Wie ist das zu verstehen?
Bei mir geht ein Erdrutsch nach unten
und hat nichts mit einem Sieg zu tun.
Jürgen
"Jürgen Fritz" wrote:
Es geht ja auch nach unten. Mit dem Gegner zumindest ...
Grüße.
Guido
Es ist die wortwörtliche Übersetzung des englischen "landslide"
(Erdrutsch), das im figürlichen Sinne folgendes bedeutet:
1: an overwhelming majority of votes for a political party or candidate;
2: an election that sweeps a party or candidate into office; 3: a great
victory.
Ein saublöder deutschsprachiger Journalist, der von einem
"erdrutschartigen Sieg" schreibt oder spricht, soll zuerst mit einem
rostigen Messer kastriert und dann von einem Erdrutsch begraben werden!
Diese angeberischen Knallköpfe, die ihre Leser oder Zuhörer mit
unverständlichem Amiquatsch beeindrucken wollen, gehen mir gewaltig auf
die Eier.
--
Reinhold Aman
Santa Rosa, CA 95402, USA
Der Erdrutsch endet auch irgendwo und bildet dann
dort einen recht beeindurckenden Haufen.
Oder anders formuliert: Der Wahl-Erdrutsch waelzt
dem Sieger grosse Waehlermassen ins Partei-Tal.
Christoph
Vgl. Erdbeben, Lawine, Orkan, Überschwemmung/eine Woge von.../eine Flut von,
was oft mehr oder weniger gleichbedeutend verwendet wird (vgl. Kataklismus
oder -ysmus. Gibt's antike Quellen dazu, Guido?) : Altes wird dabei
zugeschüttet, niedergerissen, verschwindet vom Erdboden, wird fortgespült
etc.
Und damit ist bloss der Vorgang beschrieben. Auf diesem neuen Fundament (?)
wird alsdann triumphiert, es werden Hände gerstreckt, Siegerdenkmäler
erreckt etc., die dann ihrerseits ausnahmslos nach OBEN, also in den
stahl-blauen Himmel zeigen.
Christoph
Jürgen Fritz <100.2...@germanynet.de> wrote:
:> Oft gehört, heute wieder auf n-tv:
:> "Erdrutschartiger Sieg . . . "
:> Wie ist das zu verstehen?
:> Bei mir geht ein Erdrutsch nach unten
:> und hat nichts mit einem Sieg zu tun.
Vielleicht soll man sich da vorstellen, wie die Partei X von den vielen
Stimmen fuer die Konkurrenz wie von einem Erdrutsch verschuettet wird?
Wild herumratend,
Julia 8-)
--
Julia Simon --- Hyppääjätär --- Sprachen-Freak vom Dienst
si...@cc.helsinki.fi, http://www.lingsoft.fi/~simon/
Don't you just love the way everything I say sounds important?
--- Mustafa, "You Wish"
Wie waere es mit ein bisschen mehr Niveau?
Du sitzt hier nicht auf dem Lokus und schreibst Klosprüche.
Peter
(-katt-)
GENAU!
Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für solche frech-faulen
1:1-Herübersetzungen aus dem Amerikanischen (nicht aus dem Englischen!), und
es sind bei weitem nicht nur die Journalisten, die solche Dummheiten
begehen! Beispiele gefällig?
Das deutsche Wort "WELT" ist doch nichts anderes die wortwörtliche
Übersetzung des amerikanischen "WORLD"!
Selbst ein für deutsche Ohren so vertrautes Wort wie "KINDERGARTEN" ist
nichts anderes als die wortwörtliche Entlehnung des amerikanischen
"KINDERGARTEN" (wer hetz g.dacht?).
Schliesslich ist doch auch das deutsche Wort "ANMASSUNG" nichts anderes die
wortwörtliche Übersetzung _der_ amerikanischen "ARROGANCE"!
Diese Beispielreihe lässt sich zu unserer Schande praktisch für den g.samten
"deutschen" Wortschatz so weiterführen (Hunderttausende von Wörtern) !
Wann endlich hört die Welt damit auf, immer nur die Amerikaner kopieren zu
wollen?
Nun zu Deinem zweiten G.Dankengang mit Kastrations-Phantasie:
>Ein saublöder deutschsprachiger Journalist, der von einem
>"erdrutschartigen Sieg" schreibt oder spricht, soll zuerst mit einem
>rostigen Messer kastriert und dann von einem Erdrutsch begraben werden!
>Diese angeberischen Knallköpfe, die ihre Leser oder Zuhörer mit
>unverständlichem Amiquatsch beeindrucken wollen, gehen mir gewaltig auf
>die Eier.
a) warum mit einem "rostigen" Messer?
b) warum "auf die Eier" gehen?
Ist das eine Anspielung auf die Eier des Kolumbus?
Viele Grüsse!
Cristóbal Anti-Colon
(der immer noch auf Belege hofft, evtl. selbst welche sucht, um z.H. Jürgens
& der Gemeinschaft die Verwendung von "Erdrutsch" + Co. mindestens seit dem
ersten Urknall-Kopf aufzuzeigen, und der im übrigen Peter Fuchsens sanitäre
Einschätzungen teilt).
PS: Weitere mögliche Fährte für die Beantwortung der Ausgangsfrage:
"Erdrutsch" i.S.v. "reinigendes Gewitter" ~ Katharsis, etc.....)
> Oft gehört, heute wieder auf n-tv:
> "Erdrutschartiger Sieg . . . "
>
> Wie ist das zu verstehen?
>
> Bei mir geht ein Erdrutsch nach unten
> und hat nichts mit einem Sieg zu tun.
Dass es sich beim "Erdrutsch-Sieg" um einen
Anglizismus handelt, wenn auch nicht auf
den ersten Blick erkennbar, wurde ja bereits
erwähnt. Der "Erdrutsch-Sieg" ist zuerst
1977 in einem Stern-Artikel nachzuweisen
(Carstensen, Broder: Anglizismen-Wörterbuch.
- Berlin (u.a.), Bd. 1. A - E. - 1993, S. 434)
An und für sich wäre ja gegen diese
wörtliche Übersetzung nichts einzuwenden.
Problematisch finde ich auch weniger,
dass der Erdrutsch normalerweise eine
Abwärtsbewegung ist, sondern, dass es
im Deutschen eben kein "Land-Rutsch"
sondern ein "Erd-Rutsch" ist. Auch wenns
den jeweiligen Wahlsiegern nicht passen sollte:
Auf die ganze Erde bezogen, hat ihr Sieg
doch eher bescheidene Konsequenzen.
Rutschen tuts allenfalls in einem oder
einigen Ländern. Da im Englischen aber
"land" sowohl "Erdboden" als auch
"Staat" bedeuten kann, hat der "landslide"
dort eine hübsche Doppelbedeutung,
die beim deutschen "Erdrutsch"
nicht so ganz rüberkommt.
"Staatsgebiets-Rutsch" hätte man wohl
in der DDR gesagt ...
Die seit einiger Zeit auftauchende Variante
"erdrutschartiger Sieg" stammt wohl von
Leuten, die es sprachlich immer ganz genau haben
wollen, ohne jemals erklären zu können, was
mit solcher linguistic correctness eigentlich
gewonnen ist - eine Nachrichtensendung ist
schließlich kein Oberseminar. Für mich
klingt sie stark nach Bürokraten- bzw.
Technokratendeutsch (Nach dem Motto: Warum drei
Silben, wenns auch mit sechs geht?). Bei
Ausdrücken wie "erdrutschartiger
Sieg" habe ich oft das Gefühl, es fehlte nur noch
der Zusatz "gemäß DIN-Norm 15812", "nach
dem Reinheitsgebot von 1782" o.ä. ...
M. Kranz
Grüße.
Guido (der immer wieder Leute verblüfft mit seiner These, daß es auch schon vor
den USA Hochkulturen auf dieser Welt gegeben hat)
Gelungene Ironie/Satire zeichnet sich dadurch aus, dass dem Leser/Hörer ein
kleiner Rest an Unsicherheit bleibt, wie es der Sprecher nun wirklich
gemeint hat.
Abgesehen davon, Christoph, findest du, dass die Franzosen das Problem
besser gelöst haben? Schließlich heißt "monde" nicht mehr und auch nicht
weniger als "world". Dabei mag der Wortlaut etwas weiter vom amerikanischen
Original liegen, aber dennoch: ist das vielleicht ein Zeichen kultureller
Eigenständigkeit? Ich finde eher nicht.
Hannah
Mit Verlaub abgelehnt.
Gemeint sind offensichtlich geologische Bewegungen, Verwerfungen
gleichsam. Von Reibungen gewaltiger Kräfte verursacht werden sie von
seismischen Aktivitäten begleitet und ziehen eine nachhaltige
Veränderung der landschaftlichen Gegebenheiten nach sich.
Ergo: die politische Landkarte hat sich verändert.
'Erdrutschartig' mag als Krücke hingehen.
'Umwälzung' hielte ich für angemessener. Wobei freilich das Bild vom
'Drehen' auch wiederum in die Irre führt.
Offenbar gibt es kein passendes deutsches Wort für diesen Sachverhalt.
Wolfram
PF> Reinhold (Rey) Aman
PF> : Diese angeberischen Knallköpfe, die ihre Leser oder Zuhörer mit
PF> : unverständlichem Amiquatsch beeindrucken wollen, gehen mir
PF> : gewaltig auf die Eier.
PF> :
PF> : --
PF> : Reinhold Aman
PF> : Santa Rosa, CA 95402, USA
PF> Wie waere es mit ein bisschen mehr Niveau?
PF> Du sitzt hier nicht auf dem Lokus und schreibst Klosprüche.
Erstens schreibt Reinhold gewöhnlich sehr interessante und wohlformulierte
Beiträge.
Zweitens sollte man sich bei einem Absender, der nicht tagtäglich
Muttersprachler um sich herum hat, etwas vorsehen, wenn man ihn schlechten
Sprachgeschmackes zeiht.
Drittens kann man einen solchen Zornausbruch durchaus auch mal einfach lesen
und hinnehmen.
Bye/7, Carsten [G'Car] E-Mail: c...@beg.gera.thur.de
--
... I'm E.T. of Borg. Home is irrelevant.
Peter
Was faellt dir ein solch freche Antwort zu schreiben. Wenn dir
irgendetwas hier nicht gefaellt, wirst du dich in Zukunft raushalten.
Ich jedenfalls moechte weiterhin Antworten, so wie Reinhold Aman sie
formuliert,
hier lesen. Und auf dich Oberlehrer kann ich hier verzichten.
Markus
Hannah Dorthea Nielsen a écrit dans le message
<7k5vpr$t69$1...@miri.tele.dk>...
>Guido Wojaczek <guido.w...@split.uni-bamberg.de> wrote in message
>news:37667E23...@split.uni-bamberg.de...
>> Du hast das Grinsgesicht (amerik. smiley) vergessen, denn ernst wirst du
>das
>> kaum gemeint haben. Hoffentlich...
>>
>> Grüße.
>>
>> Guido
>
>Gelungene Ironie/Satire zeichnet sich dadurch aus, dass dem Leser/Hörer ein
>kleiner Rest an Unsicherheit bleibt, wie es der Sprecher nun wirklich
>gemeint hat.
~r :- )
für "leicht errötetender Smiley", gilt dann gleichzeitig - allerdings ohne
Farbzusatz - für die in der Tat nicht durchwex ernst zunehmende
Stellungnahme in der sog. "Rostmesser-Affäre".
>Abgesehen davon, Christoph, findest du, dass die Franzosen das Problem
>besser gelöst haben? Schließlich heißt "monde" nicht mehr und auch nicht
>weniger als "world". Dabei mag der Wortlaut etwas weiter vom amerikanischen
>Original liegen, aber dennoch: ist das vielleicht ein Zeichen kultureller
>Eigenständigkeit? Ich finde eher nicht.
Als Einwanderer & halbhelvetischer Grenzgänger sollte ich mich wohl besser
nicht zu so heiklen Fragen äussern. Aber da wir unter uns sind, kann ich's
ja verraten: Es ist in F nicht besser, ganz im Gegenteil!
Geschickte Verzögerungstaktik und fragwürdige Tarnmanöver (etwa durch
Schnell-Latinisierungen wie des von Hannah erwähnten "monde", aber auch
"vie", "eau" und noch einiger zehntausend anderer Wörter mehr) vermögen auch
hier den Triumph des ORIGINALS nicht zu mehr länger zu verhindern: Nach und
nach beginnt der Durchschnittsbevölkerer auch hier zu realisieren, dass
selbst seine alltäglichsten und - scheinbar! - vertrautesten Wörter nichts
anderes sind als billige Lehn- und Rück- und Hilfsübersetzungen (im
Transport-Jargon "Hilfs-Rücklehnen" genannt) von DRÜBEN. Eine ganz-grosse
Selbstentfremdung und 1 intensiv erlebte Verunsicherung sind die Folgen
davon. Ein zweites Babel. Das hat uns jetzt gerade noch gefehlt, als ob wir
mit dem Ölften August und dem fin-du-siècle nicht schon genug panique
hätten!
Doch Spatz beiseite, sonst werden wir in die Wüste oder nach talk.bizarre
geschickt.
Das ganze ist wohl einfach eine Frage der Perspektive: Wenn man damit
beginnen wollte, sich gegenseitig alle Hilfsrücklehnen der vergangenen paar
Jahrtausende um die Ohren zu hauen, so kann man's gleich bleiben lassen.
Dass die 'Erde' in dieser Bedeutung aus dem Englischen zu uns 'rutscht',
stört mich überhaupt nicht. Was soll daran schlechtes sein, einen griffigen
Ausdruck zu übernehmen und sich sogar noch die Mühe zu nehmen, ihn in die
Zielsprache einzufügen (selbst 'erdrutschartig' finde ich ganz passabel)-?
Bedeutungsveränderungen (Einschränkungen, aber auch Erweiterungen, sozusagen
Transportschäden und Reiseandenken) gehören ja immer zur Wortein- und
Ausfuhr.
Später Gruss! Christoph
Hast wohl das Newsgroup-Prinzip noch nicht verstanden.
Es ist nicht ausschließlich für Leute mit schlechtem Stil.
Das von Dir gewünschte Niveau ist hier in der Gruppe
weder üblich noch der Gruppenthematik angemessen.
Arbeite mal ein bißchen an Deinem Stil - weg von der
Gossensprache!
Nette Umgangsformen sind angesagt.
Aber du hast recht, die in letzter Zeit angesprochenen
Themen sind etwas abgerutscht: Synonyme für pinkeln,
furzen, rülpsen.
Den Oberlehrer gebe ich an dich zurück.
Peter
> >Jürgen Fritz wrote:
> >> Oft gehört, heute wieder auf n-tv:
> >> "Erdrutschartiger Sieg . . . "
> >>
> >> Wie ist das zu verstehen?
> >>
> >> Bei mir geht ein Erdrutsch nach unten
> >> und hat nichts mit einem Sieg zu tun.
> >Es ist die wortwörtliche Übersetzung des englischen "landslide"
> >(Erdrutsch), das im figürlichen Sinne folgendes bedeutet:
> (-katt-)
>
> GENAU!
> Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für solche frech-faulen
> 1:1-Herübersetzungen aus dem Amerikanischen (nicht aus dem Englischen!), und
> es sind bei weitem nicht nur die Journalisten, die solche Dummheiten
> begehen! Beispiele gefällig?
>
> Das deutsche Wort "WELT" ist doch nichts anderes die wortwörtliche
> Übersetzung des amerikanischen "WORLD"!
Lieber Christoph, das ist Käse. Du verstehst nicht, worum es hier geht.
Erstens ist "Welt" keine Übersetzung des angloamerikanischen Wortes
"world". Zweitens bedeuten beide Wörter in beiden Sprachen dasselbe, im
wörtlichen und im figürlichen Sinne. Drittens handelt es sich bei der
Übersetzung von engl. "landslide" ins Deutsche von einem Wort, dem im
Deutschen Bedeutungen fehlen, die jedem Englischsprechenden geläufig
sind.
"Erdrutsch" bedeutet im Dt. nicht "überwältigender Wahlsieg" oder
"Riesensieg". Deshalb ist ein dt. Journalist oder Politiker, der von
einem "erdrutschartigen Sieg" schreibt oder spricht, ein Knallkopp
erster Klasse. Seine Leser oder Zuhörer verstehen nicht, was dieser
Angeber damit sagen will (es sei denn, der deutschsprachige Leser kennt
zufällig die verschiedenen Bedeutungen von "landslide").
