bei mir wurde eine einseitige Innenohrschwerhörigkeit (mit Tinnitus)
diagnostiziert. Nach langen hin und her habe ich mich nun dazu entschieden,
mal ein Hörgerät auszuprobieren.
Gehe ich da direkt in den Laden, oder muss ich erst wie bei einer Brille
nochmal zum HNO, damit der die 'Parameter' bestimmt?
--
Ciao Stephan...
Da ein Hoergeraet (und Du brauchst wohl derer 2) recht teuer ist und
Du bestimmt moechtest, dass die Kosten ganz oder zum grossen Teil von
der Krankenkasse uebernommen werden, solltest Du schon eine Verordnung
vom HNO-Arzt holen.
Die Anpassung der Geraete weicht auch "etwas" von der einer Brille ab,
da erstmal Ohrpass-Stuecke für Dich angefertigt werden muessen, an die
dann die Testgeraete und spaeter die richtigen Hoergeraete angesteckt
werden (ausser Du moechtest Im-Ohr-Geraete).
Versuche auch im Vorfeld die Preislage des Akustikers auszuloten, da
gibt es z.T. recht grosse Unterschiede und wenn man einmal einen
Akustiker gewaehlt hat, ist man erstmal an ihn gebunden.
Viele Gruesse Ralph
www.schwerhoerigenforum.de
Du musst beides machen
a) der HNO muss die Verschreibung machen
b) der Akustiker sollte IMHO dieselben Hörprüfungen nochmal machen,
manchmal kommen andere Werte dabei raus, ich habe seinerzeit meinem
Akustiker gelaubt.
Wenn du auch Tinnitus hast, sprich mal mit deinem HNO drüber, ob es sich
bei dir anbietet, Hörgeräte mit angebauten / eingebauten Rauschern
(Noisern) zu verschreiben. Rauscher können in manchen Sitationen die
Autmerksamkeit zum Tinnitus durch ein gleichmässiges Rauschen über fast
alle Freqzenzen (daher "weisses Rasuchen") vermindern. Klappt nicht bei
jedem, aber bei etlichen Leuten recht gut. Ist natürlich auch nicht das
Allheilmittel.
Beim Hörgerät achte darauf, dass du möglichst volldigitale Geräte nimmst
(ist aber eine Frage des Geldbeutels), die Dinger lassen sich erheblich
besser einstellen und haben mehr automatisierte Funktionen, wird dir ein
Akustiker aber auch erklären.
Ob du erst eine (kostenlose, mit Anmeldung) Beratung beim Akustiker
machst oder erst zum HNO ist vermutlich zweitrangig, nur die Daten vom
Akustiker nicht dem HNO zeigen, die vom HNO aber dem Akustiker. Der
Akustiker sollte auch derjenige sein, der die Geräte bestellt und
einstellt. Dort hast du dann auch Garantie und kannst häufiger zum
Nachstellen für bestimmte Situationen kommen, kost nix ausser einen
Termin machen. Termine beim HNO? ;-)))
Grüsse von
Jürgen
--
Newsgruppe mit Tinnitus-FAQ news:de.etc.selbsthilfe.gehoer
Teile der FAQ auch im Web http://www.liesmal.de/tinnitus-faq
auch Geräusche, Frequenzen, Hörgerät, Ohrstöpsel, Kopfhörer, Bildschirme
zum Thema Schwerhörigkeit http://www.liesmal.de/schwerhoerig/
> Beim Hörgerät achte darauf, dass du möglichst volldigitale Geräte nimmst
> (ist aber eine Frage des Geldbeutels), die Dinger lassen sich erheblich
> besser einstellen und haben mehr automatisierte Funktionen.
Das gilt nur für Leute, die eine "komplizierte" Hörkurve haben. Sonst gilt
es, analoge und digitale Hörgeräte zu testen und nach subjektiven
Empfinden zu entscheiden.
Gruß,
Florian Weber
> wenn man einmal einen Akustiker gewaehlt hat, ist man
> erstmal an ihn gebunden.
