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Einwand, Einwände, einzuwenden

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Jürgen Hölzl

unread,
Aug 11, 2011, 6:16:33 AM8/11/11
to
Hi,

kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
geschrieben wird? Es wird ja auch von "einwänden" gesprochen.

Wie sollen das nur Kinder verstehen wenn ich es als Erwachsener nicht
verstehe?

Jürgen

--
Wer nicht fragt stirbt dumm. Wer aber fragt..... stirbt auch.

Steffen Buehler

unread,
Aug 11, 2011, 6:43:41 AM8/11/11
to
Jürgen Hölzl wrote:

> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> geschrieben wird?

Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
umgekehrt.

Viele Grüße
Steffen

Lothar Frings

unread,
Aug 11, 2011, 6:54:58 AM8/11/11
to
Steffen Buehler tat kund:

Ah. Warum heißt es dann nach neuer Rechtschreibung
"aufwändig"?

Lothar Frings

unread,
Aug 11, 2011, 6:59:39 AM8/11/11
to
Jürgen Hölzl tat kund:

> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> geschrieben wird? Es wird ja auch von "einwänden" gesprochen.
>
> Wie sollen das nur Kinder verstehen wenn ich es als Erwachsener nicht
> verstehe?

"It's so easy, so very easy
that only a child can do it."
(Tom Lehrer: New Math)

Jakob Achterndiek

unread,
Aug 11, 2011, 7:33:38 AM8/11/11
to
Am 11.08.2011, 12:43 Uhr, schrieb Steffen Buehler
<steffen...@mailinator.com>:

Büschen ßu einfach, finze nich? :(

Ich würde es immerhin so versuchen:
· Das Verb "wenden" ist das Ausgangswort. Von dem gibt es viele
Ableitungen: hinwenden, wegwenden, zuwenden, abwenden und
*einwenden*.
· Zu fast allen gibt es auch ein Nomen: Die Hinwendung, Zuwendung,
Abwendung und *Einwendung*.
· Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
Darum also! ;)

j/\a
--

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Aug 11, 2011, 7:34:42 AM8/11/11
to

Vermutlich, weil "aufwendig" zu schreiben viel zu auf-
wendig waere.

K.L.

Lothar Frings

unread,
Aug 11, 2011, 8:49:23 AM8/11/11
to
Jakob Achterndiek tat kund:

> Am 11.08.2011, 12:43 Uhr, schrieb Steffen Buehler  

> <steffen.bueh...@mailinator.com>:


>
> > Jürgen Hölzl wrote:
> >> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> >> geschrieben wird?
>
> > Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
> > umgekehrt.
>
> Büschen ßu einfach, finze nich?  :(
>
> Ich würde es immerhin so versuchen:
> · Das Verb "wenden" ist das Ausgangswort. Von dem gibt es viele
>    Ableitungen: hinwenden, wegwenden, zuwenden, abwenden und
>    *einwenden*.

Und aufwenden.

> · Zu fast allen gibt es auch ein Nomen: Die Hinwendung, Zuwendung,
>    Abwendung und *Einwendung*.

Und Aufwendung.

> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
>    Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
>    nicht chic genug fand.

Und den Aufwand.

> Aber nun finden das alle ...
> Darum also!  ;)

Noch ein Versuch?

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Andreas Kaestner

unread,
Aug 11, 2011, 9:33:33 AM8/11/11
to
Am 11.08.2011 12:54, schrieb Lothar Frings:

Weil die Kommision in ihrer fast unendlichen Weisheit
fälschlicherweise davon ausging, das "aufwendig"
von "Aufwand" und nicht von "aufwenden" abgeleitet wird.

So einfach ist das.

Steffen Buehler

unread,
Aug 11, 2011, 9:42:50 AM8/11/11
to
Jakob Achterndiek wrote:
> Am 11.08.2011, 12:43 Uhr, schrieb Steffen Buehler

> > Jürgen Hölzl wrote:


> >> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> >> geschrieben wird?
> >
> > Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
> > umgekehrt.
>
> Büschen ßu einfach, finze nich? :(

Schimpf nicht rum. Es beantwortet die Frage, mehr soll es ja nicht.

> · Das Verb "wenden" ist das Ausgangswort. Von dem gibt es viele
> Ableitungen: hinwenden, wegwenden, zuwenden, abwenden und
> *einwenden*.
> · Zu fast allen gibt es auch ein Nomen: Die Hinwendung, Zuwendung,
> Abwendung und *Einwendung*.
> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
> Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
> nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...

Duden 7, auf dem meine einfache Erklärung beruht, berichtet, daß
"einwenden" wie auch das von Lothar angeführte "aufwenden" recht
junge Wörter sind (17. Jahrhundert). Die Substantiva entstanden wohl
später, "Aufwand" erst im 18. Jahrhundert, "Einwand" noch im 17.

