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Gesprochen: Pentium oder Pentßium ?

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Marius

unread,
Sep 11, 1998, 3:00:00 AM9/11/98
to
Der Intel Pentium Prozessor wird in der Fernsehwerbung ausgesprochen, wie er
gesrieben wird, ohne "ß". Auch nach den Regeln der Lateinischen Sprache
müßte er einfach Pentium und nicht etwa Pentßium gesprochen werden. Trozdem
ist mir aufgefallen, das die meisten Menschen, besonders aus ger
Computerbranche ihn mit "ß" aussprechen. Hat irgendjemand eine Idee washalb
dies so ist?

Meis...@gmx.net


Matthias Thome

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to

Marius schrieb in Nachricht <6tc2fk$isb$1...@namib.north.de>...

>Der Intel Pentium Prozessor wird in der Fernsehwerbung ausgesprochen, wie
er
>gesrieben wird, ohne "ß". Auch nach den Regeln der Lateinischen Sprache
>müßte er einfach Pentium und nicht etwa Pentßium gesprochen werden.

Wer sagt das? Man weiß doch nur so ungefähr, wie das klassische Latein wohl
ausgesprochen wurde. Zudem, glaube ich, tendieren romanische Sprachen doch
eher zur "Erweichung" des ursprünglichen lateinischen t. Ich bin der
italienischen Sprache zwar nicht mächtig, aber jene leckere Pizza heißt doch
sicher nicht /kwatRo station/. Romanisten, springt mir bei...


Trozdem
>ist mir aufgefallen, das die meisten Menschen, besonders aus ger
>Computerbranche ihn mit "ß" aussprechen. Hat irgendjemand eine Idee washalb
>dies so ist?


Ich denke, daß das zum einen vom Kirchenlatein herrühren könnte, das dem
guten deutschen Christenmenschen Begriffe wie 'Pontius und Pilatus' gebracht
hat, und zwar als /pont_s_jusunpilatus/. Mir würde es heute noch komisch
vorkommen, wenn mir jemand was von "Pontius" erzählt, aber nicht /pontsius/
sagt. Andererseits liegt es, glaub' ich, auch an der Sprachentwicklung des
Deutschen, daß in bestimmter lautlicher Umgebung /ts/ statt /t/ artikuliert
und, wenn nicht in einem Fremdwort, auch geschrieben (Z) wird. Lang ist's
her mit dem Kurs in historischer Sprachwissenschaft, aber war es nicht die
Erste Germanische Lautverschiebung (o.ä.), die uns das beschert hat, den
armen Kerlchen, die auf die Britischen Inseln gewandert sind, aber nicht?

;-)
MT

Christian Schulz

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
On Sat, 12 Sep 1998 00:48:40 +0200 Matthias Thome schrieb/wrote:

> eher zur "Erweichung" des ursprünglichen lateinischen t. Ich bin der
> italienischen Sprache zwar nicht mächtig, aber jene leckere Pizza heißt doch
> sicher nicht /kwatRo station/. Romanisten, springt mir bei...

Nein, die heisst 'staggioni' [sta'dschjoni] (Garagen-'dsch', offenes o).

--
Christian Schulz IRC: Zampel zam...@bartali.wupper.de
URL: http://numerik.fernuni-hagen.de/~schulz/
******* ******** *******
"Schoenheit vergeht, Dummheit bleibt."
Ein Hinweis unseres derzeitigen Dekans an alle unverheirateten
Mitarbeiter(innen)

Björn Mahler

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
>Potential -> gesprochen: Potenzial

Das war ja jetzt nun vollkommener Schwachsinn!!!
Potential bzw. Potenzial kommt von dem schönen Wort Potenz! Fähigkeit!
Deswegen schreibt man es nach neuer Rechtschreibung auch Potenzial, nicht
weil irgendwelche Knilche, meinen sie könnten alles schreiben sowie sie
meinen es richtig auszusprechen...
Übrigens wer hat gesagt, daß Pentium aus dem Lateinischen kommt???
Ich dachte aus dem Griechischem! Pente heißt nämlich 5... wie ist das in
Latein (bin der Sprache nicht alzu mächtig ;-)...
486 - > 586!
Aha! Deswegen spricht man Pentium eben Pentium und nicht Penzium und man
wird es dadurch eben auch in neuer deutscher Rechtschreibung nicht so
schreiben ;-)
Oh mann!

>Daher darf man nach der neuen Rechtschreibung "Potenzial" schreiben.

Nein, daher nun gerade nich!

>Bitte schreibe der Fa. Intel, daß sie künftig ihren Prozessor in
>Deutschland "Penzium" nennen. Danke.

Nein Danke!
Anscheinend besitzen Deutsche die Potenz anderer Leut Sprechweise zu
adaptieren! Wenn die dann in der Werbung auch noch Penzium sagen, oh weh!
Wie spricht man das denn im Ausland???

__
Wer nämlic mit h schreibt, ist dämlic!

Michael Pronay

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
Christian Schulz schrieb in Nachricht
<6td6sn$ej7$1...@bartali.wupper.de>...

>On Sat, 12 Sep 1998 00:48:40 +0200 Matthias Thome schrieb/wrote:

>> ... aber jene leckere Pizza heißt doch
>> sicher nicht /kwatRo station/.

>Nein, die heisst 'staggioni' [sta'dschjoni] (Garagen-'dsch', offenes
o).

Fast. Ein "g" genügt: (quattro) stagioni. Von stagione,
Jahreszeit, die wiederum nix mit stazione, Bahnhof, zu
tun hat. Ein "t" kommt da nirgends vor.

Michael


Martin Gerdes

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
"Björn Mahler" <mah...@privat.kkf.net> schrieb:

>>Potential -> gesprochen: Potenzial

>Das war ja jetzt nun vollkommener Schwachsinn!!!
>Potential bzw. Potenzial kommt von dem schönen Wort Potenz! Fähigkeit!

Deine Ausrufezeichentaste klemmt.
Ans Satzende kommt normalerweise ein Punkt (siehe
Netiquette).

"Potential" und "Potenz" kommen beide vom lateinischen Verb
"posse" = können.

Aber Du bist offenbar weder potent genug, Latein zu können,
noch kannst Du ein Lexikon bedienen.

>... wie ist das in Latein (bin der Sprache nicht alzu mächtig ;-)...

Ach so, das erklärt manches.

Mit der Rechtschreibung hapert's übrigens auch; dagegen
hilft noch nicht einmal, daß Du die neue Rechtschreibung gut
findest.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Gerdes


Message has been deleted

Björn Mahler

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to

W. Meyer-v. Gagern schrieb in Nachricht ...
>Björn Mahler (mah...@privat.kkf.net) schrieb:

>> >Potential -> gesprochen: Potenzial
>>
>> Das war ja jetzt nun vollkommener Schwachsinn!!!
>
>Nanana, nicht so barsch...

>
>> Potential bzw. Potenzial kommt von dem schönen Wort Potenz! Fähigkeit!
>
>Nur dass Potenz von lat. 'potentia' kommt. Also doch wieder das 'T'.
>Und Potential ist eine substantivierte Form von spätlat. 'potentialis'
>für mächtig, wirksam, möglich.
>Ein Blick in ein etymologisches Wörterbuch wäre also hilfreich gewesen.


Herrgott darum gings doch gar nich... (übrigens habt ihr ja alle anscheinend
gut die Regel zum richtigen Flamen gelesen ;-)!


>> Deswegen schreibt man es nach neuer Rechtschreibung auch Potenzial, nicht
>> weil irgendwelche Knilche, meinen sie könnten alles schreiben sowie sie
>> meinen es richtig auszusprechen...
>

>Vielleicht doch? Darunter hatte schon das Wort 'Reflektion' zu leiden,
>heute und schon vor der RSR wird es 'Reflexion' geschrieben; und nicht
>etwa, weil es von 'Reflex' kommt. Das stimmt so nämlich nicht


>
>> Übrigens wer hat gesagt, daß Pentium aus dem Lateinischen kommt???
>> Ich dachte aus dem Griechischem! Pente heißt nämlich 5...
>

>Das stimmt. Und dann hat man noch eine lat. Wortendung drangehängt.

>
>[...]


>> Aha! Deswegen spricht man Pentium eben Pentium und nicht Penzium und man
>> wird es dadurch eben auch in neuer deutscher Rechtschreibung nicht so
>> schreiben ;-)
>

>Fakt ist, dass es beide Aussprachen gibt. Und die z-Aussprache verwundert
>nicht angesichts der Tatsache, dass -tion-Endungen ebenfalls mit 'z'
>statt 't' ausgesprochen werden. Das liegt wohl hier wie dort an dem 'i'
>nach dem 't'. Oder wie sprichst 'Adoption' oder 'Kreation' aus?
>[...]


...ium okay! Aber das ändert eben nichts daran, daß Pente 5 heißt und auch
Pente gesprochen wird und nich Penze :-)
Ich finde zumindest Pentium nachvollziehbarer als Penzium!
Meinetwegen können auch alle Pentium aussprechen, wie se wollen, solange se
eben nisch andere ihre Meinung in dogmatischer Art und Weise aufzwingen...
Es geht schließlich um nen Markennamen, der aus bestimmten Gründen
entstanden ist und wenn ichs jetzt einfach Penzium ausspreche kann ich den
Grund nich mehr erkennen...

cheers
Björn


Thomas Keller

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
Björn Mahler wrote in message <905607326.672267@news>...

