Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Telefonat von gestern

3,114 views
Skip to first unread message

Tim Frink

unread,
Mar 28, 2010, 2:58:08 PM3/28/10
to
Hallo,

ist dieser Satz korrekt:

"Danke für unser freundliches Telefonat von gestern."

oder gehört das "von" da nicht hin?

Generell finde ich das "gestern" am Ende des Satzes nicht
so schön, aber ich finde da im Moment keine schönere
Lösung, "... unser gestriges, freundliches Telefonat"
klingt ja auch nicht so toll. Hat da jemand einen Vorschlag?


Grüße,
Tim

Gunhild Simon

unread,
Mar 28, 2010, 3:29:10 PM3/28/10
to

Ich finde "... unser gestriges freundliches Telefonat" schön.

Aber Komma weg, bitte!

Oder auch "gestriges"(es ist sperrig zu lesen) weg, wenn Du das
unschön findest. Der Adressat weiß auch so Bescheid.

Gruß
Gunhild

Walter P. Zaehl

unread,
Mar 28, 2010, 3:37:14 PM3/28/10
to


Das Telefonat mag von gestern sein, die Formulierung
aber ist von morgen - bis heute ist mir so etwas
jedenfalls noch nicht begegnet.
(Oder von gaaanz gestern: "Bezugnehmend auf Ihr geschätztes
vom 30. ult. teilen wir Ihnen mit")

Ein freundliches Telefonat: hat das nicht etwas mit dem
Verhalten der Beteiligten zu tun, oder kann ein
Telefonat selbst Emotionen oder Höflichkeit ausdrücken?


Ich würde mich deutlich neutraler auf "unser Telefonat
von gestern" (ja, nicht "gestriges") beziehen, eher z.B.
"Wie gestern in unserem Telefongespräch bereits angesprochen ..."


/Walter

Frank Husel

unread,
Mar 28, 2010, 9:48:36 PM3/28/10
to
Tim Frink schrieb:

> Hallo,

Moin


> ist dieser Satz korrekt:
> "Danke für unser freundliches Telefonat von gestern."
> oder gehört das "von" da nicht hin?

Grammatisch ist daran nichts zu beanstanden. Ob die
Formulierung geschickt, angemessen oder üblich ist,
mögen andere beurteilen.


> Generell finde ich das "gestern" am Ende des Satzes nicht
> so schön, aber ich finde da im Moment keine schönere
> Lösung, "... unser gestriges, freundliches Telefonat"
> klingt ja auch nicht so toll. Hat da jemand einen Vorschlag?

Das krampfhafte Vermeiden gewisser Ausdrücke provoziert m.E.
mehr Schaden als Nutzen. So gilt die Setzung von "ich"/"wir"
am Satzanfang als pfui, weil das angeblich die eigene Person
oder Gruppe in den Vordergrund spiele, und führt dann dazu,
dass Schreiber den (ersten) Satz lieber "gerne" beginnen, was
noch viel blöder ist, denn eine solche Partikel ist dort in
der gesprochenen wie der geschriebenen Sprache völlig unüblich,
es geht bestenfalles im Falle einer Verneinung mit expliziter
Betonung derselben ('Gerne hat er es _nicht_ getan').


F.

Yvonne Steiner

unread,
Mar 29, 2010, 2:01:30 AM3/29/10
to
Frank Husel <nom...@invalid.com> wrote:

> Das krampfhafte Vermeiden gewisser Ausdrücke provoziert m.E.
> mehr Schaden als Nutzen. So gilt die Setzung von "ich"/"wir"
> am Satzanfang als pfui,

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
am Briefanfang?

> weil das angeblich die eigene Person oder Gruppe in den Vordergrund

> spiele, ...

--
Yvonne Steiner

Frank Husel

unread,
Mar 29, 2010, 7:49:45 AM3/29/10
to
Yvonne Steiner schrieb:

Ja, du hast recht.

