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Warum soll ein Chinese Deutsch lernen?

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Gunnar Lindenblatt

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May 27, 2012, 10:36:27 AM5/27/12
to
Hallo!

Als Herausgeber des (kostenlosen) deutsch-chinesischen Studienführers ChinaBridgeSTUDENT möchte ich eine Frage an die deutschsprachige Internet-Community weiterreichen:

„Warum soll ich [ein chinesischer Student] Deutsch lernen?“


Punkte, die es zu beachten gilt:

- Die meisten technischen Studienfächer werden, auch an deutschen Universitäten, in englischer Sprache angeboten. Der renommierte Abschluß einer deutschen Hochschule bleibt der gleiche.

- Englisch lernt man „sowieso“ in der Schule.

- In Geschäftsbeziehungen wird stets Englisch gesprochen. Deutsche Geschäftsleute weigern sich regelrecht, Deutsch zu sprechen, auch, wenn es der chinesische Partner beherrscht.


Die Gründe, die ich bis jetzt im Netz fand (z.B. beim Goethe-Institut), überzeugen selbst mich nicht: Deutsch lernen, um Goethe im Original lesen zu können? Hallo? Die Antwort* von Bastian Sick, dem hier (d.e.s.d) ja besonders beliebten Zwiebelfisch-Kolumnisten, ist ja eher zynisch gemeint. Obschon Grund Nr. 10 wirklich nicht schlecht ist.
(* http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zwiebelfisch-zehn-gute-gruende-deutsch-zu-lernen-a-688827.html )


„Technisch“ ist es machbar, ohne Deutschkenntnisse in Deutschland erfolgreich zu studieren, und ohne jegliche Deutschkenntnisse nach China zurückzukehren.

Warum sich also den Mühen unterziehen?

fragt

Gunnar Lindenblatt




--
Adresstausch: http://www.eMail2address.com/
Büchertausch: http://www.bookcrossing.com/
deutsch-chinesisches Wörterbuch: http://www.DeHanCi.com/

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Gunnar Lindenblatt

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May 27, 2012, 11:30:07 AM5/27/12
to
Hallo Stefan,

Danke für Deine Antwort!

> "Gunnar Lindenblatt" <tm...@vitadata.net> writes:
> >"Warum soll ich [ein chinesischer Student] Deutsch lernen?"
>
> (Vielleicht ist gemeint »Warum soll/te/ ich ...?«.)

Offensichtlich hat mein Deutsch schon gelitten. ;-)

Ich ordne einmal um:


> Ich denke hierbei an einen chinesischen Studenten, der nicht
> in der BRD lebt.

Das habe ich tatsächlich vergessen zu erwähnen! Die Frage wurde von einem Chinesen gestellt, der in Deutschland Maschinenbau studieren möchte. Dies wird auch als englischsprachiger Studiengang angeboten.

> Andernfalls würde ich sagen, daß es jedem
> Menschen gut zu Gesichte steht, sich mit der Sprache und
> Kultur eines Landes vertraut zu machen, in dem er sich
> aufhält; wo er dies nicht tut, frage ich mich nämlich, warum
> er sich dann überhaupt dort aufhält.

Ein frommer Wunsch, kann ich da nur sagen.

Der Grund des Aufenthaltes ist es, möglichst schnell das Studium durchzuziehen. Das klappt in Englisch besser als in Deutsch: Weil man (der ausländische Student) Englisch länger gelernt hat als Deutsch. Weil der deutsche Lehrer Englisch langsamer spricht als seine Muttersprache.

Kontakte zu deutschen Kommilitonen, selbst in organisierter Form (AStA), ergeben sich kaum.

> >Deutsche Geschäftsleute weigern sich regelrecht, Deutsch zu
> >sprechen, auch, wenn es der chinesische Partner beherrscht.
>
> Deutsche Geschäftsleute in China versuchen stets, alle
> möglichen chinesischen Höflichkeitsregeln zu beachten,
> beispielsweise nicht bei Tisch ein Papiertaschentuch zu
> benutzen. Wenn ein chinesischer Partner deutsch sprechen
> will, wäre es doch auch unhöflich, sich dem zu verweigern,
> falls er es hinreichend gut beherrscht.

Ich könnte hier mit vielen (un)schönen Anekdoten aufwarten. Es mag überraschen, aber tatsächlich geben sich deutsche Geschäftsleute wenig Mühe. (Oder, das könnte auch sein, alle Anstrengungen führen zu überhaupt keinem merklichen Resultat.) Bei einem Treffen des deutsch-chinesischen Wirtschaftsverbandes (zu Köln) wurden Käsehäppchen (Igitt!), kalter Braten (Barbarisch!) und Rotwein (Viel zu sauer!) gereicht. Offensichtlich hatte niemand den Caterer über die Zielgruppe informiert -- oder sich keiner die Mühe gemacht, dies zu tun.

Die Expats leben in China in ihrer eigenen Welt: mit importierten Lebensmitteln, eigenen Geschäften, eigenen Wohnvierteln. Nach zwei Jahren (Standard-Aufenthaltszeit) hat da keiner auch nur die leiseste Ahnung von der chinesischen Kultur.

Das klingt jetzt sehr negativ -- und ist es eigentlich auch...

Peter Veith

unread,
May 27, 2012, 11:39:15 AM5/27/12
to
Am 27.05.2012 16:36, schrieb Gunnar Lindenblatt:

> „Warum soll ich [ein chinesischer Student] Deutsch lernen?“

Da kann ich Dir leider auch nicht wirklich helfen, außer daß heutzutage
"alle" Englisch lernen, so wie früher Latein und später Französisch.
Damit wäre Deutsch etwas besonderes:

Deutsch als Nische.

> (* http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zwiebelfisch-zehn-gute-gruende-deutsch-zu-lernen-a-688827.html )

Hier stieß mir eine Aussage auf: »... hundert Millionen Menschen, die
mit Deutsch aufgewachsen sind ... Innerhalb Europas ist Deutsch die
Sprache mit den meisten Muttersprachlern, noch vor Englisch und
Französisch.«

Also, "innerhalb Europas" dürfte immer noch _Russisch_ die Sprache mit
den meisten Muttersprachlern, noch vor Deutsch, Englisch und
Französisch, sein.

Die Zahl der russischen Muttersprachler wird aktuell mit 163,8 Millionen
Menschen angegeben, abzüglich der im asiatischen Teil Rußlands lebenden
rd. 40 Mio. Menschen dürften _in_ Europa etwa _120_ Mio. Menschen
Russisch als Muttersprache sprechen.

Vermutlich _meint_ der Autor aber lediglich die EU ... dann sollte er es
auch so schreiben.

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
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Monika Schleidt

unread,
May 27, 2012, 12:24:24 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 17:30, schrieb Gunnar Lindenblatt:

>
>
> Ich könnte hier mit vielen (un)schönen Anekdoten aufwarten. Es mag überraschen, aber tatsächlich geben
sich deutsche Geschäftsleute wenig Mühe. (Oder, das könnte auch sein,
alle Anstrengungen führen zu überhaupt
keinem merklichen Resultat.) Bei einem Treffen des
deutsch-chinesischen Wirtschaftsverbandes (zu Köln)
wurden Käsehäppchen (Igitt!), kalter Braten (Barbarisch!) und Rotwein
(Viel zu sauer!) gereicht.
Offensichtlich hatte niemand den Caterer über die Zielgruppe informiert
-- oder sich keiner die Mühe gemacht, dies zu tun.

Wenn der Käse schlecht und der Wein zu sauer war, ist das natürlich
nicht so toll. Aber an sich sehe ich nicht ein, warum das Büffet sich an
der Zielgruppe orientieren sollte. Natürlich sollte man z.B. bei Moslems
nicht ausschließlich Schwein servieren, aber dass das Buffet in Köln
eher deutsch gehalten sein wird, wird den Chinesen schon klar sein und
sie vielleicht auch interessieren. Chinesisch essen können sie zuhause
immer.

Monika



--
bitte die Ziffer aus der Adresse weglassen

Sebastian Suchanek

unread,
May 27, 2012, 12:28:11 PM5/27/12
to
Thus spoke Gunnar Lindenblatt:

> [...]
> ?Technisch? ist es machbar, ohne Deutschkenntnisse in
> Deutschland erfolgreich zu studieren, und ohne jegliche
> Deutschkenntnisse nach China zurückzukehren.
> [...]

Das funktioniert /bestenfalls/ solange, wie der freundliche
Chinese sich ausschließlich auf dem Campus aufhält. Aber wehe,
er will mal 'was einkaufen oder nach dem Weg fragen - dann ist
erfahrungsgemäß Schluß mit lustig.

Davon abgesehen wäre ich ja schon froh, wenn die ganzen Chinesen
(und teilw. Inder), die zum Studieren nach Deutschland kommen,
wenigstens brauchbar Englisch könnten. Das genuschelte
Kauderwelsche versteht ja keiner... :-\


Tschüs,

Sebastian

--
http://www.baumaschinen-modelle.net
http://www.schwerlast-rhein-main.de

Erick T. Barkhuis

unread,
May 27, 2012, 12:33:33 PM5/27/12
to
Gunnar Lindenblatt:

>Ich könnte hier mit vielen (un)schönen Anekdoten aufwarten. Es mag
>überraschen, aber tatsächlich geben sich deutsche Geschäftsleute
>wenig Mühe. (Oder, das könnte auch sein, alle Anstrengungen führen zu
>überhaupt keinem merklichen Resultat.) Bei einem Treffen des
>deutsch-chinesischen Wirtschaftsverbandes (zu Köln) wurden
>Käsehäppchen (Igitt!), kalter Braten (Barbarisch!) und Rotwein (Viel
>zu sauer!) gereicht. Offensichtlich hatte niemand den Caterer über
>die Zielgruppe informiert -- oder sich keiner die Mühe gemacht, dies
>zu tun.