>W. Meyer-v. Gagern schrieb in Nachricht ...
>>Nur dass Potenz von lat. 'potentia' kommt. Also doch wieder das 'T'.
>>Und Potential ist eine substantivierte Form von spätlat. 'potentialis'
>>für mächtig, wirksam, möglich.
>>Ein Blick in ein etymologisches Wörterbuch wäre also hilfreich gewesen.

>
>Herrgott darum gings doch gar nich... (übrigens habt ihr ja alle
anscheinend
>gut die Regel zum richtigen Flamen gelesen ;-)!

[Schnipp-Schnapp]


>...ium okay! Aber das ändert eben nichts daran, daß Pente 5 heißt und auch
>Pente gesprochen wird und nich Penze :-)
>Ich finde zumindest Pentium nachvollziehbarer als Penzium!
>Meinetwegen können auch alle Pentium aussprechen, wie se wollen, solange se
>eben nisch andere ihre Meinung in dogmatischer Art und Weise aufzwingen...


Ach so, und du tust das mit deiner seltsamen Tirade gar nicht? Schlimm
genug, dass Du anscheinend von der Materie nicht viel Ahnung hast (sorry,
aber Dein erstes Posting liess diese Ahnung bei mir aufkommen), nein, Du
verkaufst auch noch Deine Meinung als absolute Warnung! Bitte halte Dich
doch an die gültigen Regeln im Usenet, ok?

>Es geht schließlich um nen Markennamen, der aus bestimmten Gründen
>entstanden ist und wenn ichs jetzt einfach Penzium ausspreche kann ich den
>Grund nich mehr erkennen...


Wie sagt den Intel im Original, also auf Englisch?

so long
thomas


Holger Hermannsen

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
Michael Pronay wrote (MSGID 35fa6...@news.telekabel.at):

Wobei "stazione" ein schönes Beispiel ist, um zu zeigen, was
in verschiedenen Sprachen aus "t+i+Vokal" geworden ist:

lat. statio[nis] [ti]? engl. station [sch]
frz. station [sj] ndl. station [schj]
it. stazione [tsi] dt. Station [tsi]
span. estaçión ['th'i/si] dän. station [dsj]
port. estaç~ao [s]

Rumänisch kann ich leider nicht... ;-)

Mir ist klar, daß zumindest in den genannten germanischen Sprachen
"station" erst entlehnt wurde, als das Volkslatein schon längst
mausetot war. Der Trend einen s-ähnlichen Laut einzufügen, ist
aber auffällig.

Ich sehe auch keinen Grund, warum man den Schülern heutzutage eine
rekonstruierte "klassische" Aussprache im Lateinunterricht beibringt -
damit ist nichts gewonnen und die Verwandschaft mit bekannten Wörtern
aus der Muttersprache oder modernen Fremdsprachen wird nur verschleiert.
Den behauchten p-Laut "phi" spricht man im Fach Altgriechisch aus guten
Gründen ja auch als "f" aus, oder hat sich das inzwischen ebenfalls
geändert?
Naja, das Thema ist schon tausendfach durchgekaut worden, also lassen
wir das...

Ich spreche Pentium weiterhin wie Strontium aus und frage mich nur, wie
Intel Deutschland auf die Idee kam, es anders aussprechen zu wollen.

Ciao
Holger

Thorsten Meinecke

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
'chs>' := Christian Schulz <zam...@bartali.wupper.de>

chs> On Sat, 12 Sep 1998 00:48:40 +0200 Matthias Thome schrieb/wrote:


> > jene leckere Pizza heißt doch
> > sicher nicht /kwatRo station/.

chs> Nein, die heisst 'staggioni' [sta'dschjoni] (Garagen-'dsch', offenes o).

Whoa, da wird "garage" wie /garadZ@/ gesprochen?

Das scheint mir weder deutsch noch französisch.
Wir parken in einer /ga'raZ@/, jene benutzen die /garaZ/.
Vielleicht engl. /gArIdZ/ im Ohr gehabt?

Gruß,
--Thorsten
Zur Umschrift: http://www.hpl.hp.com/personal/Evan_Kirshenbaum/IPA/faq.html

Matthias Thome

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to

Arno Zopf schrieb in Nachricht
<1df8xwb.1dw...@ppp-c24.freiepresse.de>...

>> Deswegen schreibt man es nach neuer Rechtschreibung auch Potenzial, nicht
>> weil irgendwelche Knilche, meinen sie könnten alles schreiben sowie sie
>> meinen es richtig auszusprechen...
>

>Und mit der nächsten RSR wird man Standard (deutsche Auslautverhärtung)
>"Standart" schreiben müssen, weil wir eine Demokratie haben und die
>falschschreibende Mehrheit immer recht hat. Denn wenn die Mehrheit
>falsch schreibt, schreibt sie plötzlich richtig. So ist die Logik. Man
>nennt sowas auch Weiterentwicklung der Sprache. Man vergleiche das mit
>dem falschen "im Mai diesen Jahres", welches plötzlich als richtig gilt,
>weil's alle falsch sagen.

Danke.
;-)
MT

Thomas Keller

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
Arno Zopf wrote in message
<1df8xwb.1dw...@ppp-c24.freiepresse.de>...
>Björn Mahler <mah...@privat.kkf.net> wrote:
>> Ich dachte aus dem Griechischem! Pente heißt nämlich 5... wie ist das in

>> Latein (bin der Sprache nicht alzu mächtig ;-)...
>> 486 - > 586!
>
>Und ich dachte, der heißt so, weil er mindestens fünfmal langsamer als
>ein PowerPC-Chip ist. ;)


LOL! Den muss ich mir merken!

so long
thomas


Radiologische Gemeinschaftspraxis

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
Arno Zopf wrote:
>
[...]
>
> pent = griechisch, ium = lateinisch
>
> Komplett griechisch hieße er vielleicht Pentios. ;)

>
> > Ich dachte aus dem Griechischem! Pente heißt nämlich 5... wie ist das in
> > Latein (bin der Sprache nicht alzu mächtig ;-)...
> > 486 - > 586!
>
> Und ich dachte, der heißt so, weil er mindestens fünfmal langsamer als
> ein PowerPC-Chip ist. ;)


Foellig vlashc!
Man hat (mit einem der neuentwickelten Prozessoren) 100 zu 486
hinzugezaehlt, um herauszufinden, wie der neue Prozessor denn nun
heissen sollte.
Abschliessend war man dann allerdings der einhelligen Meinung, dass
485,99999998 ein saubloeder Name fuer so einen Prozessor ist und hat
sich stattdessen fuer "Pentium" entschieden.


>
> > Aha! Deswegen spricht man Pentium eben Pentium und nicht Penzium und man
> > wird es dadurch eben auch in neuer deutscher Rechtschreibung nicht so
> > schreiben ;-)

Ich habe auch schon /pEnSIm/ gehoert (hoffentlich stimmt es nach IPA).
>
> Pentium ist ein Markenname. Sowas wird nie an eine Rechtschreibung
> angepaßt. B)

Richtig. Vielmehr scheint es eine Regel zu geben, die besagt, dass
Markennamen den deutschen Sprechgewohnheiten anzupassen sind (nennen wir
diese Regel a)). Eine weitere Regel (Regel b)) der Werbefuzzis ist
offenbar, dass soviele Cs wie moeglich zu beutzen sind. Bevor Regel a)
in Kraft tritt, wird zunaechst wird geprueft, ob Regel b) angewandt
werden kann.

Deshalb heisst 'Bressot' hierzulande auch 'Bresso' (bald wird es auch
/'brEso/ gesprochen, wetten?).
Aus "Korall" vor geraumer Zeit "Coral" (ich muss immer, wenn ich das
Zeugs im Supermart sehe, an 'OK Coral' denken), und "Jacobs Kaffee" ist
inzwischen zum "Jacobs Cafe" mutiert (normalerweise trinkt man Kaffee in
einem Cafe).

Auch wissen wir jetzt, warum der "InterCity" so heisst, weshalb es
"Mister Minit" gibt, und wieso man einen "GermanyCall" fuehrt, bloss
weil man seine Erbtante in Muenchen anruft.

Nebenbefundlich ist festzustellen, dass Regel b) innerhalb eines
Werbetextes nicht nur auf die Markennamen angewendet wird (z.B.
"exclusive Cigaretten").

Gruesse,

Alexander

Sebastian Rittau

unread,
Sep 12, 1998, 3:00:00 AM9/12/98
to
Marius <Meis...@gmx.net> wrote:

>Der Intel Pentium Prozessor wird in der Fernsehwerbung ausgesprochen, wie er
>gesrieben wird, ohne "ß". Auch nach den Regeln der Lateinischen Sprache
>müßte er einfach Pentium und nicht etwa Pentßium gesprochen werden.

Nach den Ausspracheregeln des klassischen Latein, ja. Wenn man allerdings
die Ausspracheregeln des Kirchenlatein benutzt, wird das Wort Penzium
gesprochen. Allerdings ist Pentium auch kein lateinischen Wort, sondern
ein Pseudo-Latein-Griechisch-Mischmasch. (Ein griechischen Wort mit
einer pseudo-lateinischen Endung.)

--
// The Amiga Replacement OS PGP-Key available
\X/ http://www.aros.org/ http://home.pages.de/~jroger/

Patrick Borer

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
On Sat, 12 Sep 1998 15:45:59 +0200, gag...@gmx.de (W. Meyer-v. Gagern)
wrote:

(...)
>Markenname ist keine Begründung. Selbst die Firma Nestlé spricht ihren
>Namen in Deutschland "falsch" aus.
>
Wie spricht sie ihn denn aus?

