>Ich brauche beruflich hin und wieder eine etwas "lockerere, jugendliche
>Sprache" und da würde ich mich gern an ein Wörterbuch oder andere Texte
>halten.
Wörterbücher der Jugendsprache taugen genau zu einem Zweck: Die
Bedeutung von Wörtern nachzuschlagen, die man nicht kennt.
Zu versuchen, sich eine lockere, jugendliche Sprache anzueignen, indem
man vermeintliche Jugendsprache-Wörter aus entsprechenden
Wörterbüchern abschreibt, ist eine ziemlich sichere Art, sich sehr
sehr lächerlich zu machen. Auch und besonders bei Jugendlichen.
Und vieles ist schon wieder veraltet oder ungebräcuhlich, wenn das
Wörterbuch endlich erscheint.
mfg
Heinz Lohmann
Tanshui, Taiwan
25.13N 121.29E
--
Ist es nicht sonderbar, daß man das Publikum, das uns lobt, immer für
einen kompetenten Richter hält; aber sobald es uns tadelt, für unfähig
erklärt, über Werke des Geistes zu urteilen.
G. Chr. Lichtenberg (Sudelbuch G 33)
[Gruslige Erfindungen gesnippt]
>Ich brauche beruflich hin und wieder eine etwas "lockerere, jugendliche
>Sprache" und da würde ich mich gern an ein Wörterbuch oder andere Texte
>halten.
Ich würde mal sagen, schaff Dir eben ein paar junge Mitarbeiter
an. Nach meinem Dafürhalten schaffen es nur ein paar wenige
Ausdrücke der Jugendsprache pro Jahrzehnt je zu verschriftlichter
Form, denn die ist üblicherweise sehr cliquen-, szenen- und
lokalbezogen.
Dieses "Wörterbuch der Jugendsprache" ist ein Hoax und sein Geld
bestimmt nicht wert. Damit machst Du dich lächerlich.
> Ich brauche beruflich hin und wieder eine etwas "lockerere, jugendliche
> Sprache" und da würde ich mich gern an ein Wörterbuch oder andere Texte
> halten.
Vergiß es - verwende Du Deine Sprache, das ist das einzige was ankommt.
Natürlich solltest Du nicht wissenschaftlich abgehoben formulieren -
aber ich unterstelle mal, daß auch Du Umgangssprache beherrscht.
Wörterbücher der Jugendsprache o. ä. taugen, wie Sebastian schon
geschrieben hat, tatsächlich nur dazu, bestimmte Ausdrücke zum eigenen
Verständnis nachzuschlagen - zur aktiven Anwendung sind sie keinesfalls
zu empfehlen. Mir (mit meinen 20 Jahren halte ich mich noch ansatzweise
für jugendlich) ist aus dem von Dir einleitend zitierten Werbespruch
lediglich einer der "jugendsprachlichen" Ausdrücke bekannt, nämlich
"Hirnblähungen". Den Rest konnte ich mir teilweise erschließen.
> Nur erscheint mir der "Auszug" allein schon etwas "aufgesetzt" und
> unwahrscheinlich. Vielleicht redet aber auch ein Jugendlicher in
> Gegenwart Älterer anders als unter Gleichaltrigen ;-) .
Das trifft in den meisten Fällen zu. Trotzdem dürfte es auch für Dich
kein Ding der Unmöglichkeit sein, Ausdrücke zu verstehen, die
Jugendliche typischerweise im Umgang mit ihresgleichen verwenden. Ich
empfehle den regelmäßigen Besuch von Internetforen für jugendliches
Publikum. Wenn Du Dich da ganz schnell wieder abwendest, weil Dich die
Themen nicht interessieren und Du die Sprache nicht verstehtst, dann
solltest Du Dein Projekt Jugendsprache wohl besser beenden. Wenn Du Dich
aber damit beschäftigen kannst, dann kannst Du Dein Wissen weitaus
realitätsnäher erweitern als mit einem Wörterbuch.
