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Auf/zu vs. Offen/geschlossen

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Ingo Stiller

unread,
Jun 4, 2018, 2:15:19 PM6/4/18
to
Guude

Wie ist das eigentlich mit auf/zu im Vergleich zu offen/geschlossen.
So wie ich das sehe, gibt es - bei Sätzen die ich mal im Kopf durchgegangen bin - keinen Unterschied.

Die Tür ist auf <-> Die Tür ist offen
Ich mach die Tür auf <-> Ich öffne die Tür
...

Wann verwendet man welches Paar?

Eine triviale Antwort habe ich auf der Straße gefunden: Beim Schließmechanismus von Schachtdeckeln ist wenig Platz. Da muss "auf/zu" reichen :-)

Gruß Ingo

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 4, 2018, 2:20:42 PM6/4/18
to
Moin,

Am Montag, 4. Juni 2018 20:15:19 UTC+2 schrieb Ingo Stiller:

> Wie ist das eigentlich mit auf/zu im Vergleich zu offen/geschlossen.
> So wie ich das sehe, gibt es - bei Sätzen die ich mal im Kopf durchgegangen bin - keinen Unterschied.
>
> Die Tür ist auf <-> Die Tür ist offen
> Ich mach die Tür auf <-> Ich öffne die Tür
> ...
>
> Wann verwendet man welches Paar?

Die jeweils ersten Beispiele sind umgangs(regional)sprachlich,
wie Du auch an der eingesparten Personalendung am Verb erkennst.

Gruß, ULF

Detlef Meißner

unread,
Jun 4, 2018, 2:22:33 PM6/4/18
to
Ingo Stiller schrieb:
> Guude
>
> Wie ist das eigentlich mit auf/zu im Vergleich zu offen/geschlossen.
> So wie ich das sehe, gibt es - bei Sätzen die ich mal im Kopf durchgegangen
> bin - keinen Unterschied.
>
> Die Tür ist auf <-> Die Tür ist offen
> Ich mach die Tür auf <-> Ich öffne die Tür
> ...
>
> Wann verwendet man welches Paar?

Zustand <--> Tätigkeit

Der Mund ist offen. Mache den Mund auf.
Detlef

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 4, 2018, 2:48:08 PM6/4/18
to
Moin,

Am Montag, 4. Juni 2018 20:22:33 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> > Wie ist das eigentlich mit auf/zu im Vergleich zu offen/geschlossen.
> > So wie ich das sehe, gibt es - bei Sätzen die ich mal im Kopf durchgegangen
> > bin - keinen Unterschied.
> >
> > Die Tür ist auf <-> Die Tür ist offen
> > Ich mach die Tür auf <-> Ich öffne die Tür
> > ...
> >
> > Wann verwendet man welches Paar?
>
> Zustand <--> Tätigkeit

Ist die offene Tür jetzt Zustand oder Tätigkeit?

Wenn die Tür auf ist, ist das dann als Kontrastprogramm Tätigkeit?

Gruß, ULF

Detlef Meißner

unread,
Jun 4, 2018, 2:54:49 PM6/4/18
to
Ulf.K...@web.de schrieb:
Keine Lust, darauf zu antworten.

Detlef

H.-P. Schulz

unread,
Jun 4, 2018, 3:30:17 PM6/4/18
to
Ingo Stiller <i2st...@gmx.de> schrieb:

>Guude
>
>Wie ist das eigentlich mit auf/zu im Vergleich zu offen/geschlossen.
>So wie ich das sehe, gibt es - bei Sätzen die ich mal im Kopf durchgegangen bin - keinen Unterschied.
>
>Die Tür ist auf <-> Die Tür ist offen
>Ich mach die Tür auf <-> Ich öffne die Tür
>...
>
>Wann verwendet man welches Paar?

auf (aufmachen) / zu (zumachen) ist sog. Umgangsprache.

offen (öffnen) / geschlossen (schließen) ist Standardsprache.

