Schraubenzieher -> Schraubendreher
Glühbirne -> Glühlampe, Leuchte
Grüße,
Dieter
Der Quantensprung. Im ursprünglichen Sinn die kleinstmögliche denkbare Änderung.
Im Schwafeldeutsch allerdings mittlerweile ein Synonym für "großartiger Fortschritt".
> Ich suche Wörter, deren eingebürgerte Bezeichnung von Fachleuten
> häufig
> als falsch eingestuft wird. Wer kennt welche?
Vielleicht ein Grenzfall (da es auch eine nicht-wissenschaftliche
Bedeutung gibt): Signifikant. Ein Ergebnis, z.B. ein Unterschied, ist
(statistisch) signifikant, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass dieses
Ergebnis zufaellig zustandekam, einen bestimmten Wert (in der Regel 5%)
unterschreitet. "Der Unterschied ist signifikant" heisst also: "Die
Wahrscheinlichkeit, dass sich die beiden Gruppen nur zufaellig (z.B.
aufgrund der Stichprobenauswahl) unterscheiden, ist 5% oder kleiner".
Viele Leute verwenden "signifikant" aber im Sinne von "Ich finde das
sehr wichtig!" - "Bedeutend" ist m.W. auch die urspruengliche Bedeutung
von "signifikant", insofern kommt der umgangssprachliche Gebrauch der
urspruenglichen Bedeutung wieder naeher...
Lustig fand ich heute nur eine Bemerkung eines Teilnehmers einer
Diskussion in einer Mailing-Liste:
"Selbst wenn statistische Signifikanz vorliegt kann das ganze Muell
sein. Die
Frage, die man sich stellen muss ist naemlich folgende.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Signifikante Ergebnis
zufaellig zustande kommt?"
Gruss,
CB
Dieter> Glühbirne -> Glühlampe, Leuchte
Würg! Eine Leuchte ist doch immer noch eine _Person_, die besonders
helle ist oder so.
Und tschüs
Burkhard
Ich glaube "Blinddarm" wird auch häufig falsch verwendet. Es wird
einem doch der Wurmfortsatz bei einer "Blinddarm"-Operation ent-
fernt, oder?
MfG
Jens
--
Jens Wüpper wue...@math.uni-hamburg.de Carpe diem!
http://www.pcz.uni-dortmund.de/kontakt/schuermann
Frank Amoneit <F.Am...@gdch.de> schrieb im Beitrag
<34F2FD...@gdch.de>...
> Dieter Vogel wrote:
> >
> > Ich suche Wörter, deren eingebürgerte Bezeichnung von Fachleuten häufig
> > als falsch eingestuft wird. Wer kennt welche?
>
Sehr einfach.... der Busen..... der ja eigentlich das Tal zwischen den
Brüsten bezeichnet, welches sich über dem Brustbein befindet, und nicht die
Erhebungen rechts und links davon. wie auch sonst hätten - ohne
Hormonbehandlung - Reihen von männlichen Literarischen Gestalten irgendwas
oder wen an ihren Busen drücken können...... Ich weiss zwar nicht ob da
irgendein Fachmann sich je drüber auslassen würde (Busenfachmann???) aber
es ist auf jeden Fall eine ständig falsch (auch von mir....) gebrauchte
Bezeichnung.
gruss
Kira
--
"I must have a prodigious quantity of mind...it takes me as much as a
week....sometimes....to make it up. "
Mark Twain
ki...@cww.de
Michael Stanzel wrote:
> auto...@usa.net (Dieter Vogel) wrote:
>
> > Ich suche Wörter, deren eingebürgerte Bezeichnung von Fachleuten häufig
> > als falsch eingestuft wird. Wer kennt welche?
>
> Zollstock -> Gliedermaßstab
> Schieblehre -> Meßschieber
> Sicherung -> Leitungsschutzschalter
>
> Michael
> Sehr einfach.... der Busen..... der ja eigentlich das Tal zwischen den
> Brüsten bezeichnet, welches sich über dem Brustbein befindet, und nicht
> die Erhebungen rechts und links davon. wie auch sonst hätten - ohne
> Hormonbehandlung - Reihen von männlichen Literarischen Gestalten irgendwas
> oder wen an ihren Busen drücken können...... Ich weiss zwar nicht ob da
> irgendein Fachmann sich je drüber auslassen würde (Busenfachmann???) aber
> es ist auf jeden Fall eine ständig falsch (auch von mir....) gebrauchte
> Bezeichnung.
Na irgendein Ersatzwort für das "schlimme" und "peinliche" Brüste
braucht man ja, wenn das korrekte Wort verpönt ist. Ja "verpönt", denn
ich glaube nicht einmal, daß viele Leute nicht wissen, daß der Busen
einer Frau eigentlich Brüste meint. Aber aus Scham, weil ja Sexualität
und bestimmte Körperteile "schmutzig" sind, wagt man es nicht zu sagen.
Ähnliches erfahre ich immer wieder mit Schlüpfer. Ist er im Osten noch
halbwegs akzeptiert, fühlen sich Westbekannte peinlich berührt, wenn ich
Schlüpfer statt Slip sage. Aber bitte jetzt nicht schreiben, daß ein
Slip etwas anderes als ein Schlüpfer ist und man das deutsche Wort
allenfalls auf Feinripp-Büxen von Schiesser anwenden kann... :)
--
KD
"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen,
sondern muß man besitzen." (Nietzsche)
Ich weiss natuerlich nicht, was Du unter "eigentlich" verstehst, aber
*sprachgeschichtlich* bezeichnet "Busen" nicht das Tal zwischen den
Bruesten, sondern urspruenglich die Brust als Ganzes, unabhaengig vom
Geschlecht. Das Wort geht auf eine indogermanische Wurzel '*bhu'
"aufblasen, schwellen" zurueck, die wir auch in "Bauch", "Bausch"
und "Beule" finden.
Jens W. Heckmann
http://www.pcz.uni-dortmund.de/kontakt/schuermann
Jens Walter Heckmann <h...@axime-is.fr> schrieb im Beitrag
<6d1t1t$b...@geres.axime-is.fr>...
ui... wieder was gelernt.... aber die Verwandtschaft mit "Beule" ist mir
doch eher unangenehm.. aber ich denke mal die Sprachgeschichte schaut nicht
auf den individuellen Geschmack....
>
>Na irgendein Ersatzwort für das "schlimme" und "peinliche" Brüste
>braucht man ja, wenn das korrekte Wort verpönt ist. Ja "verpönt", denn
>ich glaube nicht einmal, daß viele Leute nicht wissen, daß der Busen
>einer Frau eigentlich Brüste meint. Aber aus Scham, weil ja Sexualität
>und bestimmte Körperteile "schmutzig" sind, wagt man es nicht zu sagen.
>Ähnliches erfahre ich immer wieder mit Schlüpfer. Ist er im Osten noch
>halbwegs akzeptiert, fühlen sich Westbekannte peinlich berührt, wenn ich
>Schlüpfer statt Slip sage. Aber bitte jetzt nicht schreiben, daß ein
>Slip etwas anderes als ein Schlüpfer ist und man das deutsche Wort
>allenfalls auf Feinripp-Büxen von Schiesser anwenden kann... :)
>
Das geht auch noch viel subtiler:
An den vorderen Türen der Wiener Straßenbahn stand lange Zeit:
"Rückwärts einsteigen", weil man das Wort "hinten" vermeiden wollte,
weil es so fatal an "Hintern" (Pfui Deibel!) erinnert.
Reinhard
Dieter meinte zum Thema ""falsche" Fachwoerter":
Hallo Dieter,
> Gluehbirne -> Gluehlampe, Leuchte
Auch hier wieder AUAH!!!!
Birnen gibt es grundsaetzlich nur beim Obst- und Gemuesehaendler oder
beim Bauern!
Vereinbarter Sprachgebrauch, jedenfalls unter Elektrikern:
Das Ding, in dem der elektrische Strom mittels Waerme Licht erzeugt, das
ist eine Gluehlampe und das Gehaeuse, in das man sie schraubt ist eine
Leuchte.
