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wie schreibt man Geddi oder Gedi= Patenonkel

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susanne

unread,
Oct 8, 2008, 9:21:13 AM10/8/08
to
Hallo zusammen,

hier im Süddeutschen sagt man für den Taufpaten Geddi bzw. Gedi.

Weiß jemand wie man das schreibt?

Vielen Dank
Susanne


Werner Tann

unread,
Oct 8, 2008, 9:32:10 AM10/8/08
to
"susanne" <susi...@gmx.de> schrieb:

>hier im Süddeutschen sagt man für den Taufpaten Geddi bzw. Gedi.
>
>Weiß jemand wie man das schreibt?

Ja, der Duden: Göd, der; -en, -en (österr. für Pate)
Auch:
Go|del, die; -, -n (südd. für Patin)
Godl, die; -, -n (österr. für Patin)
Go|de (Nebenform von Gote [Pate])
Go|te, der; -n, -n (landsch. für Pate)
Go|den, die; -, - (svw. Godel)

Mein bester Freund in Kindertagen nannte seine Godel "Goli". Aber das
ist vielleicht eine andere Geschichte.

G.Eisenmann

unread,
Oct 8, 2008, 9:33:38 AM10/8/08
to
"susanne" <susi...@gmx.de> wrote in message
news:gcic47$e0c$00$1...@news.t-online.com...

> Hallo zusammen,
>
> hier im Süddeutschen sagt man für den Taufpaten Geddi bzw. Gedi.
>
> Weiß jemand wie man das schreibt?
>
Mein Geddi hat immer mit Götti unterschrieben.

Mich würde interessieren, wo im Süd(west)en diese Bezeichnungen noch
verwendet werden. Hier in Karlsruhe scheint man das nicht zu kennen.

Georg, ursprünglich aus Freiburg


Christian Seidl

unread,
Oct 8, 2008, 9:42:40 AM10/8/08
to
On 8 Okt., 15:33, "G.Eisenmann" <g_eisenm...@web.de> wrote:

> Mich würde interessieren, wo im Süd(west)en diese Bezeichnungen noch
> verwendet werden. Hier in Karlsruhe scheint man das nicht zu kennen.
>
> Georg, ursprünglich aus Freiburg

In der Schweiz ist das – natürlich – im Dialekt immer noch der allein
übliche Begriff (natürlich mit den üblichen Abweichungen je nach
Dialekt). Sogar im Schriftdeutschen wird "Götti" bisweilen verwendet,
wenn man die Aussage etwas emotionaler halten will.

Ch.

Lothar Frings

unread,
Oct 8, 2008, 9:47:18 AM10/8/08
to
Christian Seidl tat kund:

> In der Schweiz ist das – natürlich – im Dialekt immer noch der allein
> übliche Begriff (natürlich mit den üblichen Abweichungen je nach
> Dialekt). Sogar im Schriftdeutschen wird "Götti" bisweilen verwendet,
> wenn man die Aussage etwas emotionaler halten will.

Hat das Wort was mit "Gott" zu tun? So wie im
Englischen der "Godfather"?

Christian Seidl

unread,
Oct 8, 2008, 10:30:06 AM10/8/08
to

Es ist wahrscheinlich eine Verkürzung aus "gotfater", aber es gibt
auch Etymologen, die das Wort eher auf ein germanisches Wort
zurückführen wollen, das im Gotischen "gudja" = Priester erhalten ist
(weiß der Geier, warum sie das tun).

Ch.

Sebastian Schneider

unread,
Oct 8, 2008, 12:24:50 PM10/8/08
to
On 2008-10-08 15:33:38 +0200, "G.Eisenmann" <g_eis...@web.de> said:
> Mich würde interessieren, wo im Süd(west)en diese Bezeichnungen noch
> verwendet werden. Hier in Karlsruhe scheint man das nicht zu kennen.

Ich stamme aus dem tiefsten Oberbayern und hab den Begriff noch nie gehört.

--
Gruß
Sebastian

Oliver Cromm

unread,
Oct 8, 2008, 1:11:54 PM10/8/08
to
* "G.Eisenmann" <g_eis...@web.de> wrote:

Ich kenne es aus dem Raum Frankfurt/M nicht, aber (als "Gode" mit langem
o) von einer Verwandten, die etwas östlich von Frankfurt aufgewachsen
ist, also im Berührungsraum Hessen/Franken.

