Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Wo bekomme ich Lorazepam ohne Rezept?

3,191 views
Skip to first unread message

Der Büffel

unread,
Oct 19, 2006, 6:50:47 AM10/19/06
to
Vor 16 Jahren, 1990. Als meine Probleme immer schlimmer wurden, mein

Opa sterbenskrank wurde, ich mit meinen pubertären Gefühlen nicht fertig
wurde und, das war wohl der Hauptgrund, so ganz langsam erkannte,

daß das Leben nicht das ist, was ich mir in meiner kindlichen Naivität immer
vorgestellt hatte. Über der Decke schweben mit Höhenflugizin,

meiner Droge, die es offenbar immer noch in keiner Apotheke gibt. Aber dafür
gibt es 18 Jahre nach dem ich aufsetzut einen In-Watte-Packer,

Loracepam bzw. Lorazepam, bekannt in Deutschland unter dem Namen Tavor, in
den USA als Attivan, von dem ich nicht mehr loskomme und offenbar auch nicht
loskommen will. Dieses Leben kann man

ohne eine Krücke und bei vorllem Bewußtsein doch gar nicht mehr aushalten!
Diese beschissene, verlogene, intregante, bösartige Welt! Also

wenns nach mir ginge Leute: Sagt mir einfach wo ich rezeptfrei an Loracepam
herankomme, hier als Tavor bekannt, USA = Attivan, und ich

werde sie an Ort und stelle einkaufen um meine Ruhe zu haben. Mehr ist nicht
drin.

Wenn jemand auch so denkt möge er sich bitte bei mir unter
017314-l...@centermail.ch
melden.
Gruß Büffel

dickesdum...@gmx.de

unread,
Oct 19, 2006, 10:35:01 AM10/19/06
to
Der Büffel schrieb:

> wenns nach mir ginge Leute: Sagt mir einfach wo ich rezeptfrei an Loracepam
> herankomme, hier als Tavor bekannt, USA = Attivan, und ich

Im Internet schwirren doch genug SPAM Mails herum, in denen neben
Viagra auch "Generika" von solchen Psychopharmaka angeboten werden.

Das meiste Zeug ist so ziemlich dasselbe, was man für einen Klicker
und einen Knopf an den zahllosen Apotheken in Thailand nachgeschmissen
bekommt. Das nicht immer das in den Pillen drin ist, was laut Packung
drin sein sollte bzw. das die Grundsubstanzen in teilweise erheblich
überhöhter Dosierung verwendet werden, steht natürlich nirgends.

Das macht die Einnahme solcher Mittelchen zu so einer Art "russischem
Roulette". Entweder es passiert gar nichts, es tritt ausnahmsweise die
erwünschte Wirkung ein oder man ruiniert sich seine (geistige)
Gesundheit endgültig und hat somit gleich noch ein Problem mehr an der
Backe.

Machs doch einfach so wie ich: fang an zu trinken! Ist billig,
effizient und nach gerade mal 2 Jahren merke ich bereits, daß sich
meine geistige und körperliche Leistungskurve im Sturzflug befindet.
Aber zum Glück ist nicht Alles verloren! Inzwischen ist mir so gut wie
Alles egal und da ich mich genaugenommen vor nichts mehr fürchte
(schäme), konnte ich einige Situationen erleben, die ich vorher aus
Angst gemieden hätte. Wenigstens ein Gutes hat die ganze Sache dann
doch gehabt.

Noch ein paar Jahre länger und es erfolgt mit hoher Wahrscheinlichkeit
der harte Aufprall auf dem Boden der Realität. Aber wenn ich dem
Geschwalle von einigen abgehobenen Gestalten aus einer Alkoholiker-SHG
Glauben schenken darf, beginnt dann mein kometenhafter Aufstieg in
höhere geistige Sphären und ich werde mich vom Kampf-Trinker zum
Kampf-Abstinenzler verwandeln.

Warten wir es einfach ab, könnte noch richtig spannend werden...

MfG

DDK

schube...@t-online.de

unread,
Oct 19, 2006, 2:07:34 PM10/19/06
to

Wer tauscht meinen Geisteskrampf gegen seine Alkoholsucht ?
Wer tauscht seinen Geisteskrampf gegem meine Schlafstörungen ?

HK-I Gehirnkrampfader

Der Büffel

unread,
Oct 29, 2006, 10:10:20 PM10/29/06
to
test

--
Gruß Christian
Gib mir einen Kuß!
http://www.onlyfriends.de/Christian_366203.htm
Mein Blog: http://myblog.de/derbueffel
MSN Livemessenger: derbu...@googlemail.com
Skype: derbueffel
ICQ: 268821222
Handy: 016093095669
<schube...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1161281254.4...@f16g2000cwb.googlegroups.com...