Patrick Borer (aus der Schweiz)


Ingmar Greil

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Thus spoke gag...@gmx.de (W. Meyer-v. Gagern) :

>Nach Duden korrekte Aussprache für 'König' ist z.B. 'Könich',

klingt -- mit verlaub -- schauderhaft in unseren (österreichischen)
ohren...

ingmar

--

"A witty saying proves nothing."
-- Voltaire


volker multhopp

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Thomas Keller wrote:

> Wie sagt den Intel im Original, also auf Englisch?

Auf Amerikanisch heisst es nur und immer "Pen ti um".

--Volker

Björn Mahler

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
>Ach so, und du tust das mit deiner seltsamen Tirade gar nicht? Schlimm
>genug, dass Du anscheinend von der Materie nicht viel Ahnung hast (sorry,
>aber Dein erstes Posting liess diese Ahnung bei mir aufkommen), nein, Du
>verkaufst auch noch Deine Meinung als absolute Warnung! Bitte halte Dich
>doch an die gültigen Regeln im Usenet, ok?

Hilfe!
Amen!
Was soll ich denn jetzt noch alles machen. Ich war lediglich entsetzt
darüber, daß man Potential nach neuer Rechtschreibung eben nicht deswegen
Potenzial schreibt, weil man es Potenzial spricht!
Das war alles. Man schreibt es Potenzial, weil es von Potenz kommt.
Deswegen kann man dieses Wort nicht als Analogie zu Pentium nehmen, da wie
schon mehrfach gesagt Pentium eben nicht von Pentz kommt oder so! Mehr
wollte ich nicht sagen.
Daher wollte ich nicht anderen meine Meinung aufzwingen, sondern einfach nur
anmerken, daß diese Begründung insich nicht logisch ist.
Außerdem fand ich die Begründung mit dem Markennamen und dem Sinn, der
dahinter steckt schon recht logisch. Was heißt denn Nestlé? Woher kommt das?
Hat das auch irgendeine Bedeutung? Wenn nich, kann man es ja auch so
aussprechen wie man gerade lustig ist, aber Pentium hat ja eben einen
logischen Zusammenhang mit der Zahl fünnef...

Aber egal... macht doch waß ihr wollt.
Und was für Regeln im Usenet soll ich denn verletzt haben? Diskussionsrunden
sind nunmal dazu da verschiedene Meinungen zu präsentieren und dabei anderer
Leut Meinungen anzuzweifeln! Also versteh ich den Satz nich ganz...

Cheers
Björn

Björn Mahler

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to

volker multhopp schrieb in Nachricht <35FB9186...@erols.com>...

>Thomas Keller wrote:
>
>> Wie sagt den Intel im Original, also auf Englisch?
>
> Auf Amerikanisch heisst es nur und immer "Pen ti um".


Ebend!

Björn

Reinhard Gonaus

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
On Sun, 13 Sep 1998 06:46:09 GMT, ingmar...@gmx.net (Ingmar Greil)
wrote:

>Thus spoke gag...@gmx.de (W. Meyer-v. Gagern) :
>
>>Nach Duden korrekte Aussprache für 'König' ist z.B. 'Könich',
>
>klingt -- mit verlaub -- schauderhaft in unseren (österreichischen)
>ohren...
>

Also, da widersprech ich dir mal.
Bei diesem und ähnlich endenden Wörtern (wichtig, richtig, tüchtig,
ewig, ...) krieg ich Halsweh, wenn ich sie mit g statt mit ch spreche.
Ich glaube, dass die zugegebenermaßen weit verbreitete Aussprache mit
g tatsächlich von gutgesinnten Lehrern erzeugt wurde, die ihren
Schülern bei Diktaten Fehler ersparen wollten.

Reinhard


Michael Pronay

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Reinhard Gonaus schrieb in Nachricht <35fb931b...@news.aon.at>...

>Bei diesem und ähnlich endenden Wörtern (wichtig, richtig,
>tüchtig, ewig, ...) krieg ich Halsweh, wenn ich sie mit g
>statt mit ch spreche.

Baldige Besserung! -- Aber Du mußt ja dort kein g sprechen.

>Ich glaube, dass die zugegebenermaßen weit verbreitete
>Aussprache mit g tatsächlich von gutgesinnten Lehrern
>erzeugt wurde, die ihren Schülern bei Diktaten Fehler
>ersparen wollten.

Glaub' ich, mit Verlaub, nicht. Die Aussprache mit g dürfte
imho im gesamten süddeutschen Raum und in Österreich gängig
sein. Ein paar wohlmeinende Lehrer können gar keinen so
starken Einfluß gehabt haben.

Leider schweigen sich sowohl mein (altes) ÖWB wie der große
Wahrig über die Aussprache von "König" aus, sodaß ich keine
Belege zu liefern imstande bin.

Michael


Thomas Keller

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Björn Mahler wrote in message <905683052.737603@news>...
[Entschuldigung und Rechtfertigung gesnippt]

Hey Björn!

Sorry, hatte wohl irgendwie einen schlechten Tag gestern :-)

Ich weiss auch nicht, was da in mich gefahren ist. Tut mir leid, vertragen
wir uns wieder, ok :-)

*diehandhinhalt*

so long
thomas


Michael Pronay

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Björn Mahler schrieb in Nachricht <905683052.737603@news>...

>Was heißt denn Nestlé? Woher kommt das? Hat das auch
>irgendeine Bedeutung?

Je freilich, dazu bedarf es nicht einmal großer Phantasie, es
genügt völlig, das Logo in Augenschein zu nehmen: ein kleines
Vogelnest, also ein "Nestle", wie es im alemannischen
Sprachgebrauch heißt.

Der Gründer hieß allerdings Henri Nestlé. Vielleicht weiß jemand
etwas über die Geschichte des Namens und der Firma?

Michael


Radiologische Gemeinschaftspraxis

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Patrick Borer wrote:
>
> On Sat, 12 Sep 1998 15:45:59 +0200, gag...@gmx.de (W. Meyer-v. Gagern)
> wrote:
>
> (...)
> >Markenname ist keine Begründung. Selbst die Firma Nestlé spricht ihren
> >Namen in Deutschland "falsch" aus.
> >
> Wie spricht sie ihn denn aus?
>
/'nEstl@/ (statt /nEst'le/)

Gruesse,

Alexander

Ralf Gruner

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Radiologische Gemeinschaftspraxis <Pruene...@t-online.de> schrieb:

> 485,99999998

585,99999998?

Ralf

Reinhard Zwirner

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Björn Mahler wrote:
>
>> Ich dachte aus dem Griechischem! Pente heißt nämlich 5... wie ist das in
> Latein (bin der Sprache nicht alzu mächtig ;-)...

... quinque

HTH, Reinhard

klaus kaltenmaier

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Hallo

On Sat, 12 Sep 1998 15:05:33 +0200, gag...@gmx.de (W. Meyer-v. Gagern)
wrote:

> Darunter hatte schon das Wort 'Reflektion' zu leiden,

>heute und schon vor der RSR wird es 'Reflexion' geschrieben; und nicht
>etwa, weil es von 'Reflex' kommt.

und "Adsorbens", was im Plural zu "Adsorbenzien" verkommt [würg]
füher durfte man als Sprachpurist auch noch (etwas gestelzt)
"Adsorbentia" sagen. Ob das noch korrekt ist, müßt Ihr leider selber
nachschlagen. mein B... "Duden" hat sich verkrümelt.


Gruß Klaus

Gruß Klaus


klaus kaltenmaier

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to

On Sat, 12 Sep 1998 15:29:18 +0200, "Björn Mahler"
<mah...@privat.kkf.net> wrote:
> (übrigens habt ihr ja alle anscheinend
>gut die Regel zum richtigen Flamen gelesen ;-)!
>
JA JA wie man in den Wald heineinruft ....................

Und im Verhältnis dazu waren die Replys noch harmlos

SNCR

Klaus

Frank Klemm

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
On 12 Sep 1998 19:43:00 +0200, Holger Hermannsen <H.HERM...@BUSINESSNET.DE> wrote:
>Michael Pronay wrote (MSGID 35fa6...@news.telekabel.at):
>
>Ich spreche Pentium weiterhin wie Strontium aus und frage mich nur, wie
>Intel Deutschland auf die Idee kam, es anders aussprechen zu wollen.
>
Weiß jemand, wie folgende Worte richtig ausgesprochen werden?

Lithium [t]
Tritium [t]
Strontium [ts]

--
Frank Klemm

/------\ /-----------------------------------------------------\
| eMail: || p...@uni-jena.de | home: p...@schnecke.offl.uni-jena.de |
| Tel: || | home: +49 (3641) 390545 |
| sMail: || Frank Klemm, Ziegesarstr. 1, D-07747 Jena, Germany |
\------/ \-----------------------------------------------------/

Frank Klemm

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
On Sun, 13 Sep 1998 02:50:16 GMT, Patrick Borer <patric...@span.ch> wrote:
>On Sat, 12 Sep 1998 15:45:59 +0200, gag...@gmx.de (W. Meyer-v. Gagern) wrote:
>
>>Markenname ist keine Begründung. Selbst die Firma Nestlé spricht ihren
>>Namen in Deutschland "falsch" aus.
>
>Wie spricht sie ihn denn aus?

Als wenn es "Nestlè" geschrieben würde.

Franz Urbanski

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Björn Mahler schrieb/wrote/a écrit:

> ...ium okay! Aber das ändert eben nichts daran, daß Pente 5 heißt und auch
> Pente gesprochen wird und nich Penze :-)

Im heutigen Griechenland wird das übrigens "pende" gesprochen.

