Christina Kunze wrote:
> Ich kämpfe mal wieder mit (gefühlten) Sonderfällen der wörtlichen Rede.
> Es geht immer noch um den Text, in dem massenweise verba dicendi
> vorkommen, die ich irgendwie sinnerhaltend ändern will.
>
> Damit die Struktur nicht immer so aussieht:
> > "So ist das", sagte er. "Ich denke nämlich", fuhr er mit
> > erhobener STimme fort, "dass du auch ganz anders handeln
> > könntest. Und überhaupt", schrie er aufgebracht, "ist das
> > eine Schweinerei!", brüllte er.
Die letzte Wortgruppe sollte MUSEN weg. Nach dem Ausrufezeichen ist hier
die Rede und Teilhandlung zuende. Das „schrie er aufgebracht“ verstehe ich
als Einschub, beziehe es daher auf beide Teile der Rede, und erwarte danach
nichts mehr.
> [erfunden, im TExt sind die Redepassagen zwischen den
> verba dicendi länger],
>
> versuche ich, ganze Sätze einzubauen.
> Nur weiß ich nicht, ob solche Sätze wie der hier
>
> "Also Zeus", Hera schüttelte den Kopf, "was du dir da wieder ausgedacht
> hast!"
>
> erlaubt sind, und ob die Zeichensetzung so richtig ist oder eher so sein
> sollte:
>
> "Also Zeus!" Hera schüttelte den Kopf. "Was du dir da wieder ausgedacht
> hast."
MUSE erwartet nach dem ersten Teil der Rede ein Komma. Die Schreibung ohne
Komma kommt mir hingegen nicht etwa spanisch, sondern englisch vor.¹ (Zur
Zeit lese ich als E-Book den Sherlock-Holmes-Roman “The Valley of Fear” von
A. C. Doyle; dort wird diese Schreibweise verwendet.)
______
¹ Was ist die Etymologie von „es kommt mir spanisch vor“?
> (Eigentlich ist das dazwischen ja ein ganzer Satz, andererseits finde
> ich, dass die Rede vorn nicht abgeschlossen ist, sondern hinten
> weitergeht, deshalb würde ich gern nach "Zeus" kein Satzzeichen setzen.)
>
> Oder sogar:
> Hera schüttelte den Kopf: "Also Zeus, was du dir da wieder ausgedacht
> hast!"
Passt.
> Findet Ihr, dass die erste Version geht?
Nein, denn ich erwarte dort „sagte Hera kopfschüttelnd“. Wobei „sagte“
durch andere Formen von Ausdrucksverben, wie „flüsterte“, „rief“, „schrie“,
„lachte“, „weinte“ usw. ersetzbar wäre.
> Ich habe gerade auf der Dudenseite nach den Interpunktionsregeln gesucht,
> aber so ein Beispiel habe ich nicht gefunden.
Im Zweifel muss es leicht les- und verstehbar sein, nicht Duden-gerecht.
Die Schreibweise mit Komma oder die Variante mit Doppelpunkt finde ich
leichter lesbar als die ohne; einerseits aus Gewohnheit und andererseits,
weil das Komma bzw. der Doppelpunkt das Gesagte mit der Art, wie es gesagt
wird, verbindet.
HTH
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PointedEars
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