Spekulativ tippte sie auf einen fehlerhaften Sitz der Stapesplastik, welcher
seine Ursache z. B. in einer starken Erschütterung haben könnte. Ich kann
aber mit Sicherheit sagen, dass das Hörvermögen langsam, bzw. schleichend,
nachgelassen hat; Von einer _plötzlichen_ Verschlechterung kann keine Rede
sein.
Das frustriert mich natürlich rigoros, ich bin erst vor ein paar Tagen 30
geworden, und jetzt sieht es ganz so aus, dass durch den agressiven
Krankheitsverlauf wohl kaum noch Aussicht auf eine langfristige Besserung
besteht. Dumm ist auch, dass ich Selbständig bin und in meinem Beruf absolut
auf ein funktionierendes Gehör angewiesen bin... Aber was mich wirklich
verrückt macht ist, dass es alleine in Deutschland rund 800.000 (!!!)
Betroffene gibt und trotzdem findet man so gut wie keine Informationen! Und
nicht, dass das so wäre, als wären im Regelfall nur Menschen zwischen 80 und
scheintot (pardon) betroffen, nein, die Hauptgruppe sind Menschen zwischen
20 und 40, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Ich frage mich, ob das
Thema, eventuell zu ertauben ein Tabuthema darstellt, welches man am besten
für sich behält ???
So, jetzt habe ich mich genug selbst bemitleidet. Ich möchte gerne an dieser
Stelle einen kleinen Aufruf starten. Da ich, mittlerweile völlig gefrustet
bin und von der Ohnmacht meiner Ärzte genug habe, rufe ich hier
Mitbetroffene zum Erfahungsaustausch auf. Ich kann mir einfach nicht
vorstellen, dass ich hier der Einzige bin, der dieses Problem hat. Der
letzte Thread zum Thema Otosklerose hier war vom Februar 2001, und er war
ebenfalls von mir.
Ich möchte wissen, ob es irgendwo auf der Welt Medikamente gibt, die den
Krankheitsverlauf bremsen können. Auch alternative Heilmethoden wären
denkbar...., Menschenskind, in diesem Land gibt es 800.000 Betroffene, da
muss doch jemand Ahnung und Erfahrung haben. Die OP als letzes Mittel kann
doch nicht die einzige Lösung sein...
Ich freue mich auf zahlreiche Antworten. Viele Grüße und gute Besserung,
Stephan
hallo stephan,
> An meinem linken Ohr wurde letztes Jahr im April auf Grund von Otosklerose
> eine Stapestomie vorgenommen. Da beide Ohren betroffen sind, war mir letztes
eigentlich stapedotomie oder stapedektomie
> Jahr schon klar, dass das rechte Ohr auch irgendwann mal fällig sein wird.
> Mittlerweile ist der Tinnitus im rechten Ohr so laut, dass ich ihn auch
> unmotiviert wahrnehme. Lange Rede, kurzer Sinn: Letzten Freitag war ich bei
> meiner HNO-Ärztin, welche nach einem Hörtest eine durchschnittliche Dämpfung
> von rd. 30 db auf dem rechten Ohr diagnostizierte. OK, OP steht ja sowieso
> an, war ja klar. Nur hat sie erstaunt, dass auch auf dem operierten linken
> Ohr eine massive Verschlechterung, um mehr als 20 db, des Hörvermögens seit
> September 2000 festzustellen ist.
da wär jetzt die frage, ob das jetzt wiederum eine schalleitungsschwerhörigkeit ist
oder ob sich jetzt das hörvermögen deines innenohres verschlechtert hat -
deine hno - ärztin kann das anhand des befundes differenzieren
>
> Spekulativ tippte sie auf einen fehlerhaften Sitz der Stapesplastik, welcher
> seine Ursache z. B. in einer starken Erschütterung haben könnte. Ich kann
also wohl wieder mehr schalleitung, eigenartig
> aber mit Sicherheit sagen, dass das Hörvermögen langsam, bzw. schleichend,
> nachgelassen hat; Von einer _plötzlichen_ Verschlechterung kann keine Rede
> sein.