Gegenbeispiel: oben sagte ich, daß Du Käse geschrieben hast. "Käse"
heißt auf englisch "cheese". "Käse" ist keine Übersetzung des engl.
"cheese" und umgekehrt. Im Engl. bedeutet "cheese" nicht "Unsinn" oder
"Bockmist". Wenn also ein amerikanischer Journalist schriebe: "President
Clinton lies and talks cheese" (wortwörtlich: 'Präsident Clinton lügt
und redet Käse' im Sinne von 'Unsinn, Bockmist'), dann würde kein
Ami-Leser verstehen, was der Ami-Knallkopf damit sagen will. "To talk
cheese" hat andere Bedeutungen, z.B. über Käsesorten, Käseproduktion,
Käseimport usw. reden.
Ein weiteres Beispiel (Peter Fuchs, bitte nicht lesen!): "to cut the
cheese" heißt nicht nur den Käse in Scheiben aufschneiden, sondern viel
häufiger "furzen". Wenn nun ein angeberischer deutscher Journalist
berichtete, daß Frau Bürgermeister während ihres Vortrags den Käse
geschnitten hat, dann würde kein deutscher Leser verstehen, daß sie
gefurzt hat. Genau so ist's mit "erdrutschartiger Sieg".
> Selbst ein für deutsche Ohren so vertrautes Wort wie "KINDERGARTEN" ist
> nichts anderes als die wortwörtliche Entlehnung des amerikanischen
> "KINDERGARTEN" (wer hetz g.dacht?).
1. Umgekehrt. 2. die Diskussion ist nicht über Entlehnungen, sondern
Übersetzungen. 3. Bockmist.
> Schliesslich ist doch auch das deutsche Wort "ANMASSUNG" nichts anderes die
> wortwörtliche Übersetzung _der_ amerikanischen "ARROGANCE"!
Merde, mon ami.
> Diese Beispielreihe lässt sich zu unserer Schande praktisch für den g.samten
> "deutschen" Wortschatz so weiterführen (Hunderttausende von Wörtern) !
Ich muß schon sagen, aus Dir wird was werden, Christoph. Wie sagt man
bei Euch in Frankreich für "Knallkopf"? "Tête de détonation"?
> Wann endlich hört die Welt damit auf, immer nur die Amerikaner kopieren zu
> wollen?
Mit Verlaub, lieber Christoph, bist Du nun ein Detonationskopf oder tust
Du nur so?
> Nun zu Deinem zweiten G.Dankengang mit Kastrations-Phantasie:
Keine Phantasie. Das ist mein frommer Wunsch.
> >Ein saublöder deutschsprachiger Journalist, der von einem
> >"erdrutschartigen Sieg" schreibt oder spricht, soll zuerst mit einem
> >rostigen Messer kastriert und dann von einem Erdrutsch begraben werden!
> >Diese angeberischen Knallköpfe, die ihre Leser oder Zuhörer mit
> >unverständlichem Amiquatsch beeindrucken wollen, gehen mir gewaltig auf
> >die Eier.
> a) warum mit einem "rostigen" Messer?
Warum nicht? (Peter Fuchs, bitte nicht lesen! Niveau!) Die rostigen sind
meist schartig und machen das Kastrieren schmerzhafter. Alle
knallköpfigen Journalisten sollen leiden, wie einst der junge Werther.
> b) warum "auf die Eier" gehen?
Hast Du den bekannten Ausdruck "der/die/das geht mir auf die Eier" (grob
für "Nerven") noch nie gehört? Zurück ins Reich, mein Sohn, und dem Volk
aufs Maul schauen.
> Ist das eine Anspielung auf die Eier des Kolumbus?
Nee. Non. No.
--- [coupé] ---
--
Reinhold (Rey) Aman
> > Reinhold Aman schrieb:
> > : Diese angeberischen Knallköpfe, die ihre Leser oder Zuhörer mit
> > : unverständlichem Amiquatsch beeindrucken wollen, gehen mir
> > : gewaltig auf die Eier.
> > Wie waere es mit ein bisschen mehr Niveau?
> > Du sitzt hier nicht auf dem Lokus und schreibst Klosprüche.
Ach, du meine Güte! Wenn ich gewußt hätte, daß sich das feinfühlige
Peterchen über meine "Eier" empört, hätte ich "Hoden" oder (noch
dezenter) "Orchideen" geschrieben. (Solltest Du zufällig nicht mit der
Etymologie von "Orchidee" vertraut sein: das Wort kommt von griechisch
"orchis" und bedeutet "Ei", äh, "Hode".)
Weißt Du, Peter, es gibt verschiedene Sprachebenen, die uns erlauben,
genau das auszudrücken, was wir wollen. Die sprachverhunzenden
Journalisten gehen mir nicht nur auf die Nerven, sondern wirklich auf
die Eier. Das ist stärker und negativer, weshalb ich "Eier" geschrieben
habe. Feinfühlige Schmetterlinghäscher wie Du gehen mir höchstens auf
die Orchideen.
Klosprüche habe ich übrigens jede Menge. Deutsche, bairische,
holländische, englische, schwedische, französische, spanische,
portugiesische, russische, japanische, chinesische, persische,
ungarische, finnische, türkische, suahelische, arabische, griechische,
bengalische usw. Vielleicht solltest Du ab und zu einen rauhen Klospruch
in Deine seidenhafte Sprache einweben, um ihr mehr Kraft und Farbe zu
verleihen?
Viele Grüße,
Reinhold Aman [Dr. phil.]
Santa Rosa, CA 95402, USA
> Oft gehört, heute wieder auf n-tv:
> "Erdrutschartiger Sieg . . . "
>
> Wie ist das zu verstehen?
"Spitzenpreise" (in einem Prospekt, der sicherlich nicht damit
werben will, daß die Preise besonders hoch seien) -
wie ist das zu verstehen?
Quirin
Quirin Schinagl wrote:
Die gleiche Bedeutung von _Spitze_ findet sich auch in
_Spitzenklasse_, _Spitzenfilm_ etc. Gemeint ist hier etwas überaus
Tolles. In Zusammensetzung mit _Preis_ entbehrt der Begriff nicht
einer gewissen Doppeldeutigkeit. Da man _Spitzenpreis_ vor allem in
der Werbung verwendet, ist zu vermuten, daß diese Doppeldeutigkeit
auch beabsichtigt ist.
Grüße.
Guido
> Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für solche frech-faulen
> 1:1-Herübersetzungen aus dem Amerikanischen (nicht aus dem Englischen!)
Meines Wissens gibt es keine Sprache "Amerikanisch".
gruß,
zippo
--
Zippos Homepage: <http://www.savoy-truffle.de/zippo/>
* * * * * * * * *
»Es ist wirklich nützlich, weil es schön ist«
Antoine de Saint Exupéry
ja bitte!
poste doch ein paar klosprüche, und sei es nur um peter zu ärgern. ich habe mir
leider nur einen merken können, der ist auch nicht wirklich gut: lach nicht, der
witz ist in deiner hand. komisch, jetzt fällt mir auf, daß der schmierfinke
damals
wohl davon ausging, auf dem klo herrsche lachverbot. ist das so?
mfg, florian.
________________________________________________________________
wein ist das, was man trinkt, wenn das bier alle ist. max goldt.
>ja bitte!
>poste doch ein paar klosprüche, und sei es nur um peter zu ärgern. ich habe mir
>leider nur einen merken können, der ist auch nicht wirklich gut: lach nicht, der
>witz ist in deiner hand. komisch, jetzt fällt mir auf, daß der schmierfinke
Wenn man Glück hat, gibt der Spruch einen Sinn und reimt sich sogar:
Du suchst nach Witzen an der Wand?
Den größten hältst Du in der Hand!
So stehts bisweilen über den Herrenpissoirs (Tautologie, oder? Ich
korrigiere zu: Pissoirs).
Grüße
Jörg.
______________________________________
Joerg Digmayer; digm...@uni-passau.de
"Recht hat er, der Dingsbums!"
Geht es dabei um Kloeppelbedarf fuer die geneigte Hausfrau?
Mal im Ernst:
Gemeint sind extrem guenstige Preise. Durch das Suffix "Spitze" wird
m.E. zum Ausdruck gebracht, dass diese Preise sogar unschlagbar guenstig
sind. Die Frage ist allerdings, ob man den Anbieter wg. unlauteren
Wettbewerbs vor den Kadi bringen kann, wenn man eines seiner
Spitzenpreis-Produkte anderswo guenstiger findet.
Mir stellt sich abschliessend die Frage, ob erst seit "Dalli
Dalli"-Zeiten mit "Spitzenpreisen" geworben wird...
Gruesse,
Alexander
>Christoph <christop...@wanadoo.fr> wrote:
>
>> Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für solche frech-faulen
>> 1:1-Herübersetzungen aus dem Amerikanischen (nicht aus dem Englischen!)
>Meines Wissens gibt es keine Sprache "Amerikanisch".
Stimmt.
Just deshalb hat er ja pointiert "Amerikanisch" geschrieben.
Ein Buch, das in Amerika herauskommt, wird in der Regel in
Englisch verfaßt sein, meinethalben im amerikanischen
Englisch.
Und? Was schreibt der Übersetzer stolz über sein Machwerk?
"Übersetzt aus dem Amerikanischen von Otto
Haudaufübersetzer"
Hast Du derlei noch nie "realisiert"?
Mit freundlichen Grüßen
Martin Gerdes
[...]
> Aber du hast recht, die in letzter Zeit angesprochenen
> Themen sind etwas abgerutscht: Synonyme für pinkeln,
> furzen, rülpsen.>
[...]
O.g. Themen sind im Sinne der desd-Charta nicht abgerutscht, sondern
erfuellen, da es offensichtlich um Belange der deutschen Sprache geht,
ihre Voraussetzungen (ich hingegen mit diesem Posting leiter nicht.
Entschuldigung).
Gruesse,
Alexander
>Ein Buch, das in Amerika herauskommt, wird in der Regel in
>Englisch verfaßt sein, meinethalben im amerikanischen
>Englisch.
>
>Und? Was schreibt der Übersetzer stolz über sein Machwerk?
>
>"Übersetzt aus dem Amerikanischen von Otto
>Haudaufübersetzer"
So neu ist das nicht. Das derzeit aktuellste Englisch-Wörterbuch
in unserem Betrieb ist aus den Endfünfzigern und behauptet von
sich im Kleingedruckten, seine Auswahl an Begriffen unter
besonderer Berücksichtigung des Amerikanischen getroffen zu
haben.
--
Grüsse, Gerald Fix
Da hilft kein Schütteln und kein Klopfen;
in die Hose geht doch der letzte Tropfen.
Faszinierend daran ist die elegante Umstellung von:
"Der letzte Tropfen geht in die Hose" -
um so zu einem Reim zu gelangen.
Jürgen
Jörg Digmayer <digm...@uni-passau.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3767b39b...@news.rz.uni-passau.de...
>
> Wenn man Glück hat, gibt der Spruch einen Sinn und reimt sich sogar:
>
> Du suchst nach Witzen an der Wand?
> Den größten hältst Du in der Hand!
>
>
> Grüße
> Jörg.
> > Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für solche frech-faulen
> > 1:1-Herübersetzungen aus dem Amerikanischen (nicht aus dem Englischen!), und
> > es sind bei weitem nicht nur die Journalisten, die solche Dummheiten
> > begehen! Beispiele gefällig?
> >
> > Das deutsche Wort "WELT" ist doch nichts anderes die wortwörtliche
> > Übersetzung des amerikanischen "WORLD"!
>
> Lieber Christoph, das ist Käse. Du verstehst nicht, worum es hier geht.
[...]
> > Wann endlich hört die Welt damit auf, immer nur die Amerikaner kopieren zu
> > wollen?
>
> Mit Verlaub, lieber Christoph, bist Du nun ein Detonationskopf oder tust
> Du nur so?
Nun weiß ich nicht so ganz, wie es Dir beim Lesen von Christophs
Posting ergangen ist; ich hatte keine Mühe, dies an jeder Stelle als
Satire wahrzunehmen.
Gruß,
Manfred
Du leider auch nicht, lieber Peter. Usenet ist Anarchie, nicht ein
Medium für zimperliche Großmütter.
> Es ist nicht ausschließlich für Leute mit schlechtem Stil.
Und es ist auch nicht ausschließlich für feinfühlige Leute mit gehobenem
Stil, sondern für alle.
> Das von Dir gewünschte Niveau ist hier in der Gruppe
> weder üblich noch der Gruppenthematik angemessen.
Na, die Gruppenthematik ist doch "deutsche Sprache," oder? Jede
Sprachebene und jedes Niveau ist deshalb angemessen. Wenn Dich die rauhe
Sprache zu sehr stört, dann mußt Du halt auf "de.sprache.mimosen"
umziehen. Weißt Du, Peter, foine Leute wie Du "fühlen sich unwohl",
andere "kotzen wie ein Hochzeitshund". Beide Ausdrücke sind echt deutsch
und "kotzen" steht sogar im Wörterbuch -- stell' Dir so was vor!
> Arbeite mal ein bißchen an Deinem Stil -
> weg von der Gossensprache!
Nee, ran an die sogenannte Gossensprache! Die hat Kraft und Blut.
> Nette Umgangsformen sind angesagt.
Ich bin doch nett, wenn ich auch gelegentlich von "Eiern" und "kotzen"
und "Schoas" schreibe. Die nettesten Leute sagen manchmal die
schrecklichsten Sachen. Ich kann mir gut vorstellen, daß auch Dein edler
Stil und Sprachniveau stark sinken würden, wenn ein Besoffener, äh,
Betrunkener Dein neues Auto rammte. Steigst Du aus und wimmerst Du:
"Ach, jemine! So eine Bescherung!" oder schimpfst Du: "Menschenskinder,
so eine Scheiße! Dieses gottverdammte Arschloch!"? Das sind lauter echte
deutsche Wörter, lieber Peter. Siehe Duden. Also Teil der deutschen
Sprache und deshalb dieser Gruppenthematik angemessen.
> Aber du hast recht, die in letzter Zeit angesprochenen
> Themen sind etwas abgerutscht: Synonyme für pinkeln,
> furzen, rülpsen.
C'est la fucking vie, Peter. Sogar Du tust diese gossensprachlichen
Dinge und noch ganz unkeusche andere, also warum nicht darüber reden?
Der Volksmund nimmt sich halt kein Blatt vor den Mund, so sehr auch die
zartseeligen Sprachkastrierer darüber meutern.
--
Reinhold Aman
[Reinhold Aman schrieb an Peter Fuchs:]
> > Klosprüche habe ich übrigens jede Menge. Deutsche, bairische,
> > holländische, englische, schwedische, französische, spanische,
> > portugiesische, russische, japanische, chinesische, persische,
> > ungarische, finnische, türkische, suahelische, arabische, griechische,
> > bengalische usw. Vielleicht solltest Du ab und zu einen rauhen Klospruch
> > in Deine seidenhafte Sprache einweben, um ihr mehr Kraft und Farbe zu
> > verleihen?
> ja bitte!
> poste doch ein paar klosprüche, und sei es nur um peter zu ärgern.
[schnipp]
Du kannst viele Klosprüche, Graffiti und Studien darüber in den meisten
Universitätsbibliotheken finden. Schau Dir dort meine 12bändige
"Maledicta" Sammlung an.
Einer der ältesten und bekanntesten amerikanischen Klosprüche ist:
Here I sit all brokenhearted,
Came to shit, but only farted.
Und ein deutscher:
Tripper, Schanker, Syphilis,
Samenschwund und Hodenriss,
Dieses alles holt' ich mir
Von einer Hur und ein Glas Bier.
Doch genug dieser von Peter Fuchs so verachteten Gossensprache, die ein
wichtiger Bestandteil der deutschen Sprache ist, auch wenn's Peter noch
so schmerzt.
--
Reinhold Aman
Santa Rosa, CA 95402, USA
Fuer Interessierte hier die englischsprachige Variante:
No matter how you shake and dance,
the last drop will go down your pants!
Gruesse,
Alexander
On Wed, 16 Jun 1999 14:37:04 -0700, "Reinhold (Rey) Aman"
<am...@sonic.net> wrote:
>"kotzen wie ein Hochzeitshund"
Wunderschoener Ausdruck! :-) Hast du mehr derartiges auf Lager?