Message has been deleted

m1...@hotmail.de

unread,
Nov 22, 2006, 6:03:49 AM11/22/06
to
Hi Büffel,

ich sehe es genauso bin seit 13 jahren diazepam abhängig,ich finde das
zeug verdammt geil und kann auch nicht ohne.ich kann dich se´hr gut
verstehen und suche jetzt schon lange nach einer bestell
möglichkeit.wenn ich was finde sag ich dir bescheid,hoffe du tust das
auch.wir müssen zusammen halten

lg michael

Karl-Michaei Pister

unread,
Oct 4, 2010, 3:34:23 PM10/4/10
to
Würde mich dieser Frage auch gerne anschliessen....
mpi...@gmail.com

Ana.wolter

unread,
Dec 16, 2010, 9:08:03 AM12/16/10
to
Ich brauche das auch dringend und zahle 200 Euro für 100 Stück.. kann auch was anderes in der Richtung sein.. erstmal seriös melden, dann können wir uns kontakten.. Danke, Ana

stef...@gmx.net

unread,
Dec 17, 2010, 6:17:50 AM12/17/10
to
Hallo,

Benzos ohne Rezept aus _seriösen_ Quellen gar nicht. Sicher werden
sich im Netz viele Anbieter tummeln, die Lorazepam versprechen. Aber
ob da für teuer Geld auch was anderes drin ist als Traubenzucker und
Chemieabfälle... darauf würde ich es nicht ankommen lassen.

Was spricht dagegen, einem Arzt in D die Benzo-Abhängigkeit zu
"gestehen". Das ist nun wirklcih kein Einzelfall, und das Zeug wird
auch weiter verschrieben werden. OK, lästige Fragen zu einem Entzug
wird man sich gefallen lassen müssen. Aber zur Not gitb es immer noch
"doctor-hopping". Die Zahl der Allgemeinmediziner ist so groß wie die
der Ausreden, weswegen man das dringend braucht. Legale Beschaffung
auf Rezept sollte also kein Problem sein.

Aber irgendwann kommt der Entzug doch...

Viele Grüße,
Stefan

Aliena W.

unread,
Dec 17, 2010, 12:44:17 PM12/17/10
to
Hallo Stefan!

Dann haben die Abhängigen bei euch in der Gegend aber noch "Glück".
Ein Freund von mir ist jetzt gezwungen, Entzug zu machen, weil er das
Zeug fast nur noch auf Privatrezept bekommt und das einfach nicht mehr
finanzieren kann.
Zum Glück hat er auch kein I-net oder sonstige Quellen, wo er was
herbekommt. Ich hoffe jedenfalls, er kommt endlich runter davon, weil
er sich damit auch körperlich immer mehr kaputt macht.

Gruß
Aliena

stef...@gmx.net

unread,
Dec 18, 2010, 8:34:13 AM12/18/10
to
Hallo Aliena,

On 17 Dez., 18:44, "Aliena W." <alie...@gmx.net> wrote:

> Dann haben die Abhängigen bei euch in der Gegend aber noch "Glück".
> Ein Freund von mir ist jetzt gezwungen, Entzug zu machen, weil er das
> Zeug fast nur noch auf Privatrezept bekommt und das einfach nicht mehr
> finanzieren kann.

Zum einen finde ich schon, dass Ärzte, die sowas nicht mehr (wie vor
Jahrzehnten) ohne Rückfragen ewig verschreiben, verantwortungsvoll
handeln. Bei Benzos geht man allgemein von max. 3 Monaten aus, dann
droht (individuell natürlich sehr unterschiedlich) aktute GEfahr
körperlicher Abhängigkeit.

Zum anderen wird das deutlich billiger, wenn man von Original Tavor
auf "aut idem" umsteigt. Das Original Tavor 0,5 mg ist z.B. (auf die
Wirkstoffmenge umgerechnet) fast 9 mal so teuer wie Lorazepam
Ratiopharm 2,5 mg - und Tabletten kann man auch teilen... Die
Preislisten hat jeder Arzt heutzutage auf dem Bildschirm. Einfach
nachfragen.

Viele Grüße,
Stefan

Aliena W.

unread,
Dec 19, 2010, 9:38:57 PM12/19/10
to
Hallo Stefan!

On 18 Dez., 14:34, "stefa...@gmx.net" <stefa...@gmx.net> wrote:
> On 17 Dez., 18:44, "Aliena W." <alie...@gmx.net> wrote:
>
> > Dann haben die Abhängigen bei euch in der Gegend aber noch "Glück".
> > Ein Freund von mir ist jetzt gezwungen, Entzug zu machen, weil er das
> > Zeug fast nur noch auf Privatrezept bekommt und das einfach nicht mehr
> > finanzieren kann.
>
> Zum einen finde ich schon, dass Ärzte, die sowas nicht mehr (wie vor
> Jahrzehnten) ohne Rückfragen ewig verschreiben, verantwortungsvoll
> handeln. Bei Benzos geht man allgemein von max. 3 Monaten aus, dann
> droht (individuell natürlich sehr unterschiedlich) aktute GEfahr
> körperlicher Abhängigkeit.
>

Ja, er nimmt das Zeug jetzt glaube schon über 10 Jahre...

