in einem Seminar hörte ich, daß das Wort "epibrieren" keine Bedeutung
hat. Es wird nur dazu genutzt, in Umfragen die Wahrheitsliebe des
Probanden zu erforschen. "Wie oft epibrieren Sie?" - "Sie Ferkel!" - "2
bis 4 mal täglich!" - "Eher selten."
Die Werbewirtschaft hat angeblich weitere Wörter, die nur zu diesem
Zweck genutzt werden.
Stimmt diese Aussage? Gibt es im Netz eine Aufstellung der Wörter?
Mit freundlichem Gruß
Jens
Der österreichische Rundfunk macht öfters Scherzinterviews mit Fremdwörtern.
Zuletzt wurde etwa gefragt: Es hat sich herausgestellt, daß die meisten
Lehrer Pädagogen sind. Was sagen Sie dazu?
Wüste (Pädophilen-)Beschimpfungen kamen als Antwort.
Du siehst, man muß kein Fremdwort erfinden, sondern nur den Kontext!
--
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>Der österreichische Rundfunk macht öfters Scherzinterviews mit Fremdwörtern.
>Zuletzt wurde etwa gefragt: Es hat sich herausgestellt, daß die meisten
>Lehrer Pädagogen sind. Was sagen Sie dazu?
>Wüste (Pädophilen-)Beschimpfungen kamen als Antwort.
>Du siehst, man muß kein Fremdwort erfinden, sondern nur den Kontext!
Vor kurzem auf Ö3 gehört: "Sind Sie dafür, daß Schüler auch ohne ein
Nichtgenügend aufsteigen können?" Antwort: "Nein, da fehlt ja jeder
Leistungsansporn."
MfG
MH
--
Die zehn Gebote Gottes: 279 Wörter.
Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung: 300 Wörter.
Die EU-Verordnung über den Import von Karamelbonbons: 25911 Wörter.
"epi" kommt aus dem griechischen und heisst doch so etwas wie
"darauf (oertlich und zeitlich), daneben, bei, darueber" [lt.
Fremdwoerterduden],
nach meiner Spracherfahrung aber auch im Sinne von "allbedeckend,
allueberdeckend,
die ganzen Flaeche fuellend".
"brieren" konnte ich leider nicht ermitteln. "vibrieren" kommt aus dem
gr.-lat. und wenn es sich aus "vi" und "brieren" zusammensetzt, dann hat
es auch einzeln einen Sinn. Bitte mitteilen, wenn jemand es weiß.
(Daher xpost desm und fup2 desd)
Sonst wuerde ich denken, dass "epibrieren" vielleicht zusammengezogen
aus "epivibrieren" kommt.
Ausserdem ist es auf jeden Fall eine Konstruktion, die ein Fremdwort
darstellen
soll. In unserer Sprache koennen seltene Fremdwoerter auch benutzt werden,
um Handlungen nicht so deutlich auf Deutsch aussprechen zu muessen. Also
soll
es eine Handlung bezeichnen, die der Leser wohl wiederholt ausfuehrt, aber
die so anstoessig ist, dass sie nicht auf Deutsch bezeichnet werden soll.
(Der Grund fuer das Fremdwort kann eben nicht eine seltene Handlung sein,
fuer die es einfach kein deutsches Wort gibt.) Dadurch wird schon ein
bestimmtes
Bedeutungsspektrum suggeriert.
Die ganze menschliche Kommunikation beruht darauf, dass man zwar nicht immer
alle Details versteht, aber versucht zu erahnen, was gemeint sein koennte.
Ich hoere manchmal Fremdwoerter, die ich nicht kenne, und versuche dann ihre
Bedeutung fuer mich zu rekonstruieren.
Diese Fragebogenleute erwarten sicher an anderen Stellen, dass man versucht
zu verstehen, wie etwas gemeint ist und genau eines der vorgegebenen
Kaestchen ankreuzt.
Im Web gibt es eine Geschichte, in der dieses Wort vorkommt.