CU - Gerd
Oszillograf -> Oszilloskop (schreibt nicht, sondern zeigt nur an)
>Glühbirne -> Glühlampe, Leuchte
Also dann hat man mich in der Schule was falsches gelehrt:
Die Birne ist der Leuchtkoerper, und der *zusammen* mit dem ganzen
Drumrum (Staender, Schirm, Zuleitung, Schalter usw.) macht erst
eine Lampe. So hoert es sich auch schoen logisch an. Wieso das
falsch sein soll, ist mir nicht verstaendlich. Vielleicht so ein
Fachjargon wie bei Telefonen, der einem auch nur aufstoesst:
Telefonhoerer -> Handapparat :-(
(Nein, ich verkneife mir jetzt das Verd e*** :-)
--
Best Regards, Dr. Peter Kittel // http://www.pios.de of PIOS
Private Site in Frankfurt, Germany \X/ office: peterk @ pios.de
> Ich weiss natuerlich nicht, was Du unter "eigentlich" verstehst, aber
> *sprachgeschichtlich* bezeichnet "Busen" nicht das Tal zwischen den
> Bruesten, sondern urspruenglich die Brust als Ganzes, unabhaengig vom
> Geschlecht. Das Wort geht auf eine indogermanische Wurzel '*bhu'
> "aufblasen, schwellen" zurueck, die wir auch in "Bauch", "Bausch"
> und "Beule" finden.
Wie und wann entstand dann die Umwandlung von Brust in das "Tal zwischen
den Brüsten" (Furche, Einschnitt) und wann besann man sich wieder rück
auf die Bezeichnung beider Brüste als Busen? Demnach wäre ja auch der
vielzitierte Bottnische und Finnische Meerbusen eine Fehlbenennung.
Sprachgeschichtlich gesehen natürlich.
--
Konrad - Gasterosteus aculeatus (Linné)
Ja, so kenne ich es auch. Das ist aber IMHO eine der daemlichsten
denkbaren Veeinbarungen. Gerade das, was nur haelt und nicht leuchtet,
heiszt Leuchte.
Michael Kauffmann
meint? Sollte da "heiszt" stehen?
Wenn es, wie ich annehme, bedeuten soll, dasz "Brueste" die richtige
Bezeichnung waere: Ist das sicher? Die Brust ist ja eigentlich etwas
anderes, und ich haette eher vermutet, dasz "Brueste" als Bezeichnung
fuer das, was da dranhaengt, ein Ersatzwort ist, wenn dessen normaler
Name vermieden werden soll.
Michael Kauffmann
sehr richtig!
Ich vermute einen Zusammenhang mit dem umgangssprachlichen "Quanten" für
große Füße.
--
-----
Udo Klasmeier
SELST
ZIT/A5 tel 45477
Mir ist aufgefallen, daß "Platzangst" seine Bedeutung ins Gegenteil
verkehrt hat. Ursprüngliche Bedeutung "Die Angst große freie Plätze zu
überqueren".
Zur eigentlichen Frage hier noch
Drehbank -> Drehmaschine
Michael Kauffmann
Udo
> nicht zu vergessen die haeufigsten: Strom und Gewicht.
Kannst Du das etwas näher ausführen?
Strom -> ?
Gewicht -> Masse?
> meint? Sollte da "heiszt" stehen?
'Heißt' geht auch und ist vielleicht sogar besser.
> Wenn es, wie ich annehme, bedeuten soll, dasz "Brueste" die richtige
> Bezeichnung waere: Ist das sicher?
Laut Jens Walter Heckmanns Ausführungen nicht, zumindest
sprachgeschichtlich gesehen. Somit wäre wohl eher Busen für
Einengung/Spalte (Finnischer Meerbusen) falsch, wenn ich das jetzt
richtig verstanden habe.
> > *[S]prachgeschichtlich* bezeichnet "Busen" nicht das Tal zwischen den
> > Bruesten, sondern urspruenglich die Brust als Ganzes[...]
> Wie und wann entstand dann die Umwandlung von Brust in das "Tal zwischen
> den Brüsten" (Furche, Einschnitt) und wann besann man sich wieder rück
> auf die Bezeichnung beider Brüste als Busen? Demnach wäre ja auch der
> vielzitierte Bottnische und Finnische Meerbusen eine Fehlbenennung.
> Sprachgeschichtlich gesehen natürlich.
"Busen" in der Bedeutung "große Meeresbucht" ist nach latein. "sinus"
(sagt mein Etymologie-Duden).
Warum soll "Busen" einmal so etwas wie "Einschnitt" bedeutet haben? Schau
doch mal den Jadebusen auf der Landkarte an - die Benennug als "(weib-
liche) Brust" liegt doch nahe.
> An den vorderen Türen der Wiener Straßenbahn stand lange Zeit:
> "Rückwärts einsteigen", weil man das Wort "hinten" vermeiden wollte,
> weil es so fatal an "Hintern" (Pfui Deibel!) erinnert.
Das Wort "After" hat es ja schon geschafft mit der Bedeutung "Darmausgang"
alle anderen Worte mit "after-" unmöglich zu machen. "Afterreden",
"Aftermieter" und was es da noch alles so gab.
Im Niederdeutschen ist "achter" und im Englischen "after" davon ver-
schont geblieben. "Hintern" heißt übrigens "Achtersen" auf Platt,
was manche Leute an einen (fiktiven) nordischen Nachnamen erinnert.
Konrad Dalit schrieb in Nachricht
<1d516y0.wr3...@ppp-c20.freiepresse.de>...
> Demnach wäre ja auch der
>vielzitierte Bottnische und Finnische Meerbusen eine Fehlbenennung.
>Sprachgeschichtlich gesehen natürlich.
Wieso? Wenn Du vom Meer aus guckst? Ist ja schließlich kein Landbusen.
Christina
Konrad Dalit <du...@usa.net> wrote:
:> Na irgendein Ersatzwort für das "schlimme" und "peinliche" Brüste
:> braucht man ja, wenn das korrekte Wort verpönt ist. Ja "verpönt", denn
:> ich glaube nicht einmal, daß viele Leute nicht wissen, daß der Busen
:> einer Frau eigentlich Brüste meint. Aber aus Scham, weil ja Sexualität
:> und bestimmte Körperteile "schmutzig" sind, wagt man es nicht zu sagen.
AOL hat angeblich sogar mal in einem Anfall von Political correctness das
Wort "breast" als zu vermeidenden schmutzigen Ausdruck (igitt,
Internet-Pornographie ;) deklariert, musste damit aber schnell wieder
aufhoeren, weil u.a. die Mitglieder einer Mailingliste ueber Brustkrebs
lautstark protestierten. (Meine Guete, bin ich froh, dass ich einen
Uni-Account habe und mich nicht mit solchen Providern herumschlagen muss.)
Fuer mich ist uebrigens eher "Busen" das "sexuell vorbelastete" und
"Brust/Brueste" das neutralere Wort...
:> Ähnliches erfahre ich immer wieder mit Schlüpfer. Ist er im Osten noch
:> halbwegs akzeptiert, fühlen sich Westbekannte peinlich berührt, wenn ich
:> Schlüpfer statt Slip sage. Aber bitte jetzt nicht schreiben, daß ein
:> Slip etwas anderes als ein Schlüpfer ist und man das deutsche Wort
:> allenfalls auf Feinripp-Büxen von Schiesser anwenden kann... :)
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Schluepfern, Slips und
Unterhosen? Gibt es ueberhaupt einen? Ich nenne die Dinger jedenfalls immer
"Unterhosen" und hatte damit noch nie Verstaendigungsprobleme. *gruebel*
mfg,
Julia 8-)
--
Julia Simon Hypp"a"aj"at"ar Sprachen-Freak vom Dienst
email: si...@cc.helsinki.fi, sil...@coli.uni-sb.de
snailmail: Akanapolku 2 L 401, 01370 Vantaa, Finland
homepage: http://www.lingsoft.fi/~simon
Where linguists gather, madness abounds ( - the story of my life)
> Dieter meinte zum Thema ""falsche" Fachwoerter":
> > Gluehbirne -> Gluehlampe, Leuchte
> Vereinbarter Sprachgebrauch, jedenfalls unter Elektrikern:
> Das Ding, in dem der elektrische Strom mittels Waerme Licht erzeugt, das
> ist eine Gluehlampe und das Gehaeuse, in das man sie schraubt ist eine
> Leuchte.
Neulich sah ich im Katalog eines Baumarktes eine Leuchte die "ohne
Leuchtmittel" verkauft wurde. Also "Glühbirne" (umgangssprachlich) =
"Glühlampe" (elektrisch :-) ) = "Leuchtmittel"?
Gemeint ist vielleicht, dass die meisten Leute Strom sagen, wenn sie
Spannung meinen?
--
roman kawe
Dew knot trussed spell checquers to fined awl mist steaks!
>Kannst Du das etwas näher ausführen?
>
>Strom -> ?
Strom -> Spannung?
>Gewicht -> Masse?
Naja. Meist ist ja Gewicht gemeint, oder?