Gerne auch per Mail.
__
Gruesse
Frank
> Here I sit all brokenhearted,
> Came to shit, but only farted.
LOL
Ich werde mir deine Site bestimmt ansehen... :-))
__
Gruesse
Frank
Viel Spaß,
Jens.
--
Jens Kutilek Lo-lee-ta: the tip of the tongue taking a
Webmaster im Sportzentrum trip of three steps down the palate to
der TU Braunschweig tap, at three, on the teeth. Lo. Lee. Ta.
@work:http://www.unisport.tu-bs.de @home:http://www.tu-bs.de/~y0007793
Es ist natuerlich nichts anders als ein anderer Name fuer
"amerikanisches Englisch". Oder hast du die wahre Liste der Sprachen,
und findest "Amerikanisch" nicht drauf?
--Volker
> Ich kenne auch einen.
>
> Da hilft kein Schütteln und kein Klopfen;
> in die Hose geht doch der letzte Tropfen.
Diesen Spruch gibt's im Amerikanischen auch:
No matter how you shake and dance,
The last few drops run down your pants.
>>Ein Buch, das in Amerika herauskommt, wird in der Regel in
>>Englisch verfaßt sein, meinethalben im amerikanischen
>>Englisch.
>>Und? Was schreibt der Übersetzer stolz über sein Machwerk?
>>"Übersetzt aus dem Amerikanischen von Otto
>>Haudraufübersetzer"
>So neu ist das nicht. Das derzeit aktuellste Englisch-Wörterbuch
>in unserem Betrieb ist aus den Endfünfzigern und behauptet von
>sich im Kleingedruckten, seine Auswahl an Begriffen unter
>besonderer Berücksichtigung des Amerikanischen getroffen zu
>haben.
Eine Amerikanerin in meiner Bekanntschaft legt wert auf die
Feststellung, daß sie "englisch" spräche, "american english"
meinetwegen im Gegensatz zum "british english", aber
definitiv "englisch".
Wir kümmern uns hier um die deutsche Sprache, die für die
meisten hier Muttersprache ist. Es dürfte nicht allzu
verwunderlich sein, daß sich auch unter Amerikanern Leute
finden, die sich um ihre Sprache bemühen und sich über
Sprachverhunzungen in ihrer Sprache ärgern.
(Hallo u.)
jetzt weiss ich Bescheid. Ich dachte immer,
das hätte irgendwas mit dem
klassischen Marathonläufer zu tun.
Aber so richtig hab ich das nicht
die Reihe gekriegt.
Jürgen
Reinhold (Rey) Aman <am...@sonic.net> schrieb in im Newsbeitrag:
3764B6...@sonic.net...
jetzt weiss ich Bescheid. Ich dachte immer,
das hätte irgendwas mit dem
klassischen Marathonläufer zu tun.
Aber so richtig hab ich das nicht auf
Unter dem deutschen Begriff "erdrutschartiger Wahlsieg" verstehe ich
aber etwas anderes. Und zwar, dass sich die Stimmenverteilung stark
zugunsten der Partei veraendert, die schliesslich die Wahl gewinnt. Kaum
einer wird von einem erdrutschartigen Sieg sprechen, wenn in Bayern die
CSU 60% der Stimmen erhaelt.
Seid Ihr sicher, das der Begriff aus dem Englischen stammt?
Gruss,
Jochen
ein bonmot -war es von mark twain?- besagt,
dass englaender und amerikaner fast alles gemeinsam haetten,
... ausser der sprache!
schoene gruesse,
klaus-martin klein!
> Reinhold (Rey) Aman wrote:
Tut mir leid, aber Du interpretierst den Ausdruck nicht richtig. Das ist
natürlich zu verstehen, weil das kein deutscher Ausdruck ist und Du
(bzw. jeder Leser) rumdenken und rumbasteln muß, was mit
"erdrutschartiger Sieg" überhaupt gemeint ist.
In englischsprachigen Ländern versteht jeder den Ausdruck: "He was
elected by a landslide" = Er wurde mit einer überwältigenden
Stimmenmehrheit gewählt.
> Seid Ihr sicher, das der Begriff aus dem Englischen stammt?
Absolut, garantiert, 100%ig sicher. Das Wort "landslide" im Sinne von
"überwältigender Wahlsieg" ist im Amerikanischen seit 1926 belegt. Und
seit wann gibt's "erdrutschartiger (Wahl)sieg" im Deutschen? Nur seitdem
ein paar knallköpfige Politiker und Journalisten etwas über politische
"landslides" in den USA gelesen haben und jetzt unsere Sprache mit
diesem "erdrutschartigen" Bockmist "bereichern" wollen.
Wir brauchen diesen idiotischen Amerikanismus "erdrutschartig" im
Deutschen nicht, weil ihn die meisten Leute nicht verstehen und weil wir
deutsche Adjektive wie "überwältigend" haben, die dasselbe bedeuten und
die jeder versteht.
--
Reinhold Aman
Anti-Sprachverhunzer
[Christoph schrieb:]
Es war mir selbstverständlich klar, daß unser halbhelvetischer
Wortwitzbold nicht so dumm sein kann, selbst seine absurden Behauptungen
zu glauben. Seine Satire -- eine grobe Mettwurst -- habe ich mit
pedantischer Schulmeisterei und Ironie -- einer feinen Teewurst --
beantwortet. Er als Schweizer hat sich beim Schreiben bestimmt ins
Fäustli gelacht, und ich als Bayer habe ihn "derbleckt".
--
Reinhold Aman
> Unter dem deutschen Begriff "erdrutschartiger Wahlsieg" verstehe ich
> aber etwas anderes. Und zwar, dass sich die Stimmenverteilung stark
> zugunsten der Partei veraendert, die schliesslich die Wahl gewinnt.
Und das plötzlich und unvorhersehbar.
manfred
>Vielleicht soll man sich da vorstellen, wie die Partei X von den vielen
>Stimmen fuer die Konkurrenz wie von einem Erdrutsch verschuettet wird?
Hallo Julia,
das Bild vom Sieg durch Erdrutsch scheint mir auch für Amerikaner ein
bißchen rätselhaft zu sein. Anders ist zum Beispiel ein Comic aus der
Reihe "The wizard of ID" (Der kleine König) nicht zu erklären. Aus dem
Gedächtnis und übersetzt ging die Geschichte so:
Der Minister kommt zu König:
"Majestät, sie haben in der Wahl einen Erdrutsch-Sieg errungen."
"So viele Menschen haben für mich gestimmt?"
"Nein, der Kurier mit den Wahlergebnissen wurde von einer Lawine
verschüttet."
Gruß
Gerald
--
http://www.snafu.de/~endres/
>
> > Nun weiß ich nicht so ganz, wie es Dir beim Lesen von Christophs
> > Posting ergangen ist; ich hatte keine Mühe, dies an jeder Stelle als
> > Satire wahrzunehmen.
>
> Es war mir selbstverständlich klar, daß unser halbhelvetischer
> Wortwitzbold nicht so dumm sein kann, selbst seine absurden Behauptungen
> zu glauben.
Ich war nicht ganz sicher.
Und eingentlich hätte meine Antwort als *Mail* rausgehen sollen,
aber als ich's bemerkt hatte, wars längst zu spät - naja: Murphy hat
wieder mal zugeschlagen. (Ja, die F-Taste befindet sich in
unmittelbarer Nähe der R-Taste.)
sorry für den Mißgriff,
Manfred
Ich verstehe das ganz ebenso.
>Tut mir leid, aber Du interpretierst den Ausdruck nicht richtig. Das ist
>natürlich zu verstehen, weil das kein deutscher Ausdruck ist und Du
>(bzw. jeder Leser) rumdenken und rumbasteln muß, was mit
>"erdrutschartiger Sieg" überhaupt gemeint ist.
>
>In englischsprachigen Ländern versteht jeder den Ausdruck: "He was
>elected by a landslide" = Er wurde mit einer überwältigenden
>Stimmenmehrheit gewählt.
Selbst wenn der figürliche Ausdruck aus dem Englischen übernommen wurde,
spricht nichts dagegen, dass er im Deutschen einen leicht anderen Sinn
hat. "Luxuriös" hat im Deutschen auch eine andere Bedeutung als im
Französischen (luxurieux=wolllüstig), woher der Begriff stammt.
>> Seid Ihr sicher, das der Begriff aus dem Englischen stammt?
>
>Absolut, garantiert, 100%ig sicher. Das Wort "landslide" im Sinne von
>"überwältigender Wahlsieg" ist im Amerikanischen seit 1926 belegt. Und
>seit wann gibt's "erdrutschartiger (Wahl)sieg" im Deutschen? Nur seitdem
>ein paar knallköpfige Politiker und Journalisten etwas über politische
>"landslides" in den USA gelesen haben und jetzt unsere Sprache mit
>diesem "erdrutschartigen" Bockmist "bereichern" wollen.
Wenn dem so ist, hättest Du natürlich Recht. Aber ohne Beleg/Zitat
bleiben Zweifel.
>Wir brauchen diesen idiotischen Amerikanismus "erdrutschartig" im
>Deutschen nicht, weil ihn die meisten Leute nicht verstehen und weil wir
>deutsche Adjektive wie "überwältigend" haben, die dasselbe bedeuten und
>die jeder versteht.
Ich und z.B. auch Jochen oder Manfred Russ verstehen darunter aber etwas
anderes als nur "überwältigend".
Gruß, Wolfram
[...]
>und ich als Bayer habe ihn "derbleckt".
>Reinhold Aman
>Santa Rosa, CA 95402, USA
Dann dürften wir nunmehr beide den Durchblick haben !
Gänzlich ungebeten hat übrigens auf meinem (eigenen!) Mist* nach den
letzten, stark erd~bewegten Tagen ein alt~römischer Kloakenspruch das Licht
dieser Welt erbleckt. Nicht swingend persönlich zu verstehen :
IN DUBIO PRO RECTO**
Ein (kurz-) hemdsärmliger Gruss!
Christoph
---------------
*(frz. fumier, vgl. Zugabteile "fumiers" und "non-fumiers")
**IM ZWEIFEL FÜR DEN SCHLIESS~MUSKEL
k-k> ein bonmot -war es von mark twain?- besagt,
k-k> dass englaender und amerikaner fast alles gemeinsam haetten, ...
k-k> ausser der sprache!
M.W.: ...geteilt durch die gleiche Sprache.
Bye/7, Carsten [G'Car] E-Mail: c...@beg.gera.thur.de
--
... War doesn't decide who is right, only who is left ..
MG> Eine Amerikanerin in meiner Bekanntschaft legt wert auf die
MG> Feststellung, daß sie "englisch" spräche, "american english"
Mein E-Mail-Brieffreund aus ÖMÖRRIKÖ behauptet immer wieder ganz gerne, daß er
"God's language" spräche... :-)
Bye/7, Carsten [G'Car] E-Mail: c...@beg.gera.thur.de
--
... So I'm not schizo anymore. But where am I now that I need me?
> >Jochen Messner wrote:
> >> Reinhold (Rey) Aman wrote:
> >> Unter dem deutschen Begriff "erdrutschartiger Wahlsieg" verstehe ich
> >> aber etwas anderes. Und zwar, dass sich die Stimmenverteilung stark
> >> zugunsten der Partei veraendert, die schliesslich die Wahl gewinnt. Kaum
> >> einer wird von einem erdrutschartigen Sieg sprechen, wenn in Bayern die
> >> CSU 60% der Stimmen erhaelt.
> Ich verstehe das ganz ebenso.
> >Tut mir leid, aber Du interpretierst den Ausdruck nicht richtig. Das ist
> >natürlich zu verstehen, weil das kein deutscher Ausdruck ist und Du
> >(bzw. jeder Leser) rumdenken und rumbasteln muß, was mit
> >"erdrutschartiger Sieg" überhaupt gemeint ist.
> >
> >In englischsprachigen Ländern versteht jeder den Ausdruck: "He was
> >elected by a landslide" = Er wurde mit einer überwältigenden
> >Stimmenmehrheit gewählt.
Zusatz: Im englischen Sprachgebrauch ist *nur* das *Endergebnis*
wichtig, nicht wie sich die Stimmen für die Kandidaten während der Wahl
(unerwartet) ändern und verschieben. Sagen wir Kandidat A bekommt 45%
der Stimmen und Kandidat B 55%. Das ist noch kein "landslide". Wenn aber
A 75% der Stimmen erhält und B nur 25%, dann wird von einem "landslide"
für A gesprochen. Siehe meinen Beleg unten.
Wenn ein U.S. Journalist in einer amerikanischen Zeitung über deutsche
Wahlen berichtete und sagte, daß in Bayern die CSU 60% der Stimmen
erhielt, dann würde er von einem "landslide" für die CSU schreiben.
> Selbst wenn der figürliche Ausdruck aus dem Englischen übernommen wurde,
> spricht nichts dagegen, dass er im Deutschen einen leicht anderen Sinn
> hat. "Luxuriös" hat im Deutschen auch eine andere Bedeutung als im
> Französischen (luxurieux=wolllüstig), woher der Begriff stammt.
Das geb' ich gern zu. Im Englischen gibt's zwei verwandte Wörter:
"luxuriant" (1: üppig; 2: luxuriös) und "luxurious" (1: wollüstig; 2:
luxuriös), deren Bedeutungen sich heutzutage überschneiden,
wahrscheinlich deshalb, weil nur wenige Normalverbraucher (5%?) das
erste Adjektiv kennen, und wenn sie es kennen, es dann oft mit dem
zweiten verwechseln.
Bedeutungsverschiebungen von importierten Wörtern sind nicht selten. Man
denke nur an "Handy", das im Englischen nur "geschickt" und "handlich"
und "nahe" bedeutet, aber jetzt im Deutschen ein spezielles *Telefon*
ist. Wenn ein Ami sagte: "I just bought a really cool handy", dann würde
keiner darunter verstehen, daß er sich eben ein affengeiles
Angebertelefon gekauft hat. Die Bedeutung von "erdrutschartiger Sieg"
hat sich zwar nicht so weit von der Originalbedeutung verschoben wie
"Handy" von "handy", doch macht dieser (noch) unbekannte Ausdruck die
meisten stutzig.
Übrigens bin ich altmodisch und schreibe "wollüstig" mit nur zwei L.
"Wolllüstig" hebe ich mir für sexuell verklemmte Knülche auf, die an
einem Wollfetisch leiden. :)
> >> Seid Ihr sicher, das der Begriff aus dem Englischen stammt?
> >Absolut, garantiert, 100%ig sicher. Das Wort "landslide" im Sinne von
> >"überwältigender Wahlsieg" ist im Amerikanischen seit 1926 belegt. Und
> >seit wann gibt's "erdrutschartiger (Wahl)sieg" im Deutschen? Nur seitdem
> >ein paar knallköpfige Politiker und Journalisten etwas über politische
> >"landslides" in den USA gelesen haben und jetzt unsere Sprache mit
> >diesem "erdrutschartigen" Bockmist "bereichern" wollen.
Selbstkorrektur: als Substantiv ist "landslide" schon seit 1838 (!)
belegt. Siehe unten.
> Wenn dem so ist, hättest Du natürlich Recht. Aber ohne Beleg/Zitat
> bleiben Zweifel.
Beleg: "Merriam-Webster's Collegiate Dictionary", 10. Aufl. 1993, S.
654: das Verb *landslide* (1926) 2: "to win an election by a heavy
majority." Und das Substantiv *landslide* ist schon viel früher belegt,
seit 1838: 2a: "a great majority of votes for one side"; 2b: "an
overwhelming victory."
Beleg für "erdrutschartiger Sieg" habe ich keinen. Wenn Ihr einmal einen
findet, möchte ich wetten, daß er höchstwahrscheinlich keine 20 Jahre
alt ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein deutscher,
österreichischer oder schweizer Journalist schon 1840 oder 1870 oder
1930 von einem "erdrutschartigen Sieg" einer Partei geschrieben hätte.
Dieser dämliche und überflüssige Ausdruck riecht nach knallköpfigen
"modernen" Journalisten, die den Begriff "landslide" in amerikanischen
Zeitungen und Zeitschriften gelesen oder von englischsprachigen
Fernsehsendungen aufgeschnappt haben; und weil sie halt so "cool" sind,
müssen diese Schwachköpfe jetzt die Leute mit ihrem coolen Käse
verwirren.
Wolfram, Du sprichst französisch besser als ich und liest mehr frz.
