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Dialekt: "hui Waeller, allemol" - bedeutet?

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Mike Ellwood

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May 2, 2003, 10:29:48 AM5/2/03
to

Weiss jemand was "hui Waeller, allemol" bedeutet?

Es ist Dialekt aber aus welche Gegend, bin ich nicht sicher.

Vielen Dank.

--
mi...@ellwoods.org.uk

Volker Mueller

unread,
May 2, 2003, 11:58:07 AM5/2/03
to
Mike Ellwood <mi...@ellwoods.org.uk> schrieb:

>Weiss jemand was "hui Waeller, allemol" bedeutet?

Was es bedeutet, weiß ich auch nicht ...

>Es ist Dialekt aber aus welche Gegend, bin ich nicht sicher.

... aber ich bin mir sicher, daß es aus dem Westerwald stammt.

Volker
--
"auf welche seite von der cd kommen bei euch die gläser drauf?" -- "auf die
Datenseite natürlich; das erspart den Anblick der AOL-Werbung"

D. Kraus, R. Hasse in de.rec.heimwerken zum Thema "cd als untersetzer"

Steffen Buehler

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May 2, 2003, 12:23:35 PM5/2/03
to
Volker Mueller wrote:
> Mike Ellwood <mi...@ellwoods.org.uk> schrieb:
>
> >Weiss jemand was "hui Waeller, allemol" bedeutet?
>
> Was es bedeutet, weiß ich auch nicht ...
>
> >Es ist Dialekt aber aus welche Gegend, bin ich nicht sicher.
>
> ... aber ich bin mir sicher, daß es aus dem Westerwald stammt.

Das ist doch schon mal was. Dann lassen wir doch mal wieder die
Guglerei herum. Und was finden wir?

http://www.genealogienetz.de/reg/RHE-PFA/westerwald/wewald.htm

| "Hui Wäller?" - "Allemol!" ist der Erkennungsruf der Westerwälder.
| Wie es dazu kam? Im Herbst 1913 schrieb der Vorsitzende der Ortsgruppe
| Bonn des Westerwaldvereins einen Wettbewerb aus. Gesucht wurde ein
| Erkennungsruf für alle Westerwald-Wanderer. Als Preis für die beste
| Idee wurden 12 Flaschen Wein ausgesetzt. Aus mehr als 60 Vorschlägen
| ging der Bauerndichter Adolf Weiß aus Mademühlenals Sieger hervor. Als
| Erläuterung zu seinem Vorschlag schrieb er diese poetischen Zeilen:
| "Das Hui, das hat mich der Sturmwind gelehrt, wenn wild über unsere
| Heide er fährt. Und Wäller wir ja allemol sind."
|
| "Wäller" ist von Wald abzuleiten und hat nur indirekt einen Bezug zum
| Namen Westerwald. In der älteren Sprache bedeutete Wald nicht immer Wald
| schlechthin, sondern auch Bergwald und Waldgebirge. Die Römer hatten bei
| den großen Waldgebieten Germaniens die Vorstellung von einer Wildnis und
| sahen als Gegensatz dazu die offenen, fruchtbaren und besiedelten
| Landstriche.

WWG.

Viele Grüße
Steffen

Paradise Island Barchap

unread,
May 2, 2003, 6:57:55 PM5/2/03
to
On Fri, 2 May 2003, Steffen Buehler wrote:

> Das ist doch schon mal was. Dann lassen wir doch mal wieder die
> Guglerei herum. Und was finden wir?
>
> http://www.genealogienetz.de/reg/RHE-PFA/westerwald/wewald.htm
>
> | "Hui Wäller?" - "Allemol!" ist der Erkennungsruf der Westerwälder.
> | Wie es dazu kam? Im Herbst 1913 schrieb der Vorsitzende der Ortsgruppe
> | Bonn des Westerwaldvereins einen Wettbewerb aus. Gesucht wurde ein
> | Erkennungsruf für alle Westerwald-Wanderer. Als Preis für die beste
> | Idee wurden 12 Flaschen Wein ausgesetzt. Aus mehr als 60 Vorschlägen
> | ging der Bauerndichter Adolf Weiß aus Mademühlenals Sieger hervor. Als
> | Erläuterung zu seinem Vorschlag schrieb er diese poetischen Zeilen:
> | "Das Hui, das hat mich der Sturmwind gelehrt, wenn wild über unsere
> | Heide er fährt. Und Wäller wir ja allemol sind."
> |
> | "Wäller" ist von Wald abzuleiten und hat nur indirekt einen Bezug zum
> | Namen Westerwald. In der älteren Sprache bedeutete Wald nicht immer Wald
> | schlechthin, sondern auch Bergwald und Waldgebirge. Die Römer hatten bei
> | den großen Waldgebieten Germaniens die Vorstellung von einer Wildnis und
> | sahen als Gegensatz dazu die offenen, fruchtbaren und besiedelten
> | Landstriche.