OG
--
"Vom Wahrsagen läßt es sichs wohl leben in der Welt,
aber nicht vom Wahrheit sagen." --Lichtenberg
Link me, Literatur am Draht --> http://www.carpe.com/lit/
I'm a Klick! Homepage --> http://lit-inf.home.pages.de/
Peter> In article <1998022402...@basement.replay.com>
Peter> auto...@usa.net (Dieter Vogel) writes:
>>
>> Ich suche Wörter, deren eingebürgerte Bezeichnung von Fachleuten
>> häufig als falsch eingestuft wird. Wer kennt welche?
[...]
Peter> Oszillograf -> Oszilloskop (schreibt nicht, sondern zeigt nur
Peter> an)
Nene, der Kathodenstrahloszillograph schreibt durchaus, mit dem
Kathodenstrahl auf den Leuchtschirm.
Und tschüs
Burkhard
[...]
Tassilo> Slip ist das englische Wort für schlüpfen und kann vielerlei
Tassilo> meinen, auch einfache Schuhe ohne Verschlußmechanismus
Tassilo> wurden als Slipper bezeichnet.
Slip ohne "-er" ist dagegen ein Unterkleid bzw -rock.
Nicht jedoch eine Unterhose (ein Wort, das mir für nahezu beinfreie
Unterbekleidung nicht recht gefallen will, da Hosen ja eigentlich die
Beine bekleiden -- im Englischen ja bis heute -- aber es hat sich so
durchgesetzt).
Und tschüs
Burkhard
> Das Ding, in dem der elektrische Strom mittels Waerme Licht erzeugt,
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Interessanter physikalischer Zusammenhang.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.rhein-neckar.de
See another pointless homepage at <URL:http://home.pages.de/~naddy/>.
Wenn in Deinem Sprachgebrauch "Brust" tatsaechlich das "Tal zwischen
den Bruesten" bezeichnet, ist das etwas neues.
> Demnach wäre ja auch der
> vielzitierte Bottnische und Finnische Meerbusen eine Fehlbenennung.
> Sprachgeschichtlich gesehen natürlich.
Der Meerbusen ist eine Ausbuchtung des Meeres: was soll daran
"falsch" sein?
Jens W. Heckmann
Koenntest Du bitte etwas weniger aufwendig quoten? Danke.
> Tassilo> Slip ist das englische Wort für schlüpfen und kann vielerlei
> Tassilo> meinen, auch einfache Schuhe ohne Verschlußmechanismus
> Tassilo> wurden als Slipper bezeichnet.
Letzters waere auch mein erster Gedanke bei diesem Wort.
>Slip ohne "-er" ist dagegen ein Unterkleid bzw -rock.
Das hingegen nicht. Sondern die Unterhose, zumeist fuer Frauensleut,
frueher als Schluepfer bezeichnet. Was sagt eigentlich der Duden dazu?
(Meiner ist einige Tausend Kilometer weit entfernt ....)
pi
--
Um zu antworten, bitte die From-Zeile mit ROT13 bearbeiten. Danach mit
MD5 hashen, zeichenweise den ASCII-Code um 2 erhoehen (mod 57) und
erneut um 63 erhoehen. Dann mit der urspruenglichen Adresse x-oren.
Schliesslich am Ergebnis erfreuen und so antworten wie gewohnt.
Hallo Michael,
> Sicherung -> Leitungsschutzschalter
Einspruch.
Leistungsschutzschalter ist nur eine kleine Untermenge des als
gemeinhin unter "Sicherung" geführten Begriffes.
Tschüss,
Kai
--
k...@tribal.line.org k...@line.org
PGP available: 0x1B09EED1 Kai Norhausen, Remscheid
http://home.pages.de/~line/
Hallo Dieter,
> Glühbirne -> Glühlampe, Leuchte
Als "Leuchte" wird i.d.R. das komplette Objekt bezeichnet. Also die
Stehlampe, die Leuchtstofflampe mit Gehäuse usw.
Oberbegriff für die "Glühbirne" / Leuchtstoffröhre u.ä. ist
"Leuchtmittel"
seyf...@tudurz.urz.tu-dresden.de (Udo Seyfarth) schrieb am 26.02.98
unter dem Betreff "Re: "falsche" Fachwoerter":
> > > Vereinbarter Sprachgebrauch, jedenfalls unter Elektrikern:
> > > Das Ding, in dem der elektrische Strom mittels Waerme Licht erzeugt,
> > > ist eine Gluehlampe und das Gehaeuse, in das man sie schraubt ist
> > > eine Leuchte.
> Vgl. übrigens Leuchter und Kerze.
> So, ich mach jetzt meine Schreibtischlampe an, es wird dunkel.
> Mist, die Birne ist durch.
Mindestens ebenso durcheinander geht's bei den Leuchtstoffröhren.
Ich muß immer grinsen, wenn von Neonröhren die Rede ist.
Tschuess E-Mail: u...@linden.han.de
Ulf WWW: http://www.stud.uni-hannover.de/~hinze/sprache.htm
[Busen]
hjw> Das Wort geht auf eine indogermanische Wurzel '*bhu'
hjw> "aufblasen, schwellen" zurueck, die wir auch in "Bauch", "Bausch"
hjw> und "Beule" finden.
Man sollte daher dem Stammprinzip folgend "Bäule" schreiben.
Aber RechtSchreibReform beiseite: Wie kommt man auf die
Verbindung von Busen und idg. *bhu? Ich stelle es mir bei
Bezeichnungen paarweise vorkommender Körperteile, noch dazu
tabubehafteten, besonders schwierig vor, lautgesetzliche
Zusammenhänge zu entdecken. Jedenfalls kam Professor Kluge
höchstselbst bei Brust (und Beule) nicht übers Germanische
hinaus und stellte Busen zu Bug (muß mir endlich mal eine
spätere Auflage besorgen).
Oder sind andersherum diese Wörter dem Sprachwissenschaftler
besonders wertvoll, weil sie besonders alt und konservativ
sind? Macht es die Sache einfacher, wenn sie Pluraliatantum
sind, wenn sich in ihnen Reste des Duals erhalten haben
oder andere außer Gebrauch gekommene Formen des Plurals?
Es ist ja schon innerhalb einer Sprache schwierig genug, wenn
pars pro toto eine Brust für zwei Brüste gilt.
Gruß,
--Thorsten
(Der Freiherr Mordax tritt auf.)
Freiherr. Die Liddy ist ein prächtges Tier und behagt mir superbe.
Sie hat, soviel ich von außen sehen kann, ein paar Zitzen, wie
kein König! Ich will sie heiraten oder totstechen! [Grabbe]
kod> Wie und wann entstand dann die Umwandlung von Brust in das "Tal zwischen
kod> den Brüsten" (Furche, Einschnitt) und wann besann man sich wieder rück
kod> auf die Bezeichnung beider Brüste als Busen?
Wen zitierst Du da? Ich glaube nicht, daß Du das so in einem Wörter-
buch gelesen hast.
[Meerbusen]
Andere Perspektive: Das Meer wölbt sich vor.
Beim Sinus ist's tatsächlich andersrum.
Gruß,
--Thorsten
in de.etc.sprache.deutsch Gerd Hoeffken <g.hoe...@jinxed.netland.de> wrote:
> Vereinbarter Sprachgebrauch, jedenfalls unter Elektrikern:
> Das Ding, in dem der elektrische Strom mittels Waerme Licht erzeugt, das
> ist eine Gluehlampe und das Gehaeuse, in das man sie schraubt ist eine
> Leuchte.
Neuerdings heißt die Glühlampe: "Leuchtmittel".
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Lieber Brust an Brust mit der Sekretärin als Schulter an Schulter mit
dem Parteigenossen!
in de.etc.sprache.deutsch Jens Wuepper <fm4...@math.uni-hamburg.de> wrote:
> > An den vorderen Türen der Wiener Straßenbahn stand lange Zeit:
> > "Rückwärts einsteigen", weil man das Wort "hinten" vermeiden wollte,
Man stelle sich das vor :-)
> Das Wort "After" hat es ja schon geschafft mit der Bedeutung "Darmausgang"
> alle anderen Worte mit "after-" unmöglich zu machen. "Afterreden",
> "Aftermieter" und was es da noch alles so gab.
Außer "After Eight" (hmmmm...!).
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Sag zum Abschied leise ATH.
in de.etc.sprache.deutsch Konrad Dalit <du...@usa.net> wrote:
> > nicht zu vergessen die haeufigsten: Strom und Gewicht.
> Kannst Du das etwas näher ausführen?
> Strom -> ?