> Ich finde zumindest Pentium nachvollziehbarer als Penzium!

Nachvollziehbar wäre allenfalls Pendion :-)

> Meinetwegen können auch alle Pentium aussprechen, wie se wollen, solange se
> eben nisch andere ihre Meinung in dogmatischer Art und Weise aufzwingen...

> Es geht schließlich um nen Markennamen, der aus bestimmten Gründen
> entstanden ist und wenn ichs jetzt einfach Penzium ausspreche kann ich den
> Grund nich mehr erkennen...

Man muß nicht überall versuchen, die "Originalaussprache" nachzuäffen.

Der VW wird in Amerika auch nicht "Fau-Weh" gesprochen und ist trotzdem
klar zu erkennen. Der alte Käfer heißt jetzt "Bietel" und ist gar nicht
mehr (wieder) zu erkennen.


Apropos Computerjargon und Mischung aus Latein und Griechisch: Die
Bezeichnung "hexadezimal" ist auch so eine Mischung. Weder das
griechisch korrekte "hexadekal" noch das lateinisch korrekte
"sedezimal" konnte sich dabei durchsetzen.

Franz
--
Mathematicians take it to the limit.

Michael Pronay

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Frank Klemm schrieb in Nachricht ...

>On 12 Sep 1998 19:43:00 +0200, Holger Hermannsen
<H.HERM...@BUSINESSNET.DE> wrote:
>>Michael Pronay wrote (MSGID 35fa6...@news.telekabel.at):
>>
>>Ich spreche Pentium weiterhin wie Strontium aus und frage mich nur,
wie
>>Intel Deutschland auf die Idee kam, es anders aussprechen zu wollen.
>>
>Weiß jemand, wie folgende Worte richtig ausgesprochen werden?
>
> Lithium [t]
> Tritium [t]
> Strontium [ts]


Ich nicht, und auch das obige Zitat ist nicht von mir.
Bitte aufpasen beim Quoten.
Danke.

Michael


Ingmar Greil

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Thus spoke er...@aon.at (Reinhard Gonaus) :

>Bei diesem und ähnlich endenden Wörtern (wichtig, richtig, tüchtig,
>ewig, ...) krieg ich Halsweh, wenn ich sie mit g statt mit ch spreche.

naja, vielleicht ein regionalismus. in meinem umfeld spricht das
jedenfalls nieman.

>Ich glaube, dass die zugegebenermaßen weit verbreitete Aussprache mit
>g tatsächlich von gutgesinnten Lehrern erzeugt wurde, die ihren
>Schülern bei Diktaten Fehler ersparen wollten.

unwahrscheinlig, äh, -lich

ingmar

--

Hain't we got all the fools in town on our side? And ain't that a big
enough majority in any town?
-- Mark Twain, "Huckleberry Finn"


Ingmar Greil

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Thus spoke arn...@gmx.de (Arno Zopf) :

>Der gemeine deutsche Beamte verwendet auch sehr gerne Centrum oder
>Centrale. Ciemlich comische Consorten, cönnte man cynisch cundtun.

wie sagte doch mein lateinlehrer: Cicero und Cäsar gingen ins Calkül,
Cicero mit Cylinder, Cäsar in civil.

Christian Weisgerber

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
In article <slrn6vom...@schnecke.offl.uni-jena.de>,
Frank Klemm <p...@schnecke.offl.uni-jena.de> wrote:

> Weiß jemand, wie folgende Worte richtig ausgesprochen werden?
>
> Lithium [t]
> Tritium [t]
> Strontium [ts]

Duden Band 6, _Das Aussprachewörterbuch_ (in SAMPA):

/"li:ti_^Um/
/"tri:tsiUm/
/"StrOntsi_^Um/, /"strOntsi_^Um/

Sieht jemand einen Grund, warum das /i/ in der Endung bei Tritium nicht
auch unsilbisch sein sollte? Druckfehler?

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.rhein-neckar.de
See another pointless homepage at <URL:http://home.pages.de/~naddy/>.

Martin Gerdes

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
"Björn Mahler" <mah...@privat.kkf.net> schrieb:

>>Ach so, und du tust das mit deiner seltsamen Tirade gar nicht?

>Hilfe!
>Amen!

>Was soll ich denn jetzt noch alles machen. Ich war lediglich entsetzt
>darüber, daß man Potential nach neuer Rechtschreibung eben nicht deswegen
>Potenzial schreibt, weil man es Potenzial spricht!

>Das war alles. Man schreibt es Potenzial, weil es von Potenz kommt.

Es kommt von lat. "posse" = können, wie ich schon
geschrieben hatte.

Wie Du selbst meinst, ist Dein Latein nicht das beste, daher
mag Dir dieser Zusammenhang schon entgangen sein.

>Außerdem fand ich die Begründung mit dem Markennamen und dem Sinn, der

>dahinter steckt schon recht logisch. Was heißt denn Nestlé? Woher kommt das?


>Hat das auch irgendeine Bedeutung?

Nestle ist ein Familienname, der ursprünglich aus Schwaben
kommt. Er bedeutet (wer hätte das gedacht?) "Nestlein" oder
"Nestchen", das Logo der Firma weist darauf bereits hin.

Die Firma ist heute ein schweizer Utnernehmen, dort spricht
bekanntlich ein Teil der Bevölkerung französisch. Damit die
aber "Nestle" sagen und nicht "Nestl", dafür dient der
Akzent auf dem e.

>Und was für Regeln im Usenet soll ich denn verletzt haben?

Ausrufezeichen bedeuten Schreien. Du schreist dauernd - das
mag nicht jeder. Und, was den freundlichen Umgang
miteinander umgeht, könnte ich mir vorstellen, daß Du einen
Gang höher schaltest.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Gerdes


Christian Schulz

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
On Sat, 12 Sep 1998 14:00:59 +0200 Michael Pronay schrieb/wrote:
> Christian Schulz schrieb in Nachricht <6td6sn$ej7$1...@bartali.wupper.de>...
>
>>Nein, die heisst 'staggioni' [sta'dschjoni] (Garagen-'dsch', offenes
> o).
>
> Fast. Ein "g" genügt: (quattro) stagioni. Von stagione,
> Jahreszeit, die wiederum nix mit stazione, Bahnhof, zu
> tun hat. Ein "t" kommt da nirgends vor.

Richtig; manchmal sollte man vor dem Posten nochmals genauer
nachdenken. Genauso wie weiteres Nachdenken mich ueberzeugt, dass das
[j] in meiner Lautschrift-Umschreibung ueberfluessig ist (danke an
Jochen Temper fuer den Anstoss).

--
Christian Schulz IRC: Zampel zam...@bartali.wupper.de
URL: http://numerik.fernuni-hagen.de/~schulz/
******* ******** *******
Starkes Murphysches Gesetz: Was immer auch schief gehen kann, geht fast
immer in moeglichst maximaler Weise schief.
Karl-Goswin Grosse-Erdmann in seinem Vortrag "Murphy's Law in
der Analysis", 13.11.1997 an der FernUni Hagen

Roland Schmitt-Hartmann

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Björn Mahler wrote:
>
> Das war alles. Man schreibt es Potenzial, weil es von Potenz kommt.

Kannst Du das belegen? Ich meine mich nämlich zu erinnern, dass
eben eine Anpassung an die Aussprache gewollt war -a ber ich gebe gerne
zu, dass ich mich täuschen kann. Irgendjemand hat doch sicherlich
ein passendes Buch neben dem Compi liegen, oder?

Roland

--
+-------V-------+ R. Schmitt-Hartmann, System Architecture HFC/TMN
| A L C A T E L | Alcatel SEL AG, Access Systems Division, AS/HEA
+---------------+ Tel: +49-711821-49106, Fax: -40196, Alca: 2503-
TELECOM mailto:Roland.Schm...@ks.sel.alcatel.de

Frank Mahler

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Hi naddy...

Christian Weisgerber wrote:

> Duden Band 6, _Das Aussprachewörterbuch_ (in SAMPA):
>
> /"li:ti_^Um/
> /"tri:tsiUm/
> /"StrOntsi_^Um/, /"strOntsi_^Um/
>
> Sieht jemand einen Grund, warum das /i/ in der Endung bei Tritium nicht
> auch unsilbisch sein sollte? Druckfehler?

Du meinst Tritsjum statt Tri-zieh-um (ich hoffe, Du verstehst meine
Lautschrift?)?

Für mich hat Tritium drei Silben!

HTH,
...Frank
--
Sie haben die Position des Mauszeigers verändert.
Starten Sie Windows neu, damit die Änderungen wirksam werden.
(Andreas
Stempfhuber)

Frank Mahler

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
W. Meyer-v. Gagern wrote:

> Markenname ist keine Begründung. Selbst die Firma Nestlé spricht ihren
> Namen in Deutschland "falsch" aus.

Oder Jever (das Bier). Die Stadt in Norddeutschland wird Jewer
gesprochen (mit stimmhaftem w) und nicht etwa mit stimmlosem f, so wie
es die Werbung tut.

Also, nicht alles, was die im Fernsehen sagen, ist richtig!

Gruß,
Frank

Frank Mahler

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Arno Zopf wrote:
> Der gemeine deutsche Beamte verwendet auch sehr gerne Centrum oder
> Centrale. Ciemlich comische Consorten, cönnte man cynisch cundtun.
Und chice Mode (gesprochen schitze???)

Oder Cerealien? Cerealia ist die Göttin der Fruchtbarkeit, heute schon
eine Göttin gefrühstückt? Autsch!

Gruß,
...Frank

Frank Mahler

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Radiologische Gemeinschaftspraxis wrote:
(komischer Realname das?)

