(Edith Hallwass, Deutsch für kluge Köpfe)
In gewisser Weise lebt das Usenet zwar davon, daß alles
periodisch wiedergekäut wird, aber wer eine Gruppe über
längere Zeit verfolgt, freut sich doch über ein wenig
Variation hin und wieder. Wer also in de.etc.sprache.deutsch
ein bereits ausgelutschtes Thema aufwärmen will, sollte
daher wenigstens einen neuen Gedanken beisteuern. Diese
Liste häufig gestellter Fragen und Antworten soll bei der
Auswahl helfen.
- Wie lautet die Charta dieser Gruppe?
»Die Gruppe de.etc.sprache.deutsch dient als Forum für
Themen, die die deutsche Sprache betreffen. Dies umfaßt
Fragen und Antworten zu Grammatik und Rechtschreibung,
schließt aber auch kontroversere Themen wie Übersetzungen,
Sprachgebrauch, Stil und Reformmöglichkeiten nicht aus.
Vorbild ist die Gruppe »alt.usage.english«. Ein gelegent-
licher Blick in Veröffentlichungen des Bibliographischen
Instituts wird empfohlen. Englischsprachige Artikel sind
aufgrund des Fehlens eines internationalen Äquivalents
willkommen. Bedingt durch das Thema ist die Verwendung von
Umlauten etc. in durch RFCs sanktionierten Kodierungen
ausdrücklich erwünscht.«
Anläßlich der Rechtschreibreform sollte über eine
Anpassung des BI-Bezugs im vierten Satz nachgedacht
werden.
- Sollte man nicht IBMs Kodeseite 437 verwenden oder -
besser noch - Umlaute umschreiben?
Falsches Forum. Dieses Thema bitte in de.comp.standards
diskutieren. Dort gibt es auch eine liebevoll
zusammengestellte FAQL hierzu.
- Wie begründete sich vor der Rechtschreibreform (also bis
zur 20. Auflage) der Anspruch des (West-)Dudens,
»maßgebend in allen Zweifelsfällen« zu sein?
Ein Beschluß der Ständigen Konferenz der Kultusminister
der Länder erklärte die während der 2. Orthographischen
Konferenz von 1901 in Berlin festgelegten Schreibweisen
und Regeln zur Grundlage für den Unterricht in allen
Schulen (siehe Bundesanzeiger vom 1955-12-15).
- Wie umschreibt man bei fehlenden deutschen Sonderzeichen
das Eszett (das »scharfe S«)?
Durch ein nicht trennbares »ss«. (Mit der Reform wird ein
solches Ersatz-»ss« trennbar: »bei-ßen«, »beis-sen«.)
Stoßen dabei drei »s« aufeinander, darf keines ausgelassen
werden (»Fusssohle«); dies gilt auch in der Schweiz, wo
das Eszett generell ersetzt werden kann und üblicherweise
auch wird. Die Umschreibung durch »SZ« ist laut Duden nur
bei völliger Großschreibung zulässig und auch nur dann,
wenn die Schreibweise mit »SS« zu Mißverständnissen führen
könnte (klassische Beispiele: »Busse« und »Buße«, »Masse«
und »Maße«). Es wird aber wohl niemand ernsthaft etwas
gegen die Übertragung dieser Regel auf die normale
Schreibweise (also auch ohne durchgängige Verwendung von
Majuskeln) einwenden können, wenn dem Schreiber kein
Eszett zur Verfügung steht und anderenfalls die Gefahr
eines Mißverständnisses bestünde. Eine durchgängige
Verwendung von »sz« für »ß« wird jedoch offensichtlich von
den meisten abgelehnt. (»SZ« für »ß« war übrigens einmal
bei Großschreibung die Regel, selbst wenn keine
Verwechslung drohte.)
Mit der Rechtschreibreform steht Eszett nur noch nach
langem Vokal oder Diphthong; insbesondere schreibt man
statt »daß« dann »dass«. Dies entspricht der - bis zur
Reform von 1901 - in Österreich seit 1876 üblichen
Schreibweise. Laut § 25 E3 der amtlichen Regelung steht
bei der Verwendung von Großbuchstaben generell »SS« für
»ß«.
- Hat sich die Eszett-Ligatur aus »s+s« oder »s+z« (das
erste »s« dabei »lang«, Unicode 0x017F) entwickelt?
Die Frage ist wohl falsch gestellt; der folgende Auszug
aus dem Grimmschen Wörterbuch (Band 14, Spalten 1573 ff.)
soll dies verdeutlichen helfen. Das Zeichen, das wie ein
geschwänztes »z« aussieht (möglicherweise Unicode 0x0292)
wird dabei durch das Zeichen »3« wiedergegeben.
| 3) [...] die gemination dieses alten »s«, jetzt im
| auslaute gewöhnlich »sz« geschrieben (vgl. unten 4), ist
| die folge schon im urgermanischen erfolgter assimilation
| aus vorgermanischem »t« und »s« oder »t« und »t«, in
| »kusz«, gen. »kusses«, »rosz«, gen. »rosses«, »küssen«,
| »missen«, »esse«, »gewisz«, gen. »gewisses«, in einer
| kleinen anzahl einheimischer wörter erhalten.
|
| 4) verwirrung ist in das verhältnis des in- und
| auslautenden »s« durch den eingriff eines alten
| hochdeutschen z-lautes gekommen, und zwar jener stufe
| desselben, die im in- und auslaute infolge der zweiten
| lautverschiebung an stelle eines alten einfachen »t«
| entstanden und von einer dem »s« ähnlichen, scharfen
| aussprache war. diesen laut bezeichnete die alte schrift
| schwankend und vielfach ungenau, oft nicht anders als
| die anders ausgesprochene stufe des »z« im anlaute und
| in- und auslautend, wenn sie an stelle eines »tt«
| getreten; oft hob sie ihn von der letzteren stufe des
| »z« wenigstens im in- und auslaute dadurch ab, dasz sie
| diese durch »tz« bezeichnete (»heizen«, »hiez« gegen
| »sitz«, »witze«, »antlutze«); den scharfen s-ähnlichen
| laut strebte man durch verdoppelung des »z« namentlich
| im inlaute nach kurzem vocale anzudeuten (»wa33er«,
| »verme33en«, »wi33en«, »beslo33en«); der heutige in
| fachschriften durchgeführte zeichenunterschied zwischen
| »z« = »tz« und »3« für den s-ähnlichen laut rührt erst
| von J. Grimm her. im ahd. hatte die übersetzung Isidors
| die verschiedene aussprache zu bezeichnen gestrebt,
| indem sie »3« durch »zs« und »zss«, »z« auszer im
| anlaute durch »tz« gab. an diese bezeichnung knüpft das
| 14. jh. wieder an, wenn es die schreibung »sz« für »3«
| aufbringt (als eines »z«, das wie »s« ausgesprochen
| werden soll), eine schreibung, die sich erhalten hat und
| woraus die spätere und heutige ligatur in der sog.
| deutschen schreib- und druckschrift mit dem namen es-zet
| entstanden ist. aber auch diese bezeichnung wurde nicht
| allgemein, da viele handschriften und spätere drucke für
| »sz« ein ungenaues »ss« verwendeten. selbst einfaches
| »s« für jenes »3« kam auf; schon im ahd. in einigen
| beispielen des auslautes, ein beweis, wie frühe die
| anfänge der geschilderten verwirrung zurückgehen; mehr
| im mhd., wo auch der inlaut ergriffen wird. die
| schreibung des einfaches »s« für »3« zeugt für aufhebung
| des unterschiedes in der aussprache beider laute
| wenigstens für das gehör des schreibenden; diese
| aufhebung reicht in verschiedener weise weithin.
| zunächst gibt es im nhd. eine reihe von fällen, wo
| allgemein jenes alte »3« in sanftes »s« übergetreten
| ist: »ameise«, mhd. »amei3e«, »bims-stein«, mhd. »bim3«,
| »binse«, mhd. »bine3«, »emsig«, mhd. »eme3ig«, »em3ig«,
| »erbse«, mhd. »arewei3«, »erewei3«, »feist«, mhd.
| »vei3et«, »vei3t«, »gemse«, ahd. »gami3a«, mhd. »gam3«,
| »kreis«, »kreisen«, mhd. »krei3«, »krei3en«, »krebs«
| mhd. »krebe3«, »krebe3e«, »los« (sors), »losen«, mhd.
| »lô3«, »lô3en«, »mause«, »mausern«, mhd. »mû3en«,
| »verweis«, »verweisen« (tadeln), mhd. »verwî3«,
| »verwî3en«; dazu in allen endungen des nom. acc. sing.
| des adjectivs und des pronomens (»gutes«, »böses«,
| »armes«, »solches«, »welches« u. s. w., mhd. »guote3«,
| »boese3«, »arme3«, »solhe3«, »welche3«), und in den
| einsilbigen pronominal- und adverbialformen »es«, »das«,
| »was«, »aus«, mhd. »e3«, »da3«, »wa3«, »û3«; »bis« und
| das häufig geschriebene »dies« (neben »diesz«) haben
| mhd. »bitz«, »ditz«, aber auch schon »bi3«, »di3« zur
| seite; von dem pronomen »das« unterscheiden wir, zum
| theil schon seit dem 16. jahrh., nur in der schreibung,
| nicht in der aussprache, die conjunction »dasz«, beide
| ahd. mhd. »da3«. schwankende schreibung herrschte bis
| auf die heutige zeit in worten wie »blos« und »blosz«,
| »gries« und »griesz«, älter auch »klos« und »klosz«,
| »maas« und »maasz«, »schoos« und »schoosz«, in denen
| allen »sz« als vertreter des mhd. »3« berechtigt ist.
| abgesehen von diesem übergriffe des »s« in den
| ursprünglichen z-laut sind auch die verhältnisse sonst
| im in- und auslaute verworren. zunächst ist wol, was den
| inlaut betrifft, in der schrift einfaches echtes »s« von
| dem aus »3« entstandenen unterschieden, nicht aber
| überall in der aussprache, und wie Gottsched für das
| erfassen des unterschiedes ausdrücklich ein gutes ohr
| verlangt: »das höret aber ein gutes ohr, wenn rasen und
| spaszen, blasen und straszen, reisen und reiszen, weisen
| und weiszen, losen und stoszen, hosen und groszen,
| gleich hintereinander gesprochen werden.« deutsche
| sprachkunst (1762) 87, so fallen in Süd- und in groszen
| theilen von Mitteldeutschland worte wie »reisen« und
| »reiszen«, »niesen« und »genieszen« der aussprache nach
| thatsächlich ganz zusammen, so dasz gespottet werden
| kann:
|
| wenn jemand schoosze reimt auf rose,
| auf menschen wünschen, und in prose
| und versen schillert, freunde, wiszt,
| dasz seine heimat Schwaben ist.
|
| A. W. Schlegel in Wackernagels leseb.
|
| ein altes echtes doppel-s (vgl. oben 3) kann nicht in
| der aussprache, und auch nicht in der schreibung mehr
| von einem aus »33« entstandenen unterschieden werden, da
| nach einer langen periode des schwankens seit dem 18.
| jahrh. die schreibregel platz gegriffen hat, dasz,
| gleichgiltig welche abstammung das wort habe, im inlaute
| nach kurzem vocale »ss«, nach langem »sz« zu setzen sei:
| demnach fallen die entsprechenden laute in »esse«
| (ustrina) und »er esse« (edat), »masse« (massa) und »dem
| fasse«, »missen« (carere) und »gebissen« (morsus)
| zusammen. für den auslaut hat sich in allen fällen, in
| denen nicht einfaches »s« mit seinem weicheren, hier
| noch meist gehörten laute etymologisch berechtigt (oben
| 3) oder in denen es nicht später eingedrungen ist (vgl.
| vorher), »sz« ergeben, sowol nach kurzem als nach langem
| vocal, nicht nur als vertreter von mhd. »3« (»hasz«,
| »bisz«, »weisz«, »grosz«, »schusz«, »fusz« u. s. w.),
| sondern auch in dem falle, wo echtes doppel-s in den
| auslaut tritt (»kusz«, »rosz«, »misz-«, »gewisz«), da
| »ss« am ende eines wortes nicht beliebt ist und
| einbürgerungsversuche neuerer sprachlehrer keinen erfolg
| gehabt haben. nur die nachsilbe »-nis«, dem mhd.
| »-nusse«, »-nüsse«, »-nisse« entsprechend, hat ihren
| auslaut vereinfacht, soweit nicht auch hier »-nisz«
| geschrieben wird; nach ihrem vorbilde sind heute
| behandelt »kürbis«, mhd. »kürbe3« und »hornis«,
| nebenform zu »hornisse«, mhd. »hornu3«, mit dem plur.
| »kürbisse«, »hornissen«. diese regelung der schreibung,
| die der abstammung keine, aber der aussprache doch meist
| rechnung trägt, hat sich seit dem 18. jahrh. an stelle
| früherer jahrhunderte lang dauernden wilden
| schreibgebrauches ergeben, der im in- und auslaute »s«,
| »ss« und »sz« oft regellos durcheinander warf. als
| nachzügler dieser regellosigkeit hat sich bis ins 18.
| jh. hinein die schreibung »weis« für »weisz« (scio)
| erhalten, während das im 16. und noch im 17. jahrh. viel
| gebrauchte »mus« für »musz« (debeo) früher untergegangen
| ist. eine noch jetzt wuchernde schreibung »deszhalb«,
| »deszwegen«, »indesz«, »weszwegen« statt »deshalb«,
| »deswegen«, »indes«, »weswegen« scheint der letzte rest
| des angeführten schreibgebrauchs zu sein.
|
| 5) schreib- und druckschrift brauchen für »s« zwei
| zeichen, ein langes für an- und inlaut, und ein rundes
| (schlusz-s) für den auslaut eines wortes oder einer
| silbe. die sogenannte lateinische oder rundschrift hat
| indes seit den ersten jahrzehnten dieses jahrhunderts, unter
| dem einflusz der französischen und englischen
| druckereien angefangen, das lange »s« zu gunsten des
| runden zu beseitigen; jetzt ist dieses runde »s« an
| jeglicher stelle des wortes so eingebürgert, dasz
| versuche, das alte verhältnis wieder herzustellen,
| völlig gescheitert sind. auch für den doppellaut und die
| ligatur »sz« (vgl. oben 4) setzt ein weitverbreiteter
| gebrauch in der rundschrift »ss«, wogegen in einer
| minderzahl von schriften »ss« und »sz«, die auflösung
| der ligatur, nach den regeln der heutigen
| rechtschreibung unterschieden angewendet werden.
Noch ein Zitat aus dem Ost-Duden von 1990 (langes
Fraktur-s durch »[« wiedergegeben):
| Die Schreibform, die in der älteren handgeschriebenen
| lateinischen Schrift für »ß« üblich war, stellt eine
| Verbindung des langen [ mit dem Schluß-s der deutschen
| Schrift dar. Das [ ist also kein »h« der deutschen
| Schrift; »ß« ist daher nie als »hs« zu schreiben.
- Wie werden Wörter mit Umlauten sortiert?
DIN 5007 schreibt die Einordnung von Umlauten unter ihren
Umschreibungen mit »e« vor. Das ist - insbesondere wenn
man berücksichtigt, daß die Umlautpunkte trotz ihrer
Herkunft ja nur ein diakritisches Zeichen unter vielen
sind - natürlich wenig sinnvoll, weshalb erwartungsgemäß
auch nur noch die Telekom dieses Verfahren in ihren
Telefonbüchern (und manche Adreßverlage in Adreßbüchern)
mit dem schwachen Argument verteidigt, man könne auf diese
Weise Einträge, über deren Schreibweise man sich nicht im
klaren sei (»Müller« oder »Mueller«?), leichter auffinden.
Wohl wahr, aber nicht sehr konsequent, denn die Namen
Maier, Mair, Majer, Mayer, Mayr, Meier und Meyer sind ja
auch nicht alle an gemeinsamer Stelle aufgeführt. Ein
Tropfen auf den heißen Stein auf Kosten der Konsequenz
also.
Wörterbücher und Lexika sortieren Umlaute - wie vom Duden
empfohlen - als Variation des Grundbuchstabens. Das ist -
gerade wenn neben Umlauten auch Buchstaben mit Akzenten
vorkommen - wesentlich konsistenter und intuitiver.
- Typographie:
In Anlehnung an DIN 5008 empfiehlt der Duden in seinen
»Hinweisen für das Maschinenschreiben«, daß nach
Abkürzungen ein Leerschritt folge. »Dies gilt auch für
mehrere aufeinander folgende Wörter, die jeweils mit einem
Punkt abgekürzt sind.« Daher: »z. B.«, »u. a. m.«.
Aus den »Richtlinien für den Schriftsatz« (also beim
Arbeiten mit Proportionalschriften): »Bei mehrgliedrigen
Abkürzungen wird zwischen den einzelnen Gliedern nach dem
Punkt ein kleinerer Zwischenraum gesetzt.«
Manche empfinden jedoch speziell bei Verwendung von
Äquidistantschriften mehrgliedrige Abkürzungen _ohne_
Leerzeichen als leichter lesbar. Geschmackssache ...
(Und da wir schon beim Thema Leerzeichen sind: _Vor_
Satzzeichen - einschließlich Punkt, Komma, Semikolon,
Doppelpunkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen - steht
_kein_ Leerzeichen.)