Zeitungen. Kannst Du Dir vorstellen, daß ein intelligenter frz.
Journalist von einem Sieg berichten würde: "Cette victoire était comme
un éboulement de terre"? Dieser Sprachverhunzer wäre sofort mit einem
"couteau rouillé" oder "bistouri" kastriert, n'est-ce pas? Aber die
Deutschen sind da nicht so kleinlich: alles rein in die Sprache,
besonders wenn's aus Amerika kommt.
> >Wir brauchen diesen idiotischen Amerikanismus "erdrutschartig" im
> >Deutschen nicht, weil ihn die meisten Leute nicht verstehen und weil wir
> >deutsche Adjektive wie "überwältigend" haben, die dasselbe bedeuten und
> >die jeder versteht.
> Ich und z.B. auch Jochen oder Manfred Russ verstehen darunter aber etwas
> anderes als nur "überwältigend".
Das glaub' ich gern, doch wieviele andere Deutsche, Österreicher und
Schweizer sind Eurer Meinung oder verstehen noch etwas anderes darunter
oder verstehen diesen Ausdruck überhaupt nicht? Es wäre wirklich
interessant, wenn z.B. Du und Jochen je 30 Personen auf der Straße diese
Frage stellen würdet: "Was bedeutet (oder: Was verstehen Sie unter)
'erdrutschartiger Sieg'?" Fragt je 5 jüngere und 5 mittelalterliche :)
und 5 uralte (wie ich) Männer und Frauen -- d.h., je 15 männliche und
weibliche Wesen aus drei Altersgruppen -- und berichtet, was die
Befragten wortwörtlich geantwortet haben. Ihr werdet staunen.
Man könnte diese Umfrage zu einer Magisterarbeit erweitern, indem man
z.B. die Schulbildung, Berufe und Herkunft der Befragten in Betracht
zieht. Ein Volksschüler in Wien, eine Chemikerin mit Abitur in Bern, ein
Professor der Politologie in Hamburg und eine olle Oma in Oberammergau
sprechen zwar alle deutsch und lesen die Zeitung oder sehen fern,
aber....
Viel Spaß bei der Umfrage!
--
> Reinhold (Rey) Aman a écrit dans le message
> <37696B...@sonic.net>...
> >> Am Wed, 16 Jun 1999 01:12:00 -0700
> >> schrieb Reinhold (Rey) Aman:
>
> [...]
>
> >und ich als Bayer habe ihn "derbleckt".
> Dann dürften wir nunmehr beide den Durchblick haben !
Das glaub' ich kaum. Also, mein lieber HH WWB (halbhelvetischer
Wortwitzbold), bei Dir weiß man nicht immer, ob Du's ernst meinst oder
uns verarschst. (Verdammt! Mein Niveau ist schon wieder so
gossensprachlich. Tschuldigung, Peter F.)
Diesmal weiß ich aber bestimmt, daß Du das bairische "derblecken" (=
ausblecken) mißverstanden hast. Das hat mit "blicken" nichts zu tun,
sondern bedeutet "auslachen, verspotten, verarschen".
> Gänzlich ungebeten hat übrigens auf meinem (eigenen!) Mist* nach den
> letzten, stark erd~bewegten Tagen ein alt~römischer Kloakenspruch das Licht
> dieser Welt erbleckt. Nicht swingend persönlich zu verstehen :
>
> IN DUBIO PRO RECTO**
Lachst Du Dir jetzt wieder ins Fäustli bzw., weil Du jetzt in Frankreich
lebst, "sous cape"?
> ---------------
>
> *(frz. fumier, vgl. Zugabteile "fumiers" und "non-fumiers")
>
> **IM ZWEIFEL FÜR DEN SCHLIESS~MUSKEL
Schlecht übersetzt, mein Freund. Diese bekannte lateinische Aufforderung
altrömischer Päderasten bedeutet doch: "Im Zweifelsfalle -- rein in den
Mastdarm!"
Bon appétit! (was auf deutsch natürlich "Gutes Gelüst!" heißt.)
--
Reinhold Aman
Santa Rosa, CA 95402, USA
> k.-m. klein schrieb in einer Nachricht an All:
k-k>> ein bonmot -war es von mark twain?- besagt,
k-k>> dass englaender und amerikaner fast alles gemeinsam
k-k>> haetten, ... ausser der sprache!
> M.W.: ...geteilt durch die gleiche Sprache.
Twain fand Briten und Amis "devided by a common language".
Das mit den sonstigen Gemeinschaften ist von Oscar Wilde: B und A hätten
"lots of things in common. Except, of course, language"
Grysze
Harry
--
"I must get myself into the right frame of mind for this," muttered
Zaphod.
"There is no right frame of mind," said Gargravarr sternly.
Douglas Adams
"Reinhold (Rey) Aman" <am...@sonic.net> schrieb/wrote
>Deshalb ist ein dt. Journalist oder Politiker, der von
>einem "erdrutschartigen Sieg" schreibt oder spricht, ein Knallkopp
>erster Klasse. Seine Leser oder Zuhörer verstehen nicht, was dieser
>Angeber damit sagen will
Nach einem geologischen Erdrutsch sieht die Landschaft ganz anders
aus.
Nach einem erdrutschartigen Sieg sieht die politische Landschaft ganz
anders aus.
Sehr anschaulich. Deswegen auch die Bedeutungsverschiebung von
"überwältigende Mehrheit" zu "überwäligender Meinungsumschwung".
[anderes Posting]
>doch wieviele andere Deutsche, Österreicher und
>Schweizer sind Eurer Meinung oder verstehen noch etwas anderes darunter
>oder verstehen diesen Ausdruck überhaupt nicht?
Na, na. Ganz so dumm sind die Mitteleuropäer nicht. Vermutlich finden
90% davon sogar ihren Staat auf der Weltkarte.
Zu dem Rest der "Journalisten"schelte: ACK
Gruss,
Walter
--
Walter Koch Hochdahl am Neandertal
wal...@1409.org ham:dg9ep@db0iz
http://home.pages.de/~dg9ep/ qrv:db0iz-9
"Reinhold (Rey) Aman" <am...@sonic.net> schrieb/wrote:
>>Deshalb ist ein dt. Journalist oder Politiker, der von einem
>>"erdrutschartigen Sieg" schreibt oder spricht, ein Knallkopp
>>erster Klasse. Seine Leser oder Zuhörer verstehen nicht, was
>>dieser Angeber damit sagen will
>Nach einem geologischen Erdrutsch sieht die Landschaft
>ganz anders aus.
>Nach einem erdrutschartigen Sieg sieht die politische
>Landschaft ganz anders aus.
>Sehr anschaulich. Deswegen auch die Bedeutungsverschiebung von
>"Überwältigende Mehrheit" zu "Überwäligender Meinungsumschwung".
Diese Analogie stimmt genau, aber nur im deutschen Gebrauch. Im
Englischen ist von Meinungs*umschwung* keine Rede, nur von
Stimmen*mehrheit*. Die Bedeutungsverschiebung ist eine rein deutsche
Erfindung, die ein paar knallköpfige Journalisten jetzt den Deutschen
aufdrängen wollen.
Ich weiß bestimmt (fragt mich nicht wie -- ich spür's halt im
gossensprachlichen Urin), daß die bedeutungsverschiebenden Knallköpfe
ihre wortwörtliche Übersetzung nicht so intelligent, überzeugend und *a
posteriori* wie Du (und Jochen und Wolfram) analysieren. Knallköpfe tun
so etwas nicht und haben meist nicht genug Hirn, um so kompliziert
denken zu können. Die rasen gedankenlos von Report zu Report, berichten
von wer, was, wann, wo und warum und tippen dann ihre Berichte. Wenn
diese blinden Hähne und Hühner doch einmal ein amerikanisches Korn
finden, übersetzen sie es gedankenlos und verwenden ihren
unverständlichen Bockmist im nächstmöglichen Bericht mit geschwellter
Brust (bzw. mit geschwollenen Brüsten, denn es gibt ja auch
journalistische Knallköpfinnen).
Was sich ihre Leser oder Zuhörer unter "erdrutschartiger Sieg" usw.
vorstellen, ist ihnen völlig schnuppe. Was geht sie es an, daß ihre
Leser so doof sind und nicht einmal Englisch können wie diese "kühlen
Katzen"? Wenn der neue Ausdruck oft genug erscheint, stellen sich Denker
wie Ihr drei Fragen, um sich/Euch selbst zu erklären, was der Ausdruck
bedeutet oder bedeuten könnte. Vielleicht wird der Ausdruck später in
einem Feuilleton oder einer Glosse erklärt, doch die meisten Deutschen
bleiben unwissend und verwirrt, lesen darüber hinweg oder gucken dumm
aus der Weste.
Ich habe zwei Beispiele dieser Art von idiotischen wortwörtlichen
Übersetzungen und wie intelligente Deutsche darauf reagierten selbst
miterlebt. Ich war in den 70er Jahren auf Urlaub bei meinen Eltern in
Niederbayern, als mich meine Mutter fragte, warum wir in Amerika einen
heißen Sommer haben werden. Ich fragte, wie sie darauf käme. Sie
antwortete, daß die Zeitungen und Fernsehreportagen dauernd davon reden.
Es stellte sich heraus, daß knallköpfige deutsche Journalisten das
amerikanische "it's going to be a hot summer" wortwörtlich übersetzt
hatten und ohne Erklärung benutzten. Der "heiße Sommer" war eine
Voraussage, daß es im Sommer viele Negeraufstände und Rassenunruhen
geben werde, die in amerikanischen Städten stattfinden werden, wie es
z.Zt. in Watts (Kalifornien) der Fall war.
Während einer Diskussion mit einem gescheiten Gymnasiallehrer fragte er
mich, was "ein Papier lesen" bedeuten soll. Er lese den ihm
unverständlichen Ausdruck immer öfter, sagte er. Natürlich war das
wieder einmal eine wortwörtliche Übersetzung aus dem Amerikanischen
("Professor Basennohrer read a paper at the conference").
Wie einer unserer Leser (HH WWB) bemerkte, sind es nicht nur
knallköpfige Journalisten, die schön stupide aus dem Amerikanischen
übersetzen. Werbungsfritzen, Politiker und Pädagogen sind genau so
schlimm. Ein Pädagoge -- nennen sich manche dieser Affen jetzt schon
amerikanisierend "Edukatoren"? -- ein Dekan an einer dt. Uni, gab mir
bei einem Besuch sein neuestes "Papier" zu lesen. In seinem
sozialkritischen amerikanistischen Aufsatz schrieb er mehrmals von
"Suizid".
Ich fauchte meinen alten Freund natürlich gleich an, warum er dieses
offensichtlich aus dem englischen "suicide" übersetzte blöde Wort
"Suizid" benützte und nicht das gute deutsche Wort "Selbstmord". (Ich
hab' vergessen, wie er sich errötend herauswinden wollte.) "Suizid"
können meinetwegen die Mediziner verwenden, aber sonst hat dieses Wort
im deutschen Sprachgebrauch nichts zu suchen. (Ja, ich weiß schon, daß
"Selbstmord" und engl. "suicide" Übersetzungen aus dem Lateinischen
"sui" + "caedere" sind. Darum geht's hier nicht.)
Versteht mich bitte nicht falsch: ich habe nichts gegen Wortimporte für
Begriffe und Wörter, die es im Deutschen nicht gibt. Das machen viele
Sprachen. Als 1986 der russische Begriff "Perestroika" in Amerika zum
ersten Mal auftauchte, erschienen zahlreiche Berichte und Erklärungen,
was das neue Wort bedeutet. Heutzutage ist's weithin bekannt. Doch das
unnötige Importieren (besonders aus dem Amerikanischen) von Wörtern und
Wendungen, wofür wir tadellose deutsche Wörter und Ausdrücke haben,
bekämpfe ich seit Jahrzehnten.
Mein Kampf gegen die sprachverhunzenden Knallköpfe hat verschiedene und
gute Gründe. Ich bin in Deutschland aufgewachsen und bald nach meinem
Schulabschluß an der Realschule nach Nordamerika ausgewandert. In den
letzten 42 Jahren im Ausland -- seit 1968 Sprachforscher und Philologe
und ehem. Uni-Prof -- habe ich überall sprachverhunzende Knallköpfe und
Schlamper beobachtet. In Marokko sprechen viele einen Mischmasch aus
Arabisch, Französisch und Spanisch; in Peru reden die Aimará und
Ketschua Indianer einen Mischmasch aus ihren Sprachen und Spanisch;
viele "frankophone" Kanadier versauen ihre Sprache mit
angloamerikanischen Wörtern.
Die meisten Mexikaner, Mittel- und Südamerikaner in den USA schwafeln
einen Mischmasch aus Spanisch und Amerikanisch; und die lieben
deutschsprachigen Einwanderer hier, die nichts auf ihre Sprache halten,
quasseln ein deutsch-amerikanisches Zeug daher "that me up the eggs
goes." Am liebsten sind mir solche Einwanderer, die kaum drei Monate in
den Staaten oder in Kanada sind und plötzlich nicht mehr deutsch
sprechen können: "Ich geh' jetzt shopping. Ruf mich later auf."
Ist *mein* Deutsch perfekt? Natürlich nicht. Da ich seit 1957 selten
deutsch schreibe und spreche, schleichen sich gelegentlich Angli(zi)smen
in meinen Satzbau, Wortschatz und Stil ein; manche davon bemerke ich
sofort und korrigiere sie, andere merke ich einfach nicht mehr. Die 42
Jahre im "ellende" (mhd.) haben ihre Spuren hinterlassen.
Aber zurück zum Thema. Hier ist die wichtigste Frage für Walter, Jochen
und Wolfram: Brauchen wir im Deutschen wirklich den neuen Ausdruck
"erdrutschartiger Sieg"? Ich sage nein, denn erstens ist unsere Sprache
jahrhundertelang ohne diesen (für mich blöden, verwirrenden und
überflüssigen) Amerikanismus tadellos ausgekommen, und zweitens gibt es
ja schon den perfekten deutschen Ausdruck, um diese politische Situation
bzw. Änderung genau zu charakterisieren, nämlich "überwältigender
Meinungsumschwung" (Walters Worte).
> [anderes Posting]
>>doch wieviele andere Deutsche, Österreicher und Schweizer sind
>>Eurer Meinung oder verstehen noch etwas anderes darunter
>>oder verstehen diesen Ausdruck überhaupt nicht?
>Na, na. Ganz so dumm sind die Mitteleuropäer nicht.
>Vermutlich finden 90% davon sogar ihren Staat
>auf der Weltkarte.
Nun, Walter, das ist ein *non sequitur*: ich rede von einem
Amerikanismus; Du antwortest mit einer verkappten abwertenden Bemerkung
über den miserablen Erdkundeunterricht in den USA. Ich sehe keinen
Zusammenhang. Sollte es ein Schuß auf mich gewesen sein, dann haste
umsonst geschossen: ich hab' nämlich sechs Jahre lang fleißig Erdkunde
an der Realschule Straubing gebüffelt und lauter Einser bekommen.
Übrigens, weißt *Du* zufällig, wo Ouagadougou ist und wie das Land
früher geheißen hat? Wie viele Orte namens "Santa Rosa" es gibt und in
welchen Ländern sie sind? Wie weit etwa Oconomowoc von Contoocook
entfernt ist? Ob das Städtchen am westlichen Ufer des Titicacasees
"Puno", "Puño" oder "Arequipa" heißt? Na, Du mitteleuropäischer
Erdkundler? :))
Außerdem würde ich einen Hamburger, Trierer oder Genfer nicht als einen
"Mitteleuropäer" bezeichnen, sondern als einen "Westeuropäer". Was
meinen andere Leser?
> Zu dem Rest der "Journalisten"schelte: ACK
Also "ACK" kann ein Akronym sein oder schon wieder so ein überflüssiger
doofer Amerikanismus (ein bekannter Ami-Cartoon-Kater sagt immer "ACK!"
wenn ihn etwas abstößt). Ich weiß nicht, was Du damit meinst.
Übrigens habe ich viele persönliche Freunde, sogar deutsche, die
ausgezeichnete Journalisten sind und die nie "landslide" in ihre Sprache
übersetzen würden. Ein paar der besten findest Du auf einer von meinen
Webseiten <http://www.sonic.net/maledicta/uncle_journalists.html>.