Meistens ist Spannung gemeint: "220 V Wechselstrom"
Wobei die 220 heute 230 sind, trotzdem sagen viele noch
220 V.
> Gewicht -> Masse?
So isses.
Gewicht wird in Newton oder Kilopond gemessen.
Masse in Kilogramm oder Pfund.
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Es lohnt sich nicht, die Augen aufzumachen, wenn der Kopf im Sand
steckt.
Aber soo falsch ja nun auch nicht. "Das Ding" erzeugt eigentlich doch
nur Infrarotstrahlung (W"arme!), und zwar soviel, dass dabei am Rande
des Spektrums noch ein bisschen fuer Menschen sichtbares Licht abf"allt.
>Neulich sah ich im Katalog eines Baumarktes eine Leuchte die "ohne
>Leuchtmittel" verkauft wurde. Also "Glühbirne" (umgangssprachlich) =
>"Glühlampe" (elektrisch :-) ) = "Leuchtmittel"?
Eine Leuchtstoffröhre ist keine Glühbirne, aber ein "Leuchtmittel".
Wir Deutschen sind manchmal übergenau (ich halte das für affig und
habe daher absichtlich "Glühbirne" geschrieben).
Auf der Post gibt es daher auch keine "Briefmarken", sondern
"Postwertzeichen". Wo kämen wir denn hin, wenn einer so ein Ding auf
eine Postkarte klebte?
Kein Auto hat eine "Benzinpumpe", sondern eine "Kraftstoffpumpe" - das
arme Ding könnte ja schließlich Diesel, nein, natürlich
"Dieselkraftstoff" pumpen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Gerdes
> Neulich sah ich im Katalog eines Baumarktes eine Leuchte die "ohne
> Leuchtmittel" verkauft wurde. Also "Glühbirne" (umgangssprachlich) =
> "Glühlampe" (elektrisch :-) ) = "Leuchtmittel"?
Glühbirnen gehören lt. Gesetz zu den Leuchtmitteln, also zu den Dingen,
für die Leuchtmittelsteuer erhoben wird. Glühstrümpfe für Gaslampen
gehören auch dazu.
Karl-Heinz Krause
> Was heisst den sinus? Ich meine (mein Stowasser ist leider in D
> geblieben), dass es genau das Tal zwischen den Erhebungen ist.
Hier in der Mathebibliothek ist nur ein kleines Wörterbuch von
Langenscheidt; darin sind für lat. "sinus" Bedeutungen wie "Bogen,
Krümmung, Geldbeutel, Bausch (der Toga), Landspitze, Kessel,
Schlund" angegeben.
Zur Herkunft steht leider nur "et[ymologisch] ungedeutet".
Ob es nun eigentlich einen Einschnitt oder eine Ausbuchtung be-
zeichnete, weiß ich nun immer noch nicht.
Followup-To: de.etc.sprache.klassisch
> [...] Unterhose (ein Wort, das mir für nahezu beinfreie
> Unterbekleidung nicht recht gefallen will [...]).
Dann wird Dir vielleicht auch "Bettwäsche" nicht gefallen.
Schließlich sind damit weder das Waschen von Betten oder damit ver-
bundenen Textilien noch zu waschende Bett-Textilien gemeint - jedenfalls
in dem Kontext "Ich habe mir bei «Kaufhausname» Bettwäsche ge-
kauft".
Aber der Übergang von "zu Waschendes" zu "Textilien (auch im sauberen
Zustand)" wird wohl kaum noch empfunden. Ebensowenig wie die Tatsache,
daß "Salat" eigentlich "Eingesalzenes" bedeutet, uns davon abhält,
auch den auf dem Felde wachsenden Salat als solchen zu bezeichnen.
An Ende sind das "ehemals 'falsche' Fachwörter".
Oder elektrische Energie, oder Leistung, ... Ich habe keine Studie
darueber angefertigt, aber ich habe den Eindruck, dasz die Leute alles,
was mit Elektrizitaet zu tun hat, "Strom" nennen, eine Steigerung
"staerkeren Strom".
> >Gewicht -> Masse?
>
> Naja. Meist ist ja Gewicht gemeint, oder?
Ich glaube nicht. In den meisten Faellen ist die Masse das Interessante
und wird auch vom Meszverfahren ermittelt.
Michael Kauffmann
Soll das andeuten, dasz es nicht so ist? Warum, abgesehen davon, dasz
"mittels" etwas ungluecklich ist, weil der Strom die Waerme ja nicht als
Werkzeug benutzt. Gemeint war wohl "auf dem Umweg ueber", und dann
stimmt es doch, oder?
Michael Kauffmann
>
>> Das Wort "After" hat es ja schon geschafft mit der Bedeutung "Darmausgang"
>> alle anderen Worte mit "after-" unmöglich zu machen. "Afterreden",
>> "Aftermieter" und was es da noch alles so gab.
>
>Außer "After Eight" (hmmmm...!).
>
Ach ja.
Eau de toilette, after shave:
Häuselwasser zum Rasieren des Arsches.
Reinhard
Michael> Oliver Gassner wrote:
[...]
> Strom -> ?
Michael> Oder elektrische Energie, oder Leistung,
Genau, wie in "Stromzähler" oder "Stromrechnung".
> Gewicht -> Masse?
>>
>> Naja. Meist ist ja Gewicht gemeint, oder?
Michael> Ich glaube nicht. In den meisten Faellen ist die Masse das
Michael> Interessante und wird auch vom Meszverfahren ermittelt.
Bei den mit nicht allzu hoher Genauigkeit gesegneten Personenwaagen
ist es eher das Gewicht, wenn man es genau haben will, nimmt man dann
meist eine Balkenwaage, die die Masse (mittels verschiebbarer
Massestücke) vergleicht; dieser Massenvergleich ist auch auf
Wochenmärkten verbreitet.
Und tschüs
Burkhard
Fuer Massenvergleich braucht man nicht unbedingt eine Waage mit
verschiebbaren oder auswechselbaren Massestuecken. Es kann auch ein
Referenzmassestueck mit der Testmasse ueber einen Hebel so verbunden
sein, dasz sich die wirksame Komponente der Gewichtskraft abhaengig von
der Auslenkung aendert. Damit kann auch eine Zeigerwaage einen
Massenvergleich durchfuehren.
Michael Kauffmann
Piwinger> Burkhard Knopf <burkhar...@informatik.tu-clausthal.de>
Piwinger> wrote:
Piwinger> Koenntest Du bitte etwas weniger aufwendig quoten?
Was meinst du mit aufwendig?
>> Tassilo> Slip ist das englische Wort für schlüpfen und kann
>> Tassilo> vielerlei meinen, auch einfache Schuhe ohne
>> Tassilo> Verschlußmechanismus wurden als Slipper bezeichnet.
>> Slip ohne "-er" ist dagegen ein Unterkleid bzw -rock.
Piwinger> Das hingegen nicht. Sondern die Unterhose, zumeist fuer
Piwinger> Frauensleut, frueher als Schluepfer bezeichnet. Was sagt
Piwinger> eigentlich der Duden dazu?
Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass aus dem Zusammenhang klar
würde, dass ich das englische Wort meinte. Zumal ja etliche sich
bereits hinreichend kongruent über die Bedeutung im deutschen geäußert
hatten.
Und tschüs
Burkhard
Gernot Zander schrieb in Nachricht <6d62dq$keu$1...@scorpio.in-berlin.de>...
>> Gewicht -> Masse?
>So isses.
>Gewicht wird in Newton oder Kilopond gemessen.
>Masse in Kilogramm oder Pfund.
Stimmt so nicht ganz. Masse wird in Kilogramm gemessen, die Gewichts_kraft_
in Newton, aber das Gewicht wieder in Kilogramm.
In dem Physikbuch, das ich gerade gegriffen habe, versteht man "unter dem
Gewicht eines Koerpers [...] die durch eine Wägung ermittelte Masse des
Koerpers. Das Gewicht ist daher in den [...] Masseneinheiten zu messen." Das
Buch beruft sich auf das Gesetz über Einheiten im Messwesen. Dort hätte man
sich bei der Definition des Gewichtes dem Gebrauch von "Gewicht" in Handel
und "Wirtschaft" entsprochen.
Vielleichts kann jemand, den es interessiert, im Gesetzestext nachlesen.
Gruss Gerhard
> Als "Leuchte" wird i.d.R. das komplette Objekt bezeichnet. Also die
> Stehlampe, die Leuchtstofflampe mit Gehäuse usw.
