Gibt es diese - in meiner Familie absolut gebräuchlichen -
Begriffe tatsächlich in der deutschen Sprache, oder ist das
wirklich mal Teil des familieninternen Idiolektes? Etymo-
logisch dürfte der Begriff lautmalerischen Ursprungs sein.
tobias
Mein familieninterner Idiolekt kennt "Bizzl" (oder "Bitzelwasser", aber
jeweils mit kurzem i) für "Mineralwasser"; es scheint aber nicht sehr
verbreitet zu sein. Genauer gesagt, du bist der erste Familien-Externe,
auf den ic stoßem, der eine ähnliche Bezeichnung benutzt.
In Punkto "lautmalerisch" teile ich Deine Vermutung.
Diedrich
--
pgp-Key 1024/09B8C0BD auf den üblichen Servern
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>pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
Also, ich kenne "pizeln" mit langem iii nur in einem anderen
Zusammenhang...
Sagt Ihr das wirklich? Ist ja widerlich, bäh!
SCNR, Gero, auf sein Mineralwasser starrend
--
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Gero Langer \|/
www.Pflegeforschung.de (o o)
==========================ooO==(_)==Ooo=
>der Pizel (mit langem i gesprochen): kohlensäurehaltiges
> Mineralwasser, Sprudel
>pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
>
>Gibt es diese - in meiner Familie absolut gebräuchlichen -
>Begriffe tatsächlich in der deutschen Sprache, oder ist das
>wirklich mal Teil des familieninternen Idiolektes? Etymo-
>logisch dürfte der Begriff lautmalerischen Ursprungs sein.
>
Hierzulande (at.) ist der Ausdruck "pitzeln" bekannt.
Wenn du je ein etwa drei- bis fünfjähriges Kind gesehen hast,
strampfend und scheiend dagegen protestiert, dass ihm der Rest der
Welt, vorzugsweise repräsentiert durch seine Mutter, nicht willfährig
ist, dann weißt du, was es bedeutet.
Im übertragenen Sinn bezeichnet es auch das Verhalten eines
pedantischen, i-Tüpferl-reiterischen Vorgesetzten, und eine Sache, bei
der's auf höchste Genauigkeit ankommt, ist pitzelig oder pitzlig.
Meine Kinder haben -lang, lang ist's her- für Mineralwasser den
Ausdruck "Kitziwasser" erfunden. Weil's am Gaumen kitzelt.
Reinhard
--
Diese Welt, sagen die Weisen,
ist nur Illusion.
Der Mann mit dem Presslufthammer
schlägt Löcher hinein.
tobias koehler schrieb:
> der Pizel (mit langem i gesprochen): kohlensäurehaltiges
> Mineralwasser, Sprudel
> pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
>
> Gibt es diese - in meiner Familie absolut gebräuchlichen -
> Begriffe tatsächlich in der deutschen Sprache, oder ist das
> wirklich mal Teil des familieninternen Idiolektes? Etymo-
> logisch dürfte der Begriff lautmalerischen Ursprungs sein.
Ich kenne "Bitzelwasser" und "bitzeln" - und siehe da: die beiden
Worte stehen sogar im Duden! Hätt´ ich jetzt nicht für möglich gehalten.
Obwohl: ich hätte eher "Bizzlwasser" und "bizzln" geschrieben,
aber nur, weil ich sie für Dialektausdrücke hielt und in unserer Gegend
das e in Endungen nicht gesprochen wird.
Bitz_e_ln <schüttel> - da muss man die Zunge beim l ja noch weiter
rausstrecken als es im (Hochmittel-)Fränkischen sowieso schon üblich
ist.
Gegenfrage: Kennt einer den Ausdruck "Spratzelwasser" (= Bitzelwasser =
Mineralwasser)? (Nein, das steht NICHT im Duden)
bye
b.a.
--
Im Uebrigen meine ich, dass wer Ehrenworte abgibt,
auch fuer genuegend grosse Badewannen sorgen sollte!
> Ich kenne "Bitzelwasser" und "bitzeln" - und siehe da: die beiden
> Worte stehen sogar im Duden! Hätt´ ich jetzt nicht für möglich gehalten.
Oha. Ich dachte, das sei ein Markenname für eine Limonade.
Wer kennt nicht die Radiowerbung
"Bizzl frisch und Bizzl fruchtig, Bizzl auf der Zunge lacht"?
Meinst Du das, was die Bayern mit piseln bezeichnen? Die Bedeutung scheint
auch im Französischen verbreitet zu sein: Pissoir(!) oder pis en lit
(Grünzeug mit nächtlichem Effekt?) ...
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | |
| | | |_| | The Acorn User Group Austria (AUGA) is at:
| | | _ |
|_|a |_| |_|a http://members.aon.at/auga
> Also, ich kenne "pizeln" mit langem iii nur in einem anderen
> Zusammenhang...