Detlef Meißner

unread,
Jun 4, 2018, 3:33:26 PM6/4/18
to
H.-P. Schulz schrieb:
"Du hast wohl den Arsch offen!" ist Standardsprache?

Detlef

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 5, 2018, 3:35:18 AM6/5/18
to
Am Montag, 4. Juni 2018 20:54:49 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> Keine Lust, darauf zu antworten.

Hast es trotzdem getan.

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 5, 2018, 3:36:21 AM6/5/18
to
Am Montag, 4. Juni 2018 21:33:26 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> > auf (aufmachen) / zu (zumachen) ist sog. Umgangsprache.
> >
> > offen (öffnen) / geschlossen (schließen) ist Standardsprache.
>
> "Du hast wohl den Arsch offen!" ist Standardsprache?

Meist ist es der, der unprovoziert mit einem
derartigen Spruch um die Ecke kommt.

Detlef Meißner

unread,
Jun 5, 2018, 3:54:16 AM6/5/18
to
Ulf.K...@web.de schrieb:
> Am Montag, 4. Juni 2018 20:54:49 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:
>
>> Keine Lust, darauf zu antworten.
>
> Hast es trotzdem getan.

Wenn du das als Antwort ansiehst, dann ist das so.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jun 5, 2018, 3:55:11 AM6/5/18
to
Ulf.K...@web.de schrieb:
Du hast jetzt aber die Frage nicht beantwortet.

Detlef

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 5, 2018, 3:56:12 AM6/5/18
to
Am Dienstag, 5. Juni 2018 09:54:16 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> Wenn du das als Antwort ansiehst, dann ist das so.

Technisch war es eine Antwort.

Ob Du die Fähigkeit vorführen willst, Deinen Standpunkt
zu vertreten, bleibt jeweils Dir überlassen.

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 5, 2018, 4:00:43 AM6/5/18
to
Am Dienstag, 5. Juni 2018 09:55:11 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> >> "Du hast wohl den Arsch offen!" ist Standardsprache?
> >
> > Meist ist es der, der unprovoziert mit einem
> > derartigen Spruch um die Ecke kommt.
>
> Du hast jetzt aber die Frage nicht beantwortet.

Mag an der Frage liegen. Betrifft auch alle anderen.
Zudem bin ich nicht der Vorposter, den Du auf diese
Tour zu hinterfragen für nötig erachtetest.

Detlef Meißner

unread,
Jun 5, 2018, 4:00:54 AM6/5/18
to
Ulf.K...@web.de schrieb:

Detlef Meißner

unread,
Jun 5, 2018, 4:04:32 AM6/5/18
to
Ulf.K...@web.de schrieb:
Was heißt "diese Tour".
Möchtest du mir was unterstellen?

Ich finde es interessant, dass in einer angeblichen Umgangssprache ein
Begriff aus der Standardsprache korrekt verwendet wird.
Umgangssprachenmäßig müsste es ja "auf" heißen.

Detlef

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 5, 2018, 8:22:51 AM6/5/18
to
Am Dienstag, 5. Juni 2018 10:04:32 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> >>>> "Du hast wohl den Arsch offen!" ist Standardsprache?
> >>>
> >>> Meist ist es der, der unprovoziert mit einem
> >>> derartigen Spruch um die Ecke kommt.
> >>
> >> Du hast jetzt aber die Frage nicht beantwortet.
> >
> > Mag an der Frage liegen. Betrifft auch alle anderen.
> > Zudem bin ich nicht der Vorposter, den Du auf diese
> > Tour zu hinterfragen für nötig erachtetest.
>
> Was heißt "diese Tour".
> Möchtest du mir was unterstellen?

Betrachtest Du den Vorhalt unprovozierten Gebrauchs
von Vulgärsprache ernstlich als Unterstellung?

> Ich finde es interessant, dass in einer angeblichen Umgangssprache ein
> Begriff aus der Standardsprache korrekt verwendet wird.
> Umgangssprachenmäßig müsste es ja "auf" heißen.