> Nebenbefundlich ist festzustellen, dass Regel b) innerhalb eines
> Werbetextes nicht nur auf die Markennamen angewendet wird (z.B.
> "exclusive Cigaretten").
Du hast Ceramic vergessen!

Einfach falsch, aber mit dem c eben viel chicer als mit K

Frank Mahler

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
klaus kaltenmaier wrote:
> und "Adsorbens", was im Plural zu "Adsorbenzien" verkommt [würg]
> füher durfte man als Sprachpurist auch noch (etwas gestelzt)
> "Adsorbentia" sagen. Ob das noch korrekt ist, müßt Ihr leider selber
> nachschlagen. mein B... "Duden" hat sich verkrümelt.
Warum aber adsorBieren während der AdsorPtion die AdorBenTien auf dem
AdosorBenS ???

Kannst Du mir die großgeschriebenen Buchstaben erklären (außer dem
A)...?

Gruß,

Reinhard Gonaus

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
On Sun, 13 Sep 1998 14:23:05 +0200, "Michael Pronay"
<pro...@teleweb.at> wrote:

>>Ich glaube, dass die zugegebenermaßen weit verbreitete
>>Aussprache mit g tatsächlich von gutgesinnten Lehrern
>>erzeugt wurde, die ihren Schülern bei Diktaten Fehler
>>ersparen wollten.
>

>Glaub' ich, mit Verlaub, nicht. Die Aussprache mit g dürfte
>imho im gesamten süddeutschen Raum und in Österreich gängig
>sein. Ein paar wohlmeinende Lehrer können gar keinen so
>starken Einfluß gehabt haben.
>

Ich weiß nicht.
In der Umgangssprache begegnet mir die "ig" gesprochene Nachsilbe
nicht grade oft, und in der Ausbildung zum wohlmeinenden Lehrer :-)
wurde ich seinerzeit belehrt, dass es "-ich" zu heißen habe. Das Fach
nannte sich Sprecherziehung.

Möglicherweise gibt es ja mehr wohlmeinende Lehrer, als man gemeinhin
annimmt?

Reinhard


Marius

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
> Lithium [t]
>> Tritium [t]
>> Strontium [ts]

>Sieht jemand einen Grund, warum das /i/ in der Endung bei Tritium nicht


>auch unsilbisch sein sollte? Druckfehler?


Ich meine das liegt daran ob der Buchstabe vor dem "t" ein Vokal oder
Konsonat ist

- - - - - - - - - -

Meis...@gmx.net, fragt sich was er für eine Lawine lostrat, als er die
Fragenach der Pentiumaussprache stellte....

Thomas Portele

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
In article <6tiqbv$79l$1...@mips.rhein-neckar.de>, Christian Weisgerber wrote:
>In article <slrn6vom...@schnecke.offl.uni-jena.de>,
>Frank Klemm <p...@schnecke.offl.uni-jena.de> wrote:
>
>> Weiß jemand, wie folgende Worte richtig ausgesprochen werden?
>>
>> Lithium [t]
>> Tritium [t]
>> Strontium [ts]
>
>Duden Band 6, _Das Aussprachewörterbuch_ (in SAMPA):
>
>/"li:ti_^Um/
>/"tri:tsiUm/
>/"StrOntsi_^Um/, /"strOntsi_^Um/
>
>Sieht jemand einen Grund, warum das /i/ in der Endung bei Tritium nicht
>auch unsilbisch sein sollte? Druckfehler?

Lesefehler? Laut meinem Duden 6 (3. Auflage) wird auch Tritium
nichtsilbisch gesprochen.

Auf S. 35 gibt der Duden eine Reihe von Regeln dazu an,
die ich aber nicht abtippen moechte.

Ciao,

Thomas

Gerald Endres

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Frank Mahler <nhch...@rrzn-user.uni-hannover.de>
schrieb/wrote/écrivait:

>Oder Cerealien? Cerealia ist die Göttin der Fruchtbarkeit, heute schon
>eine Göttin gefrühstückt? Autsch!


Die Dame heißt Ceres.

Gruß
Gerald

--
http://www.snafu.de/~endres/


Christian Weisgerber

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
In article <slrn6vqqqm...@chaot.portele.de>,
Thomas Portele <por...@ikp.uni-bonn.de> wrote:

> >/"tri:tsiUm/


> >Sieht jemand einen Grund, warum das /i/ in der Endung bei Tritium nicht
> >auch unsilbisch sein sollte? Druckfehler?
>
> Lesefehler?

Nein.

> Laut meinem Duden 6 (3. Auflage) wird auch Tritium nichtsilbisch
> gesprochen.

Dann wohl Druckfehler; ich habe noch die zweite Auflage.

Karl-Heinz Krause

unread,
Sep 14, 1998, 3:00:00 AM9/14/98
to
Am 12. Sep. 1998 schrieb Holger Hermannsen
(H.HERM...@BUSINESSNET.DE):

> lat. statio[nis] [ti]? engl. station [sch]
> frz. station [sj] ndl. station [schj]
^^^^^^^
Im Niederländischen (ich nehme einmal an, die Abkürzung "ndl." steht
dafür) heißt es "statie", Ausspache etwa /'sta:tsi:/.

Karl-Heinz Krause

Thomas Keller

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
Reinhard Gonaus wrote in message <35fe34f0...@news.aon.at>...

>>Glaub' ich, mit Verlaub, nicht. Die Aussprache mit g dürfte
>>imho im gesamten süddeutschen Raum und in Österreich gängig
>>sein. Ein paar wohlmeinende Lehrer können gar keinen so
>>starken Einfluß gehabt haben.
>>
>Ich weiß nicht.
>In der Umgangssprache begegnet mir die "ig" gesprochene Nachsilbe
>nicht grade oft, und in der Ausbildung zum wohlmeinenden Lehrer :-)
>wurde ich seinerzeit belehrt, dass es "-ich" zu heißen habe. Das Fach
>nannte sich Sprecherziehung.
>
>Möglicherweise gibt es ja mehr wohlmeinende Lehrer, als man gemeinhin
>annimmt?


Das Problem mit solchen Sprecherziehungen ist, dass sie sich regional sehr
stark unterscheiden; MAW, was ein Norddeutscher oder ein Sachse spricht,
muss für einen Bayer nicht unbedingt gleich sein. Ich weiss allerdings nicht
genau, wie ihr das in Deutschland handhabt; wir in der Schweiz haben aber
unsere eigenen Ausspracheregeln (die aber AFAIK nicht kodifiziert sind, oder
irre ich mich da?). Bei uns heisst besagte Endung in korrektem
Standarddeutsch gesprochen /ig/, nicht /ich/.

so long
thomas


Christian Weisgerber

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
In article <35fda...@hebel.rol3.com>,
Thomas Keller <tkho...@hotmail.com> wrote:

> Bei uns heisst besagte Endung in korrektem
> Standarddeutsch gesprochen /ig/, nicht /ich/.

^
Wirklich?

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.rhein-neckar.de

carpe librum: books 'n' reviews <URL:http://www.carpe.com/buch/>

Martin Gerdes

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
er...@aon.at (Reinhard Gonaus) schrieb:

>In der Umgangssprache begegnet mir die "ig" gesprochene Nachsilbe
>nicht grade oft, und in der Ausbildung zum wohlmeinenden Lehrer :-)
>wurde ich seinerzeit belehrt, dass es "-ich" zu heißen habe. Das Fach
>nannte sich Sprecherziehung.

>Möglicherweise gibt es ja mehr wohlmeinende Lehrer, als man gemeinhin
>annimmt?

"-ig" wird im Süden gemeinhin wie "ig" gesprochen, im Norden
wie "-ich".

Diese Erscheinung zeigt sich bei vielen End-g-s.

Ich habe beispielsweise noch nie jemanden getroffen, der aus
Hamburg kam und das auch so sprach, bisher kamen alle
Hamburger aus "Hamburch"

- und eine Freundin von mir legt starken Wert darauf, daß
sie aus Ostwestfalen "wech" kommt.

Martin Gerdes

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
Frank Mahler <nhch...@rrzn-user.uni-hannover.de> schrieb:

>Arno Zopf wrote:
>> Der gemeine deutsche Beamte verwendet auch sehr gerne Centrum oder
>> Centrale. Ciemlich comische Consorten, cönnte man cynisch cundtun.
>Und chice Mode (gesprochen schitze???)

Das Wort heißt "chic" - und wird den romanischen
Ausspracheregel gemäß mit "k" am Ende gesprochen.

Wir sind es ja, die dem Wort die Endung verpaßt haben.

>Oder Cerealien? Cerealia ist die Göttin der Fruchtbarkeit, heute schon
>eine Göttin gefrühstückt? Autsch!

Autsch? Stimmt. Du hättest den Zusammenhang wissen können.

"Cerealien" hängt freilich mit "Ceres" zusammen, der
römischen Göttin für Ackerbau (griechisch Demeter).

Wo wächst denn Deiner Ansicht nach der Hafer für die
Haferflocken? Und der Mais für die Cornflakes?

Andreas Karrer

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
In article <1dfb3p2.1h9...@ppp-c20.freiepresse.de>, Arno Zopf wrote:
>Radiologische Gemeinschaftspraxis <Pruene...@t-online.de> wrote:
>
>Guten Nachmittag, Alexander Radiologische Gemeinschaftspraxis!
>
>> Aus "Korall" vor geraumer Zeit "Coral" (ich muss immer, wenn ich das
>> Zeugs im Supermart sehe, an 'OK Coral' denken), und "Jacobs Kaffee" ist
>> inzwischen zum "Jacobs Cafe" mutiert (normalerweise trinkt man Kaffee in
>> einem Cafe).
>
>Und das Hundefutter Schappi wurde zu Chappi. (Ja, sowas erfährt man,
>wenn man alte SPIEGEL durchblättert.)

