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Walter Schmid

unread,
Dec 31, 2015, 9:08:58 AM12/31/15
to
Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.

Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?


Gruss

Walter

--
Ich suche Wörter, die mit Fn oder fn *beginnen*. Egal welche
Sprache und Schrift (aber keine Akronyme oder selbst gebildete
Scherzwörter!). Ich bitte bei aussereuropäischen Schriften um
Transkription. Besten Dank!

Detlef Meißner

unread,
Dec 31, 2015, 9:55:56 AM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
> Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
> das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
> man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.
>
> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>
Hier einige Spekulationen:
http://forum.wordreference.com/threads/monatsgarderobe.1080417/?hl=de

Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf

Dabei handelt es sich um gute/edle, wenig getragene Kleidung. Also
sozusagen ein Second-Hand-Shop für Deignermode.

Detlef

Stephen Hust

unread,
Dec 31, 2015, 10:04:35 AM12/31/15
to
On 31.12.2015 15:08, Walter Schmid wrote:

> Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
> das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
> man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.
>
> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?

| Sehr begehrt war Monatsgarderobe, abgelegte Anzüge von Kavalieren,
| die auf elegante und hochmoderne Kleidung abonniert waren.
|
(Paul Weiglin, "Berlin im Glanz: Bilderbuch der Reichshauptstadt von
1888 bis 1918", S. 93 (nach Google-Books).)

| In Breslau sind einige Straßen zwischen Oder und Ring mit derartigen
| Geschäften stark besetzt. Neben alten Sachen führen manche auch
| Arbeitergarderobe. Alte Uniformen, von Soldaten nach der Dienstzeit
| verkauft, und Offiziersequipierungen bilden die Zugstücke im
| Schaufenster. Der Kundenkreis dieser Geschäfte besteht aus den
| schlechtest gelohnten Arbeitern. Die zusammengekauften Sachen werden
| durch Flickschneider oft erst in einen verkaufsfähigen Zustand
| gebracht. Nur gut erhaltene Sachen, sogenannte Monatsgarderobe, d. h.
| im feinen Maßgeschäft hergestellte und nur kurze Zeit von feinen
| Leuten getragene Kleider, werden verkauft, wie sie eingekauft werden.
|
(Dr. August Winter, "Das Schneidergewerbe in Breslau", Schriften des
Vereins für Socialpolitik, LXVIII. Untersuchungen über die Lage des
Handwerks in Deutschland. Siebenter Band. Königreich Preußen. Dritter
Teil. Leipzig, 1896, S. 32.)

--
Steve

My e-mail address works as is.

Walter Schmid

unread,
Dec 31, 2015, 10:22:16 AM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 15:55 schrieb Detlef Meißner:
> Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
>> Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
>> das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
>> man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.
>>
>> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>>
> Hier einige Spekulationen:
> http://forum.wordreference.com/threads/monatsgarderobe.1080417/?hl=de
>
> Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
> http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf


Du bist gut! Ich kam nicht bis zur letzten Seite dieser Zeitung.
Danke!


>
> Dabei handelt es sich um gute/edle, wenig getragene Kleidung. Also
> sozusagen ein Second-Hand-Shop für Deignermode.


Dann müssten die Roben von EIIR also "Tagesgarderobe" sein.

Walter Schmid

unread,
Dec 31, 2015, 10:25:57 AM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 15:55 schrieb Detlef Meißner:
> Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
>> Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
>> das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
>> man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.
>>
>> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>>
> Hier einige Spekulationen:
> http://forum.wordreference.com/threads/monatsgarderobe.1080417/?hl=de
>
> Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
> http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf


Auf dieser Seite klärt sich auch die Frage, wie gross die
ausgesetzte Belohnung von 10'000 Mark in heutigem Wert etwa wäre:
100'000 Euro. Das scheint mir sehr viel.

Detlef Meißner

unread,
Dec 31, 2015, 10:40:29 AM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 16:22 schrieb Walter Schmid:
> Am 31.12.2015 um 15:55 schrieb Detlef Meißner:
>> Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
>>> Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
>>> das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
>>> man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.
>>>
>>> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>>>
>> Hier einige Spekulationen:
>> http://forum.wordreference.com/threads/monatsgarderobe.1080417/?hl=de
>>
>> Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
>> http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf
>
> Du bist gut! Ich kam nicht bis zur letzten Seite dieser Zeitung.
> Danke!
>
Und woran lag das?
An mir nicht!

>> Dabei handelt es sich um gute/edle, wenig getragene Kleidung. Also
>> sozusagen ein Second-Hand-Shop für Deignermode.
>
> Dann müssten die Roben von EIIR also "Tagesgarderobe" sein.
>
Ein Brautkleid oder ein Frack für diesen Anlass ebenso.

Viele Leute leihen sich ja so etwas, weil sie glauben, sie brauchten das
nur einmal in ihrem Leben.
Früher hat man die Sachen mindestens zweimal genutzt.

Detlef


Walter Schmid

unread,
Dec 31, 2015, 10:43:29 AM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 16:40 schrieb Detlef Meißner:
> Am 31.12.2015 um 16:22 schrieb Walter Schmid:
>> Am 31.12.2015 um 15:55 schrieb Detlef Meißner:

>>> Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
>>> http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf
>>
>> Du bist gut! Ich kam nicht bis zur letzten Seite dieser Zeitung.
>> Danke!
>>
> Und woran lag das?


Daran, dass ^F nicht funzte

> An mir nicht!