"i.d.R.", also von der Mehrheit der deutschsprechenden Bevölkerung, wird
das komplette Objekt als Lampe bezeichnet und das Ding, was man da
hineinschraubt als Glühbirne. Wobei man das Bestimmungswort auch wegläßt
und nur "Birne" sagt, wenn aus dem Kontext klar ist, was man meint. ("Da
oben in der Lampe ist die Birne kaputt.")
"Leuchte" für Lampe und "Glühlampe" für Birne kommt nur in einer
Minderheitensprache vor, nämlich in der Fachsprache der
Elektrotechniker.
Karl-Heinz Krause
Michael meinte zum Thema "Re: "falsche" Fachwoerter":
Hallo Michael,
> Ja, so kenne ich es auch. Das ist aber IMHO eine der daemlichsten
> denkbaren Veeinbarungen. Gerade das, was nur haelt und nicht
> leuchtet, heiszt Leuchte.
Im Hundekuchen sind ja auch keine Hunde. ;-)
Aber ohne Scherz, ich habe diese Definition nicht getroffen, benutze sie
aber seit ca. 40 Jahren.
Es ist in der deutschen Sprache halt so geregelt, das die *Lampe*
*leuchtet* und nicht die Leuchte. Das war schon vor Volta und Georg
Simon Ohm so.
Warum sollte man sie aendern.
CU - Gerd
>>>>>> "Piwinger" == Piwinger <Boris> wrote:
~~~~~~~~~~~~~~~~~
Wie hast Du das denn geschafft?
> Piwinger> Burkhard Knopf <burkhar...@informatik.tu-clausthal.de>
> Piwinger> wrote:
> Piwinger> Koenntest Du bitte etwas weniger aufwendig quoten?
>Was meinst du mit aufwendig?
Erhebliche Einrueckungen, die praktisch automatisch Umbrueche
erzwingen und ausserdem grundsaetzlich nicht autmatisch erkannt werden
koennen.
> >> Tassilo> Slip ist das englische Wort für schlüpfen und kann
> >> Tassilo> vielerlei meinen, auch einfache Schuhe ohne
> >> Tassilo> Verschlußmechanismus wurden als Slipper bezeichnet.
>
> >> Slip ohne "-er" ist dagegen ein Unterkleid bzw -rock.
>
> Piwinger> Das hingegen nicht. Sondern die Unterhose, zumeist fuer
> Piwinger> Frauensleut, frueher als Schluepfer bezeichnet. Was sagt
> Piwinger> eigentlich der Duden dazu?
>
>Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass aus dem Zusammenhang klar
>würde, dass ich das englische Wort meinte. Zumal ja etliche sich
>bereits hinreichend kongruent über die Bedeutung im deutschen geäußert
>hatten.
In dieser Gruppe finde ich viel interessanter, wie das denn im
Deutschen ist. Wo die Woerter herkommen ist eigentlich klar.
> > Gewicht -> Masse?
>
> Gewicht wird in Newton oder Kilopond gemessen.
> Masse in Kilogramm oder Pfund.
Der Gebrauch scheint in der Vergangenheit aber nicht einheitlich gewesen
zu sein. Z.B. ist es unmoeglich meinem Vater klarzumachen, dass "kg"
keine Krafteinheit ist. Er benutzt das durchaus systematisch, woraus so
merkwuerdige Einheiten wie "m kg" fuer kinetische Energie resultieren.
Das muss er in grauer Vergangenheit so in der Ausbildung gelernt haben.
Auch beim amerikanischen "pound" (lb) herrscht Verwirrung. Es wird oft
genug als Krafteinheit benutzt (z.B. bei Schubangaben), aber
andererseits gibt es auch ein explizites "pound-force" (lbf).
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.rhein-neckar.de
See another pointless homepage at <URL:http://home.pages.de/~naddy/>.
Jens meinte zum Thema "Re: "falsche" Fachwoerter":
Hallo Jens,
> Neulich sah ich im Katalog eines Baumarktes eine Leuchte die "ohne
> Leuchtmittel" verkauft wurde. Also "Gluehbirne" (umgangssprachlich) =
> "Gluehlampe" (elektrisch :-) ) = "Leuchtmittel"?
Tja "Leuchtmittel", das ist Baumarkt- bzw. Finanzamtdeutsch. Hat mit
elektrotechnischen Fachchinesich nichts zu tun.
Es gab/gibt? eine Leuchtmittelsteuer. Die wurde auf Gluehlampen,
Leuchtstoffroehren, eben alles was da leuchtet (Wer hat da
Gluehwuermchen gesagt?!!) erhoben. Ua. auch auf Lampenpetroleum, Dochte
Kerosinbrenner usw. Da den Baumarktstrategen nun wohl nichts besseres
eingefallen ist, haben sie eben eine Anleihe bei Theo dem Einnehmenden
gemacht.
Cu - Gerd
Gernot meinte zum Thema "Re: "falsche" Fachwoerter":
Hallo Gernot,
> Neuerdings heisst die Gluehlampe: "Leuchtmittel".
^^^^^^^^^^
Nee, fuers das Finanzamt hiessen die im Oberbegriff immer schon so, denn
die Leuchtmittelsteuer, die auch auf Petroleumlampen usw. erhoben wird,
ist IMHO aelter als der allgemeine Gebrauch von Gluehlampen ;-))
CU - Gerd
> Burkhard Knopf <burkhar...@informatik.tu-clausthal.de> wrote:
> >Slip ohne "-er" ist dagegen ein Unterkleid bzw -rock.
>
> Das hingegen nicht. Sondern die Unterhose, zumeist fuer Frauensleut,
> frueher als Schluepfer bezeichnet. Was sagt eigentlich der Duden dazu?
> (Meiner ist einige Tausend Kilometer weit entfernt ....)
Man geht nicht aus ohne den Maßgeblichen. Jetzt hast Du Deinen
Zweifelsfall und bist ganz hilflos in Amerika. ;)
Duden Rechtschreibung 21. Auflage 1996:
"Slip, der <engl.> (Unterhöschen; schiefe Ebene in einer Werft für den
Stapellauf eines Schiffes; T e c h n i k Vortriebsverlust); Slipon, der
(Herrensportmantel mit Raglanärmeln); Slipper, der (Schlupfschuh mit
niedrigem Absatz)"
Der große Duden Rechtschreibung (DDR) 16. Auflage 1969:
"Slip <engl> der: 1. (Unterhöschen; Kassenzettel) - 2. od Schlipp od
Schlupf (Unterschied zw. tatsächl. und theoret. Vorwärtsbewegung der
Schiffsschraube) - 3. od Schlipp (schiefe Ebene; Gleitbahn;
Gleisbewegung)
Slipper: 1. der (bequemer Straßenschuh) - 2. (ö s t e r r f ü r
leichter Mantel) <engl>"
Duden Fremdwörterbuch 6. Auflage 1997 (Auszug stark gekürzt):
"Slip, d e r 1. ...Propellerunterschied... 2. ...Stapellauf... 3.
kleine, eng anliegende Unterhose, deren Beinteil in der Schenkelbeuge
endet 4. ...gezielter Gleitflug... 5. ...Abrechnungsbeleg...
Slipper d e r 1. bequemer Schuh mit niederem Absatz und ohne
Verschnürung 2. (österr.) -> Slipon
Slipon d e r: bequemer Herrensportmantel mit Raglanärmeln"
alles (c) Dudenverlag
--
Konrad - Gasterosteus aculeatus (Linné)
> AOL hat angeblich sogar mal in einem Anfall von Political correctness das
> Wort "breast" als zu vermeidenden schmutzigen Ausdruck (igitt,
> Internet-Pornographie ;) deklariert,
Ich war mal in einem Browser-Chat auf irgendeinem Server in Ohio. Und
immer wenn ich zur Bekräftigung meines Ärgers ob des Servers langsamer
Geschwindigkeit "shit" in meinen Text einflocht, wurde er nach
Enter-Absendung im Java-Fenster nicht angezeigt. Dort wurden also alle
"schrecklichen" Four-Letter-Words blockiert. Zum Glück gibt's IRC, wo
man in eigenen Kanälen allerlei Gotteslästerliches verkünden kann und
kein Großer Bruder würgt's ab.
> Ueberhaupt nicht: "Brust" bezeichnet seit mittelhochdeutscher Zeit
> den vorderen Teil des Oberkoerpers als Ganzes. Im Althochdeutschen
> wurde es meist im Plural verwendet (einen alten Dual fortsetzend);
> die Bedeutung "eine der beiden (weiblichen) Brueste" hat es ebenfalls
> schon seit jeher gehabt.