> Du siehst, man muß kein Fremdwort erfinden, sondern nur den Kontext!
Ein sehr guter brasilianischer Schrifsteller, Luís Fernando Veríssimo,
hat so eine Geschichte über das Verb "defenestrar" geschrieben. Nicht
breitbekannt, es kommt aus dem französchischen "defenêtrer" --durchs
Fenster werfen. Eine Menge (unsinnig u. komisch) über die Entstehung
des Verbs wird diskutiert.
Am Ende die Szene:
Liegt ein Mann auf der Straße:
"Ich wurde defenestriert*."
"Der Arme! Und danach haben sie ihn durchs Fenster geworfen."
(*Ja, Martin [Gerdes], mit sexueller Untertönung zu verstehen.) :-))
JL
Ich habe einmal eine nette (angeblich wahre) Geschichte über einen
Mann gelesen, der im Schwimmbad war und dort bemerkt hat, dass bei der
Aufschrift "Wassertiefe" das "W" und das "e" fehlten. Einer Eingebung
folgend hat er sich daraus das neue Wort "assertiv" gebastelt und bei
Besprechungen hin und wieder eingeworfen ("Ihr Argument ist mir nicht
assertiv genug!"). Es hat ihn angeblich bis heute noch niemand
gefragt, was das eigentlich bedeutet.
Schöne Grüße
AlN
Nun, das ist doch klar. Weil jeder es entweder
als Anglizismus[1] oder als "assertorisch"[2]
oder als Bildung zu "Assertion"[3] verstanden hat.
[1] engl. assertive: 1. postiv, bestimmt, ausdruecklich.
2. dogmatisch. 3. assertorisch 4. anmassend.
[2] dt. assertorisch: behauptend, versichernd.
[3] dt. Assertion: bestimmte, einfach feststellende
Behauptung, Versicherung, Feststellung.
>Vor kurzem auf Ö3 gehört: "Sind Sie dafür, daß Schüler auch ohne ein
>Nichtgenügend aufsteigen können?" Antwort: "Nein, da fehlt ja jeder
>Leistungsansporn."
"Manche Pestizide sind in Österreich verboten. Finden Sie, daß man auch
Suizide verbieten soll?"
"Wird schon seinen Grund haben, daß die wer verbieten will. Wahrscheinlich
sind sie gesundheitsschädlich."
Epibrieren ist aber AFAIK tatsächlich eine Scherzbildung. Am häufigsten in
der Frage "Entschuldigen Sie, wo kann man hier diskret/billig epibrieren?"
Natürlich mit der ganzen Wortfamilie Epibrat, Epibration, epibrativ,
Epibrator usw.
Stefan
Hallo Jens!
>"Wie oft epibrieren Sie?" - "Sie Ferkel!" - "2
>bis 4 mal täglich!" - "Eher selten."
Ich habe fast die selbe Frage & Antworten vor etwa 30 Jahren in einem
Jugendbuch mit dem Wort "repubieren" gelesen.
Servus!
M
> >Der österreichische Rundfunk macht öfters Scherzinterviews mit Fremdwörtern.
> >Zuletzt wurde etwa gefragt: Es hat sich herausgestellt, daß die meisten
> >Lehrer Pädagogen sind. Was sagen Sie dazu?
> >Wüste (Pädophilen-)Beschimpfungen kamen als Antwort.
> >Du siehst, man muß kein Fremdwort erfinden, sondern nur den Kontext!
Wadde hadde dude da: "Schäferhund hat Gold im Mund"...
Dazu sage ich: Schön wär's...
Gruß
Lodda
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.
> Ich habe einmal eine nette (angeblich wahre) Geschichte über einen
> Mann gelesen, der im Schwimmbad war und dort bemerkt hat, dass bei der
> Aufschrift "Wassertiefe" das "W" und das "e" fehlten. Einer Eingebung
> folgend hat er sich daraus das neue Wort "assertiv" gebastelt und bei
> Besprechungen hin und wieder eingeworfen ("Ihr Argument ist mir nicht
> assertiv genug!"). Es hat ihn angeblich bis heute noch niemand
> gefragt, was das eigentlich bedeutet.