Findet ein solches Treffen in China statt, dürfen die deutschen
Geschäftsleute sich dann auch auf Kassler mit Kraut oder
Blutwursthäppchen freuen? Was ist mit 'nem Kölsch oder einem dunklen
Weizen?

Wieviel Aufwand betreiben die Chinesen, wenn sie in China gleichzeitig
Geschäftsleute aus Deutschland, Finnland und Italien empfangen? [Oder
gibt's dann doch eher Leckerbissen aus der Chinesischen Küche?]


--
Erick

Lars Bräsicke

unread,
May 27, 2012, 12:41:48 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 17:30, schrieb Gunnar Lindenblatt:

> Ich könnte hier mit vielen (un)schönen Anekdoten aufwarten. Es mag überraschen, aber tatsächlich geben sich deutsche Geschäftsleute wenig Mühe. (Oder, das könnte auch sein, alle Anstrengungen führen zu überhaupt keinem merklichen Resultat.) Bei einem Treffen des deutsch-chinesischen Wirtschaftsverbandes (zu Köln) wurden Käsehäppchen (Igitt!), kalter Braten (Barbarisch!) und Rotwein (Viel zu sauer!) gereicht. Offensichtlich hatte niemand den Caterer über die Zielgruppe informiert -- oder sich keiner die Mühe gemacht, dies zu tun.
>

>
> Die Expats leben in China in ihrer eigenen Welt: mit importierten Lebensmitteln, eigenen Geschäften, eigenen Wohnvierteln. Nach zwei Jahren (Standard-Aufenthaltszeit) hat da keiner auch nur die leiseste Ahnung von der chinesischen Kultur.
>
> Das klingt jetzt sehr negativ -- und ist es eigentlich auch...

Hmm, merkwürdig: Du findest es (zu recht!) "sehr negativ", wenn Deutsche
sich in China nicht mit chinesischer Kultur beschäftigen wollen, fragst
andererseits aber, warum sich ein Chinese in Deutschland mit deutscher
Kultur beschäftigen sollte.

Du nennst es eine "(un)schöne Anekdote", dass Deutsche in Deutschland
Chinesen ihre Lebensmittel nahe bringen wollen (Käsehäppchen*), beklagst
andererseits aber, dass Deutsche in China nicht chinesisch essen wollen.

Auch komisch.


(*: Was wäre da in China an Igittigkeit mit einem hübschen Stück Käse
vergleichbar? Suppen aus Vogelnestern, tausendjährige Eier,
Hundefleisch ...)



Lothar Frings

unread,
May 27, 2012, 12:48:11 PM5/27/12
to
Gunnar Lindenblatt tat kund:

> Als Herausgeber des (kostenlosen) deutsch-chinesischen Studienführers ChinaBridgeSTUDENT möchte ich eine Frage an die deutschsprachige Internet-Community weiterreichen:
>
> „Warum soll ich [ein chinesischer Student] Deutsch lernen?“

Die Frage klingt ein bißchen wie Kishons "Ein
vorzügliches Medikament - höchste Zeit, daß man
die passende Krankheit dafür findet."
Mit dem Sprachenlernen ist es wie mit dem Überholen:
Wenn man nicht weiß, ob man es tun sollte,
dann sollte man es nicht.

Monika Schleidt

unread,
May 27, 2012, 1:07:57 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 16:36, schrieb Gunnar Lindenblatt:
> Hallo!
>
> Als Herausgeber des (kostenlosen) deutsch-chinesischen Studienführers ChinaBridgeSTUDENT möchte ich eine Frage an die deutschsprachige Internet-Community weiterreichen:
>
> „Warum soll ich [ein chinesischer Student] Deutsch lernen?“
>
>
> Punkte, die es zu beachten gilt:
>
> - Die meisten technischen Studienfächer werden, auch an deutschen Universitäten, in englischer Sprache angeboten. Der renommierte Abschluß einer deutschen Hochschule bleibt der gleiche.
>
> - Englisch lernt man „sowieso“ in der Schule.
>
> - In Geschäftsbeziehungen wird stets Englisch gesprochen. Deutsche Geschäftsleute weigern sich regelrecht, Deutsch zu sprechen, auch, wenn es der chinesische Partner beherrscht.
>
>
> Die Gründe, die ich bis jetzt im Netz fand (z.B. beim Goethe-Institut), überzeugen selbst mich nicht: Deutsch lernen, um Goethe im Original lesen zu können? Hallo? Die Antwort* von Bastian Sick, dem hier (d.e.s.d) ja besonders beliebten Zwiebelfisch-Kolumnisten, ist ja eher zynisch gemeint. Obschon Grund Nr. 10 wirklich nicht schlecht ist.
> (* http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zwiebelfisch-zehn-gute-gruende-deutsch-zu-lernen-a-688827.html )
>
>
> „Technisch“ ist es machbar, ohne Deutschkenntnisse in Deutschland erfolgreich zu studieren, und ohne jegliche Deutschkenntnisse nach China zurückzukehren.

Aus Höflichkeit?

Selbst Touristen, die mich in Wien auf der Straße einfach auf englisch
ansprechen, um eine Auskunft zu bekommen, kriegen von mir nur ein
"hee?". Wenn sie sich dann wenigstens ein bisschen bemühen, die Frage
auf deutsch zu formulieren, antworte ich ihnen gerne auf englisch.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, in London, Washington, Paris,
woauchimmer, auf deutsch nach einer Auskunft zu fragen. Und in China
würde ich zumindest anfangen mit "do you speak english?".

Lothar Frings

unread,
May 27, 2012, 1:17:05 PM5/27/12
to
Monika Schleidt tat kund:

> Selbst Touristen, die mich in Wien auf der Straße einfach auf englisch
> ansprechen, um eine Auskunft zu bekommen, kriegen von mir nur ein
> "hee?". Wenn sie sich dann wenigstens ein bisschen bemühen, die Frage
> auf deutsch zu formulieren, antworte ich ihnen gerne auf englisch.

Mag sein, daß das bei den Özi-Seppeln so ist,
aber in Deutschland würde sich jeder nach Kräften
bemühen, einem Ausländer zu helfen, und dabei
notfalls auch sein allerletztes Schul-Englisch ausgraben.

>
> Ich wäre nie auf die Idee gekommen, in London, Washington, Paris,
> woauchimmer, auf deutsch nach einer Auskunft zu fragen. Und in China
> würde ich zumindest anfangen mit "do you speak english?".

Offenbar ist es in der Ostmark noch nicht angekommen,
daß Deutsch und Englisch weltweit nicht den gleichen
Stellenwert besitzen.

Horst-D.Winzler

unread,
May 27, 2012, 1:19:19 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 16:36, schrieb Gunnar Lindenblatt:
> Hallo!
>
> Als Herausgeber des (kostenlosen) deutsch-chinesischen Studienführers ChinaBridgeSTUDENT möchte ich eine Frage an die deutschsprachige Internet-Community weiterreichen:
>
> „Warum soll ich [ein chinesischer Student] Deutsch lernen?“

Vielleicht möchtest du eine deutsche Freundin kennenlernen und den
Jagdbereich erweitern?

Vielleicht aus Respekt vor dem Gastland?

Vielleicht weil keiner tatsächlich in die Zukunft sehen kann und es nie
schadet, etwas mehr zu können als die ev. "Konkurrenz"?

>
> Punkte, die es zu beachten gilt:
>
> - Die meisten technischen Studienfächer werden, auch an deutschen Universitäten, in englischer Sprache angeboten. Der renommierte Abschluß einer deutschen Hochschule bleibt der gleiche.
>
> - Englisch lernt man „sowieso“ in der Schule.
>
> - In Geschäftsbeziehungen wird stets Englisch gesprochen. Deutsche Geschäftsleute weigern sich regelrecht, Deutsch zu sprechen, auch, wenn es der chinesische Partner beherrscht.

Die weigern sich auch im Ausland mit Deutschen deutsch zu sprechen.
Vielleicht genieren sie sich auch nur, das sie Deutsche sind?
Ausschließen läßt es sich nicht.
Immerhin zweimal einen "totalen" Krieg verloren.

Die Verlieren kopierten oft den Sieger. Das ermöglicht das Gefühl, auch
zu den Siegern zu gehören, zumindest nicht zu den Verlieren. Wer will
schon Verlierer sein?

Briten mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen lassen sich bisweilen zu
der Bemerkung hinreißen, sie würden die, in jeder möglich und
unmöglichen Situation unbedingt Englisch parlieren wollenden Deutschen,
durchaus als kulturell Anbiedernde empfinden.

>
> Die Gründe, die ich bis jetzt im Netz fand (z.B. beim Goethe-Institut), überzeugen selbst mich nicht: Deutsch lernen, um Goethe im Original lesen zu können? Hallo? Die Antwort* von Bastian Sick, dem hier (d.e.s.d) ja besonders beliebten Zwiebelfisch-Kolumnisten, ist ja eher zynisch gemeint. Obschon Grund Nr. 10 wirklich nicht schlecht ist.
> (* http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zwiebelfisch-zehn-gute-gruende-deutsch-zu-lernen-a-688827.html )
>
>
> „Technisch“ ist es machbar, ohne Deutschkenntnisse in Deutschland erfolgreich zu studieren, und ohne jegliche Deutschkenntnisse nach China zurückzukehren.
>
> Warum sich also den Mühen unterziehen?
>
> fragt
>
> Gunnar Lindenblatt
>

Immerhin, mehr zu können als ev. Mitbewerber hat noch nie geschadet.