Irgendwie mißverstehen wir uns. In meinem Originalposting schrieb ich,
daß die weibliche Brust als Ganzes (bzw. die Brüste) heute oft als Busen
bezeichnet werden, obwohl doch der Busen eigentlich nur der Einschnitt
zwischen den Brüsten ist AFAIK.
> Wenn in Deinem Sprachgebrauch "Brust" tatsaechlich das "Tal zwischen
> den Bruesten" bezeichnet, ist das etwas neues.
Nein, das Tal ist in meinem Sprachgebrauch der Busen, die beiden
fleischlichen Ausbuchtungen die Brüste. Die sind aber ihrerseits eben
nicht der Busen IMHO.
> Der Meerbusen ist eine Ausbuchtung des Meeres: was soll daran
> "falsch" sein?
Ich verstand den Ausdruck eher als enge Ausbuchtung des Meeres, daher
Busen. Meinst Du das auch so? Oder meinst Du mit Ausbuchtung umschrieben
die weibliche Brust/Brüste und bezeichnest die Brüste als Busen?
Puh, verzwicktes Thema unter uns Frauenärzten... :)
> "Busen" in der Bedeutung "große Meeresbucht" ist nach latein. "sinus"
> (sagt mein Etymologie-Duden).
>
> Warum soll "Busen" einmal so etwas wie "Einschnitt" bedeutet haben?
Eine mißverständliche Ausdrucksweise von mir. Muß nicht korrekt sein und
ist es wohl auch nicht. Ich meinte mit Einschnitt "das Tal zwischen den
Brüsten/Landgebieten".
> Schau
> doch mal den Jadebusen auf der Landkarte an - die Benennug als "(weib-
> liche) Brust" liegt doch nahe.
Also bedeutet nicht die Spalte zwischen den Brüsten Busen, sondern die
beiden vorderen oberkörperlichen Ausdellungen der Frau, die auch als
Brüste bekannt sind? Was ist nun richtig? Und wie nennt man dann die
Spalte zwischen den Brüsten der Frau, wenn schon eine Brust bzw. beide
Brüste Busen genannt werden?
*rückerinnere an Schulzeit*
Meine Deutsch- und Geographielehrerin meinte, der umgangssprachliche
Ausdruck von Busen für die Brüste der Frau sei falsch, weil der
eigentliche Busen der Raum zwischen den Brüsten sei, was sie uns mit dem
Finnischen Meerbusen beweisen wollte.
>Gewicht wird in Newton oder Kilopond gemessen.
>Masse in Kilogramm oder Pfund.
Wenigstens diese eine hanebüchene Spitzfindigkeit hat nun verdientermaßen
endlich das Zeitliche gesegnet. Gewicht wird wieder ordentlich in Kilogramm
gemessen, es bezeichnet die Masse. In Newton misst man nunmehr die
Gewichtskraft.
Das läßt mich hoffen, daß in absehbarer Zeit auch Glühbirne, Lampe, Schublehre,
Schraubenzieher und Zollstock rehabilitiert werden. Den Krampfwörtern
Glühlampe, Leuchte und Schraubendreher weint wohl außer fanatischen
Sprachregulierern niemand eine Träne nach. Der Gliedermaßstab ist sowieso nur
peinlich. Nur mit dem Messschieber konnte ich mich anfreunden, dieses
Ersatzwort finde ich besser als das Original.
Gerd
Nein nicht fleischlich! Hauptsächlich Fett- und Drüsengewebe ....
--
-----------------------------------------------------------------
| Tassilo Halbritter | http://members.aon.at/artos
| Vienna/AUSTRIA | mailto:tassilo.h...@aon.at
-----Geschrieben nur mit 100%ig wiederverwertbaren Elektronen----
>Man geht nicht aus ohne den Maßgeblichen. Jetzt hast Du Deinen
>Zweifelsfall und bist ganz hilflos in Amerika. ;)
Ich habe ja Dich:-)) Danke fuers Abtippen.
>"Slip, der <engl.> (Unterhöschen;
Wieso eigentlich nicht Unterhose? Denn:
>"Slip, d e r 3. kleine, eng anliegende Unterhose, deren Beinteil
>in der Schenkelbeuge endet
So wenig ist das ja nun nicht. Unterhoeschen klingt doch eher nach
Stringtanga;-)
>Nein, das Tal ist in meinem Sprachgebrauch der Busen, die beiden
>fleischlichen Ausbuchtungen die Brüste. Die sind aber ihrerseits eben
>nicht der Busen IMHO.
Das ist sprachlich (urspruenglich!) wohl richtig. Man stelle sich aber
mal vor, eine Frau zeigt in der Oeffentlichkeit (nicht an Straenden
etc.) Busen. In obigem Sinne ist das so ungewoehnlich nicht, aber wehe
man behauptet das dann ... Das Zeigen der Brueste waere hingegen eine
oeffentliche Erregung.
Jens Wuepper schrieb in Nachricht
<6d6ger$m63$1...@rzsun02.rrz.uni-hamburg.de>...
>Burkhard Knopf <burkhar...@informatik.tu-clausthal.de> wrote:
>Aber der Übergang von "zu Waschendes" zu "Textilien (auch im sauberen
>Zustand)" wird wohl kaum noch empfunden. Ebensowenig wie die Tatsache,
>daß "Salat" eigentlich "Eingesalzenes" bedeutet, uns davon abhält,
>auch den auf dem Felde wachsenden Salat als solchen zu bezeichnen.
Dazu paßt auch noch der Wäschetrockner, denn mit diesem Wort wird ja
nicht nur die Maschine bezeichnet, die die Wäsche wirklich trocknet,
sondern auch das Gestell, auf das man die Wäsche zum Trocknen hängt.
Christina
Gernot Zander schrieb in Nachricht
<6d6291$keq$1...@scorpio.in-berlin.de>...
>Außer "After Eight" (hmmmm...!).
Das soll auch schon falsch verstanden worden sein :-)
Christina
> > Gerd Hoeffken <g.hoe...@jinxed.netland.de> wrote:
> >
> > > Das Ding, in dem der elektrische Strom mittels Waerme Licht erzeugt,
> > ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> > Interessanter physikalischer Zusammenhang.
>
> Soll das andeuten, dasz es nicht so ist?
So, wie ich aus der Formulierung "mittels Waerme" das Bild im Kopf
hatte, ja. Tatsaechlich ist es aber voellig unsinnig das so zu
verstehen, wie ich es verstanden hatte, und an der Formulierung ist
nichts auszusetzen.
'tschuldigung.
Und inwiefern ist "Busen" tabubehaftet? Das Wort ist seit ueber
1000 Jahren kontinuierlich gut belegt.
> Jedenfalls kam Professor Kluge
> höchstselbst bei Brust (und Beule) nicht übers Germanische
> hinaus und stellte Busen zu Bug (muß mir endlich mal eine
> spätere Auflage besorgen).
Es gibt altrussisch 'brjucho' "Bauch" (noch heute umgangs-
sprachlich im Russischen), bretonisch 'bronn' "Brust",
deutsch "Bruenne" (Lehnwort aus dem Keltischen), altirisch
'bru' "Bauch", mittelirisch 'bruasach' "breitbruestig" (auch
bei Kluge [20. Auflage 1967] erwaehnt!), ...
Die Wurzel ist also nicht auf das Germanische beschraenkt.
Jens W. Heckmann
Die Bezeichnungen "Starkstrom" und "Schwachstrom" sind ja meines
Wissens auch fachsprachlich anerkannt, obwohl sie sich auf die
Spannung beziehen ...
Jens W. Heckmann
Gut, dann sage ich es noch einmal unmissverstaendlich: "Busen" und
"Brust" bezeichnen dem Grunde nach dasselbe, naemlich entweder die
Brust als Ganzes (wobei "Busen" in diesem Sinne bei Maennern heute
veraltet ist) oder die linke oder rechte Haelfte davon (namentlich
bei Frauen), aber ueblicherweise nicht den Einschnitt zwischen den
Bruesten (kreative Neuinterpretation ist aber natuerlich jederzeit
moeglich).
Jens W. Heckmann
Hallo Gerd,
ich finde auch, daß man's übertreiben kann. Aber sei ehrlich: Hast Du
schon jemals mit einem Schraubenzieher 'ne Schraube *gezogen*? Gib's
zu: Du hast sie (rein- oder raus-)*gedreht*!!!
Gruß, Reinhard
>ich finde auch, daß man's übertreiben kann. Aber sei ehrlich: Hast Du
>schon jemals mit einem Schraubenzieher 'ne Schraube *gezogen*? Gib's
>zu: Du hast sie (rein- oder raus-)*gedreht*!!!