"assertiv" ist kein Nonsenswort und in genanntem Kontext durchaus
plausibel verwendbar, auch wenn es sich vermutlich um einen
Anglizismus handelt.
Das Wort 'epibreren' hat scheinbar eine niederländischer Beamter
erfunden (ndl '-eren' entspricht der Endung -'ieren'). Der (ebenfalls
niederländische) Dichter Carmiggelt hat das Wort aufgeschnappt und
rund 1950 weiterverbreitet. Es bedeutet soviel wie 'Eine nicht näher
zu spezifizierende Tätigkeit' und wird benutzt um Nichtstun zu
verschleiern. 'Ich epibriere gerade Dateien/Akten' heisst soviel 'Ich
hab nichts zu tun'.
Das behauptet auf jedenfalls die niederländische Gesellschaft "Onze
Taal", die wiederum den dicken Van Dale (den niederländische Duden)
zitiert. So steht's auf http://www.onzetaal.nl/advies/epibreren.html.
Aber wie das Wort dann aus den Büchern Carmiggelts in die
Werbeindustrie gelangt ist? Keine Ahnung.
Grüsse
Ansgar
Ja. Es ist Griechisch und heißt "verspotten".
Vor der Rechtschreibreform schrieb man es "ef-ybrisdein".
chr
Nein, es ist nicht ernst gemeint.
Und ich dachte, das seien Anhänger von Effi Briest. :-)
-F.
Jens Krömer schrieb:
> in einem Seminar hörte ich, daß das Wort "epibrieren" keine Bedeutung
> hat. Es wird nur dazu genutzt, in Umfragen die Wahrheitsliebe des
> Probanden zu erforschen. "Wie oft epibrieren Sie?" - "Sie Ferkel!" - "2
> bis 4 mal täglich!" - "Eher selten."
Nebenbei bemerkt:
Vor kurzem wurde ein Thread mit dem Subject "Intimrasur Forum" nach
dsnu umgelenkt, und in Unkenntnis des ursprünglichen Inhalts las ich
versehentlich "Intrimasur". Nun interessierte es mich nicht sonder-
lich, wofür dieses Wort stünde, aber ich spekulierte - warum, kann ich
wirklich nicht logisch erklären - daß es irgendetwas aus dem
österreichisch-schweizerischen Sprachraum sein könnte. Immerhin haben
die auch so komische Wörter wie "Matura" anstelle von Abitur... nun
ja. Auch irgendetwas aus dem Bereich der Burschenschaften könnte man
sich vorstellen, immerhin gibt es dort die Mensur...
Irgendwann habe ich dann mal genauer hingeschaut und wurde erleuchtet.
Ich glaube, ich sollte das Wort mal beiläufig im Gespräch einstreuen:
Herr Müller hat bei sich neulich eine Intrimasur vornehmen lassen,
wußten Sie schon?
(-:
- Sebastian
--
*** *** Sebastian Koppehel ***
* * * * *** Lower Saxony / Germany *** * *
* * * * * * **
*** *** Don't have sex with your axe! ***
>
> Irgendwann habe ich dann mal genauer hingeschaut und wurde erleuchtet.
Ich kenne einen, der hat in verwandtem Kontext geraetselt, was
"tabulos" sein koennte. Das Problem war, dass er es analog
"nebuloes" betont hat.
Gruss,
Andreas
--
Andreas Kabel | aka...@slac.stanford.edu
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Jens Krömer schrieb:
[...] [epibrieren]
> Die Werbewirtschaft hat angeblich weitere Wörter, die nur zu diesem
> Zweck genutzt werden.
> Stimmt diese Aussage? Gibt es im Netz eine Aufstellung der Wörter?
Ich kenne, von früher, "repunsieren".
T.