Kannst Du das bitte mal begründen?
Gruß,
Florian Weber
>> wenn man einmal einen Akustiker gewaehlt hat, ist man
>> erstmal an ihn gebunden.
>Kannst Du das bitte mal begründen?
Ja - ist eine eigene Erfahrung und die Erfahrung vieler anderer
Schwerhoeriger bzw. Eltern schwerhoeriger Kinder. Bis man so
aufgeschlossen/mutig/abgebrueht ist, einen Akustiker mitten in einer
Hoergeraete-Anpassung zu wechseln dauert es schon lange.
Natuerlich, theoretisch kann man jederzeit wechseln ...
Der Akustiker fragt wohl erstmal nach der Verordnung vom Arzt und
behaelt die ein, damit bekommt er schliesslich seine Arbeit bezahlt.
Dann passt der die Otoplastiken an und schon ist man in seinen Haenden
- wie gesagt, theoretisch kann man aber trotzdem wechseln ...
Viele Gruesse Ralph
www.schwerhoerigenforum.de
> >> wenn man einmal einen Akustiker gewaehlt hat, ist man
> >> erstmal an ihn gebunden.
>
> >Kannst Du das bitte mal begründen?
>
> Bis man so aufgeschlossen/mutig/abgebrueht ist, einen
> Akustiker mitten in einer Hoergeraete-Anpassung zu wechseln
> dauert es schon lange.
Bei einer laufenden Anpassung würde ich es auch nur tun, wenn ich dem
Akustiker die Verordnung nicht in die Hände gedrückt habe - sonst macht
der unnötigen Ärger. Viele Akustiker bestehen darauf (Kunden kidnappen),
da muss man halt hartknäckig bleiben und begründen (z.B. Probeanpassung,
Preisvergleich). Sonst sehe ich absolut keine Hindernisse, den Akustiker
zu wechseln. Der übliche Check der Hörgeräte und Otoplastiken ist nicht am
Akustiker gebunden.
Gruß,
Florian Weber
> "Florian Weber" <floria...@indramat.de> wrote:
>
> >> wenn man einmal einen Akustiker gewaehlt hat, ist man
> >> erstmal an ihn gebunden.
> >Kannst Du das bitte mal begründen?
>
> Ja - ist eine eigene Erfahrung und die Erfahrung vieler anderer
> Schwerhoeriger bzw. Eltern schwerhoeriger Kinder. Bis man so
> aufgeschlossen/mutig/abgebrueht ist, einen Akustiker mitten in einer
> Hoergeraete-Anpassung zu wechseln dauert es schon lange.
Ich habe andere Erfahrung gemacht... allerdings bin ich beim selben
Akustiker geblieben.
> Natuerlich, theoretisch kann man jederzeit wechseln ...
auch praktisch, z.B. direkt nach dem ersten Eindruck, nach dem (doch
hoffentlich überall möglichen) Test von Hörgeräten.
> Der Akustiker fragt wohl erstmal nach der Verordnung vom Arzt
ja
> und behaelt die ein,
nein, wenn das ein Akustiker machen würde, bin ich weg. Ich kann doch
auch zu einem Akustiker hingehen, ohne dass ich eine Verordnung habe,
einfach nur zum Test von Hörgeräten. Vorher frage ich, ob ich kostenlos
testen kann (oder was es kostet). Bei uns in der Zeitung und auf
Werbeblättern steht immer wieder "kostenlos testen".
> damit bekommt er schliesslich seine Arbeit bezahlt.
Nein, die bekommt er erst bezahlt, wenn das Hörgerät vom Kunden als okay
abgenommen wurde.
> Dann passt der die Otoplastiken an und schon ist man in seinen Haenden
> - wie gesagt, theoretisch kann man aber trotzdem wechseln ...