Deswegen musst Du aber nicht so hemmunglos quoten. Oder liegt das
daran, dass Du ja einen News*reader* benutzt ...
> > > Vereinbarter Sprachgebrauch, jedenfalls unter Elektrikern:
> > > Das Ding, in dem der elektrische Strom mittels Waerme Licht erzeugt, das
> > > ist eine Gluehlampe und das Gehaeuse, in das man sie schraubt ist eine
> > > Leuchte.
> >
> > Ja, so kenne ich es auch. Das ist aber IMHO eine der daemlichsten
> > denkbaren Veeinbarungen. Gerade das, was nur haelt und nicht leuchtet,
> > heiszt Leuchte.
> Die Glühlampe leuchtet ja allein auch nicht.
> Natürlich erfüllt eine Leuchte ihren Zweck nur, wenn eine Lampe
> enthalten ist, diese ist aber der schnell(er)verschleißende Bestandteil.
Heißen die Taschenlampen jetzt Taschenleuchten?
Gruß, ULF
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________
> > Ich stelle es mir bei
> > Bezeichnungen paarweise vorkommender Körperteile, noch dazu
> > tabubehafteten, besonders schwierig vor, lautgesetzliche
> > Zusammenhänge zu entdecken.
hjw> Verstehe ich nicht ... in real existierenden Texten der indo-
hjw> germanischen Sprachen haben die Woerter meistens irgendwelche
hjw> Endungen: wieso soll der Dual oder Plural da eine besondere
hjw> Schwierigkeit bedeuten?
Weil er erstarren könnte. Da den Sprechern die ehemaligen
Dual- oder Pluralendungen nicht mehr bewußt sind, dürften
solche Wörter die späteren Entwicklungen der Morphologie nicht
unbeschadet überstehen. Sie müßten daher (das ist meine
Spekulation) dazu neigen, immer etwas unregelmäßig und
etymologisch undurchsichtig zu sein.
hjw> Und inwiefern ist "Busen" tabubehaftet? Das Wort ist seit ueber
hjw> 1000 Jahren kontinuierlich gut belegt.
Hmm, ich meinte damit, daß Bezeichnungen unanständiger Sachen
zu recht abrupten Bedeutungswandeln neigen. Oder nicht?
hjw> Es gibt altrussisch 'brjucho' "Bauch" (noch heute umgangs-
hjw> sprachlich im Russischen), bretonisch 'bronn' "Brust",
hjw> deutsch "Bruenne" (Lehnwort aus dem Keltischen), altirisch
hjw> 'bru' "Bauch", mittelirisch 'bruasach' "breitbruestig" (auch
hjw> bei Kluge [20. Auflage 1967] erwaehnt!), ...
Vielleicht drückt sich der ehrwürdige Lehrer nur etwas
undeutlich aus und ich verstehe ihn daher nicht:
"... angls. 'bréost', engl. 'breast'..., welche zu _Brust_
im Ablautverhältnis stehen. Diese Bezeichnung der Brust ist
außerhalb der germ. Sprachen noch nicht nachgewiesen, wie
überhaupt die einzelnen idg. Sprachstämme in der idg.
Bezeichnung der Brust differieren, während andere Körperteile
(s. Arm, Bug, Elle u. a.) von ihnen mit gemeinsamen Namen
benannt werden." [8. Aufl. 1915] :-(
Vielleicht noch tsch. 'prs' (m.sg.), 'prsa' (n.pl.) "Brust".
Gruß,
--Thorsten
Und dann haben wir noch das niederdeutsche Wort "Titten".
Im Oberdeutschen "Tutteln", auch "Dutterln", also mit Diminutiv ....
Die Ausgrenzung als Tabuwort begann wahrscheinlich erst kürzlich
(so vor 150 Jahren).
>Glühbirnen gehören lt. Gesetz zu den Leuchtmitteln, also zu den Dingen,
>für die Leuchtmittelsteuer erhoben wird. Glühstrümpfe für Gaslampen
>gehören auch dazu.
Gibt es die noch? Meines Wissens ist die Leuchtmittelsteuer 1992 der
Verbrauchsteuer-Vereinheitlichung innerhalb der EG wohlverdient zum
Opfer gefallen - eine Preissenkung in diesem Bereich konnte allerdings
auch nicht festgestellt werden.
Stell Dir vor, die Steuern werden gesenkt und keiner kriegt es mit ...
G.
Im modernen Sprachgebrauch sind Masse und Gewicht synonym und
werden von der Gewichtskraft unterschieden. Eine Tafel Schokolade
kann also ein Gewicht von 100 g haben, was einer Gewichtskraft von
etwa 1 N entspricht.
Markus
--
Markus G. Kuhn, Security Group, Computer Lab, Cambridge University, UK
email: mkuhn at acm.org, home page: <http://www.cl.cam.ac.uk/~mgk25/>
>> Und inwiefern ist "Busen" tabubehaftet? Das Wort ist seit ueber
>> 1000 Jahren kontinuierlich gut belegt.
>
> Hmm, ich meinte damit, daß Bezeichnungen unanständiger Sachen
> zu recht abrupten Bedeutungswandeln neigen. Oder nicht?
Ich sehe immer noch nichts Unanstaendiges an "Busen". Aber wie dem
auch sei: Woerter, die etwas bezeichnen "wovon man nicht spricht"
unterliegen einem starken Verschleiss, d. h. sobald das Wort
einigermassen ueblich geworden ist, muss es durch ein anderes
ersetzt werden. Die Bedeutung des Wortes selbst aendert sich
deshalb aber nicht ("Nutte" bedeutet heute immer noch das gleiche,
obwohl es sukzessive durch "Hure", "Prostituierte" usw. ersetzt
wurde). Und selbst wenn: solange wir ueber eine hinreichend dichte
Belegfolge verfuegen, macht das (wie gesagt) nichts.
> Diese Bezeichnung der Brust ist
> außerhalb der germ. Sprachen noch nicht nachgewiesen,
> [8. Aufl. 1915]
Tja, wie es scheint, gibt es auch in der Etymologie so etwas wie
den Fortschritt der Wissenschaften ...
> Und dann haben wir noch das niederdeutsche Wort "Titten".
... was natuerlich dem hochdeutschen "Zitze" entspricht und
urspruenglich nicht den ganzen Busen, sondern nur die Saugwarze
bezeichnet. Das Wort gibt es ausser in diversen germanischen
Sprachen auch in diversen romanischen: portugiesisch/spanisch
'teta', franzoesisch 'tette' und davon abgeleitet 'téter'
"an der Brust trinken" (vom Saeugling); hier das Lied zum Thread:
- Le chat, la prenant pour sa mère,
se mit à téter tout de go ;
émue, Margot le laissa faire -
brave Margot !
(Georges Brassens)
Jens W. Heckmann
> Mindestens ebenso durcheinander geht's bei den Leuchtstoffröhren.
> Ich muß immer grinsen, wenn von Neonröhren die Rede ist.
Ich lernte mal, daß sie ganz exakt "Niederspannungsleuchtstofflampen"
heißen. Das ist dann so ähnlich, wie der "Drehstromasynchronmotor mit
Kurzschlußläufer".
> Gibt es die noch? Meines Wissens ist die Leuchtmittelsteuer 1992 der
> Verbrauchsteuer-Vereinheitlichung innerhalb der EG wohlverdient zum
> Opfer gefallen - eine Preissenkung in diesem Bereich konnte allerdings
> auch nicht festgestellt werden.
Soweit ich weiß, gibt es die Leuchtmittelsteuer schon noch. Denn auch
wenn man heute Autos aus Amerika importiert (Grauimporte, Oldtimer oder
hierzulande nicht erhältliche US-Modelle), muß man im deutschen
Zielhafen noch immer diese obskure Steuer bezahlen.
Die Sektsteuer, ich glaube noch von Wilhelm Zwo zur Kriegsfinanzierung
eingeführt, gibt es ja auch immer noch, soweit ich mich erinnere.
> ich finde auch, daß man's übertreiben kann. Aber sei ehrlich: Hast Du
> schon jemals mit einem Schraubenzieher 'ne Schraube *gezogen*? Gib's
> zu: Du hast sie (rein- oder raus-)*gedreht*!!!
Mit dem rein*drehen* ist es ja nicht getan. Man muß sie auch noch
fest*ziehen* oder auch fest an*ziehen*. Und Schrauben habe ich durchaus
schon gezogen; nämlich mit der magnetischen Schraubendrehzieher-Spitze
aus einer kleinen Ritze. :)
> Nein nicht fleischlich! Hauptsächlich Fett- und Drüsengewebe ....