Nee, ich schelte nur die knallköpfigen, stumpfsinnigen, saudummen,
feigen, oberflächlichen und stinkfaulen Journalisten, wovon die meisten
Amis sind. Deutsche, schweizer, österreichische, holländische,
schwedische, britische, irische, italienische, spanische, slowenische
u.a. europäische Journalisten sind im allgemeinen viel gebildeter als
ihre amerikanischen Kollegen. Es gibt selbstverständlich erstklassige
Ami-Journalisten, doch der Durchschnitt ist mau und (man verzeihe mein
gossensprachliches Niveau und den Amerikanismus) allzuviele sind dümmer
als ein Sack voll gehämmerter Scheiße. Wirklich!
Viele Grüße,
"Reinhold (Rey) Aman" <am...@sonic.net> schrieb/wrote
>> Zu dem Rest der "Journalisten"schelte: ACK
>Also "ACK" kann ein Akronym sein oder schon wieder so ein überflüssiger
>doofer Amerikanismus (ein bekannter Ami-Cartoon-Kater sagt immer "ACK!"
>wenn ihn etwas abstößt). Ich weiß nicht, was Du damit meinst.
Abkürzung für ACKNOWLEDGED
Eine Signalbezeichnung bei Rechner-Hardware und Protokolle.
> "Reinhold (Rey) Aman" <am...@sonic.net> schrieb/wrote:
>
> Diese Analogie stimmt genau, aber nur im deutschen Gebrauch. Im
> Englischen ist von Meinungs*umschwung* keine Rede, nur von
> Stimmen*mehrheit*. Die Bedeutungsverschiebung ist eine rein deutsche
> Erfindung, die ein paar knallköpfige Journalisten jetzt den Deutschen
> aufdrängen wollen.
Mein Wörterbuch kennt "erdrutschartiger Sieg" und "Erdrutschsieg" in genau
der englischen Bedeutung (sehr hoher Sieg) und nennt daneben noch
"erdrutschartige Verluste".
Bei mir hat die Bedeutungsverschiebung allerdings schon eingesetzt. Ein
"erdrutschartiger Sieg" ist in meiner Vorstellung immer mit hohen
Stimmenverlusten der zukünftigen Opposition verbunden.
> Aber zurück zum Thema. Hier ist die wichtigste Frage für Walter, Jochen
> und Wolfram: Brauchen wir im Deutschen wirklich den neuen Ausdruck
> "erdrutschartiger Sieg"? Ich sage nein, denn erstens ist unsere Sprache
> jahrhundertelang ohne diesen (für mich blöden, verwirrenden und
> überflüssigen) Amerikanismus tadellos ausgekommen, und zweitens gibt es
Wir sind ja auch jahrhundertelang ohne Wahlen ausgekommen.
> ja schon den perfekten deutschen Ausdruck, um diese politische Situation
> bzw. Änderung genau zu charakterisieren, nämlich "überwältigender
> Meinungsumschwung" (Walters Worte).
Das ist aber nicht ganz dasselbe. Es gibt knappe Siege, überwältigende Siege,
große Siege und eben auch Siege durch überwältigenden Meinungsumschwung. Für
die letzte Kategorie bürgert sich allmählich die Bezeichnung
erdrutschartiger Sieg ein. Da sehe ich keine Sprachverhunzung.
Die sehe ich eher darin, daß jeder Sieg als erdrutschartig bezeichnet wird,
ohne daß das inhaltlich gerechtfertigt ist.
MfG
Klaus
>Das glaub' ich gern, doch wieviele andere Deutsche, Österreicher
>und Schweizer sind Eurer Meinung oder verstehen noch etwas
>anderes darunter oder verstehen diesen Ausdruck überhaupt nicht?
>Es wäre wirklich interessant, wenn z.B. Du und Jochen je 30
>Personen auf der Straße diese Frage stellen würdet: "Was bedeutet
>(oder: Was verstehen Sie unter) 'erdrutschartiger Sieg'?" Fragt
>je 5 jüngere und 5 mittelalterliche :) und 5 uralte (wie ich)
>Männer und Frauen -- d.h., je 15 männliche und weibliche Wesen
>aus drei Altersgruppen -- und berichtet, was die Befragten
>wortwörtlich geantwortet haben. Ihr werdet staunen.
Ich möchte euch kurz mitteilen was ein "erdrutschartiger Sieg"
für mich ist :
Erdrutsch ===> Unglück, Katastrophe, Zerstörung.
Folgerung: Unglücklicher Sieg, katastrophaler Sieg oder zerstörender Sieg.
Der Begriff "landslide" ist mir unbekannt.
(Ich: uralte männliche Person)
MfG
M. W.
> snip <
> Dieser dämliche und überflüssige Ausdruck riecht nach knallköpfigen
> "modernen" Journalisten, die den Begriff "landslide" in amerikanischen
> Zeitungen und Zeitschriften gelesen oder von englischsprachigen
> Fernsehsendungen aufgeschnappt haben; und weil sie halt so "cool" sind,
> müssen diese Schwachköpfe jetzt die Leute mit ihrem coolen Käse
> verwirren.
> snip <
Der willkürliche Versuch "landlide election victory" mit
"erdrutschigem Wahlsieg" einzudeutschen mißfällt mir deßhalb weil er
mir unüberlegt erscheint.
Im Englischen beruht diese Beschreibung auf der unerwarteten
lawinenartigen Überwältigung des politischen Gegners. Dies ist jedoch
in der deutschen Sprache wie gesagt, (mit Erdrutsch) nicht leicht
verständlich wiedergegeben.
Termini wie z.B. Lawine oder Sintflut kämen MUSEN da bildlich dem
gewünschen Begriff besser entgegen. Aber damit könnte ma ja von einem
ernstlichen Versuch die deutschen Sprache zu begünstigen sprechen. Oder?
Gruß
--
Richard
Crowthorne Berkshire UK
> > Diese Analogie stimmt genau, aber nur im deutschen Gebrauch. Im
> > Englischen ist von Meinungs*umschwung* keine Rede, nur von
> > Stimmen*mehrheit*. Die Bedeutungsverschiebung ist eine rein deutsche
> > Erfindung, die ein paar knallköpfige Journalisten jetzt den Deutschen
> > aufdrängen wollen.
> Mein Wörterbuch kennt "erdrutschartiger Sieg" und "Erdrutschsieg" in genau
> der englischen Bedeutung (sehr hoher Sieg) und nennt daneben noch
> "erdrutschartige Verluste".
Welches Wörterbuch, bitte, und wann gedruckt? Solche Einträge in einem
*zweisprachigen* Wörterbuch begrüße ich, da z.B. der deutsche Leser, der
von "landslide" in einem engl. Text liest, dadurch versteht, was dieses
englische Wort im figürlichen Sinne bedeutet. Doch "erdrutschartiger
Sieg", "Erdrutschsieg" und -- ach Gott! -- "erdrutschartiger Verlust"
in einem *deutschsprachigen* Wörterbuch (Duden, Wahrig & Co.) oder Text
finde ich grauenhaft.
Dr. Roman Lahodynsky (Geologe, Universität Wien) teilte uns in seinem
interessanten Beitrag mit, daß die modernen Geologen "Erdrutsch" (fast)
nicht mehr benutzen, weil dieser Begriff nicht präzis ist. Die
"Rutschgeschwindigkeit" (der Erdmasse, von cm/Jahr bis cm/Stunde) bzw.
der Wahlstimmen ist im übertragenen Sinne unwichtig. Es ist deshalb
ebenso unwichtig, ob die Ergebnisse 6 Stunden oder 6 Wochen nach der
Wahl bekannt sind und ebenfalls, ob die Oppositionspartei (unerwartet)
siegte usw. Im Englischen gibt's nur: "to win by a landslide" und "to
lose by a landslide" ohne jede Nebenbedeutung.
> Bei mir hat die Bedeutungsverschiebung allerdings schon eingesetzt. Ein
> "erdrutschartiger Sieg" ist in meiner Vorstellung immer mit hohen
> Stimmenverlusten der zukünftigen Opposition verbunden.
Aha! "in MEINER Vorstellung": da liegt der Hund begraben. Wie ich vor
ein paar Tagen schon voraussagte, bastelt sich jeder SEINE Erklärung
dieses verwirrenden Ausdrucks zurecht. Bisher haben uns 7 oder 8 Leser
IHRE Interpretation von "erdrutschartiger Sieg" mitgeteilt, die meist
sehr voneinander abweichen. Wenn Jochen und Wolfram wirklich ihre
Mini-Volksbefragung durchführen, werden wir 60 verschiedenen Antworten
haben, die mir recht geben: dieser verwirrende und unverständliche
Amerikanismus "erdrutschartiger Sieg" hat in der deutschen Sprache
nichts zu suchen.
> > Aber zurück zum Thema. Hier ist die wichtigste Frage für Walter, Jochen
> > und Wolfram: Brauchen wir im Deutschen wirklich den neuen Ausdruck
> > "erdrutschartiger Sieg"? Ich sage nein, denn erstens ist unsere Sprache
> > jahrhundertelang ohne diesen (für mich blöden, verwirrenden und
> > überflüssigen) Amerikanismus tadellos ausgekommen, und zweitens gibt es
> Wir sind ja auch jahrhundertelang ohne Wahlen ausgekommen.
Na, eigentlich hätte ich weiter zurückgreifen können, denn Wahlen gibt's
schon seit viel früher. Wurden z.B. im 17. Jahrhundert keine
Bürgermeister gewählt? Gab es keine Wahlen in den mittelalterlichen
Zünften? In den letzten acht Jahrhunderten gab es bestimmt ab und zu
"erdrutschartige Siege", doch die Schreiber der (ur)alten Chroniken
haben von solch großen Siegen allgemein verständlich berichtet und
brauchten diesen doofen Ausdruck nicht. Der Grund: damals gab's noch
keine amerikasüchtigen, knallköpfigen Journalisten. :)
> > ja schon den perfekten deutschen Ausdruck, um diese politische Situation
> > bzw. Änderung genau zu charakterisieren, nämlich "überwältigender
> > Meinungsumschwung" (Walters Worte).
> Das ist aber nicht ganz dasselbe. Es gibt knappe Siege,
> überwältigende Siege, große Siege und eben auch
> Siege durch überwältigenden Meinungsumschwung.
Da hast Du recht. Prima! Hier haben wir vier tadellose deutsche
Ausdrücke, womit man genau den jeweiligen Sieg charakterisieren kann.
> Für die letzte Kategorie bürgert sich allmählich die Bezeichnung
> erdrutschartiger Sieg ein.
Ob sich "erdrutschartiger Sieg" tatsächlich allmählich einbürgert, kann
ich hier aus der Ferne nicht beurteilen, aber ich bezweifle es. In
welchen Gegenden und bei wem bürgert sie sich ein? Wenn schon, dann
höchstens bei Politikern, Pressesprechern, Politologen, Soziologen,
Wahlhelfern, ein paar knallköpfigen Journalisten und Fernsehfritzen und
bei Laien, die besonders an Politik interessiert sind. Doch bei Bürgern
bürgert sie sich kaum oder nicht ein.
Es gibt natürlich auch doofe Bürger, die alles Neue nachplappern und bei
der nächsten Vereinsversammlung wichtigtuerisch von einem
"erdrutschartigen Sieg" reden. Solche doofe Bürger soll man sofort,
zusammen mit dem doofen neuen Ausdruck, ausbürgern und nach North Dakota
verbannen.
> Da sehe ich keine Sprachverhunzung.
>
> Die sehe ich eher darin, daß jeder Sieg als erdrutschartig
> bezeichnet wird, ohne daß das inhaltlich gerechtfertigt ist.
Hier stimme ich mit Dir 100%ig überein, und gerade das befürchte ich.
Solche Modewörter werden bei jeder Gelegenheit mißbraucht und verdrängen
dann die zutreffenderen einheimischen Ausdrücke wie "Riesensieg" oder
"überwältigender Sieg".
Gruß,
> >Also "ACK" kann ein Akronym sein oder schon wieder so ein überflüssiger
> >doofer Amerikanismus (ein bekannter Ami-Cartoon-Kater sagt immer "ACK!"
> >wenn ihn etwas abstößt). Ich weiß nicht, was Du damit meinst.
> Abkürzung für ACKNOWLEDGED
> Eine Signalbezeichnung bei Rechner-Hardware und Protokolle.
OK.
Thnx.
Mir ist der Ausdruck in dieser Bedeutung aus dem Geschichtsunterricht
gelaeufig. Und zwar im Zusammenhang mit den Wahlen von 1932 bei denen
die Nazis einen erdrutschartigen Sieg errangen. Der Begriff ist also
schon mindestens 20 Jahre etabliert. Interessant waere natuerlich zu
wissen, ob er schon vor dem vorletzten Krieg verwendet wurde.
> Das ist
> natürlich zu verstehen, weil das kein deutscher Ausdruck ist und Du
> (bzw. jeder Leser) rumdenken und rumbasteln muß, was mit
> "erdrutschartiger Sieg" überhaupt gemeint ist.
Ich halte es fuer eine deutssprachige Wendung. In englischen Laendern
habe ich den Begriff noch nie gehoert. Allenfalls "Endsieg" mag man dort
hoeren. Du irrst Dich also.
>
> In englischsprachigen Ländern versteht jeder den Ausdruck: "He was
> elected by a landslide" = Er wurde mit einer überwältigenden
> Stimmenmehrheit gewählt.
Nun das ist auch etwas anderes. Allenfalls koennte man wohl die Meinung
vertreten, dass "erdrutschartiger Sieg" durch direkte Eindeutschung
dieses Begriffes entstanden ist. Dies ist aber nicht der Fall
(elected!=Sieg). Dagegen spraechen auch die unterschiedlichen
Bedeutungen. Eher scheint es mir so, dass "Knallkoepfe" eine Analogie
zwischen "elected by a landslide" und "erdrutschartig ..." sehen und
deshalb jenen englischen Begriff mit diesem deutschen Begriff
uebersetzen. Es waere also nur ein false friend.
In einer kurzen Internet-Recherche bei Alta-Vista nach "erdrutschartig"
habe ich nur eine Stelle gefunden bei der der Begriff eindeutig im Sinne
von "ueberwaeltigender Wahlsieg" zu verstehen ist (und zwar bei dem
vermutlich eingedeutschten Text
http://www.dse.de/za/lis/sambia/issa_bsa.htm).
>
> Wir brauchen diesen idiotischen Amerikanismus "erdrutschartig" im
> Deutschen nicht, weil ihn die meisten Leute nicht verstehen und weil wir
> deutsche Adjektive wie "überwältigend" haben, die dasselbe bedeuten und
> die jeder versteht.
>
Sicher koennte man fast jedes beliebige einzelne Adjektiv weglassen und
es durch andere ersetzen. Aber wozu sollte man das? Vielleicht weil
inzwischen eine Bedeutungsverwirrung wegen des "false friends" aufkommt?
Gruss,
Jochen
Alles immer noch unter der Prämisse, dass es ein
Amerikanismus/Anglizismus ist. Ich wehre mich hier eigentlich immer
gegen vorschnelle "Verurteilungen" dieser Art, wenn sie sich nicht
annähernd belegen lassen, was hier immer noch nicht geschehen ist.
>[...] als mich meine Mutter fragte, warum wir in Amerika einen
>heißen Sommer haben werden. Ich fragte, wie sie darauf käme. Sie
>antwortete, daß die Zeitungen und Fernsehreportagen dauernd davon reden.
>Es stellte sich heraus, daß knallköpfige deutsche Journalisten das
>amerikanische "it's going to be a hot summer" wortwörtlich übersetzt
>hatten und ohne Erklärung benutzten. Der "heiße Sommer" war eine
>Voraussage, daß es im Sommer viele Negeraufstände und Rassenunruhen
>geben werde, die in amerikanischen Städten stattfinden werden, wie es
>z.Zt. in Watts (Kalifornien) der Fall war.
Ohne Deinen Eltern zu nahe treten zu wollen: vielleicht haben sie das
auch falsch verstanden. Im entsprechenden Kontext kann "das wird ein
heißer Sommer" sehrwohl auch im Deutschen in dem Sinn gebraucht und
verstanden werden, dass es Unruhen geben wird, dass es "heiß her gehen
wird".
> In seinem
>sozialkritischen amerikanistischen Aufsatz schrieb er mehrmals von
>"Suizid".