- Bindestriche:
Auch wenn es »Albert Einstein« (ohne Bindestrich) heißt,
so muß es doch »Albert-Einstein-Gymnasium« heißen (siehe
Duden, Band 1, R 28). (»Von-Neumann-Rechner« schreibt sich
übrigens mit großem »V«; siehe Duden, Band 1, R 51.)
(Nein, Thomas; ein Bindestrich wird nicht beidseitig mit
Leerzeichen abgesetzt; das wäre ein Gedankenstrich.)
- Fugenzeichen:
Nein, es existiert kein universell gültiges System. Nein,
es besteht auch nicht notwendigerweise ein Zusammenhang
mit dem Genitiv. Weitere Informationen hierzu finden sich
beispielsweise im Grammatik-Duden (Band 4) oder in Band 9
der Duden-Reihe unter »Fugenzeichen«.
- Stilfiguren:
- Hendiadyoin (grch. »eins durch zwei«): Bezeichnung eines
Begriffs durch zwei nebengeordnete Substantive (»Hab und
Gut« für »Besitz«).
- Oxymoron: Verbindung zweier sich widersprechender
Begriffe: »weißer Rappe«, »alter Junge«, »nützlicher
CrossPoint-Footer«, »einsichtiger d.a.n.a-Moderator«.
- Pleonasmus: Die Verwendung des Bezugsworts mit einem für
es charakteristischen Merkmal (im Unterschied zur
Tautologie unterschiedlicher Wortart): »weißer
Schimmel«, »runder Kreis«, »neu renovieren«,
»zusammenaddieren«.
- Tautologie: In der Logik: wenn etwas aus sich selbst
erklärt wird (Zirkelschluß, »eine Tautologie ist eine
Sache, die tautologisch ist«); in der Stilistik: die
Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter
Wörter der gleichen Wortart (»immer und ewig«, »einzig
und allein«, »bereits schon«).
- Welche Wörter enden auf »nf«?
fünf, Genf, Hanf, Senf, Sernf.
(Details in der 21. Auflage des Dudens oder in jedem guten
Atlas.)
- Was ist eine »Untiefe«?
»Untiefe« kann sowohl eine große Tiefe als auch eine
seichte (flache) Stelle (speziell in einem Gewässer)
bezeichnen. Wahrscheinlich hing die Verwendung
ursprünglich vom Umfeld ab: Für einen Seefahrer gibt es
wenig Grund, außergewöhnlich tiefe Stellen eigens
auszuzeichnen, da diese keinen Einfluß auf das
Funktionieren des Schiffs haben; seichte Stelle hingegen
bergen die Gefahr des Auflaufens. Die Vorsilbe »Un-«
fungiert hier also als Verneinungsvorsilbe, ihre ältere
Bedeutung. Für den Landbewohner hingegen dient das »Un-«
in »Untiefe« der Verstärkung (wie beispielsweise auch in
»Unmenge«), da für ihn von besonders großer Tiefe eine
besonders große Gefahr ausgeht; seichte Stellen an Land
finden meist weniger Beachtung.
- Vielfache, Relationen
Größenverhältnisse und -änderungen werden oft als
Relationen angegeben. Nicht verwechselt werden sollten
dabei »x-mal so [Positiv]« und »x-mal [Komparativ]«. So
bezeichnet »x-mal länger« dasselbe Verhältnis wie
»(x+1)-mal so lang«. Beispiele:
- »Peter verschickt 150 Mail-Bomben.«
(150)
- »Christian verschickt fünfmal soviel wie Peter.«
(150 × 5 = 750)
- »Georg verschickt neunzehnmal mehr als Peter.«
(150 + 150 × 19 = 3000)
Ähnliches gilt für »um« und »auf«. Die beiden folgenden
Sätze bezeichnen die gleiche Steigerung:
- »Die Menge der Werbe-Footer im Netz ist um 50 Prozent
gestiegen.« (= die Hälfte zum Bezugswert hinzu)
- »Die Menge der Werbe-Footer im Netz ist auf 150 Prozent
gestiegen.« (= das Anderthalbfache des Bezugswerts)
Der Bezugswert, auf den sich die Relation bezieht, muß
nicht notwendigerweise identisch mit dem Wert sein, zu dem
addiert oder von dem subtrahiert wird, speziell bei »x-mal
weniger«, da man anderenfalls mit »einmal weniger« bereits
auf null käme und es danach im Negativen weiterginge:
- »Arno verfolgt 2000 Newsgroups.«
(2000)
- »Doc liest dreimal weniger.«
(2000 - 2000 × 3 = -4000 => unsinnig;
sollte wohl »dreimal mehr«, also 8000, heißen)
- »Ullrich manipulierte ein Dutzend Path-Zeilen.«
(12)
- »Olaf manipulierte ein Viertel weniger.«
(12 - 12/4 = 9)
- »Oliver manipulierte [noch] zweimal weniger als Olaf
[weniger als Ullrich manipulierte]«.
(12 - 12/4 - 12/4 × 2 = 3)
Dem Verständnis sind solche Formulierungen sicherlich
nicht immer zuträglich. Noch verwirrender wird es mit
»x-mal so wenig« und ähnlichen Ausdrücken; hier scheint
kein Konsens zu bestehen, ob dies mit »(x-1)-mal weniger«,
»1/x-mal soviel« oder etwas ganz anderem gleichzusetzen
ist.
- Welche Verben können mit einem doppelten Akkusativ stehen?
- abfragen/abhören (»Der Lehrer fragt/hört die Schüler die
Vokabeln ab.«)
- kosten (»Das kostet mich nur ein müdes Lächeln.«)
- lehren (»Dich will ich Mores lehren!«)
- Wie heißen die Steigerungsformen des Adjektivs?
Positiv, Komparativ, Superlativ, Hyperlativ.
- »Hyperlativ«? Was soll denn _das_ sein?
»einzigste«, »optimalste«, »meistverkaufteste« ... sehr
populär in der Werbebranche. Dem Vernehmen nach ist eine
Dummdeutsch-FAQL für de.etc.sprache.deutsch in Arbeit.
- Wenn »satt« der Gegensatz zu »hungrig« ist, wie lautet
dann der Gegensatz von »durstig«?
undurstig.
- Das klingt aber sehr schwach. Es soll doch Sprachen geben,
in denen ein solches Wort existiert, oder?
Es existiert im Englischen das etwas formelle Wort
»sated«, das auf Hunger und Durst angewandt werden kann.
Ein ähnlicher Standpunkt wird übrigens auch bezüglich des
deutschen Worts »satt« vertreten.
Zuverlässig erscheinenden Aussagen von
de.etc.sprache.deutsch-Teilnehmern zufolge wird der
Gegensatz zu »durstig« im Esperanto und im Griechischen
auch nur durch eine Vorsilbe entsprechend dem deutschen
»un-« gebildet - wenngleich diese Formen möglicherweise
gebräuchlicher sind als das deutsche »undurstig«.
Kommentar von Stephan Grossien:
| Tiere /saufen/ und sind dann /getränkt/ .
|
| Menschen /trinken/ und sind dann ... /besoffen/ .
|
| Da soll noch einer klarkommen! ;-)
- Genus: Heißt es ...
- ... »der« oder »das Modem«?
Nach der Herkunft »modulator/demodulator« eigentlich
»der Modem«, wenngleich die Mehrheit »das Modem« (mit
Betonung auf der ersten Silbe, entsprechend »Tandem«) zu
bevorzugen scheint, so auch der »Wahrig«, der die
Betonung aber auf die letzte Silbe legt; entsprechend
lautet dort der Plural »Modeme«; »Modems« ist aber wohl
gebräuchlicher.
- ... »der« oder »das Modul«?
Im Sinne von »Komponente eines Gesamtsystems« heißt es
»das Modul« (Plural: die Module). »Der Modul« (Plural:
die Moduln) wird in Mathematik und Physik verwendet und
hat eine gänzlich andere Bedeutung.
- ... »der« oder »das ROM«?
»der ROM« - möglicherweise ohnehin nur auf ein
implizites »-Baustein« oder »-Chip« bezogen - scheint im
Aussterben begriffen; der Duden verzeichnet nur »das«.
Da das Genus eines zusammengesetzten Substantivs durch
den letzten Bestandteil bestimmt wird (Ortsnamen bilden
hier eine Ausnahme), muß es entsprechend »das CD-ROM«
heißen, selbst wenn es »die CD« ist. Dies scheint der
Aufmerksamkeit der Duden-Redaktion entgangen zu sein.
»die ROM-CD« wäre zwar ungewöhnlich, aber akzeptabel.
| Gelesen wird das CD-ROM genau wie die Compact Disc von
| einem Laserstrahl [...]
(Omni, Februar 1985, Seite 18)
- ... »der« oder »die Task«?
Laut Fremdwörterduden »der Task«. (Ja, IBMs Regelung ist
mir bekannt.)
- ... »der«, »die« oder »das Triangel«?
»der Triangel« (österreichisch: das; Genitiv: des
Triangels; Plural: die Triangel). Das Musikinstrument
hat nichts mit dem Fischfanggerät zu tun.
- ... »der« oder »das Virus«?
»das Virus«, ganz gleich, ob in der Biologie oder in der
Informatik. (Ja, ich weiß, was im Duden steht.)
- ... »der«, »die« oder »das File« (»Directory«)?
Es heißt »die Datei« (»das Verzeichnis«).
- Plural: Wie lautet der Plural von ...
- ... »Datenwort« oder »Langwort«?
»Datenwörter«, »Langwörter«.
Zu den unterschiedlichen Pluralformen von »Wort« eine
gemäßigtere Darstellung:
| von einer theoretischen begriffsscheidung der beiden
| pluralbildungen »worte« und »wörter«, wie sie in
| jüngerer sprache aufgestellt wird, kann vor der
| zweiten hälfte des 17. jh. nicht gesprochen werden,
| doch drängt die lebendige sprachpraxis früh, das 16.
| jh. verstärkt in diese richtung. schon die mhd.
| bezeugung scheint dahin zu deuten, während das 15. jh.
| diese entwicklung nicht weiter zu fördern scheint. im
| 16. und frühen 17. jh. tritt die tendenz zu
| inhaltlicher unterscheidung so deutlich hervor, dasz
| sie den sprachtheoretikern seit Schottel anlasz bot,
| sie als ein postulat aufzustellen, das sich bei den
| lexikographen bereits vielfach verwirklicht fand.
| neben häufige verwendung des plur. »wörter« im sinne
| der vereinzelung tritt freilich oft noch ein
| promiscue-gebrauch ohne inhaltliche differenzierung,
| auch in engster textlicher nachbarschaft.
|
| bis zur vollen konsequenz strenger unterscheidung
| gelangte die sprache nur insoweit, als der plur.
| »wörter« nicht auf das ganze einer zusammenhängenden
| aussage oder rede angewandt werden darf, was seit der
| wende vom 18. zum 19. jh. unbedingt gilt, im 17. und
| 18. jh. aber noch oft vernachlässigt wird.
|
| in der ausschlieszung der pluralform »worte« für
| einzelwörter ist die sprache bis heute nicht zu voller
| konsequenz gelangt. indessen begegnet der plural
| »worte« an stelle von regelgetreuem »wörter« auch in
| jüngerer sprache und bis in den modernsten gebrauch
| hinein noch so häufig, gerade auch bei schriftstellern
| ersten ranges wie Klopstock, Herder, Lessing, Wieland,
| Göthe u. a., dasz von da aus der rang des plurals
| »wörter« als einer unbedingt verbindlichen regel immer
| wieder in frage gestellt wird.
(Auszüge aus dem Grimmschen Wörterbuch)
- ... »Monitor«?
Der Plural hängt von der Betonung im Singular ab:
Betonung auf erster Silbe => Monitoren
Betonung auf letzter Silbe => Monitore
(entsprechend »Motor«).
- ... »Hobby«, »Kasus«, »Oxymoron«, »Status«, »Zirkus«?
Hobbys, Kasus, Oxymora, Status, Zirkusse. Wie wäre es
mit einem Blick in ein gutes Wörterbuch?
de.etc.sprache.deutsch kann und soll kein Duden-Ersatz
sein.
- Woher kommt ...
- ... der Ausdruck »08/15«?
| nullachtfünfzehn <indekl. Adj.> [aus der Soldatenspr.;
| übertr. von dem im Jahr 1908 im dt. Heer eingeführten
| u. 1915 veränderten Maschinengewehr auf das Einerlei
| des sich ständig wiederholenden Unterrichts an dieser
| Waffe]
(Duden, das große Wörterbuch der deutschen Sprache)
Hans-Hellmut Kirsts gleichnamige Romantrilogie und deren
Verfilmung haben sicherlich zur Popularisierung des
Begriffs beigetragen.
- ... das Wort »Broiler«?
| Broiler, der; -s, - [engl. broiler, zu: to broil =
| braten, grillen]
(Duden, das große Wörterbuch der deutschen Sprache)
»to broil« wiederum kommt vom mittelfranzösischen
»bruillir« (brûler).
- ... der Abschiedsgruß »tschüs«?
Von lateinisch »ad deum« über spanisch »adiós« zu
niederdeutsch »adjüs«. Der Ost-Duden ließ auch die
Schreibweise »tschüß« zu; mit der Rechtschreibreform
wird »tschüss« (kurzes »ü«) als Nebenform zu »tschüs«
(langes »ü«) offiziell.
- Lokalkolorit:
Eine todsichere Methode, sich in diesem Forum lächerlich
zu machen, besteht darin, daß man seinen Idiolekt als
verbindlich für den gesamten deutschen Sprachraum erklärt,
etwa indem man als Berliner behauptet, daß Pfannkuchen und
Krapfen dasselbe seien.
- Samstag oder Sonnabend?
Beides ist korrekt. (Südwesten, Nordosten)
- Sein oder Nichtse^H^H^H^H^H^H^Hhaben?
Nördlich des Mains: »habe gelegen/gestanden«.
Südlich des Mains: »bin gelegen/gestanden«.
- Uhrzeiten:
03.00: drei Uhr
03.15: viertel vier = viertel nach drei
03.30: halb vier
03.45: dreiviertel vier = viertel vor vier
04.00: vier Uhr
- Wie sagt man in Österreich?
ISBN 3-411-01794-5.
- Wie sagt man in der Schweiz?
ISBN 3-411-04131-5.
- Verunglückte Übersetzungen und Eindeutschungen:
Ganze Bücher ließen sich hiermit füllen. Vielen Fachleuten
muß man eine gewisse Bequemlichkeit attestieren, wenn es
darum geht, verständliche und korrekte Übersetzungen der
ihnen vertrauten Fachtermini zu finden. Man denke da nur
an die unsägliche »Quartzuhr«, die noch vor wenigen Jahren
sehr gebräuchlich war und in haarsträubender Weise
begründet wurde: »Bei Verwendung in einer Uhr schreibt
sich `Quarz' eben mit `t'.« Parallelen finden sich auch
heute: »Computerviren sind männlichen grammatikalischen
Geschlechts, um sie von ihren biologischen Vorbildern zu
unterscheiden.« *schauder* Dazu kommt, daß viele Verlage
Übersetzungen oft schlecht bezahlen, so daß entweder
billige Hobbyisten mit mangelnder Kompetenz engagiert
werden oder selbst qualifizierte Übersetzer wenig
motiviert sind.
- »Aktivitäten«?
Aktivität ist bereits die Summe der Tätigkeiten. Oft ist
auch einfach nur »Veranstaltungen« gemeint.
- »allokieren«, »relokieren«?
Na sicherlich, und ebenso multiplikieren, modifikieren,
verifikieren, identifikieren, kommunikieren,
spezifikieren ...
- »Computernetzwerk«?
Aber nur, wenn man auch vom »Telefonnetzwerk«,
»Leitungsnetzwerk«, »Straßennetzwerk«, »Stromnetzwerk«
und »Schienennetzwerk« spricht.
(Für die Begriffsstutzigen: Die deutsche Übersetzung von
»network« lautet »Netz«.)
- Lautet die deutsche Übersetzung von »to edit« (_nicht_
im Sinne von »herausgeben«) »edieren« oder »editieren«?
Weder noch; es heißt »aufbereiten«, »bearbeiten« oder
»redigieren«. »edieren« heißt »herausgeben« (was kein
Bearbeiten eines Textes impliziert; siehe auch die
jeweiligen Aufgabengebiete von Editor, Korrektor, Lektor
und Redakteur), und »editieren« wird von manchem als
»Fehlbildung« abgelehnt, obwohl hier - ähnlich den
Verben »agieren« und »agitieren« - eine Ableitung von
»editare« denkbar wäre. Diese »intensivierte« Form von
»edere« ist im Lateinischen jedoch nicht belegt, und
eine daher stammende englische Form müßte »editate«
lauten.
Der Hauptdenkfehler bei der Übersetzung von »to edit«
besteht darin, mit Gewalt für alle unterschiedlichen
Bedeutungen eines englischen Worts jeweils dasselbe
deutsche Wort einsetzen zu wollen - und das, obwohl
Übersetzungen bekanntlich keine bijektiven Abbildungen
sind. Wer käme schließlich auf die absurde Idee, auf die
Unterscheidung zwischen »Wörter« und »Worte« zu
verzichten, nur weil es im Englischen nur »words« gibt?