>
> Das frustriert mich natürlich rigoros, ich bin erst vor ein paar Tagen 30
> geworden, und jetzt sieht es ganz so aus, dass durch den agressiven
> Krankheitsverlauf wohl kaum noch Aussicht auf eine langfristige Besserung
die krankheit sollte sich mit der zeit schon stabilisieren,
dh nicht immer noch schlechter werden
> besteht. Dumm ist auch, dass ich Selbständig bin und in meinem Beruf absolut
> auf ein funktionierendes Gehör angewiesen bin... Aber was mich wirklich
> verrückt macht ist, dass es alleine in Deutschland rund 800.000 (!!!)
> Betroffene gibt und trotzdem findet man so gut wie keine Informationen! Und
> nicht, dass das so wäre, als wären im Regelfall nur Menschen zwischen 80 und
> scheintot (pardon) betroffen, nein, die Hauptgruppe sind Menschen zwischen
> 20 und 40, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Ich frage mich, ob das
> Thema, eventuell zu ertauben ein Tabuthema darstellt, welches man am besten
> für sich behält ???
naja, das risiko richtiggehend zu ertauben ist ja doch sehr, sehr gering
>
> So, jetzt habe ich mich genug selbst bemitleidet. Ich möchte gerne an dieser
> Stelle einen kleinen Aufruf starten. Da ich, mittlerweile völlig gefrustet
> bin und von der Ohnmacht meiner Ärzte genug habe, rufe ich hier
> Mitbetroffene zum Erfahungsaustausch auf. Ich kann mir einfach nicht
> vorstellen, dass ich hier der Einzige bin, der dieses Problem hat. Der
> letzte Thread zum Thema Otosklerose hier war vom Februar 2001, und er war
> ebenfalls von mir.
>
> Ich möchte wissen, ob es irgendwo auf der Welt Medikamente gibt, die den
> Krankheitsverlauf bremsen können. Auch alternative Heilmethoden wären
ja, schon. natriumfluorid (2x20mg über 2 jahre)hat in studien in anfangsstadien der
erkrankung das fortschreiten verhindert - hab ich gelesen,
hab aber noch nie mitgekriegt, dass das wer verordnet hätte - hm, mal nachfragen
> denkbar...., Menschenskind, in diesem Land gibt es 800.000 Betroffene, da
> muss doch jemand Ahnung und Erfahrung haben. Die OP als letzes Mittel kann
> doch nicht die einzige Lösung sein...
eigentlich sollte die op nicht das letzte mittel sein - grad bei jüngeren patienten
soll eine frühzeitige operation eine zusätzlich auftretende innenohrschwerhörigkeit
verhindern können.
>
>
> Ich freue mich auf zahlreiche Antworten. Viele Grüße und gute Besserung,
> Stephan
>
alles gute, klemens
danke für Deine Antwort. Kurze Frage, bist Du vom Fach oder selbst
Betroffener?
Das Innenohrvermögen ist nach wie vor auf beiden Ohren hervorragend. Weitere
Infos: Ich leide unter sehr starken Allergiesympthomen, bin aber heute durch
Kortisonbehandlung fast beschwerdenfrei. Kortison deswegen, weil die
Krankheitsschübe bez. Otosklerose über Jahre stets um diese Zeit erfolgten.
Die erhoffte Stabilisation des Krankheitsverlaufes trat leider nicht ein.
Ich muss sagen, dass nach erfolgter Stapedotomie, unter Verwendung eines CO2
Lasers, eine signifikante Verbesserung des Hörvermögens feststellbar war.