Jetzt wird immerhin klar, worauf Du hinauswolltest.

Auch die so gebildete Phrase führt zu Suchergebnissen.

Detlef Meißner

unread,
Jun 5, 2018, 9:29:18 AM6/5/18
to
Ulf.K...@web.de schrieb:
Mir war das schon vorher klar. :-)
>
> Auch die so gebildete Phrase führt zu Suchergebnissen.

Klar, jede irgendwie geartete Variante führt zu Suchergebnissen. Da
kann man mal sehen, wie schöperisch die Menschen sind.

Detlef

Ralf Joerres

unread,
Jun 5, 2018, 10:21:32 AM6/5/18
to
Am Dienstag, 5. Juni 2018 10:04:32 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:
Tut's in meiner Gegend auch.

Zur Sache: 'auf'/'zu' sind Adverbien, heutzutage vornehmlich Präpositio-
nen; 'offen'/'geschlossen' sind Adjektive. Das bringt bestimmte Gebrauchs-
beschränkungen mit sich. Erstere können nicht (so gut) attributiv gebraucht
werden, wobei eine 'zue Tür' für mich noch lange nicht so falsch ist wie
eine 'aufe'. Interessanterweise gibt es die schöne Zwitterkonstruktion
'die Bank hat noch nicht auf / hat noch nicht geöffnet', zu dem manche
Deutschlehrer alten Schlags meiner Einschätzung irgendetwas zwischen 'das
ist kein gutes Deutsch' und 'das ist kein Deutsch' gesagt haben würden.
Umgangssprachlich eingeführt ist das aber längst (wobei 'aufhaben' auch
'Schulla aufhaben' bedeuten konnte - keene Ahnung, was die Kids heute dazu
sagen). Auf/zu sind qua Adverbien auch Verbpräfixe, aber es gibt analoge
Konstruktionen auch mit offen/geschlossen: Halt dich gefälligst geschlossen,
etwas offenlegen usw.

Ob 'die Tür ist auf' / 'ist offen' dasselbe bedeuten? Regional
wahrscheinlich nicht. 'Die Tür steht auf' / stand offen'; 'ich lass die
Tür auf' / 'ich lass sie offen': 'offen stehen' oder 'unverschlossen'?
'Ich lass sie geöffnet' ist jedenfalls 'offen stehen'.

Ihr steht die ganze Welt offen: 'auf' geht hier nicht. Andererseits kann
jemand sich 'aufgeschlossen' zeigen, nicht 'offen geschlossen', denn es
heißt 'auf- und wieder zuschließen'. Wieder andersrum kann jemand 'offen-
herzig' sein.

Ich denke im Vorbeigehen: 'auf' bezeichnet auch den Prozess - aufschließen,
aufbrechen, aufdröseln... 'Offen' ist demgegenüber eher das Ergebnis:
'offener Brief', 'offene Frage', 'offenes Geheimnis'...

Das sind nur ein paar Anmerkungen ohne System. Um die Frage gut zu
entscheiden, wären, wie man sieht, sehr viele Fälle zu untersuchen.

Gruß Ralf Joerres

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 5, 2018, 10:31:23 AM6/5/18
to
Am Dienstag, 5. Juni 2018 16:21:32 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:
> Am Dienstag, 5. Juni 2018 10:04:32 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> > Umgangssprachenmäßig müsste es ja "auf" heißen.
>
> Tut's in meiner Gegend auch.
>
> Zur Sache: 'auf'/'zu' sind Adverbien, heutzutage vornehmlich Präpositio-
> nen; 'offen'/'geschlossen' sind Adjektive. Das bringt bestimmte Gebrauchs-
> beschränkungen mit sich. Erstere können nicht (so gut) attributiv gebraucht
> werden, wobei eine 'zue Tür' für mich noch lange nicht so falsch ist wie

eine 'zuene'. Verzeichnung.

> eine 'aufe'.

Eine der ersten Beanstandungen in der Literatur
betraf ein 'abbes Bein'.