--
mfg hdw
Message has been deleted

Andy Angerer

unread,
May 27, 2012, 3:36:14 PM5/27/12
to
Sebastian Suchanek formulierte aufs eloquenteste:

> Thus spoke Gunnar Lindenblatt:
>> ?Technisch? ist es machbar, ohne Deutschkenntnisse in
>> Deutschland erfolgreich zu studieren, und ohne jegliche
>> Deutschkenntnisse nach China zurückzukehren.
>> [...]
>
> Das funktioniert /bestenfalls/ solange, wie der freundliche
> Chinese sich ausschließlich auf dem Campus aufhält. Aber wehe,
> er will mal 'was einkaufen oder nach dem Weg fragen - dann ist
> erfahrungsgemäß Schluß mit lustig.

Im Gegentum!
Wenn _ich_ ihm den Weg auf englisch erkläre, wirds erst richtig lustig.

--
Die andere Site
mit den anderen Links
www.angerer-bodenlos.de

Horst-D.Winzler

unread,
May 27, 2012, 3:42:52 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 17:30, schrieb Gunnar Lindenblatt:
> Hallo Stefan,
>
> Danke für Deine Antwort!

> Offensichtlich hat mein Deutsch schon gelitten. ;-)

Dein Name offeriert deutsche Herkunft. Dann ist es denkbar das du
Denglisch präferierst? Das zeitigt Folgen.

>
> Der Grund des Aufenthaltes ist es, möglichst schnell das Studium durchzuziehen. Das klappt in Englisch besser als in Deutsch: Weil man (der ausländische Student) Englisch länger gelernt hat als Deutsch. Weil der deutsche Lehrer Englisch langsamer spricht als seine Muttersprache.

Warum dann überhaupt die Frage?

> Kontakte zu deutschen Kommilitonen, selbst in organisierter Form (AStA), ergeben sich kaum.

Ein Freund hat eine Chinesin zur Frau. Die studierte hier Maschbau.
Jetzt arbeitet sie in einer deutschen Firma und ist dort für den
Außenhandel (auch VR-China) zuständig.
BTW ausgesprochen attraktiv, die Chinesin!

>
> Ich könnte hier mit vielen (un)schönen Anekdoten aufwarten. Es mag überraschen, aber tatsächlich geben sich deutsche Geschäftsleute wenig Mühe. (Oder, das könnte auch sein, alle Anstrengungen führen zu überhaupt keinem merklichen Resultat.) Bei einem Treffen des deutsch-chinesischen Wirtschaftsverbandes (zu Köln) wurden Käsehäppchen (Igitt!), kalter Braten (Barbarisch!) und Rotwein (Viel zu sauer!) gereicht. Offensichtlich hatte niemand den Caterer über die Zielgruppe informiert -- oder sich keiner die Mühe gemacht, dies zu tun.

Immerhin haben sie die Chinesen in keines der von Deutschen beliebten
Chinarestaurants eingeladen. Ein Fortschritt.

> Die Expats leben in China in ihrer eigenen Welt: mit importierten Lebensmitteln, eigenen Geschäften, eigenen Wohnvierteln. Nach zwei Jahren (Standard-Aufenthaltszeit) hat da keiner auch nur die leiseste Ahnung von der chinesischen Kultur.

Immerhin können Betreffende behaupten, sie hätten Auslandserfahrungen.

> Das klingt jetzt sehr negativ -- und ist es eigentlich auch...
>

Du bist hier in DE. Also nicht in China.

--
mfg hdw

Andy Angerer

unread,
May 27, 2012, 3:48:49 PM5/27/12
to
Horst-D.Winzler formulierte aufs eloquenteste:

> Immerhin, mehr zu können als ev. Mitbewerber hat noch nie geschadet.

Zumindest nicht dem kath. Mitbewerber.

Florian Ritter

unread,
May 27, 2012, 4:00:44 PM5/27/12
to
On 27 Mai, 18:33, "Erick T. Barkhuis" <erick.use-...@ardane.c.o.m>
wrote:

> Wieviel Aufwand betreiben die Chinesen, wenn sie in China gleichzeitig
> Geschäftsleute aus Deutschland, Finnland und Italien empfangen? [Oder
> gibt's dann doch eher Leckerbissen aus der Chinesischen Küche?]

Leckerbissen & fernöstl. Küche sind aber Antagonismen - FR

Uwe Schickedanz

unread,
May 27, 2012, 4:37:02 PM5/27/12
to
Ying und Yang - hast Du davon noch nie gehört? Anderswo wirds
Dialektik genannt.

Gruß Uwe

--
Wenn man seine eigenen Gedanken entwickeln möchte, ist es eine gute
Idee, für jede Stunde, die man liest, mindestens zwei Stunden zu
schreiben. Es ist natürlich keine gute Idee, alles zu veröffentlichen.
Oliver Cromm in desd === http://www.sicherheitslampe.de ===

Joachim Pense

unread,
May 27, 2012, 4:37:00 PM5/27/12
to
Naja, Deutsche würden sich mit Hund, Heuschrecken und tausendjährigen
Eiern auch nicht so wohl fühlen.

Joachim

Peter J. Holzer

unread,
May 27, 2012, 5:33:18 PM5/27/12
to
On 2012-05-27 17:07, Monika Schleidt <mon...@schleidt.org> wrote:
> Selbst Touristen, die mich in Wien auf der Straße einfach auf englisch
> ansprechen, um eine Auskunft zu bekommen, kriegen von mir nur ein
> "hee?". Wenn sie sich dann wenigstens ein bisschen bemühen, die Frage
> auf deutsch zu formulieren, antworte ich ihnen gerne auf englisch.
>
> Ich wäre nie auf die Idee gekommen, in London, Washington, Paris,
> woauchimmer, auf deutsch nach einer Auskunft zu fragen. Und in China
> würde ich zumindest anfangen mit "do you speak english?".

Und wenn die Chinesin dort eine Schwester in Geiste ist, wird sie "hee?"
antworten und warten, biss Du Dich wenigstens ein bisschen bemühst, die
Frage auch Chinesisch zu formulieren.

hp


--
_ | Peter J. Holzer | Deprecating human carelessness and
|_|_) | Sysadmin WSR | ignorance has no successful track record.
| | | h...@hjp.at |
__/ | http://www.hjp.at/ | -- Bill Code on as...@irtf.org

Peter J. Holzer

unread,
May 27, 2012, 6:00:35 PM5/27/12
to
On 2012-05-27 20:37, Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> wrote:
> Am 27.05.2012 18:24, schrieb Monika Schleidt:
>> Am 27.05.2012 17:30, schrieb Gunnar Lindenblatt:
>>> Ich könnte hier mit vielen (un)schönen Anekdoten aufwarten. Es mag
>>> überraschen, aber tatsächlich geben sich deutsche Geschäftsleute
>>> wenig Mühe. (Oder, das könnte auch sein, alle Anstrengungen führen
>>> zu überhaupt keinem merklichen Resultat.) Bei einem Treffen des
>>> deutsch-chinesischen Wirtschaftsverbandes (zu Köln) wurden
>>> Käsehäppchen (Igitt!), kalter Braten (Barbarisch!) und Rotwein (Viel
>>> zu sauer!) gereicht. Offensichtlich hatte niemand den Caterer über
>>> die Zielgruppe informiert -- oder sich keiner die Mühe gemacht, dies
>>> zu tun.
>>
>> Wenn der Käse schlecht und der Wein zu sauer war, ist das natürlich
>> nicht so toll.

Das war vermutlich nicht der Fall, und jedenfalls nicht der Kritikpunkt.
Der Kritikpunkt war, dass die Speisen und Getränke generell (unabhängig
von der Qualität) den chinesischen Geschmack nicht trafen.

>> Aber an sich sehe ich nicht ein, warum das Büffet sich an
>> der Zielgruppe orientieren sollte.

Weil sie die Zielgruppe ist? Schließlich ist das Büffet für die
Zielgruppe da. Aber natürlich stellt sich die Frage, was man der
Zielgruppe bieten will.

(Und natürlich kann es sein, dass die Chinesen gar nicht die Zielgruppe
waren. Vielleicht waren die Zielgruppe deutsche Unternehmer oder
deutsche Journalisten)

>> Natürlich sollte man z.B. bei Moslems nicht ausschließlich Schwein
>> servieren, aber dass das Buffet in Köln eher deutsch gehalten sein
>> wird, wird den Chinesen schon klar sein und sie vielleicht auch
>> interessieren. Chinesisch essen können sie zuhause immer.
>>
>
> Naja, Deutsche würden sich mit Hund, Heuschrecken und tausendjährigen
> Eiern auch nicht so wohl fühlen.

Sollte ich in Peking auf einem Buffet die Wahl zwischen Hund,
Heuschrecken und tausendjährigen Eiern einerseits sowie kaltem Braten
und Wiener Schnitzel andererseits haben, würde ich mich vermutlich an
erstere halten.

Oliver Jennrich

unread,
May 27, 2012, 6:10:46 PM5/27/12
to
Monika Schleidt <mon...@schleidt.org> writes:

> Aus Höflichkeit?
>
> Selbst Touristen, die mich in Wien auf der Straße einfach auf englisch
> ansprechen, um eine Auskunft zu bekommen, kriegen von mir nur ein
> "hee?". Wenn sie sich dann wenigstens ein bisschen bemühen, die Frage
> auf deutsch zu formulieren, antworte ich ihnen gerne auf englisch.

Nicht jeder verspürt das Bedürfnis, seine Mitmenschen zu
erziehen. Manche Leute wollen einfach nur hilfsbereit sein.