> Sagt Ihr das wirklich? Ist ja widerlich, bäh!
naja, zwischen "pizeln" (sprudeln) und "pieseln" (urinieren) wird
schon ein unterschied gemacht.. letzteres hat einen weichen s-laut.
:)
tobias
--
"das ausgepizelte bier schmeckt ja fade"
>Meinst Du das, was die Bayern mit piseln bezeichnen? Die Bedeutung
>scheint auch im Französischen verbreitet zu sein: Pissoir(!) oder
>pis en lit (Grünzeug mit nächtlichem Effekt?) ...
Ja, vielleicht leitet sich pieseln (langes i!) ja auch von pinkeln ab?
Ugs. kenne ich es auch im Zusammenhang mit leichtem Nieselregen.
Gero
Tassilo Halbritter wrote:
> In article <86d965.3...@pflegeforschung.de>, Gero Langer
> <URL:mailto:Ge...@Pflegeforschung.de> wrote:
> > tobias koehler meinte in <388A0671...@tigerden.com>:
> >
> > >pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
> >
> > Also, ich kenne "pizeln" mit langem iii nur in einem anderen
> > Zusammenhang...
> > Sagt Ihr das wirklich? Ist ja widerlich, bäh!
> >
> > SCNR, Gero, auf sein Mineralwasser starrend
> >
>
> Meinst Du das, was die Bayern mit piseln bezeichnen? Die Bedeutung scheint
> auch im Französischen verbreitet zu sein: Pissoir(!) oder pis en lit
> (Grünzeug mit nächtlichem Effekt?) ...
Wie alle schönen Wörter geht auch 'piseln' (über das französische) auf das
Lateinische zurück. Ursprung ist das lautmalerische Verb 'pissiare', das
allerdings nur im Vulgärlateinischen auftaucht.
Grüße.
Guido
> "das ausgepizelte bier schmeckt ja fade"
Eines Beitrages über Heilpraktiken Überschrift: 'Eigenurin in
aller Munde.'
Übrigens kenne ich nddt. auch pieseln und pirseln und pieschern.
Hans
BlÖterliwasser (CH)
>> [..] "pizeln" mit langem iii [..]
>Meinst Du das, was die Bayern mit piseln bezeichnen?
..die Helveten mit bisle...
> Die Bedeutung scheint
>auch im Französischen verbreitet zu sein: Pissoir(!)
..lat. Urprungs (laut malerisch :-)
>oder pis en lit
Pissenlit (Löwenzahn)
>(Grünzeug mit nächtlichem Effekt?) ...
/\
..oder täglichem, 'Harntrieb' genannt.
C - ¦ #
>der Pizel (mit langem i gesprochen): kohlensäurehaltiges
> Mineralwasser, Sprudel
>pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
>
>Gibt es diese - in meiner Familie absolut gebräuchlichen -
>Begriffe tatsächlich in der deutschen Sprache, oder ist das
>wirklich mal Teil des familieninternen Idiolektes? Etymo-
>logisch dürfte der Begriff lautmalerischen Ursprungs sein.
Ich kenn das nur als "Bitzel".
Kann dran liegen dass ich aus Bayern komme...
Marian°®¥
--
Diplomatie ist die Kunst,
dem anderen deinen Willen aufzuzwingen
und ihn gleichzeitig in dem Glauben zu lassen,
es sei sein eigener. [(c) ?]
> Bitz_e_ln <schüttel> - da muss man die Zunge beim l ja noch weiter
> rausstrecken als es im (Hochmittel-)Fränkischen sowieso schon üblich
> ist.
> Gegenfrage: Kennt einer den Ausdruck "Spratzelwasser" (= Bitzelwasser =
> Mineralwasser)? (Nein, das steht NICHT im Duden)
Klar. Hier (Oberfranken) sagt man das auch: "Ich bin heid midn Audo do,
gibb ma a Spratzlwasser..."
Fränkische Grüße
Helga
> Ja, vielleicht leitet sich pieseln (langes i!) ja auch von pinkeln ab?
> Ugs. kenne ich es auch im Zusammenhang mit leichtem Nieselregen.
Das dürfte von der Blasenfunktion abgeleitet sein.
>Ich kenne "Bitzelwasser" und "bitzeln" - und siehe da: die beiden
>Worte stehen sogar im Duden! Hätt´ ich jetzt nicht für möglich
gehalten.
>
>Obwohl: ich hätte eher "Bizzlwasser" und "bizzln" geschrieben,
>aber nur, weil ich sie für Dialektausdrücke hielt
Hihi, da siehste, daß Du doch ein Preuße bist!
(Bei uns gibt es die Wörter nämlich auch.)
