satzes oder zum ersten passenden Wort im vorhergehenden Satz?



Ich finden den Satz ebenso wie Sergio fehlerlos.


JaWo.





W. Jakobs

unread,
May 20, 2013, 5:00:00 AM5/20/13
to
Am 20.05.2013 10:53, schrieb Ingrid:

> Ich finden den Satz ebenso wie Sergio fehlerlos.

Immer diese bl�den Fipptehler...




Volker Gringmuth

unread,
May 20, 2013, 6:39:53 AM5/20/13
to
mock wrote:

> Der Relativsatz muss sich doch gar nicht auf das letzte Subjekt
> beziehen: "Das Fenster der Villa, welches eingeschlagen war, diente
> als Fluchtweg."

Üblicherweise bezieht man es auf das letzte /grammatikalisch passende/.

„Das Fenster des Daches, welches eingeschlagen war, diente als Fluchtweg“ –
hier denke ich zunächst an ein eingeschlagenes Dach, erst eine genauere
semantische Betrachtung legt den Bezug „Fenster“ nahe.


vG

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
May 20, 2013, 6:44:37 AM5/20/13
to
Stefan Schmitz wrote:

> On May 18, 8:44 pm, Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:
>> "„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
>> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
>> de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
>> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
>> Hervorheb. von mir.
>> G.S.)http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla
>> gesto...
>> (letzter Satz) Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von
>> inhaltlicher Unaufmerksamkeit zeugt
>
> Dass sich 'suchen' auf die Großmütter bezieht, ist klar. Einzig die
> Anführungsstriche um den Begriff lassen mich zweifeln, ob das so in
> Ordnung ist.

So heisst die Organisation, das ist also so in Ordnung. Die _Grossmütter_
_suchen_ ihre Enkel – egal, ob sie das in einer Organisation oder einzeln
tun.

Das Problem ist hier, dass man ‚die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de
Mayo‘ als eingeschobenen Attributsatz oder ‚der „Großmütter der Plaza de
Mayo“‘ betont als Attribut lesen könnte, womit der Numerus nicht mehr passte
(‚Estela de Carlotto …, die _sucht_‘ bzw. ‚die Präsidentin …, die _sucht_‘).

Leichter lesbar wäre es, einen neuen Satz zu beginnen und das Risiko der
Wiederholung in Kauf zu nehmen, z. B.:

…, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“. Die darin
organisierten Frauen suchen ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel.

--
PointedEars

Twitter: @PointedEars2
Please do not Cc: me. / Bitte keine Kopien per E-Mail.

Sam Sung

unread,
May 20, 2013, 7:09:55 AM5/20/13
to
Komiker Thomas 'PointedEars' Lahn:

> Das Problem ist hier, dass man ‚die Präsidentin der „Großmütter der Plaza


Auch diesmal wie immer falsch - das Problem ist, das im Original gar
keine Grossmutter vorkommt.
Message has been deleted

Dorothee Hermann

unread,
May 20, 2013, 9:43:21 AM5/20/13
to
Am 20.05.2013 13:09, schrieb Sam Sung:
> Thomas Lahn schrieb:
>> Das Problem ist hier, dass man ‚die Präsidentin der „Großmütter der Plaza

> Auch diesmal wie immer falsch - das Problem ist, das im Original gar
> keine Grossmutter vorkommt.

Das hast Du schon einmal geschrieben. Stimmt aber nicht.
Im Original steht "Großmütter" und nicht "Grossmutter".

Gudrun schrieb:
|„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
|Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
|de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
|ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel suchen"
aus (letzter Satz):
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla-gestorben-der-ideologe-des-dreckigen-krieges-12187339.html

Außerdem angemerkt:
"... dass im Original ..."


Dorothee

Sam Sung

unread,
May 20, 2013, 9:58:06 AM5/20/13
to
Dorothee Hermann erzählt:

> schrieb Sam Sung:
>> Thomas Lahn schrieb:
>>> Das Problem ist hier, dass man ‚die Präsidentin der „Großmütter der Plaza
>
>> Auch diesmal wie immer falsch - das Problem ist, das im Original gar
>> keine Grossmutter vorkommt.
>
> Das hast Du schon einmal geschrieben. Stimmt aber nicht.

Du stimmst wieder mal nicht ;)

> Im Original steht "Großmütter" und nicht "Grossmutter".

Eben: Grossmutter kommt nicht vor. (Abuelas kommt vor - Original.)