--
There are two ways of constructing a software design. One way is to make
it so simple that there are obviously no deficiencies. And the other way
is to make it so complicated that there are no obvious deficiencies.
The first method is far more difficult. -- C. A. R. Hoare

Dirk Schneïder

unread,
Oct 8, 2008, 2:01:16 PM10/8/08
to
Oliver Cromm schrieb am 08.10.2008 19:11:

> Ich kenne es aus dem Raum Frankfurt/M nicht, aber (als "Gode" mit langem
> o) von einer Verwandten, die etwas östlich von Frankfurt aufgewachsen
> ist, also im Berührungsraum Hessen/Franken.

Ich aus Südwestfalen kenne die Gote, das ist allerdings nur die
Patentante. Ich wüsste grad gar nicht, ob es für den männlichen einen
anderen Begriff als Patenonkel gibt.

Dirk

Christian Seidl

unread,
Oct 8, 2008, 2:09:12 PM10/8/08
to
On 8 Okt., 18:24, Sebastian Schneider <sebs...@gmx.tld> wrote:

> On 2008-10-08 15:33:38 +0200, "G.Eisenmann" <g_eisenm...@web.de> said:
>
> > Mich würde interessieren, wo im Süd(west)en diese Bezeichnungen noch
> > verwendet werden. Hier in Karlsruhe scheint man das nicht zu kennen.
>
> Ich stamme aus dem tiefsten Oberbayern und hab den Begriff noch nie gehört.

Merkwürdig. In Österreich ist "Göd" (oder so ähnlich: "Geid") und das
Femininum "Godl" noch gut bekannt. Auch Formen mit anlautendem D-
("Deed") oder so kennst du nicht?

Ch.

Message has been deleted

Stephen Hust

unread,
Oct 8, 2008, 2:39:46 PM10/8/08
to
Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:

> "susanne" <susi...@gmx.de> schrieb:

>> hier im Süddeutschen sagt man für den Taufpaten Geddi bzw.
>> Gedi.
>>
>> Weiß jemand wie man das schreibt?

> Ja, der Duden: Göd, der; -en, -en (österr. für Pate)
> Auch:
> Go|del, die; -, -n (südd. für Patin)
> Godl, die; -, -n (österr. für Patin)

> [...]

"Jede Godl, jeder Göd, kauft die Firmungsuhr bei(m) Schwödt" (einem
Juwelier am Julius-Tandler-Platz in Wien).

--
Steve

My e-mail address works as is.

Thomas Schade

unread,
Oct 8, 2008, 3:53:21 PM10/8/08
to
On 08.10.2008 19:11, Oliver Cromm wrote:

> Ich kenne es aus dem Raum Frankfurt/M nicht, aber (als "Gode" mit langem
> o) von einer Verwandten, die etwas östlich von Frankfurt aufgewachsen
> ist, also im Berührungsraum Hessen/Franken.

Aus dem Saarländischen kenne ich das als 'Goohd'. Das 'o' wird da
gesprochen wie in 'offen' aber lang.


Ciao
Toscha
--
Bildung ist das, was die meisten empfangen,
viele weitergeben und die wenigsten haben.
[Karl Kraus]

Markus Loch

unread,
Oct 8, 2008, 5:11:03 PM10/8/08
to
Thomas Schade schrieb:

> On 08.10.2008 19:11, Oliver Cromm wrote:
>
>> Ich kenne es aus dem Raum Frankfurt/M nicht, aber (als "Gode" mit langem
>> o) von einer Verwandten, die etwas östlich von Frankfurt aufgewachsen
>> ist, also im Berührungsraum Hessen/Franken.
>
> Aus dem Saarländischen kenne ich das als 'Goohd'. Das 'o' wird da
> gesprochen wie in 'offen' aber lang.

Aus dem Moselfränkischen kenne ich "Godi", mit langen O, wie in Ofen.
Es gibt auch eine männliche Form, kann mich aber nicht mehr
genau erinnern, möglicherweise "Got". Das Wort würde ich für das
besagte Gebiet auf die rote Liste setzen, Stufe 1, aussterbend. (leider)

Auch der Nachname vom Johann Wolfgang Goethe hat den gleichen Stamm.
Geschrieben noch mit altertümlichem tie-äitsch, das fälschlich als "T"
gesprochen wird. Lautverschieberisch korrekt wäre die Aussprache "Göde"
Ob man in der Familie von Goethe diese Falschaussprache absichtlich
oder aus Unkenntnis eingeführt hat, weiss ich nicht. Das Wort
"Göde" hat jedenfalls keinen mir bekannten negativen Beigeschmack.
Vielleicht klang "Göte" hochdeutscher als "Göde" und wurde
deshalb bevorzugt.