Erst in jüngster Computerzeit - womöglich als bewußte
Gegenbewegung zu »editieren« - kam man auf die etwas
abwegige Idee, das _Bearbeiten_ eines Textes etc. mit
der Bezeichnung für das _Herausgeben_ desselben zu
belegen. Eine zeitlich frühere Verwendung von »edieren«
in dieser Bedeutung ist jedenfalls bisher - etwa anhand
von (Synonym-)Wörterbüchern aus der Zeit, bevor
»editieren« aufkam - nicht bekanntgeworden.
- Die älteste bisher bekannte Fundstelle für »editieren«:
Hobbycomputer (Sonderheft der ELO, Funkschau,
Elektronik), Oktober 1978, Franzis-Verlag GmbH; Peter
Schaltegger: TRS-80 - ein professioneller Hobbycomputer;
Seite 47, rechte Spalte, Tabelle unten:
»Editier-Befehle«.
- Und welchen Gebrauch verzeichnet die Duden-Redaktion?
| edieren <sw. V.; hat> [lat. edere (2. Part.: editum) =
| herausgeben]: 1. [wissenschaftlich] herausgeben:
| Schillers Werke e.; Als 23. Titel ... ediert der
| Verlag der Nation in diesem Jahr die
| Lebenserinnerungen von Hans Pischner (NNN 12. 2. 86,
| 1); sorgfältig edierte Bände. 2. (Datenverarb.)
| editieren.
|
| editieren <sw. V.; hat> [vgl. gleichbed. engl. to
| edit, eigtl. = edieren < frz. éditer, zu: édition <
| lat. editio, -> Edition] (Datenverarb.): (von Daten)
| in ein Terminal (2) eingeben, löschen, ändern, o. ä.
- Wie schreibt man »E-Mail«?
Laut 21. Auflage des Dudens genau so.
| E-Mail [...], die; -, -s <engl.> (elektronischer
| Daten- und Nachrichtenaustausch über Computernetze)
Angesichts folgender Wörter war eine Aufnahme in dieser
Schreibweise nur konsequent:
A-Bombe Atombombe
D-Zug Durchgangszug
E-Musik ernste Musik
E-Werk Elektrizitätswerk
H-Bombe Wasserstoffbombe
H-Milch haltbare Milch
O-Ton Originalton
R-Gespräch Rückfragegespräch
S-Bahn Schnell- oder Stadtbahn
U-Bahn Untergrundbahn
U-Boot Unterseeboot
U-Haft Untersuchungshaft
U-Musik Unterhaltungsmusik
Ü-Wagen Übertragungswagen
V-Mann Verbindungs- oder Vertrauensmann
- »hexadezimal«?
sedezimal. (Ja, an »Automobil« stört sich auch keiner.)
- »Garage«, »kontrollieren«, »Konzept«, »Radio«,
»realisieren«, »Sensation«, »sensibel«?
Wie wär's - je nach Kontext - mit »Werkstatt«,
»steuern«, »Vorstellung«, »Funk(-gerät)«, »begreifen«,
»Empfindung«, »vernünftig«? Sicherlich _kann_ »radio«
auch in der Bedeutung des deutschen Worts »Radio«
vorkommen, »to realize« auch »realisieren« und
»sensation« auch »Sensation« heißen etc., aber - wie
auch bei »to edit« (siehe oben) - die passende
Übersetzung hängt vom Zusammenhang ab, und nur weil ein
englisches und ein deutsches Wort die gleiche Wurzel
besitzen und ähnlich klingen, müssen sie noch lange
nicht die gleiche Bedeutung haben. Das klassische
Beispiel hierfür ist wohl »nostalgia«.
- »Sinn machen«?
Sinn haben/ergeben.
- »Tschechei« oder »Tschechien«?
Es ist zwar nicht »politically correct«, aber die
Übersetzung von »Cechy« (mit Häkchen über dem ersten
Buchstaben - Unicode 0x010C) lautet »Böhmen«. (Oder sagt
hier jemand »Praha« anstelle von »Prag«?) Weitere
Stichworte: Synekdoche vom Engeren; pars pro toto.
- »Aber die Tschechier wollen nicht, daß wir ihr Land
`Tschechei' nennen.«
»Welch ein Argument! Wir heißen `Deutsche' - was schert
das die Engländer, die uns `Germanen', die Franzosen,
die uns `Alemannen', die Italiener, die uns `tedeschi'
nennen?« (Wolf Schneider, Deutsch für Profis)
»Bei den Finnen heißen wir `Sachsen'. Daß die meisten
Deutschen weder Sachsen noch Alemannen sind und viele
dies auch durchaus nicht sein wollen, hat einen
Franzosen oder einen Finnen noch nie irritiert. Bei uns
aber verbieten es sich die meisten Zeitungen und in
ihrem Schlepptau immer mehr Bürger, statt der amtlichen
`Niederlande' das populäre `Holland' oder statt
`Großbritannien' `England' zu verwenden - die Schotten,
die Waliser könnten ja beleidigt sein! Dabei hat sich
keiner von diesen je beschwert, und täten sie es, wären
sie immer noch für die deutsche Sprache gänzlich
unzuständig. Wie meldete sich von 1940 bis 1945 der
deutschsprachige Dienst der BBC? `Hier ist England!' Die
konnten noch Deutsch.« (ebenfalls Wolf Schneider,
Deutsch für Kenner)
(Die Verbindung von Wolf Schneiders Aussagen mit dem
Thema »Tschechien« ist alleine mir anzulasten.)
- Bescheuerte Situation. Wie vermeide ich das Problem?
Durch »Tschechische Republik«.
- Was ist an dem Ausdruck »virtuelle Speicherverwaltung«
falsch?
Nicht die Verwaltung, sondern der Speicher ist virtuell.
- »wenn und falls«?
Die unglückliche Übersetzung einer schon im Englischen
nicht unumstrittenen Wendung. »if and when« soll sowohl
den konditionalen (»falls«) als auch den temporalen
(»sobald«) Aspekt unterstreichen. Dies gelingt im
Deutschen aber auch alleine durch »wenn«.
- englische Verben:
| Oder was passiert mit unseren grammatischen Infixen,
| wird da im Deutschen outgeputtet? Wie fordere ich
| jemanden auf, etwas outzuputten? »Putten Sie das mal
| out!« Glücklicherweise ist der korrekte deutsche
| Konjunktiv ja längst ausgestorben, man müßte sonst
| fürchten, auch noch englischen Verben im deutschen
| Konjunktivgewand zu begegnen: »Oh, wenn Meier doch
| endlich den Report outpüttete!« Geschähe dies, ich
| flöhe schreiend nach Hause. [...] Seltsamerweise
| scheut man noch vor der letzten Konsequenz zurück. Die
| Frage »Mailst Du mir das e?« (Meilst Du mir das ieh?)
| und die zugehörige Antwort »Ich mail' das eh allen e!«
| (Ich meil das eh allen ieh!) hört man - noch - nicht.
(Ralph Möllers - Deutsch für Poweruser)
- »doppeltes« Partizip:
Man sollte sich bei der Bildung des Partizips entweder
für die englische oder die deutsche Form entscheiden:
»incorporated«, »overdressed« gegenüber »gecrasht«,
»getimt«. Deutsches »ge-« zusammen mit englischem
»-ed«, etwa »gecrashed«, ist des Guten zuviel. Oft
läßt sich der Import aber auch einfach durch ein
gebräuchlicheres Verb ersetzen (»abgestürzt«).
- e-Erweiterung:
Nur Verben, deren Stamm auf »d«, »t« oder nasalische
Doppelkonsonanz endet, erhalten in bestimmten Formen
ein zusätzliches »e«:
to boot -> booten -> gebootet.
to skate -> skaten -> sie skatet.
to update -> updaten -> du updatest.
Kein »e« steht bei:
to clone -> klonen -> er klont.
to dope -> dopen -> ihr dopt.
to flame -> flamen -> geflamt.
to shape -> shapen -> sie shapte.
to time -> timen -> du timtest.
(Es sei darauf hingewiesen, daß im Duden »skaten« nur
in der Bedeutung »Skat spielen« verzeichnet ist. Auch
hat bisher nur das Substantiv »Update« Eingang in den
Duden gefunden; allerdings läßt sich »updaten« durch
»auf den neuesten Stand bringen« oder »aktualisieren«
ersetzen. Auch sollte man bei »to flame« vielleicht
auf das schon jetzt scherzhaft gebrauchte »rösten«
ausweichen. »shapen« ist ebenfalls nicht im Duden
verzeichnet.)
- »-le« -> »-eln«:
to recycle -> recyceln.
to sample -> sampeln (nicht im Duden verzeichnet).
Das »e« in »-el« fällt in den Präsensformen auf »e«
und im Imperativ Singular üblicherweise wieder aus:
»recycle!«, »ich sample«.
- feste oder unfeste Verbzusammensetzungen:
Zwar werden aus dem Englischen übernommene
Verbzusammensetzungen mit Raumadverbien - etwa
»downloaden« und »updaten« - in den infiniten Formen
sowohl fest als auch unfest gebraucht (»zu downloaden«
neben »downzuloaden«, »geupdatet« neben »upgedatet«),
doch findet man »ich loade down« oder »ich date up«
kaum. Hier scheint also eine gewisse Scheu vor dem
Import neuer Halbpräfixe zu bestehen. Da schon im
Englischen diese Verben als nicht trennbare Einheiten
betrachtet werden (»he downloads«, »she updated«),
sollte man dies im Interesse der Konsequenz wohl auch
im Deutschen beibehalten und auf Formen wie
»downzuloaden« und »upgedatet« verzichten.
Getrennt werden im Englischen aber beispielsweise die
Verben »to back up«, »to log in«, selbst wenn die
Substantive »back-up« und »log-in« (auch schon ohne
Bindestrich) geschrieben werden. Zweifel sind jedoch
angebracht, ob »ich backte up« oder »eingeloggt«
wirklich besser als »ich sicherte« oder »angemeldet«
sind.
| Der scheinbar vernünftigen Frage »Aber warum ist das
| schlimm?« läßt sich in all diesen Fällen die nicht
| minder vernünftige Frage entgegenstellen: »Und wofür
| sollte es gut sein?«
(Wolf Schneider, Deutsch für Kenner)
- Verdopplung des Schlußkonsonanten:
Vor »-ed« und »-ing« wird im Englischen bei bestimmten
Verben der Schlußkonsonant verdoppelt. Dies wird ins
Deutsche übernommen: jobben, joggen, kidnappen,
rappen, steppen. Nicht ganz nachvollziehbare Ausnahme:
handikapen (trotz Handikapper).
- Sonstige »pet peeves«:
- »derselbe« oder »der gleiche«?
| Im allgemeinen ergibt sich aus dem Zusammenhang,
| welche Identität gemeint ist, so daß eine strenge
| Unterscheidung zwischen »derselbe« und »der gleiche«
| unnötig ist. Sobald aber Mißverständnisse möglich
| sind, ist es besser, für die Identität der Gattung
| »der gleiche«, für die Identität der Einzelperson und
| des Einzelgegenstands »derselbe« zu sagen: »Unsere
| beiden Monteure fahren denselben Wagen (= den einen
| Firmenwagen).« Aber: »Unsere beiden Monteure fahren
| den gleichen Wagen (= Wagen desselben Fabrikats).«
(Duden, Band 9)
- »die ganzen Leute«.
Ach, nicht die halben? (Es heißt »all die Leute«.)
- »Glühbirne« oder »Glühlampe«?
»In der Gemeinsprache wird weitgehend Glühbirne gesagt.
In der Fachsprache gilt nur Glühlampe.« (Duden, Band 9).
Auch »Leuchtmittel« ist gebräuchlich. Das Gerät, in das
die Lampe hineingeschraubt wird, nennt man übrigens
»Leuchte«.
- »grammatisch« oder »grammatikalisch«?
Ein Ausdruck (ein Satz, eine Wendung) ist grammatisch (=
der Sprachlehre gemäß), wenn er der Grammatik
entspricht, er also keinen grammatikalischen (= die
Sprachlehre betreffenden) Fehler enthält. Entsprechend
ist ein ungrammatischer Satz grammatikalisch falsch. Ein
»grammatischer Fehler« wäre also ein entsprechend der
Grammatik geformter Fehler, was immer das sein mag.
Diese beiden Begriffe zu unterscheiden ist mittlerweile
offensichtlich aufgegeben worden, wohl auch wegen der
fehlenden Unterscheidung im Englischen (vergleiche auch
»physical«, »physisch«, »physikalisch«).
- Was stimmt an »der Standart« nicht?
Es heißt »die Standarte«.
| Dennoch, im Großen und Ganzen ist sie schon ein
| Schritt in die richtige Richtung, wenn auch die
| letzten Quäntchen noch fehlen, damit die Reform auch
| wirklich zum allgemein anerkannten Standart
| (Trefferquote in www/Altavista: 3831) wird.
(Andreas Stiller, c't, August 1996)
- Wann waren die »zwanziger Jahre«?
Die 20er Jahre dieses Jahrhunderts erstrecken sich von
1920-01-01 bis 1929-12-31, das dritte Jahrzehnt von
1921-01-01 bis 1930-12-31.
Das soll niemanden davon abhalten, sich am 1. Januar
2000 - also noch vor dem Anbruch des dritten
Jahrtausends - besinnungslos zu saufen.
- Doppelt genäht hält besser?
- ABM-Maßnahme
- ASCII-Kode
- DAX-Index
- DMA-Zugriff
- GIF-Format
- HIV-Virus
- ISBN-Nummer
- RAM-Speicher
- SIMM-Modul
- Woher bekomme ich Informationen zur Rechtschreibreform?
- http://www.ids-mannheim.de/pub/rechtschreibung.html
- http://www.duden.bifab.de/duden/b_titel.htm
... sowie in jeder Buchhandlung.
(Ja, Jörg; es ist bekannt, daß Du lieber die Netzgemeinde
belästigst und Unbeteiligten Geldmacherei vorwirfst, als
Dich über Bücher zu informieren.)
- »Ist `Studenten' sexistisch?« (»Das Binnen-I«)
Die meist vehement vertretenen Standpunkte lassen sich in
folgender Kurzform darstellen:
Standpunkt A Standpunkt B
Mensch Student »StudentIn«
/\ /\ /\
/ \ / \ / \
Frau Mann Studentin ?? Studentin Student
(Das gleiche gilt für Pluralformen.)
Standpunkt A läßt sich wohl als die klassische
(»männlich-chauvinistische«) Interpretation bezeichnen.
Hier gibt es - zumindest ohne weitere Zusätze - keine
Form, die eindeutig auf eine Person männlichen Geschlechts
schließen läßt - eine klare Benachteiligung desselben im
Deutschen. (»Die erfolgreichste Autorin« bezieht sich
eindeutig auf eine Frau; »der erfolgreichste Autor« kann -
ohne weitergehende Informationen - sowohl Mann als auch
Frau bezeichnen.)
»Die Münchner Feministin Hannelore Mabry legte 1987 im
`Spiegel' Wert auf die Feststellung, sie habe eine Gruppe
nichtfeministischer Frauen nicht als Arschlöcher, sondern
als `Arschlöcherinnen' bezeichnet.« (Wolf Schneider,
Deutsch für Kenner)
Auf Standpunkt B stehen in erster Linie Personen, die
nicht begriffen haben, daß Genus und Sexus im Deutschen
recht wenig miteinander zu tun haben (»Aushilfskraft«,
»Drohne«, »Elter«, »Geisel«, »Geschwister«, »Koryphäe«,
»Mädchen«, »Mündel«, »Person«, »Waise«, »Weib«). Die
VertreterInnen dieser Meinung müssen sich natürlich fragen
lassen, warum man/frau/mensch bei der (Berufs-)Bezeichnung
einer Person - insbesondere wenn das Geschlecht _keinen_
Einfluß auf die ausgeübte Tätigkeit hat - überhaupt einen
Unterschied machen muß.
»Eine Parallelität von Genus und Sexus (von grammatischem
und natürlichem Geschlecht) besteht nicht, was sich
bereits an dem Vorhandensein einer dritten Gruppe mit
Neutra ablesen läßt. Beispielen wie »der Mann«, »die Frau«
steht eine Fülle von Substantiven ohne Übereinstimmung von
Genus und Sexus gegenüber. Und auch sonst gibt es kein
System von Regeln, nach dem man das Genus der Substantive
bestimmen kann.« (Duden, Band 4)
Empfohlener Lesestoff hierzu: Douglas R. Hofstadter:
Metamagicum (Seiten 145 bis 167).
- Wenn ein Guthaben von 16000 Mark nach drei Monaten 200
Mark Zinsen abwirft, wie groß ist dann der effektive
Jahreszins?
(16200/16000)^4 - 1 ~= 5,1 Prozent.
- Was hat das mit der deutschen Sprache zu tun?
Nichts, Wolfgang.
Euch paßt diese FAQL nicht? Tendenziös? Selbstverständlich.
Schickt mir Eure Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen
(per _Mail_!), oder schreibt eine eigene, die Euch besser
gefällt. This is the net, you know.