Vielen Dank! Viel mehr als ich erwartet hatte.
Und "Guglerei" <G>
Grüße,
Mike

--
mi...@ellwoods.org.uk

xxfirec...@gmail.com

unread,
May 15, 2019, 12:43:15 AM5/15/19
to
Als gebürtiger Westerwälder oder vielmehr Wäller kann ich dir erklären was Hui Wäller, allemol bedeutet. Das ist ein Westerwälder Grußruf der auf dem gleichnamigen Gedicht. Das Hui kommt im Gedicht im Zusammenhang mit dem meist stürmigen Wetter im Westerwäald zustande: "Das hui hat mich der Sturm gelehrt ind Wäller sind wir allemol". Der letzte Teil heißt soviel wie Westerwälder sind wir allemal nut halt auf Westerwälder Platt. Und daraus ist dann unser Weller Grußruf entstanden.

Ulf.K...@web.de

unread,
May 15, 2019, 4:21:23 AM5/15/19
to
Am Mittwoch, 15. Mai 2019 06:43:15 UTC+2 schrieb xxfirec...@gmail.com:
> Als gebürtiger Westerwälder oder vielmehr Wäller kann ich dir erklären was Hui Wäller, allemol bedeutet. Das ist ein Westerwälder Grußruf der auf dem gleichnamigen Gedicht. Das Hui kommt im Gedicht im Zusammenhang mit dem meist stürmigen Wetter im Westerwäald zustande: "Das hui hat mich der Sturm gelehrt ind Wäller sind wir allemol".

Neuerdings nun doch mit Kopula an zweiter Satzposition?

Quinn C

unread,
May 19, 2019, 11:38:08 AM5/19/19
to
* Martin Gerdes:

> xxfirec...@gmail.com antwortete
> auf eine Frage vom 02.05.2003
> ^^^^^^^^^^ (!)
>
>>Als gebürtiger Westerwälder oder vielmehr Wäller
>>kann ich dir erklären, was "Hui Wäller, allemol" bedeutet.
>
> Liebes Klausbärbel,

Ein weiteres Beispiel dafür, daß das Neutrum bei Personenanreden nicht
neutral ist.

--
ę liezen sich die man schouwen
âne gugel vor den frouwen,
nu siht mans in den gugeln gân
vor den frouwen als ein man, -- TEICHNER

Manfred Hoß

unread,
May 19, 2019, 1:52:40 PM5/19/19
to
Am Sun, 19 May 2019 11:38:03 -0400 schrieb Quinn C:

> * Martin Gerdes:
>
>> xxfirec...@gmail.com antwortete
>> auf eine Frage vom 02.05.2003
>> ^^^^^^^^^^ (!)
>>
>>>Als gebürtiger Westerwälder oder vielmehr Wäller
>>>kann ich dir erklären, was "Hui Wäller, allemol" bedeutet.
>>
>> Liebes Klausbärbel,
>
> Ein weiteres Beispiel dafür, daß das Neutrum bei Personenanreden nicht
> neutral ist.

Wenn das Neutrum durchweg Verwendung fände, so wäre es neutral.

Gruß
Manfred.

Diedrich Ehlerding

unread,
May 19, 2019, 2:20:39 PM5/19/19
to
Quinn C meinte:

>> Liebes Klausbärbel,
>
> Ein weiteres Beispiel dafür, daß das Neutrum bei Personenanreden nicht
> neutral ist.

Auch eine zwangsweise durchgesetzte Sprachänderung der Anrede, zu welcher
von den Genderern akzeptierten Form auch immer, würde vermutlich nicht
dazu beitragen, dass danach keine pejoritv gemeinten Anreden oder
Bezeichnungen mehr vorkommen würden. So wie hier "liebes Klausbärbel" zwar
ein Beispiel für eine geschlechtsneutrale Anrede ist, aber pejorativ
verwendet wird, kann und wird das auch mit jedweder genderkorrekten Anrede
passieren. "Professx", wie Lann Hornscheidt genannt werden will, wirkt auf
Nichtgenderbewusste lächerlich, und die werden es dann auch in einer Weise
benutzen, bei der man - wie beim lieben Klausbärbel - erkennt, dass sie
das affig finden.

Nicht die Sprache ist in erster Linie sexistisch / rassistisch /
abschätzig / wasauchimmer, sondern die Denkweise mancher Leute. Die ändert
man aber nicht durch Änderung der Sprache.

Das Beispiel Neger - Schwarzer - Afro<woauchimmer>er - Starkpigmentierter
- Melaninprivilegierter (usw. ad infinitum) sollte eigentlich genügen.
--
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