Die OP war schlicht und ergreifend "als wenn jemand das Licht angeknipst
hat", Wortlaut von mir auf dem OP-Tisch. Frustrierend ist für mich, dass
seit diesem Eingriff das Hörvermögen, wie erwähnt, stetig abnimmt und heute,
rund ein Jahr nach der OP, der Effekt nahezu aufgehoben ist. Ich gehe davon
aus, dass ausschließlich die Schallleitung betroffen ist.
Erste Frage: ist eine solche Entwicklung normal? Wenn ja, dann kann ich
diese OP keinem empfehlen. Für mich war es ein traumatisches Erlebnis. Dafür
ist die "Halbzeit" einfach zu kurz. Wie lange ist die "Halbzeit" bei anderen
Patienten?
Zweite Frage: Du meinst, das Risiko zu ertauben ist sehr gering. Diese
Aussage entspricht aber nicht den üblichen Aussagen. Wie lange, oder besser,
wieviele Revisionen "verträgt" ein Ohr? Ich denke, dass es wohl auch auf das
Können des Operateurs ankommt, aber da muss es doch auch Erfahrungswerte
geben.
Dritte Frage: Vielleicht habe ich mich ja nach der OP falsch verhalten. Muss
ich eventuell verstärkt auf Lärmschutz achten? Ich wurde dahingehend nicht
aufgeklärt. Einzig, dass das Gehör nach der OP sehr Lärmempfindlich wäre.
Das kann ich nur bei den ersten 4 Wochen nach der OP bestätigen.
Vierte Frage: Du meintest auch, dass der Verlauf irgendwann zum Stillstand
kommen soll. Also mein linkes Ohr war vor der OP zu nichts mehr zu
gebrauchen, telefonieren z.B. war unmöglich. Wann "stabilisiert" sich der
Krankheitsverlauf im Regelfall? Wenn ich gänzlich taub bin? :-/
Vielen Dank die Hilfe, Stephan
PS: Interessant wären vielleicht auch Tips zu einschlägiger Lektüre. Kann
auch aus dem Bereich Fachchinesisch kommen, ich tu´ mir im Regelfall nicht
so schwer damit.
hno in ausbildung
>
> Das Innenohrvermögen ist nach wie vor auf beiden Ohren hervorragend. Weitere
> Infos: Ich leide unter sehr starken Allergiesympthomen, bin aber heute durch
> Kortisonbehandlung fast beschwerdenfrei. Kortison deswegen, weil die
sprays, oder?
> Krankheitsschübe bez. Otosklerose über Jahre stets um diese Zeit erfolgten.
> Die erhoffte Stabilisation des Krankheitsverlaufes trat leider nicht ein.
>
interessant
> Ich muss sagen, dass nach erfolgter Stapedotomie, unter Verwendung eines CO2
> Lasers, eine signifikante Verbesserung des Hörvermögens feststellbar war.
> Die OP war schlicht und ergreifend "als wenn jemand das Licht angeknipst
> hat", Wortlaut von mir auf dem OP-Tisch. Frustrierend ist für mich, dass
> seit diesem Eingriff das Hörvermögen, wie erwähnt, stetig abnimmt und heute,
> rund ein Jahr nach der OP, der Effekt nahezu aufgehoben ist. Ich gehe davon
> aus, dass ausschließlich die Schallleitung betroffen ist.
>
> Erste Frage: ist eine solche Entwicklung normal? Wenn ja, dann kann ich
nein, sicher nicht. aber leider kann es immer komplikationen geben.
eher kommt es vor, dass der hörgewinn von beginn an nach der op nicht
so berauschend ist.