Ausgenommen Zitate: Copyright © 1996 Ralph Babel. All rights
reserved - alle Rechte vorbehalten. Jegliche Verbreitung
durch andere Personen als den Urheber und außerhalb der
Usenet-Newsgroup de.etc.sprache.deutsch im Rahmen der
üblichen elektronischen Nachrichtenverbreitungsmechanismen
ist unzulässig; dies schließt insbesondere das Reposten, die
Speicherung in öffentlich zugänglichen Archiven (etwa
FTP-Servern und WWW-Seiten) und jegliche Form der
Bearbeitung mit ein.
|> Es ist zwar nicht »politically correct«, aber die
|> Übersetzung von »Cechy« (mit Häkchen über dem ersten
|> Buchstaben - Unicode 0x010C) lautet »Böhmen«.
Das ist nicht ganz wahr. Cechy hat mehrere Bedeutungen; eins davon
entspricht das deutsche Wort Boehmen, und wir auch so von den Tschechen
uebersetzt.
Die Benutzung von Boehmen fuer die tschechische Republik waere dann
ein semantischer Verleih, oder...?
In der Praxis (was m.E. eine Sprache endgueltig definiert) wird Boehmen
nur fuer die Gebiete (Bezirke, Regionen, oder immerhin wie die heissen)
auf Deutsch benutzt. Fuer das Bezeichnen der ganzen Republik haben die
Deutschspraechigen noch nicht endgueltig entschieden; ich habe aber nie
Boehmen fuer die neue Republik gehoert.
(Eigentlich finde ich auch Boehmen gut. Ich glaube aber nicht, dass man
es als universelle Uebersetzung von Cechy betrachten kann.)
|> (Oder sagt
|> hier jemand »Praha« anstelle von »Prag«?)
Sagt man Kaernten anstelle Slovenien, oder Krain anstelle Kroatien?
|> Weitere
|> Stichworte: Synekdoche vom Engeren; pars pro toto.
|> - »Aber die Tschechier wollen nicht, daß wir ihr Land
|> `Tschechei' nennen.«
|> »Welch ein Argument! Wir heißen `Deutsche' - was schert
|> das die Engländer, die uns `Germanen', die Franzosen,
|> die uns `Alemannen', die Italiener, die uns `tedeschi'
|> nennen?« (Wolf Schneider, Deutsch für Profis)
Haben die Deutsche bei den Franzosen gebittet, dass wir euch anders
nennen? Haltet Ihr "allemand" oder "Allemagne" als beleidigend?
Hauptsaechlich: so eine Polemik gehoert nicht in FAQ. Jeder hat eine
Recht auf seiner Meinung; die FAQ soll dagegen entweder alle Meinungen
neutrall darstellen, bzw. einfach darauf hinweisen, dass es keine feste
Antwort gibt, weil die Meinungen unterschieden sind.
--
James Kanze Tel.: (+33) 88 14 49 00 email: ka...@gabi-soft.fr
GABI Software, Sarl., 8 rue des Francs-Bourgeois, F-67000 Strasbourg, France
Conseils, études et réalisations en logiciel orienté objet --
-- A la recherche d'une activité dans une region francophone
[p.c. Ländernamen]
> Hauptsaechlich: so eine Polemik gehoert nicht in FAQ.
Ach, ist dir an *der* Stelle tatsächlich Polemik aufgefallen? :-)
Ar- "Ha, 2000! Aber nur noch bis zum 2.9. :(" -no.
-- __
__/// Arno "Arnooo" Eigenwillig /\ ar...@yaps.rhein.de \/ PGP key available.
\XX/ http://comma.rhein.de/~arno/ /\ V+49-2225-5870 \/ MIME 8bit welcome.
>- Stilfiguren:
> - Pleonasmus: Die Verwendung des Bezugsworts mit einem für
> es charakteristischen Merkmal (im Unterschied zur
> Tautologie unterschiedlicher Wortart): »weißer
> Schimmel«, »runder Kreis«, »neu renovieren«,
> »zusammenaddieren«.
>
> - Tautologie: In der Logik: wenn etwas aus sich selbst
> erklärt wird (Zirkelschluß, »eine Tautologie ist eine
> Sache, die tautologisch ist«); in der Stilistik: die
> Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter
> Wörter der gleichen Wortart (»immer und ewig«, »einzig
> und allein«, »bereits schon«).
Ist "Verwendung des Bezugsworts mit einem für es charakteristischen
Merkmal" nicht dasselbe wie "etwas aus sich selbst erklären"? Und sind
nicht die jeweiligen Beispiele ebenso austauschbar? Beiden Definitionen
könnte eine Überarbeitung m. E. nicht schaden.
Der Duden (20. Aufl., 1981) macht es nicht besser (20. Aufl., 1981):
Pleonasmus, der; -, ...men (Rhet. überflüssige Häufung sinnglei-
cher od. sinnähnlicher Ausdrücke; z. B. weißer Schimmel, Einzelin-
dividuum)
Tautologie, die; -, ...ien (Fügung, die einen Sachverhalt doppelt
wiedergibt, z. B. "immer und ewig", "voll und ganz"; auch svw.
Pleonasmus)
Knaurs elektronisches Lexikon (München, 1993) ordnet die Tautologie als
Pleonasmus ein (m. E. zu recht):
Pleonasmus m. [gr.], Hptwort mit gleichbedeutendem (überflüssigem)
Beiwort (z. B. falscher Irrtum).
Tautologie w. [gr.], Pleonasmus, Häufung gleichbedeutender Begrif-
fe (z. B. kleiner Zwerg).
Meinem bescheidenen Kenntnisstand nach ist ein Pleonasmus so etwas wie
ein Wortschwall oder Weitschweifigkeit (was durchaus auch tautologisch
sein kann), während insbesondere Verdoppelungen als Tautologien
bezeichnet werden.
Wie ist es denn nun wirklich richtig? Und kann jemand mal die beiden
Fremdwörter übersetzen?
Hans Fischer, Berlin
--
## We reply. Please send unconfirmed mail again.
Aber vielleicht sollte man erwaehnen, dass eine Institution, die ich
in Sachen Rechtschreibung als Referenz schaetze, der SPIEGEL, in letzter
Zeit dazu uebergeht, die Anfuehrungszeichen quasi als Klammer zu
interpretieren, so dass dort innerhalb keine Bindestriche mehr gesetzt
werden: "Albert Einstein"-Gymnasium. Ich finde es auch falsch, aber es
setzt sich womoeglich genauso durch wie "die CD-ROM" und "editieren".
>- Bindestriche:
>
> Auch wenn es »Albert Einstein« (ohne Bindestrich) heißt,
> so muß es doch »Albert-Einstein-Gymnasium« heißen (siehe
> Duden, Band 1, R 28). (»Von-Neumann-Rechner« schreibt sich
> übrigens mit großem »V«; siehe Duden, Band 1, R 51.)
Das merken wir uns mal; denn:
>- Stilfiguren:
>
> - Oxymoron: Verbindung zweier sich widersprechender
> Begriffe: »weißer Rappe«, »alter Junge«, »nützlicher
> CrossPoint-Footer«, »einsichtiger d.a.n.a-Moderator«.
Dann muesste das hier auch als D.a.n.a.-Moderator geschrieben werden
oder sogar als D.A.N.A-Moderator.
> Dem Vernehmen nach ist eine
> Dummdeutsch-FAQL für de.etc.sprache.deutsch in Arbeit.
Da will ich auch einen kleinen Beitrag zur Verfuegung stellen:
Ueber das Vertauschen von "d" und "t" am Wortende
Erschreckliche Erscheinungen erschuettern erneut die teutschen
Computernetze. Wie durch Geisterhand (sind da Daemons am Laufen?)
werden an Wortenden systematisch die Buchstaben "d" und "t"
gegeneinander ausgetauscht. Das Wort "Standard" wird so zu
"Standart" verkuemmert, wohingegen die Partizipien bei Konjugationen
wie bei "gedupet" (also, ob es besser "gedupt" heisst, weiss ich
jetzt auch nicht so sicher, koennte aber gut sein) zu "geduped"
verschandelt werden. (Vorne ein deutsche "ge" drangeklebt und
hinten ein englisches "ed", ja was denn nu? Irgendwer ist da sehr
krank, wenn ich DEN erwische, der das mal aufgebracht hat, der
bekommt gleich die Zelle neben dem Verbrecher mit "editieren".)
Besondere Verwirrung macht sich bei Konjugierenden breit, wenn sie
meinen, es auf Englisch tun zu muessen, dieses Ziel aber ebenfalls
meilenweit verfehlen, naemlich im Praesens: Wo es normal "er postet"
heisst, schreiben einige arme, kranke Seelen (Schwester Ingrid
kommt bestimmt bald, nur Ruhe!) ein "er posted", voellig ausser acht
lassend, dass der Englaender ja wohl "he posts" mit "s" am Ende
sagen wuerde! Die spinnen, die Poster.
>- Verunglückte Übersetzungen und Eindeutschungen:
>
> Ganze Bücher ließen sich hiermit füllen. Vielen Fachleuten
> muß man eine gewisse Bequemlichkeit attestieren, wenn es
> darum geht, verständliche und korrekte Übersetzungen der
> ihnen vertrauten Fachtermini zu finden. Man denke da nur
> an die unsägliche »Quartzuhr«, die noch vor wenigen Jahren
> sehr gebräuchlich war und in haarsträubender Weise
> begründet wurde: »Bei Verwendung in einer Uhr schreibt
> sich `Quarz' eben mit `t'.« Parallelen finden sich auch
> heute: »Computerviren sind männlichen grammatikalischen
> Geschlechts, um sie von ihren biologischen Vorbildern zu
> unterscheiden.« *schauder* Dazu kommt, daß viele Verlage
> Übersetzungen oft schlecht bezahlen, so daß entweder
> billige Hobbyisten mit mangelnder Kompetenz engagiert
> werden oder selbst qualifizierte Übersetzer wenig
> motiviert sind.
Das war wohl auch der Ausloeser fuer das "editieren", nehme ich
stark an. Die Darlegung der Sachlage ist vollkommen korrekt.
> - »Computernetzwerk«?
>
> Aber nur, wenn man auch vom »Telefonnetzwerk«,
> »Leitungsnetzwerk«, »Straßennetzwerk«, »Stromnetzwerk«
> und »Schienennetzwerk« spricht.
>
> (Für die Begriffsstutzigen: Die deutsche Übersetzung von
> »network« lautet »Netz«.)
Meinzwegen, aber in unserem Gebiet ist das "Netz" entweder das
Usenet, das Internet oder das 230-V-Netz. "Netzwerk" sage ich dagegen
zu LANs (und meinetwegen auch WANs), nur so als Sprachgebrauch und
ohne wissenschaftliche Begruendung.
> - Lautet die deutsche Übersetzung von »to edit« (_nicht_
> im Sinne von »herausgeben«) »edieren« oder »editieren«?
>
> Der Hauptdenkfehler bei der Übersetzung von »to edit«
> besteht darin, mit Gewalt für alle unterschiedlichen
> Bedeutungen eines englischen Worts jeweils dasselbe
> deutsche Wort einsetzen zu wollen - und das, obwohl
> Übersetzungen bekanntlich keine bijektiven Abbildungen
> sind.
Das ist eine unzulaessige Wertung. Umgekehrt ist es falsch, mit Gewalt
verschiedene Uebersetzungen eines einzelnen englischen Worts je nach
Bedeutungsnuance zu suchen. Das Textbearbeiten sehe ich sehr wohl als
eine Teilaufgabe beim Herausgeben eines Buchs an.
> Erst in jüngster Computerzeit - womöglich als bewußte
> Gegenbewegung zu »editieren« - kam man auf die etwas
> abwegige Idee, das _Bearbeiten_ eines Textes etc. mit
> der Bezeichnung für das _Herausgeben_ desselben zu
> belegen. Eine zeitlich frühere Verwendung von »edieren«
> in dieser Bedeutung ist jedenfalls bisher - etwa anhand
> von (Synonym-)Wörterbüchern aus der Zeit, bevor
> »editieren« aufkam - nicht bekanntgeworden.
Habe Beweis, dass es *nicht* erst in "juengster Computerzeit" war:
Fachausdruecke der Informationsverarbeitung, Woerterbuch und Glossar,
Englisch-Deutsch, Deutsch-Englisch; IBM; IBM Form SQ12-1044-1,
Copyright 1985
Als anekdotischen Beweis kann ich nur berichten, dass am Rechenzentrum
der TU Braunschweig in den 70er Jahren "edieren" gelaeufig war, desgleichen
bei der Fa. Commodore in ihrer Braunschweiger Entwicklungsabteilung in
den Jahren um 1985. Das Wort "editieren" war schlechthin unbekannt, und
darueber schaemt sich auch keiner :-).
> - Die älteste bisher bekannte Fundstelle für »editieren«:
>
> Hobbycomputer (Sonderheft der ELO, Funkschau,
> Elektronik), Oktober 1978, Franzis-Verlag GmbH; Peter
> Schaltegger: TRS-80 - ein professioneller Hobbycomputer;
> Seite 47, rechte Spalte, Tabelle unten:
> »Editier-Befehle«.
Das passt sehr gut zu meiner Theorie des "editieren"-Legasthenikers.
> - englische Verben:
S. o. mein Dummdeutsch-Vorschlag.
> - Verdopplung des Schlußkonsonanten:
>
> Vor »-ed« und »-ing« wird im Englischen bei bestimmten
> Verben der Schlußkonsonant verdoppelt. Dies wird ins
> Deutsche übernommen: jobben, joggen, kidnappen,
> rappen, steppen. Nicht ganz nachvollziehbare Ausnahme:
> handikapen (trotz Handikapper).
Bitte auch stoppen erwaehnen, da das im Zug der Uebernahme englischer
Schreibweisen auch oft nur noch mit einem p geschrieben wird.
> - Was stimmt an »der Standart« nicht?
Siehe nochmal oben.
> Es heißt »die Standarte«.
Du hattest doch auch mal das schoene Beispiel mit den Tuareks, deren
Standart darin besteht, meistens nur auf einem Bein zu stehen.
> - Doppelt genäht hält besser?
>
> - ABM-Maßnahme
> - ASCII-Kode
> - DAX-Index
> - DMA-Zugriff
> - GIF-Format
> - HIV-Virus
> - ISBN-Nummer
> - RAM-Speicher
> - SIMM-Modul
Nicht zu vergessen die LCD-Anzeige. Aber in dieser Frage moechte ich
dazusetzen, ja, meiner Meinung nach haelt doppelt genaeht hier besser,
da man sonst eingefuehrte, standardisierte Abkuerzungen verstuemmeln
muesste.
Uebrigens, ich moechte die Liste um ein "pet peeve" ergaenzt sehen:
- Wie schreibt man lizenzieren?
Genau so, und niemals mit einem s in der vorletzten Silbe, siehe Duden.
>Euch paßt diese FAQL nicht? Tendenziös? Selbstverständlich.
>Schickt mir Eure Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen
>(per _Mail_!),
Noe, nicht nochmal, da meine letzte Mail offensichtlich nicht
beruecksichtigt wurde, groll.
--
Best Regards, Dr. Peter Kittel // http://www.pios.de or www.amiga.de
Private Site in Frankfurt, Germany \X/ Email address subject to change!
Please stay tuned for announcements of new Internet connection.
PR...@ROMEO.BERLINET.DE (Hans Fischer) fragt, was eine Tautologie ist:
> Tautologie, die; -, ...ien (Fügung, die einen Sachverhalt doppelt
> wiedergibt, z. B. "immer und ewig", "voll und ganz"; auch svw.
> Pleonasmus) [Der Duden (20. Aufl., 1981)]
> Tautologie w. [gr.], Pleonasmus, Häufung gleichbedeutender Begrif-
> fe (z. B. kleiner Zwerg). [Knaurs elektronisches Lexikon (München, 1993)]
>Meinem bescheidenen Kenntnisstand nach ist ein Pleonasmus so etwas wie
>ein Wortschwall oder Weitschweifigkeit (was durchaus auch tautologisch
>sein kann), während insbesondere Verdoppelungen als Tautologien
>bezeichnet werden.
Meine 10 Pfennige:
In der Logik ist eine Tautologie eine Aussage, die (in einem gegebenen
logischen Kalkuel) IMMER WAHR ist. Beispiele:
Entweder es regnet, oder es regnet nicht.
= Es gilt A oder nicht A.
Wenn es blitzt und donnert, blitzt es.
= Wenn A und B gilt, gilt auch A.
Wenn der Mond aus Kaese ist, bin ich ein Huhn
= Wenn 0 gilt, gilt auch A.
= Es ist nicht so, dass 0 gilt, aber nicht A.
(Diese letzte Aussage waere nur falsch, wenn der Mond aus Kaese waere.
Ich braeuchte nichteinmal ein Huhn zu sein.)
Also: logisch gesehen gibt es keinen Grund, Verdoppelungen als Tautologien zu
bezeichnen! Beispiel:
Ich liebe dich immer und ewig.
= Ich liebe dich immer und ich liebe dich ewig.
= Fuer jede Zeit t1 gilt: Ich liebe dich zur Zeit t1, und
fuer jede Zeit t2 gilt: Ich liebe dich zur Zeit t2.
Da ich aber z.B. in der Realitaet eine begrenzte Lebenserwartung habe, ist die
Aussage mitnichten IMMER WAHR.