--
Space - The final frontier

Heinz Lohmann

unread,
May 27, 2012, 8:03:11 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 23:30, schrieb Gunnar Lindenblatt:
> Das habe ich tatsächlich vergessen zu erwähnen! Die Frage wurde von einem Chinesen gestellt,
der in Deutschland > Maschinenbau studieren möchte. Dies wird auch als
englischsprachiger Studiengang angeboten.

Es gibt reichlich Taiwaner, die in Deutschland Jura studiert haben
(natürlich auf Deutsch),
da die Rechtssysteme beider Länder starke Übereinstimmungen haben. Und
nun rate mal, welcher Berufsstand bzw welches ehemalige Studienfach bei
den späteren Politikern in Taiwan besonders häufig vertreten ist?

Gute Landeskenntnisse und Kontakte, so dass man sich in einem Land wie
Deutschland auch zu Hause fühlt,
schafft meist nicht mit der Zweitsprache Englisch. Die deutschen Studis
sprechen dann doch lieber mit dem englischen Muttersprachler Englisch
als mit einem event. leichte radebrechenden Studenten mit chinesischem
Akzent.

Viele unserer Absolventen jobben/arbeiten während des Studiums als
Messedolmetscher, und da ist auch auf
der Cebit Deutsch durchaus gefragt. Dabei knüpfen dann manche von ihnen
im Laufe der Jahre Kontakte zu
ihren späteren Arbeitgebern, die heilfroh sind, dass sie jemanden haben,
der sich aufgrund guter Deutschkenntnisse im Lande integrieren kann und
deshalb länger gern bleibt.

Deshalb lohnt es sich für ausländische Studenten, Deutsch zu lernen.

PS: Maschinenbaustudenten kenne ich nicht. Vielleicht ist bei denen
alles anders.
--
mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Thomas Bliesener

unread,
May 27, 2012, 9:54:38 PM5/27/12
to
Uwe Schickedanz schrieb:
> Ying und Yang - hast Du davon noch nie gehört?

Häufig.

> Anderswo wirds Dialektik genannt.

Hier in der NG läuft das unter "furniertes Fremdwortwissen".
--
bli

Diedrich Dirks

unread,
May 27, 2012, 10:54:54 PM5/27/12
to
Thomas Bliesener:

>> Ying und Yang - hast Du davon noch nie gehört?
>
> Häufig.
>
>> Anderswo wirds Dialektik genannt.
>
> Hier in der NG läuft das unter "furniertes Fremdwortwissen".

Wow! Ich lese diese Gruppe wohl seit Jahrhunderten, doch dieser Begriff
ist mir neu.

WWG

--
Diedrich

Lothar Frings

unread,
May 28, 2012, 12:42:37 AM5/28/12
to
Uwe Schickedanz tat kund:

> Ying und Yang - hast Du davon noch nie gehört?

Doch; bei uns heißen die Ernie und Bert.

Horst-D.Winzler

unread,
May 28, 2012, 1:14:08 AM5/28/12
to
Sesamstraße, das Intellektuellste was die ÖRR jemals produziert haben.

--
mfg hdw

Gerald Fix

unread,
May 28, 2012, 2:08:33 AM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012 07:14:08 +0200, "Horst-D.Winzler"
<horst.d...@web.de> wrote:

>Sesamstraße, das Intellektuellste was die ÖRR jemals produziert haben.

"Sesame Street, so der Originaltitel, startete am 10. November 1969 im
US-Fernsehen." http://de.wikipedia.org/wiki/Sesamstra%C3%9Fe

--
Viele Grüße
Gerald Fix

Uwe Schickedanz

unread,
May 28, 2012, 3:09:13 AM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012 08:08:33 +0200, Gerald Fix <gf...@kabelbw.de>
wrote:
Das macht es nicht unbedingt besser, oder?

Gerald Fix

unread,
May 28, 2012, 3:21:36 AM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012 09:09:13 +0200, Uwe Schickedanz
<Uwe_use...@nurfuerspam.de> wrote:

>>>Sesamstraße, das Intellektuellste was die ÖRR jemals produziert haben.
>>
>>"Sesame Street, so der Originaltitel, startete am 10. November 1969 im
>>US-Fernsehen." http://de.wikipedia.org/wiki/Sesamstra%C3%9Fe
>
>Das macht es nicht unbedingt besser, oder?

Da sie es nicht produziert haben, macht es gar nichts.

Joachim Pense

unread,
May 28, 2012, 3:37:30 AM5/28/12
to
Es wird vom PBS produziert, also dem amerikanischen Gegenstück des
ÖR-Fernsehens. PBS gibts auch seit 1969, ich bin aber nicht sicher, ob
Sesame Street von anfang an von denen gemacht wurde.

Joachim

Joachim Pense

unread,
May 28, 2012, 3:40:20 AM5/28/12
to
die englische WP bestätigt, dass die Sendung von Anfang an bei PBS war.
Also kann man meiner Meinung nach durchaus sagen, dass es sich um eine
(amerikanische) ÖRR-Produktion handelt.

Joachim

Uwe Schickedanz

unread,
May 28, 2012, 4:06:53 AM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012 09:21:36 +0200, Gerald Fix <gf...@kabelbw.de>
wrote:
Man könnte mit einiger Berechtigung sagen, daß die deutsche
Synchronisation von ihnen produziert wurde. Und das ist es ja wohl,
was im wesentlichen den intellektuellen Gehalt ausmacht.

Joachim Pense

unread,
May 28, 2012, 4:45:44 AM5/28/12
to
Am 28.05.2012 10:06, schrieb Uwe Schickedanz:

>
> Man könnte mit einiger Berechtigung sagen, daß die deutsche
> Synchronisation von ihnen produziert wurde. Und das ist es ja wohl,
> was im wesentlichen den intellektuellen Gehalt ausmacht.

Kann das sein, dass das Unfug ist?

Joachim

Oliver Jennrich

unread,
May 28, 2012, 5:22:15 AM5/28/12
to
Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> writes:

> Am 28.05.2012 08:08, schrieb Gerald Fix:
>> On Mon, 28 May 2012 07:14:08 +0200, "Horst-D.Winzler"
>> <horst.d...@web.de> wrote:
>>
>>> Sesamstra�e, das Intellektuellste was die �RR jemals produziert haben.
>>
>> "Sesame Street, so der Originaltitel, startete am 10. November 1969 im
>> US-Fernsehen." http://de.wikipedia.org/wiki/Sesamstra%C3%9Fe
>>
>
> Es wird vom PBS produziert, also dem amerikanischen Gegenst�ck des
> �R-Fernsehens. PBS gibts auch seit 1969, ich bin aber nicht sicher, ob
> Sesame Street von anfang an von denen gemacht wurde.

Vor allem hat die deutsche Version der Sesamstra�e seit Anfang der 80er
bis auf die Handpuppen praktisch nichts mehr mt der originalen
Sesamestreet zu tun.

Das sind komplette Neuproduktionen.

Joachim Pense

unread,
May 28, 2012, 6:34:01 AM5/28/12
to
Schon in der Synchronisation hat die deutsche Sesamstra�e gegen�ber dem
Original (naturgem��) verloren. "Praktisch nichts mehr" sehe ich nicht
ganz. Es gibt halt jeweils lokal produzierte Studioteile (in der
holl�ndischen Version habe ich mal eine M�rchenvorleserin gesehen), und
der deutsche Studioteil ist halt (naturgem��) sehr deutsch. F�r die
Kinder sicher besser so.

"Bis auf die Handpuppen"? Naja, um die geht es doch eigentlich, oder?

Joachim

Oliver Jennrich

unread,
May 28, 2012, 6:52:29 AM5/28/12
to
Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> writes:

>> Vor allem hat die deutsche Version der Sesamstra锟絜 seit Anfang der 80er
>> bis auf die Handpuppen praktisch nichts mehr mt der originalen
>> Sesamestreet zu tun.
>>
>> Das sind komplette Neuproduktionen.
>>
>
> Schon in der Synchronisation hat die deutsche Sesamstra锟絜 gegen锟絙er
> dem Original (naturgem锟斤拷) verloren. "Praktisch nichts mehr" sehe ich
> nicht ganz. Es gibt halt jeweils lokal produzierte Studioteile (in der
> holl锟絥dischen Version habe ich mal eine M锟絩chenvorleserin gesehen),
> und der deutsche Studioteil ist halt (naturgem锟斤拷) sehr deutsch. F锟絩
> die Kinder sicher besser so.
>
> "Bis auf die Handpuppen"? Naja, um die geht es doch eigentlich, oder?

Nein, die waren eigentlich eher Beiwerk. Die eigentliche 'Handlung'
spielte eben in der Sesamestreet, einer typischen Stra锟絜 in einer
typischen Ostk锟絪tenstadt (NY?) in der viele Kinder miteinander
spielten [1]. Oskar wohnte in der M锟絣ltonne und Big Bird lebte da auch
irgendwie. Die *Handpuppen* traten nur in den Studioszenen auf.

Die deutsche Version hat das dann umgekehrt - die Handlung fand komplett
im Studio statt (mit Lilo Pulver und Tiffy).


[1] Wenn ich mich recht entsinne war das Argument f锟絩 eine Neuproduktion
dass das amerikanischen Soziotop (Kinder verschiedener Hautfarben
spielen auf der Strasse) dem deutschen Publikum nicht angemessen war.

Helmut Richter

unread,
May 28, 2012, 6:55:11 AM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012, Oliver Jennrich wrote:

> [1] Wenn ich mich recht entsinne war das Argument für eine Neuproduktion
> dass das amerikanischen Soziotop (Kinder verschiedener Hautfarben
> spielen auf der Strasse) dem deutschen Publikum nicht angemessen war.

Was war nicht angemessen? Dass Kinder auf der Straße spielen, statt sich
sinnvoll zu beschäftigen (Violinunterricht, Nachhilfe, Nintendo)?