Ich habe ohne Abgabe der Verordnung Hörgeräte (2 verschiedene) zum
Testen bekommen, Test über 4 Wochen. Als "Otoplastik" hatte ich
garnichts, einfach nur das Röhrchen ins Ohr gesteckt, das Hörgerät hält
nicht durch die Otoplastik, sondern vor allem (bei mir) durchs Ohr
(hinter-dem-Ohr). Erst nach der Testphase bekam der Akustiker meine
Verordnung (von mir) und ich dafür dann auch die Otoplastik und etliche
Sitzungen zum Einstellen.
Ich würde jederzeit wieder zum Akustiker gehen anstelle z.B. mir beim
Arzt Hörgeräte anpassen zu lassen. Die Wartezeiten anschliessend beim
Arzt würd ich mir nicht antun, beim Akustiker gehe ich im schlimmsten
Fall ohne Termin hin und der tut auch was. Beim Arzt? "der nächste
bitte..." ;-)
>Vorher frage ich, ob ich kostenlos
>testen kann (oder was es kostet). Bei uns in der Zeitung und auf
>Werbeblättern steht immer wieder "kostenlos testen".
Das ist genauso "kostenlos" wie eine Tupperparty oder Butterfahrt. Hat
man erstmal engeren Kontakt zum Kunden geknuepft, kauft der auch
irgendwann was.
>Ich habe ohne Abgabe der Verordnung Hörgeräte (2 verschiedene) zum
>Testen bekommen, Test über 4 Wochen. Als "Otoplastik" hatte ich
>garnichts, einfach nur das Röhrchen ins Ohr gesteckt,
Na das funktioniert allenfalls bei Leicht-Schwerhoerigen, unsere
Tochter ist mittel- bis hochgradig SH und da kommt das
Rückkopplungspfeifen der Geraete schon wenn die Otoplastiken beim
Herumtoben etwas verrutschen. Ohne Ohrpassstueck kann man da kein
Geraet testen.
Ich wollte auch nur den "Neuling" vor einigen bekannten Eigenheiten
der Branche warnen bzw. aufklaeren. Sollte ich evtl. noch erwaehnen,
dass die Pflegesets (die jeder Akustiker irgendwann anbietet)
hoffnungslos ueberteuert sind und man sehr viel guenstiger die
Reinigung machen kann. Bei den Batterien sollte man auch aufpassen
(letztere werden bei uns aber noch von der Kasse bezahlt).
Viele Gruesse Ralph
www.schwerhoerigenforum.de
> [Hörgeräte testen]
> Das ist genauso "kostenlos" wie eine Tupperparty oder Butterfahrt. Hat
> man erstmal engeren Kontakt zum Kunden geknuepft, kauft der auch
> irgendwann was.
Stimmt. Wenn der Kontakt "enger" geworden ist, gehe ich davon aus, dass
ich als Kunde bereits einigermassen Vertrauen habe. Wenn ich Vertrauen
habe, hab ich z.B. keine Probleme mit dem Abgeben der Verordnung.
> [Hörgeräte-Test nur mit Röhrchen im Ohr]
> Na das funktioniert allenfalls bei Leicht-Schwerhoerigen, unsere
> Tochter ist mittel- bis hochgradig SH und da kommt das
> Rückkopplungspfeifen der Geraete schon wenn die Otoplastiken beim
> Herumtoben etwas verrutschen. Ohne Ohrpassstueck kann man da kein
> Geraet testen.
In dem Fall ACK, aber ob Stephan "noch" rumtobt... ;-) Habt du für deine
Tochter das Ohrpassstück _kostenlos_ bekommen für den Test?
> Ich wollte auch nur den "Neuling" vor einigen bekannten Eigenheiten
> der Branche warnen bzw. aufklaeren.
Ok, ich "warne" eher for den Eigenheiten der Anpassung durch einen
HNO-Arzt mit den möglichen Auswirkungen auf Garantie, Wartezeiten usw...
> Sollte ich evtl. noch erwaehnen,
> dass die Pflegesets (die jeder Akustiker irgendwann anbietet)
> hoffnungslos ueberteuert sind und man sehr viel guenstiger die
> Reinigung machen kann.