In der Schweiz ist es tendenziell eher umgekehrt. Coral hiess hier nie
Korall, und Chappi hiess immer so. Keine Schoggihersteller wuerde es
wagen, "Schokolade" anzubieten. Man verkauft Chocolats, Chocolade,
evtl. sogar Chocolate, und zwar das seit der Firmengrundung im
letzten Jahrhundert. Was vornehm ist, hat C oder CH, nicht K oder Sch.

Seit böswillige Leute auch in der Schweiz ihren Feinden "Mars",
"KitKat" oder "Ritter Sport" schenken -- essen werden sie sowas wohl
kaum -- gibt es hier auch Schokolade.

- Andi

Thomas Keller

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
Christian Weisgerber wrote in message <6tld91$e2h$1...@mips.rhein-neckar.de>...

>In article <35fda...@hebel.rol3.com>,
>Thomas Keller <tkho...@hotmail.com> wrote:
>
>> Bei uns heisst besagte Endung in korrektem
>> Standarddeutsch gesprochen /ig/, nicht /ich/.
> ^
>Wirklich?


Ja :-)

Ich sage beispielsweise "heftig", nicht "heftich".

so long
thomas


Reinhard Gonaus

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
On Tue, 15 Sep 1998 01:30:55 +0200, "Thomas Keller"
<tkho...@hotmail.com> wrote:

>
>
>Das Problem mit solchen Sprecherziehungen ist, dass sie sich regional sehr
>stark unterscheiden; MAW, was ein Norddeutscher oder ein Sachse spricht,
>muss für einen Bayer nicht unbedingt gleich sein. Ich weiss allerdings nicht
>genau, wie ihr das in Deutschland handhabt; wir in der Schweiz haben aber
>unsere eigenen Ausspracheregeln (die aber AFAIK nicht kodifiziert sind, oder

>irre ich mich da?). Bei uns heisst besagte Endung in korrektem


>Standarddeutsch gesprochen /ig/, nicht /ich/.
>

Nur so nebenbei:
Ich bin aus Niederösterreich.
Mein Sprechkundelehrer war ein waschechter St. Pöltner (Du weißt
schon: Großvater aus Brünn, Großmutter aus Debrecen, Onkel aus Krakau
usw. In dieser Generation gab's das noch zuhauf.)
Es gab damals (vor ca. 30 Jahren) so eine inoffizielle Regel, dass
sich korrektes Deutsch an der Bühnenaussprache des Wiener Burgtheaters
zu orientieren habe. Möglicherweise gab es damals schon eine Welle
norddeutscher Schauspieler dort.

Jedenfalls höre ich normalerweise: tüchtich, fleißich, mächtich usw.
Das ändert sich aber sofort, wenn noch was nachkommt: ein tüchtiger
Schüler, eine fleißige Hausfrau, ein mächtiger Herrscher usw.

Reinhard

Reinhard Gonaus

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
On Tue, 15 Sep 1998 10:50:35 GMT, m...@prothetik.zmk.mh-hannover.de
(Martin Gerdes) wrote:

>
>>Oder Cerealien? Cerealia ist die Göttin der Fruchtbarkeit, heute schon
>>eine Göttin gefrühstückt? Autsch!
>
>Autsch? Stimmt. Du hättest den Zusammenhang wissen können.
>
>"Cerealien" hängt freilich mit "Ceres" zusammen, der
>römischen Göttin für Ackerbau (griechisch Demeter).
>
>Wo wächst denn Deiner Ansicht nach der Hafer für die
>Haferflocken? Und der Mais für die Cornflakes?
>

Auf Ceres?

Reinhard


Martin Gerdes

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
kar...@iis.ee.ethz.ch (Andreas Karrer) schrieb:


>Seit böswillige Leute auch in der Schweiz ihren Feinden "Mars",
>"KitKat" oder "Ritter Sport" schenken -- essen werden sie sowas wohl
>kaum -- gibt es hier auch Schokolade.

Eher nicht. Wenn schon "deutsch", dann eher "Schoklad" - und
zwar männlich.

Björn Mahler

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
>Genau, deshalb schreib ich es jetzt zum 3. Mal, dafür aber ausführlich:
>Zitat aus "Etymologisches Wörterbuch des Deutschen":
>"P o t e n t i a l, n. ortsabhängige Größe zur Beschreibung eines
>magnetischen bzw. elektrischen Feldes (Gauß 1836/1840), allgemein
>'Gesamtheit der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten, Wirkungs- und
>Leistungsfähigkeit', substantiviert aus spätlat. /potentialis/ 'mächtig,
>wirksam, möglich'."

Was heißt denn Potenz? Leistungsfähigkeit?

>"Potential" stammt also _nicht_ von "Potenz", beide haben lediglich die
>selbe Wurzel, nämlich lat. "potens" ('mächtig, vermögend, fähig,
>einflussreich, stark') bzw. "posse" ('können'), wie schon M. Gerdes
>richtig anmerkte.
>
>Zu sagen, "Potential" stamme von "Potenz" ist also ungefähr so, wie zu
>sagen, der Mensch stamme vom Schimpansen ab, nur weil beide den gleichen
>Urahn haben.
>
>Ich denke auch, dass es bei der Schreibweise "Potenzial" um eine
>Angleichung an die Sprechweise bzw. eine fehlerhafte Schreibweise
>handelt, die wahrscheinlich durch das Wort "Potenz" zumindest
>mitbeeinflusst ist. Ähnliche Erwägungen haben uns ja auch die neuen
>Schreibformen "belämmert" und "verbläuen" gebracht.
aha... tut mir leid... hab ich anders gelesen... war in irgendeiner Zeitung
und klang einleuchtend... :-/
...und ich erinnere mich dunkel an den Physikunterricht ;-)
naja! Immerhin darf man ja auch die alte Schreibweise benutzen.

cheereo
Björn

Björn Mahler

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to

Johannes Schritz schrieb in Nachricht <6tjii0$eu7$2...@ts-mail.roka.net>...
>>>Wie spricht sie ihn denn aus?
>>
>>Als wenn es "Nestlè" geschrieben würde.
>
>
>NestlÄ?


NestlÜ?
Fragen über Fragen!

Björn

Björn Mahler

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to

Reinhard Gonaus schrieb in Nachricht <35fe34f0...@news.aon.at>...

>On Sun, 13 Sep 1998 14:23:05 +0200, "Michael Pronay"
><pro...@teleweb.at> wrote:
>
>>>Ich glaube, dass die zugegebenermaßen weit verbreitete
>>>Aussprache mit g tatsächlich von gutgesinnten Lehrern
>>>erzeugt wurde, die ihren Schülern bei Diktaten Fehler
>>>ersparen wollten.
>>
>>Glaub' ich, mit Verlaub, nicht. Die Aussprache mit g dürfte
>>imho im gesamten süddeutschen Raum und in Österreich gängig
>>sein. Ein paar wohlmeinende Lehrer können gar keinen so
>>starken Einfluß gehabt haben.
>>
>Ich weiß nicht.
>In der Umgangssprache begegnet mir die "ig" gesprochene Nachsilbe
>nicht grade oft, und in der Ausbildung zum wohlmeinenden Lehrer :-)
>wurde ich seinerzeit belehrt, dass es "-ich" zu heißen habe. Das Fach
>nannte sich Sprecherziehung.

Ja klar... aber wie gesagt gibt es Umgangssprache und ein sog.
Hochdeutsch... und gerade, wenn man in bestimmten Situationen Wert auf den
Inhalt und Rhetorik legt, wie z.B. zu erkennen bei einigen (wenigen?)
Politikern spricht man IMHO "ig" und nicht "ich"... Interessanterweise
scheint es einige Wörter mit Endung "ig" zu geben, die man eher geneigt ist
auch "ig" auszusprechen... wie IMHO König. Kann aber wie schon erwähnt wurde
auch wieder Regional unterschiedlich sein... Können ja mal ne Studie machen
;->>>

>Möglicherweise gibt es ja mehr wohlmeinende Lehrer, als man gemeinhin
>annimmt?

Das wär ja grausam...
BIG TEACHER IS WATCHING OUR LANGUAGE :-)


ciao
Björn

Thomas Portele

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to

Standardlautung ("Hochlautung" gibt's nicht mehr, weil zu
duenkelhaft) ist bei der Endung "ig" immer /IC/. Die Aussprache /IK/
ist eher sueddeutsch, und bei der ersten Festlegung der
Buehnenaussprache Ende des letzten Jahrhunderts durch Siebs
ist explizit die norddeutsche Aussprache als Vorbild gewaehlt
worden (mit einigen Ausnahmen, etwa dem "g" vor anderen Vokalen
als "i" wie in "Tag", was eben /ta:k/ und nicht /ta:x/
zu sprechen ist).

Ciao,

Thomas

Michael Ottenbruch

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
Am Tue, 15 Sep 1998 18:15:46 +0200, schrieb "Björn Mahler"
<mah...@privat.kkf.net>:

> >Genau, deshalb schreib ich es jetzt zum 3. Mal, dafür aber ausführlich:
> >Zitat aus "Etymologisches Wörterbuch des Deutschen":
> >"P o t e n t i a l, n. ortsabhängige Größe zur Beschreibung eines
> >magnetischen bzw. elektrischen Feldes (Gauß 1836/1840), allgemein
> >'Gesamtheit der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten, Wirkungs- und
> >Leistungsfähigkeit', substantiviert aus spätlat. /potentialis/ 'mächtig,
> >wirksam, möglich'."
>
> Was heißt denn Potenz? Leistungsfähigkeit?