> Interessanterweise gibt es die schöne Zwitterkonstruktion
> 'die Bank hat noch nicht auf / hat noch nicht geöffnet', zu dem manche
> Deutschlehrer alten Schlags meiner Einschätzung irgendetwas zwischen 'das
> ist kein gutes Deutsch' und 'das ist kein Deutsch' gesagt haben würden.
> Umgangssprachlich eingeführt ist das aber längst (wobei 'aufhaben' auch
> 'Schulla aufhaben'

Auch das ist erklärungsbedürftig.

> bedeuten konnte - keene Ahnung, was die Kids heute dazu
> sagen). Auf/zu sind qua Adverbien auch Verbpräfixe, aber es gibt analoge
> Konstruktionen auch mit offen/geschlossen: Halt dich gefälligst geschlossen,
> etwas offenlegen usw.
>
> Ob 'die Tür ist auf' / 'ist offen' dasselbe bedeuten? Regional
> wahrscheinlich nicht. 'Die Tür steht auf' / stand offen'; 'ich lass die
> Tür auf' / 'ich lass sie offen': 'offen stehen' oder 'unverschlossen'?
> 'Ich lass sie geöffnet' ist jedenfalls 'offen stehen'.
>
> Ihr steht die ganze Welt offen: 'auf' geht hier nicht.

Andererseits: *Mach die Tür offen!

> Andererseits kann
> jemand sich 'aufgeschlossen' zeigen, nicht 'offen geschlossen', denn es
> heißt 'auf- und wieder zuschließen'.

Eben. Vgl. 'Ihr sagt auf/offen, was Ihr gelernt habt.'

> Wieder andersrum kann jemand 'offen-
> herzig' sein.

Etwas kann offenkundig, etwas anderes auflandig sein.

> Ich denke im Vorbeigehen: 'auf' bezeichnet auch den Prozess - aufschließen,
> aufbrechen, aufdröseln... 'Offen' ist demgegenüber eher das Ergebnis:
> 'offener Brief', 'offene Frage', 'offenes Geheimnis'...
>
> Das sind nur ein paar Anmerkungen ohne System.

Daß Du hier drei attributive Beispiele bringst, belegt
wenig außer der attributiven Verwendbarkeit.

Gruß, ULF

Detlef Meißner

unread,
Jun 5, 2018, 11:03:16 AM6/5/18
to
Ralf Joerres schrieb:

> Ich denke im Vorbeigehen: 'auf' bezeichnet auch den Prozess - aufschließen,
> aufbrechen, aufdröseln... 'Offen' ist demgegenüber eher das Ergebnis:
> 'offener Brief', 'offene Frage', 'offenes Geheimnis'...

Deshalb schrieb ich ja bereits:

auf -> eine Tätigkeit. Du schreibst Prozess, das passt besser

offen -> ein Zustand

Detlef

Ralf Joerres

unread,
Jun 5, 2018, 4:18:29 PM6/5/18
to
Am Dienstag, 5. Juni 2018 16:31:23 UTC+2 schrieb Ulf.K...@web.de:
> Am Dienstag, 5. Juni 2018 16:21:32 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:
> > Am Dienstag, 5. Juni 2018 10:04:32 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:
>
> > > Umgangssprachenmäßig müsste es ja "auf" heißen.
> >
> > Tut's in meiner Gegend auch.
> >
> > Zur Sache: 'auf'/'zu' sind Adverbien, heutzutage vornehmlich Präpositio-
> > nen; 'offen'/'geschlossen' sind Adjektive. Das bringt bestimmte Gebrauchs-
> > beschränkungen mit sich. Erstere können nicht (so gut) attributiv gebraucht
> > werden, wobei eine 'zue Tür' für mich noch lange nicht so falsch ist wie
>
> eine 'zuene'. Verzeichnung.
>
> > eine 'aufe'.
>
> Eine der ersten Beanstandungen in der Literatur
> betraf ein 'abbes Bein'.
>
> > Interessanterweise gibt es die schöne Zwitterkonstruktion
> > 'die Bank hat noch nicht auf / hat noch nicht geöffnet', zu dem manche
> > Deutschlehrer alten Schlags meiner Einschätzung irgendetwas zwischen 'das
> > ist kein gutes Deutsch' und 'das ist kein Deutsch' gesagt haben würden.
> > Umgangssprachlich eingeführt ist das aber längst (wobei 'aufhaben' auch
> > 'Schulla aufhaben'
>
> Auch das ist erklärungsbedürftig.