--
Helmut Richter
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Peter Veith

unread,
May 28, 2012, 9:51:54 AM5/28/12
to
Am 28.05.2012 15:16, schrieb Sepp Neuper:

> ... einen Grund gäbe es vielleicht: Das Internet.
> Immerhin ist da Deutsch die zweithäufigst verwendete Sprache.

Da scheint es unterschiedliche Auffassungen zu geben:

»Aber nach Smartling war Deutsch im Jahr 2000 die nach Englisch (39 %),
Japanisch (13 %) und Chinesisch (9 %) am meisten verwendete Sprache im
Internet (gefolgt von Spanisch (7 %) und Französisch (4 %)).[...] Für
2010 werden etwa 4 % für das Deutsche angegeben (27 % für das Englische,
24 % für das Chinesische, 8 % für das Japanische, und 5 % für das
Spanische).«
<http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprache>

Also, vermutlich nur 5. Platz.

> Und die chinesischen Zensoren werden sich wohl hauptsächlich
> auf englische Seiten stürzen. So kann man ihnen ein Schnippchen
> schlagen.

Ich sollte Chinesisch lernen.

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de

Lothar Frings

unread,
May 28, 2012, 10:32:51 AM5/28/12
to
Sepp Neuper tat kund:

> "Gunnar Lindenblatt" <tm...@vitadata.net> schrieb:

> Um bei anderen Chinesen angeben zu können, daß er ausser Englisch noch
> eine ganz selten verwendete exotische Sprache kann?
>
> Nee, aber einen Grund gäbe es vielleicht: Das Internet.
> Immerhin ist da Deutsch die zweithäufigst verwendete Sprache.

Mit welchem Abstand zu Englisch?

Helmut Richter

unread,
May 28, 2012, 11:00:26 AM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012, Sepp Neuper wrote:

> Oder der Autor gehört zu denjenigen, die Rußland nicht zu Europa
> zählen.

Na ja, nicht jeder meint Weißrussland, wenn er "Mitteleuropa" sagt, ob
wohl das genau in der Mitte liegt.

Interessant wäre es, bei der Mitte die Bevölkerungsdichte mit zu
berücksichtigen, etwa als Gedankenexperiment: Men schneidet den Umriss
Europas aus und legt auf jedes Flächenstück ein gewicht, das der dortigen
Bevölkerug entspricht. Wo ist dann der Schwerpunkt?

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
May 28, 2012, 11:06:32 AM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012, Sepp Neuper wrote:

> "Horst-D.Winzler" <horst.d...@web.de> schrieb:
>
> >Briten mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen lassen sich bisweilen zu
> >der Bemerkung hinreißen, sie würden die, in jeder möglich und
> >unmöglichen Situation unbedingt Englisch parlieren wollenden Deutschen,
> >durchaus als kulturell Anbiedernde empfinden.
>
> Das ist richtig.
> In einem amerikanischen Webforum hat mal jemand geschrieben, es
> lohne sich für ihn (als Ami) nicht Deutsch zu lernen, da die Deutschen
> sich sowieso immer nur auf Englisch unterhalten wollten.
>
> Allerdings ist hier nicht ganz klar, ob es sich nun dabei um typisch
> deutsche Arschkriecherei handelt, oder um typisch deutsche Über-
> heblichkeit, um dem ungebildeten Ami zu zeigen, wie toll man seine
> Sprache beherrscht.

Oder in 95% der Fälle doch die Einsicht, dass man auf Englisch schneller
zum Ziel kommt. Sehr schade für die anderen 5%, aber so ist das Leben.

Wichtig ist auch, dass man nicht die Sprache wechseln muss und umdenken.
Ich erinnere mich an eine Unterhaltung (3 Deutsche, 2 Franzosen), bei der
jeder die Sprache des anderen mühelos verstehen konnte -- guten Willen
beim Sprecher vorausgesetzt --, aber sich nicht jeder in der Fremdsprache
schnell klar ausdrücken. Wir wollten uns erst darauf einigen, dass jeder
seine eigene Sprache benutzt, wo er keine Formulierungsschwierigkeiten hat
und von allen verstanden wird, aber das funktioniert nicht. Am Schluss
mussten wir doch zum großen Bedauern aller englisch reden, weil sonst die
Sprachschwierigkeiten und nicht das Gesprächsthema das Gespräch dominiert
hätten.

--
Helmut Richter

Theodor Euler

unread,
May 28, 2012, 11:08:03 AM5/28/12
to
Helmut Richter schrieb :
Ich würd' mal sagen, in der Gegend von Düsseldorf.

--
Theodor Euler

Lothar Frings

unread,
May 28, 2012, 11:41:44 AM5/28/12
to
Helmut Richter tat kund:

> Interessant wäre es, bei der Mitte die Bevölkerungsdichte mit zu
> berücksichtigen, etwa als Gedankenexperiment: Men schneidet den Umriss
> Europas aus und legt auf jedes Flächenstück ein gewicht, das der dortigen
> Bevölkerug entspricht. Wo ist dann der Schwerpunkt?

Kommt drauf an, wo Gabriel gerade ist.

Florian Ritter

unread,
May 28, 2012, 10:15:27 AM5/28/12
to
On 27 Mai, 22:37, Uwe Schickedanz <Uwe_usenet.s...@nurfuerspam.de>
wrote:

> >> Wieviel Aufwand betreiben die Chinesen, wenn sie in China gleichzeitig
> >> Geschäftsleute aus Deutschland, Finnland und Italien empfangen? [Oder
> >> gibt's dann doch eher Leckerbissen aus der Chinesischen Küche?]
>
> >Leckerbissen & fernöstl. Küche sind aber Antagonismen.
>
> Ying und Yang - hast Du davon noch nie gehört? Anderswo wirds
> Dialektik genannt.

Aus meditativen Gründen stelle ich seit Jahren Yin-Yang-Symbole in
Laubsägearbeit her. Wolle dessen bitte eingedenk sein.
Eine aechte Attraktion waren aus Leipzig stammende Chinesen, die in
Bln.-Moabit einen Imbiß betrieben und die p.t. Kundschaft in
klingendem Sächsisch abfertigten, mit u.a. "Currywurst à la Peking" -
FR

Oliver Jennrich

unread,
May 28, 2012, 1:11:22 PM5/28/12
to
Das war in den späten 70ern. Da war erstens das Spielen auf der Straße
in der Stadt nicht [1] en vogue, zweitens in
Norddeutschland (federführend war der NDR) die Dichte an dunkelhäutigen
Kindern so gering, dass die typische Sesamestreet-Population für lokale
Verhältnisse eben vollkommen untypisch war. Ausserdem waren ja auch die
Präsentatoren (jedenfalls die eine an die ich mich jetzt erinnere)
dunkelhäutig. Das ging in den siebzigern schon mal gar nicht - da war ja
schon Lilo Pulver als Presentatrice eine Sensation, und das ging wohl
auch nur weil es eine Kindersendung war. Ausserdem war die Synchro
Scheisse.

[1] nicht mehr bzw. noch nicht wieder: Spielstraßen, verkehrsberuhigte Zonen
etc. waren da noch kommunistisches Teufelszeug. O-Ton meines Fahrlehrers
noch Mitte der achtziger: Im modernen Straßenverkehr gehören Fussgänger
und Fahrradfahrer unter die Erde.

Oliver Cromm

unread,
May 28, 2012, 1:12:01 PM5/28/12
to
* Helmut Richter:

> On Mon, 28 May 2012, Sepp Neuper wrote:
>
>> Oder der Autor gehört zu denjenigen, die Rußland nicht zu Europa
>> zählen.
>
> Na ja, nicht jeder meint Weißrussland, wenn er "Mitteleuropa" sagt, ob
> wohl das genau in der Mitte liegt.

Ob wohl das genau in der Mitte liegt?

Ja, nach einer der zahlreichen möglichen Definitionen. Aber
meistens kommt man etwa in der Gegend raus, z.B. Litauen oder
östliches Polen.

> Interessant wäre es, bei der Mitte die Bevölkerungsdichte mit zu
> berücksichtigen, etwa als Gedankenexperiment: Men schneidet den Umriss
> Europas aus und legt auf jedes Flächenstück ein gewicht, das der dortigen
> Bevölkerug entspricht. Wo ist dann der Schwerpunkt?

Mit den etwas veralteten Daten von
<http://cs.ecs.baylor.edu/~hamerly/software/europe_population_weighted_centers.txt>
errechne ich ihn als in der Mitte der Slowakei, nahe der
polnischen Grenze (49.28, 19.69).

Für die EU übrigens südlich von Balingen in BaWü (48.20, 8.86).

--
Java is kind of like kindergarten. There are lots of rules you
have to remember. If you don't follow them, the compiler makes
you sit in the corner until you do.
Don Raab

Oliver Cromm

unread,
May 28, 2012, 1:12:03 PM5/28/12
to
* Peter Veith:

> Am 28.05.2012 15:16, schrieb Sepp Neuper:
>
>> ... einen Grund gäbe es vielleicht: Das Internet.
>> Immerhin ist da Deutsch die zweithäufigst verwendete Sprache.
>
> Da scheint es unterschiedliche Auffassungen zu geben:
>
> »Aber nach Smartling war Deutsch im Jahr 2000 die nach Englisch (39 %),
> Japanisch (13 %) und Chinesisch (9 %) am meisten verwendete Sprache im
> Internet (gefolgt von Spanisch (7 %) und Französisch (4 %)).[...] «
> <http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprache>

Das halte ich für unglaubwürdig. Ich habe 1997-2001 in Japan
gelebt, und die hinkten in der Computer- und Internetnutzung
deutlich hinter Deutschland hinterher. Ab 2000 waren plötzlich
ganz viele Japaner "im Internet", weil ihre Telefone E-Mail und
i-mode hatten (sowas wie WAP, aber besser, so daß es praktisch
nutzbar war), aber davon waren nicht urplötzlich unheimlich viele
Inhalte im Netz. Und in China war es noch gar nicht richtig
losgegangen.