Wenn das kein schlagender Beweis ist!
chr
> Im übertragenen Sinn bezeichnet es auch das Verhalten eines
> pedantischen, i-Tüpferl-reiterischen Vorgesetzten, und eine Sache, bei
> der's auf höchste Genauigkeit ankommt, ist pitzelig oder pitzlig.
>
Hallo Reinhard,
in dieser Bedeutung kenne ich das Wort als "pingelig".
"Pizel" mit langem -i- habe ich noch nie gehört; allerdings
ist mir im Zusammenhang mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser
das Wort "Prickelwasser" bekannt.
"Pi(t)zel", kurz gesprochen und deshalb wahrscheinlich mit
-tz-, kenne ich als Wort für "Papierfetzchen".
Es grüßt
ein Namensvetter
> der Pizel (mit langem i gesprochen): kohlensäurehaltiges
> Mineralwasser, Sprudel
> pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
Hallo Tobias,
wenn sich der Schwabe eine 9V-Batterie an die Zunge haelt,
"bizzelt" das.
Quelle: Uli Keuler, Der Scherzartikel
Felix
> wenn sich der Schwabe eine 9V-Batterie an die Zunge haelt,
> "bizzelt" das.
Und ab welcher spannung bratzelt es dann? :)
Also Zahlen kann ich keine nennen, aber das Pinkeln
an einen Weidezaun tendiert dazu.
Felix
tobias koehler wrote:
> der Pizel (mit langem i gesprochen): kohlensäurehaltiges
> Mineralwasser, Sprudel
> pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
Ich kenne das als "pritzeln" und "Pritzelwasser", wobei
ich mir der Schreibung nicht sicher bin -- das ist MUSEN
kein Wort der Schriftsprache.
MfG,
Erik.
--
The beaches I like the best have no footprints in the sand.
They have gotten hard to find. Now I carry a rake. -- Bob Hoover
I don't reply? Check message headers for hints.
Es _s_pratzelt...
...üblicherweise bei 220 Volt Wechselstrom (50 Hz), besonders beim
Fleischbrät-Spratzler, einer Komponente der Maultaschen-Maschine (nach
Teflon Fanfara, besser bekannt als der geistige Vater von Frau Kächele und
Frau Peters[die Moral liegt im Hefezopf - met em Hauuufe Buddrr dren])
Grüßle, Jochen
"Dr. Jochen Temper" wrote:
> tobias koehler <un...@tigerden.com> schrieb
> > Und ab welcher spannung bratzelt es dann? :)
> Es _s_pratzelt...
MUSEN brutzt es.
>der Pizel (mit langem i gesprochen): kohlensäurehaltiges
> Mineralwasser, Sprudel
>pizeln: sprudeln (Kohlensäure in Getränken)
>
>Gibt es diese - in meiner Familie absolut gebräuchlichen -
>Begriffe tatsächlich in der deutschen Sprache, oder ist das
>wirklich mal Teil des familieninternen Idiolektes? Etymo-
>logisch dürfte der Begriff lautmalerischen Ursprungs sein.
>
>tobias
Ist vielleicht der Begriff "Dappis" auch Idiolektbestandteil? Der
Begriff "Pizel" ist mir auch geläufig.
Christoph
----------------------------------------------------------
"Das neue Regelwerk ist sprachwissenschaftlich so schlecht,
daß wir auf seiner Basis nie zu einer gemeinsamen Schreib-
weise zurückkehren können.... Und hier können Sie sehen,
daß das Regelwerk sprachwissenschaftlich auf den Müll
gehört."
(Peter Eisenberg,
Mitglied der Mannheimer Rechtschreibreform-Reformkommission)
>> der's auf höchste Genauigkeit ankommt, ist pitzelig oder pitzlig.
>>
>Hallo Reinhard,
>
>in dieser Bedeutung kenne ich das Wort als "pingelig".
>
Ja, freilich.
Das lässt sich aber nur auf Personen anwenden: ein pingeliger Chef.
Bei den Sachen könnt' ich eventuell "heikel" sagen.
Im Dialekt tun wir uns halt leichter. Da sind sie alle "pitzlat".
Und in der lokalen Hochsprache ist pitzelig durchaus gängig.
>
>"Pi(t)zel", kurz gesprochen und deshalb wahrscheinlich mit
>-tz-, kenne ich als Wort für "Papierfetzchen".
>
Dafür kenn ich kein eigenes Wort. Wenn's besonders fein ist und sich
länger in der Luft hält, ist's ein Flankerl.
A propos Namensvetter:
Feierst du Namenstag? Und wann?
> Ist vielleicht der Begriff "Dappis" auch Idiolektbestandteil? Der
> Begriff "Pizel" ist mir auch geläufig.
Was heißt "Dappis"?
t.
>christoph schrieb:
Hausschuhe.
christoph