Manfred Borzechowski
--
Manfred Borzechowski | Any resemblance between the above views and
Phone: +49 30 7002 3752 | those of my employer, my terminal, or the
borz...@bln.sel.alcatel.de | view out of my window are coincidental.
--------- Alcatel Telecom, Colditzstr. 34-36, 12099 Berlin, Germany ---------
> Aber 'lizensieren' ist doch auch ein ganz anderes Wort als 'lizenzieren'
> (wird auch uebrigens anders ausgesprochen), wegen des Unterschieds in der
> Aussprache sollte man den Unterschied in der Schreibung doch eher
> beibehalten.
Was bedeutet "lizensieren"?
Kuerzlich hat mich jemand freundlicherweise darauf hingewiesen, als ich
"lizensieren" statt "lizenzieren" schrieb. Dabei ist mir aufgefallen,
dass ich, wenn ich nicht besonders auf meine Aussprache achte, die
Konsonantenhaeufung ziemlich gleich ausspreche.
--
Christian 'naddy' Weisgerber na...@mips.pfalz.de
See another pointless homepage at <URL:http://home.pages.de/~naddy/>.
-- currently reading: Stephan Grundy, Rhinegold --
Die Verwechslung Standart statt Standard ist doch wohl einfach zu
erklaeren. Ich vermute 'mal, dass wohl viele Leute (wie ich auch)
nicht den ganzen Duden auswendig gelernt haben, sondern oft nach
Gehoer schreiben. Da der Auslaut bei Standard [t] gesprochen wird
erklaert sich die Schreibweise. Nun ist die Auslautverhaertung aber
in der dtschen Sprache ein Standardprozess, der nicht in die
Schriftsprache uebernommen wurde, d.h. obwohl eine Stammform mit [t]
am Ende ausgesprochen wird, schreibt man das Wort am Ende mit 'd', falls
in Beugungen ein [d] hoerbar ist. Man kann sich dieser Regel bedienen
um seine Schreibweise zu ueberpruefen z.B. Rad mit d, wegen Raeder, kommend
mit d wegen kommende, .... Bei 'Standard' ist diese Ueberpruefung schwierig,
denn es gibt kaum Beugungen mit Vokal nach dem 'd'. Als Begruendung faellt
mir nur die [d]-Aussprache bei 'Standardisierung' ein.
>
> Uebrigens, ich moechte die Liste um ein "pet peeve" ergaenzt sehen:
>
> - Wie schreibt man lizenzieren?
>
> Genau so, und niemals mit einem s in der vorletzten Silbe, siehe Duden.
>
Aber 'lizensieren' ist doch auch ein ganz anderes Wort als 'lizenzieren'
(wird auch uebrigens anders ausgesprochen), wegen des Unterschieds in der
Aussprache sollte man den Unterschied in der Schreibung doch eher
beibehalten. (Und falls 'lizensieren' nicht im Duden steht --- es gibt noch
eine ganze Reihe weitere Woerter, die nicht im Duden stehen ;-)
Gruss jochen
Ein weiteres Problem dabei ist wohl, wer oder was 'ich' ist --- schliesslich
ist man nach einigen Erfahrungen oft ein ganz Anderer!
Jochen
> Und sind nicht die jeweiligen Beispiele [zu
> Pleonasmus und Tautologie] ebenso austauschbar?
Nein, siehe die Aussagen der FAQL über die Wortarten.
> Knaurs elektronisches Lexikon (München, 1993) ordnet die
> Tautologie als Pleonasmus ein (m. E. zu recht):
| Tautologie: Häufung sinngleicher, auch nach der Wortart
| gleicher Wörter (bereits schon) im Unterschied zum
| Pleonasmus, der Häufung sinngleicher, nach Wortart
| verschiedener Wörter (ein älterer Greis). (Heute werden
| `Tautologie' und `Pleonasmus' weitgehend synonym
| gebraucht.)
(Krahl, Kurz: Kleines Wörterbuch der Stilkunde)
> Wie ist es denn nun wirklich richtig?
Wie in der FAQL beschrieben. Tststs ...
| Now I am a firm believer in democracy, but I also believe
| that there are some fields of human activity in which a
| count of noses does not provide the best basis for law and
| order.
(Theodore M. Bernstein: The Careful Writer)
> Dann muesste das hier auch als D.a.n.a.-Moderator
> geschrieben werden oder sogar als D.A.N.A-Moderator.
(Ein Fall für D.A.N.A.-U.N.C.L.E. Lutz?)
Nein, es heißt ja auch »km-Zahl«.
Gleiches gilt für Satzanfänge (aus dem Jargon-File):
| One quirk that shows up frequently in the email style of
| UNIX hackers in particular is a tendency for some things
| that are normally all-lowercase (including usernames and
| the names of commands and C routines) to remain
| uncapitalized even when they occur at the beginning of
| sentences.
> Ralph Babel writes:
>
>> Erst in jüngster Computerzeit - womöglich als bewußte
>> Gegenbewegung zu »editieren« - kam man auf die etwas
>> abwegige Idee, das _Bearbeiten_ eines Textes etc. mit der
>> Bezeichnung für das _Herausgeben_ desselben zu belegen.
>> Eine zeitlich frühere Verwendung von »edieren« in dieser
>> Bedeutung ist jedenfalls bisher - etwa anhand von
>> (Synonym-)Wörterbüchern aus der Zeit, bevor »editieren«
>> aufkam - nicht bekanntgeworden.
>
> Habe Beweis, dass es *nicht* erst in "juengster
> Computerzeit" war: Fachausdruecke der
> Informationsverarbeitung [...] Copyright 1985
Kein Beleg gegen die »bewußte Gegenbewegung«, da 1985
»editieren« bereits allgemein üblich war. Älter als der
älteste Beleg für »editieren« sollte ein solcher also schon
sein.
>> Verdopplung des Schlußkonsonanten:
>
> Bitte auch stoppen erwaehnen, da das im Zug der Uebernahme
> englischer Schreibweisen auch oft nur noch mit einem p
> geschrieben wird.
»stoppen« wurde aufgrund seiner Herkunft bewußt _nicht_
aufgenommen. Das schließt eine Erwähnung solcher Phänomene
wie »Stopuhr« natürlich nicht aus.
> Noe, nicht nochmal, da meine letzte Mail offensichtlich
> nicht beruecksichtigt wurde, groll.
Prüf mal Deine Netz"werk"anbindung.
>denn es gibt kaum Beugungen mit Vokal nach dem 'd'. Als Begruendung faellt
>mir nur die [d]-Aussprache bei 'Standardisierung' ein.
Hmhh, das mit einem weichen d zu sprechen faellt mir schwer.
Gruesse
Kai
>D.-A.-N.-A.-Moderator.
Was soll das sein?
pi
--
Yogi Berra or Will Rogers said:
>What gets us into trouble is not what we don't know.
>It's what we know for sure that just ain't so.
Huch, wo soll denn der Unterschied liegen? Das ist mir richtig neu.
>(wird auch uebrigens anders ausgesprochen), wegen des Unterschieds in der
>Aussprache sollte man den Unterschied in der Schreibung doch eher
>beibehalten.
Jetzt bin ich echt verbluefft.
> (Und falls 'lizensieren' nicht im Duden steht --- es gibt noch
>eine ganze Reihe weitere Woerter, die nicht im Duden stehen ;-)
Hmm, aber man kann ja wohl auch andersrum keine Regel draus machen,
"alle Woerter, die nicht im Duden stehen, gibt es doch" oder so...
Hmm, das leuchtet schon eher ein. Wurde das "Von" also
gross geschrieben, weil es ein ganzes Wort und keine
Abkuerzung ist? Ich versuche halt, dafuer eine Regel zu
fiden.
>> Ralph Babel writes:
>>
>>> Erst in jüngster Computerzeit - womöglich als bewußte
>>> Gegenbewegung zu »editieren« - kam man auf die etwas
>>> abwegige Idee, das _Bearbeiten_ eines Textes etc. mit der
>>> Bezeichnung für das _Herausgeben_ desselben zu belegen.
>>> Eine zeitlich frühere Verwendung von »edieren« in dieser
>>> Bedeutung ist jedenfalls bisher - etwa anhand von
>>> (Synonym-)Wörterbüchern aus der Zeit, bevor »editieren«
>>> aufkam - nicht bekanntgeworden.
>>
>> Habe Beweis, dass es *nicht* erst in "juengster
>> Computerzeit" war: Fachausdruecke der
>> Informationsverarbeitung [...] Copyright 1985
>
>Kein Beleg gegen die »bewußte Gegenbewegung«, da 1985
>»editieren« bereits allgemein üblich war. Älter als der
>älteste Beleg für »editieren« sollte ein solcher also schon
>sein.
Das finde ich aber auch nicht logisch. Es hat sich nach meiner
persoenlichen Erfahrung zumindest im Jahr 1985 *nicht* um eine
"bewusste Gegenbewegung" gehandelt, indem wir alle zusammen
"edieren" als den Normalfall angesehen haben und das "editieren"
sich nach *unserem* Eindruck eben noch nicht allgemein verbreitet
hatte. So gab es, wie ich schon mehrfach berichtete, in unserem
Kreis eben *ueberhaupt keine* groessere Diskussion etwa des
Stils "sollen wir trotzdem edieren nehmen, obwohl soviele Andere
editieren benutzen?", sondern wir haben einfach uebereinstimmend
die Form verwendet, die uns allen gelauefig war und uns richtig
erschien. Wir wussten zwar schon, dass es "editieren" auch gab,
haben das aber als temporaere Verirrung angesehen, die sich
schon wieder legen wuerde. So kann man sich irren.
>>> Verdopplung des Schlußkonsonanten:
>>
>> Bitte auch stoppen erwaehnen, da das im Zug der Uebernahme
>> englischer Schreibweisen auch oft nur noch mit einem p
>> geschrieben wird.
>
>»stoppen« wurde aufgrund seiner Herkunft bewußt _nicht_
>aufgenommen.
Das verstehe ich nicht ganz. Was genau steht dem denn entgegen?
> Das schließt eine Erwähnung solcher Phänomene
>wie »Stopuhr« natürlich nicht aus.
Ja bitte.
>> Noe, nicht nochmal, da meine letzte Mail offensichtlich
>> nicht beruecksichtigt wurde, groll.
>
>Prüf mal Deine Netz"werk"anbindung.
Hast Du die Mail echt nicht bekommen? Unsere Verbindung
sollte doch extrem direkt sein ueber pfm. Meine Mailanbindung
gibt eigentlich sonst keinerlei Grund zu Klagen.
>> - Doppelt genäht hält besser?
>>
>> - ABM-Maßnahme
>> - ASCII-Kode
>> - DAX-Index
>> - DMA-Zugriff
>> - GIF-Format
>> - HIV-Virus
>> - ISBN-Nummer
>> - RAM-Speicher
>> - SIMM-Modul
Toll ist auch bei alten Nadeldruckern der Zugtraktor. Die Spitze ist
allerdings der Schubtraktor.
-
Gruß
Wolfgang Radtke (Wolfgan...@t-online.de)
D-45699 Herten
"Si tacuisses philosophus mansisses."
3....@Uni-Bonn.DE (Boris 'pi' Piwinger) writes:
> PR...@ROMEO.BERLINET.DE (Hans Fischer) wrote:
>
> >D.-A.-N.-A.-Moderator.
>
> Was soll das sein?
>
Na, eben der Dana-Moderator.
Tschüss, Florian.
--
ha...@math.uni-hamburg.de
*----------------------------------------------------------------------*
``Der Wäschetrockner flirtet mit dem Video und sendet Strahlen aus
-- ein elektronischer Zoo.'' Spliff, ``Computer sind doof''
Ist schon mal jemand ueber den griechischen Ausdruck [hendiadieun]
gestolpert? Das muss wohl so etwas aehnliches sein ...
--
--- Markus Gail, ga...@stud.uni-frankfurt.de ---------------------------------
Die liberale Idee ist stark wie eh und je - es sind die Menschen, die schwach
sind; sie muessen von Zeit zu Zeit wachgeruettelt werden. MARION GR. DOENHOFF
--- Support the blue ribbon campaign! http://www.eff.org/blueribbon.html ---
Ein Hendiadyoin (griechisch: "eins durch zwei") ist eine Stilfigur
aus der literarischen Rhetorik, bei der ein Begriff durch zwei
verschiedene, beigeordnete Begriffe dargestellt wird, etwa
"Tag und Nacht" fuer "immer". Im Grunde ist der Hendiadyoin mehr
eine Interpretation (bzw. eine Uebersetzungstechnik, wenn man
z. B. 'arma virumque cano' mit "ich singe von Kriegern" uebersetzt)
als eine Figur, deren Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein man
definitiv feststellen koennte.
Ein einfaches Kriterium, um einen Pleonasmus von einem Hendiadyoin
zu unterscheiden, ist, dass die beiden beigeordneten Begriffe
bei einem Pleonasmus inhaltsgleich (oder zumindest sehr aehnlich)
sind (vgl. Pleonasmen wie "Hab und Gut" oder "mein Herr und Gebieter"),
waehrend ein Hendiadyoin aus zwei _verschiedenen_ Begriffen besteht.
Jens W. Heckmann
>Hans Fischer (PR...@ROMEO.BERLINET.DE) wrote:
>> ## Ralph Babel (rba...@babylon.pfm-mainz.de) in <551...@babylon.pfm-mainz.de>
>> > - Pleonasmus: Die Verwendung des Bezugsworts mit einem für
>[...]
>> > - Tautologie: In der Logik: wenn etwas aus sich selbst
>[...]
>Ist schon mal jemand ueber den griechischen Ausdruck [hendiadieun]
>gestolpert? Das muss wohl so etwas aehnliches sein ...
Heißt laut meinem Wörterbuch "Hendiadyoin" (müßte soviel wie "eins
durch zwei" heißen, aber mein Griechischunterricht ist lange her) und
ist eine Redefigur, bei der ein Begriff durch zwei Hauptwörter
bezeichnet wird.
"Kluengel" wuerde ich nicht sagen - das ist etwas anderes (eher ein
sachbezogenes - gegebenenfalls wiederholtes - Arrangement mit den
Beteiligten fuer einen Einzelfall, weniger eine personenbezogene
langjaehrige Verbindung immer derselben Leute zum Zwecke der gegenseitigen
Unterstuetzung). Ich kenne aus der Industrie fuer eine "Seilschaft",
ueber die man sich abfaellig aeussern will, den Begriff "Flaschenzug".
Das passt, finde ich. ;-)
Jens W. Heckmann
Interessanter Beitrag; vielen Dank.
>Schließlich führte ich eine selbstverständlich nicht repräsentative
>Untersuchung zur Häufigkeit der Wörter "Netz" und "Netzwerk" im Netz
>durch. Danach ist erstaunlicherweise das Web die Bastion der Netz-
>werker;
Sieh an; wer hätte das gedacht!
> der erste Hit auf Altavista wies treffsicher auch gleich auf
>ein "Netzwerk Seminar" der Telekom Hannover.
Wieso haben die den ihr Netz (Netzwerk?) "Seminar" genannt? Werden dort
Seminare vernetzt?
> Anzahl der Dokumente
>Suchbegiff im Web im Usenet
>==========================================================
>netz OR netze OR netzen 48140 24941
>netzwerk OR netzwerke OR netzwerken 22733 1147
Sicher, daß Du mit "netz" nicht auch alle "netzwerk" gefunden hast?
>Schweiß netzt nun meine Stirn
Ein Sweat-Network. :-)
>(1) Durch den Copyrightvermerk des FAQL-Urhebers sehe ich mich gehindert,
> den das Wort "Netz" betreffenden Wortlaut seiner FAQL zu verbreiten.
Ist das nicht ein wenig übertrieben? Ein Zitat ist keine Verbreitung.
> [...]
> Toll ist auch bei alten Nadeldruckern der Zugtraktor. Die Spitze ist
> allerdings der Schubtraktor.
>
"Der Bauer als Sprachpurist"
Trauerspiel in einem Aufzug
Personen:
Wolfgang
Ein Landwirt
1. Aufzug
Ländliche Umgebung. Tag. Wolfgang im Gespräch mit dem Landwirt.
Wolfgang: Ich habe über Nacht das Licht an meinem Auto angelassen.
Könnten Sie mich mit Ihrem Traktor anschieben?
Landwirt: Nein.
(Vorhang)
> -
> Gruß
> Wolfgang Radtke (Wolfgan...@t-online.de)
> D-45699 Herten
> "Si tacuisses philosophus mansisses."
>
Gruß,
Andreas
Andreas Kabel Andrea...@urz.uni-heidelberg.de
Bahnhofstr. 9-13 Phone: +49 6221 181552 (home)
D-69115 Heidelberg, Germany +49 6221 549435 (office)
Send e-mail with "Subject: send pgp" for PGP public key
Achim
werden. Auch der Verweis auf alt.usage.english könnte
entfallen, da de.etc.sprache.deutsch mittlerweile genug
eigenes Profil entwickelt hat.
- Typographie:
- Bindestriche:
Auch wenn es »Albert Einstein« (ohne Bindestrich) heißt,
so muß es doch »Albert-Einstein-Gymnasium« heißen (siehe
Duden, Band 1, R 28). (»Von-Neumann-Rechner« schreibt sich
übrigens mit großem »V«; siehe R 51. Dies gilt nicht für
Abkürzungen: »km-Zahl«; siehe R 26.)