Anders so bei Luther. Die Familie hiess korrekt "Luder", was der
thüringischen Form von Lothar entspricht. (auch bei Lothar
ursprünglich keine "t" sondern tie-äitsch Ausprache). Das erschien
Martin Luther wohl zu negativ, sodass er sich ein altertümelndes
"th" statt des "d" zulegte. Jetzt hatte er einen Namen, den er von
mittlhochdeutschem "luter" herleiten konnte. Damit konnte man
auftrumpfen, denn: mhd. luter: gereinigt, (ergibt neuhochdeutsches
"lauter" im Sinne von "anständig" und "unverfälscht"). und mhd.
liutern: reinigen.

Und so machte er seinen Namen zu seinem Programm; allerdings kam er
nicht weit genug denn die Katholiken sind immer noch unter uns.


Gruss
Markus

Christian Seidl

unread,
Oct 8, 2008, 5:24:20 PM10/8/08
to
On 8 Okt., 23:11, Markus Loch <M...@rkusLo.wegdamit.ch> wrote:

> Aus dem Moselfränkischen kenne ich "Godi", mit langen O, wie in Ofen.
> Es gibt auch eine männliche Form, kann mich aber nicht mehr
> genau erinnern, möglicherweise "Got". Das Wort würde ich für das
> besagte Gebiet auf die rote Liste setzen, Stufe 1, aussterbend. (leider)
>
> Auch der Nachname vom Johann Wolfgang Goethe hat den gleichen Stamm.

Ich weiß nicht, woher du das hast, aber diese Interpretation würde nur
dann stimmen, wenn Goethes Familie seit alter Zeit in Frankfurt
ansässig gewesen wäre. Goethes stammen aber aus dem Vogtland und dort
war dieses Wort nicht bekannt.

"Goethe" ist eine Kurzform eines zweigliedrigen Namens mit Vorderteil
"Gott-" (z.B. Gottfried).


> Anders so bei Luther. Die Familie hiess korrekt "Luder", was der
> thüringischen Form von Lothar entspricht. (auch bei Lothar
> ursprünglich keine "t" sondern tie-äitsch Ausprache). Das erschien
> Martin Luther wohl zu negativ, sodass er sich ein altertümelndes
> "th" statt des "d" zulegte.

Auch das stimmt so nicht: Er hat sich ja nicht einfach plötzlich mit
<t>, sondern mit <th> geschrieben. Und das tat er in Anlehnung an
griechisch "eleutheros" = "frei".

Ch.

Jörg Marx

unread,
Oct 8, 2008, 5:40:24 PM10/8/08
to
Markus Loch <M...@rkusLo.wegdamit.ch> wrote:

> Thomas Schade schrieb:
> > On 08.10.2008 19:11, Oliver Cromm wrote:
> >
> >> Ich kenne es aus dem Raum Frankfurt/M nicht, aber (als "Gode" mit langem
> >> o) von einer Verwandten, die etwas östlich von Frankfurt aufgewachsen
> >> ist, also im Berührungsraum Hessen/Franken.
> >
> > Aus dem Saarländischen kenne ich das als 'Goohd'. Das 'o' wird da
> > gesprochen wie in 'offen' aber lang.
>
> Aus dem Moselfränkischen kenne ich "Godi", mit langen O, wie in Ofen.
> Es gibt auch eine männliche Form, kann mich aber nicht mehr
> genau erinnern, möglicherweise "Got". Das Wort würde ich für das
> besagte Gebiet auf die rote Liste setzen, Stufe 1, aussterbend. (leider)
>

Der männliche Pate ist im Moselfränkischen der "Päta", zumindest in der
Südeifel.

Im Saarland ist es der "Patt"

Gruß,
Jörg
--
"Paßt op, T' Waasser as knaschteg!"
"Bitte?"
"Trinken Sie langsam, das Wasser ist kalt."

curt-b...@t-online.de

unread,
Oct 9, 2008, 1:41:22 AM10/9/08
to
On Wed, 08 Oct 2008 20:15:36 +0200, Niels Ott <nien...@drni.de>
wrote:

>susanne wrote:
>> hier im Süddeutschen sagt man für den Taufpaten Geddi bzw. Gedi.
>

>Im Süddeutschen?
>
>Im Schwäbischen: Dedde für Patenonkel, Dodde für Patentante.
>
Im Nordschwarzwald, so um Nagold rum, habe ich eher Deede und Doode
gehört. Ich, aus der Stuttgarter Gegend, konnte mir als Kind darunter
aber nichts vorstellen. Wahrscheinlich alles sehr regional.
cb

Michael Pronay

unread,
Oct 9, 2008, 1:42:56 AM10/9/08
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

> Merkwürdig. In Österreich ist "Göd" (oder so ähnlich: "Geid")
> und das Femininum "Godl" noch gut bekannt.