> diese OP keinem empfehlen. Für mich war es ein traumatisches Erlebnis. Dafür
> ist die "Halbzeit" einfach zu kurz. Wie lange ist die "Halbzeit" bei anderen
> Patienten?
so eine "halbzeit" gibt es meines wissens nicht
>
> Zweite Frage: Du meinst, das Risiko zu ertauben ist sehr gering. Diese
> Aussage entspricht aber nicht den üblichen Aussagen. Wie lange, oder besser,
wieso, wer hat gesagt dass man bei otosklerose ertaubt?
deutliche schwerhörgkeit schon - aber ertauben wäre mehr (ein ganz kleines)
op - risiko
> wieviele Revisionen "verträgt" ein Ohr? Ich denke, dass es wohl auch auf das
> Können des Operateurs ankommt, aber da muss es doch auch Erfahrungswerte
> geben.
ich kenn patienten die 3x am selben ohr operiert wurden.
allerdings ist das die absolute ausnahme und die leute
hatten die ersten operationen bereits vor jahrzehnten, wo die
op ohne mikroskop noch recht grob gewesen sein muss
>
> Dritte Frage: Vielleicht habe ich mich ja nach der OP falsch verhalten. Muss
> ich eventuell verstärkt auf Lärmschutz achten? Ich wurde dahingehend nicht
> aufgeklärt. Einzig, dass das Gehör nach der OP sehr Lärmempfindlich wäre.
> Das kann ich nur bei den ersten 4 Wochen nach der OP bestätigen.
hm, in den ersten 4 wochen warst du verstärkt lärmempfindlich?
bei uns wird der gehörgang in den ersten 4 wochen noch mit
silikonschienen und ohrstreifen verstopft, sodaß man eigentlich
noch schlechter hört - aber das mag woanders anders sein.
lärm ist sowieso immer schlecht - postoperative vermehrte
lärmempfindlichkeit ist häufig
>
> Vierte Frage: Du meintest auch, dass der Verlauf irgendwann zum Stillstand
> kommen soll. Also mein linkes Ohr war vor der OP zu nichts mehr zu
> gebrauchen, telefonieren z.B. war unmöglich. Wann "stabilisiert" sich der
> Krankheitsverlauf im Regelfall? Wenn ich gänzlich taub bin? :-/
nein, aber oft gehts bis zu einer schalleiungsschwerhörigkeit von 50 db
und bleibt dann so - ist aber auch nicht toll
>
>
> Vielen Dank die Hilfe, Stephan
>
> PS: Interessant wären vielleicht auch Tips zu einschlägiger Lektüre. Kann
> auch aus dem Bereich Fachchinesisch kommen, ich tu´ mir im Regelfall nicht
> so schwer damit.
>
ich würde den 1.band der otorhinolaryngologie von naumann im thiemeverlag
empfehlen - zum nachlesen (vielleicht eine uni-bibliothek in der nähe?).
ich könnt dir die entsprechenden seiten auch einscannen und mailen,
wenn du willst
und ein paar urls:
http://www.voice-center.com/otosclerosis.html
http://www.earsurgery.org/otoscl.html
http://www.boystown.org/Btnrh/Deafgene.reg/otoscler.htm
http://www.thieme.de/cgi-shbin/search.pl
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=PubMed und otosclerosis eingeben
zeigt jede menge studien zum thema
alles gute - klemens
On Mon, 4 Jun 2001 14:39:08 +0200, "klemens dejakum"
<k.de...@sbg.at> wrote:
>> diese OP keinem empfehlen. Für mich war es ein traumatisches Erlebnis. Dafür
>> ist die "Halbzeit" einfach zu kurz. Wie lange ist die "Halbzeit" bei anderen
>> Patienten?
>
>so eine "halbzeit" gibt es meines wissens nicht
Ich wuerde sagen, Stephan meint die "Halbwertszeit" des OP-Erfolgs -
sprich: Gibt es Langzeitstudien, die belegen, nach wie vielen Jahren
der Eingriff wiederholt werden muss, weil (weshalb auch immer) vom
anfaenlichen OP-Erfolg buchstaeblich nichts mehr zu hoeren ist?
Und diese Frage halte ich fuer mehr als berechtigt.