Ich habe selber damals für meine Doktorarbeit solche Zahlen
gesucht, und die sahen anders aus. Ich nehme nach dem Besuch auf
der zitierten Seite stark an, diese Statistik ist die Anzahl der
Nutzer mit dieser Muttersprache, nicht eine Statistik der Inhalte,
und für Japanisch wurde i-mode mitgezählt.

Sie sagen für 2011, 27% der Nutzer seien englischsprachig, aber
56% der Inhalte - für andere Sprachen finde ich bei Smartling auf
die Schnelle keine Statistik der Inhalte.

--
Microsoft designed a user-friendly car:
instead of the oil, alternator, gas and engine
warning lights it has just one: "General Car Fault"

Lothar Frings

unread,
May 28, 2012, 1:13:00 PM5/28/12
to
Florian Ritter tat kund:

> Eine aechte Attraktion waren aus Leipzig stammende Chinesen, die in
> Bln.-Moabit einen Imbiß betrieben und die p.t. Kundschaft in
> klingendem Sächsisch abfertigten, mit u.a. "Currywurst à la Peking" -

Nun denn - Es gibt Pizza Hawaii, warum nicht auch
Currywurst Peking. FYA:

<http://www.schlabonski.de/lache.html>

ff.
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Oliver Jennrich

unread,
May 28, 2012, 1:24:41 PM5/28/12
to
Peter Veith <ve...@snafu.de> writes:

> Also, "innerhalb Europas" dürfte immer noch _Russisch_ die Sprache mit
> den meisten Muttersprachlern, noch vor Deutsch, Englisch und
> Französisch, sein.

Die genaue Rangfolge hängt vermutlich davon ab, ob man alle Russen als
Europäer (dito alle Türken) bezeichnet, aber Wolfram Alpha liefert für
die ersten fünf der Bevölkerungsrangliste Russland, Deutschland, Türkei,
Frankreich, UK. Die Abstände sind so, dass die Belgier und Schweizer die
Franzosen nicht auf den dritten Platz und die Iren das UK nicht auf den
vierten Platz heben.

Wenn man jedoch die Bevölkerung im geographischen Europa zählt,
dann sieht das (vor allem fuur die Türkei) anders aus.

>
> Die Zahl der russischen Muttersprachler wird aktuell mit 163,8 Millionen
> Menschen angegeben,

WA gibt 127 Millionen an. Insgesamt.
Message has been deleted

Helmut Richter

unread,
May 28, 2012, 1:32:49 PM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012, Oliver Cromm wrote:

> Mit den etwas veralteten Daten von
> <http://cs.ecs.baylor.edu/~hamerly/software/europe_population_weighted_centers.txt>
> errechne ich ihn als in der Mitte der Slowakei, nahe der
> polnischen Grenze (49.28, 19.69).

Da hast du wohl ganz Russland bis Wladiwostok hineingerechnet, sonst läge
das Zentrum Russlands nicht zwischen Ufa und Orenburg. Das dürfte das
gesamteuropäische Bild verändern.

Ich weiß auch nicht, wie derunterschiedliche Einfluss von Länge und Breite
berücksichtigt wurde; muss ich mal genau lesen.

Trotzdem interessant, dass es jemanden gibt, der nicht nur dieselbe Idee
hatte, sondern sie auch noch umgesetzt hat.

--
Helmut Richter

Diedrich Dirks

unread,
May 28, 2012, 1:33:31 PM5/28/12
to
Florian Ritter:

> Eine aechte Attraktion waren aus Leipzig stammende Chinesen, die in
> Bln.-Moabit einen Imbiß betrieben und die p.t. Kundschaft in
> klingendem Sächsisch abfertigten, mit u.a. "Currywurst à la Peking" -

Ich habe mich vor Jahrhunderten mal ziemlich erschrocken, als im NDR ein
farbiger Professor von der Universität Oldenburg plötzlich in reinem
Harlinger Platt sprach. Sein eigentliches Forschungsgebiet war das
Saterländische Platt.

--
Diedrich

Oliver Jennrich

unread,
May 28, 2012, 1:36:58 PM5/28/12
to
Etwa bei 48.2645 N, 8.44603 E (bei 78713 Schramberg) für die EU,
48.3023N 11.1056E (bei 86510 Ried) für Europa (ohne Türkei und
Russland).

Uwe Schickedanz

unread,
May 28, 2012, 1:38:00 PM5/28/12
to
On Mon, 28 May 2012 07:15:27 -0700 (PDT), Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com> wrote:

>"Currywurst à la Peking" in klingendem Sächsisch

Das muß förschderlisch sein.

Gruß Uwe

--
Wenn man seine eigenen Gedanken entwickeln möchte, ist es eine gute
Idee, für jede Stunde, die man liest, mindestens zwei Stunden zu
schreiben. Es ist natürlich keine gute Idee, alles zu veröffentlichen.
Oliver Cromm in desd === http://www.sicherheitslampe.de ===
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Manfred Hoß

unread,
May 28, 2012, 1:48:24 PM5/28/12
to
Am Mon, 28 May 2012 19:18:04 +0200 schrieb Sepp Neuper:

> Wie sagte doch der alte Churchill: Traue keiner Statistik, die .....
> usw.

Das war nicht Winston Churchill, das war das Propagandaministerium in
Berlin.

Gruß
Manfred.
Message has been deleted

Peter Veith

unread,
May 28, 2012, 2:06:46 PM5/28/12
to
Am 28.05.2012 19:50, schrieb Sepp Neuper:

> Helmut Richter schrieb:
>> Oder in 95% der Fälle doch die Einsicht, dass man auf Englisch schneller
>> zum Ziel kommt. Sehr schade für die anderen 5%, aber so ist das Leben.
>
> Das ist schon richtig, nur meinte ich etwas anderes.

"Das ist eine klassische journalistische Behauptung. Sie ist zwar
richtig, aber sie ist nicht die Wahrheit."
Helmut Kohl in den ARD-Tagesthemen, 22. Februar 1994

Lothar Frings

unread,
May 28, 2012, 2:12:05 PM5/28/12
to
Sepp Neuper tat kund:

> Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de> schrieb:
>
> >Sepp Neuper tat kund:
> >> Nee, aber einen Grund gäbe es vielleicht: Das Internet.
> >> Immerhin ist da Deutsch die zweithäufigst verwendete Sprache.
> >Mit welchem Abstand zu Englisch?
>
> Spielt das eine Rolle?

Im Kontext dieses Threads unbedingt.

Dieter Bruegmann

unread,
May 28, 2012, 2:21:53 PM5/28/12
to
Diedrich Dirks (28.5.2012 19:33):
Ich erschrecke mich immer noch, wenn ich mal zufällig einen Schwarzen
sehe, der Platt oder auch nur Hamburgisch snackt: Yared Dibaba.

Oder einen leicht Dunkelhäutigen mit indischem Aussehen: Mojib Latif.

Oder einen Schwarzen, der als "Motombo Umbokko" auftritt und in
afrikanisch geprägter Sprechweise daherplappert, aber ganz gepflegtes
Hochdeutsch sprechen kann: Dave Davis.

Es fällt mir immer noch schwer, das Aussehen mit dem Gesprochenen in
Korrelation zu bringen.


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

lent Green 50,94 * Herabtritt +74$ * Hitlerkriege 24,62% (-0) * Tauchb

Roland Franzius

unread,
May 28, 2012, 3:28:48 PM5/28/12
to
Am 28.05.2012 19:50, schrieb Sepp Neuper:

>
> Da ist es eben beste Wahl, die Sprache mit der größten gemeinsamen
> Schnittmenge zu verwenden.

Vielleicht ist aber auch die Sprache mit der kleinsten fremden
Potenzmenge gemeint.

--

Roland Franzius
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Andreas Karrer

unread,
May 28, 2012, 5:07:15 PM5/28/12
to
* Sepp Neuper <Sepp_...@web.de>:

> Was auch natürlich ist, da weder in Deutschland viel Wert auf
> Französisch gelegt wird und noch weniger wird in Frankreich Wert auf
> Deutsch gelegt. Aller Völkerfreundschaft zum Trotz.

In der Deutschschweiz wird (wurde) viel Wert aufs Französische gelegt
und in der Romandie viel Wert aufs Deutsche. Ich hatte in der Schule
etwa doppelt so viel Französisch- wie Englisch-Unterricht; heute ist
das Verhältnis etwa bei 1.

Dennoch war es schon vor 30 Jahren an der ETH so, dass man mit
Kollegen von der EPFL in Lausanne in aller Regel Englisch sprach. In
meiner Forschungsgruppe sowieso; der Chef war Schotte und sprach nur
rudimentäres Französisch. Dessen oft wiederholtes Bonmot war ohnehin
"There is only one language in science: bad english".


- Andi
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Joachim Pense

unread,
May 28, 2012, 5:19:39 PM5/28/12
to
Ich dachte, das Forschungswürdige am Saterland ist nicht das dortige
Platt, sondern das dortige Friesisch.

Joachim

Oliver Jennrich

unread,
May 28, 2012, 5:53:47 PM5/28/12
to
"Ralf . K u s m i e r z" <m...@privacy.invalid> writes:

> begin quoting, Oliver Jennrich schrieb:
>
>> Etwa bei 48.2645 N, 8.44603 E (bei 78713 Schramberg) für die EU,
>> 48.3023N 11.1056E (bei 86510 Ried) für Europa (ohne Türkei und
>> Russland).
>
> Hab nicht reingeschaut: Das mit der gekrümmten Erdoberfläche ist
> korrekt berücksichtigt?

