gibt es ein Wörterbuch oder eine Liste mit Beispielen für typische und
akzeptierte österreichische Aussprache? Ein paar Beispiele kenne ich, z.B.
das Geschoß mit langem o (deshalb auch ß-Schreibung erhalten) oder Giraffe
vorne wie Giro gesprochen. Ich höre aber oft Beispiele, bei denen ich
Zweifel habe, wie Koma als Komma ausgesprochen oder Tipp als Typ.
Ich bin gespannt auf sachkundige Kommentare.
Gruß,
Ho
--
If you mail me direct take the ho out of free...@web.de
>gibt es ein Wörterbuch oder eine Liste mit Beispielen für typische und
>akzeptierte österreichische Aussprache? Ein paar Beispiele kenne ich, z.B.
>das Geschoß mit langem o (deshalb auch ß-Schreibung erhalten) oder Giraffe
>vorne wie Giro gesprochen. Ich höre aber oft Beispiele, bei denen ich
>Zweifel habe, wie Koma als Komma ausgesprochen oder Tipp als Typ.
Interessiert Dich die österreichische Variante der deutschen
Standardsprache oder die Umgangssprache? Wenn ein Österreicher sagt,
sein Freund liege im "Komma" und er hätte gerne einen "Tüp", was er
tun soll, dann benutzt derjenige definitiv *nicht* die
Standard(aus)sprache.
Im "Österreichischen Wörterbuch" solltest Du am ehesten fündig werden.
Die Aussprache von Giraffe etwa ist erfaßt (schiraffe). Daß man in AT
Chemie als Kemi ausspricht, steht aber z. B. auch im Duden. "Gib mir
einen Tüp" wirst Du in keinem Wörterbuch der Standardsprache finden,
behaupte ich mal.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ausspracheunterschiede findet
sich auch in: Ulrich Ammon, Die deutsche Sprache in Deutschland,
Österreich und der Schweiz, Berlin-New York 1995, auf den Seiten 150
bis 154.
Ch.
So etwas sagt bestenfalls die alleinstehende Frau im Aufreisslokal
zum Tuersteher.
Servus,
Ste "den blonden oder den dunklen?" fan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Imponierend bleibt imponierend: Stefan - Im Rausch der Sinne!
(Sloganizer)
>So etwas sagt bestenfalls die alleinstehende Frau im Aufreisslokal
>zum Tuersteher.
Nein, nein, gehört habe ich tüp für Tip schon hier in Wien. Man mußte
nur raten, war das witzig oder dumm oder beides.
Okay, dann habe ich mich mit "akzeptiert" falsch ausgedrückt. Ich wollte
wissen, ob man z.B. die Aussprache "Dühp" häufig hört.
> Im "Österreichischen Wörterbuch" solltest Du am ehesten fündig werden.
> Die Aussprache von Giraffe etwa ist erfaßt (schiraffe). Daß man in AT
> Chemie als Kemi ausspricht, steht aber z. B. auch im Duden. "Gib mir
> einen Tüp" wirst Du in keinem Wörterbuch der Standardsprache finden,
> behaupte ich mal.
Kemi und Kina sagt man hier in Süddeutschland auch. Übrigens habe ich auch
die Variante "der Schiraff" (männlich) von österreichischen Sprechern
gehört.
Danke und Gruß,
Ho
> Kemi und Kina sagt man hier in Süddeutschland auch.
Wenn man zu China Kina sagt, wie sagt man da eigentlich zu Chile?
Frank
Genausowenig Kile, wie man (hoffentlich) in Norddeutschland Schile
sagt.
Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Stefan - der Traum zu bellen!
(Sloganizer)
>Wenn man zu China Kina sagt,
Das ist für Dich ehrlich neu?
>wie sagt man da eigentlich zu Chile?
Hierzulande tschile. Das weiß z. B. auch der Duden.
Entsprechend heißen die Leute tschilenen und kinesen.
> Im "Österreichischen Wörterbuch" solltest Du am ehesten fündig werden.
> Die Aussprache von Giraffe etwa ist erfaßt (schiraffe).
/Si.../ oder /Zi.../?
Weil Holger sagte, vorne wie Giro, und das hat bei mir /Z/.
> Daß man in AT Chemie als Kemi ausspricht, steht aber z. B. auch im
> Duden.
Das steht aber auch manches Falsche über Österreich und die Schweiz
drin, wie wir hier gelegentlich feststellen.
--
Oliver C.
>>> Kemi und Kina sagt man hier in Süddeutschland auch.
>> Wenn man zu China Kina sagt, wie sagt man da eigentlich zu Chile?
> Genausowenig Kile, wie man (hoffentlich) in Norddeutschland Schile
> sagt.
In Tschile selbst sagt man zu Tschile Tschile
und zur Matschete Matschete.
j/\a
--
Der Tschilene ist halt verstockt.
Ciao
Wolfram
--
Bankweisheit (deutsch)
Im Schein ist Wahrheit.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
> >Wenn man zu China Kina sagt,
>
> Das ist für Dich ehrlich neu?
Nein.
> >wie sagt man da eigentlich zu Chile?
>
> Hierzulande tschile. Das weiß z. B. auch der Duden.
>
> Entsprechend heißen die Leute tschilenen und kinesen.
Ja und das ist das was ich irgendwie nicht verstehe,
warum spricht man das nicht immer so aus wie es
geschrieben wird?
Frank
> Am Sat, 28 Jun 2008 19:49:29 +0200 schrieb Jakob Achterndiek:
>
>> Am 28.06.2008, 18:44 Uhr, schrieb Stefan Froehlich
>> <Stefan...@Froehlich.Priv.at>:
>>
>>>>> Kemi und Kina sagt man hier in Süddeutschland auch.
>>>> Wenn man zu China Kina sagt, wie sagt man da eigentlich zu Chile?
>>> Genausowenig Kile, wie man (hoffentlich) in Norddeutschland Schile
>>> sagt.
>>
>> In Tschile selbst sagt man zu Tschile Tschile
>> und zur Matschete Matschete.
>>
> Der Tschilene ist halt verstockt.
Einspruch!
Der Tschilene ist flexibel: Man sagt in Tschile zu Tschile nicht Tschile
sondern Achie und wenn man die Nase drüberhält "Hatschie".
MfG
Peter
Weil die Sprache vor der Schrift da war.