>Ich fauchte meinen alten Freund natürlich gleich an, warum er dieses
>offensichtlich aus dem englischen "suicide" übersetzte blöde Wort
Das "offensichtlich" ist mir wieder etwas zu voreilig. Suizid ist im
Deutschen seit eh und je ganz einfach ein Fremdwort. Gründe für den
Gebrauch von Fremdwörtern sind vielfältig, oft ist es überflüssig und
soll einen gehobenen Sprachgebrauch simulieren.
Oder sollte ich besser "vortäuschen" sagen, schließlich könnte
"simulieren" (simulate) auch ein Anglizismus sein. Siehst Du was ich
meine? Sehr oft wird hier ein Wort, wenn es im Englischen ein ähnliches
gibt, als Anglizismus "verteufelt", obwohl es selten/nicht immer (?)
einen Grund dafür gibt bzw. belegt werden kann. Das hat manchmal schon
etwas von Totschlagargument.
>"Suizid" benützte und nicht das gute deutsche Wort "Selbstmord". (Ich
>hab' vergessen, wie er sich errötend herauswinden wollte.)
>Aber zurück zum Thema. Hier ist die wichtigste Frage für Walter, Jochen
>und Wolfram: Brauchen wir im Deutschen wirklich den neuen Ausdruck
>"erdrutschartiger Sieg"?
>Ich sage nein, denn erstens ist unsere Sprache
>jahrhundertelang ohne diesen (für mich blöden, verwirrenden und
>überflüssigen) Amerikanismus tadellos ausgekommen, und zweitens gibt es
>ja schon den perfekten deutschen Ausdruck, um diese politische Situation
>bzw. Änderung genau zu charakterisieren, nämlich "überwältigender
>Meinungsumschwung" (Walters Worte).
Die Sprache ist voll mit Wörtern und Ausdrücken, die man eigentlich
nicht braucht, die aber der Ausschmückung oder Nuancierung dienen. Ein
"erdrutschartiger Sieg" hört sich eben dramatischer an, als ein
"überwältigender Meinungsumschwung". Zudem ist es in gewisser Weise auch
genauer. Ein Meinungsumschwung kann jeder Zeit passieren, ein Sieg nur
zu bestimmten Zeiten/Anläsen.
Es ist eine Metapher wie viele andere auch. Soll sie nur deswegen
vermieden werden, weil sie (vermeintlich) ein Anglizismus ist?
Grüße,
Wolfram
> > Mein Wörterbuch kennt "erdrutschartiger Sieg" und "Erdrutschsieg" in genau
> > der englischen Bedeutung (sehr hoher Sieg) und nennt daneben noch
> > "erdrutschartige Verluste".
>
> Welches Wörterbuch, bitte, und wann gedruckt? Solche Einträge in einem
> *zweisprachigen* Wörterbuch begrüße ich, da z.B. der deutsche Leser, der
> von "landslide" in einem engl. Text liest, dadurch versteht, was dieses
> englische Wort im figürlichen Sinne bedeutet. Doch "erdrutschartiger
> Sieg", "Erdrutschsieg" und -- ach Gott! -- "erdrutschartiger Verlust"
> in einem *deutschsprachigen* Wörterbuch (Duden, Wahrig & Co.) oder Text
> finde ich grauenhaft.
Es handelt sich um ein einsprachiges Wörterbuch, nämlich die Bände 26-28 der
Brockhaus Enzyklopädie, gedruckt 1995. Es enthält übrigens auch
Belegstellen. Für den "erdrutschartigen Sieg" die Neue Zürcher Zeitung vom
5.11.82, für die "erdrutschartigen Verluste" den Mannheimer Morgen vom
30.1.89 und für den "Erdrutschsieg" wieder die NZZ, diesmal vom 14.4.85.
> Aha! "in MEINER Vorstellung": da liegt der Hund begraben. Wie ich vor
> ein paar Tagen schon voraussagte, bastelt sich jeder SEINE Erklärung
> dieses verwirrenden Ausdrucks zurecht.
Notgedrungen bastelt man sich zu unbekannten Ausdrücken aus dem Kontext eine
Erklärung zurecht.
> Na, eigentlich hätte ich weiter zurückgreifen können, denn Wahlen gibt's
> schon seit viel früher.
Römer und Griechen nicht zu vergessen. Aber es ist doch jedenfalls in
Deutschland eine relativ neue Erscheinung, daß (fast) alle in relativ kurzen
Abständen zur Wahl gebeten werden.
> > Das ist aber nicht ganz dasselbe. Es gibt knappe Siege,
> > überwältigende Siege, große Siege und eben auch
> > Siege durch überwältigenden Meinungsumschwung.
>
> Da hast Du recht. Prima! Hier haben wir vier tadellose deutsche
> Ausdrücke, womit man genau den jeweiligen Sieg charakterisieren kann.
Ich finde den letzten durchaus zu tadeln - er ist zu lang.
> Hier stimme ich mit Dir 100%ig überein, und gerade das befürchte ich.
> Solche Modewörter werden bei jeder Gelegenheit mißbraucht und verdrängen
> dann die zutreffenderen einheimischen Ausdrücke wie "Riesensieg" oder
> "überwältigender Sieg".
Für mich ist das beides nicht dasselbe wie ein "Sieg durch überwältigenden
Meinungsumschwung", der zwar auch überwältigend sein kann, aber nicht sein
muß.
MfG
Klaus
> Im englischen Sprachgebrauch ist *nur* das *Endergebnis*
> wichtig, nicht wie sich die Stimmen für die Kandidaten während der Wahl
> (unerwartet) ändern und verschieben.
[...]
> Wenn aber A 75% der Stimmen erhält und B nur 25%, dann wird von einem
> "landslide" für A gesprochen
Also das, was manche als 'Kantersieg' bezeichnen.
Danke für die ausführliche Erläuterung,
Manfred
gag...@gmx.de (Wolfram Meyer-von Gagern) schrieb/wrote
>Im entsprechenden Kontext kann "das wird ein
>heißer Sommer" sehrwohl auch im Deutschen in dem Sinn gebraucht und
>verstanden werden, dass es Unruhen geben wird, dass es "heiß her gehen
>wird".
Hat sich in Deutschland ugs. nicht eher "heißer Herbst" im Angedenken
an den Herbst 83 (oder war's 82?) als man gegen die Pershing seelig
protestierte eingebürgert?
> MG> Feststellung, daß sie "englisch" spräche, "american english"
>Mein E-Mail-Brieffreund aus ÖMÖRRIKÖ behauptet immer wieder ganz
>gerne, daß er "God's language" spräche... :-)
AIR> Also Französisch?
:-))
Tote sprechen nicht. Sage ich jetzt mal so mit Nietzsche.
Bye/7, Carsten [G'Car] E-Mail: c...@beg.gera.thur.de
--
... God is not dead. He is alive and autographing bibles today at
Waterstones.
Jochen Messner wrote:
> Reinhold Aman wrote:
> > Jochen Messner wrote:
> > Tut mir leid, aber Du interpretierst den Ausdruck nicht richtig.
> Mir ist der Ausdruck in dieser Bedeutung aus dem Geschichtsunterricht
> gelaeufig. Und zwar im Zusammenhang mit den Wahlen von 1932 bei denen
> die Nazis einen erdrutschartigen Sieg errangen. Der Begriff ist also
> schon mindestens 20 Jahre etabliert. Interessant waere natuerlich zu
> wissen, ob er schon vor dem vorletzten Krieg verwendet wurde.
Wie ich schätzte, ist dieser Amerikanismus vor etwa 20 Jahren in die
deutsche Sprache eingedrungen. Einen früheren Beleg wirst Du kaum
finden. Ich muß schon sagen, daß Dein Geschichtslehrer und der
Geschichtsbuchschreiber ganz tolle Avantgardisten waren, um diesen
häßlichen und überflüssigen Amerikanismus schon in den 80er Jahren zu
benutzen. :)
> > Das ist natürlich zu verstehen,
> > weil das kein deutscher Ausdruck ist und Du
> > (bzw. jeder Leser) rumdenken und rumbasteln mußt,
> > was mit "erdrutschartiger Sieg" überhaupt gemeint ist.
> Ich halte es fuer eine deutssprachige Wendung.
Da irrst Du Dich halt. Ist ja keine Schande. (Ich hab' mich schon oft
geirrt.) Diese Wendung ist ein etwa 20 Jahre alter Amerikanismus, eine
Übersetzung des amerikanischen "landslide", das zum ersten Mal im
politischen Sinne von "überwältigender Wahlsieg" 1888 belegt ist (siehe
unten). Schau, "landslide" ist im Amerikanischen seit 1888 gang und
gäbe; "erdrutschartiger Sieg" existiert seit etwa 1980. Glaubst Du
wirklich, daß ca. 1980 ein deutscher Geschichtsbuchschreiber diese
Wendung unabhängig von "landslide" gemünzt hat? Und ausgerechnet
"erdrutschartig" wie im Amerikanischen, nicht z.B. "lawinenartig"?
> In englischen Laendern habe ich den Begriff noch nie gehoert.
Ich weiß nicht, wie lange, wann und in welchen englischsprachigen
Ländern Du gelebt hast. Ich lebe seit 1957 in Nordamerika; in den
vergangenen 42 Jahren habe ich "landslide" im politischen Sinne in
Kanada und den USA hunderte Mal gehört, gelesen und benutzt. Vielleicht
gab's zu der Zeit, als Du im Ausland warst, keine *überwältigenden*
Wahlsiege (die eigentlich ziemlich selten vorkommen) und weshalb das
Wort "landslide" weder in Zeitungen noch im Fernsehen erwähnt wurde und
Du es also nie gehört hast.
> Allenfalls "Endsieg" mag man dort hoeren.
"Endsieg" hört und liest man im Englischen äußerst selten und fast immer
nur im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg, z.B. in Fernsehprogrammen, am
"History Channel".
> Du irrst Dich also.
Nee, lieber Mann, bestimmt nicht. Ich weiß, wovon ich rede und habe
alles bestens dokumentiert und logisch erklärt. Wenn Du trotzdem auf
Deiner Meinung bestehst, kann ich nichts machen. Schau, ich hab' schon
an die 40 Jahre lang Philologie betrieben und Sprach- und
Gesellschaftskritik geübt und hab' ein bißchen mehr Erfahrung als Du.
Das Folgende ist nicht auf Dich gezielt, sondern ist ein allgemeiner
Kommentar: Es gibt Leute, die eine zweiwöchige Amerikareise machten
oder einen Semester hier studierten oder als Lehrassistenten tätig
waren. Seitdem wissen sie *alles* über Amerika und die amerikanische
Sprache. Ich lebe "nur" seit 1959 in den Staaten, bin Sprachlehrer und
ehem. Uni-Professor, korrigiere als Herausgeber das Englisch von
amerikanischen Professoren, verkehrte in allen gesellschaftlichen
Schichten und habe jeden Staat bereist (außer Hawaii, Alaska, Washington
und Oregon), aber ich weiß natürlich nichts von Amerika und der Sprache.
Die Jungen sind so gescheit und wissen alles -- bis sie einmal so alt
wie ich sind und zurückdenken, wie wenig sie eigentlich wußten, als sie
glaubten, schon alles zu wissen. [Ende der Predigt]
> > In englischsprachigen Ländern versteht jeder den Ausdruck: "He was
> > elected by a landslide" = Er wurde mit einer überwältigenden
> > Stimmenmehrheit gewählt.
> Nun das ist auch etwas anderes. Allenfalls koennte man wohl die Meinung
> vertreten, dass "erdrutschartiger Sieg" durch direkte Eindeutschung
> dieses Begriffes entstanden ist. Dies ist aber nicht der Fall
> (elected!=Sieg).
Das verstehe ich nicht. Ist ja egal. Wenn jemand mit einer
überwältigenden Stimmenmehrheit gewählt wurde, dann ist das doch ein
(Wahl)Sieg. Gewählt werden = siegen. Nicht gewählt werden = verlieren.
> Dagegen spraechen auch die unterschiedlichen Bedeutungen.
Die aber nur Du, Wolfram, Walter und vielleicht ein paar
Geschichtslehrer und Politiker kennen. Wenn Ihr mir das Gegenteil
beweisen könnt, z.B. mit der von mir vorgeschlagenen Volksbefragung (nur
30 Leute), gebe ich Euch sofort recht.
> Eher scheint es mir so, dass "Knallkoepfe" eine Analogie
> zwischen "elected by a landslide" und "erdrutschartig ..." sehen und
> deshalb jenen englischen Begriff mit diesem deutschen Begriff
> uebersetzen. Es waere also nur ein false friend.
>
> In einer kurzen Internet-Recherche bei Alta-Vista nach "erdrutschartig"
> habe ich nur eine Stelle gefunden bei der der Begriff eindeutig im Sinne
> von "ueberwaeltigender Wahlsieg" zu verstehen ist (und zwar bei dem
> vermutlich eingedeutschten Text
> http://www.dse.de/za/lis/sambia/issa_bsa.htm).
Danke, hab' ich gelesen. Garantiert aus dem Englischen übersetzt. Sambia
ist englischsprachig.
=======================================
Wolfram Meyer-von Gagern wrote:
> Reinhold (Rey) Aman (am...@sonic.net) meinte folgendes:
> >Walter Koch wrote:
> >"Reinhold (Rey) Aman" <am...@sonic.net> schrieb/wrote:
> >>Nach einem geologischen Erdrutsch sieht die Landschaft
> >>ganz anders aus.
> >>Nach einem erdrutschartigen Sieg sieht die politische
> >>Landschaft ganz anders aus.
> >
> >>Sehr anschaulich. Deswegen auch die Bedeutungsverschiebung von
> >>"Überwältigende Mehrheit" zu "Überwäligender Meinungsumschwung".
> >Diese Analogie stimmt genau, aber nur im deutschen Gebrauch. Im
> >Englischen ist von Meinungs*umschwung* keine Rede, nur von
> >Stimmen*mehrheit*. Die Bedeutungsverschiebung ist eine rein deutsche
> >Erfindung, die ein paar knallköpfige Journalisten jetzt den Deutschen
> >aufdrängen wollen.
> Alles immer noch unter der Prämisse, dass es ein
> Amerikanismus/Anglizismus ist. Ich wehre mich hier eigentlich immer
> gegen vorschnelle "Verurteilungen" dieser Art, wenn sie sich nicht
> annähernd belegen lassen, was hier immer noch nicht geschehen ist.
Es ist keine vorschnelle Verurteilung und ich habe sie belegt (wenn auch
nicht richtig). Das Merriam-Webster Wörterbuch, das ich eher zitierte,
irrt sich gewaltig, denn "landslide" im politischen Sinne ist *nicht*
seit 1838 belegt. Mit Hilfe von vier Kollegen, darunter einem
Herausgeber eines Wörterbuchs, steht es nun fest, daß "landslide" im
polit. Sinne erst seit 1888 belegt ist und zwar in der "New York Times"
vom 4. Nov. 1888 (Seite 5, Spalte 1): "A veritable landslide in Mr.
Hewitt's favor."
Wenn Euch dieser genaue Beleg aus dem OED nicht genügt, kann ich Euch
nicht weiter helfen. Habt Ihr zufällig nach dem ersten deutschen Beleg
von "erdrutschartiger Sieg" oder "Erdrutschsieg" gesucht? Den
Duden-Verlag gefragt? Oder 30 Durchschnittsbürger befragt, um
Gegenbeweise und Belege zu liefern?
Ich habe ein bißchen in meinen Wörterbüchern geschmökert: im "Duden -
Deutsches Universalwörterbuch" von 1983 steht unter ERDRUTSCH: "das
Wahlergebnis war für die Partei wie ein Erdrutsch" (S. 359). Aber kein
Wort von Meinungs*umschwung*, nur Ergebnis, wie im Amerikanischen; die
"Umschwung" Bedeutung ist anscheinend nur Euch Wenigen bekannt.
Der Wahrig von 1975 kennt "Erdrutsch" im politischen Sinne noch nicht,
ebenfalls andere dt. Wörterbücher jener Zeit, z.B. Sprachbrockhaus,
1973er Duden, Mackensen, Knaur, Pekrun, Ullstein, Peltzer, Paul usw.,
was mir beweist, daß dieser Amerikanismus erst seit etwa 1980 in
Deutschland bekannt ist.
Es ist garantiert keine Prämisse, daß es ein Amerikanismus ist, sondern
eine Tatsache, wie ich oben erklärte. "Landslide" ist im Amerikanischen
seit 1888 in jeder Gesellschaftsschicht wohlbekannt; "erdrutschartiger
Sieg" existiert im Deutschen erst seit etwa 1980, und seine genaue
Bedeutung ist den meisten unbekannt. Polygenese ist äußerst
unwahrscheinlich.