Ist es nicht in der Orthopaedie so, dass man zum Beispiel fuer die
Implantation kuenstlicher Hueftgelenke ein bestimmtes Mindestalter
bestrebt ist, nicht zu unterschreiten, weil die Dinger nur eine
gewisse Zeit halten und die OP nicht all zu oft wiederholbar ist? Bin
der absolute Laie - meine aber, mich an sowas zu erinnern.
Auf Stephan uebertragen waere die Frage, wie oft man eine
"stapedotomie oder stapedektomie" (und ich muss gestehen, ich habe
nicht den geringsten Schimmer, was das ist)
a) wiederholen muss, weil die anfaengliche Verbesserung der
Hoerfaehigkeit wieder nachlaesst
b) wiederholen kann, bevor das Ohr so im Eimer ist, das gar nichts
mehr geht
Und darueber muesste es doch halbwegs verlaessliche
Untersuchungen/Erfahrungswerte geben?
Herzliche Gruesse,
Tobi.
(dessen Tinni den momentanen Diplompruefungsstress irgendwie nicht so
sehr mag)
--
Tobias Friedel
pet...@gmx.de
>
> PS: Interessant wären vielleicht auch Tips zu einschlägiger Lektüre. Kann
> auch aus dem Bereich Fachchinesisch kommen, ich tu´ mir im Regelfall nicht
> so schwer damit.
evtl. zusätzlich zu den Hinweisen von Klemens...
aus der FAQ
2.2 Leitlinien der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und
Hals-Chirurgie
über
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften
Diese Leitlinien sind natürlich in allererster Linie für Ärzte
geschaffen worden, von daher erfordern sie teilweise ein
medizinisches (Grund-) Wissen. Manche Passagen sind aber durchaus
auch für Betroffene verständlich, z.B. welche Diagnoseschritte
der Arzt machen sollte, welche Klassifizierung bei Tinnitus
(akut, chronisch...) vorgenommen wird, und z.B. auch, bei
welchen Hörverlusten Hörgeräte indiziert sind.
AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/064
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll63.htm
Eingabe von "Otosklerose" bringt eine Übersicht
von hilfreichen Leitlinien, die wiederum klickbar sind
http://selene.rz.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ll_suche.htm
2.3 aus Leitlinien für Diagnostik und Therapie vom Juni 1995
http://www.hno.org
zum Beispiel:
7.Leitlinie: Otosklerose
Grüsse von
Jürgen
--
Newsgruppe mit Tinnitus-FAQ news:de.etc.selbsthilfe.gehoer
Teile der FAQ auch im Web http://www.liesmal.de/tinnitus-faq/
Info Schwerhörigkeit http://www.liesmal.de/schwerhoerig/
Ich möchte mich auf diesem Wege für die Informationen herzlich bedanken.
Interessant finde ich, dass sich bis heute kein einziger weiterer
Otosklerose-Patient gemeldet hat. Bei rund 1% Betroffenen in Deutschland
finde ich das verwunderlich.
Ich habe nun noch ein Weilchen zu tun, bis ich alle Unterlagen gesichtet
habe. Bei Gelegenheit halte ich Euch auf dem laufenden.
Falls noch jemand etwas zur "Halbwertzeit" (wie es richtig heißt, danke
Tobias) der Stapedotomie sagen kann, kann sich ja hier noch zu Wort melden.
Das wäre eine wichtige Information. Aber vielleicht finde ich das ja auch
selbst raus, dank Eurer Hilfe.