Das gilt natürlich nicht nur für spezielle Internetforen, sondern für
alle typisch jugendlichen Medien. Aber widerstehe der Gefahr, jedes dort
erhaschte Wort für das ultimative Beispiel an perfekter Jugendsprache zu
halten!
MfG Simon (der beste Erfahrungen damit hat, sich auch Jüngeren gegenüber
in seiner eigenen Sprache auszudrücken)
>> Ich brauche beruflich hin und wieder eine etwas "lockerere, jugendliche
>> Sprache" und da würde ich mich gern an ein Wörterbuch oder andere Texte
>> halten.
>
> Vergiß es - verwende Du Deine Sprache, das ist das einzige was ankommt.
> Natürlich solltest Du nicht wissenschaftlich abgehoben formulieren -
> aber ich unterstelle mal, daß auch Du Umgangssprache beherrscht.
Vollstes ACK. Ich kann mich noch gut an mein diesbezügliches Empfinden
in meiner Jugend erinnern - sobald ein Erwachsener meinte, bei uns
landen zu können, indem er unsere Sprache nachahmte, kam mir das einfach
nur, angemessen formuliert, wie anbiedernde Schleimerei vor, und
derjenige erreichte das diametrale Gegenteil des Beabsichtigten.
Eine "lockere, jugendliche Sprache" kann aus ganz normalem
Umgangsdeutsch bestehen, ohne spezielles jugendliches Vokabular.
Vielleicht wäre es hilfreich, einmal eine Jugendzeitschrift zu
konsultieren, ungeachtet des zu erwartenden inhaltlichen Niveaus.
Die wissen einfach, welche Sprache "ankommt", und das ist kein
jugendvokabelgespickter Spezial-Jargon, sondern schlichtes einfaches
Umgangsdeutsch.
Vielleicht sollte Alice-Hanna einmal genauer spezifizieren, worum es
einklich konkret geht.
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Solange die Erwachsenen einen Fernseher besitzen und Erwachsenen-Blödsinn
schauen, gibt es keinen Grund, darüber zu jammern, daß die Kinder
Kinder-Blödsinn schauen." (Jens Arne Maennig in de.soc.familie.kinder)
>Mir (mit meinen 20 Jahren halte ich mich noch ansatzweise
>für jugendlich) ist aus dem von Dir einleitend zitierten Werbespruch
>lediglich einer der "jugendsprachlichen" Ausdrücke bekannt, nämlich
>"Hirnblähungen". Den Rest konnte ich mir teilweise erschließen.
Aha. Genau _so_ hatte ich mir das auch vorgestellt. Die
"Hirnblähungen" waren übrigens auch das einzige, was mir nicht
aufgesetzt vorkam - was wohl daran liegt, daß es eben in
bestimmten Umgangssprachen zuhause ist (z.B. im Usenet).
Aber dadurch wird es noch nicht Jugendsprache (ich bin über 40).
>Das trifft in den meisten Fällen zu. Trotzdem dürfte es auch für Dich
>kein Ding der Unmöglichkeit sein, Ausdrücke zu verstehen, die
>Jugendliche typischerweise im Umgang mit ihresgleichen verwenden. Ich
>empfehle den regelmäßigen Besuch von Internetforen für jugendliches
>Publikum.
Das ist eine realistische Möglichkeit. Nur da kann es
Jugendsprache in verschriftlichter Form überhaupt geben, denn sie
ist sehr flüchtig und wechselt schnell. Wörterbücher sind viel zu
langsam, bis die rauskommen, wird der entsprechende Ausdruck
nicht mehr verwendet und ist veraltet.
Generell halte ich den Ansatz, _Jugend_sprache verwenden zu
wollen, aber auch für verfehlt. Ich kann da Simon nur
beipflichten: Umgangssprache tuts auch und wirkt idR weniger
aufgesetzt.