? > 'Schularbeiten' = 'Hausaufgaben aufhaben', etwas 'aufhaben' (Wir haben
heute nix auf(bekommen)).

Man kann btw auch den Kaffee aufhaben.

> > bedeuten konnte - keene Ahnung, was die Kids heute dazu
> > sagen). Auf/zu sind qua Adverbien auch Verbpräfixe, aber es gibt analoge
> > Konstruktionen auch mit offen/geschlossen: Halt dich gefälligst geschlossen,
> > etwas offenlegen usw.
> >
> > Ob 'die Tür ist auf' / 'ist offen' dasselbe bedeuten? Regional
> > wahrscheinlich nicht. 'Die Tür steht auf' / stand offen'; 'ich lass die
> > Tür auf' / 'ich lass sie offen': 'offen stehen' oder 'unverschlossen'?
> > 'Ich lass sie geöffnet' ist jedenfalls 'offen stehen'.
> >
> > Ihr steht die ganze Welt offen: 'auf' geht hier nicht.
>
> Andererseits: *Mach die Tür offen!

Ja, schon gehört, aber jetzt schon lange nicht mehr.

> > Andererseits kann
> > jemand sich 'aufgeschlossen' zeigen, nicht 'offen geschlossen', denn es
> > heißt 'auf- und wieder zuschließen'.
>
> Eben. Vgl. 'Ihr sagt auf/offen, was Ihr gelernt habt.'

In 'auf-sagen' ist das ein anderes 'auf', steht assoziativ in Verbindung
mit 'aufzählen', 'aufführen' usw.

> > Wieder andersrum kann jemand 'offen-
> > herzig' sein.
>
> Etwas kann offenkundig, etwas anderes auflandig sein.
>
> > Ich denke im Vorbeigehen: 'auf' bezeichnet auch den Prozess - aufschließen,
> > aufbrechen, aufdröseln... 'Offen' ist demgegenüber eher das Ergebnis:
> > 'offener Brief', 'offene Frage', 'offenes Geheimnis'...
> >
> > Das sind nur ein paar Anmerkungen ohne System.
>
> Daß Du hier drei attributive Beispiele bringst, belegt
> wenig außer der attributiven Verwendbarkeit.

In diesen Beispielen: Ja. Es gab bereits andere Beispiele.

Hier gab es 'deren' 6. Was ist 'auf-' in 'aufschließen'? Meine Antwort:
Objektprädikativ (bezieht sich auf die Tür). Was ist 'offen' in
die Frage musste offen bleiben'? > Subjektprädikativ (bezieht sich
auf die Frage). Das könnte Teil der Antwort sein. Es gibt aber eben
auch 'die Tür geht auf', 'auf' hier adverbiale Lokalergänzung...

Ich hatte nur sagen wollen: Die Antwort auf die hier gestellt Frage
ist nicht trivial, es spielen zu viele Faktoren mit.

Grüße: Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Jun 6, 2018, 12:26:50 AM6/6/18
to
Am Montag, 4. Juni 2018 20:15:19 UTC+2 schrieb Ingo Stiller:
> Guude
>
> Wie ist das eigentlich mit auf/zu im Vergleich zu offen/geschlossen.
> So wie ich das sehe, gibt es - bei Sätzen die ich mal im Kopf durchgegangen bin - keinen Unterschied.
>
> Die Tür ist auf <-> Die Tür ist offen
> Ich mach die Tür auf <-> Ich öffne die Tür
> ...
>
> Wann verwendet man welches Paar?
>

Beobachtung am Rande, da wir im Stoff im Deutschkurs gerade dabei sind:

Der Arzt sagt eher 'Öffnen Sie bitte den Mund.'