Auf die sich anschließende Frage "warum schreibt man das nicht immer
so wie man es ausspricht?" habe ich allerdings auch keine generell
sinvolle Antwort.
Marc
Der Tschilene ist ja noch verstockter als ich dachte.
Ciao
Wolfram
--
Befreiungshalle
Mit krampfhaft angespannter Blase lief ich von Kelheim hinauf zur
Befreiungshalle. Dort angekommen, klärte man mich über meinen Irrtum auf.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
> > > >wie sagt man da eigentlich zu Chile?
> > >
> > > Hierzulande tschile. Das weiß z. B. auch der Duden.
> > >
> > > Entsprechend heißen die Leute tschilenen und kinesen.
> >
> > Ja und das ist das was ich irgendwie nicht verstehe,
> > warum spricht man das nicht immer so aus wie es
> > geschrieben wird?
>
> Weil die Sprache vor der Schrift da war.
> Auf die sich anschließende Frage "warum schreibt man das nicht immer
> so wie man es ausspricht?" habe ich allerdings auch keine generell
> sinvolle Antwort.
Da gab es also China bevor die Schrift eingeführt
wurde und Chile erst danach.
Zum Glück komme ich aus einer Region wo man das so
schreibt wie man es auch ausspricht...
Frank
Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
Ciao
Wolfram
--
Der Weise hat keine unumstößlichen Grundsätze. Er paßt sich anderen an.
LAOTSE
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
> > "Marc Olschok" <nob...@nowhere.invalid> schrieb
> >
> >>> > >wie sagt man da eigentlich zu Chile?
> >>> >
> >>> > Hierzulande tschile. Das weiß z. B. auch der Duden.
> >>> >
> >>> > Entsprechend heißen die Leute tschilenen und kinesen.
> >>>
> >>> Ja und das ist das was ich irgendwie nicht verstehe,
> >>> warum spricht man das nicht immer so aus wie es
> >>> geschrieben wird?
> >>
> >> Weil die Sprache vor der Schrift da war.
> >> Auf die sich anschließende Frage "warum schreibt man das nicht immer
> >> so wie man es ausspricht?" habe ich allerdings auch keine generell
> >> sinvolle Antwort.
> >
> > Da gab es also China bevor die Schrift eingeführt
> > wurde und Chile erst danach.
> > Zum Glück komme ich aus einer Region wo man das so
> > schreibt wie man es auch ausspricht...
> >
> Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
Na wie man es schreibt. Das "Ch" spricht man wie das
"ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
Na gut manche sagen hier in Sachsen auch "Schile" aber
Kina sagt keiner (außer ein par Einwanderer)...
Frank
>> Im "Österreichischen Wörterbuch" solltest Du am ehesten fündig werden.
>> Die Aussprache von Giraffe etwa ist erfaßt (schiraffe).
>
>/Si.../ oder /Zi.../?
>Weil Holger sagte, vorne wie Giro, und das hat bei mir /Z/.
Stimmhaft. Wobei allerdings dazugesagt werden muß, daß man in
Österreich unter den Standardsprechern stimmhaftes s und sch eher
wenig hört, außer sie stehen gerade auf der Bühne oder sie näseln im
Kaffeehaus ihr Schönbrunnerdeutsch. Okay, wirklich untersucht habe ich
das nicht. Aber derlei "penible" Aussprache ordnen "wir" eher den
Deutschen zu. Egal, das ÖWB meint hier jedenfalls: stimmhaft. Otto
Normalösterreicher spricht es stimmlos aus.
>Das steht aber auch manches Falsche über Österreich und die Schweiz
>drin, wie wir hier gelegentlich feststellen.
Ja, hier geht's aber nur um die Aussprache. Und stimmhaft hin oder her
ist das "sch" richtig. Kein "g".
>Ja und das ist das was ich irgendwie nicht verstehe,
>warum spricht man das nicht immer so aus wie es
>geschrieben wird?
Recht viel wird nicht so ausgesprochen, wie es geschrieben wird.
Protestierst Du jedesmal, wenn jemand zu Dir "mülla" sagt, und nicht
"müller"? Nach Duden ist (nur) "mülla" korrekt, mit einem sog. "fast
offenen Zentralvokal" am Ende:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fast_offener_Zentralvokal
ich type auf "nur dumm".
P
> Werner Tann schrieb:
>> sein Freund liege im "Komma" und er hätte gerne einen "Tüp", was er
>> tun soll, dann benutzt derjenige definitiv *nicht* die
>> Standard(aus)sprache.
>
> Okay, dann habe ich mich mit "akzeptiert" falsch ausgedrückt. Ich wollte
> wissen, ob man z.B. die Aussprache "Dühp" häufig hört.
Ich habe sie noch nie gehört (für Tipp).
P
>> Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
>
> Na wie man es schreibt. Das "Ch" spricht man wie das
> "ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
Und wundert ihr euch, wenn spanischprachige euch nicht verstehen?
P
> * Werner Tann wrote:
>> Daß man in AT Chemie als Kemi ausspricht, steht aber z. B. auch im
>> Duden.
>
> Das steht aber auch manches Falsche über Österreich und die Schweiz
> drin, wie wir hier gelegentlich feststellen.
Da ÖSterreich immer gute Beziehungen zum näheren und Mittleren Osten
pflegte, ist die arabische Aussprache hier normal. Und die ist halt
"al kimia".
P
Wenn man Spanisch spricht, sollte man es natürlich korrekt
aussprechen. (Zumindest für die Variante des Spanischen, die man
gelernt hat).
Wenn man Deutsch spricht, interessiert die spanische Aussprache
herzlich wenig, sie ist allenfalls eine unverbindliche Vorgabe.
>>> Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
>>
>> Na wie man es schreibt. Das "Ch" spricht man wie das
>> "ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
>
> Und wundert ihr euch, wenn spanischprachige euch nicht verstehen?
Nein, warum sollten sie? Die Sachsen haben ja schon aufgehört, sich
darüber zu wundern, daß Deutschsprachige sie nicht verstehen.
vG
--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.
> Da ÖSterreich immer gute Beziehungen zum näheren und Mittleren Osten
> pflegte, [...]
Hmmm... "immer" hat dann vermutlich aber erst deutlich nach 1683
begonnen, oder muss ich mich grad wegen eines (bisher unbemerkt)
faslch justierten Ironiedetektors schämen?