(Nein, Thomas; ein Bindestrich wird nicht beidseitig mit
Leerzeichen abgesetzt; das wäre ein Gedankenstrich.)
Nach Auffassung mancher Schreiber scheinen bei Klammerung
eines Ausdrucks durch Anführungszeichen Leerzeichen darin
akzeptabel: »Bitte abstellen«-Aufforderung. Dies ist aber
noch nicht Standard; die Duden-Redaktion koppelt sogar
»In-dubio-pro-reo-Grundsatz« durch und schreibt nicht
»in dubio pro reo«-Grundsatz. Man bedenke hier auch die
Auswirkungen auf den Lesefluß im Falle eines
Zeilenumbruchs vor dem Bindestrich. Unstrittig ist jedoch
folgende Form: ... der Grundsatz »in dubio pro reo« ...
Ebenfalls durchgekoppelt werden müssen Zusammensetzungen
mit dem in Firmennamen zulässigen Et-Zeichen:
»Meyer-&-Co.-Erzeugnis«. Vergleichbares gilt jedoch nicht
für das Prozentzeichen, wo bei Zusammensetzungen der sonst
vorhandene (kleinere) Zwischenraum zwischen Zahlenangabe
und Prozentzeichen (»5 %«) entfallen statt durch einen
Bindestrich ersetzt werden soll: »5%-Klausel«. (Die
Schreibweise »5%ig« hingegen erscheint vertretbar.)
- Fugenzeichen:
Nein, es existiert kein universell gültiges System. Nein,
es besteht auch nicht notwendigerweise ein Zusammenhang
mit dem Genitiv. Weitere Informationen hierzu finden sich
beispielsweise im Grammatik-Duden (Band 4) oder in Band 9
der Duden-Reihe unter »Fugenzeichen«.
- Stilfiguren:
- Hendiadyoin, n., Hendiadys, n. (grch. »eins durch zwei«
[ausdrücken]): (1) Bezeichnung eines Begriffs durch zwei
sich ergänzende nebengeordnete Substantive oder Verben
(»Hab und Gut« für (beweglichen und unbeweglichen)
»Besitz«; »Kind und Kegel« für (eheliche und uneheliche)
»Nachkommen«, »Familie«; »Tag und Nacht« für »ständig«;
»verraten und verkauft« für »ausgeliefert«). (2)
Ersetzen einer Verbindung aus Attribut und Substantiv
durch zwei Substantive: »in Eisen und Rüstung« statt »in
eiserner Rüstung« (für »Harnisch«).
- Oxymoron, n. (grch. »scharfsinnig dumm« im Sinne von
»beabsichtigt/anzüglich widersprüchlich«): Verbindung
zweier sich widersprechender Begriffe: »weißer Rappe«,
»alter Junge«, »beredtes Schweigen«, »Nobelherberge«,
»nützlicher CrossPoint-Footer«, »einsichtiger
d.a.n.a-Moderator«.
- Pleonasmus, m. (grch. »überflüssig vorhanden sein«): Die
Verwendung des Bezugsworts mit einem für es ohnehin
charakteristischen Merkmal (im Unterschied zur
Tautologie unterschiedlicher Wortart): »weißer
Schimmel«, »runder Kreis«, »neu renovieren«,
»zusammenaddieren«, »tote Leiche«.
- Tautologie, f. (grch. [zweimal] »dasselbe Wort«
[sagen]): (1) In der Logik: wenn etwas aus sich selbst
erklärt wird (Zirkelschluß, »eine Tautologie ist eine
Sache, die tautologisch ist«). (2) In der Stilistik: die
Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter
Wörter derselben Wortart (»immer und ewig«, »einzig und
allein«, »bereits schon«).
- Welche Wörter enden auf »nf«?
fünf, Genf, Hanf, Senf, Sernf.
(Details in der 21. Auflage des Dudens oder in einem guten
Atlas.)
- Was ist eine »Untiefe«?
»Untiefe« kann sowohl eine große Tiefe als auch eine
seichte (flache) Stelle (speziell in einem Gewässer)
bezeichnen. Wahrscheinlich hing die Verwendung
ursprünglich vom Umfeld ab: Für einen Seefahrer gibt es
wenig Grund, außergewöhnlich tiefe Stellen eigens
auszuzeichnen, da diese keinen Einfluß auf das
Funktionieren des Schiffs haben; seichte Stelle hingegen
bergen die Gefahr des Auflaufens. Die Vorsilbe »Un-«
fungiert hier also als Verneinungsvorsilbe, ihre ältere
Bedeutung. Für den Landbewohner hingegen dient das »Un-«
in »Untiefe« der Verstärkung (wie beispielsweise auch in
»Unmenge«), da für ihn von besonders großer Tiefe eine
besonders große Gefahr ausgeht; seichte Stellen an Land
finden meist weniger Beachtung.
- Vielfache, Relationen, Prozente und Prozentpunkte
Bei Prozentangaben wird oft auch die »Blickrichtung« nicht
beachtet. Wenn man beispielsweise auf einen Betrag von 100
Mark 10 Prozent aufschlägt (100 + 100 × 10 % = 110) und
anschließend davon wieder 10 Prozent abzieht (110 - 110 ×
10 % = 99), so gelangt man nicht wieder zum Ausgangswert
zurück, da sich der Satz von 10 Prozent auf zwei
verschiedene Bezugswerte (100 und 110) bezieht.
Dies sollte bei der Mehrwertsteuer beachtet werden: Da der
in einem Rechnungsbetrag enthaltene Umsatzsteuerbetrag
nicht in jedem Fall explizit ausgewiesen werden muß,
findet man auf Formularen oft vorgedruckte Wendungen wie
»Im Rechnungsbetrag sind 15 Prozent Mehrwertsteuer
enthalten«. Tatsächlich sind es aber nur gut 13 Prozent
(1 - 1 / (1 + 15 / 100)), da die 15 Prozent ja auf den
Nettobetrag _aufgeschlagen_ und nicht vom Bruttobetrag
abgezogen werden. Die Formulierung »Der Rechnungsbetrag
enthält Mehrwertsteuer gemäß einem Satz von 15 Prozent«
wäre zwar nicht falsch, machte aber keine wirklichen
Angaben darüber, worauf der Mehrwertsteuersatz denn
angewandt wird. Aussagekräftiger ist vielleicht »Im
Bruttobetrag sind 15 Prozent des Nettobetrags als
Mehrwertsteuer enthalten«.
Als Prozent*punkte* wiederum bezeichnet man die
_Differenz_ zwischen zwei Prozentangaben. Wird
beispielsweise ein Beitrag von 25 auf 30 Prozent der
Bemessungsgrundlage erhöht, so handelt es sich um eine
Erhöhung um 5 Prozentpunkte (30 minus 25). Dies entspricht
jedoch einer Beitragserhöhung um 20 Prozent (30 / 25 - 1).
- Welche Verben können mit einem doppelten Akkusativ stehen?
- abfragen/abhören (»Der Lehrer fragt/hört die Schüler die
Vokabeln ab.«)
- kosten (»Das kostet mich nur ein müdes Lächeln.«)
- lehren (»Dich will ich Mores lehren!«)
- Wie heißen die Steigerungsformen des Adjektivs?
Positiv, Komparativ, Superlativ, Hyperlativ.
- »Hyperlativ«? Was soll denn _das_ sein?
»einzigste«, »optimalste«, »meistverkaufteste« ... sehr
populär in der Werbebranche. Oliver Gassner arbeitet an
einer Dummdeutsch-FAQL für de.etc.sprache.deutsch.
Vorschläge an <ogas...@fto.de>.
undurstig.
Kommentar von Stephan Grossien:
»Datenwörter«, »Langwörter«.
- ... »Monitor«?
(entsprechend »Motor«).
- Woher kommt ...
Von lateinisch »ad deum« (Gott befohlen!) über spanisch
»adiós« zu niederdeutsch »adjüs«. Verwandt: »ade«,
»adé«, »adieu«. Nicht verwandt: »tschau«, »ciao« (von
italienisch »schiavo« Sklave, entsprechend »Servus!«,
»zu Ihren Diensten!«).
Der Ost-Duden ließ neben »tschüs« auch die Schreibweise
»tschüß« zu; keine Auflage des West-Dudens legitimierte
diese jemals; bei dem Zusatz in eckigen Klammern
(»tschüs! [auch: tschüß]«) handelte es sich um einen
_Aussprachehinweis_ (siehe »Hinweise für den Benutzer«;
vergleiche beispielsweise die Einträge zu »Charis«,
»Cid« oder »Orchester«). Spätere Auflagen bedienen sich
hier der Lautschrift, was weniger verwechslungsträchtig
ist.
Mit der Rechtschreibreform wird »tschüss« (kurzes »ü«)
als Nebenform zu »tschüs« (langes »ü«) offiziell; ein
entsprechender Eintrag findet sich auch in der 21.
Auflage des Dudens (zusätzlich zu »tschüs«).
- Lokalkolorit:
Eine todsichere Methode, sich in diesem Forum lächerlich
zu machen, besteht darin, daß man seinen Idiolekt als
verbindlich für den gesamten deutschen Sprachraum erklärt,
etwa indem man als Berliner behauptet, daß Pfannkuchen und
Krapfen dasselbe seien.
- Samstag oder Sonnabend?
Beides ist korrekt. (Südwesten, Nordosten)
- Sein oder Nichtse^H^H^H^H^H^H^Hhaben?
Nördlich des Mains: »habe gelegen/gestanden«.
Südlich des Mains: »bin gelegen/gestanden«.
- Uhrzeiten:
03.00: drei Uhr
03.15: viertel vier = viertel nach drei
03.30: halb vier
03.45: dreiviertel vier = viertel vor vier
04.00: vier Uhr
- Wie sagt man in Österreich?
ISBN 3-411-01794-5.
- Wie sagt man in der Schweiz?
ISBN 3-411-04131-5.
- Verunglückte Übersetzungen und Eindeutschungen:
Ganze Bücher ließen sich hiermit füllen. Vielen Fachleuten
muß man eine gewisse Bequemlichkeit attestieren, wenn es
darum geht, verständliche und korrekte Übersetzungen der
ihnen vertrauten Fachtermini zu finden. Man denke da nur
an die unsägliche »Quartzuhr«, die noch vor wenigen Jahren
sehr gebräuchlich war und in haarsträubender Weise
begründet wurde: »Bei Verwendung in einer Uhr schreibt
sich `Quarz' eben mit `t'.« Parallelen finden sich auch
heute: »Computerviren sind männlichen grammatikalischen
Geschlechts, um sie von ihren biologischen Vorbildern zu
unterscheiden.« *schauder* Dazu kommt, daß viele Verlage
Übersetzungen oft schlecht bezahlen, so daß entweder
billige Hobbyisten mit mangelnder Kompetenz engagiert
werden oder selbst qualifizierte Übersetzer wenig
motiviert sind.
- »Aktivitäten«?
Aktivität ist bereits die Summe der Tätigkeiten. Oft ist
auch einfach nur »Veranstaltungen« gemeint.
- »allokieren«, »relokieren«?
Na sicherlich, und ebenso multiplikieren, modifikieren,
verifikieren, identifikieren, kommunikieren,
spezifikieren ...
- »Rechnernetzwerk«?
Aber nur, wenn man auch vom »Telefonnetzwerk«,
»Leitungsnetzwerk«, »Straßennetzwerk«, »Stromnetzwerk«
und »Schienennetzwerk« spricht.
(Für die Begriffsstutzigen: »Netzwerk« ist eine
Blähbildung; die deutsche Übersetzung von »network« in
diesem Sinne lautet »Netz« - oder »vernetzwerken« Sie
etwa Ihre Rechner untereinander? Das Verb »to network«
kann neben »[miteinander] verbinden« natürlich auch »mit
einem Netz überziehen«, »über eine Senderkette
ausstrahlen« oder »sich [über etwas] austauschen«
heißen.)
In anderen Zusammenhängen mögen andere Übersetzungen
angebracht sein. So übersetzt man »network« im Falle
räumlicher Strukturen (»network of roots/nerves«) oft
passender mit »Geflecht« (»Wurzel-/Nervengeflecht«).
Weitere mögliche Entsprechungen: Bund, Bündnis, Verband,
Gemeinschaft, Seilschaft, Zusammenschluß, Gruppe, Kette,
Kreis, System, Maschenwerk.
(Das Fehlen eines griffigen deutschen Äquivalents für
»[radio/television] [production] network« liegt
sicherlich auch im ehemals rein staatlichen
Rundfunksystem Deutschlands begründet.)
- Moment! Wenn »Netzwerk« eine Blähbildung sein soll,
wieso ist »Maschenwerk« dann akzeptabel?
»Werk« - hier mit »wirken« im Sinne von »weben« oder
»(Fäden) miteinander verschlingen« verwandt - gibt der
Masche Zweidimensionalität - etwas, was das Netz ohnehin
schon besitzt. (Ein eindimensionales Netz wäre
widersinnig - außer im EDV-Bereich, aber dort versteht
man unter »Vermaschung« ja ebenfalls etwas etymologisch
Unerwartetes.) Ein Feuerwerk unterscheidet sich
ebenfalls von einem Feuer.
- Aber »Netzwerk« findet sich bereits im Grimm von 1889!
Ein echter Anglizismus ist »Netzwerk« wohl nicht, aber
der in jüngerer Zeit vermehrte Gebrauch von »network« in
der Technik hat sicherlich zur Wiederbelebung von
»Netzwerk« beigetragen (siehe auch »Garage etc.« weiter
unten in diesem Abschnitt). Ersetzt man »Netzwerk«
jedoch durch »Netz«, so nimmt das den im Grimm
angeführten Belegen viel von ihrem altertümlichen Klang.
- Und worum handelt es sich bei einem »Netzanschluß«?
Der »Netzanschluß« (»-stecker«, »-buchse«, »-kabel«
etc.) eines Rechners muß bei Verwechslungsgefahr
natürlich näher bestimmt werden: 230-V-Netzanschluß,
Stromnetzanschluß, Ethernet-Anschluß, Datennetzanschluß,
Kommunikations[netz]anschluß o. ä.
- Lautet die deutsche Übersetzung von »to edit« (_nicht_
im Sinne von »herausgeben«) »edieren« oder »editieren«?
Weder noch; es heißt »aufbereiten«, »bearbeiten« oder
»redigieren«. »edieren« heißt »herausgeben« (was kein
Bearbeiten eines Textes impliziert; siehe auch die
jeweiligen Aufgabengebiete von Editor, Korrektor, Lektor
und Redakteur), und »editieren« wird von manchem als
»Fehlbildung« abgelehnt, obwohl hier - ähnlich den
Verben »agieren« und »agitieren« - eine Ableitung von
»editare« denkbar wäre. Diese »intensivierte« Form von
»edere« ist im Lateinischen jedoch nicht belegt, und
eine daher stammende englische Form müßte »editate«
lauten.
Der Hauptdenkfehler bei der Übersetzung von »to edit«
besteht darin, mit Gewalt für alle unterschiedlichen
Bedeutungen eines englischen Worts jeweils dasselbe
deutsche Wort einsetzen zu wollen - und das, obwohl
Übersetzungen bekanntlich keine bijektiven Abbildungen
sind. Wer käme schließlich auf die absurde Idee, auf die
Unterscheidung zwischen »Wörter« und »Worte« zu
verzichten, nur weil es im Englischen nur »words« gibt?
Erst in jüngster Computerzeit - womöglich als bewußte
Gegenbewegung zu »editieren« - kam man auf die etwas
abwegige Idee, das _Bearbeiten_ eines Textes etc. mit
der Bezeichnung für das _Herausgeben_ desselben zu
belegen. Eine zeitlich frühere Verwendung von »edieren«
in dieser Bedeutung ist jedenfalls bisher - etwa anhand
von (Synonym-)Wörterbüchern aus der Zeit, bevor
»editieren« aufkam - nicht bekanntgeworden.
- Die älteste bisher bekannte Fundstelle für »editieren«:
Hobbycomputer (Sonderheft der ELO, Funkschau,
Elektronik), Oktober 1978, Franzis-Verlag GmbH; Peter
Schaltegger: TRS-80 - ein professioneller Hobbycomputer;
Seite 47, rechte Spalte, Tabelle unten:
»Editier-Befehle« und »Ende des Editiervorgangs«.
- »hexadezimal«?
- »Sinn machen«?
Sinn haben/ergeben.
- »Tschechei« oder »Tschechien«?
Es ist zwar nicht »politically correct«, aber die
Übersetzung von »Cechy« (mit Häkchen über dem ersten
Buchstaben - Unicode 0x010C) lautet »Böhmen«. (Oder sagt
hier jemand »Praha« anstelle von »Prag«?) Weitere
Stichworte: Synekdoche vom Engeren; pars pro toto.
- »Aber die Tschechier wollen nicht, daß wir ihr Land
`Tschechei' nennen.«
»Welch ein Argument! Wir heißen `Deutsche' - was schert
das die Engländer, die uns `Germanen', die Franzosen,
die uns `Alemannen', die Italiener, die uns `tedeschi'
nennen?« (Wolf Schneider, Deutsch für Profis)
»Bei den Finnen heißen wir `Sachsen'. Daß die meisten
Durch »Tschechische Republik«.