Das kommt auf den Einzelfall an. Sicher bekommt man manche Einzelteile
irgendwo (z.B. Versand) auch billiger, man muss dazu die Zeit und
manchmal "Nerven" haben, vor allem im Falle einer möglichen Reklamation.
Dann müssen so einige Portokosten "abgeschrieben" werden.
> Bei den Batterien sollte man auch aufpassen
> (letztere werden bei uns aber noch von der Kasse bezahlt).
Da hast du aber Glück, ich musste alle Batterien von Anfang an selber
bezahlen.
Batterien kaufe ich meist im Versandhandel (siehe FAQ) mit bislang guten
Erfahrungen. Kleiner Mangel dabei = der Batterie"behälter" ist rund und
nimmt damit in meiner Handgelenk-Tasche mehr Platz ein als die
rechteckige Schachtel bei meinem Akustiker. So muss ich dann umpacken.
Akustiker kommt mal dran, wenn ich die Bestellung verpennt habe. Bei den
Zink-Luft-Batterien ist es nicht unbedingt ratsam, einen zu grossen
Vorrat anzulegen, es muss sich aber hinsichtlich der Versandkosten
lohnen.
>Hast du für deine
>Tochter das Ohrpassstück _kostenlos_ bekommen für den Test?
Also ausser dem ueberfluessigen Reinigungsset und einem Abhoerbuegel
zum Ueberpruefen der Geraete haben wir noch nichts beim Akustiker
zahlen muessen. Nach acht Paar Probegeraeten haben wir jetzt die
Oticon DigifocusII bekommen (vom Krankenhaus verordnet) und die Kasse
zahlt natuerlich auch die Otoplastiken und Batterien, die sind bei
Kindern wohl etwas grosszuegiger ...
Viele Gruesse Ralph
www.schwerhoerigenforum.de
> Also ausser dem ueberfluessigen Reinigungsset und einem Abhoerbuegel
> zum Ueberpruefen der Geraete haben wir noch nichts beim Akustiker
> zahlen muessen.
Alle Achtung
> Nach acht Paar Probegeraeten
und das alles kostenlos vom Akustiker, ich verstehe somit deine relativ
negativen Äusserungen über den Akustiker nicht so richtig ;-) Ihr seid
doch recht preiswert an die Hörgeräte inkl. Tests gekommen.
> haben wir jetzt die
> Oticon DigifocusII bekommen (vom Krankenhaus verordnet) und die Kasse
> zahlt natuerlich auch die Otoplastiken und Batterien, die sind bei
> Kindern wohl etwas grosszuegiger ...
das scheint dann bei Kindern evtl. anders zu laufen, damit hab ich keine
Erfahrungen. Dafür hat meine Krankenkasse die Hörgeräte (1997) komplett
bezahlt inkl. Rauscher/Noiser (hing aber mit dem Attest vom Arzt
zusammen, nur die Fernbedienung hab ich selbst bezahlt), aber bei den
Otoplastiken musste ich bislang immer einen Eigenanteil zahlen: in 2001
lag der bei 30 DM je Plastik. Nur die Röhrchen gibts bei der jährlichen
Überprüfung auf Kosten der Krankenkasse.
Durch eine OP an einem Ohr musste dort was gemacht werden, weil der
Gehörgang leicht enger geworden war. Hatte der Prof vorher nichts von
gesagt.
> > unsere
> > Tochter ist mittel- bis hochgradig SH ...
> > Bei den Batterien sollte man auch aufpassen
> > (letztere werden bei uns aber noch von der Kasse bezahlt).
>
> Da hast du aber Glück, ich musste alle Batterien von Anfang an selber
> bezahlen.
Hat nichts mit Glück zu tun. Bis zur Volljährigkeit zahlt die Krankenkasse
sämtliche anfallende Batteriekosten.
Gruß,
Florian Weber