Wolfgang ("aber stark muss er sein, dass der Löffel drinsteckt
wie ein Husarensabel in ..." ;-)
--
Naiv sein bedeutet nicht zu wissen,
dass man keine Ahnung hat.
> >> Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
> >
> > Na wie man es schreibt. Das "Ch" spricht man wie das
> > "ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
>
> Und wundert ihr euch, wenn spanischprachige euch nicht verstehen?
Wenn sie nicht deutsch können warum sollte ich mich da wundern?
Frank
> >Ja und das ist das was ich irgendwie nicht verstehe,
> >warum spricht man das nicht immer so aus wie es
> >geschrieben wird?
>
> Recht viel wird nicht so ausgesprochen, wie es geschrieben wird.
> Protestierst Du jedesmal, wenn jemand zu Dir "mülla" sagt, und nicht
> "müller"?
Kommt drauf an ob ich mich angesprochen fühle...
Ich verstehe das schon aber warum soll ich das deshalb so aussprechen?
> Nach Duden ist (nur) "mülla" korrekt, mit einem sog. "fast
> offenen Zentralvokal" am Ende:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Fast_offener_Zentralvokal
is da dida da (ist der Dieter da)...
Frank
>> Da ÖSterreich immer gute Beziehungen zum näheren und Mittleren Osten
>> pflegte, [...]
>
>Hmmm... "immer" hat dann vermutlich aber erst deutlich nach 1683
>begonnen, oder muss ich mich grad wegen eines (bisher unbemerkt)
>faslch justierten Ironiedetektors schämen?
Merke: Für die meisten Zeitgenossen fängt die "Gegenwart" bei ihrer
Geburt an, und "immer schon" ist das, was ihnen der Opi erzählt hat
von anno dazumal. Darum auch verkaufen Ebayer ihre Bücher aus dem Jahr
1966 als "antik". Verständlich, wenn man 1982 geboren ist.
>> Die Sachsen haben ja schon aufgehört, sich
>> darüber zu wundern, daß Deutschsprachige sie nicht verstehen.
>
> Meinten Sie: Die Sachsen haben ja schon aufgehört, sich darüber
> zu wundern, dass Auswärtige kein Deutsch verstehen.
So was in der Art, ja.
> "Wolfram Heinrich" <in...@theodor-rieh.de> schrieb
>
>>> "Marc Olschok" <nob...@nowhere.invalid> schrieb
>>>
>>>>> > >wie sagt man da eigentlich zu Chile?
>>>>> >
>>>>> > Hierzulande tschile. Das weiß z. B. auch der Duden.
>>>>> >
>>>>> > Entsprechend heißen die Leute tschilenen und kinesen.
>>>>>
>>>>> Ja und das ist das was ich irgendwie nicht verstehe,
>>>>> warum spricht man das nicht immer so aus wie es
>>>>> geschrieben wird?
>>>>
>>>> Weil die Sprache vor der Schrift da war.
>>>> Auf die sich anschließende Frage "warum schreibt man das nicht immer
>>>> so wie man es ausspricht?" habe ich allerdings auch keine generell
>>>> sinvolle Antwort.
>>>
>>> Da gab es also China bevor die Schrift eingeführt
>>> wurde und Chile erst danach.
>>> Zum Glück komme ich aus einer Region wo man das so
>>> schreibt wie man es auch ausspricht...
>>>
>> Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
>
> Na wie man es schreibt.
Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. In Wörtern eindeutig germanischer
Herkunft wird tatsächlich das "ch" wie in "lachen", "Sachen", "ich"
ausgesprochen. Aber ansonsten... aber ansonsten hängt die Aussprache doch
sehr von der Sprache aus, aus der das Wort kommt. Die "Chiquita-Banane"
spricht jeder wie Tschickita aus, chiquita kommt aus dem Spanischen, der
"Chicco-Kinderwagen" dagegen kommt aus dem Italienischen und heißt
eigentlich "Kicko". Und die gute alte Couch wird man vermutlich nicht mal
im sächsischten Sachsen wie "Kouch" aussprechen.
> Das "Ch" spricht man wie das
> "ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
> Na gut manche sagen hier in Sachsen auch "Schile" aber
> Kina sagt keiner (außer ein par Einwanderer)...
>
Ihr sagt China mit Lach-ch? Tut euch abends dann nicht der Rachen weh vom
Sprechen?
Ciao
Wolfram
--
Kaum hast du deine Wohnung gekehrt, hast allen Staub auf deiner Schaufel
drauf, da genügt ein winziges Hüsterchen, ach was: ein unbedachter Atemzug
und der Staub ist wieder weg. Es scheint, als würden wirklich, wie es in
der Werbung heißt, nur die allerzartesten Flöckchen zu Staub verarbeitet.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
Ja, äh, verlangst du dann im Laden auch Chilipfeffer mit Lach-ch? Und setzt
dich dann beim Fernseh auf die Kauch?
Ciao
Wolfram
--
Wer an allem schuld ist, muß doch ursprünglich alles in der Hand gehabt
haben, und was ist das anderes als gesteigerter Größenwahn? Vieles, was
sich als Schuld tarnt, ist nichts anderes als das Hirngespinst des
Machtbesessenen, die dünkelhafte, in groteskem Widerspruch zur Realität
stehende Annahme, alles beeinflussen zu können.
CELIA FREMLIN
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
> >> Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
> >
> > Na wie man es schreibt.
>
> Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. In Wörtern eindeutig germanischer
> Herkunft wird tatsächlich das "ch" wie in "lachen", "Sachen", "ich"
> ausgesprochen. Aber ansonsten...
Na ja meinetwegen aber warum spricht man dann in einigen
Gegenden China als China und in anderen als Kina aus?
Wenn der Ursprung gleich ist dürfte doch am Ende nur
eine Aussprache raus kommen, und da wäre es doch logisch
daß man die dann auch in der Schreibweise übernimmt.
> Und die gute alte Couch wird man vermutlich nicht mal
> im sächsischten Sachsen wie "Kouch" aussprechen.
Ne eher wie Kautsch oder einfach Sofa.
> > Das "Ch" spricht man wie das
> > "ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
> > Na gut manche sagen hier in Sachsen auch "Schile" aber
> > Kina sagt keiner (außer ein par Einwanderer)...
> >
> Ihr sagt China mit Lach-ch? Tut euch abends dann nicht der Rachen weh vom
> Sprechen?
Das "ch" in "lachen" wird hier anders ausgesprochen als
das in "ich".