Jede Godl, jeder Göd -
Kauft die Firmungsuhr beim Schwödt!

Den Schwödt gibt's noch, <http://www.schwoedt.com/>; die Tramways
mit den 40 x 40 cm großen Holzahmen im Inneren, in denen solche
Kleinplakate aufgeklebt waren, nimmer.

Die Tramway sah so aus:

<http://www.werbeka.com/wien/wien2/33er2.jpg>

Im Kontext, wenn wer mehr wissen will:

<http://www.werbeka.com/wien/wien2/elektrd.htm>

M.

Michael Pronay

unread,
Oct 9, 2008, 1:44:03 AM10/9/08
to
Stephen Hust <shNO...@a1.net> wrote:

> "Jede Godl, jeder Göd, kauft die Firmungsuhr bei(m) Schwödt"
> (einem Juwelier am Julius-Tandler-Platz in Wien).

Da war der Stephen schneller, sorry for double posting.

Ich lass aber das andere trotzdem stehen.

M.

Helga Schulz

unread,
Oct 9, 2008, 5:28:56 PM10/9/08
to
"G.Eisenmann" <g_eis...@web.de> schrieb vorher:

>"susanne" <susi...@gmx.de> wrote in message
>news:gcic47$e0c$00$1...@news.t-online.com...
>> Hallo zusammen,
>>
>> hier im Süddeutschen sagt man für den Taufpaten Geddi bzw. Gedi.
>>
>> Weiß jemand wie man das schreibt?
>>
>Mein Geddi hat immer mit Götti unterschrieben.

Ich habe meinen Patenonkel auch immer Götti genannt, und meine
Patentante Gotte (Kreis WT).


>
>Mich würde interessieren, wo im Süd(west)en diese Bezeichnungen noch
>verwendet werden. Hier in Karlsruhe scheint man das nicht zu kennen.

Hm, vielleicht zuviel Hochdeutsch dort. Wie an anderen
Wortmeldungen zu sehen, ist das ja nicht nur im Alemannischen
verbreitet.
>
>Georg, ursprünglich aus Freiburg
>
Das e für ö kommt mir Kaiserstühlerisch, Breisacherisch oder
Elsässisch vor, kann mich aber täuschen.

Message has been deleted

Markus Loch

unread,
Oct 9, 2008, 6:12:40 PM10/9/08
to
Christian Seidl schrieb:

> On 8 Okt., 23:11, Markus Loch <M...@rkusLo.wegdamit.ch> wrote:
>
>> Aus dem Moselfränkischen kenne ich "Godi", mit langen O, wie in Ofen.
>> Es gibt auch eine männliche Form, kann mich aber nicht mehr
>> genau erinnern, möglicherweise "Got". Das Wort würde ich für das
>> besagte Gebiet auf die rote Liste setzen, Stufe 1, aussterbend. (leider)
>>
>> Auch der Nachname vom Johann Wolfgang Goethe hat den gleichen Stamm.
>
> Ich weiß nicht, woher du das hast, aber diese Interpretation würde nur
> dann stimmen, wenn Goethes Familie seit alter Zeit in Frankfurt
> ansässig gewesen wäre. Goethes stammen aber aus dem Vogtland und dort
> war dieses Wort nicht bekannt.
>
Der Wortstamm Godi, Götti oder Goði ist im gesamten germanischen
Sprachraum bekannt, vergleiche z.B. isländisch Goðe für den
Gesetzessprecher des Allthing.
<http://de.wikipedia.org/wiki/Godentum>

> "Goethe" ist eine Kurzform eines zweigliedrigen Namens mit Vorderteil
> "Gott-" (z.B. Gottfried).


Es wäre jetzt schön gewesen, wenn du diesen zweigliedrigen Namen
genannt hättest.

