Am 01.05.2014 01:00, schrieb Martin Gerdes:
...
> Wer kennt die Formulierung: "Was das anbegeht ..."?
Kennen? Nein. Im Kontext aber w�re sie verst�ndlich und nicht �berm��ig
auff�llig.
> DU kennt sie nicht. K�pper auch nicht.
> Sie bedeutet soviel wie "was das angeht", "was das betrifft" oder
> "was das anbetrifft" (auch hier wieder die doppelte Vorsilbe, dieses
> Wort kennt DU. Das Wort ist nicht h�ufig, aber etwa 26 kGoo gibt es
> f�r "was anbegeht" immerhin doch.
531 sind es bei n�herer Betrachtung, und auch darunter sind noch ein
paar "an begeht". Aber selbst bei Google B�cher findet sich noch ein
knappes Dutzend.
Ich denke einmal, dass da einigen Sprechern/Schreibern simples 'angehen'
zu wenig war, so dass es in Analogbildung zu 'anbelangen' und
'anbetreffen' eigenm�chtig verl�ngerten.
Auf die Gefahr hin, verklagt zu werden (oder vielleicht auch, eine
Werbepr�mie zu erhalten) zitiere ich wieder einmal aus dem
Zweifelsfall-Duden:
"anbelangen / anlangen anbetreffen / betreffen: anbetreffen ist
entstanden aus betreffen durch Hinzuf�gung des Verbzusatzes an-, der von
dem bedeutungsverwandten anlangen �bernommen wurde. Man kann also sagen:
Was mich / was diese Sache betrifft, so bin ich einverstanden oder: Was
mich / was diese Sache anbetrifft, so bin ich einverstanden; anlangen
seinerseits hat die Vorsilbe be- von betreffen �bernommen, wodurch die
Form anbelangen entstanden ist. Diese Form hat anlangen in der
Gegenwartssprache stark zur�ckgedr�ngt. Zu der F�gung Die letzte
Lieferung [an]betreffend / an[be]langend Partizip I (2)."
� Duden - Richtiges und gutes Deutsch, 6. Aufl. Mannheim 2007 [CD-ROM]"
Da trafen sich also zwei Verben, um ihre Vorsilben zusammenzuwerfen. Bei
Bakterien hie�e diese Art von Gen-Austausch Konjugation. F�r W�rter ist
der Begriff schon anders belegt, ich spr�che hier von wechselseitiger
Kontamination.
Was nun das 'anbegehen' betrifft, so wird es hier
<
https://www.google.de/#q=%22anbegeht%22&tbm=bks> im f�nften
Google-B�cher-Treffer angesprochen:
"Was nun die Neigung zur Bevorzugung
der Falsifikate ANBETRIFFT und ANBELANGT anbegeht - nein, zum Gl�ck hat
sich der Wechselbalg anbegeht gegen das richtige angeht noch nicht
durchsetzen k�nnen."
(Hansgeorg Stengel, "Rettet dem Dativ", Eulenspiegel, 2006)
Tsch�s, J�rgen