Frank
Schon unter Maria Theresia (1717-1780) wurde in Wien die Orientalische
Akademie (in der Waisenhaus-, heute Boltzmanngasse, wie jeder Leser der
"Strudlhofstiege" weiß) eingerichtet, eine intensiv auf die Beziehungen
zum Nahen und Mittleren Osten hin orientierte diplomatische Akademie.
Was die Beziehungen zum Osten betrifft: Es könnte ja jemand auf die Idee
kommen, den österreichischen Bindenschild mal auf seine Herkunftslegende
zu untersuchen -- da simma nämlich schon deutlich *vor* 1683, und den
Richard Löwenherz hamma auch net zufällig eingnaht...
Helmut
--
Nach dera Zei'n kimmt nix mehr
> Am Sun, 29 Jun 2008 11:00:29 +0200 schrieb Frank Müller:
>
>> "Wolfram Heinrich" <in...@theodor-rieh.de> schrieb
>>
>>> Geil. Und wie spricht man bei euch (wo immer das ist) Chile aus?
>>
>> Na wie man es schreibt.
>
> Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. In Wörtern eindeutig germanischer
> Herkunft wird tatsächlich das "ch" wie in "lachen", "Sachen", "ich"
> ausgesprochen. Aber ansonsten... aber ansonsten hängt die Aussprache doch
> sehr von der Sprache aus, aus der das Wort kommt. Die "Chiquita-Banane"
> spricht jeder wie Tschickita aus, chiquita kommt aus dem Spanischen, der
> "Chicco-Kinderwagen" dagegen kommt aus dem Italienischen und heißt
> eigentlich "Kicko".
Demnach ist Kina dann wohl so falsch wie Tschicko.
>> Das "Ch" spricht man wie das
>> "ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
>>
> Ihr sagt China mit Lach-ch? Tut euch abends dann nicht der Rachen weh vom
> Sprechen?
Bist Du neuerdings Schweizer, oder warum ist jetzt das ich-ch und das
Lach-ch für Dich gleich?
--
Oliver C.
>>>> Da ÖSterreich immer gute Beziehungen zum näheren und Mittleren Osten
>>>> pflegte, [...]
Das merken wir uns mal.
>Schon unter Maria Theresia (1717-1780) wurde in Wien die Orientalische
>Akademie (in der Waisenhaus-, heute Boltzmanngasse, wie jeder Leser der
>"Strudlhofstiege" weiß) eingerichtet, eine intensiv auf die Beziehungen
>zum Nahen und Mittleren Osten hin orientierte diplomatische Akademie.
intensiv != gut, zumindest nicht zwingend.
Und wie "gut" die Beziehungen der Völker im "Vielvölkerstaat"
zueinander und zu den Habsburgern waren, kannst Du mal in einem
Geschichtsbuch nachlesen.
Stimmt auch. Aber so hatte ich es eigentlich nicht gemeint.
Allerdings kann es durchaus sein, dass beide Namen in der
Schriftform ins Deutsche gebracht wurden und sich anfangs kaum
jemand dafür interessiert hat, wie sie in der Ursprungs- oder
Transportsprache ausgesprochen werden.
Schließlich fällt so etwas ja erst auf, wenn genügend Sprecher
dieser Sprachen zum Vergleich verfügbar sind (vgl. Mallorca).
Man könnte natürlich darüber streiten, ob denn unsere Aussprache
von "China" stimmt. Schließlich wird im Englischen das "ch"
ebenfalls als "tsch" ausgesprochen, ganz zu schweigen von der
originalen Aussprache von " 中国 ".
> Zum Glück komme ich aus einer Region wo man das so
> schreibt wie man es auch ausspricht...
Ihr würzt also gegebenfalls mit Tschilli oder Kari?
Marc
> Ihr würzt also gegebenfalls mit Tschilli oder Kari?
Hier sagt man Schilli, was Kari ist weiß ich nicht.
Frank
Curry vielleicht?
Ciao
Toscha
--
Theorie ist sehr schön.
Aber das Leben besteht vorwiegend aus Praktikum.
> * Wolfram Heinrich wrote:
>
>> Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. In Wörtern eindeutig germanischer
>> Herkunft wird tatsächlich das "ch" wie in "lachen", "Sachen", "ich"
>> ausgesprochen. Aber ansonsten... aber ansonsten hängt die Aussprache doch
>> sehr von der Sprache aus, aus der das Wort kommt. Die "Chiquita-Banane"
>> spricht jeder wie Tschickita aus, chiquita kommt aus dem Spanischen, der
>> "Chicco-Kinderwagen" dagegen kommt aus dem Italienischen und heißt
>> eigentlich "Kicko".
>
> Demnach ist Kina dann wohl so falsch wie Tschicko.
>
Jou, und wird genau so häufig gesprochen wie Tschicko.
>>> Das "Ch" spricht man wie das
>>> "ch" bei "ich" aus und dann "-ile".
>>>
>> Ihr sagt China mit Lach-ch? Tut euch abends dann nicht der Rachen weh vom
>> Sprechen?
>
> Bist Du neuerdings Schweizer, oder warum ist jetzt das ich-ch und das
> Lach-ch für Dich gleich?
Ist es das nicht?
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, schwarze Katzen bringen Unglück. Alles andere, sagt
er, aber auch.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
...
> Man könnte natürlich darüber streiten, ob denn unsere Aussprache
> von "China" stimmt. Schließlich wird im Englischen das "ch"
> ebenfalls als "tsch" ausgesprochen, ganz zu schweigen von der
> originalen Aussprache von " 中国 ".
...
Eher der von 秦(国), wie auch immer die damals lautete.
Tschüs, Jürgen
Das dürfte auch damals von der Gegend abgehangen haben. Im heutigen
Standard-Chinesischen spricht man das mit "tsch" (nächster deutscher
Laut), als Lehnwort im Japanischen aber mit "(s)ch".
--
Oliver C.
> On 29.06.2008 22:55, Frank Müller wrote:
>> "Marc Olschok" <nob...@nowhere.invalid> schrieb
>
>>> Ihr würzt also gegebenfalls mit Tschilli oder Kari?
>>
>> Hier sagt man Schilli, was Kari ist weiß ich nicht.
>
> Curry vielleicht?
Vermutlich, ich spreche den allerdings Körri.
--
Oliver C.