>
>> Anders so bei Luther. Die Familie hiess korrekt "Luder", was der
>> thüringischen Form von Lothar entspricht. (auch bei Lothar
>> ursprünglich keine "t" sondern tie-äitsch Ausprache). Das erschien
>> Martin Luther wohl zu negativ, sodass er sich ein altertümelndes
>> "th" statt des "d" zulegte.
>
> Auch das stimmt so nicht: Er hat sich ja nicht einfach plötzlich mit
> <t>, sondern mit <th> geschrieben. Und das tat er in Anlehnung an
> griechisch "eleutheros" = "frei".

Die Leute sprachen aber kein griechisch sondern mittelhochdeutsch.
Und im Mittelhochdeutschen verbindet man das Wort "Luther", so wie
es heute und wohl auch damals ausgesprochen wurde, mit dem
mittelhochdeutschen Wort "lutter". Da gibt es für mich überhaupt
keinen Zweifel, dass Luther das so gewollt hat.

Kannst du eine Textstelle bei Luther referenzieren, wo er die von
die angebotene etymlogische Deutung selbst niederschreibt.

Gruss
Markus

Christina Kunze

unread,
Oct 9, 2008, 6:22:36 PM10/9/08
to
"Rüdiger Silberer" <Use...@Silberer.net> schrieb
>
> In Mittelfranken heißt der Pate Duud. Es kennen aber nur noch wenige
> diese Bezeichnung. Üblich ist der Name nicht mehr.

Geht der Name mit der Sache verloren? Ist es bei Euch
überwiegend üblich, Paten zu haben oder Pate zu sein?

chr

Gerald Fix

unread,
Oct 10, 2008, 1:02:30 AM10/10/08
to
On Thu, 9 Oct 2008 23:32:25 +0200, Rüdiger Silberer
<Use...@Silberer.net> wrote:

>> Merkwürdig. In Österreich ist "Göd" (oder so ähnlich: "Geid") und das
>> Femininum "Godl" noch gut bekannt. Auch Formen mit anlautendem D-
>> ("Deed") oder so kennst du nicht?
>

>In Mittelfranken heißt der Pate Duud. Es kennen aber nur noch wenige
>diese Bezeichnung. Üblich ist der Name nicht mehr.

Im Nordschwäbischen ist es der Dood und auch das schwindet.


--
Viele Grüße
Gerald Fix

G.Eisenmann

unread,
Oct 10, 2008, 2:47:48 AM10/10/08
to

"Helga Schulz" <h...@colorcraze.de> wrote in message
news:burse4tub33k6lc4g...@4ax.com...

> Das e für ö kommt mir Kaiserstühlerisch, Breisacherisch oder
> Elsässisch vor, kann mich aber täuschen.

Nein, sämtliche Verwandte aus dem Freiburger Raum sowie aus dem Ortenaukreis
(Kinzigtal) verwenden das e, während ein Freund, dessen Wurzeln aus Lörrach
sind, wie Du auch Götti sagt (mit recht hartem t). Zum weiblichen Pendant
wird auch Gotti/Goddi gesagt, während die Verwandschaft im Kinzigtal Gedda
sagt.


Yvonne Steiner

unread,
Oct 10, 2008, 3:13:59 AM10/10/08
to
G.Eisenmann <g_eis...@web.de> wrote:

^^^^^^^^^^^
> im Kinzigtal Gedda sagt.

Da horchte ich eben auf. Auch bei uns (in ZH) ist der männliche Part der
"Götti" und der weibliche dann aber die "Gotte".

Über diese Lautverschiebung habe ich bisher noch nicht nachgedacht.
Ist sie denn erklärbar?

--
Yvonne Steiner

Message has been deleted

Christian Seidl

unread,
Oct 10, 2008, 6:47:37 AM10/10/08
to
On 10 Okt., 00:12, Markus Loch <M...@rkusLo.wegdamit.ch> wrote:
> Christian Seidl schrieb:> On 8 Okt., 23:11, Markus Loch <M...@rkusLo.wegdamit.ch> wrote:
>
> >> Aus dem Moselfränkischen kenne ich "Godi", mit langen O, wie in Ofen.
> >> Es gibt auch eine männliche Form, kann mich aber nicht mehr
> >> genau erinnern, möglicherweise "Got". Das Wort würde ich für das
> >> besagte Gebiet auf die rote Liste setzen, Stufe 1, aussterbend. (leider)
>
> >> Auch der Nachname vom Johann Wolfgang Goethe hat den gleichen Stamm.
>
> > Ich weiß nicht, woher du das hast, aber diese Interpretation würde nur
> > dann stimmen, wenn Goethes Familie seit alter Zeit in Frankfurt
> > ansässig gewesen wäre. Goethes stammen aber aus dem Vogtland und dort
> > war dieses Wort nicht bekannt.
>
> Der Wortstamm Godi, Götti oder Goði ist im gesamten germanischen
> Sprachraum bekannt, vergleiche z.B. isländisch Goðe für den
> Gesetzessprecher des Allthing.
> <http://de.wikipedia.org/wiki/Godentum>

