kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
geschrieben wird? Es wird ja auch von "einwänden" gesprochen.
Wie sollen das nur Kinder verstehen wenn ich es als Erwachsener nicht
verstehe?
Jürgen
--
Wer nicht fragt stirbt dumm. Wer aber fragt..... stirbt auch.
> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> geschrieben wird?
Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
umgekehrt.
Viele Grüße
Steffen
Ah. Warum heißt es dann nach neuer Rechtschreibung
"aufwändig"?
> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> geschrieben wird? Es wird ja auch von "einwänden" gesprochen.
>
> Wie sollen das nur Kinder verstehen wenn ich es als Erwachsener nicht
> verstehe?
"It's so easy, so very easy
that only a child can do it."
(Tom Lehrer: New Math)
Büschen ßu einfach, finze nich? :(
Ich würde es immerhin so versuchen:
· Das Verb "wenden" ist das Ausgangswort. Von dem gibt es viele
Ableitungen: hinwenden, wegwenden, zuwenden, abwenden und
*einwenden*.
· Zu fast allen gibt es auch ein Nomen: Die Hinwendung, Zuwendung,
Abwendung und *Einwendung*.
· Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
Darum also! ;)
j/\a
--
Vermutlich, weil "aufwendig" zu schreiben viel zu auf-
wendig waere.
K.L.
> Am 11.08.2011, 12:43 Uhr, schrieb Steffen Buehler
> <steffen.bueh...@mailinator.com>:
>
> > Jürgen Hölzl wrote:
> >> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> >> geschrieben wird?
>
> > Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
> > umgekehrt.
>
> Büschen ßu einfach, finze nich? :(
>
> Ich würde es immerhin so versuchen:
> · Das Verb "wenden" ist das Ausgangswort. Von dem gibt es viele
> Ableitungen: hinwenden, wegwenden, zuwenden, abwenden und
> *einwenden*.
Und aufwenden.
> · Zu fast allen gibt es auch ein Nomen: Die Hinwendung, Zuwendung,
> Abwendung und *Einwendung*.
Und Aufwendung.
> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
> Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
> nicht chic genug fand.
Und den Aufwand.
> Aber nun finden das alle ...
> Darum also! ;)
Noch ein Versuch?
Weil die Kommision in ihrer fast unendlichen Weisheit
fälschlicherweise davon ausging, das "aufwendig"
von "Aufwand" und nicht von "aufwenden" abgeleitet wird.
So einfach ist das.
> > Jürgen Hölzl wrote:
> >> kann mir jemand erklären warum laut Duden "einzuwenden" nicht mit "ä"
> >> geschrieben wird?
> >
> > Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
> > umgekehrt.
>
> Büschen ßu einfach, finze nich? :(
Schimpf nicht rum. Es beantwortet die Frage, mehr soll es ja nicht.
> · Das Verb "wenden" ist das Ausgangswort. Von dem gibt es viele
> Ableitungen: hinwenden, wegwenden, zuwenden, abwenden und
> *einwenden*.
> · Zu fast allen gibt es auch ein Nomen: Die Hinwendung, Zuwendung,
> Abwendung und *Einwendung*.
> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
> Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
> nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
Duden 7, auf dem meine einfache Erklärung beruht, berichtet, daß
"einwenden" wie auch das von Lothar angeführte "aufwenden" recht
junge Wörter sind (17. Jahrhundert). Die Substantiva entstanden wohl
später, "Aufwand" erst im 18. Jahrhundert, "Einwand" noch im 17.
Daß es in dieser Zeit "Mode" war, -ung zu vermeiden, mag durchaus
sein. Wird das nicht heute noch von manchen Spachpäpsten gepredigt?
Viele Grüße
Steffen
Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)
MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]
Kommt nicht "Wand" von "winden" ?
K.L.
Naja, die Wendel war damals halt schon anderweitig besetzt :-)
Servus,
Stefan
--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike
Rasend und doch intelligent?! Stefan - wenn die Kacke dampft.
(Sloganizer)
> Ah. Warum heißt es dann nach neuer Rechtschreibung
> "aufwaendig"?
Heißt es *nicht*.
Beide Schreibweisen sind zulässig.
Wie oft muss man das noch sagen?
M.
> > Sehr vereinfacht: weil "Wand" eine Ableitung von "wenden" ist und nicht
> > umgekehrt.
>
> Ah. Warum heißt es dann nach neuer Rechtschreibung
> "aufwändig"?
Oder "aufwendig". Beide Formen sind korrekt.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
Sicher nicht öfter, als man fragen muß, wann
manche Leute endlich verstehendes Lesen lernen.