Im Japanischen gibt es für China auch den Ausdruck "shina", also mit
einem Laut ähnlich dem deutschen ich-ch. Aber ich weiß nicht genau, wann
diese aufgekommen ist und welche japanischen Lautverschiebungen sie
durchgemacht hat. Heutzutage gilt sie als abschätzig. Der normale
japanische Name für China ist "chuugoku", mit tsch-Laut, das ist die
japanische Lesung des von Marc genannten chinesischen Ausdrucks, der im
Standard-Chinesischen aber mir "zh" beginnt, eher einer Art "dsch".
--
Oliver C.
> Im Nutznetz erfährt doch immer wieder die tollsten Neuigkeiten. In
> Sachsen schreibt man so wie man spricht. Ist das seit der sogenannten
> Reform oder war das schon immer so?
Das dürfte auf Luther zurück gehen der damals mal den Bestseller
Bibel in den Meißner Dialekt übersetzt hat und allen gesagt hat
das wäre Deutsch.
Frank
> > Bist Du neuerdings Schweizer, oder warum ist jetzt das ich-ch und das
> > Lach-ch für Dich gleich?
>
> Ist es das nicht?
Sprich doch einfach mal "acha" und "ichi" ist da das "ch"
bei dir immer noch gleich?
Frank
Ichi denk schon. Acha!
Ciao
Wolfram
--
Cash & Marry
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
Ja, derf der denn des? Und: War der nicht evangelisch?
Ciao
Wolfram
--
Ich weiß nicht, ob Sie jemals einen geschliffenen Diamanten im vollen
Sonnenlicht der Tropen haben schimmern und blitzen und blinken gesehen.
Wenn ja, können Sie sich vorstellen, wie das aussieht. Wenn nicht, kann ich
Ihnen kaum weiterhelfen, denn auch ich habe dergleichen noch nie gesehen.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
> >> Im Nutznetz erfährt doch immer wieder die tollsten Neuigkeiten. In
> >> Sachsen schreibt man so wie man spricht. Ist das seit der sogenannten
> >> Reform oder war das schon immer so?
> >
> > Das dürfte auf Luther zurück gehen der damals mal den Bestseller
> > Bibel in den Meißner Dialekt übersetzt hat und allen gesagt hat
> > das wäre Deutsch.
> >
> Ja, derf der denn des? Und: War der nicht evangelisch?
Als zu den Augustinermönchen gehörender Theologieprofessor?
Frank
> >>> Bist Du neuerdings Schweizer, oder warum ist jetzt das ich-ch und das
> >>> Lach-ch für Dich gleich?
> >>
> >> Ist es das nicht?
> >
> > Sprich doch einfach mal "acha" und "ichi" ist da das "ch"
> > bei dir immer noch gleich?
> >
> Ichi denk schon. Acha!
Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
Frank
...
> originalen Aussprache von " 中国 ".
...
>> Eher der von 秦(国), wie auch immer die damals lautete.
> Im Japanischen gibt es für China auch den Ausdruck "shina",
Der sich letztlich auch von 秦 (qín) ableiten lässt. Das wurde im Aind.
zu 'cina' und dann mit der Verbreitung des Buddhismus wieder als 支那
(zhīnà) ins Chinesische übernommen.
> also mit
> einem Laut ähnlich dem deutschen ich-ch.
Das finde ich ein bisschen irreführend, da der hier vorliegende Laut [ɕ]
unserem (ich)-Laut zwar ähnelt, aber weniger ähnelt als das [ç] in ひ.
> Aber ich weiß nicht genau, wann
> diese aufgekommen ist und welche japanischen Lautverschiebungen sie
> durchgemacht hat. Heutzutage gilt sie als abschätzig.
Ohne dass sich dafür ein vernünftiger Grund nennen ließe, aber das ist
bei 'Tschechei', 'Eskimo' etc. ja kaum anders.
> Der normale
> japanische Name für China ist "chuugoku", mit tsch-Laut, das ist die
Was im Jap. zweideutig ist, bezeichnet es doch auch den westlichsten
Zipfel von Honshu.
> japanische Lesung des von Marc genannten chinesischen Ausdrucks, der im
> Standard-Chinesischen aber mir "zh" beginnt, eher einer Art "dsch".
Mir ging es im Grunde nur darum, dass 'China' etymologisch mit 'zhōng'
nichts zu tun, sondern sich vielmehr vom Namen der Qín-Dynastie (heutige
Aussprache [tɕʰin 35]) herleitet.
Tschüs, Jürgen
>> originalen Aussprache von " 中国 ".
>>> Eher der von 秦(国), wie auch immer die damals lautete.
>> Im Japanischen gibt es für China auch den Ausdruck "shina",
> Der sich letztlich auch von 秦 (qín) ableiten lässt. Das wurde im Aind.
> zu 'cina' und dann mit der Verbreitung des Buddhismus wieder als 支那
> (zhīnà) ins Chinesische übernommen.
Ich habe eine unbescheidene (und hoffentlich nicht dumme) Frage:
Daß Ihr utf-8 codiert, habe ich gesehen. Aber wie und woher
bekommt Ihr den ganzen schönen Zeichenvorrat auf den Bildschirm?
Dieselbe Frage geht an die Schreiber von arabischen, griechischen,
kyrillischen und anderen schönen Zeichensätzen.
Möcht' ich wohl auch können!
j/\a
--
Vielleicht ist mein Gehör so grottenschlecht oder ich bin im Grunde meines
Kehlkopfs ein Schweizer.
Ciao
Wolfram
--
Gibst du einem Hungernden einen Fisch, dann hat er einen Tag zu essen.
Lehrst du ihn aber Fischen, dann hat er ein Leben zu essen.
CHINESISCHES SPRICHWORT
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
Wissen das die Protestanten, daß der Luther katholisch war? Wissen die
Christen, daß Jesus jüdisch war?
Ciao
Wolfram
--
Wenn die Menschen plötzlich tugendhaft würden, so müßten viele Tausende
verhungern.
LICHTENBERG
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
> Daß Ihr utf-8 codiert, habe ich gesehen. Aber wie und woher
> bekommt Ihr den ganzen schönen Zeichenvorrat auf den Bildschirm?
> Dieselbe Frage geht an die Schreiber von arabischen, griechischen,
> kyrillischen und anderen schönen Zeichensätzen.
> Möcht' ich wohl auch können!
Bei Microsoft Office ist z.B. Arial Unicode dabei, meines Wissens einer der
vollständigsten Fonts. Ansonsten gibts aber auch noch andere
Unicode-Schriftarten.