Aber auch Briefanfänge sind Satzanfänge. :-)

Frank, sich herausredend

Florian Ritter

unread,
Mar 29, 2010, 11:19:07 AM3/29/10
to

Formulierungstechnisch also sowas von total daneben, da fehlen mir ja
die Wochte.

Vorschlag:

Nachdem wir uns,

hochverehrte gnädige Frau,

bereits gestern, 28. currentis, fernmündlich darüber ins Benehmen
gesetzt hatten, daß die klagende Partei nicht in den Stand gesetzt
werden kann, konfirmiere ich diese unsere Absprache hiedurch in
Schriftform. Sollte Ihrerseits, Gnädigste, in der Sache weitere
Veranlassung vonnöten scheinen, bittet Schreiber dieses um alsbaldige
Unterrichtung.

In der Hoffnung, nicht über Gebühr inkommodiert zu haben, verbleibt
vorzüglich achtend und als stets zu Diensten stehend

Ritter
Actuarius in rebus pornographici

Walter P. Zaehl

unread,
Mar 29, 2010, 1:20:38 PM3/29/10
to

Tief beschämt ob solch blumigen Formulierungen
verbleibe ich Ew. Gnaden gehorsamster Diener ...


/Walter

Walter P. Zaehl

unread,
Mar 29, 2010, 1:23:06 PM3/29/10
to

Aber nicht sehr erfolgreich, da der Satz am Briefanfang
ja mit der Grußfloskel beginnt, und dann nach Komma z.B.
mit einem - igitt - ich/wir nur *fortgesetzt* wird.

/Walter

Oliver Cromm

unread,
Mar 29, 2010, 1:44:07 PM3/29/10
to
* Tim Frink:

Mündlich oder schriftlich? Mündlich habe ich gegen Deinen Satz keine
Einwände, würde aber selber das "von" weglassen.

Schriftlich ist "gestrig" ganz OK.

Eher stört mich jetzt beim nochmaligen Drübergehen das "freundliche
Telefonat", da scheint mir der Bezug etwas schief.

--
GOGELICH,gogelig, (...) 'fröhlich, lustig, ausgelassen'
GRIMM, Deutsches Wörterbuch

Diedrich Ehlerding

unread,
Mar 29, 2010, 2:16:06 PM3/29/10
to
Walter P. Zaehl meinte:

>> In der Hoffnung, nicht über Gebühr inkommodiert zu haben, verbleibt
>> vorzüglich achtend und als stets zu Diensten stehend
>>
>> Ritter
>> Actuarius in rebus pornographici
>
> Tief beschämt ob solch blumigen Formulierungen
> verbleibe ich Ew. Gnaden gehorsamster Diener ...

Genehmigen Sie, hochzuverehrender Herr Zaehl, ob dieses Ihres nicht hoch
genug wertzuschätzenden Beitrages den Ausdruck meiner submissesten
Bewunderung und vorzüglichsten Hochachtung.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungelesen entsorgt.

Florian Ritter

unread,
Mar 29, 2010, 4:48:56 PM3/29/10
to
On 29 Mrz., 20:16, Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerd...@t-online.de>
wrote:

> >> In der Hoffnung, nicht über Gebühr inkommodiert zu haben, verbleibt
> >> vorzüglich achtend und als stets zu Diensten stehend
>
> >> Ritter
> >> Actuarius in rebus pornographici
>
> > Tief beschämt ob solch blumigen Formulierungen

Täte "ob solch blumiger Formulierungen" vorziehen.

> > verbleibe ich Ew. Gnaden gehorsamster Diener ...
>
> Genehmigen Sie, hochzuverehrender Herr Zaehl, ob dieses Ihres nicht hoch
> genug wertzuschätzenden Beitrages den Ausdruck meiner submissesten
> Bewunderung und vorzüglichsten Hochachtung.