'Machen Sie den Mund auf' kann auch heißen 'Reden Sie endlich!'

Gruß Ralf Joerres

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 6, 2018, 2:35:49 AM6/6/18
to
Moin,

Am Mittwoch, 6. Juni 2018 06:26:50 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:

> Beobachtung am Rande, da wir im Stoff im Deutschkurs gerade dabei sind:
>
> Der Arzt sagt eher 'Öffnen Sie bitte den Mund.'

Der sagt viel, gelegentlich auch von Ablegen und Freimachen.

Dabei meint er nicht das Abheften oder FRankieren.

Gruß, ULF

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 6, 2018, 4:06:55 AM6/6/18
to
Am 06.06.2018 um 06:26 schrieb Ralf Joerres:
>
> Beobachtung am Rande, da wir im Stoff im Deutschkurs gerade dabei sind:
> Der Arzt sagt eher 'Öffnen Sie bitte den Mund.'
> 'Machen Sie den Mund auf' kann auch heißen 'Reden Sie endlich!'
>

Vom gleichen heißen Rand:
Der Ali Ahmet kann auch heißen Ahmet Ali -
weiß man nicht so genau, ist aber derselbe.
Aber bei Mund auf weiß man: Ist nicht dasselbe.

Was lernt uns das?
--
j/\a

Detlef Meißner

unread,
Jun 6, 2018, 12:18:14 PM6/6/18
to
Christina Kunze schrieb:
> Am 06.06.2018 um 06:26 schrieb Ralf Joerres:
>
>> Der Arzt sagt eher 'Öffnen Sie bitte den Mund.'
>
> Weiß ja nicht, wo Du zum Arzt gehst, meine Zahnärztin sagt sowas wie "mal
> (bisschen weiter) aufmachen bitte".
>
Dann bist du wohl so konditioniert, dass du bereits vorher deinen Mund
öffnest.

Detlef

Ralf Joerres

unread,
Jun 6, 2018, 12:35:11 PM6/6/18
to
Das ist für Christina, die bei mir nicht mehr angezeigt wird:

Also Dein Zahnarzt sagt:
"Machen Sie den Mund auf!" bzw. "Machen Sie mal den Mund auf!"?

Interessant. No-go-Area?

Gruß Ralf Joerres

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 6, 2018, 1:20:17 PM6/6/18
to
Am Mittwoch, 6. Juni 2018 18:18:14 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:
Andererseits gibt es auch Ärzte, die hineinsehen wollen. Aaah.

Gruß, ULF

Stefan Schmitz

unread,
Jun 6, 2018, 4:25:24 PM6/6/18
to
Am Dienstag, 5. Juni 2018 16:21:32 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:

> Zur Sache: 'auf'/'zu' sind Adverbien, heutzutage vornehmlich Präpositio-
> nen; 'offen'/'geschlossen' sind Adjektive. Das bringt bestimmte Gebrauchs-
> beschränkungen mit sich. Erstere können nicht (so gut) attributiv gebraucht
> werden, wobei eine 'zue Tür' für mich noch lange nicht so falsch ist wie
> eine 'aufe'.

Dazu passend:
'Die Tür ist zu' geht problemlos, 'Die Tür ist auf' aber nicht.

Offenbar ist 'auf' eindeutig Vorgang, während 'zu' sich auch den Zustand
erobert hat.

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 6, 2018, 4:49:23 PM6/6/18
to
Am Mittwoch, 6. Juni 2018 22:25:24 UTC+2 schrieb Stefan Schmitz:

> Dazu passend:
> 'Die Tür ist zu' geht problemlos, 'Die Tür ist auf' aber nicht.

Doch, zumindest beim Fragesteller und in einigem Umkreis.

Vielleicht nicht deutschlandweit.