Die sind schon mal die Voraussetzung für die Anzeige.
Auswählen kannst du dann halbwegs komfortabel mittels der
Windows-Zeichenmappe (Start -> Ausführen -> "charmap" -> Erweiterte
Ansicht-> "Unicode" + "Unicode-Unterbereich" -> neues Fensterchen mit den
Unicode-Bereichen zum Vorselektieren)
Sascha Broich
--
Heute verlierst du.
Morgen gewinnen die Anderen.
Gar nichts dummes.
1. Auf Windows eventuell "Unterstützung für ostasiatische Zeichensätze"
einrichten (bei Vista wohl nicht mehr nötig).
2. Geeigneten Font installieren. Ich habe z.B, "Cyberbit" von hier:
<http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/framee.htm?/index.htm>. Arial
Unicode tut es meist auch.
3. Wie Du Deinen Newsreader dazu bringst, diese Fonts auch
gegebenenfalls zu benutzen, hängt von diesem ab. Dialog soll das
wunderbar automatisch machen, macht aber dabei auch Fehler. Ich sehe
Jürgens Beitrag nicht ganz vollständig, beim Antworten aber dann doch
(und da kann ich den Font notfalls manuell ändern).
--
Oliver C.
>> Möcht' ich wohl auch können!
> Gar nichts dummes.
> <http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/framee.htm?/index.htm>
Danke, ich habe mir das runtergeladen und installiert.
Jetzt werde ich ein bißchen rumprobieren müssen.
Gruß!
j/\a
--
> Bei Microsoft Office ist z.B. Arial Unicode dabei,
Ja, danke, habe ich gefunden und werde mich auch damit
befassen.
Gruß!
j/\a
--
Der i-Laut allerdings, der hat's in sich. Der mutiert, besonders bei
solchen, die Ahnung haben, aber nur wenig, gern zu einem y, von dem man
dann annimmt, es habe wie ü zu klingen. Der Sylvester und die Sylvia
verdanken solchem Irrtum ihr Dasein, und der Riesling-Sylvaner wohl auch.
>>
> Ihr sagt China mit Lach-ch? Tut euch abends dann nicht der Rachen weh vom
> Sprechen?
>
Nur, wenn sie den ganzen Tag so Sachen wie China, chinesisch,
Chinoiserie, Chinin oder Chinareise sagen müssen.
> Ciao
> Wolfram
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Wissen die
>> Christen, daß Jesus jüdisch war?
>
> Die Erkenntnis setzt sich allmählich durch.
>
Das Grauenvolle daran ist ja, daß damit logischerweise auch Gott a Jud sein
muß. Von der Jungfrau Maria will ich schon gar nicht reden. Antisemit sein
ist nicht leicht.
Ciao
Wolfram
--
Wer an allem schuld ist, muß doch ursprünglich alles in der Hand gehabt
haben, und was ist das anderes als gesteigerter Größenwahn? Vieles, was
sich als Schuld tarnt, ist nichts anderes als das Hirngespinst des
Machtbesessenen, die dünkelhafte, in groteskem Widerspruch zur Realität
stehende Annahme, alles beeinflussen zu können.
CELIA FREMLIN
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Am Mon, 30 Jun 2008 11:30:20 +0200 schrieb Frank Müller:
>>
>>> "Wolfram Heinrich" <in...@theodor-rieh.de> schrieb
>>>
>>>>>>> Bist Du neuerdings Schweizer, oder warum ist jetzt das ich-ch und das
>>>>>>> Lach-ch für Dich gleich?
>>>>>>
>>>>>> Ist es das nicht?
>>>>>
>>>>> Sprich doch einfach mal "acha" und "ichi" ist da das "ch"
>>>>> bei dir immer noch gleich?
>>>>>
>>>> Ichi denk schon. Acha!
>>>
>>> Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
>>>
>> Vielleicht ist mein Gehör so grottenschlecht oder ich bin im Grunde meines
>> Kehlkopfs ein Schweizer.
>
> Vielleicht ist Dein Zungengespür besser.
> Das "ch" nach "ä", "e", "i", "ö", "ü" wird gebildet, indem die Zunge am
> *harten* Gaumen einen Spalt für den Luftstrom läßt.
> Das "ch" nach "a", "o", "u" wird gebildet, indem das Gaumensegel
> flatternd auf die Zunge schlägt.
>
Hmnja, da ist ein kleiner Unterschied, aber wohl nur deshalb, weil der Laut
davor mir gar keine andere Wahl läßt, so schnell kann mein Kehlkopf gar
nicht zurückschnalzen.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, es ist immer gut, wenn man Latein kann. Dann, sagt
er, kann man sich alles übersetzen, auch wenn man es nicht versteht.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
Ja richtig, danke. Mein Kopf war von der Hitze verwirrt.
Marc
>
> Ich glaube nicht, daß man aus einer englischen Aussprache auch nur im
> entfernten auf die Ursprungsaussprache schließen kann.
Glaube ich auch nicht. Aber natürlich deutet die unterschiedliche
Aussprache in zwei verschiedenene Nichtoriginalsprachen auf die
Möglichkeit, dass keine der beiden Versionen mit der Originalaussprache
übereinstimmt.
Marc
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Am Mon, 30 Jun 2008 11:30:20 +0200 schrieb Frank Müller:
>>
>>> "Wolfram Heinrich" <in...@theodor-rieh.de> schrieb
>>>
>>>>>>> Bist Du neuerdings Schweizer, oder warum ist jetzt das ich-ch und das
>>>>>>> Lach-ch für Dich gleich?
>>>>>>
>>>>>> Ist es das nicht?
>>>>>
>>>>> Sprich doch einfach mal "acha" und "ichi" ist da das "ch"
>>>>> bei dir immer noch gleich?
>>>>>
>>>> Ichi denk schon. Acha!
>>>
>>> Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
>>>
>> Vielleicht ist mein Gehör so grottenschlecht oder ich bin im Grunde meines
>> Kehlkopfs ein Schweizer.
>
> Vielleicht ist Dein Zungengespür besser.
> Das "ch" nach "ä", "e", "i", "ö", "ü" wird gebildet, indem die Zunge am
> *harten* Gaumen einen Spalt für den Luftstrom läßt.
> Das "ch" nach "a", "o", "u" wird gebildet, indem das Gaumensegel
> flatternd auf die Zunge schlägt.