Gottogottogott, formulierungstechnisch schon wieder 1 Phall für
unterste Schublade. Giept es denn hier kein mir kommensurables
Personal? FR

Florian Ritter

unread,
Mar 29, 2010, 4:52:28 PM3/29/10
to
On 29 Mrz., 19:23, "Walter P. Zaehl" <spamsin...@zaehl.de> wrote:

> >>> Das krampfhafte Vermeiden gewisser Ausdrücke provoziert m.E.
> >>> mehr Schaden als Nutzen. So gilt die Setzung von "ich"/"wir"
> >>> am Satzanfang als pfui,
> >> ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
> >> am Briefanfang?
>
> >>> weil das angeblich die eigene Person oder Gruppe in den Vordergrund
> >>> spiele, ...
>
> > Ja, du hast recht.
>
> > Aber auch Briefanfänge sind Satzanfänge. :-)
>
> > Frank, sich herausredend
>
> Aber nicht sehr erfolgreich, da der Satz am Briefanfang
> ja mit der Grußfloskel beginnt, und dann nach Komma z.B.
> mit einem - igitt - ich/wir nur *fortgesetzt* wird.

Zaehl!

Wir kommen nicht umhin, ihn des Faselns zu zeihen.

FR

Gunhild Simon

unread,
Mar 29, 2010, 5:01:19 PM3/29/10
to
On 29 Mrz., 19:44, Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> wrote:
> * Tim Frink:
>
> > ist dieser Satz korrekt:
>
> > "Danke f r unser freundliches Telefonat von gestern."
>
> > oder geh rt das "von" da nicht hin?

>
> > Generell finde ich das "gestern" am Ende des Satzes nicht
> > so sch n, aber ich finde da im Moment keine sch nere
> > L sung, "... unser gestriges, freundliches Telefonat"

> > klingt ja auch nicht so toll. Hat da jemand einen Vorschlag?
>
> M ndlich oder schriftlich? M ndlich habe ich gegen Deinen Satz keine
> Einw nde, w rde aber selber das "von" weglassen.

>
> Schriftlich ist "gestrig" ganz OK.
>
> Eher st rt mich jetzt beim nochmaligen Dr bergehen das "freundliche

> Telefonat", da scheint mir der Bezug etwas schief.

Stimmt.

Freundlich ist das Codewort für Schriftlches. Es meint dann eher
"höflich.

Wie fühlt sich "angenehmes", nettes, vielleicht "gutgestimmtes", gar
"stimmige" an?

Gruß
Gunhild

Message has been deleted

Diedrich Ehlerding

unread,
Mar 30, 2010, 1:41:50 AM3/30/10
to
Florian Ritter meinte:

> On 29 Mrz., 20:16, Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerd...@t-online.de>
> wrote:

[...]

> Gottogottogott,

Einfach "Diedrich" reicht.

Die"heute ausnamsweise leutselig"drich

Frank Husel

unread,
Mar 30, 2010, 9:53:12 AM3/30/10
to
Florian Ritter schrieb:

Leute gips, die gönnen einem nicht mal nen richtigen Mißerfolg.


> Zaehl! Wir kommen nicht umhin, ihn des Faselns zu zeihen.

Mäßige er sich. Für den wiederholten posteventuellen Usus der
inferioren Extremitäten, vulgo als 'Nachtreten' bekannt, wird
er ungeachtet seines Standes des purpurfarbenen Pergamentes
ansichtig werden, glaub er's nur! Er wird von der Tafelrunde
ausgeschlossen werden und Hunger leiden müssen.


F.

Florian Ritter

unread,
Mar 30, 2010, 10:48:40 AM3/30/10
to
On 30 Mrz., 15:53, Frank Husel <nom...@invalid.com> wrote:

> > Zaehl! Wir kommen nicht umhin, ihn des Faselns zu zeihen.
>
> Mäßige er sich. Für den wiederholten posteventuellen Usus der
> inferioren Extremitäten, vulgo als 'Nachtreten' bekannt, wird
> er ungeachtet seines Standes des purpurfarbenen Pergamentes
> ansichtig werden, glaub er's nur! Er wird von der Tafelrunde
> ausgeschlossen werden und Hunger leiden müssen.

Wisse, Sterblicher:

Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat um mitternächtliche Stunde,
Dann findet unter den Edlen statt eine würdige Tafelrunde.

FR

0 new messages