Dass der Wortstamm ursprünglich überall bekannt war, tut nichts zur
Sache. Wichtig ist nämlich einzig die Zeit, in der die Familiennamen
entstanden, also das späte Mittelalter. Und damals war – wenn man den
einschlägigen Wörterbüchern glauben darf – der Ausdruck im Vogtland
eben bereits verschwunden. Wenn das Appellativum nicht mehr
existierte, kann es nicht zu einem Familiennamen geworden sein.

> > "Goethe" ist eine Kurzform eines zweigliedrigen Namens mit Vorderteil
> > "Gott-" (z.B. Gottfried).
>
> Es wäre jetzt schön gewesen, wenn du diesen zweigliedrigen Namen
> genannt hättest.

Da nur der erste Teil des Namens weiterlebt, kann man natürlich nicht
sagen, was als zweiter Teil in Frage kommt.

> >> Anders so bei Luther. Die Familie hiess korrekt "Luder", was der
> >> thüringischen Form von Lothar entspricht. (auch bei Lothar
> >> ursprünglich keine "t" sondern tie-äitsch Ausprache). Das erschien
> >> Martin Luther wohl zu negativ, sodass er sich ein altertümelndes
> >> "th" statt des "d" zulegte.
>
> > Auch das stimmt so nicht: Er hat sich ja nicht einfach plötzlich mit
> > <t>, sondern mit <th> geschrieben. Und das tat er in Anlehnung an
> > griechisch "eleutheros" = "frei".
>
> Die Leute sprachen aber kein griechisch sondern mittelhochdeutsch.

Scherzkeks. Die Gelehrten sprachen es sehr wohl. Und die haben sich
damals wacker sogar völlig griechische oder lateinische Namen gegeben,
vgl. Melanchthon (für Schwarzert) usw.

> Und im Mittelhochdeutschen verbindet man das Wort "Luther", so wie
> es heute und wohl auch damals ausgesprochen wurde, mit dem
> mittelhochdeutschen Wort "lutter". Da gibt es für mich überhaupt
> keinen Zweifel, dass Luther das so gewollt hat.

Damit erklärst du das <h> aber nicht.


>
> Kannst du eine Textstelle bei Luther referenzieren, wo er die von
> die angebotene etymlogische Deutung selbst niederschreibt.

Ich stütze mich auf die einschlägige Fachliteratur. Woher stammt denn
deine "Deutung"?

Ch.

Birgit Nietsch

unread,
Oct 10, 2008, 10:35:50 AM10/10/08
to
Rüdiger Silberer schrieb:

> Am 08.10.2008 schrieb Christian Seidl:
>> Merkwürdig. In Österreich ist "Göd" (oder so ähnlich: "Geid") und
>> das Femininum "Godl" noch gut bekannt. Auch Formen mit
>> anlautendem D- ("Deed") oder so kennst du nicht?
>

> In Mittelfranken heißt der Pate Duud. Es kennen aber nur noch
> wenige diese Bezeichnung. Üblich ist der Name nicht mehr.

In Jeremias Gotthelfs Schwarzer Spinne heißt es Götti und Gotte.

Karl Stahn

unread,
Oct 10, 2008, 11:33:31 AM10/10/08
to
Christian Seidl schrieb:
Ich kann bestätigen, dass der "Göd" zwischen
Regensburg, Ingolstadt und München nicht gebräuchlich ist.

Andererseits:
Gibt es da nicht eine Erzählung von Ludwig Thoma,
wo der Firmling mit seinem Göden fürchterlich
einen über den Durst trinkt?
In der altbayerischen Literatur trifft man, meine ich,
den Begriff öfters an; mir war er jedenfalls nicht neu.

Gruß aus Bremen
(wo man auch keinen Göden kennt -:))
K.St.


--
Der Weisswurstäquator verläuft exakt entlang der Donau.
Südlich davon ist ein schönes Land
mit freundlichen Menschen und gutem Essen.
Nördlich davon beginnt der Strand und es gibt Fisch.
Leute wohnen da auch.