Nein, das war mir zuviel Aufwand. Aber weil du es bist:

Europa (wie oben): 48.5218N 11.185E (bei 86556 Kühbach) in 93.19km Tiefe
EU: 48.4981N 8.53782E (bei 72285 Pfalzgrafenweiler) in 75.9616km Tiefe

Den mittleren Erdradius habe ich als 6371km angenommen, die Erde als
Kugel genähert und die Projektion des Schwerpunkts auf die Oberfläche
gewählt, die zu dem kleineren Abstand zwischen Schwerpunkt und
Projektion des Schwerpunktes führt.

> (Wo mag der Schwerpunkt einer hypothetischen homogen besiedelten
> ganzen Kugelschale wohl liegen?)

Das wird sich wohl auch in desd jeder denken können...

Der Bevölkerungsschwerpunkt der gesamten Welt liegt übrigens etwa bei
29.736N 75.6544E in 625.955km Tiefe (gleiche Voraussetzungen wie oben),
das ist in der Nähe von Haryana in Indien.

Geschätzte Fehlerintervalle sind etwa 0.015 Grad (entsprechend etwa
1.5km) für Europa, etwa 0.02 Grad für die EU (~2km) und 0.006 Grad
(~600m) für die gesamte Welt

Darf es sonst noch etwas sein?
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Oliver Cromm

unread,
May 28, 2012, 6:26:41 PM5/28/12
to
* Helmut Richter:

> On Mon, 28 May 2012, Oliver Cromm wrote:
>
>> Mit den etwas veralteten Daten von
>> <http://cs.ecs.baylor.edu/~hamerly/software/europe_population_weighted_centers.txt>
>> errechne ich ihn als in der Mitte der Slowakei, nahe der
>> polnischen Grenze (49.28, 19.69).
>
> Da hast du wohl ganz Russland bis Wladiwostok hineingerechnet,

Hat _er_, ich habe seine Länderschwerpunkte ungeprüft übernommen.

> sonst läge
> das Zentrum Russlands nicht zwischen Ufa und Orenburg. Das dürfte das
> gesamteuropäische Bild verändern.
>
> Ich weiß auch nicht, wie derunterschiedliche Einfluss von Länge und Breite
> berücksichtigt wurde; muss ich mal genau lesen.

Wohl nicht, das ist alles nur einfaches arithmetisches Mittel. Das
sollte in dem Rahmen nicht so viel ausmachen - ganz im Norden
wohnen ja nur wenige -, bei einer Rechnung für die ganze Welt
vielleicht schon.

> Trotzdem interessant, dass es jemanden gibt, der nicht nur dieselbe Idee
> hatte, sondern sie auch noch umgesetzt hat.

OK, ich habe die Rechnung jetzt mal selbst durchgeführt und dazu
Rußland bereinigt. Damit liegt der Bevölkerungsschwerpunkt von
Rußland etwa halbwegs zwischen Moskau und Samara, und der von
Europa bei Brno in Tschechien (wenn nicht noch irgendwo anders was
zu bereinigen ist - 49.09, 16.66 mit den Bevölkerungszahlen für
2010).

Dabei hat sich auch mein Verdacht bestätigt, daß zwischen der
Berechnung aus den vollen Daten und der aus den Schwerpunkten der
einzelnen Staaten der Unterschied minimal ist.

--
The most likely way for the world to be destroyed, most experts
agree, is by accident. That's where we come in; we're computer
professionals. We cause accidents.
Nathaniel Borenstein

Oliver Cromm

unread,
May 28, 2012, 6:26:41 PM5/28/12
to
* Joachim Pense:

> Am 28.05.2012 19:33, schrieb Diedrich Dirks:
>
>> Ich habe mich vor Jahrhunderten mal ziemlich erschrocken, als im NDR ein
>> farbiger Professor von der Universität Oldenburg plötzlich in reinem
>> Harlinger Platt sprach. Sein eigentliches Forschungsgebiet war das
>> Saterländische Platt.

<http://www.welt.de/print-welt/article665186/Sein-Platt-ist-so-rein-da-fliessen-Traenen.html>

> Ich dachte, das Forschungswürdige am Saterland ist nicht das dortige
> Platt, sondern das dortige Friesisch.

Das dortige Platt ist Friesisch ... das können viele nicht so gut
auseinanderhalten. "Platt" heißt ja auch "lokale Sprechweise".

Und dann ist das Friesische inzwischen überall (auch in den
Niederlanden, habe ich mir sagen lassen) von seinen
Kontaktsprachen stark beeinflußt.

| Wenn ein Saterfriese von "do Fräizen" spricht, dann meint er die
| niederdeutsch sprechenden Ostfriesen - seine nächsten Nachbarn.

(aus obigem Welt-Artikel)

--
If the aeroplane industry had advanced at the same rate as the
computer industry, today's planes could circumnavigate the world
in ten seconds, be two inches long, and crash twice a day.
Peter Moylan in alt.usage.english

Oliver Cromm

unread,
May 28, 2012, 6:26:43 PM5/28/12
to
* Sepp Neuper:

> Bei der Gewichtung von Ländern zählen eben nicht nur Quadratkilometer
> und Population, sonst wären viele afrikanische Staaten "wichtiger" als
> die meisten europäischen.
> Tatsache ist jedoch, daß z.B. zwar ein Erdbeben im japanischen Kyoto
> die Weltwirtschaft runterziehen kann, der Zusammenbruch kompletter
> großer Länder wie Sudan oder Ägypten hingegen niemanden juckt.

<http://www.econbrowser.com/archives/2007/01/the_distributio.html>

Ist eventuell noch zu wenig differenziert an der Spitze, man sieht
ja kaum Unterschied zwischen China und den USA.

<http://www.worldmapper.org/display.php?selected=169>

--
Skyler: Uncle Cosmo ... why do they call this a word processor?
Cosmo: It's simple, Skyler ... you've seen what food processors
do to food, right?
Cartoon by Jeff MacNelley

Oliver Cromm

unread,
May 28, 2012, 6:26:43 PM5/28/12
to
* Oliver Jennrich:

> Ausserdem waren ja auch die
> Präsentatoren (jedenfalls die eine an die ich mich jetzt erinnere)
> dunkelhäutig. Das ging in den siebzigern schon mal gar nicht - da war ja
> schon Lilo Pulver als Presentatrice eine Sensation,

Ach, wieso das denn? Wegen des leichten Schweizer Akzents?

--
Microsoft designed a user-friendly car:
instead of the oil, alternator, gas and engine
warning lights it has just one: "General Car Fault"

Diedrich Dirks

unread,
May 28, 2012, 6:29:16 PM5/28/12
to
Joachim Pense:

>> Ich habe mich vor Jahrhunderten mal ziemlich erschrocken, als im NDR ein
>> farbiger Professor von der Universität Oldenburg plötzlich in reinem
>> Harlinger Platt sprach. Sein eigentliches Forschungsgebiet war das
>> Saterländische Platt.
>
> Ich dachte, das Forschungswürdige am Saterland ist nicht das dortige
> Platt, sondern das dortige Friesisch.

Du hast recht, ich hätte schreiben sollen 'das Saterfriesisch'.

--
Diedrich
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Oliver Jennrich

unread,
May 28, 2012, 6:37:55 PM5/28/12
to
Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> writes:

> * Oliver Jennrich:
>
>> Ausserdem waren ja auch die
>> Präsentatoren (jedenfalls die eine an die ich mich jetzt erinnere)
>> dunkelhäutig. Das ging in den siebzigern schon mal gar nicht - da war ja
>> schon Lilo Pulver als Presentatrice eine Sensation,
>
> Ach, wieso das denn? Wegen des leichten Schweizer Akzents?

Weil sie eine Frau ist. Wieviele Frauen als Moderatoren oder
Präsentatoren fallen dir aus den späten 70ern und frühen 80ern ein? Und
wieviele davon waren *nicht* in einer Kindersendung? Eben.
Message has been deleted
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Oliver Cromm

unread,
May 28, 2012, 6:26:42 PM5/28/12
to
* Matthias Opatz:

> Florian Ritter gab zur Kenntnis:
>
>> Eine aechte Attraktion waren aus Leipzig stammende Chinesen, die in
>> Bln.-Moabit einen Imbi� betrieben und die p.t. Kundschaft in
>> klingendem S�chsisch abfertigten, mit u.a. "Currywurst � la Peking" -
>> FR
>
> K�nnte es sein, dass die - wie �brigens viele "Chinesen" im deutschen
> Osten - eigentlich Vietnamesen sind?

Vorsicht, gerade unter denjenigen, die Restaurants betreiben, sind
diese "eigentlichen Vietnamesen" (weil aus Vietnam) nicht selten
eigentlich Chinesen (ethnisch/muttersprachlich). Speziell f�r den
deutschen Osten kann ich das aber nicht beurteilen.

--
Java is kind of like kindergarten. There are lots of rules you
have to remember. If you don't follow them, the compiler makes
you sit in the corner until you do.
Don Raab
Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
May 29, 2012, 12:54:18 AM5/29/12
to
On 28 Mai, 20:21, Dieter Bruegmann <dieterbruegm...@gmx.net> wrote:
> Diedrich Dirks (28.5.2012 19:33):

....
>
> > Ich habe mich vor Jahrhunderten mal ziemlich erschrocken, als ...
Besser scheint mir hier:
"Ich war mal ziemlich erschrocken, ..." oder: "Ich erschrak, als ..."

...
> Ich erschrecke mich immer noch, wenn ...