Deshalb hatte ich Dich ja bekomplimentiert

Detlef Meißner

unread,
Dec 31, 2015, 11:56:35 AM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 17:36 schrieb Stefan Ram:
> Stephen Hust <shno...@a1.net> writes:
>> |gebracht. Nur gut erhaltene Sachen, sogenannte Monatsgarderobe, d. h.
>> |im feinen Maßgeschäft hergestellte und nur kurze Zeit von feinen
>> |Leuten getragene Kleider, werden verkauft, wie sie eingekauft werden.
>> (Dr. August Winter, "Das Schneidergewerbe in Breslau", Schriften des
>
> Erinnert an das Bildungsmuster bei - ich glaube es heißt -
> »Jahreswagen«.
>
> PS: Komisch. Als ich den Betreff »M« las, mußte ich zuerst
> an den Film denken - und nicht an den Buchstaben,

Nicht nur du.
Hinzu kommt, dass er erst vor kurzem im Fernsehen gezeigt wurde.

Und ich denke außerdem noch an "Warte, warte nur ein Weilchen, bald
kommt Haarmann auch zu dir,..."

Detlef

Roland Franzius

unread,
Dec 31, 2015, 1:32:01 PM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
> Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
> das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
> man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.
>
> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?


Umstandmode. Sie wird ja nur für etwa 2-3 der 9 Monate benötigt.

Tage, Wochen, Monate hatten im verschämten 19. Jh. bestimmte
Frauenzimmer-Bedeutungen, die die Männer und deren Kinder erst so
langsam durch Erfahrung herausfanden.

--

Roland Franzius

Detlef Meißner

unread,
Dec 31, 2015, 1:35:42 PM12/31/15
to
Am 31.12.2015 um 19:32 schrieb Roland Franzius:
> Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
>> Im Film von 1931 mit obigem Namen kommt ein Laden vor, über dem
>> das Wort "Monatsgarderobe" prangt. Im Schaufenster darunter sieht
>> man Kleider mit Preisschildern. Der Ort ist Berlin.
>>
>> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>
> Umstandmode. Sie wird ja nur für etwa 2-3 der 9 Monate benötigt.

Ja, besonders für den Herren.
>
> Tage, Wochen, Monate hatten im verschämten 19. Jh. bestimmte
> Frauenzimmer-Bedeutungen, die die Männer und deren Kinder erst so
> langsam durch Erfahrung herausfanden.
>
Trifft in diesem Falle aber nicht zu.
(Das kommt davon, wenn du bestimmte Postings nicht liest bzw. lesen willst.)

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jan 1, 2016, 5:42:46 AM1/1/16
to
Am 01.01.2016 um 11:01 schrieb Stephen Hust:
> On 31.12.2015 17:36, Stefan Ram wrote:
>
>> PS: Komisch. Als ich den Betreff »M« las, mußte ich zuerst
>> an den Film denken [...]
>
> Und nicht an James Bonds Chef?!
>
Kommt wohl auch aufs Alter an.

Möglicherweise kommt noch hinzu, ob man eher über die Akustik oder die
Optik etwas wahrnimmt. "M" steht prägnant auf dem Filmplakat.

Detlef

Oliver Cromm

unread,
Jan 14, 2016, 1:21:09 PM1/14/16
to
* Detlef Meißner:

> Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
>>
>> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>>
> Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
> http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf

Weiter unten auf der Seite sieht man, daß es auch 1910 schon
"billige Preise" gab, und dazu dreifache Ausrufezeichen.

--
Humans write software and while a piece of software might be
bug free humans are not. - Robert Klemme

Uwe Schickedanz

unread,
Jan 14, 2016, 1:35:09 PM1/14/16
to
On Thu, 14 Jan 2016 13:21:04 -0500, Oliver Cromm
<lispa...@crommatograph.info> wrote:

>* Detlef Meißner:
>
>> Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
>>>
>>> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>>>
>> Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
>> http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf
>
>Weiter unten auf der Seite sieht man, daß es auch 1910 schon
>"billige Preise" gab, und dazu dreifache Ausrufezeichen.

Daß damit "bilig" in seiner heutigen Bedeutung gemeint war, möchte ich
stark anzweifeln.

Gruß Uwe

--
In vielen Teilen der Welt kämpfen Journalisten darum, die
Wahrheit schreiben zu dürfen. In Deutschland kämpfen sie darum,
die Wahrheit verschweigen zu dürfen. (Netzfund zum Medienkodex)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Oliver Cromm

unread,
Jan 14, 2016, 1:40:51 PM1/14/16
to
* Uwe Schickedanz:

> On Thu, 14 Jan 2016 13:21:04 -0500, Oliver Cromm
> <lispa...@crommatograph.info> wrote:
>
>>* Detlef Meißner:
>>
>>> Am 31.12.2015 um 15:08 schrieb Walter Schmid:
>>>>
>>>> Was könnte eine "Monatsgarderobe" denn genau sein?
>>>>
>>> Hier auf der letzten Seite, oben Mitte, eine Anzeige:
>>> http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1910/1910-121.pdf
>>
>>Weiter unten auf der Seite sieht man, daß es auch 1910 schon
>>"billige Preise" gab, und dazu dreifache Ausrufezeichen.
>
> Daß damit "bilig" in seiner heutigen Bedeutung gemeint war, möchte ich
> stark anzweifeln.

Ich denke doch, denn der vollständige Text lautet "erstaunlich
billige Preise".

--
Who would know aught of art must learn and then take his ease.
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