Gruß, ULF

Heinz Lohmann

unread,
Jun 6, 2018, 9:23:01 PM6/6/18
to
Am 06.06.2018 um 23:42 schrieb Christina Kunze:
> Am 06.06.2018 um 06:26 schrieb Ralf Joerres:
>
>> Der Arzt sagt eher 'Öffnen Sie bitte den Mund.'

Ich weiß ja nicht, wo du zum Arzt gehst. Das kommt mir etwas gehoben vor.

> Weiß ja nicht, wo Du zum Arzt gehst, meine Zahnärztin sagt sowas wie
> "mal (bisschen weiter) aufmachen bitte".
>

Bist du Kassenpatientin?
Bei Privatpatienten vielleicht: "Würden Sie Ihren Mund bitte etwas
weiter öffnen?"
SCNR

--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Ulf.K...@web.de

unread,
Jun 7, 2018, 2:25:49 AM6/7/18
to
Am Donnerstag, 7. Juni 2018 03:23:01 UTC+2 schrieb Heinz Lohmann:

> > Am 06.06.2018 um 06:26 schrieb Ralf Joerres:
> >
> >> Der Arzt sagt eher 'Öffnen Sie bitte den Mund.'
>
> Ich weiß ja nicht, wo du zum Arzt gehst. Das kommt mir etwas gehoben vor.

Ist ja in Ordnung. Ärzte sollten das draufhaben.

Beim Musterungsarzt dann: "Mund auf!"
?

Gruß, ULF

Heinz Lohmann

unread,
Jun 7, 2018, 8:29:58 AM6/7/18
to
Husten Sie mal!
(vor Urzeiten)

Detlef Meißner

unread,
Jun 7, 2018, 11:28:08 AM6/7/18
to
Heinz Lohmann schrieb:
> Am 07.06.2018 um 14:25 schrieb Ulf.K...@web.de:
>> Am Donnerstag, 7. Juni 2018 03:23:01 UTC+2 schrieb Heinz Lohmann:
>>>> Am 06.06.2018 um 06:26 schrieb Ralf Joerres:
>>>>
>>>>> Der Arzt sagt eher 'Öffnen Sie bitte den Mund.'
>>>
>>> Ich weiß ja nicht, wo du zum Arzt gehst. Das kommt mir etwas gehoben vor.
>>
>> Ist ja in Ordnung. Ärzte sollten das draufhaben.
>>
>> Beim Musterungsarzt dann: "Mund auf!"
>> ?
>
> Husten Sie mal!
> (vor Urzeiten)

Mit offenem ... Mund?

Detlef

Florian Ritter

unread,
Jun 22, 2018, 12:07:45 PM6/22/18
to
Am Montag, 4. Juni 2018 21:30:17 UTC+2 schrieb H.-P. Schulz:

>> Die Tür ist auf <-> Die Tür ist offen
>> Ich mach die Tür auf <-> Ich öffne die Tür

>> Wann verwendet man welches Paar?

> auf (aufmachen) / zu (zumachen) ist sog. Umgangsprache.

An einer Tür der Krankenhausapotheke, in der ich als Schüler
bisweilen aushalf, hing ein Schild:

Sie werden lachen,
die Tür geht zu zumachen!

FR

Florian Ritter

unread,
Jun 22, 2018, 12:13:42 PM6/22/18
to
Am Donnerstag, 7. Juni 2018 14:29:58 UTC+2 schrieb Heinz Lohmann:

>> Beim Musterungsarzt dann: "Mund auf!"

> Husten Sie mal!
> (vor Urzeiten)

Und jetzt mal bitte pressen wie beim Stuhlgang - FR

Matthias Opatz

unread,
Jun 25, 2018, 4:01:53 AM6/25/18
to
Dies schrieb Florian Ritter:

> Sie werden lachen,
> die Tür geht zu zumachen!

... zuzumachen.

(Weiß nicht, was dort hing, aber so wäre es richtig)

Matthias
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