Ob "erdrutschartiger Sieg" nun von einem knallköpfigen Journalisten oder
einem avantgardistischen Geschichtsbuchschreiber (siehe Jochen, oben)
ins Deutsche gebracht wurde, weiß ich nicht und kann ich nicht beweisen,
da ich hier keine Forschungsliteratur habe. (Wie wär's mit Euch beiden?
Bißchen rumschnüffeln in der Uni-Bibliothek?) Doch bin ich mir sicher,
daß dieser Amerikanismus *jetzt* von knallköpfigen Journalisten viel
weiter verbreitet wird als von Geschichtslehrern. Hat ein Leser es schon
in der BILD-Zeitung gesehen?
> >[...] als mich meine Mutter fragte, warum wir in Amerika einen
> >heißen Sommer haben werden. Ich fragte, wie sie darauf käme. Sie
> >antwortete, daß die Zeitungen und Fernsehreportagen dauernd davon reden.
> >Es stellte sich heraus, daß knallköpfige deutsche Journalisten das
> >amerikanische "it's going to be a hot summer" wortwörtlich übersetzt
> >hatten und ohne Erklärung benutzten. Der "heiße Sommer" war eine
> >Voraussage, daß es im Sommer viele Negeraufstände und Rassenunruhen
> >geben werde, die in amerikanischen Städten stattfinden werden, wie es
> >z.Zt. in Watts (Kalifornien) der Fall war.
[Selbstkorrektur: die Negeraufstände in Watts waren im August 1965.]
> Ohne Deinen Eltern zu nahe treten zu wollen:
Das könntest Du auch gar nicht: mein gelehrter Vater sprach mehrere
Sprachen und die Mutter war auch nicht doof. :))
> vielleicht haben sie das
> auch falsch verstanden. Im entsprechenden Kontext kann "das wird ein
> heißer Sommer" sehrwohl auch im Deutschen in dem Sinn gebraucht und
> verstanden werden, dass es Unruhen geben wird, dass es "heiß her gehen
> wird".
Ja, wenn die Zeitungsfritzen geschrieben hätten, daß es "heiß her gehen
wird" oder erklärt hätten, was sie mit dem "heißen Sommer" in Amerika
sagen wollten, wär's kein Problem gewesen.
Ich bin schon zu lange weg und nicht mehr so oft in Deutschland, um auf
dem laufenden zu sein, deshalb stelle ich diese Frage: Wenn Ihr hört
oder lest, daß es "in der Ukraine ein heißer Sommer wird", z.B. als
Schlagzeile: "Heißer Sommer in der Ukraine!", denkt Ihr dabei zuerst ans
Wetter oder an die politische Situation?
> > In seinem
> >sozialkritischen amerikanistischen Aufsatz schrieb er mehrmals von
> >"Suizid".
> >Ich fauchte meinen alten Freund natürlich gleich an, warum er dieses
> >offensichtlich aus dem englischen "suicide" übersetzte blöde Wort
> >"Suizid" benützte und nicht das gute deutsche Wort "Selbstmord". (Ich
> >hab' vergessen, wie er sich errötend herauswinden wollte.)
> Das "offensichtlich" ist mir wieder etwas zu voreilig. Suizid ist im
> Deutschen seit eh und je ganz einfach ein Fremdwort. Gründe für den
> Gebrauch von Fremdwörtern sind vielfältig, oft ist es überflüssig und
> soll einen gehobenen Sprachgebrauch simulieren.
"Offensichtlich" war bestimmt nicht zu voreilig, aus den folgenden
Gründen: [Ich wiederhole vom 20. 6.: "Suizid" können meinetwegen die
Mediziner verwenden, aber sonst hat dieses Wort im deutschen
Sprachgebrauch nichts zu suchen. (Ja, ich weiß schon, daß "Selbstmord"
und engl. "suicide" Übersetzungen aus dem Lateinischen "sui" + "caedere"
sind. Darum geht's hier nicht.]
1. Der Autor des Aufsatzes ist ein bekannter Amerikanist.
2. Seine Quellen waren amerikanische Statistiken und Aufsätze.
3. Er schrieb über die Selbstmorde der amerikanischen Indianer.
4. Der Aufsatz war kultureller oder soziologischer Art, nicht
medizinischer.
5. Seine Leser waren nicht Ärzte und Medizin-Studenten, sondern
andere Amerikanisten und evtl. Soziologen.
6. Der Aufsatz war nicht in einem gehobenen Deutsch verfaßt oder
enthielt, soviel ich mich erinnere, andere lateinische und griechische
Wörter, etwa "Inhabitanten" statt "Einwohner". Aus diesen Gründen sprang
mir "Suizid" statt "Selbstmord" sofort ins Auge. Sein Gebrauch dieses
lateinischen Wortes war Angeberei und Sprachschlamperei und unbedingt
ein "Amerikanismus", eine Übersetzung von "suicide".
> Oder sollte ich besser "vortäuschen" sagen, schließlich könnte
> "simulieren" (simulate) auch ein Anglizismus sein. Siehst Du was ich
> meine?
Sicher. Doch siehe meine obenstehenden 6 Beweise, warum "Suizid" in
seinem Fall eine Art Amerikanismus ist, aber "simulieren" in Deinem
Falle nicht. Meiner Erfahrung nach ist "simulieren" viel bekannter und
wird öfter benutzt als "Suizid". Ihr kennt doch den alten Witz, in dem
ein Arzt zu seinem Kollegen sagt: "Der Simulant auf Zimmer 36 ist heute
früh gestorben." Den las ich in einer regionalen Tageszeitung,
vielleicht vor 40 Jahren. Wenn diese Wörter (simulieren, Simulant) nicht
allgemein bekannt wären, wäre der Witz bestimmt nicht in einem populären
Blatt erschienen.
> Sehr oft wird hier ein Wort, wenn es im Englischen ein ähnliches
> gibt, als Anglizismus "verteufelt", obwohl es selten/nicht immer (?)
> einen Grund dafür gibt bzw. belegt werden kann. Das hat manchmal schon
> etwas von Totschlagargument.
Bitte einige Beispiele solcher verteufelten angeblichen Anglizismen. Das
interessiert mich sehr. ("Totschlagargument" ist mir übrigens neu.
Könnte mir jemand diesen Begriff evtl. per e-mail erklären?)
> >Aber zurück zum Thema. Hier ist die wichtigste Frage für Walter, Jochen
> >und Wolfram: Brauchen wir im Deutschen wirklich den neuen Ausdruck
> >"erdrutschartiger Sieg"?
>
> >Ich sage nein, denn erstens ist unsere Sprache
> >jahrhundertelang ohne diesen (für mich blöden, verwirrenden und
> >überflüssigen) Amerikanismus tadellos ausgekommen, und zweitens gibt es
> >ja schon den perfekten deutschen Ausdruck, um diese politische Situation
> >bzw. Änderung genau zu charakterisieren, nämlich "überwältigender
> >Meinungsumschwung" (Walters Worte).
> Die Sprache ist voll mit Wörtern und Ausdrücken, die man eigentlich
> nicht braucht, die aber der Ausschmückung oder Nuancierung dienen.
Stimmt.
> Ein "erdrutschartiger Sieg" hört sich eben dramatischer an, als ein
> "überwältigender Meinungsumschwung".
Oder "Riesensieg", stimmt. Aber: Was versteht der Durchschnittsbürger
unter "erdrutschartiger Sieg"? Bis ich das Ergebnis Eurer Volksbefragung
sehe, bleibe ich bei meiner Behauptung, daß die meisten Deutschen,
Österreicher und Schweizer nicht genau wissen, was dieser Ausdruck
eigentlich bedeutet.
Man könnte die Nuancierung noch weiter verfeinern. Wie wär's mit
"lawinenartiger Sieg" oder gar "tsunamiartiger Sieg"? Der letztere wäre
aus dem Englischen, von japanisch "tsunami" (eine sehr große, hohe, oft
vernichtende Meereswelle, durch Erdbeben oder Vulkanausbruch im Ozean
verursacht).
> Zudem ist es in gewisser Weise auch genauer.
Aber, wie immer, nur wenn die neue Wendung *allgemein* bekannt ist und
einwandfrei verstanden wird.
>Ein Meinungsumschwung kann jeder Zeit passieren, ein Sieg nur
> zu bestimmten Zeiten/Anlässen.
> Es ist eine Metapher wie viele andere auch. Soll sie nur deswegen
> vermieden werden, weil sie (vermeintlich) ein Anglizismus ist?
Bestimmt nicht. Meine Meinung ist nach und vor, daß dieser
offensichtliche Amerikanismus für den *Durchschnittsbürger* überflüssig
und verwirrend ist und wegen seiner ungenauen Bedeutung mißbraucht wird.
Wenn die Politiker und Historiker unter sich unbedingt von
"erdrutschartigen Siegen" reden wollen, na, dann sollen sie halt diesen
Amerikanismus in ihr Fachjargon aufnehmen.
>>Das hat manchmal schon etwas von Totschlagargument.
>
> ("Totschlagargument" ist mir übrigens neu.
> Könnte mir jemand diesen Begriff evtl. per e-mail erklären?)
Das wäre zu schade für diese NG.
Ich versuchs mal.
'T.a.' ist eine Binsenweisheit, womit dem Gesprächspartner jeglicher
Wind aus den Segeln genommen wird.
Einerseits wird Dir etwas eingeredet um Dir andererseits etwas
auszureden.
Es ist eigentlich kein Argument sondern hat etwas von einer
Suggestivfrage.
Beispiel(aus altavista): Mit welchen Totschlagargumenten begegnet eine
Ladenkette gewissen Kritiken?
"das haben wir immer schon so gemacht (= erstes Totschlagargument),
und wo kämen wir denn hin, wenn alle so... (=zweites
Totschlagargument)."
__________________________________________________________________
> Man könnte die Nuancierung noch weiter verfeinern. Wie wär's mit
> "lawinenartiger Sieg" oder gar "tsunamiartiger Sieg"?
Hilft nicht viel. Beide Bilder haben etwas 'flüssiges', vorläufiges:
eine Lawine bewegt sich (wir reden sehr wohl von 'lawinenartigem
Anwachsen'), Tsunami ist exotisch und mit Verlaub an den Haaren
herbeigezogen.
Ein Erdrutsch ist etwas 'Vollzogenes' (zumindest dem Augenschein nach).
Seine Ergebnisse - die zerstörten Häuser in Österreich - wurden unlängst
wieder einmal im Fernsehen demonstriert. Insofern kann jedermann mit dem
Vergleich 'etwas' anfangen, auch wenn er auf mehreren Beinen hinkt.
War nett mit Dir
Wolfram
"Reinhold (Rey) Aman" <am...@sonic.net> schrieb/wrote
>Nee, lieber Mann, bestimmt nicht. Ich weiß, wovon ich rede und habe
>alles bestens dokumentiert und logisch erklärt. Wenn Du trotzdem auf
>Deiner Meinung bestehst, kann ich nichts machen. Schau, ich hab' schon
>an die 40 Jahre lang Philologie betrieben und Sprach- und
>Gesellschaftskritik geübt und hab' ein bißchen mehr Erfahrung als Du.
<duck>
Hm. Das riecht nach einem alten "Law" (das nicht nur im Usenet gilt):
"Wenn die Argumente nicht überzeugen, wird auf die Länge des eigenen
Bartes hingewiesen"
[ nicht gerade griffige Formulierung, jo, aber vielleicht hat ein
Viel-o-loge eine bessere parat ]
</duck>
Reinhold: Es gibt 1000 Beispiele für miese Übertragungen und falschen
Freunden (realisieren, korrupt, nicht wirklich, "handy", etc.). Auch
volle Übreinstimmung mit der Journalistenschelte (die nicht nur für
"Übersetzungen", sondern auch für Progpagandaausdrücke wie "ethnische
Säuberungen" anzuwenden ist).
"Landslide" (das ich vor Deinen Beiträgen gar nicht kannte) ist eines
der wenigen Gegenbeispiele, die - wenn vielleicht urspünglich auch
falsch übersetzt - die deutsche Sprache wirklich bereicherten.
Gruss,
Walter
--
Walter Koch Hochdahl am Neandertal
http://www.hsp.de/~koch/ qrv:db0iz-9
wal...@1409.org ham:dg9ep@db0iz
ko...@hsp.de
> Ein Erdrutsch ist etwas 'Vollzogenes' (zumindest dem Augenschein nach).
> Seine Ergebnisse - die zerstörten Häuser in Österreich - wurden unlängst
> wieder einmal im Fernsehen demonstriert.
Das, was im Spätwinter dieses Jahres in Österreich und im Fernsehen zu
sehen war, war allerdings eine Lawine und kein Erdrutsch.
Karl-Heinz Krause
Nennen wir es einfach Barts Law ;-)
>Reinhold: Es gibt 1000 Beispiele für miese Übertragungen und falschen
>Freunden (realisieren, korrupt, nicht wirklich, "handy", etc.).
Was wir denn jetzt schon wieder dem armen "korrupt" angehängt?
"Corruptus" hieß schon im Lateinischen "moralisch verdorben,
bestechlich" und "korrupt" gibt es im Deutschen in derselben Bedeutung
schon seit dem 15. Jahrhundert.
Sollte es also keine neuere, mir unbekannte "anglizistische" Bedeutungen
bekommen haben, ist es wohl ein Paradebeispiel dafür, wie ein deutscher
Ausdruck durch die Ähnlichkeit mit einem englischen Ausdruck in den Ruch
kommt, ein Anglizismus zu sein.
Ein anderes Beispiel dafür ist übrigens "Technologie".
Gruß, Wolfram
>>Reinhold: Es gibt 1000 Beispiele für miese Übertragungen und falschen
>>Freunden (realisieren, korrupt, nicht wirklich, "handy", etc.).
>Was wir denn jetzt schon wieder dem armen "korrupt" angehängt?
"file sytem corrupt"
"Das Filesystem ist korrupt"
Na ja, so weit sind wir noch nicht, noch gilt
"Dateisystem ist (schwer) beschädigt"
weithin als die "richtigere" Übersetzung.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Gerdes
> "Reinhold (Rey) Aman" <am...@sonic.net> schrieb/wrote
> >Nee, lieber Mann, bestimmt nicht. Ich weiß, wovon ich rede und habe
> >alles bestens dokumentiert und logisch erklärt. Wenn Du trotzdem auf
> >Deiner Meinung bestehst, kann ich nichts machen. Schau, ich hab' schon
> >an die 40 Jahre lang Philologie betrieben und Sprach- und
> >Gesellschaftskritik geübt und hab' ein bißchen mehr Erfahrung als Du.
> <duck>
> Hm. Das riecht nach einem alten "Law" (das nicht nur im Usenet gilt):
> "Wenn die Argumente nicht überzeugen, wird auf die Länge des eigenen
> Bartes hingewiesen"
>
> [ nicht gerade griffige Formulierung, jo, aber vielleicht hat ein
> Viel-o-loge eine bessere parat ]
> </duck>
1. Es kommt auf die Art des Bartes (bzw. Bartart) an. Man soll einen
40jährigen Philologen-Bart nicht mit einem 40jährigen
Automechaniker-Bart vergleichen.
2. Alter und Bart schützen vor Torheit nicht. (Weiß ich bestens.)
3. Mein Bart ist ab. Zufällig vorige Woche rasiert.
4. "Ich weiß, wovon ich rede" ist ein Totschlagargument, nicht war?
5. Lamento:
Was die Alten sungen,
Bezweifeln stets die Jungen.
--
> Reinhold (Rey) Aman schrieb:
> >>Das hat manchmal schon etwas von Totschlagargument.
> > ("Totschlagargument" ist mir übrigens neu.
> > Könnte mir jemand diesen Begriff evtl. per e-mail erklären?)
[Erklärung geschnippt]
> Beispiel (aus altavista): Mit welchen Totschlagargumenten begegnet eine
> Ladenkette gewissen Kritiken?
> "das haben wir immer schon so gemacht (= erstes Totschlagargument),
> und wo kämen wir denn hin, wenn alle so... (=zweites
> Totschlagargument)."
Danke, jetzt versteh' ich's.
> > Man könnte die Nuancierung noch weiter verfeinern. Wie wär's mit
> > "lawinenartiger Sieg" oder gar "tsunamiartiger Sieg"?