Das war aber eine schwierige Beschreibung, unter anderem bin ich mir
beim zweiten ch keines Flatterns bewußt.
Vermischte Hinweise:
- Das erste wird in einigen Dialekten mit dem "sch" vermischt; auch
viele Ausländer müssen diesen Unterschied erst lernen (nicht aber -
soweit mir bekannt - den zum anderen "ch").
- Das zweite "ch" ist das, von dem man Halsschmerzen bekommen kann.
- Das Rachen-r der Norddeutschen kann man als stimmhaften Gegenpart des
zweiten "ch" betrachten (hilft Wolfram vielleicht nicht, wenn er kein
solches r spricht).
Daß jemand behauptet, er merke keinen Unterschied, ist schon
erstaunlich, denn die Linguisten liegen im Dauerclinch darüber, ob es
sich "im Grunde" um einen Laut mit zwei Varianten handelt oder nicht.
Dagegen spricht unter anderem, daß sie klanglich so verschieden sind,
vielleicht noch verschiedener als Rachen-r und Zungen-r.
--
GUGELIEREN, vb., schwelgen: dann das ander jar war ein solch gugelieren
bei dem guten most J. HEROLT
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
> Oliver Cromm schrieb:
>
> ...
>> originalen Aussprache von " 中国 ".
> ...
>>> Eher der von 秦(国), wie auch immer die damals lautete.
>
>> Im Japanischen gibt es für China auch den Ausdruck "shina",
>
> Der sich letztlich auch von 秦 (qín) ableiten lässt.
Also doch, danke. Daß "Japan" im Grunde auf den gleichen Ausdruck
zurückgeht wie "Nippon" ist etwas überraschender, für Japaner aber
manchmal beruhigend.
> > also mit
>> einem Laut ähnlich dem deutschen ich-ch.
>
> Das finde ich ein bisschen irreführend, da der hier vorliegende Laut [ɕ]
> unserem (ich)-Laut zwar ähnelt, aber weniger ähnelt als das [ç] in ひ.
Wenn man die japanischen Laute auf deutsche 1:1 abbilden will, ist es
sicher so besser: h(i) -> (i)ch, sh -> sch. Dennoch empfinde ich das sh
dem deutschen (i)ch ähnlicher als dem sch.
Wenn man sie vereinfacht als nur in einem Parameter verschieden
betrachtet, dann sehe ich das in etwa so:
Jp. h(i) sh(i)
Dt. (i)ch sch(i)
Eng. sh(e)
--
ê liezen sich die man schouwen
âne gugel vor den frouwen,
nu siht mans in den gugeln gân
vor den frouwen als ein man, -- TEICHNER
> Sascha Broich <nospam...@sascha-broich.de> writes:
>>Auswählen kannst du dann halbwegs komfortabel mittels der
>>Windows-Zeichenmappe (Start -> Ausführen -> "charmap" -> Erweiterte
>
> »Character map« bedeutet hier so viel wie »Zeichentabelle«.
>
> Eine »Mappe« ist eine aufklappbare Umhüllung oder eine flache Tasche.
Ja, da war die Hand schneller als das Gehirn. Schließlich heißt das Ding ja
auch Zeichentabelle, wie die Titelleiste verrät.
Es lebe der falsche Freund.
Sascha Broich
--
Wer den Teufel an die Wand malt, spart Tapete.
> Der i-Laut allerdings, der hat's in sich. Der mutiert, besonders
> bei solchen, die Ahnung haben, aber nur wenig, gern zu einem y,
> von dem man dann annimmt, es habe wie ü zu klingen. Der
> Sylvester und die Sylvia verdanken solchem Irrtum ihr Dasein,
> und der Riesling-Sylvaner wohl auch.
Das tut das i im Wienerischen auch von selber, ganz ohne
Fremdwort: die Milch wir zur Müüch.
M.
>> Ihr sagt China mit Lach-ch? Tut euch abends dann nicht der
>> Rachen weh vom Sprechen?
> Nur, wenn sie den ganzen Tag so Sachen wie China, chinesisch,
> Chinoiserie, Chinin oder Chinareise sagen müssen.
^^^^^^^^^^^
Die nicht, die beginnt mit sch.
M.
> Daß jemand behauptet, er merke keinen Unterschied, ist schon
> erstaunlich, denn die Linguisten liegen im Dauerclinch darüber, ob es
> sich "im Grunde" um einen Laut mit zwei Varianten handelt oder nicht.
Was neben der komplementären Distribution am meisten dafür spricht, ist
der Wechsel im gleichen Wort: Köche < Koch.
> Dagegen spricht unter anderem, daß sie klanglich so verschieden sind,
> vielleicht noch verschiedener als Rachen-r und Zungen-r.
Dieser Fall ist ähnlich, aber nicht gleich: da werden beide in denselben
Wörtern verwendet, nur von verschiedenen Sprechern. Ich weiß auch nicht,
warum nur relativ wenige Sprachen einen phonemischen Unterschied zwischen
verschiedenen r-Lauten haben, aber doch einige verschiedene r-Laute als
Allophone desselben Phonems. Andere phonemische Unterscheidungen sind viel
kniffliger, z.B. aspirierte vs. nicht-aspiririerte Konsonanten.
--
Helmut Richter
...
> Wörtern verwendet, nur von verschiedenen Sprechern. Ich weiß auch nicht,
> warum nur relativ wenige Sprachen einen phonemischen Unterschied zwischen
> verschiedenen r-Lauten haben,
So wenig sind das ja gar nicht, an größeren europäischen Sprachen fallen
mir Portugiesisch, Spanisch, Tschechisch, Russisch und Italienisch ein
(bei den beiden letzten allerdings nur im Rahmen eines fast alle
Konsonanten betreffenden Palatalitäts- bzw. Längenkontrastes).
> aber doch einige verschiedene r-Laute als
> Allophone desselben Phonems. Andere phonemische Unterscheidungen sind viel
> kniffliger, z.B. aspirierte vs. nicht-aspiririerte Konsonanten.
Das bringt mich zum von der Sprecherzahl her auch nicht
vernachlässigbaren Hindi/Urdu: 3 r-Phoneme (alveolar-gerollt,
retroflex-geschlagen, retroflex-geschlagen-aspiriert).