Also, für dich noch mal mit dem Holzhammer:
Warum heißt es nach neuer Rechtschreibung
_überhaupt_ "aufwändig"? Nach Steffens Darstellung
müßte das doch immer noch falsch sein.
>
> "Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb am 11.08.2011 13:33
>> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
>> Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
>> nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
>> Darum also! ;)
>
> Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)
| Die Maynacht
| Wenn der silberne Mond durch die Gesträuche blickt,
| Und sein schlummerndes Licht über den Rasen geußt,
| Und die Nachtigall flötet,
| Wandl' ich traurig von Busch zu Busch.
| [..]
[Hölty: Sämtliche Gedichte. Hölty-SW Bd. 1, S. 159)
http://www.digitale-bibliothek.de/band125.htm ]
j/\a
--
>>> · Zu fast keinem gibt es sowas Albernes wie Hinwand, Zuwand, Abwand.
>>> Nur den *Einwand* muß irgendjemand erfunden haben, der die -ungen
>>> nicht chic genug fand. Aber nun finden das alle ...
>>> Darum also! ;)
>>
>> Und wo reiht sich da der Wandel ein? ;-)
>
> Kommt nicht "Wand" von "winden" ?
Und also Wandel von Windel?
chr
Oder von Windel. So wie Schwund von Schwindel und Gewandhausorchester
von Gewinde.
--
Roland Franzius
Und der Gesandte vom Gesindel.
Ciao
Toscha
--
To finish first,
You first have to finish.
Das fiel mir dazu auch ein. :-)
K.L.
Oder der Pfand von ......
K.L.
> Die Schreibung "aufwändig" wurde extra als Ausnahme neu eingeführt.
Ja, das ist bekannt. Die Frage war: warum?
> Damit mußte es dann aber auch gut sein. Deshalb hat man sich gegen die
> Einführung weiterer Ausnahmen entschieden, beispielsweise "Aufwändungen"
> oder "aufwänden". Hätte man diesen Sack geöffnet, hätte man hunderte
> Wörter ändern müssen, etwa "Ältern", "Ädelmann", "Klämpner", "Spängler"
> und "Adlär".
Was heißt ändern - wenn man wie bei "aufwändig"
beide Schreibweisen zugelassen hätte? Also,
was unterscheidet "aufwändig" von allen
anderen Beispielen?
"Also wenn keiner was dagegen hat dann beschlieᅵen wir folgenden Punkt..."
"Nein, ich habe noch einen Einwand"
"Ach Herr Schmitt sie haben doch immer Einwᅵnde..."
"Ruhe Herr Mᅵller. Herr Schmitt was haben Sie denn einzuwenden"
Erklᅵre das nun einem Kind. Und bitte es soll egal sein was es im 3.
Jahrhundert vor Christus fᅵr ein Sprachgewirr gab. Wir schreiben das
Jahr 2011 und da kᅵnnt man doch mal wirklich einen radikalen Schnitt machen.
Jᅵrgen
> "Also wenn keiner was dagegen hat dann beschließen wir folgenden Punkt..."
> "Nein, ich habe noch einen Einwand"
> "Ach Herr Schmitt sie haben doch immer Einwände..."
> "Ruhe Herr Müller. Herr Schmitt was haben Sie denn einzuwenden"
>
> Erkläre das nun einem Kind.
Wieso, ist doch ganz einfach: "...wand", "...wenden",
"...wendig" sind immer richtig, nach wie vor.
Das haben die Kinder schon vor Jahrzehnten verstanden,
warum nicht auch heute?
>Folgender mögliche Dialog könnte dann so aussehen.
>
>"Also wenn keiner was dagegen hat dann beschließen wir folgenden Punkt..."
>"Nein, ich habe noch einen Einwand"
>"Ach Herr Schmitt sie haben doch immer Einwände..."
>"Ruhe Herr Müller. Herr Schmitt was haben Sie denn einzuwenden"
>
>Erkläre das nun einem Kind. Und bitte es soll egal sein was es im 3.
>Jahrhundert vor Christus für ein Sprachgewirr gab. Wir schreiben das
>Jahr 2011 und da könnt man doch mal wirklich einen radikalen Schnitt machen.
Ablautreihen und Umlautungen sind eine uralte Erscheinung in etlichen
indo-europäischen Sprachen. Das ist noch nie als besondere
Schwierigkeit aufgefallen, auch in der Verschriftung nicht.
Dass es als Ausnahme in die NRS aufgenommen worden ist.
Phänomenologisch gesehen.
/Walter
Weil man die Wände hochgeht, wenn man dieses Wort liest.
/Walter
Lass es bleiben!
Ist eh für die Katz.