- englische Verben:
- »doppeltes« Partizip:
- e-Erweiterung:
Kein »e« steht bei:
- »-le« -> »-eln«:
- Verdopplung des Schlußkonsonanten:
Vor »-ed« und »-ing« wird im Englischen bei bestimmten
Verben der Schlußkonsonant verdoppelt. Dies wird ins
Deutsche übernommen: jobben, joggen, kidnappen,
rappen, steppen. Nicht ganz nachvollziehbare Ausnahme:
handikapen (trotz Handikapper).
»stoppen« ist übrigens keine Anleihe aus dem
Englischen, und selbst »Stopp« schreibt sich - anders
als das englische »stop« - mit Doppel-p (es heißt also
_nicht_ »Stopuhr« etc.).
- Sonstige »pet peeves«:
(Duden, Band 9)
- »lizensieren«?
»lizenzieren« (zwei »z«, kein »s«!) heißt »eine Lizenz
erteilen« (lat. »licentia« Erlaubnis, »licere« erlaubt
sein) und steht nicht mit »zensieren« (lat. »censura«
(Vermögens-)Einschätzung, Sittenkontrolle, »censere«
schätzen, bewerten) in Verbindung.
- Soll man auf eine verneinte Frage, auf deren
nichtverneinte Form man mit »Nein« geantwortet hätte,
nicht mit »Ja« antworten?
Doch.
- Was stimmt an »der Standart« nicht?
Es heißt »die Standarte«.
| Dennoch, im Großen und Ganzen ist sie schon ein
| Schritt in die richtige Richtung, wenn auch die
| letzten Quäntchen noch fehlen, damit die Reform auch
| wirklich zum allgemein anerkannten Standart
| (Trefferquote in www/Altavista: 3831) wird.
(Andreas Stiller, c't, August 1996)
- Wochenbeginn
Laut einer DIN-Definition aus dem Jahre 1975 und in
Übereinstimmung mit ISO-8601 ist der erste Tag der Woche
der Montag. Die erste Woche des Jahres ist diejenige,
die den ersten Donnerstag des Jahres enthält, also die
erste Woche, die zu mehr als der Hälfte dem neuen Jahr
angehört. Der Name »Mittwoch«, heute als dritter Tag
bestenfalls noch Mitte der Arbeitswoche, ergab sich aus
dem Sonntag als Wochenbeginn, einer früheren Regelung,
der manche Weltanschauungsgemeinschaften heute noch
anhängen. »Samstag« - nach dieser früheren Übereinkunft
letzter Tag der Woche - ist mit »Sabbat« verwandt; der
gleichnamige wöchentliche Ruhetag des jüdischen Glaubens
erstreckt sich jedoch von Freitagabend bis Samstagabend.
- Wann waren die »zwanziger Jahre«?
Die 20er Jahre dieses Jahrhunderts erstrecken sich von
1920-01-01 bis 1929-12-31, das dritte Jahrzehnt von
1921-01-01 bis 1930-12-31.
Das soll niemanden davon abhalten, sich am 1. Januar
2000 - also noch vor dem Anbruch des dritten
Jahrtausends - besinnungslos zu saufen.
- Doppelt genäht hält besser?
- ABM-Maßnahme
- ASCII-Kode
- DAX-Index
- DMA-Zugriff
- GIF-Format
- HIV-Virus
- ISBN-Nummer
- LCD-Anzeige
- RAM-Speicher
- SIMM-Modul
Standpunkt A Standpunkt B
Nichts, Wolfgang.
Euch paßt diese FAQL nicht? Tendenziös? Selbstverständlich.
Schickt mir Eure Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen
(per _Mail_!), oder schreibt eine eigene, die Euch besser
gefällt. This is the net, you know.
| Now I am a firm believer in democracy, but I also believe
| that there are some fields of human activity in which a
| count of noses does not provide the best basis for law and
| order.
(Theodore M. Bernstein: The Careful Writer)
Ausgenommen Fremdmaterial: Copyright © 1996 Ralph Babel.
>Subject: de.etc.sprache.deutsch-FAQL
Müßte es nicht "De-etc-Sprache-Deutsch-FAQL" heißen?
Was bedeutet das L in "FAQL"?
Vorschlag: FAQ zu DE.ETC.SPRACHE.DEUTSCH
> Aussagekräftiger ist vielleicht »Im
> Bruttobetrag sind 15 Prozent des Nettobetrags als
> Mehrwertsteuer enthalten«.
Der Verkaufspreis wurde vom Staat um 15 % MWSt erhöht. :-(
> Der Ost-Duden ließ neben »tschüs« auch die Schreibweise
> »tschüß« zu; keine Auflage des West-Dudens legitimierte
> diese jemals; bei dem Zusatz in eckigen Klammern
> (»tschüs! [auch: tschüß]«) handelte es sich um einen
> _Aussprachehinweis_ (siehe »Hinweise für den Benutzer«;
> vergleiche beispielsweise die Einträge zu »Charis«,
> »Cid« oder »Orchester«). Spätere Auflagen bedienen sich
> hier der Lautschrift, was weniger verwechslungsträchtig
> ist.
Es macht schon Spaß, auch eigene Hinweise im FAQ wiederzufinden, ergänzt
um weitere Recherchen, die sicherlich viel Arbeit machen. Das FAQ ent-
wickelt sich m. E. zum Besten, was es in den Newsgroups gibt. Großes
Kompliment, weiter so!
> - »Rechnernetzwerk«?
Hier stand in der vorigen Ausgabe "Computernetzwerk". Beides trifft es
nicht ganz, denn solche Komposita kommen in der Praxis nur selten vor
und klingen nach Filmsynchronisation, wo Macher und Sprecher keine Ah-
nung von Computern haben ("Computer-Diskette", unnatürlich deutlich aus-
gesprochen).
Wie wäre es mit dem Titel "Netzwerk (im Zusammenhang mit Computern)?",
oder einfach nur "Netzwerk"?
Hans Fischer, Berlin
--
## We do respond. Please resend unacknowledged mail.
>>Subject: de.etc.sprache.deutsch-FAQL
>
>M=FC=DFte es nicht "De-etc-Sprache-Deutsch-FAQL" hei=DFen?
Nein, wieso? Die Newsgroup heisst de.etc.sprache.deutsch.
>Was bedeutet das L in "FAQL"?
Hat ausser RB wohl keiner verstanden;-) Angeblich List...
>Vorschlag: FAQ zu DE.ETC.SPRACHE.DEUTSCH
Die Gruppe heisst aber de.etc.sprache.deutsch.
pi
--=20
> ## Ralph Babel (rba...@babylon.pfm-mainz.de) in
> <552...@babylon.pfm-mainz.de>
>
> >Subject: de.etc.sprache.deutsch-FAQL
>
> Müßte es nicht "De-etc-Sprache-Deutsch-FAQL" heißen?
>
Müßte es nicht eigentlich FUA für Fragen und Antworten heißen? War ja nur
so 'ne Idee...
> Was bedeutet das L in "FAQL"?
>
Liste???
Gruß
Guido
Egal wie, auf jeden Fall waere es besser das "werk" wegzulassen!
Dabei ist Rechnernetz oder Computernetz genauer als Netz.
Jochen
>Die Gruppe heisst aber de.etc.sprache.deutsch.
Nein, das ist lediglich die Syntax in technischen Zusammenhängen. Im ZC-
Format "heißt" die Gruppe beispielsweise "/DE/ETC/SPRACHE/DEUTSCH", ohne
daß jemand deshalb DEUTSCH als seine MutterSPRACHE bezeichnet oder /auf
/einem /Schrägstrich /als /Wortbeginn /besteht /ETC.
> >Subject: de.etc.sprache.deutsch-FAQL
>
> Müßte es nicht "De-etc-Sprache-Deutsch-FAQL" heißen?
Nein. Immer noch nicht. Aber vielleicht sollte man das in die FAQ
aufnehmen...
-- __
__/// Arno "Arnooo" Eigenwillig /\ ar...@yaps.rhein.de \/ PGP key available.
\XX/ http://comma.rhein.de/~arno/ /\ V+49-2225-5870 \/ MIME 8bit welcome.
>>Die Gruppe heisst aber de.etc.sprache.deutsch.
>
>Nein, das ist lediglich die Syntax in technischen Zusammenh=E4ngen. Im =
ZC-=20
>Format "hei=DFt" die Gruppe beispielsweise "/DE/ETC/SPRACHE/DEUTSCH", =
ohne =20
>da=DF jemand deshalb DEUTSCH als seine MutterSPRACHE bezeichnet oder =
/auf =20
>/einem /Schr=E4gstrich /als /Wortbeginn /besteht /ETC.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Gruppe bei ihrer Einrichtung
(massgeblich hier die entsprechende Control-Nachricht) anders benannt
wurde. Was andere System anzeigen ist nicht die Frage. Mein Name
aendert sich ja auch nicht, nur weil die meisten mich flasch
schreiben.
Guido Lenz <gu...@twoflower.mayn.de> schrieb am 01.10.96:
> PROFI schrieb folgendes/wrote the following:
>
> > Müßte es nicht "De-etc-Sprache-Deutsch-FAQL" heißen?
> >
> Müßte es nicht eigentlich FUA für Fragen und Antworten heißen? War
> ja nur so 'ne Idee...
Nö. HgF für "häufig gestellte Fragen".
--
Claus André Färber <cfae...@muc.de>, <http://www.muc.de/~cfaerber/>
> - »Rechnernetzwerk«?
Hier stand in der vorigen Ausgabe "Computernetzwerk". Beides trifft es
nicht ganz, denn solche Komposita kommen in der Praxis nur selten vor
und klingen nach Filmsynchronisation, wo Macher und Sprecher keine Ah-
nung von Computern haben ("Computer-Diskette", unnatürlich deutlich aus-
gesprochen).
Dies hatte ich schon einmal geschrieben. Leider fuhr ich fort:
Wie wäre es mit dem Titel "Netzwerk (im Zusammenhang mit Computern)?",
oder einfach nur "Netzwerk"?
Es ist natürlich eine Dummheit, Negativbeispiele in Überschriften zu
nennen und sie so auch noch ins Auge zu rücken. Besser wäre "Netz",
"Computer-Netz" o. ä. Das dumme Wort "Netzwerk" sollte lediglich einmal
versteckt im Text erwähnt und dabei hinreichend gebrandmarkt werden.
Auch nicht schlecht ist immer wieder das software-programm, das gerne
in irgendwelchen juristisch angehauchten texten zu finden ist.
Das wort software braucht den zusatz programm, damit jeder weiss, worum
es sich handelt. Und damit der leser auch nicht an das heutige
fernseh-programm denkt, stellt man eben ein software davor.
Nebenbei:
Kann ich software und programm als synonyme ansehen ?
Gerald
Prä-Reform-Duden nur bei völliger Großschreibung zulässig
- und auch nur dann, wenn die Schreibweise mit »SS« zu
Mißverständnissen führen könnte (klassische Beispiele:
»Busse« und »Buße«, »Masse« und »Maße«). Es wird aber wohl
niemand ernsthaft etwas gegen die Übertragung dieser Regel
auf die normale Schreibweise (also auch ohne durchgängige
Verwendung von Majuskeln) einwenden können, wenn dem
Schreiber kein Eszett zur Verfügung steht und anderenfalls
die Gefahr eines Mißverständnisses bestünde. Eine
durchgängige Verwendung von »sz« für »ß« wird jedoch
offensichtlich von den meisten abgelehnt. (»SZ« für »ß«
war übrigens einmal bei Großschreibung die Regel, selbst
wenn keine Verwechslung drohte.)
Mit der Rechtschreibreform steht Eszett nur noch nach
langem Vokal oder Diphthong; insbesondere schreibt man
statt »daß« dann »dass«. Dies entspricht der - bis zur
Reform von 1901 - in Österreich seit 1876 üblichen
Schreibweise. Laut § 25 E3 der amtlichen Regelung steht
bei der Verwendung von Großbuchstaben generell »SS« für
»ß«; die Reform sieht in keinem Fall eine Umschreibung von
Eszett durch »sz« oder »SZ« vor.
- Typographie:
- Bindestriche:
- Fugenzeichen:
- Stilfiguren:
»zusammenaddieren«, »tote Leiche«, »Zugtraktor«.
angewandt wird. Aussagekräftiger ist vielleicht »Im
Bruttobetrag sind 15 Prozent des Nettobetrags als
Mehrwertsteuer enthalten«.
Als Prozent*punkte* wiederum bezeichnet man die
_Differenz_ zwischen zwei Prozentangaben. Wird
beispielsweise ein Beitrag von 25 auf 30 Prozent der
Bemessungsgrundlage erhöht, so handelt es sich um eine
Erhöhung um 5 Prozentpunkte (30 minus 25). Dies entspricht
jedoch einer Beitragserhöhung um 20 Prozent (30 / 25 - 1).
- Welche Verben können mit einem doppelten Akkusativ stehen?
- abfragen/abhören (»Der Lehrer fragt/hört die Schüler die
Vokabeln ab.«)
- kosten (»Das kostet mich nur ein müdes Lächeln.«)
- lehren (»Dich will ich Mores lehren!«)
- Wie heißen die Steigerungsformen des Adjektivs?
Positiv, Komparativ, Superlativ, Hyperlativ.
- »Hyperlativ«? Was soll denn _das_ sein?
»einzigste«, »optimalste«, »meistverkaufteste« ... sehr
populär in der Werbebranche. Oliver Gassner arbeitet an
einer Dummdeutsch-FAQL für de.etc.sprache.deutsch.
Vorschläge an <fra...@fto.de>.
undurstig.
Kommentar von Stephan Grossien:
»das Modul« (Betonung auf »u«; Plural: die Module). »Der
Modul« (Betonung auf »o«; Plural: die Moduln) wird in
Mathematik und Physik verwendet und hat eine gänzlich
andere Bedeutung. Beide sind jedoch vom lateinischen
»modulus« abgeleitet.
»Datenwörter«, »Langwörter«.
- ... »Monitor«?
(entsprechend »Motor«).
- Woher kommt ...
Der Ost-Duden ließ neben »tschüs« auch die Schreibweise
»tschüß« zu; keine Auflage des West-Dudens legitimierte
diese jemals; bei dem Zusatz in eckigen Klammern
(»tschüs! [auch: tschüß]«) handelte es sich um einen
_Aussprachehinweis_ (siehe »Hinweise für den Benutzer«;
vergleiche beispielsweise die Einträge zu »Charis«,
»Cid« oder »Orchester«). Spätere Auflagen bedienen sich
hier der Lautschrift, was weniger verwechslungsträchtig
ist.
Mit der Rechtschreibreform wird »tschüss« (kurzes »ü«)
- Lokalkolorit:
- Samstag oder Sonnabend?
- Sein oder Nichtse^H^H^H^H^H^H^Hhaben?
- Uhrzeiten:
ISBN 3-411-01794-5.
ISBN 3-411-04131-5.
- »Aktivitäten«?
- »Rechnernetzwerk«?
Gemeinschaft, Sendeanstalt, Seilschaft, Zusammenschluß,
- Und wie _benutzt_ man das Wort »E-Mail«?
Wie aus der Duden-Erklärung (siehe oben) ersichtlich,
bezeichnet »E-Mail« einen _Transportdienst_ oder eine
_Klasse_ von auf diese Weise transportierten Objekten,
nicht das einzelne transportierte Objekt. Der Gebrauch
entspricht also dem des deutschen Worts »Post«
(schließlich heißt »E-Mail« nichts anderes als
»elektronische Post«):
- »Das Schreiben erreichte mich per E-Mail.«
- »Hast Du Deine E-Mail schon bearbeitet?«
- »Ich habe E-Mail von ihm erhalten.«
»E-Mail« (oder kurz: »Mail«) ist insbesondere _nicht_
gleichbedeutend mit »Brief« oder »Schreiben«; im zweiten
Beispiel darf es mithin _nicht_ »E-Mails«, im dritten
_nicht_ »eine E-Mail« heißen. Ein Plural wäre
bestenfalls im Sinne von »verschiedene Organisationen
oder Systeme des elektronischen Nachrichtenaustauschs«
denkbar, aber mal ehrlich: Wann haben Sie sich zuletzt
des Wortes »Posten« als Plural von »Post« bedient?
Natürlich sind Zusammensetzungen mit »E-Mail« möglich,
entsprechend »Postkarte« oder »Postpaket«, und
beispielsweise von »E-Mail-Nachricht« kann dann auch ein
Plural gebildet werden, der keine Irritation auslöst.
- »hexadezimal«?
- »Sinn machen«?
Sinn haben/ergeben.
Durch »Tschechische Republik«.
Deutschen aber auch alleine durch »wenn«. Kann »if«
durch »whether« ersetzt werden, so entspricht die
Wendung dem deutschen »ob und wann«.
- englische Verben:
- »doppeltes« Partizip:
- e-Erweiterung:
Kein »e« steht bei:
- »-le« -> »-eln«:
- Verdopplung des Schlußkonsonanten:
- Sonstige »pet peeves«:
(Duden, Band 9)
- »lizensieren«?
Doch.
- Wochenbeginn
- PIN-Nummer
- RAM-Speicher
- SIMM-Modul
- Woher bekomme ich Informationen zur Rechtschreibreform?