Was ist überhaupt ein r-Phonem? Beschränkte man sich auf die phonetisch
noch halbwegs eindeutig definierbaren Vibranten sowie Taps und Flaps, so
hätte z. B. mein eigener Akzent gar keines, ich spreche entweder velaren
oder uvularen Frikativ oder vokalisiertes 'r'. Ähnliches gälte für das
Englische (RP), während das amerikanische Englisch immerhin mit dem
intervokalischen 't' über einen Flap verfügte, der aber üblicherweise
_nicht_ als r-Laut angesehen wird, während man dem sehr ähnlichen
einfachen 'r' des Spanischen diese Anerkennung nicht verweigert.
Ähnlich sieht es mit dem Deutsche (uvularen, velaren oder meinetwegen
postvelaren) geriebenen 'r' aus: Wir betrachten es als 'r'-Laut, sehr
ähnliche Phoneme des Neugriechischen oder des Arabischen hingegen nicht.
Tschüs, Jürgen
Hihi.
Am Nachmittag haben wir Pflaumen gepflückt. Abends gehen
wir ins Puppentheater. Sagt Peter: Ich will aber nicht mit!
Ich will zu Hause bleiben! Fragt Thorsten: Wieso denn?
Na, weißt Du, sagt Peter, wo sie doch heute Italien
gegen Portugal bringen.
chr
> > Im Nutznetz erfährt doch immer wieder die tollsten Neuigkeiten. In
> > Sachsen schreibt man so wie man spricht.
>
> Ist definitiv nicht so.
Das kommt drauf an wo in Sachsen du wohnst ich komme aus einer
Gegend wo man den Meißner Dialekt spricht, da spricht man so
wie man schreibst. (zumindest das meiste...)
> Nammidach hammer Flaum gefliggt. Ahms gehmorr ins Bumdeader. Saacht
> Bedor: Schwill ahr nimmitt! Schwill heemebleim! Fraacht Durschdn: Wisoän?
> Naweesde, saacht Bedor, wosedorr hoide Idahlchn geechn Bordegahl bring.
So sprechen hier höchstens noch ein par alte Leute, aber von
denen gibts nicht mehr viele.
Frank
> > Das kommt drauf an wo in Sachsen du wohnst ich komme aus einer
> > Gegend wo man den Meißner Dialekt
>
> Du meinst meißnisch ... das spricht man zwar in Meißen auch, aber auch
> weit darüber hinaus, auch in größeren Städten als Meißen (nur um dem
> Eindruck vorzubeugen, Meißnisch sei eine Eigenart insbesondere der Meißner).
Meißnerisch nennt sich das in der Wiki hats einer unter "Meißenisch" eingegeben.
Das spricht man natürlich nicht nur in Meißen sondern in dem Gebiet, was zur
Mark Meißen gehörte und wohl auch ein Stück darüber hinaus.
Frank
> Am Mon, 30 Jun 2008 16:09:53 +0200 schrieb Ralf Heinrich Arning:
>
>> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>>
>>> Wissen die
>>> Christen, daß Jesus jüdisch war?
>>
>> Die Erkenntnis setzt sich allmählich durch.
>>
> Das Grauenvolle daran ist ja, daß damit logischerweise auch Gott a Jud sein
> muß.
Das nicht unbedingt, aber er hat mit ihnen konspiriert.
--
Oliver C.
> snip <
> Im "Österreichischen Wörterbuch" solltest Du am ehesten fündig werden.
> Die Aussprache von Giraffe etwa ist erfaßt (schiraffe). Daß man in AT
> Chemie als Kemi ausspricht, steht aber z. B. auch im Duden. "Gib mir
> einen Tüp" wirst Du in keinem Wörterbuch der Standardsprache finden,
> behaupte ich mal.
MUSEN ist die Bedeutung von "Gib mir einen Tip" = Gib mir einen Rat,
aber "Er ist so ein Tüp" = Er ist ein Kerl dieser Art.
Oder habe ich da was misverstanden?
--
Gruß
Richard
Das scheint mir nicht unbedingt typisch Wienerisch zu sein. Der hiesige
(Oberbayern) Nachbarort heißt Gilching; gesprochen 'Güüching'. Nur
richtig mit 2 'ü'. Ohne dazu mehr Belegstellen zu haben, mir scheint die
Aussprache 'üüch' für 'ilch' eher allgemein typisch fürs Baierische.
Ciao
Toscha
--
Den Reiz des Verbotenen kann man nur auskosten,
wenn man es sofort tut -
morgen ist es vielleicht schon erlaubt. (Jean Genet)
Was heißt konspiriert - wenn Maria Jüdin war und das war sie wohl, dann war
auch Jesus Jude. Und da Jesus wesensgleich mit Gott Vater ist...
Ciao
Wolfram
--
Es berührt wehmütig zu sehen, wie die individuelle Arbeit überall von der
maschinellen verdrängt wird. Nur die Defloratoren gehen noch herum, das
Haupt erhoben, von ihrer Unersetzlichkeit überzeugt. Genau so haben vor
zwanzig Jahren die Fiaker gesprochen.
KARL KRAUS (der noch nichts von Fucking Machines wußte)
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich,
www.mpu-forum.eu, www.brueckenbauer.it
>> Das tut das i im Wienerischen auch von selber, ganz ohne
>> Fremdwort: die Milch wir zur Müüch.
> Das scheint mir nicht unbedingt typisch Wienerisch zu sein.
> Der hiesige (Oberbayern) Nachbarort heißt Gilching; gesprochen
> 'Güüching'. Nur richtig mit 2 'ü'. Ohne dazu mehr Belegstellen
> zu haben, mir scheint die Aussprache 'üüch' für 'ilch' eher
> allgemein typisch fürs Baierische.
Ich hatte dort oben schon "im Wienerischen/Bairischen" stehen,
es dann aber wieder gelöscht, weil ich die "Mülli" irgendwo im
Hinterkopf hatte, die's irgendwo dazwischen (OÖ? Salzburg?) wohl
auch noch gibt.
M.
>MUSEN ist die Bedeutung von "Gib mir einen Tip" = Gib mir einen Rat,
>aber "Er ist so ein Tüp" = Er ist ein Kerl dieser Art.
>Oder habe ich da was misverstanden?
Das hast Du schon richtig verstanden, abgesehen davon, daß man den
Typen mit y schreibt. Und es ging um die Aussprache von "Tip".
"Bülden Sü Ühnen nichts ein auf Ühnere Büldung!"