Und hier:
"Ich erschrecke immer noch, wenn ..."

Ob die Anlässe erschreckend sind? Wohl eher überraschend.

Dennoch:

Man kann aber jemand anders durchaus erschrecken, wenn man sich etwa
eine entsetzliche Maske überstülpt.

Gruß
Gunhild

Joachim Pense

unread,
May 29, 2012, 1:12:14 AM5/29/12
to


Am 29.05.2012 06:54, schrieb Gunhild Simon:
> On 28 Mai, 20:21, Dieter Bruegmann<dieterbruegm...@gmx.net> wrote:
>> Diedrich Dirks (28.5.2012 19:33):
>
> ....
>>
>>> Ich habe mich vor Jahrhunderten mal ziemlich erschrocken, als ...
> Besser scheint mir hier:
> "Ich war mal ziemlich erschrocken, ..." oder: "Ich erschrak, als ..."
>

Ich habe mich ziemlich erschreckt.

Joachim

Lothar Frings

unread,
May 29, 2012, 1:12:57 AM5/29/12
to
Wolfgang Schwanke tat kund:

> Sepp Neuper <Sepp_Neu...@web.de> wrote
> innews:jq0c6h$k5$2...@news.albasani.net:
>
> > Daß Englisch Weltsprache ist und Deutsch nicht, dürfte allen
> > auch so klar sein.
>
> Deutsch ist nach meinem Verständnis des Wortes eine Weltsprache,
> natürlich nicht annähernd von der gleichen Bedeutung wie Englisch.

Deutsch wird zweifellos weltweit gesprochen.
Verstanden nicht unbedingt.

Gunhild Simon

unread,
May 29, 2012, 1:39:56 AM5/29/12
to
...
Ob Du Dich erschrickst oder erschreckst: Alle reflexiven Formen sind
umgangssprachlich und nach standardsprachlichen Maßstäben - und solche
dürften hier ja, zumal in schriftlicher Form, gelten - nicht korrekt.
(vgl DuRugD.)

Gruß
Gunhild

Roland Franzius

unread,
May 29, 2012, 2:28:52 AM5/29/12
to

Lothar Frings

unread,
May 29, 2012, 4:00:00 AM5/29/12
to
Oliver Jennrich tat kund:

> Der Bevölkerungsschwerpunkt der gesamten Welt liegt übrigens etwa bei
> 29.736N 75.6544E in 625.955km Tiefe (gleiche Voraussetzungen wie oben),
> das ist in der Nähe von Haryana in Indien.

Warum haben sich die Haryaner bloß
so tief eingegraben? Und wer kommt
auf die Idee, eine so dynamische Größe
auf sechs Stellen anzugeben?

Helmut Richter

unread,
May 29, 2012, 4:00:59 AM5/29/12
to
On Mon, 28 May 2012, Sepp Neuper wrote:

> Dieses Beispiel zeigt doch aber nur, daß beide Parteien die englische
> Sprache besser beherrschten, als die Deutschen Französisch und die
> Franzosen Deutsch.

... und dass eine zweisprachige Unterhaltung regelmäßig misslingt, weil
der Sprachwechsel mühsamer ist als bei *einer* Sprache zu bleiben. Im
Beispiel wäre es sicher für jede einzelne Äußerung bequemer gewesen, die
jeweils eigene Sprache zu sprechen, und den Zuhörern (wie bei allen gut
gelernten und ebensogut vergessenen Sprachen mit recht ordentlichen
passiven, aber miserablen aktiven Sprachkenntnissen ausgestattet) hätte es
nichts ausgemacht. Nur der Wechsel nervt: zum Teil deswegen, weil man
einen Begriff vom Vorredner nicht aufgreifen kann, ohne ihn zu übersetzen,
vor allem aber, weil man dann in keiner Sprache dem Gesprächsverlauf
geistig folgen kann.

Andere Erfahrung: ich habe manchmal simultan (nicht in der Kabine für
alle, sondern nur für vier, fünf Leute um mich herum) übersetzt und mich
immer hinterher erkundigen müssen, was gesagt wurde. Entweder übersetzen
oder mitdenken, beides geht nicht.

Also genauer: Dieses Beispiel zeigt doch aber nur, daß für beide Parteien
die englische Sprache diejenige war, in der sie das *gesamte* Gespräch am
besten abwickeln konnten.

--
Helmut Richter

Diedrich Dirks

unread,
May 29, 2012, 4:50:42 AM5/29/12
to
Joachim Pense:

> Ich habe mich ziemlich erschreckt.

<Valerie Martens>
Mein Gott, Traugott, hast Du mich erschrocken!
</Valerie Martens>
[Das Haus in Montevideo]

--
Diedrich

Jakob Achterndiek

unread,
May 29, 2012, 5:14:19 AM5/29/12
to
Das halte ich für böse Absicht von Seiten Curt Götzens. Wird
sie vielleicht gar umgehend von ihrem Traugott korigiert?
Hast du den Text der Toten Tante parat?

j/\a
--

Diedrich Dirks

unread,
May 29, 2012, 6:14:34 AM5/29/12
to
Jakob Achterndiek:

>> <Valerie Martens>
>> Mein Gott, Traugott, hast Du mich erschrocken!
>> </Valerie Martens>
>> [Das Haus in Montevideo]
>
> Das halte ich für böse Absicht von Seiten Curt Götzens. Wird
> sie vielleicht gar umgehend von ihrem Traugott korigiert?

Aber sicher doch!

> Hast du den Text der Toten Tante parat?

*Marianne* /fast vom Stuhl fallend/ : Gott, Hermann, hast Du mich
erschrocken!
*Professor* /verbessernd/ : Erschreckt.
*Marianne*: Oder erschreckt! /Losweinend/ : Sei doch nicht immer so
eklig, Hermann! Du weißt doch, was ich meine: Ob es nun erschreckt oder
erschrocken heißt: Du siehst doch, daß ich erschreckt bin.
*Professor* /sanft/ : Erschrocken! Diesmal heißt es erschrocken! ...

Aus Curt Goetz: Die tote Tante und andere Begebenheiten (Bühnenwerke
Band II, Knaur 1964).

Mein Rollenbuch aus der Schulaufführung unserer Klasse 1956 habe ich
leider nicht mehr, wir spielten 'Das Haus in Montevideo'.
Aber ich entsinne mich noch an das versteinerte Gesicht der Frau des
Direktors, sie saß in der ersten Reihe und sie hat es nicht einmal zu
einem Lächeln, geschweige denn zu einem Lachen verzogen.
Und ich habe noch ein wunderschönes Bild von unserer Trutz als Madame de
la Rocco.

--
Diedrich

Gunnar Lindenblatt

unread,
May 29, 2012, 6:23:51 AM5/29/12
to
Danke für diesen konstruktiven Beitrag! In anderen ist man jetzt bei der Sesamstraße angekommen...


"Heinz Lohmann" <go...@sofort-mail.de> schrieb im Newsbeitrag news:jpufbu$toj$3...@speranza.aioe.org...
> Am 27.05.2012 23:30, schrieb Gunnar Lindenblatt:
> > Das habe ich tatsächlich vergessen zu erwähnen!
> > Die Frage wurde von einem Chinesen gestellt,
> > der in Deutschland Maschinenbau studieren möchte.
> > Dies wird auch als englischsprachiger Studiengang
> > angeboten.
>
> Es gibt reichlich Taiwaner, die in Deutschland Jura studiert haben
> (natürlich auf Deutsch),

Ja, in diesen Fächern kann ich das nachvollziehen. Trifft Maschinenbauer und Naturwissenschaftler wahrscheinlich nur, wenn die hinterher als Patentanwalt arbeiten wollen.

> Gute Landeskenntnisse und Kontakte, so dass man
> sich in einem Land wie Deutschland auch zu Hause
> fühlt, schafft meist nicht mit der Zweitsprache
> Englisch.
> Die deutschen Studis sprechen dann doch lieber
> mit dem englischen Muttersprachler Englisch als
> mit einem event. leichte radebrechenden
> Studenten mit chinesischem Akzent.

Richtig! Aber ist das ein überzeugendes Argument für einen jungen Studenten, der noch nie im Ausland war?


> Viele unserer Absolventen jobben/arbeiten während
> des Studiums als Messedolmetscher, [...] Dabei
> knüpfen dann manche von ihnen im Laufe der Jahre
> Kontakte zu ihren späteren Arbeitgebern, die
> heilfroh sind, dass sie jemanden haben,
> der sich aufgrund guter Deutschkenntnisse im Lande
> integrieren kann und deshalb länger gern bleibt.

Also Chinesen, die nach dem Studium in Deutschland arbeiten? Dies trifft wohl nur für Chinesen mit taiwanesischem Paß zu. Chinesen aus der Volksrepublik dürfen Deutschland verlassen: Studium zu Ende - Begründung für ein Visum entfallen - raus!

Es heißt von offizieller deutscher Seite auch gerne, daß man danach leichter für ein deutsch-chinesisches Joint-Venture arbeiten könnte, also für eine "deutsche" Firma in der VR China. Aus meinem eigenen Umfeld kann ich das aber nicht bestätigen. Gibt es hierzu offizielle Zahlen?


> PS: Maschinenbaustudenten kenne ich nicht. Vielleicht ist bei denen
> alles anders.

Ich fürchte, ja. In den Naturwissenschaften ist Deutsch schon eine tote Sprache. Die Gründe, Deutsch zu lernen, müßten also von außerhalb des Studiums kommen -- und außer, daß man die Anweisungen auf der Waschmaschine im Wohnheim lesen kann, komme ich auf keine Vorteile. :-(

Grüße

Gunnar Lindenblatt

P.S.: Funktioniert die E-Mail-Adresse?
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