Ansonsten wünsche ich Euch noch alles Gute... Stephan
hallo stephan,
ich hab schon auch den begriff halbzeit verstanden.
trotzdem bleib ich dabei, dass es sowas nicht wirklich gibt.
eigentlich sollte der op - erfolg so bestehen bleiben,
wie er nach der operation war.
in deinem fall wär wirklich daran zu denken, ob sich die prothese
verschoben hat - sowas könnte man ja auch mittels eines
hr (high resolution) - ct`s der felsenbeinregion überprüfen lassen.
dieser vorschlag müßte doch eigentlich von deiner hno-ärztin gekommen
sein. wenn dies der fall ist, muß die op leider wiederholt werden.
ansonsten sind die derzeit verwendeten prothesen schon für lebenslang,
müssen nicht ausgetauscht werden, und verlieren auch nicht ihre funktion.
der vergleich mit einer hüftprothese hinkt gewaltig.
bei einer solchen spielen die mechanische belastung und
abstoßungsprozesse eine rolle.
eine stapesplastik ist ja nichts anderes wie ein klitzekleines feines häkchen
aus titan (früher gold), das auf der einen seite um den amboß gehängt wird
und auf der anderen seite in die membran des ovalen fensters gebohrt wird.
so wie die rädchen in einem präzisen mechanischen uhrwerk kann
auch dieses filigrane teil seine arbeit sicher länger als ein menschenleben
vollführen. und lokale abstoßungsreaktionen sind nicht zu erwarten,
da der kleine fremdkörper nicht mit durchblutetem gewebe in kontakt
kommt - hinzu kommt, dass titan eben kaum fremdkörperreaktionen
provoziert.
alles gute - klemens
> Ich möchte mich auf diesem Wege für die Informationen herzlich bedanken.
Bitte ;-)
> Interessant finde ich, dass sich bis heute kein einziger weiterer
> Otosklerose-Patient gemeldet hat. Bei rund 1% Betroffenen in Deutschland
> finde ich das verwunderlich.
Tja, das hat für mich mehrere Gründe...
1) von den Betroffenen werden nur ganz wenige in den Newsgruppen nach
weiteren Informationen suchen
2) wenn die Betroffenen suchen, dann häufiger über Suchmaschinen im
Internet auf den diversen Webseiten (weil das Klicken dort "einfacher"
ist...)
3) es ist auch ein Problem, sich _selber_ Informationen zu beschaffen,
denen man _trauen_ kann. Wer von den Betroffenen (Patienten) ist schon
selber Arzt oder anderweitig fachlich vorgebildet? Häufiger ist der
Fall, dass man widersprüchliche Aussagen bekommt. Nicht verwunderlich,
ganz allgemein in der Medizin, hat doch jeder Arzt auch seine eigenen
Erfahrungen mit _seinen_ "eigenen" Patienten gemacht. So ergibt es sich
fast von allein, dass ein anderer Arzt (mit seinen Patienten) andere
Erfahrungen gemacht haben kann, weil die Patienten nicht dieselben
waren. Du wirst gleiches auch feststellen, wenn du die Erfahrungen und
Behandlungsmethoden von Uni-Kliniken vergleichst.
> Ich habe nun noch ein Weilchen zu tun, bis ich alle Unterlagen gesichtet
> habe. Bei Gelegenheit halte ich Euch auf dem laufenden.
Das wäre für die Gruppe hilfreich.
Nein, Volon 40 intramuskulär.
>
> > Krankheitsschübe bez. Otosklerose über Jahre stets um diese Zeit
erfolgten.
> > Die erhoffte Stabilisation des Krankheitsverlaufes trat leider nicht
ein.
> >
>
Wir hatten die "Hoffnung", dass zwischen meiner Allergie und der Otosklerose
ein Zusammenhang besteht und haben aus diesem Grund zu Kortison gegriffen.
Bisher ist in meiner Familie kein derartiger Fall bekannt, wobei diese
Krankheit auch nur bei rd. 10% der Betroffenen messbare Auswirkungen hat.
> interessant
>
> > Ich muss sagen, dass nach erfolgter Stapedotomie, unter Verwendung eines
CO2
> > Lasers, eine signifikante Verbesserung des Hörvermögens feststellbar
war.