Wolfram Heinrich

unread,
Oct 10, 2008, 1:09:11 PM10/10/08
to
Am Fri, 10 Oct 2008 17:33:31 +0200 schrieb Karl Stahn:

> Christian Seidl schrieb:

>> Merkwürdig. In Österreich ist "Göd" (oder so ähnlich: "Geid") und das
>> Femininum "Godl" noch gut bekannt. Auch Formen mit anlautendem D-
>> ("Deed") oder so kennst du nicht?
>>
> Ich kann bestätigen, dass der "Göd" zwischen
> Regensburg, Ingolstadt und München nicht gebräuchlich ist.
>

Etwas weiter südlich allerdings schon. Mein Firmpate (im Rottal) war immer
der Göd. Ich stamme zwar aus einer sudetendeutschen Familie, mein Göd war
aber ein alteingesessener Bauer, von dem kenn ich das Wort.

> Andererseits:
> Gibt es da nicht eine Erzählung von Ludwig Thoma,
> wo der Firmling mit seinem Göden fürchterlich
> einen über den Durst trinkt?

Das ist "Der Firmling" von Karl Valentin. Da ist der Göd auch der Vater des
Firmlings. "Mei Vatta, heit is zünftig." Ob da allerdings im Dialog der
Begriff Göd vorkommt?

Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, er kennt die wüste Gobi nicht, weil er, sagt er, sich
mit solchen Weibern nicht abgibt.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>

Reinhard Gonaus

unread,
Oct 10, 2008, 3:09:25 PM10/10/08
to
Christian Seidl schrieb:

Ja. Göd oder Ged.
Erheiternd oder auch entlarvend find ich, dass die Gewerkschaft
öffentlicher Dienst sich GöD abkürzt, was mich immer an die
standarddeutsche Form "Pate" denken lässt, worauf sich unweigerlich der
Gedanke an den gleichnamigen Film einstellt, was die genannte
Gewerkschaft ebenso unweigerlich in die assoziative Nähe zur Mafia rückt.

Selber demnächst die Ehrennadel für vierzigjährige Mitgliedschaft in
Empfang nehmend

Helga Schulz

unread,
Oct 10, 2008, 7:20:42 PM10/10/08
to
yste...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb vorher:

>G.Eisenmann <g_eis...@web.de> wrote:
>
>> "Helga Schulz" <h...@colorcraze.de> wrote in message
>> news:burse4tub33k6lc4g...@4ax.com...
>> > Das e für ö kommt mir Kaiserstühlerisch, Breisacherisch oder
>> > Elsässisch vor, kann mich aber täuschen.
>>
>> Nein, sämtliche Verwandte aus dem Freiburger Raum sowie aus dem
>> Ortenaukreis (Kinzigtal) verwenden das e, während ein Freund, dessen
>> Wurzeln aus Lörrach sind, wie Du auch Götti sagt (mit recht hartem t). Zum
>> weiblichen Pendant wird auch Gotti/Goddi gesagt, während die Verwandschaft
> ^^^^^^^^^^^
>> im Kinzigtal Gedda sagt.

Ha, das Kinzigtal - sehr eigen. Danke für die genaue Beschreibung
mit Ortsangaben. Sagt der Lörracher nicht Gööti? Die dehnen die
Vokale doch sonst immer so lang..


>
>Da horchte ich eben auf. Auch bei uns (in ZH) ist der männliche Part der
>"Götti" und der weibliche dann aber die "Gotte".
>
>Über diese Lautverschiebung habe ich bisher noch nicht nachgedacht.
>Ist sie denn erklärbar?

Erklären kann ich sie nicht, ich weiß nur aus meiner Lehrzeit,
daß die Dialekte im Oberrheintal lautlich ziemlich abweichen von
denen am Hochrhein.

Thomas Gerlach

unread,
Oct 12, 2008, 8:06:15 AM10/12/08
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Dirk Schneïder schrieb:

Pedder (oder Petter).

CU
Thomas, nachreichend

Dirk Schneïder

unread,
Oct 12, 2008, 9:02:00 AM10/12/08
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Thomas Gerlach schrieb am 12.10.2008 14:06:

>> Ich aus Südwestfalen kenne die Gote, das ist allerdings nur die
>> Patentante. Ich wüsste grad gar nicht, ob es für den männlichen einen
>> anderen Begriff als Patenonkel gibt.