Oliver Cromm

unread,
May 20, 2013, 1:13:42 PM5/20/13
to
* Sergio Gatti:

> Am 19.05.2013 10:09, schrieb Christina Kunze:
>>
>> Eindeutig ist was anderes. Man kann sich den von Dir
>> genannten Bezug nat�rlich aus dem Kontext erschlie�en, aber
>> zun�chst bezieht sich ein relativer NS auf das Subjekt des
>> HS,
>
> Ist das f�r alle oder fast alle wirklich so?
>
> F�r mich bezieht sich das Relativpronomen, in diesem Fall
> "die", zun�chst auf das letzte Wort im vorhergehenden Satz,
> mit dem es im Genus und Numerus �bereinstimmt.
> "Mayo" ist Singular und m�nnlich. Das passt nicht zu "die".
> Daher kommt zuerst "Plaza" infrage, aber Pl�tze suchen nur
> ganz selten irgendwas. Davor kommt gleich "Gro�m�tter". Bingo!
> Noch einfacher geht es, wenn man die Anf�hrungszeichen
> beachtet und "Gro�m�tter der Plaza de Mayo" als einen
> einzigen Begriff betrachtet. Dieser Begriff kommt
> unmittelbar vor dem Relativpronomen.

Das einzige Problem, das ich hatte, liegt genau darin: Die
Anf�hrungszeichen markieren das ganze als einen Begriff, das
Relativpronomen bezieht sich aber nur auf ein Wort daraus. Ich
habe im Geist zuerst so gelesen (nicht w�rtlich, aber
begrifflich):

... die Pr�sdentin der Organisation "Gro�m�tter der
Plaza de Mayo", die ... suchen.

"Suchen" pa�te da zuerst nicht, dann habe ich aber den Namen der
Organisation aufgel�st und das Verb auf "Gro�m�tter" bezogen. Da�
ich zuerst auf das Subjekt des Satzes schauen sollte, w�re mir
nicht eingefallen.

Es gibt m.E. keine absoluten Regeln dazu, es ist eher eine Stil-
und Verst�ndlichkeitsfrage als eine der Grammatik. Eine wichtige
Erw�gung dabei ist, da� ein gro�er Abstand des Relativsatzes vom
Bezugswort die Verst�ndlichkeit verschlechtert, daher komme ich im
Ergebnis dazu, von hinten zu suchen.

--
ASCII to ASCII, DOS to DOS

Ralph Babel

unread,
May 19, 2013, 8:00:00 PM5/19/13
to
Sergio Gatti schrieb:

> Christina Kunze schrieb:
>
>> zun�chst bezieht sich ein relativer
>> NS auf das Subjekt des HS,
>
> Ist das f�r alle oder fast alle wirklich so?
>
> F�r mich bezieht sich das Relativpronomen, in diesem Fall
> "die", zun�chst auf das letzte Wort im vorhergehenden
> Satz, mit dem es im Genus und Numerus �bereinstimmt.

Ich schlie�e mich Deiner Zuordnungsweise an. Einen irgendwie
gearteten Vorzug des Hauptsatzsubjekts sehe ich nicht.

Florian Ritter

unread,
May 20, 2013, 3:21:18 PM5/20/13
to
On 20 Mai, 08:40, "Ralf . K u s m i e r z" <m...@privacy.invalid>
wrote:

> Natürlich haben Pferde keine Hände...

Aecht jetzt? FR

Helmut Richter

unread,
May 20, 2013, 3:56:32 PM5/20/13
to
On Mon, 20 May 2013, Ralph Babel wrote:

> Sergio Gatti schrieb:
>
> > F�r mich bezieht sich das Relativpronomen, in diesem Fall
> > "die", zun�chst auf das letzte Wort im vorhergehenden
> > Satz, mit dem es im Genus und Numerus �bereinstimmt.
>
> Ich schlie�e mich Deiner Zuordnungsweise an. Einen irgendwie
> gearteten Vorzug des Hauptsatzsubjekts sehe ich nicht.

So sehe ich das auch. Das Hauptsatzsubjekt spielt eine Rolle bei
*Personal*pronomen, die sich vorzugsweise auf vorangegangene oder
unmittelbar folgende Subjekte beziehen, nicht aber auf Relativpronomen.