> Hilft nicht viel. Beide Bilder haben etwas 'flüssiges', vorläufiges:
> eine Lawine bewegt sich (wir reden sehr wohl von 'lawinenartigem
> Anwachsen'), Tsunami ist exotisch und mit Verlaub an den Haaren
> herbeigezogen.
Wenn man das *Resultat* (nicht den Verlauf) eines Erdrutsches, einer
Lawine und einer Tsunami betrachtet und es auf ein Wahlergebnis
überträgt, könnte man von einer Verschiebung, Begrabung und
Überschwemmung sprechen. :)
"Tsunamiartig" war spöttisch gemeint und den nuancierungssüchtigen
Politikern als Gedankenfutter angeboten. Wie gefällt Euch übrigens mein
eben gemünzter Anglizismus "Gedankenfutter" (von engl. "food for
thought")?
Gruß,
Das gefällt mir sehr gut. Ist auch verständlich. :)
Gruß
Mikako
>
> Gruß,
> Reinhold (Rey) Aman <am...@sonic.net> schrieb in im Newsbeitrag:
> 377BDE...@sonic.net...
> >
> > "Tsunamiartig" war spöttisch gemeint und den nuancierungssüchtigen
> > Politikern als Gedankenfutter angeboten. Wie gefällt Euch übrigens mein
> > eben gemünzter Anglizismus "Gedankenfutter" (von engl. "food for
> > thought")?
> Das gefällt mir sehr gut. Ist auch verständlich. :)
Dômo arigatô gozaimas'! :))
--
Gibst Du Dich also geschlagen?
> Wie ich schätzte, ist dieser Amerikanismus vor etwa 20 Jahren in die
> deutsche Sprache eingedrungen. Einen früheren Beleg wirst Du kaum
> finden.
Haha! Hier ist der Beleg: Joachim C. Fest "Hitler" Ullstein-Verlag,
1973. Er berichtet unter der Kapitelueberschrift "Der Erdrutsch"
ueber das Wahlergebnis vom 14.9.30 bei dem die Nazis ihren
Stimmenanteil verzehnfachten und so (glaub ich) zweitstaerkste
Partei wurden. Es handelt sich also nicht um einen Wahlsieg!
> > Ich halte es [erdrutschartiger Wahlsieg] fuer eine deutssprachige Wendung.
> > In englischen Laendern habe ich den Begriff noch nie gehoert.
>
> Da irrst Du Dich halt. Ist ja keine Schande. (Ich hab' mich schon oft
> geirrt.) Diese Wendung ist ein etwa 20 Jahre alter Amerikanismus, eine
> Übersetzung des amerikanischen "landslide",
Das widerlegt meine Behauptung nicht. Vermutlich missverstehen wir uns
hier. Klar, auch ich halte "landslide" fuer einen englischen Begriff,
ich behaupte aber nur, dass "Erdrutsch" nicht englisch ist. Ich konnte
den Begriff z.B. nicht in meinem Oxford Dictionary finden.
>
> > Du irrst Dich also.
>
> Nee, lieber Mann, bestimmt nicht. Ich weiß, wovon ich rede und habe
> alles bestens dokumentiert und logisch erklärt. Wenn Du trotzdem auf
> Deiner Meinung bestehst, kann ich nichts machen. Schau, ich hab' schon
> an die 40 Jahre lang Philologie betrieben und Sprach- und
> Gesellschaftskritik geübt und hab' ein bißchen mehr Erfahrung als Du.
Gerne wuerde ich Dir glauben, aber wenn Deine Behauptungen der
Anschauung und anderen Quellen widersprechen, solltest Du ausser Deinem
Bart noch ein weiteres Argument auffuehren.
Was die Bedeutung von "Erdrutsch" angeht, so schreibt mein "Duden
Deutsches Universalwoerterbuch" von 89:
Erdrutsch: ... Ue: der Wahlausgang kam einem Erdrutsch gleich (brachte
einschneidende Veraenderungen).
Ich bin also zumindest nicht der Einzige der den Begriff so versteht.
Etwas verwirrte mich dann Langenscheids "Grosses Schulwoerterbuch
Englisch-Deutsch" (Ausgabe 82, Copyright 77):
landslide: 1. Erdrutsch 2. pol fig ,Erdrutsch' a) voelliger Umschwung b)
ueberwaeltigender Wahlsieg.
Offensichtlich versteht Langenscheid unter "Erdrutsch" auch einen
Ueberwaeltigenden Wahlsieg, was ich bisher nicht so sah.
(Eine Erdrutschwahl kann zwar zu einem ueberwaeltigenden Wahlsieg
fuehren, wird aber z.B. zum ersten mal gewaehlt ist ein
ueberwaeltigenden Wahlsieg kein Erdrutsch).
Andererseits uebersetzt Langscheid "landslide" auch mit "voelliger
Umschwung", was nach Deiner Aussage nicht korrekt waere. Auch mein
Oxford Dictionary sagt
landslide: (b) sudden change in political opinion resulting in an
overwhelming majority of votes for one side in an election.
Er kennt also nur die Bedeutung "ueberwaeltigender Wahlsieg".
Geht man davon aus, dass Duden bzw. Oxford Dict. alle Bedeutungen des
Begriffes "Erdrutsch" bzw. "landslide" auflistet, so koennte man
schliessen, das die Uebersetzung Langenscheids von "landslide" (fig) zu
"Erdrutsch" (Ue) nicht exakt ist (schliesslich bedeuten die Begriffe in
der jeweiligen Sprache nicht dasselbe). Das meinte ich mit meiner
Anmerkung, dass die Uebersetzung von "landslide" mit "Erdrutsch" in der
uebertragenen Bedeutung ein falscher Freund sein koennte.
Gruss,
Jochen
> Reinhold (Rey) Aman wrote:
> >
> > Dies ist mein letzter langer Beitrag zum Thema "erdrutschartiger Sieg"
> > und "Erdrutschsieg",
> Gibst Du Dich also geschlagen?
Natürlich nicht. Wir kapitulieren nie!
> > Wie ich schätzte, ist dieser Amerikanismus vor etwa 20 Jahren in die
> > deutsche Sprache eingedrungen. Einen früheren Beleg wirst Du kaum
> > finden.
> Haha! Hier ist der Beleg: Joachim C. Fest "Hitler" Ullstein-Verlag,
> 1973. Er berichtet unter der Kapitelueberschrift "Der Erdrutsch"
> ueber das Wahlergebnis vom 14.9.30 bei dem die Nazis ihren
> Stimmenanteil verzehnfachten und so (glaub ich) zweitstaerkste
> Partei wurden. Es handelt sich also nicht um einen Wahlsieg!
Haha? Joachim Fest ist (bzw. war) nur ein Journalist und ist deshalb
verdächtig. :)) Er hat bestimmt seinen "Erdrutsch" von Victor
Klemperer geklaut, der ihn wahrscheinlich in einer englischsprachigen
Quelle gefunden hat. (Siehe Jörg Digmayers Beleg von 1950). Daß sich
Joachim Fest den 23 Jahre früher von Klemperer benutzten Begriff
aneignete ist durchaus möglich, denn Fest war 1. nur ein Journalist und
2. hat er auch anderen Mist verzapft. (Siehe z. B. meinen Beitrag
"Nazis revisited" vom 4. 7. 1998.)
[JM:]
> > > Ich halte es [erdrutschartiger Wahlsieg] fuer eine deutssprachige Wendung.
> > > In englischen Laendern habe ich den Begriff noch nie gehoert.
> > Da irrst Du Dich halt. Ist ja keine Schande. (Ich hab' mich schon oft
> > geirrt.) Diese Wendung ist ein etwa 20 Jahre alter Amerikanismus, eine
> > Übersetzung des amerikanischen "landslide",
> Das widerlegt meine Behauptung nicht. Vermutlich missverstehen wir uns
> hier. Klar, auch ich halte "landslide" fuer einen englischen Begriff,
> ich behaupte aber nur, dass "Erdrutsch" nicht englisch ist. Ich konnte
> den Begriff z.B. nicht in meinem Oxford Dictionary finden.
In anderen und neueren Wörterbüchern nachschlagen....
[JM:]
> > > Du irrst Dich also.
> > Nee, lieber Mann, bestimmt nicht. Ich weiß, wovon ich rede und habe
> > alles bestens dokumentiert und logisch erklärt. Wenn Du trotzdem auf
> > Deiner Meinung bestehst, kann ich nichts machen. Schau, ich hab' schon
> > an die 40 Jahre lang Philologie betrieben und Sprach- und
> > Gesellschaftskritik geübt und hab' ein bißchen mehr Erfahrung als Du.
> Gerne wuerde ich Dir glauben, aber wenn Deine Behauptungen der
> Anschauung und anderen Quellen widersprechen, solltest Du ausser
> Deinem Bart noch ein weiteres Argument auffuehren.
Dein totschlägerisches Bart-Argument habe ich mit meinem 1888er Zitat
aus der "New York Times" bereits totgeschlagen. Dein Gegenargument
besteht aus der 1973er geklauten Kapitelüberschrift "Der Erdrutsch"
eines verdächtigen und stümperischen Journalisten. Hähä! Die ehrbare
"New York Times" kontra den Stümper Fest.
> Was die Bedeutung von "Erdrutsch" angeht, so schreibt mein "Duden
> Deutsches Universalwoerterbuch" von 89:
>
> Erdrutsch: ... Ue: der Wahlausgang kam einem Erdrutsch gleich (brachte
> einschneidende Veraenderungen).
>
> Ich bin also zumindest nicht der Einzige der den Begriff so versteht.
Das gebe ich gerne zu. Mindestens drei andere Leser stimmen Dir auch zu.
Aber wie steht's mit der Volksbefragung was "erdrutschartiger Sieg"
bedeutet? Bitte raus in die frische Luft und 30 Leute befragen. Wenn nur
10% der 30 Durchschnittsbürger den Begriff so verstehen wie Du und der
Duden, gebe ich mich sofort geschlagen.
> Etwas verwirrte mich dann Langenscheids "Grosses Schulwoerterbuch
> Englisch-Deutsch" (Ausgabe 82, Copyright 77):
>
> landslide: 1. Erdrutsch 2. pol fig ,Erdrutsch' a) voelliger Umschwung b)
> ueberwaeltigender Wahlsieg.
>
> Offensichtlich versteht Langenscheid unter "Erdrutsch" auch einen
> Ueberwaeltigenden Wahlsieg, was ich bisher nicht so sah.
> (Eine Erdrutschwahl kann zwar zu einem ueberwaeltigenden Wahlsieg
> fuehren, wird aber z.B. zum ersten mal gewaehlt ist ein
> ueberwaeltigenden Wahlsieg kein Erdrutsch).
>
> Andererseits uebersetzt Langscheid "landslide" auch mit "voelliger
> Umschwung", was nach Deiner Aussage nicht korrekt waere. Auch mein
> Oxford Dictionary sagt
>
> landslide: (b) sudden change in political opinion resulting in an
> overwhelming majority of votes for one side in an election.
>
> Er kennt also nur die Bedeutung "ueberwaeltigender Wahlsieg".
>
> Geht man davon aus, dass Duden bzw. Oxford Dict. alle Bedeutungen des
> Begriffes "Erdrutsch" bzw. "landslide" auflistet, so koennte man
> schliessen, das die Uebersetzung Langenscheids von "landslide" (fig) zu
> "Erdrutsch" (Ue) nicht exakt ist (schliesslich bedeuten die Begriffe in
> der jeweiligen Sprache nicht dasselbe). Das meinte ich mit meiner
> Anmerkung, dass die Uebersetzung von "landslide" mit "Erdrutsch" in der
> uebertragenen Bedeutung ein falscher Freund sein koennte.
Ja, das habe ich auch so verstanden. -- Je mehr Wörterbücher Du
befragst, desto verwirrter wirst Du, besonders bei Wörtern und
Wendungen, die noch ziemlich jung sind, aus einer anderen Sprache
übernommen wurden, oder die abstrakt oder tabu sind.
Ich habe jahrelang gewisse Wörter in englischsprachigen Wörterbüchern
verglichen (USA, Kanada, England, Australien), gelegentlich auch
französische und spanische, und darüber in der Serie "Offensive Words in
Dictionaries" in _Maledicta_ berichtet. Man sieht da, welches Wörterbuch
von welchem abschreibt und wie verwirrt und verwirrend die Auskünfte
sind. Wie Du oben schön bewiesen hast, ist das mit "Erdrutsch" auch der
Fall.
MfG,
Reinhold Aman
Santa Rosa, CA 95402, USA
Ok, Ok. Ueber die Qualitaet seines Buches kann ich nichts sagen, ich
habe mir nur das Inhaltsverzeichnis angeschaut. Mir reichte es einen
Beleg fuer die uebertragene Verwendung des Begriffes "Erdrutsch" vor
1980 zu finden. Da der Begriff in den 80er-Jahren schon im
Geschichtsunterricht etabliert war, sollte dies auch moeglich sein. Ich
habe eben in das aelteste mir auf einfache Weise zugaengliche
Geschichtsbuch geschaut, das von der Zeit berichtete.
Den Artikel von Jörg Digmayer muss ich ueberlesen haben, er scheint doch
auch zu belegen, dass der Begriff schon laenger etabliert ist?
> (Siehe z. B. meinen Beitrag
> "Nazis revisited" vom 4. 7. 1998.)
Hier in de.etc.sprache.deutsch?
> > Vermutlich missverstehen wir uns
> > hier. Klar, auch ich halte "landslide" fuer einen englischen Begriff,
> > ich behaupte aber nur, dass "Erdrutsch" nicht englisch ist. Ich konnte
> > den Begriff z.B. nicht in meinem Oxford Dictionary finden.
>
> In anderen und neueren Wörterbüchern nachschlagen....
Ok. Das Hypertext-Webster-Gateway
http://work.ucsd.edu:5141/cgi-bin/http_webster?isindex=Erdrutsch&method=exact
liefert als Antwort:
No definition found for "Erdrutsch"
ueberzeugt?
> Dein totschlägerisches Bart-Argument habe ich mit meinem 1888er Zitat
> aus der "New York Times" bereits totgeschlagen. Dein Gegenargument
> besteht aus der 1973er geklauten Kapitelüberschrift "Der Erdrutsch"
> eines verdächtigen und stümperischen Journalisten.
Das sind doch keine sich widersprechenden Argumente? Dass "landslide"
ein englischer Begriff ist zweifelt doch niemand an! Und wenn er die
Kapitelueberschrift, wie Du meinst, geklaut haette, dann muesstest Du
doch auch einen noch frueheren Beleg kennen?
> Das gebe ich gerne zu. Mindestens drei andere Leser stimmen Dir auch zu.
> Aber wie steht's mit der Volksbefragung was "erdrutschartiger Sieg"
> bedeutet? Bitte raus in die frische Luft und 30 Leute befragen.
Naja, ich bin es ja nicht gerade gewohnt fremde Leute zu interviewen
(und dazu noch ohne Honorar). Ich werde mich aber mal in meinem
Bekanntenkreis umhoeren. Uebrigens versteht auch der Bundestag
"erdrutschartig" aehnlich wie ich:
http://www.bundestag.de/gremien/sonstig/bund_7.htm.
> Wenn nur
> 10% der 30 Durchschnittsbürger den Begriff so verstehen wie Du und der
> Duden, gebe ich mich sofort geschlagen.
... ob mein Bekanntenkreis allerdings aus Durchschnittsbuergern besteht?
Zumindest kann ich im Verstaendnis des Begriffes nicht ganz falsch
liegen, wenn auch Duden dieselbe Meinung hat.
Darf ich um mir darueber klarzuwerde und um zu verhindern, dass ich Dich
missverstehe nochmals unsere Positionen zusammenfassen? (korrigiere
mich, wenn ich falsch liege!)
Du bist der Meinung:
1) "Erdrutsch" (Ue) stammt vom englischen "landslide" (fig)
2) ... und bedeutet deshalb "ueberwaeltigender Wahl-sieg/-verlust"
3) "Erdrutsch" taucht mit dieser Bedeutung seit den 80ern auf.
Ich bin der Meinung:
2) "Erdrutsch" (Ue) bedeutet starke Veraenderungen, also offenbar etwas
anderes, als der Englische Begriff "landslide" (fig)
3) "Erdrutsch" war in den 80ern etabliert.
Gruss,
Jochen