Manche Wörter in bestimmten Szenen werden nämlich als "Marker"
verwendet, und wenn ein nicht-Szenezugehöriger die verwendet,
ohne Szenenhintergrund, wirkt das oberpeinlich und die
entsprechende Person ist als Anbiederer und Volltrollo für immer
draußen.
Dazu fällt mir die Bank-Corner-Werbung (Volksbank) ein, die ne
Zeitlang in Karlsruhe im Kino lief. Kennt die hier jemand?
> Das ist eine realistische Möglichkeit. Nur da kann es
> Jugendsprache in verschriftlichter Form überhaupt geben, denn sie
> ist sehr flüchtig und wechselt schnell. Wörterbücher sind viel zu
> langsam, bis die rauskommen, wird der entsprechende Ausdruck
> nicht mehr verwendet und ist veraltet.
Da gibt's einen köstlichen Absatz am Anfang von Terry Pratchetts "Only
You Can Save Mankind" (leider hab ich's gerade verliehen und kann's
daher nicht abtippen): Ein Schüler spricht seinen Kumpel mit "Yo" an und
bekommt von diesem zur Antwort, daß es nicht mehr cool sei, "Yo" zu
sagen - das geht dann noch ein bißchen so weiter ...
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Ich habe mir [...] Gedanken darüber gemacht, ob es "Partizipienten" oder "Par-
tizipanten" heißen muß, und bin zu dem Ergebnis gekommen, daß ich in Zukunft
weiterhin "Teilnehmer" sagen werde..." (Matthias Warkus in de.rec.buecher)
Hi Simon,
prima. Also keine "Extra-Jugendsprache", ;-) .
Hätte ich mündlich auch nie versucht - ich brauche es nur mal "hin und
wieder" schriftlich, also keine Mitarbeiter zulegen, wie Helga schrieb.
Dazu fehlt mir leider das Geld und das Alter. ;-)
Die Redakteure besagten "Wörterbuch der Jugendsprache 2003" (PONS)
sammeln seit 2001 jedes Jahr von 30.000 Jugendlichen die markantesten
Begriffe aus ihrem Wortschatz und geben damit ein Wörterbuch heraus. War
letztes Jahr im Febr. Platz neun im Spiegel, sollte dann doch etwas
aussagen. Also kein "Hoax", wie Helga meint, das Buch gibt es wirklich
und laut Google kostet es nur 2 Euro. Aber ich kenne nur den Werbetext,
und deshalb fragte ich hier um Rat.
>Vergiß es - verwende Du Deine Sprache, das ist das einzige was
> ankommt. Natürlich solltest Du nicht wissenschaftlich abgehoben
> formulieren - aber ich unterstelle mal, daß auch Du Umgangssprache
> beherrscht.
<lach> verstehen schon. Kommt auch darauf an, wozu ich den Text brauche,
ob als Zusatz zu anderem Text, zu Bildern, wie deren Lokalkolorit ist...
> Ich empfehle den regelmäßigen Besuch von Internetforen für
> jugendliches Publikum...
Das mach ich schon mit großem Vergnügen, nicht nur "beruflich bedingt".
> Simon (der beste Erfahrungen damit hat, sich auch Jüngeren
> gegenüber in seiner eigenen Sprache auszudrücken)
Danke, auch ich "etwas" Ältere habe dich wunderbar verstanden: lieber
"natürliche" Sprache, als aufgesetzte Pseudo-Jugendsprache.
Liebe Grüße
Alice
> "Alice-Hanna Scholz" <Alice...@gmx.de> schrieb vorher:
>
>>Ich brauche beruflich hin und wieder eine etwas "lockerere, jugendliche
>>Sprache" und da würde ich mich gern an ein Wörterbuch oder andere Texte
>>halten.