Daß es in dieser Zeit "Mode" war, -ung zu vermeiden, mag durchaus
sein. Wird das nicht heute noch von manchen Spachpäpsten gepredigt?

Viele Grüße
Steffen

Paul Ney

unread,
Aug 11, 2011, 10:02:02 AM8/11/11
to

"Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb am 11.08.2011 13:33
den Newsbeitrag news:op.vz1rq...@0000000000-0000.dialin.buzemann.de

Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)

MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]


Karl-Ludwig Diehl

unread,
Aug 11, 2011, 10:40:58 AM8/11/11
to

Kommt nicht "Wand" von "winden" ?

K.L.

Stefan Froehlich

unread,
Aug 11, 2011, 10:46:58 AM8/11/11
to
On Thu, 11 Aug 2011 16:02:02 Paul Ney wrote:
> > · Das Verb "wenden" ist das Ausgangswort. Von dem gibt es viele
> > Ableitungen: hinwenden, wegwenden, zuwenden, abwenden und
> > *einwenden*.
> > · Zu fast allen gibt es auch ein Nomen: Die Hinwendung, Zuwendung,
> > Abwendung und *Einwendung*.
> > · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
> > Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
> > nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
> > Darum also! ;)
>
> Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)

Naja, die Wendel war damals halt schon anderweitig besetzt :-)

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Rasend und doch intelligent?! Stefan - wenn die Kacke dampft.
(Sloganizer)

Michael Pronay

unread,
Aug 11, 2011, 11:05:18 AM8/11/11
to
Lothar Frings wrote:

> Ah. Warum heißt es dann nach neuer Rechtschreibung

> "aufwaendig"?

Heißt es *nicht*.

Beide Schreibweisen sind zulässig.

Wie oft muss man das noch sagen?

M.

Christian Weisgerber

unread,
Aug 11, 2011, 9:36:40 AM8/11/11
to
Lothar Frings <Lothar...@gmx.de> wrote:

> > Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
> > umgekehrt.
>
> Ah. Warum heißt es dann nach neuer Rechtschreibung
> "aufwändig"?

Oder "aufwendig". Beide Formen sind korrekt.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Lothar Frings

unread,
Aug 11, 2011, 1:16:13 PM8/11/11
to
Michael Pronay tat kund:

Sicher nicht öfter, als man fragen muß, wann
manche Leute endlich verstehendes Lesen lernen.
Also, für dich noch mal mit dem Holzhammer:
Warum heißt es nach neuer Rechtschreibung
_überhaupt_ "aufwändig"? Nach Steffens Darstellung
müßte das doch immer noch falsch sein.

Jakob Achterndiek

unread,
Aug 11, 2011, 1:40:36 PM8/11/11
to
Am 11.08.2011, 16:02 Uhr, schrieb Paul Ney <Paul...@t-online.de>:

>
> "Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb am 11.08.2011 13:33

>> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
>> Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
>> nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
>> Darum also! ;)
>
> Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)

| Die Maynacht
| Wenn der silberne Mond durch die Gesträuche blickt,
| Und sein schlummerndes Licht über den Rasen geußt,
| Und die Nachtigall flötet,
| Wandl' ich traurig von Busch zu Busch.
| [..]
[Hölty: Sämtliche Gedichte. Hölty-SW Bd. 1, S. 159)
http://www.digitale-bibliothek.de/band125.htm ]

j/\a
--

Christina Kunze

unread,
Aug 11, 2011, 3:08:56 PM8/11/11
to
Am 11.08.2011 16:40, schrieb Karl-Ludwig Diehl:
> Am 11.08.2011 16:02, schrieb Paul Ney:
>> "Jakob Achterndiek"<achte...@buzemann.de> schrieb am 11.08.2011 13:33

>>> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.


>>> Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
>>> nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
>>> Darum also! ;)
>>
>> Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)
>
> Kommt nicht "Wand" von "winden" ?

Und also Wandel von Windel?

chr

Roland Franzius

unread,
Aug 11, 2011, 4:40:33 PM8/11/11
to
Am 11.08.2011 16:40, schrieb Karl-Ludwig Diehl:

Oder von Windel. So wie Schwund von Schwindel und Gewandhausorchester
von Gewinde.

--

Roland Franzius

Thomas Schade

unread,
Aug 11, 2011, 5:53:49 PM8/11/11
to

Und der Gesandte vom Gesindel.