(offenbar nicht mehr erreichbar)
>Auch nicht schlecht ist immer wieder das software-programm, das gerne
>in irgendwelchen juristisch angehauchten texten zu finden ist.
Ja, und "Computer-Diskette" in Unterhaltungsfilmen, von Schauspielern
und Synchron-Sprechern überdeutlich ausgesprochen. :-)
>Kann ich software und programm als synonyme ansehen?
Eigentlich nicht, aber das ist leider ein verbreiteter sprachlicher Un-
sinn. Viele Leute sprechen oder schreiben von der "Software", die sie
verwenden. In dem Wort "Software" steckt aber das Wort "Ware", und Waren
gibt es im Handel. In dem Moment, wo der Handel beim "Endverbraucher"
abgeschlossen wird und der Gegenstand in dessen Eigentum übergeht, ver-
wandelt er sich von einer "Ware" in einen richtigen realen Gegenstand;
er verliert seine begrenzte Aufgabe, Mehrwert zu erwirtschaften und wird
seinem eigentlichen endgültigen Zweck zugeführt.
Es schaudert mich auch immer, wenn jemand in seiner Wohnung keine Teppi-
che, sondern "Auslegware" benutzt. Solchen Leuten ist es auch egal, wenn
Brot, Butter oder guter Wein mit diesen Preisaufklebern auf den Tisch
kommen ("Sparkauf, 3,99 DM").
Die Vermeidung solchen Stils ist allerdings bei dem Wort "Hardware" et-
was schwierig. Manches kann man als "Gerät" bezeichnen, aber das Wort
paßt nicht immer. Bei Komposita kann man indes schon mal auf "hard" ver-
kürzen ("Hard-Problem").
BTW: Versuch doch mal, ob die andere Shift-Taste besser funktioniert.
Nicht ganz. Zur Software zaehlt man z.B. auch die Dokumentation.
Ein Problem duerfte auch die Pluralbildung bilden. Mehrere
Programme (die zu einem System gehoren moegen) sind z.B. immer noch
Software.
Unter dem Software-Programm eines SW-Verlages wuerde ich z.B. die
von diesem Verlag angebotene Software verstehen. Insofern ist
der Begriff also nicht ganz unsinnig ...
Jochen
Einen punkt fuer Dich. Also das verlagsprogramm.
Ich habe allerdings das wort software-programme immer im sinne
von "sinnvolle sequenz von anweisungen fuer den prozessor"
gelesen.
Gerald
> - Wie schreibt man »E-Mail«?
>
> Laut 21. Auflage des Dudens genau so.
>
> | E-Mail [...], die; -, -s <engl.>
Da im Duden offenbar ein Aussprache-Hinweis (['eh-meyl] und ['ih-meyl])
fehlt, könnte dieser evtl. hier ergänzt werden (Lautschrift?).
> - Und wie _benutzt_ man das Wort »E-Mail«?
> aber mal ehrlich: Wann haben Sie sich zuletzt
> des Wortes »Posten« als Plural von »Post« bedient?
Noch nie. Da "Post" - ebenso wie "E-Mail" - ein Singularetantum ist,
gibt es weder "Posts" noch "Poste" oder "Posten".
> Natürlich sind Zusammensetzungen mit »E-Mail« möglich,
> entsprechend »Postkarte« oder »Postpaket«, und
> beispielsweise von »E-Mail-Nachricht« kann dann auch ein
> Plural gebildet werden, der keine Irritation auslöst.
Postzustellung, Postversand, Postbeförderung,
E-Mail-Zustellung, E-Mail-Versand, E-Mail-Beförderung, E-Mail-Transport
> - »wenn und falls«?
> nicht unumstrittenen Wendung. »if and when« soll sowohl
^
> den konditionalen (»falls«) als auch den temporalen
> (»sobald«) Aspekt unterstreichen.
Ich empfehle Vertauschung von "(»sobald«)" und "Aspekt".
>Followup-To: rba...@babylon.pfm-mainz.de
Reply-To: rba...@babylon.pfm-mainz.de
> Auch nicht schlecht ist immer wieder das software-programm, das gerne
> in irgendwelchen juristisch angehauchten texten zu finden ist.
> Das wort software braucht den zusatz programm, damit jeder weiss, worum
> es sich handelt. Und damit der leser auch nicht an das heutige
> fernseh-programm denkt, stellt man eben ein software davor.
Vielleicht war's ja auch ein Berliner, der aus reiner Gewohnheit an das
Fremdwort die deutsche Übersetzung angehängt hat?
> Nebenbei:
> Kann ich software und programm als synonyme ansehen ?
Software wird m.E. auch zusammenfassend für eine Gruppe von einzelnen
Programmen (Die Software auf dieser Diskette ...) gebraucht.
MfG
Klaus
--
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Klaus Didrich _/\/\__/\/\________/\/\_
k...@cs.tu-berlin.de _/\/\/\/\______/\/\/\/\_
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Damit deckst Du aber nur eine Bedeutung des englischen Begriffes "ware" ab.
"webster ware" liefert
1. ware \'wa(*)r, 'we(*)r\ aj [ME war, ware careful, aware, fr. OE w<a-e>r
- more at]WARY 1: AWARE, CONSCIOUS archaic 2: WARY, VIGILANT
2. ware vt [ME waren, fr. OE warian; akin to OHG biwaro-n to protect,] OE
w<a-e>r aware : to beware of - used chiefly as a command to hunting animals
{~ chase}
3. ware n [ME, fr. OE waru; akin to MHG ware ware and prob. to OE w<a-e)Qr
aware 1a: manufactured articles, products of art or craft, or produce :
GOODS - often used in combination {tinware} 1b: an article of merchandise
2: pottery or dishes of fired clay {earthenware} 3: an intangible item (as
a service) that is a marketable commodity
4. ware vt [ME waren, fr. ON verja to clothe, invest, spend - more at WEA]R
Scot : SPEND, EXPEND
Du beschreibst die Bedeutung 3.1b (3.3?). 1a wuerde z.B. gut zu Auslegware passen,
wenn "Auslegware" ein englischer Begriff waere ;-).
Jochen
> Da "Post" - ebenso wie "E-Mail" - ein Singularetantum
> ist, gibt es weder "Posts" noch "Poste" oder "Posten".
Grimm und Duden sehen das anders.
>> Followup-To: rba...@babylon.pfm-mainz.de
>
> Reply-To: rba...@babylon.pfm-mainz.de
Wer Usenet-Header nur durch die CrossPoint-Brille
oder in von einem ZConnect-Gate mißhandelter Form
wahrnimmt, sollte besser schweigen.
> Wer Usenet-Header nur durch die CrossPoint-Brille
> oder in von einem ZConnect-Gate mißhandelter Form
> wahrnimmt, sollte besser schweigen.
Fast wäre mir entfallen, daß die relevanten Inhalte im
Usenet die Header sind.
Hier sehen wir wieder einmal einen wunderbarer
Toleranzbeweis für die 'Elite' der alteingesessenen Netz-
Nutzer. Das ist glücklicherweise nicht auf alle Benutzer
übertragbar, reiht sich aber nahtlos in die weithin bekannte
Vorurteilskette ein.
Virtuell ärgerlich, Frank
--
fr...@fidel.priconet.de - Germany - Braunschweig
> Ralph Babel writes:
>
>> Hans Fischer irrte:
>>
>>>> Followup-To: rba...@babylon.pfm-mainz.de
>>>
>>> Reply-To: rba...@babylon.pfm-mainz.de
>>
>> Wer Usenet-Header nur durch die CrossPoint-Brille
>> oder in von einem ZConnect-Gate mißhandelter Form
>> wahrnimmt, sollte besser schweigen.
>
> Fast wäre mir entfallen, daß die relevanten Inhalte im
> Usenet die Header sind.
Wenn jemand meint, sich über angeblich falsche
Inhalte selbiger echauffieren zu müssen, dann
werden sie ganz sicherlich zum Thema.
"... kommt Ihnen in de.etc.sprache.deutsch ein Poster
mit defekten Headern entgegen." - "Einer? Hunderte!"
ZConnectler - die Geisterfahrer des Netzes.
> Hier sehen wir wieder einmal einen wunderbarer
> Toleranzbeweis für die 'Elite' der alteingesessenen
> Netz-Nutzer.
Hier sehen wir wieder einmal ein wunderbares Beispiel
für den mangelnden Durchblick mancher Netzteilnehmer,
die meinen, das ungerechtfertigte Gepöbel Verwirrter
auch noch verteidigen zu müssen.
> Das ist glücklicherweise nicht auf alle Benutzer
> übertragbar, reiht sich aber nahtlos in die weithin
> bekannte Vorurteilskette ein.
Dem schließe ich mich an: Es fehlt zwar nicht allen
CrossPoint-Usern der Durchblick, aber eine gewisse
Abhängigkeit ist unübersehbar - wobei noch nicht
geklärt ist, ob die Benutzung von CrossPoint die
Verblödung fördert oder ob sich schlichte Gemüter
bevorzugt für CrossPoint entscheiden.
> Gerald Masan wrote:
> > Kann ich software und programm als synonyme ansehen ?
> Nicht ganz. Zur Software zaehlt man z.B. auch die Dokumentation.
> Ein Problem duerfte auch die Pluralbildung bilden. Mehrere
> Programme (die zu einem System gehoren moegen) sind z.B. immer noch
> Software.
> Unter dem Software-Programm eines SW-Verlages wuerde ich z.B. die
> von diesem Verlag angebotene Software verstehen. Insofern ist
> der Begriff also nicht ganz unsinnig ...
Dem stimme ich zu, aber ich setze noch einen drauf:
Im Sprachgebrauch etlicher Journalisten begegnet mir das Wort
"Software" in einem viel weiteren Sinn: Da erscheinen z. B.
"auf dem Markt" neue elektronisch-digitale Tonträger (Mini-Disk,
DAT, DCC, CD), aber es fehlt an der "Software" auf ihnen, um
die Nachfrage so richtig anzustacheln. Hier sind die Inhalte
gemeint, die sich der geneigte Nutzer mit Hilfe von Computer-
Programmen im weitesten Sinne zu Gemüte führen kann (die Mikro-
programme der CD-Spieler usw. eingeschlossen).
Hierher gehören auch die Inhalte Video-CDs, im MPEG-Format be-
spielt, die man ausschließlich auf dem Computer ansehen kann.
Andere haben das aufgegriffen und bezeichnen nun alle Daten
auf elektronischen Datenträgern, die Nutzdaten für den mensch-
lichen Endverbraucher darstellen, als Software. Das sind damit
auch die Inhalte der Web-Seiten im Internet, Datenbank-Dateien
von Recherche-Programmen wie elektronischen Lexika, Bücher, de-
ren Inhalt in digital gespeicherter Form zugänglich ist usw.
Vom Computer ausführbare Programme sind nicht ausgeschlossen;
für den Menschen am Computer sind sie auch nützliche, also Nutz-
Daten, im Unterschied vielleicht zum Betriebssystem, aber das
bleibt fraglich. Was täte man ohne Betriebssystem?!
"Software" in diesem Kontext wurde also zu einem Sammelbegriff
für ideelle Produkte, der in letzter Konsequenz sogar gedruckte
Materialien umfaßt (Bücher, Zeitungen), die ohne wesentliche
Verluste an Inhalten digitalisiert, gespeichert, kopiert und
fernübertragen werden können und zum Teil vor dem Druck nur
in digitaler Form existieren.
Da fällt die Bestimmung der früher ausschließlich gebräuchlichen
Bedeutung als "Gesamtheit von Computern (oder von einem konkret
vorhandenen Computer) ausführbarer Programme" zunehmend schwerer.
Um jetzt den Begriff auf die alte Bedeutung einzugrenzen, schlage
ich die Bezeichnung "Programm-Software" vor.
Eine "Diskette mit Software" kann schließlich auch Musik enthalten,
und sei es als "*.VOC"-Dateien, oder?
---
Mir persönlich begegnet dabei ein neues Problem, so daß ich nicht
einmal Daten von Daten richtig trennen kann:
Auf meinem PC habe ich Win-TV installiert, zunächst ein vom PC
unter Windows ausführbares Programm wie andere auch. Jetzt kommt
mein Problem. Diese Software habe ich von einer Mailbox geladen
(ist noch eindeutig). Bei der Übertragung wurden Daten transportiert,
die Programm-Datei oder Programm-Daten.
Zu seiner Arbeit nach dem Installieren benötigt Win-TV weitere
Daten, die ich der Einfachheit halber als Programm-Daten bezeichne,
im Unterschied zur Programm-Datei, die mein Rechner ja in seinen
Speicher geladen hat und ausführt. Wenn ich jetzt jemandem erzähle,
daß ich die Arbeits-Daten von der Mailbox lade (nämlich die "Win-
TV-Daten"), muß ich jedesmal eine lange Erklärung abgeben, was ich
eigentlich meine.
Ich will auch erklären, warum es doch sinnvoll ist, die Arbeits-
dateien für Win-TV als Programm-Daten zu bezeichnen (Sie kommen
übrigens in gepackter Form als e i n e Datei). Gegenstand
und Inhalt dieser Daten sind das wöchentliche Fernsehprogramm.
Demnach ist Win-TV (das kennt vielleicht auch mancher) ein Fern-
sehprogrammm-Programm (ein unmögliches Wort), für das ich von der
Mailbox die Fernsehprogramm-Programm - Programm-(Programm-)Datei
herunterlade (im Unterschiede zur Fernsehprogramm-Programm-Datei).
Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, benutze ich den PC-Monitor
auch zum Fernsehen. Dafür habe ich ein Fernseh-Programm und zwei
Video-Karten. (Eine stellt VGA dar und die andere legt PAL-Video
oder NTSC darüber. Das Programm steuert diese zweite.)
Wenn ich jetzt noch "Software" ins Spiel bringe, wird der Knoten
unübersichtlich, darum lasse ich es.
Wer kann mir helfen?
Mit besten Grüßen
Dirk Eberhardt
d-eberhdt64, Berlin, 3.11.96
Fuer diejenigen, die sie nicht alle zuordnen koennen; die Umlaute
und 'sz' sind, der Reihe nach (gross/klein): ÄÖÜ / äöü ß.
Auf "»" und "«", bzw. "„" und "”" statt " und " an Anfang und
Ende von Zitat und woertlicher Rede habe ich verzichtet, das ist
mir doch zu unsicher. Nicht jeder benutzt Windows 3.1 (deutsch).
Nun, die Darstellung der folgenden Zeichen: ÄÖÜäöüß»« hat nichts mit Windows
und schon gar nichts mit der deutsch Sprache zu tun. Sie sind einfach im
Standard-Zeichensatz ISO-8859-1 enthalten.
Was die anderen beiden Zeichen (ASCII 132 bzw. ASCII 148, von vim als
~D bzw. ~T angezeigt) angeht , diese sind laut ISO-8859 nicht definiert und
duerfen daher NICHT im Usenet verwendet werden (was sollten sie eigentlich
darstellen???).
Uebrigens, die ISO-8859-1-Zeichen sind:
Zeichen von ASCII 32 bis ASCII 126:
! " # $ % & ' ( ) * + , - . /
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 : ; < = > ?
@ A B C D E F G H I J K L M N O
P Q R S T U V W X Y Z [ \ ] ^ _
` a b c d e f g h i j k l m n o
p q r s t u v w x y z { | } ~
Zeichen von ASCII 160 bis ASCII 255:
¡ ¢ £ ¤ ¥ ¦ § ¨ © ª « ¬ ® ¯
° ± ² ³ ´ µ ¶ · ¸ ¹ º » ¼ ½ ¾ ¿
À Á Â Ã Ä Å Æ Ç È É Ê Ë Ì Í Î Ï
Ð Ñ Ò Ó Ô Õ Ö × Ø Ù Ú Û Ü Ý Þ ß
à á â ã ä å æ ç è é ê ë ì í î ï
ð ñ ò ó ô õ ö ÷ ø ù ú û ü ý þ ÿ
ASCII 160 ist eigentlich "NO-BREAK SPACE" :-)
(Falls jemand Fragen zur Bedeutung der einzelnen Zeichen hat, nur zu :-)
F'Up nach de.comp.standards
Man liest sich...
Martin Sojka
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Mail: ma...@cscip.uni-sb.de WWW: http://fsinfo.cs.uni-sb.de/~maso/
MU*s: Akjosch@Imbris (sun1.lrz-muenchen.de 6250)
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> "Software" in diesem Kontext wurde also zu einem Sammelbegriff
> für ideelle Produkte, der in letzter Konsequenz sogar gedruckte
> Materialien umfaßt (Bücher, Zeitungen), die ohne wesentliche
> Verluste an Inhalten digitalisiert, gespeichert, kopiert und
> fernübertragen werden können und zum Teil vor dem Druck nur
> in digitaler Form existieren.
So ist das mit den Anglizismen. Wenn Dich diese Bedeutungserweiterung
von `Software' st"ort, dann solltest Du nie in USA in einen `hardware
store' gehen. Denn da wirst Du mit grosser Sicherheit weit und breit
nichts von dem finden, was Du Dir unter `Hardware' vorstellst :^)
Anselm
[F'up nach de.etc.sprache.misc]
--
Anselm Lingnau ......................... lin...@tm.informatik.uni-frankfurt.de
It is easier to port a shell than a shell script. --- Larry Wall