In der Medizin unterscheidet man zweierlei:

potentia coeundi ist die Fähigkeit, den Geschlechtsakt auszuüben. Das
ist das, was der allgemeine Sprachgebrauch in diesem Zusammenhang mit
Potenz meint, insbesondere auch das Fehlen bei der Verneinung.

potentia generandi ist die Fähigkeit, beim Geschlechtsakt auch eine
Schwangerschaft herbeizuführen, also die Eigenschaft, die man
umgangssprachlich (hauptsächlich bei der Frau) als "Fruchtbarkeit", bzw.
deren Fehlen man als "Unfruchtbarkeit" bezeichnet.
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: M.Otte...@sailor.ping.de

Dr. Peter Kittel

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
In article <slrn6vom...@schnecke.offl.uni-jena.de> p...@schnecke.offl.uni-jena.de (Frank Klemm) writes:
>On 12 Sep 1998 19:43:00 +0200, Holger Hermannsen <H.HERM...@BUSINESSNET.DE> wrote:
>>Michael Pronay wrote (MSGID 35fa6...@news.telekabel.at):
>>
>>Ich spreche Pentium weiterhin wie Strontium aus und frage mich nur, wie
>>Intel Deutschland auf die Idee kam, es anders aussprechen zu wollen.

>>
>Weiß jemand, wie folgende Worte richtig ausgesprochen werden?
>
> Lithium [t]

Ok, man beachte das h.

> Tritium [t]

M. E. [ts], sonst alles korrekt. Ein Grund, warum ich "Pentsium" für
die korrekte Aussprache halte. Die spinnen, die Marketing-Leute.

> Strontium [ts]

Ok (kein h!).

--
Best Regards, Dr. Peter Kittel // E-Mail:
Private Site in Frankfurt, Germany \X/ peterk @ combo.ganesha.com


Frank Mahler

unread,
Sep 16, 1998, 3:00:00 AM9/16/98
to
Martin Gerdes wrote:
> >Und chice Mode (gesprochen schitze???)
>
> Das Wort heißt "chic" - und wird den romanischen
> Ausspracheregel gemäß mit "k" am Ende gesprochen.
>
> Wir sind es ja, die dem Wort die Endung verpaßt haben.
c vor e oder i wird aber wie z gesprochen, also schitze?

Was ist mit Ceramik (gesprochen zeramik)?



> >Oder Cerealien? Cerealia ist die Göttin der Fruchtbarkeit, heute schon
> >eine Göttin gefrühstückt? Autsch!
>
> Autsch? Stimmt. Du hättest den Zusammenhang wissen können.
>
> "Cerealien" hängt freilich mit "Ceres" zusammen, der
> römischen Göttin für Ackerbau (griechisch Demeter).

Oh? Aha! Mein (alter) Duden sagt:

Cerealien: altrömisches Fest zu Ehren der Ceres (dort: Göttin des
Ackerbaus).
vgl. aber Zerelaie: Getreide, Feldfrucht...

Und DIE ist wohl gemeint und nicht das Fest...

Das mit der Göttin der Fruchtbarkeit habe ich irgendwo anders gelesen
(oder ich bin inzwischen senil geworden, was nicht unbedingt
auszuschließen ist). Sorry.



> Wo wächst denn Deiner Ansicht nach der Hafer für die
> Haferflocken? Und der Mais für die Cornflakes?

Aber mit dem altrömischen Fest zu Ehren der Ceres (heute etwa
Erntedankfest?) hat dieser Müsliriegel (oder was auch immer) nun
wirklich nichts zu tun? Immerhin sind ja auch noch VERSCHIEDENE
Cerealien darin enthalten?!

Gruß,
...Frank

Frank Mahler

unread,
Sep 17, 1998, 3:00:00 AM9/17/98
to
W. Meyer-v. Gagern wrote:

> > c vor e oder i wird aber wie z gesprochen, also schitze?
>

> 'Chic' ist in dieser Schreibform nicht flektierbar (siehe Wörterbuch).
> Das Problem c vor i oder e stellt sich daher nicht. Wenn Du es flektieren
> möchtest, musst Du "schicke Jeans" etc. schreiben.
JA! Ich mokierte doch die FALSCHE Schreibung (chice), die dann schitze
gesprochen werden muß. Darum sollte dieser Fehler eigentlich (aus meiner
Sicht) auftreten, wenn nur jeder wüßte, daß ein c vor e oder i wie z
gesprochen werden muß. Da dem nicht so ist, taucht der falsche Ausdruck
"chice Mode" in der Werbung auf, weil es wahrscheinlich schicker
aussieht, als die korrekt "eingedeutschte" Schreibweise.



> > Was ist mit Ceramik (gesprochen zeramik)?

> Ich würde sagen ein Rechtschreibfehler.
Siehe oben!

> > Das mit der Göttin der Fruchtbarkeit habe ich irgendwo anders gelesen
> > (oder ich bin inzwischen senil geworden, was nicht unbedingt
> > auszuschließen ist). Sorry.

> Wahrscheinlich im Fremdwörter-Duden.
Möglich, habe ich gerade nicht zur Hand.

Gruß,

Ralf Heinrich Arning

unread,
Sep 17, 1998, 3:00:00 AM9/17/98
to

Karl-Heinz Krause wrote:

Nach meinem Langenscheids Taschenwörterbuch Niederländisch und nach
meiner Erinnerung gibt es beides station und statie. Ein /ts/ wird
beidemale nicht angegeben, sonder immer ein scharfes s /s/. Bei station
ist die Lautkombination dann /sj/. schj = /Sj/ habe ich aber auch schon
gehört.

Schert man sich in den angeführten Sprachen darum, wie Caesar oder
Cicero den Namen eines Intelprozessors ausgesprochen hätten?

Ralf

--
Was man bekämpft, das wird man.


Holger Hermannsen

unread,
Sep 18, 1998, 3:00:00 AM9/18/98
to
In article <6ts39p$qan$1...@news01.btx.dtag.de>,

Ralf....@t-online.de (Ralf Heinrich Arning) wrote:
>
>
>Karl-Heinz Krause wrote:
>
>> Am 12. Sep. 1998 schrieb Holger Hermannsen
>> (H.HERM...@BUSINESSNET.DE):
>>
>> > lat. statio[nis] [ti]? engl. station [sch]
>> > frz. station [sj] ndl. station [schj]
>> ^^^^^^^
>> Im Niederländischen (ich nehme einmal an, die Abkürzung "ndl." steht
>> dafür) heißt es "statie", Ausspache etwa /'sta:tsi:/.
>
>Nach meinem Langenscheids Taschenwörterbuch Niederländisch und nach
>meiner Erinnerung gibt es beides station und statie. Ein /ts/ wird
>beidemale nicht angegeben, sonder immer ein scharfes s /s/. Bei station
>ist die Lautkombination dann /sj/. schj = /Sj/ habe ich aber auch schon
>gehört.

Ja, im Langenscheidt stehen allerlei seltsame Sachen.

"De statie" sagt man z. B. in Maastricht und meint damit den lokalen
Hauptbahnhof. Ansonsten denkt man dabei eher an die Stationen auf dem
Kreuzweg. Bei "het station" (man beachte auch den Genuswechsel) wird
die Kombination s+j von den meisten Niederländern mehr oder weniger stark
assimiliert, so daß daraus etwa das wird, was ich versucht habe anzugeben.
Das "sch" ist dem Laut in frz. "chiffre" ähnlicher als in deutsch "Schiff",
weil es ohne Lippenrundung gesprochen wird. Die nicht-assimilierte Aus-
sprache hört man wohl eher bei Sprechern, die auch sonst ein reines
deutsches Bühnen-s sprechen (niet slissend). Ein weites Feld...

Gruß
Holger

Jochen Messner

unread,
Sep 18, 1998, 3:00:00 AM9/18/98
to
Thomas Keller wrote:
>
> Christian Weisgerber wrote in message <6tld91$e2h$1...@mips.rhein-neckar.de>...
> >In article <35fda...@hebel.rol3.com>,
> >Thomas Keller <tkho...@hotmail.com> wrote:
> >
> >> Bei uns heisst besagte Endung in korrektem
> >> Standarddeutsch gesprochen /ig/, nicht /ich/.
> > ^
> >Wirklich?
>
> Ja :-)
>
> Ich sage beispielsweise "heftig", nicht "heftich".
>

Man betrachte zu diesem Thema auch folgenden Paragraphen der
Rechtschreibreform:
>
Zitat:
§ 24: Für den Laut [ç] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen
am Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden.


Das betrifft Wörter wie:
ewig, Ewigkeit (wegen ewige), gläubig (wegen gläubige); aber unglaublich
(wegen unglaubliche); heilig, Käfig, ruhig

E: In einigen Sprachlandschaften wird -ig mit [k] gesprochen; dann gilt
§ 23.
>

Da es sich um eine Rechtschreibregel fuers Hochdeutsche handelt, scheint
die Aussprache mit [k] durchaus im Hochdeutschen moeglich zu sein. Nicht
erwaehnt, wird aber die [ç]-Aussprache in Woertern wie "Weg".
Offensichtlich wird eine solche Aussprache nicht als hochdeutsch
angesehen.

Interessant ist uebrigens, dass je nach Aussprache unterschiedliche
Rechtschreibregeln gelten.