>
> Ich würde mal sagen, schaff Dir eben ein paar junge Mitarbeiter
> an. Nach meinem Dafürhalten schaffen es nur ein paar wenige
> Ausdrücke der Jugendsprache pro Jahrzehnt je zu verschriftlichter
> Form, denn die ist üblicherweise sehr cliquen-, szenen- und
> lokalbezogen.
Addendum: Die Existenz eines Soziolekts "Jugendsprache" wird bestritten.
> Dieses "Wörterbuch der Jugendsprache" ist ein Hoax und sein Geld
> bestimmt nicht wert. Damit machst Du dich lächerlich.
Was in solchen Wörterbüchern steht, dürfte für geschäftliche
Kommunikation ohnedies ungeeignet sein. Auch Jugendliche schätzen es in
der Regel, wenn Firmen ihnen gegenüber seriös und nicht anbiedernd
auftreten. Ich kenne übrigens auch Firmen, die ihre Kunden duzen und sie
mit lässigem Jargon behelligen, und den Kunden gefällt das. Die wenden
sich aber nicht an Jugendliche, sondern bspw. an Musiker jedes Alters.
- Sebastian
--
Ich habe aber eher den Eindruck, daß Jona versucht, sich wie die Made an
den Speck an Zladdi ranzuschmeißen. Alex wird sich hüten, mit diesem
Kind ins Bett zu steigen, dazu ist sie ihm levelmäßig viel zu primitiv
oder was meint Ihr?
(Bianka Schlegel in de.rec.tv.misc)
> "Kürzlich war ich in der Zappelbude abbendern, als so ein Upstyler mit
> Käpt´n Wasserstoff blümelte. Er hatte wohl Hirnblähungen, denn er wollte
> tatsächlich...
Darf ich noch mal nachfragen, was das heißen soll?
"Zappelbude" kann man irgendwie erschließen (Disco?), und ist auch
Google bekannt, "abbendern" wird zwar nicht gefunden, dürfte aber dann
so etwas wie tanzen sein. "Upstyler" ist auch auch halbwegs klar - aber
was, bitteschön, soll "mit Käpt´n Wasserstoff blümeln" heißen?
Gruß TS
> Darf ich noch mal nachfragen, was das heißen soll?
<lach> Thorsten,
habe ich mich auch gefragt, als ich den Werbetext las. Nur diesen hatte
ich für das "Wörterbuch der Jugendsprache 2003", PONS, vorliegen. Lt.
Google werden jedes Jahr 30.000 Jugendliche nach ihren
"Ausdrücken/Bemerkungen" gefragt.
Ich wollte *nicht* aufgesetzte Wörter verwenden oder mich wie ein
nachgemachter Jugendlicher gebärden, sondern nur ein verhältnismäßig
aktuelles Nachschlageding haben, weil heute vielleicht doch einige
andere Ausdrücke verwendet werden, als noch vor acht Jahren... ;-)
Leider kennt hier wohl niemand dieses Buch oder etwas ähnliches? Werde
ich mich wohl im Buchhandel kundig machen müssen.
Grüße
Alice
> Upstyler" ist auch auch halbwegs klar - aber was, bitteschön, soll
> "mit KäptŽn Wasserstoff blümeln" heißen?
Blümeln heißt flirten, Käpt'n Wasserstoff könnte dann eine mit
Wasserstoffperoxid blondierte junge Dame sein ...
--
Eine einfache Rechnung, die auch du hoffentlich nachvollziehen kannst.
Ein Azubi arbeitet sage ich mal 8 Stunden am Tag im Betrieb, das 5 Tage
die Woche und 20 Tage im Monat. Macht bei einem Euro Stundenlohn 800,- EUR.
-- Christian Heinemann in de.alt.etc.auktionshaeuser
> Blümeln heißt flirten, Käpt'n Wasserstoff könnte dann eine mit
> Wasserstoffperoxid blondierte junge Dame sein ...
Mmh, und warum gerade *Käpt'n* Wasserstoff?