Ciao
Toscha
--
To finish first,
You first have to finish.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Aug 11, 2011, 5:57:26 PM8/11/11
to

Das fiel mir dazu auch ein. :-)

K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Aug 11, 2011, 6:00:20 PM8/11/11
to
Am 11.08.2011 23:53, schrieb Thomas Schade:
> On 11.08.2011 22:40, Roland Franzius wrote:
>> Am 11.08.2011 16:40, schrieb Karl-Ludwig Diehl:
>>> Am 11.08.2011 16:02, schrieb Paul Ney:
>
>>>> Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)
>>>
>>> Kommt nicht "Wand" von "winden" ?
>>
>> Oder von Windel. So wie Schwund von Schwindel und Gewandhausorchester
>> von Gewinde.
>
> Und der Gesandte vom Gesindel.

Oder der Pfand von ......

K.L.

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Lothar Frings

unread,
Aug 12, 2011, 2:42:19 AM8/12/11
to
Martin Gerdes tat kund:

> Die Schreibung "aufwändig" wurde extra als Ausnahme neu eingeführt.

Ja, das ist bekannt. Die Frage war: warum?

> Damit mußte es dann aber auch gut sein. Deshalb hat man sich gegen die
> Einführung weiterer Ausnahmen entschieden, beispielsweise "Aufwändungen"
> oder "aufwänden". Hätte man diesen Sack geöffnet, hätte man hunderte
> Wörter ändern müssen, etwa "Ältern", "Ädelmann", "Klämpner", "Spängler"
> und "Adlär".

Was heißt ändern - wenn man wie bei "aufwändig"
beide Schreibweisen zugelassen hätte? Also,
was unterscheidet "aufwändig" von allen
anderen Beispielen?

Jürgen Hölzl

unread,
Aug 12, 2011, 11:27:49 AM8/12/11
to
Folgender mᅵgliche Dialog kᅵnnte dann so aussehen.

"Also wenn keiner was dagegen hat dann beschlieᅵen wir folgenden Punkt..."
"Nein, ich habe noch einen Einwand"
"Ach Herr Schmitt sie haben doch immer Einwᅵnde..."
"Ruhe Herr Mᅵller. Herr Schmitt was haben Sie denn einzuwenden"

Erklᅵre das nun einem Kind. Und bitte es soll egal sein was es im 3.
Jahrhundert vor Christus fᅵr ein Sprachgewirr gab. Wir schreiben das
Jahr 2011 und da kᅵnnt man doch mal wirklich einen radikalen Schnitt machen.

Jᅵrgen

Lothar Frings

unread,
Aug 12, 2011, 11:43:35 AM8/12/11
to
Jürgen Hölzl tat kund:

> "Also wenn keiner was dagegen hat dann beschließen wir folgenden Punkt..."


> "Nein, ich habe noch einen Einwand"

> "Ach Herr Schmitt sie haben doch immer Einwände..."
> "Ruhe Herr Müller. Herr Schmitt was haben Sie denn einzuwenden"
>
> Erkläre das nun einem Kind.

Wieso, ist doch ganz einfach: "...wand", "...wenden",
"...wendig" sind immer richtig, nach wie vor.
Das haben die Kinder schon vor Jahrzehnten verstanden,
warum nicht auch heute?

Message has been deleted

Jon J Panury

unread,
Aug 12, 2011, 1:53:12 PM8/12/11
to
Jürgen Hölzl <juergen...@web.de> schrieb:

>Folgender mögliche Dialog könnte dann so aussehen.
>
>"Also wenn keiner was dagegen hat dann beschließen wir folgenden Punkt..."


>"Nein, ich habe noch einen Einwand"

>"Ach Herr Schmitt sie haben doch immer Einwände..."
>"Ruhe Herr Müller. Herr Schmitt was haben Sie denn einzuwenden"
>
>Erkläre das nun einem Kind. Und bitte es soll egal sein was es im 3.
>Jahrhundert vor Christus für ein Sprachgewirr gab. Wir schreiben das
>Jahr 2011 und da könnt man doch mal wirklich einen radikalen Schnitt machen.

Ablautreihen und Umlautungen sind eine uralte Erscheinung in etlichen
indo-europäischen Sprachen. Das ist noch nie als besondere
Schwierigkeit aufgefallen, auch in der Verschriftung nicht.

Walter P. Zähl

unread,
Aug 13, 2011, 3:28:05 AM8/13/11
to

Dass es als Ausnahme in die NRS aufgenommen worden ist.
Phänomenologisch gesehen.

/Walter

Walter P. Zähl

unread,
Aug 13, 2011, 3:28:06 AM8/13/11
to

Weil man die Wände hochgeht, wenn man dieses Wort liest.

/Walter

Reinhard Gonaus

unread,
Aug 13, 2011, 3:25:11 PM8/13/11
to

Lass es bleiben!
Ist eh für die Katz.

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