> Pedder (oder Petter).

Den habe ich wiederum noch nicht gehört. Mir ist allerdings von hier
noch der "Patte" eingefallen, das könnte sowas sein.

Dirk

Markus Loch

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Oct 13, 2008, 6:51:02 PM10/13/08
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Christian Seidl schrieb:

> Dass der Wortstamm ursprünglich überall bekannt war, tut nichts zur
> Sache. Wichtig ist nämlich einzig die Zeit, in der die Familiennamen
> entstanden, also das späte Mittelalter. Und damals war – wenn man den
> einschlägigen Wörterbüchern glauben darf – der Ausdruck im Vogtland
> eben bereits verschwunden. Wenn das Appellativum nicht mehr
> existierte, kann es nicht zu einem Familiennamen geworden sein.

Das bedingt aber, man kann die sprachlichen Verhältnisse, sagen wir
mal des Jahres 1300 im Vogtland, heute genau genug rekonstruieren.
Insbesondere muss man eine Aussage treffen können wie:
"Das Wort Göde in der Bedeutung Pate kam _nicht_ vor und ist
_nicht_ zufällig nicht belegt.

Und das, obwohl man weiss, dass das Wort keine 100km westlich des
Vogtlandes bis heute in der besagten Bedeutung verwendet wird
und dass das Wort früher im Vogtland existiert haben muss.

>
>>> "Goethe" ist eine Kurzform eines zweigliedrigen Namens mit Vorderteil
>>> "Gott-" (z.B. Gottfried).
>> Es wäre jetzt schön gewesen, wenn du diesen zweigliedrigen Namen
>> genannt hättest.
>
> Da nur der erste Teil des Namens weiterlebt, kann man natürlich nicht
> sagen, was als zweiter Teil in Frage kommt.

Wie erklärst du dann das "h"?

Wäre für eine solche Kurzform nicht eher "Götz" wahrscheinlicher?

>
>>>> Anders so bei Luther. Die Familie hiess korrekt "Luder", was der
>>>> thüringischen Form von Lothar entspricht. (auch bei Lothar
>>>> ursprünglich keine "t" sondern tie-äitsch Ausprache). Das erschien
>>>> Martin Luther wohl zu negativ, sodass er sich ein altertümelndes
>>>> "th" statt des "d" zulegte.
>>> Auch das stimmt so nicht: Er hat sich ja nicht einfach plötzlich mit
>>> <t>, sondern mit <th> geschrieben. Und das tat er in Anlehnung an
>>> griechisch "eleutheros" = "frei".

>> Und im Mittelhochdeutschen verbindet man das Wort "Luther", so wie
>> es heute und wohl auch damals ausgesprochen wurde, mit dem
>> mittelhochdeutschen Wort "lutter". Da gibt es für mich überhaupt
>> keinen Zweifel, dass Luther das so gewollt hat.
>
> Damit erklärst du das <h> aber nicht.

Ich sage nicht, dass deine Erklärung falsch ist, ich sage, dass
meine Erklärung auch richtig ist. Luther hat mit seiner
Umbenennung drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Fürs Volk hört sich sein Name nach "reinigen" an. Für
die damaligen gräkofilen Gelehrten nach "Freiheit".
Durch die Änderung kam er Wortspielen mit seinem
Namen und dem mhd. Wort "luoder" zuvor.

Zudem kam er mit einer minimalen Änderung seines Namens aus,
indem er einfach die Vorläuferform von "Luder" verwendet.

>> Kannst du eine Textstelle bei Luther referenzieren, wo er die von
>> die angebotene etymlogische Deutung selbst niederschreibt.
>
> Ich stütze mich auf die einschlägige Fachliteratur. Woher stammt denn
> deine "Deutung"?

Eigene Überlegungen. Falls die unerwünscht sein sollten, lass es
mich wissen. An der Textstelle bei Luther, wo er seinen neuen Namen
herleitet, wäre ich tatsächlich immer noch interessiert.
Ich bezweifle nicht, dass es diese gibt.
Kennt die vielleicht sonstwer?

Gruss
Markus

Mathias Koerber

unread,
Oct 14, 2008, 7:03:39 AM10/14/08
to
Rüdiger Silberer wrote:

> In Mittelfranken heißt der Pate Duud. Es kennen aber nur noch wenige
> diese Bezeichnung. Üblich ist der Name nicht mehr.

Wieso, heisst er jetzt 'Dude'?

SCNR
M

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