Gruß TS
> - aber
> was, bitteschön, soll "mit Käpt´n Wasserstoff blümeln" heißen?
Käpt'n Wasserstoff ist ne eine Frau mit wasserstoffperoxidgebleichten
Haaren, und "blümeln" ist dann sowas wie "flirten".
Alles IMO.
> Lt. Google werden jedes Jahr 30.000 Jugendliche nach ihren
> "Ausdrücken/Bemerkungen" gefragt.
Habe gerade auch mal ein wenig gesucht, und bei Pons:
http://www.pons.de/speziell/ausbild/wbjuspra/wandel/index.htm
gibt es sogar einen Überblick über die "Jugendsprache im Wandel", und da
kamen mir schon einige Zweifel an der Seriosität des Wörterbuchs.
Zum einen werden dort scherzhafte Bezeichnungen aufgeführt, die m.E. gar
nichts mit Jugendsprache im engeren Sinne zu tun haben. "Fußhupe" (nach
Pons nur für das Jahr 2002 gültig) für kleine Hunde ist mir z.B. völlig
geläufig - ähnliches gilt für "Asitoaster".
Zum anderen kann ich mir bei vielen Ausdrücken kaum vorstellen, daß die
unter Jugendlichen im allgemeinen *wirklich gebräuchlich* sind, und vor
allem nicht, daß irgendjemand tatsächlich solche Texte wie "Kürzlich war
ich in der Zappelbude abbendern ..." produziert.
Gruß TS
> Mmh, und warum gerade *Käpt'n* Wasserstoff?
Wasserstoff alleine klänge ziemlich abwertend, und Käpt'n kann MUSEN
auch zu einer Frau passen. Vielleicht gibt es auch eine Comic- oder
SF-Serie mit so einer Figur.
> Zum anderen kann ich mir bei vielen Ausdrücken kaum vorstellen, daß die
> unter Jugendlichen im allgemeinen *wirklich gebräuchlich* sind, und vor
> allem nicht, daß irgendjemand tatsächlich solche Texte wie "Kürzlich war
> ich in der Zappelbude abbendern ..." produziert.
Vor allem das »kürzlich« paßt stilistisch hier überhaupt nicht.
> Ich wollte *nicht* aufgesetzte Wörter verwenden oder mich wie ein
> nachgemachter Jugendlicher gebärden, sondern nur ein verhältnismäßig
> aktuelles Nachschlageding haben, weil heute vielleicht doch einige
> andere Ausdrücke verwendet werden, als noch vor acht Jahren... ;-)
Dieses und ähnliche Jugendsprache-Lexika dienen ja hauptsächlich
dazu, den Leser zu unterhalten, auch wenn beispielsweise Hermann
Ehmann ("Affengeil"; "Oberaffengeil"; "Voll konkret") behauptet, daß
in seinen Nachschlagewerken "sprachwissenschaftlich recherierte
Jugendsprache" verzeichnet sei.
Ein Beispiel aus Ehmanns Lexikon "Voll konkret" (München: Beck, 2001):
| Vordertitten
| flotter Wagen mit doppelten Halogenscheinwerfern an der Frontseite;
| wegen der diskriminierenden Konnotation ein gefundenes Fressen für
| Feministinnen! Die Vokabel wird ausschließlich von Jung-Machos
| verwendet; Bsp.: Der neue BMW hat echt geile Vordertitten. Guck dir
| die -> krassen Vordertitten von dem Schlitten an!
Hier sieht man sehr schön, daß es bei den Wörterbuchartikel mehr
um Unterhaltung als um wissenschaftliche Genauigkeit geht. Das fängt
schon mit der Bedeutungsangabe an, die nicht zu den Beispielen paßt,
denn mit "Vordertitten" sind ja offenbar nur die Scheinwerfer gemeint,
nicht ein "flotter Wagen mit Halogenscheinwerfern".