Gruss,
Jochen

Ralf Heinrich Arning

unread,
Sep 18, 1998, 3:00:00 AM9/18/98
to

Holger Hermannsen wrote:

> "De statie" sagt man z. B. in Maastricht und meint damit den lokalen
> Hauptbahnhof. Ansonsten denkt man dabei eher an die Stationen auf dem
> Kreuzweg. Bei "het station" (man beachte auch den Genuswechsel) wird
> die Kombination s+j von den meisten Niederländern mehr oder weniger stark
> assimiliert, so daß daraus etwa das wird, was ich versucht habe anzugeben.
> Das "sch" ist dem Laut in frz. "chiffre" ähnlicher als in deutsch "Schiff",
> weil es ohne Lippenrundung gesprochen wird. Die nicht-assimilierte Aus-
> sprache hört man wohl eher bei Sprechern, die auch sonst ein reines
> deutsches Bühnen-s sprechen (niet slissend). Ein weites Feld...

Gut beschrieben. Regionale Varianten sind sicher auch nich ins Kalkül zu
ziehen.Wenn Du so nah dran bist: Wie wird dort Pentium ausgesprochen?

Manfred Russ

unread,
Sep 19, 1998, 3:00:00 AM9/19/98
to
Am Sat, 12 Sep 1998 12:46:22 +0200 schrieb Björn Mahler:

> >Potential -> gesprochen: Potenzial
>
> Das war ja jetzt nun vollkommener Schwachsinn!!!
> Potential bzw. Potenzial kommt von dem schönen Wort Potenz!
<schnipp>
> Oh mann!
>
> >Daher darf man nach der neuen Rechtschreibung "Potenzial" schreiben.
>
> Nein, daher nun gerade nich!
>
> >Bitte schreibe der Fa. Intel, daß sie künftig ihren Prozessor in
> >Deutschland "Penzium" nennen. Danke.
>
> Nein Danke!
> Anscheinend besitzen Deutsche die Potenz anderer Leut Sprechweise zu
> adaptieren!
<schnapp>

Hallo Björn,

Dein Ironie-Detektor scheint kaputt, schau doch bitte mal nach.

Ruhig bleiben, einen Cognac trinken oder eine Tasse Darjeeling,
Risheehat, 2nd flush, und Arnos Artikel nochmal lesen. Durch die
Brille literarischer Uneigentlichkeit. (Oder so ähnlich.)


Manfred

PS: das fügt sich IMO in die Tendenz, daß (Marken-)Artikel so zu
schreiben seien, wie man diese (vermeintlich?) ausspricht:
Michelin, Bresso, Sunkist, ... - aber das hatten wir ja schon.

PPS Subject leicht abgeändert, da mein Newsdings keine Header
codieren kann.

Manfred Russ

unread,
Sep 19, 1998, 3:00:00 AM9/19/98
to
Am Sun, 13 Sep 1998 20:02:01 +0200 schrieb W. Meyer-v. Gagern:

> > >Markenname ist keine Begründung. Selbst die Firma Nestlé spricht ihren
> > >Namen in Deutschland "falsch" aus.


> > >
> > Wie spricht sie ihn denn aus?
>

> Korrekt wäre etwa 'Nestlee' wegen des Accents auf dem 'e'. In Deutschland
> wird "Nestlé" von der Firma selbst aber i.d.R 'Nestle' mit kurzem 'e'
> ausgesprochen, so z.B. in der Fernsehwerbung.

Das halte ich nun für durchaus richtig.
Es gibt eine Reihe von Namen im französischen Sprachraum, die
(süd)deutscher Herkunft* sind. Der accent aigu wird (ein bissel
IMO)
dann gesetzt, wenn das 'e' in der französischen Aussprache unter
den Tisch zu fallen droht.

Widerspruch?


*Nestle ist ein in Süddeutschland, insbesondere in der Gegend, in
der ich geboren bin, heftig verbreiteter Name.


manfred
--
"Je mehr ich drüber nachdenke, desto
definitiv stehe ich nicht zur Verfügung."
F. Beckenbauer am 16.9.98 in RTL.

Holger Hermannsen

unread,
Sep 19, 1998, 3:00:00 AM9/19/98
to
In article <6tuqtp$ra3$1...@news00.btx.dtag.de>,

Ralf....@t-online.de (Ralf Heinrich Arning) wrote:
>
>Holger Hermannsen wrote:
>
>> "De statie" sagt man z. B. in Maastricht und meint damit den lokalen
>> Hauptbahnhof. Ansonsten denkt man dabei eher an die Stationen auf dem

[schnipp]

>Gut beschrieben. Regionale Varianten sind sicher auch nich ins Kalkül zu
>ziehen.Wenn Du so nah dran bist: Wie wird dort Pentium ausgesprochen?
>

Wie in "politie", also scharfes "s". Daneben gibt es natürlich
immer diejenigen, die es amerikanisch aussprechen. Die sind aber
deutlich in der Minderheit.

Ciao
Holger

Christian Schulz

unread,
Sep 22, 1998, 3:00:00 AM9/22/98
to
On Fri, 18 Sep 1998 17:13:53 +0200 Jochen Messner schrieb/wrote:

> Man betrachte zu diesem Thema auch folgenden Paragraphen der
> Rechtschreibreform:
>>
> Zitat:
> § 24: Für den Laut [ç] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen
> am Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden.
>
>
> Das betrifft Wörter wie:
> ewig, Ewigkeit (wegen ewige), gläubig (wegen gläubige); aber unglaublich
> (wegen unglaubliche); heilig, Käfig, ruhig

[...]

> Nicht erwaehnt, wird aber die [ç]-Aussprache in Woertern wie "Weg".
> Offensichtlich wird eine solche Aussprache nicht als hochdeutsch
> angesehen.

Ich glaube nicht, dass man das aus dem Par. 24 schliessen kann;
immerhin wird dort nur vom [c,]-Laut gesprochen. Sind die Beispiele
Bestandteile des Zitats? Wegen "Wege" (Pl. von "Weg" [ve:c,]) wuerde
dies m.E. ebenfalls unter diese Regel fallen.

--
Christian Schulz IRC: Zampel zam...@bartali.wupper.de
URL: http://numerik.fernuni-hagen.de/~schulz/
******* ******** *******
Das maennliche Ergebnis siegt immer! - Slegde Hammer

Thomas Portele

unread,
Sep 22, 1998, 3:00:00 AM9/22/98
to
Christian Schulz schrieb in de.etc.sprache.deutsch:

>On Fri, 18 Sep 1998 17:13:53 +0200 Jochen Messner schrieb/wrote:
>
>
>> Nicht erwaehnt, wird aber die [ç]-Aussprache in Woertern wie "Weg".
>> Offensichtlich wird eine solche Aussprache nicht als hochdeutsch
>> angesehen.

Stimmt. Laut Ausspracheduden (und auch laut dem Hallenser
Woerterbuch der deutschen Aussprache) entspricht
das nicht der Standardaussprache.

>Ich glaube nicht, dass man das aus dem Par. 24 schliessen kann;
>immerhin wird dort nur vom [c,]-Laut gesprochen. Sind die Beispiele
>Bestandteile des Zitats? Wegen "Wege" (Pl. von "Weg" [ve:c,]) wuerde
>dies m.E. ebenfalls unter diese Regel fallen.

Die Standardaussprache von "Weg" ist [ve:k]. Der Duden sagt:

g
[...]
Man spricht [k]:
a) am Wortende:
folg![fOlk], lag[la:k], weg[vEk], Weg[ve:k]

Ciao,

Thomas

--
Thomas Portele por...@uni-bonn.de http://www.uni-bonn.de/~tpo
Institut fuer Kommunikationsforschung und Phonetik, Universitaet Bonn


Jochen Messner

unread,
Sep 24, 1998, 3:00:00 AM9/24/98
to
Christian Schulz wrote:
>
> On Fri, 18 Sep 1998 17:13:53 +0200 Jochen Messner schrieb/wrote:
>
> > Man betrachte zu diesem Thema auch folgenden Paragraphen der
> > Rechtschreibreform:
> >>
> > Zitat:
> > § 24: Für den Laut [ç] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen
> > am Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden.
> >
> >
> > Das betrifft Wörter wie:
> > ewig, Ewigkeit (wegen ewige), gläubig (wegen gläubige); aber unglaublich
> > (wegen unglaubliche); heilig, Käfig, ruhig
>
> [...]
>
> > Nicht erwaehnt, wird aber die [ç]-Aussprache in Woertern wie "Weg".
> > Offensichtlich wird eine solche Aussprache nicht als hochdeutsch
> > angesehen.
>
> Ich glaube nicht, dass man das aus dem Par. 24 schliessen kann;
> immerhin wird dort nur vom [c,]-Laut gesprochen. Sind die Beispiele
> Bestandteile des Zitats? Wegen "Wege" (Pl. von "Weg" [ve:c,]) wuerde
> dies m.E. ebenfalls unter diese Regel fallen.
>

Ja, die Beispiele sind Bestanteil des Regelwerks. Insbesondere lautet
die Ueberschrift ueber die Paragraphen 23 und 24:

Auslautverhärtung und Wortausgang -ig,

weshalb ich meiner Folgerung ziemlich sicher bin. Ich gebe zu, die
Formulierung in Paragraph 24 ist fuer eine Neubewertung offen. Nur
Ueberschrift und Beispiele muessten ergaenzt werden.

(siehe auch http://www.ids-mannheim.de/grammis/reform/a2-2.html)

Gruss,
Jochen

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