War eher umschreibend-lutherisch eine Ableitung von Fleischeslust. Also
verbessert: "Zügele Deine fettig-drüsliche Lust..." ;)
> Gut, dann sage ich es noch einmal unmissverstaendlich: "Busen" und
> "Brust" bezeichnen dem Grunde nach dasselbe, naemlich entweder die
> Brust als Ganzes (wobei "Busen" in diesem Sinne bei Maennern heute
> veraltet ist) oder die linke oder rechte Haelfte davon (namentlich
> bei Frauen), aber ueblicherweise nicht den Einschnitt zwischen den
> Bruesten (kreative Neuinterpretation ist aber natuerlich jederzeit
> moeglich).
*in alten Büchern kram, alles umwälz, Staubwolken aufwirbel*
Neubert, Rudolf: "Das neue Ehebuch", Greifenverlag zu Rudolstadt
(DDR)1957; Anhang zum neuen Ehebuch, "Kleines sexologisches Wörterbuch",
Hrsg. Karl Dietz, S. 300:
"B u s e n: Die Längsfurche zwischen den beiden Brüsten. Oft irrtümlich
für Brüste verwendet."
Aresin, Lykke und Müller-Hegemann, Annelies (Hrsg.): "Jugendlexikon -
Jugend zu zweit", VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR) 1984, S.
45:
"Der B u s e n ist die Vertiefung (Längsfurche) zwischen den beiden
Brüsten. In der Umgangssprache wird auch die weibliche -> Brust Busen
genannt."
Ich hab' mir jetzt am fin de la semaine mal die Mühe gemacht, ältere
Bücherstapel zu durchwühlen, auf der Suche nach dem "Busen". Obiges
bestätigt eigentlich meine Deutsch- und Geographielehrerin, die uns
selbiges auch lehrte. Ich bin nun einergermaßen verwirrt...
*Knoten im Denkstrang*
Hallo Konrad,
red Dich nicht raus! Wir reden nicht vom Schrauben*fest*zieher oder
Schrauben*an*zieher, sondern vom sog. Schraubenzieher. Und abgesehen
von dem von Dir geschilderten Ausnahmefall wird dieses Werkzeug in
99,99 % aller anderen Fälle zum Drehen von Schrauben benutzt (manchmal
dafür aber sogar als Meißel) und eben nicht zum *Ziehen*.
Tschüs, Reinhard
Hallo Boris,
isses Dir so genehm? Wieviel quoten würden Ihro Gnaden denn im
äußersten Falle zulassen ;-)? Ich fand die 20 Zeilen (incl. Leerzeilen)
gar nicht so viel...
Kannst Du mir bitte erklären, was diese Problematik mit der Tatsache
zu tun hat, daß ich einen News*reader* benutze? Sollte es etwa damit
zusammenhängen, daß man mit einem Newsreader dann auch was zum *Lesen*
benötigt?
Neugierig, Reinhard
Karl-Heinz meinte zum Thema "Re: "falsche" Fachwoerter":
Hallo Karl-Heinz,
> "Leuchte" fuer Lampe und "Gluehlampe" fuer Birne kommt nur in einer
> Minderheitensprache vor, naemlich in der Fachsprache der
> Elektrotechniker.
Ein Fehler bleibt auch dann noch ein Fehler, wenn er staendig von der
Ueberwiegenden Mehrheit gemacht wird.
Das Bildzeitungssyndrom hat sich, wenn auch auf anderem Gebiet, schon
vor vielen Jahren als gefaehrlich erwiesen.
CU - Gerd
> Obiges
> bestätigt eigentlich meine Deutsch- und Geographielehrerin, die uns
> selbiges auch lehrte. Ich bin nun einergermaßen verwirrt...
Ich nicht - Papier ist geduldig.
Ich muss allerdings anerkennen, dass diese Auffassung von "Busen" wohl
doch verbreiteter ist, als ich dachte. Etymologisch gerechtfertigt ist
sie aber nicht. Und das obige "irrtuemlich" ist ein starkes Stueck.
Jens W. Heckmann
>Kannst Du mir bitte erklären, was diese Problematik mit der Tatsache
>zu tun hat, daß ich einen News*reader* benutze? Sollte es etwa damit
>zusammenhängen, daß man mit einem Newsreader dann auch was zum *Lesen*
>benötigt?
Das war nur eine Anspielung, um den Bogen wieder auf on-topic
umzubiegen. Ein Newsreader ist natuerlich auch ein flascher Ausdruck,
da er ja nicht nur zum Lesen eingesetzt wird, wie wir beide hier
gerade eindrucksvoll belegen.
>> "Leuchte" fuer Lampe und "Gluehlampe" fuer Birne kommt nur in einer
>> Minderheitensprache vor, naemlich in der Fachsprache der
>> Elektrotechniker.
>Ein Fehler bleibt auch dann noch ein Fehler, wenn er staendig von der
>ueberwiegenden Mehrheit gemacht wird.
auch bleibt ein Oberlehrer ein Oberlehrer.
Sprache ist für Menschen da und nicht umgekehrt. Gerade wir Deutschen
erfreuen uns an der Präzision des Ausdrucks, und opfern dieser gern
die Allgemeinverständlichkeit.
Speziell das offizielle Deutschland ("Deutschland Deine Amtsstuben")
ignoriert gern die Sprache des Volkes, nein, brandmarkt sie sogar als
"fehlerhaft". Ich halte das nicht für richtig.
Kein Polizist weiß, was ein "Motorrad" ist, wohingegen kaum ein
Nicht-Polizist weiß, was ein "Kraftrad" ist. So redet man aneinander
vorbei.
Und wenn Du Dich auf den Kopf stellst, messe ich gewisse Längen mit
dem Zollstock und habe auch keinerlei Schwierigkeiten, auf Zuruf das
richtige Werkzeug gereicht zu bekommen.
Begriffe ändern sich über die Zeit, verordnet oder nicht.
Es ist jetzt - nach 50 Jahren - immer wieder überraschend, welche und
wieviele Begriffe sich aus der Nazizeit "gehalten" haben.
Ganz offenbar ist Toleranz bei uns immer noch "Mangelware".
Mit freundlichen Grüßen
Martin Gerdes
> >Gewicht wird in Newton oder Kilopond gemessen.
> >Masse in Kilogramm oder Pfund.
> Gewicht eines Koerpers [...] die durch eine Wägung ermittelte Masse des
> Koerpers. Das Gewicht ist daher in den [...] Masseneinheiten zu messen." Das
> Buch beruft sich auf das Gesetz über Einheiten im Messwesen. Dort hätte man
> sich bei der Definition des Gewichtes dem Gebrauch von "Gewicht" in Handel
> und "Wirtschaft" entsprochen.
Wenn das stimmt, verstaerkt es meine Abneigung gegen den Gesetzgeber. Er
haette sich auf die Definition von "Masse" und "Gewichtskraft"
beschraenken und das "Gewicht" dem Sprachgebrauch ueberlassen koennen,
anstatt zwei synonyme Bezeichnungen fuer die selbe Groesze zu definieren
und den in der Wissenschaft ueblichen Sprachgebrauch fuer falsch zu
erklaeren
Michael Kauffmann
Christina> Jens Wuepper schrieb in Nachricht
Christina> <6d6ger$m63$1...@rzsun02.rrz.uni-hamburg.de>...
>> Burkhard Knopf <burkhar...@informatik.tu-clausthal.de> wrote:
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Die Zeile hättest du auch noch rausnehmen sollen, der Rest ist nämlich
auch nicht von mir.
Und tschüs
Burkhard
Reinhard Zwirner schrieb in Nachricht <6dco2a$ppi$1...@news01.btx.dtag.de>...
[...]
>red Dich nicht raus! Wir reden nicht vom Schrauben*fest*zieher oder
>Schrauben*an*zieher, sondern vom sog. Schraubenzieher. Und abgesehen
>von dem von Dir geschilderten Ausnahmefall wird dieses Werkzeug in
>99,99 % aller anderen Fälle zum Drehen von Schrauben benutzt (manchmal
>dafür aber sogar als Meißel) und eben nicht zum *Ziehen*.
[...]
Es liegt mir fern, begründen zu wollen, warum der Schraubenzieher
nicht Schraubendreher heißt. Ich habe das so gelernt und sehe weder
einen Grund noch Vorteil, dies zu ändern. Auch möchte ich nicht bei
der Mehrheit der Deutschsprachigen auf Unverständnis stoßen und als
kleinkariert erkannt werden.
Gruß
Armin
--
_____________________________________________________
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