--
Helmut Richter

Dr. Falstaff

unread,
May 21, 2013, 3:34:02 AM5/21/13
to
> Natᅵrlich haben Pferde keine Hᅵnde,
__________________________
< Und armarm sind sie auch >
--------------------------
\
\
__
UooU\.'@@@@@@`.
\__/(@@@@@@@@@@)
(@@@@@@@@)
`YY~~~~YY'
|| ||

Stefan Schmitz

unread,
May 22, 2013, 2:33:36 PM5/22/13
to
On May 20, 12:44 pm, Thomas 'PointedEars' Lahn <PointedE...@web.de>
wrote:
> Stefan Schmitz wrote:
> > On May 18, 8:44 pm, Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:
> >> "„Ein verachtenswerter Mensch hat die Welt verlassen“, sagte nach
> >> Bekanntwerden der Todesnachricht mit sichtlicher Erleichterung Estela
> >> de Carlotto, die Präsidentin der „Großmütter der Plaza de Mayo“, die
> >> ihre in der Diktatur verschwundenen Enkel _suchen_."
> >> Hervorheb. von mir.
> >> G.S.)http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/jorge-videla
> >> gesto...
> >> (letzter Satz) Nur ein Tippfehler? Ein solcher zumindest, der von
> >> inhaltlicher Unaufmerksamkeit zeugt
>
> > Dass sich 'suchen' auf die Großmütter bezieht, ist klar. Einzig die
> > Anführungsstriche um den Begriff lassen mich zweifeln, ob das so in
> > Ordnung ist.
>
> So heisst die Organisation, das ist also so in Ordnung.  Die _Grossmütter_
> _suchen_ ihre Enkel – egal, ob sie das in einer Organisation oder einzeln
> tun.

Suchen die Großmütter oder sucht die Organisation?

Frau de Carlotta ist jedenfalls nicht Präsidentin der Großmütter,
sondern der Organisation. Den selben Begriff gleichzeitig für die
Personen und für die Organisation zu verwenden, kommt mir seltsam vor.


Anderes Beispiel: Eine Theken-Fußballmannschaft nenne sich "Der Rote
Baron" und habe gerade ein Turnier gewonnen. Am nächsten Tag sei sie
in der Zeitung abgebildet mit der Bildunterschrift:
"Die glücklichen Spieler des 'Roten Baron', der im Finale gegen den
'Blauen Ochsen' gewonnen hat."
In Ordnung?

Oliver Cromm

unread,
May 22, 2013, 5:39:03 PM5/22/13
to
* Stefan Schmitz:

> On May 20, 12:44 pm, Thomas 'PointedEars' Lahn <PointedE...@web.de>
> wrote:
>
>> So heisst die Organisation, das ist also so in Ordnung.  Die _Grossmütter_
>> _suchen_ ihre Enkel – egal, ob sie das in einer Organisation oder einzeln
>> tun.
>
> Suchen die Großmütter oder sucht die Organisation?

Die Großmütter, unter anderem auch im Rahmen der Organisation.

Wer hilft sich in einer Selbsthilfegruppe selbst: die Mitglieder
oder die Gruppe?

> Frau de Carlotta ist jedenfalls nicht Präsidentin der Großmütter,
> sondern der Organisation. Den selben Begriff gleichzeitig für die
> Personen und für die Organisation zu verwenden, kommt mir seltsam vor.
>
> Anderes Beispiel: Eine Theken-Fußballmannschaft nenne sich "Der Rote
> Baron" und habe gerade ein Turnier gewonnen. Am nächsten Tag sei sie
> in der Zeitung abgebildet mit der Bildunterschrift:
> "Die glücklichen Spieler des 'Roten Baron', der im Finale gegen den
> 'Blauen Ochsen' gewonnen hat."
> In Ordnung?

Etwas ungewöhnlich, aber nicht absurd - die Eintracht kann ja auch
ein Spiel gegen die Hertha gewinnen.

Nur ist das in keiner Weise parallel: Die Mitglieder der
Mannschaft sind ja keine roten Barone und schon gar nicht
gemeinsam ein Baron. Die Mitglieder der Organisation "Die
Großmütter der Plaza de Mayo" sind aber tatsächlich Großmütter,
die Großmütter, die sich auf jenem Platz versammeln oder früher
versammelt haben.

Parallel wäre sowas wie:

Der Torwart der 'Fußballer des Roten Barons', die im
Finale gegen die/den 'Blauen Ochsen' gewonnen haben.

--
Microsoft designed a user-friendly car:
instead of the oil, alternator, gas and engine
warning lights it has just one: "General Car Fault"
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