In solchen Nachschlagewerke findet man hauptsächlich spaßige und
schnoddrige Wörter und Redewendungen ("Wann ist denn nun dein
Kalbungs-Date?"). Wenn man Jugendsprache parodieren will, dann kann
man sich dort viele Anregungen holen, aber darum geht es Dir ja
offenkundig nicht.
Schöne Grüße,
Wolf
> Wasserstoff alleine klänge ziemlich abwertend, und Käpt'n kann MUSEN
> auch zu einer Frau passen.
Da bin ich mir eben nicht so sicher, mir fiel bei Käpt'n zunächst mal
"Käpt'n Iglo" ein, und dann gibt es natürlich noch Superhelden wie
"Captain America". Aber ein Frau als Käpt'n zu bezeichnen ...?
Gruß TS
> Da bin ich mir eben nicht so sicher, mir fiel bei Käpt'n zunächst mal
> "Käpt'n Iglo" ein, und dann gibt es natürlich noch Superhelden wie
> "Captain America". Aber ein Frau als Käpt'n zu bezeichnen ...?
Es gibt auch z. B. Captain Rachel Garrett von der USS Enterprise.
Wie würdest Du allgemein denn einen weiblichen Kapitän bezeichnen?
> Wie würdest Du allgemein denn einen weiblichen Kapitän bezeichnen?
http://mr-check.xipolis.net/Mrcheck.php?SB=Kapit%E4nin&CID=duden
Zumindest im Sport habe ich das schon hin und wieder gehört.
<http://www.google.com/search?q=kapit%C3%A4nin+fussball>
Nicht, dass mir das gefiele, aber es wird sich durchsetzen.
Matthias
--
Nelson machte die Schlacht von Trafalgar noch mit, obgleich er bei Abukir
geblieben war. Prof. Galletti
*** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de/ ***
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> Wie würdest Du allgemein denn einen weiblichen Kapitän bezeichnen?
Sieh mal:
http://www.bremen.de/web/owa/p_anz_presse_mitteilung?pi_mid=87958
nach unten scrollen:
...Die traditionelle Kapitänsrede hat erstmalig seit Bestehen des
Kapitänstages ein weiblicher Kapitän, nämlich *Frau Kapitän* Ute
Hannemann, GAUSS Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und
Sicherheit im Seeverkehr, Bremen, übernommen
Alice
Alice-Hanna Scholz schrieb:
>
>>Vergiß es - verwende Du Deine Sprache, das ist das einzige was
>>ankommt. Natürlich solltest Du nicht wissenschaftlich abgehoben
>>formulieren - aber ich unterstelle mal, daß auch Du Umgangssprache
>>beherrscht.
>
>
> <lach> verstehen schon. Kommt auch darauf an, wozu ich den Text brauche,
> ob als Zusatz zu anderem Text, zu Bildern, wie deren Lokalkolorit ist...
Eben. Und jener Lokalkolorit wird in einem solchen Buch nur unzureichend
wiedergegeben. In Münster sprechen die "Kids" anders als in Saarbücken.
Und dadurch kann es dann echt peinlich werden. Was in Bautzen cool
rüberkommt, wird in Berlin wohl als peinlich aufgefasst.
Ciao Christine
--
Gott lenkt,
der Mensch denkt,
der Saarländer schwenkt.
> Und dadurch kann es dann echt peinlich werden. Was in Bautzen cool
> rüberkommt, wird in Berlin wohl als peinlich aufgefasst.
Und umgekehrt, möchte ich doch meinen ...
- Sebastian
> "abbendern" wird zwar nicht gefunden, dürfte aber dann
> so etwas wie tanzen sein.
Eine etymologische Untersuchung solcher Ausdrücke könnte interessant
werden. Zu "abbendern" fällt mir das englische "to bend" (biegen) ein,
aber auch "Bender", der Roboter aus "Futurama".
Welche von beiden möglichen Herleitungen ist wahrscheinlicher?
Gerhard