> > Die OP war schlicht und ergreifend "als wenn jemand das Licht angeknipst
> > hat", Wortlaut von mir auf dem OP-Tisch. Frustrierend ist für mich, dass
> > seit diesem Eingriff das Hörvermögen, wie erwähnt, stetig abnimmt und
heute,
> > rund ein Jahr nach der OP, der Effekt nahezu aufgehoben ist. Ich gehe
davon
> > aus, dass ausschließlich die Schallleitung betroffen ist.
> >
> > Erste Frage: ist eine solche Entwicklung normal? Wenn ja, dann kann ich
>
> nein, sicher nicht. aber leider kann es immer komplikationen geben.
> eher kommt es vor, dass der hörgewinn von beginn an nach der op nicht
> so berauschend ist.
>
OK. Aber am Anfang war das Hörvermögen eben klasse, der Hörverlust war dann
aber schleichend und nicht plötzlich, wie es sich beim Verrutschen der
Stapesplastik darstellen würde.
Klar, war auch bei mir mit Antibiotika getränkten Streifen gefüllt. Ich
meinte auch die Zeit nach deren Entfernung.
> lärm ist sowieso immer schlecht - postoperative vermehrte
> lärmempfindlichkeit ist häufig
>
> >
> > Vierte Frage: Du meintest auch, dass der Verlauf irgendwann zum
Stillstand
> > kommen soll. Also mein linkes Ohr war vor der OP zu nichts mehr zu
> > gebrauchen, telefonieren z.B. war unmöglich. Wann "stabilisiert" sich
der
> > Krankheitsverlauf im Regelfall? Wenn ich gänzlich taub bin? :-/
>
> nein, aber oft gehts bis zu einer schalleiungsschwerhörigkeit von 50 db
> und bleibt dann so - ist aber auch nicht toll
>
Ich hoffe, ich sage jetzt nichts falsches, aber 50 db ist doch schon ganz
schön heftig. Oder? Da geht wohl ohne Hörgererät nichts mehr.
> >
> >
> > Vielen Dank die Hilfe, Stephan
> >
> > PS: Interessant wären vielleicht auch Tips zu einschlägiger Lektüre.
Kann
> > auch aus dem Bereich Fachchinesisch kommen, ich tu´ mir im Regelfall
nicht
> > so schwer damit.
> >
>
> ich würde den 1.band der otorhinolaryngologie von naumann im thiemeverlag
> empfehlen - zum nachlesen (vielleicht eine uni-bibliothek in der nähe?).
> ich könnt dir die entsprechenden seiten auch einscannen und mailen,
> wenn du willst
>
Uni-Bibliothek habe ich tatsächlich in der Nähe. Also, danke so weit, aber
ich kann es dort ausleihen oder zumindest einsehen.
> und ein paar urls:
> http://www.voice-center.com/otosclerosis.html
> http://www.earsurgery.org/otoscl.html
> http://www.boystown.org/Btnrh/Deafgene.reg/otoscler.htm
> http://www.thieme.de/cgi-shbin/search.pl
> http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=PubMed und otosclerosis
eingeben
> zeigt jede menge studien zum thema
>
> alles gute - klemens
>
>
Das hilft mir schon mal weiter. Vielen Dank an Dich, Klemens.
Grüsse, Stephan
hm, schon klar. daß das hilft. aber: was für allergien hast du genau,
wie und wann hast du deine beschwerden, was hast du für eine dauertherapie
(sprays, tabletten ...)
> OK. Aber am Anfang war das Hörvermögen eben klasse, der Hörverlust war dann
> aber schleichend und nicht plötzlich, wie es sich beim Verrutschen der
> Stapesplastik darstellen würde
versteh ich ja auch nicht. aber wie schon im anderen posting erwähnt,
würd ich halt eine hr-ct-untersuchung machen lassen
> Ich hoffe, ich sage jetzt nichts falsches, aber 50 db ist doch schon ganz
> schön heftig. Oder? Da geht wohl ohne Hörgererät nichts mehr.
>
das ist schon richtig
servus, klemens