> Zum anderen wird das deutlich billiger, wenn man von Original Tavor
> auf "aut idem" umsteigt. Das Original Tavor 0,5 mg ist z.B. (auf die
> Wirkstoffmenge umgerechnet) fast 9 mal so teuer wie Lorazepam
> Ratiopharm 2,5 mg - und Tabletten kann man auch teilen... Die
> Preislisten hat jeder Arzt heutzutage auf dem Bildschirm. Einfach
> nachfragen.
>

Neennee ;-) Von mir bekommt er diesbezüglich jedenfalls nicht
auch noch Tipps... Das ist gut, wenn er den Entzug jetzt endlich
mal in Agriff nimmt, bevor er sich völlig ruiniert.

Obwohl die Zusammenstreichungen der Krankenkassen sicherlich
teils auch sehr bedenklich sind, aber in dem Fall haben sie
auch ihr Gutes, wenn er dadurch endlich mal davon loskommt.

Grüße
Aliena

stef...@gmx.net

unread,
Dec 20, 2010, 12:05:12 PM12/20/10
to
Hallo Aliena,

On 20 Dez., 03:38, "Aliena W." <alie...@gmx.net> wrote:

> Obwohl die Zusammenstreichungen der Krankenkassen sicherlich
> teils auch sehr bedenklich sind, aber in dem Fall haben sie
> auch ihr Gutes, wenn er dadurch endlich mal davon loskommt.

Nee, so wird das nicht laufen. Benzos sind nun wirklich spottbillig,
da wird's nie am Geld scheitern.

Und einen Entzug muss der Abhängige auch selbst wollen. Der kann von
den (psychischen wie physischen) Belastungen so schlimm oder noch
schlimmer als eine Alkoholentgiftung sein. Jemanden dahin zu
"zwingen", wird nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall wird er daran
sterben.

Viele Grüße,
Stefan

Message has been deleted

Aliena W.

unread,
Dec 20, 2010, 9:12:16 PM12/20/10
to
Hallo Stefan!

On 20 Dez., 18:05, "stefa...@gmx.net" <stefa...@gmx.net> wrote:
> On 20 Dez., 03:38, "Aliena W." <alie...@gmx.net> wrote:
>
> > Obwohl die Zusammenstreichungen der Krankenkassen sicherlich
> > teils auch sehr bedenklich sind, aber in dem Fall haben sie
> > auch ihr Gutes, wenn er dadurch endlich mal davon loskommt.
>
> Nee, so wird das nicht laufen. Benzos sind nun wirklich spottbillig,
> da wird's nie am Geld scheitern.
>

Wenn Grundsicherung, Medikamentenabhängigkeit + noch Nikotinsucht
zusammenkommen, wird das Geld sehr knapp. Ohne gelegentliche
Unterstützung von anderen käm er gar nicht mehr hin, seitdem er
das Zeug nur noch auf Privatrezept bekommt.

> Und einen Entzug muss der Abhängige auch selbst wollen. Der kann von
> den (psychischen wie physischen) Belastungen so schlimm oder noch
> schlimmer als eine Alkoholentgiftung sein. Jemanden dahin zu
> "zwingen", wird nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall wird er daran
> sterben.
>

Erschreck mich jetzt nicht auch noch so... Wie sterben? Am
Entzug? Hab schon gehört, dass der nicht einfach sein soll.
Aber er will ja auch selber davon loskommen, er weiß halt
nur nicht, wie, ohne Druck von außen funktioniert's nicht.

Viele Grüße
Aliena

Aliena W.

unread,
Dec 20, 2010, 9:16:06 PM12/20/10
to
Hallo Blackrose!

On 20 Dez., 23:05, Blackrose <blackros...@wolke7.net> wrote:
> stefa...@gmx.net schrieb:


>
> > On 20 Dez., 03:38, "Aliena W." <alie...@gmx.net> wrote:
>
> >> Obwohl die Zusammenstreichungen der Krankenkassen sicherlich
> >> teils auch sehr bedenklich sind, aber in dem Fall haben sie
> >> auch ihr Gutes, wenn er dadurch endlich mal davon loskommt.
>
> > Nee, so wird das nicht laufen. Benzos sind nun wirklich spottbillig,
> > da wird's nie am Geld scheitern.
>

> Ack.


>
> > Und einen Entzug muss der Abhängige auch selbst wollen. Der kann von
> > den (psychischen wie physischen) Belastungen so schlimm oder noch
> > schlimmer als eine Alkoholentgiftung sein. Jemanden dahin zu
> > "zwingen", wird nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall wird er daran
> > sterben.
>

> Darf ich einen kurzen Kommentar dazu abgeben? Wenn der Entzug

Ja, sicher, dazu ist die NG ja da :-) Wär übrigens schön,
wenn möglichst jeder, der mitliest, gelegentlich auch mal was
schreibt von seiner Sicht und seinen Erfahrungen. Nebenan in
de.admin.news.groups sind sie grad dabei, die Löschung von
de.etc.selbsthilfe.angst zu beschließen.
Fänd ich sehr schade, wenn die NG hier einfach gelöscht würde.
Wenn hier wieder mehr Leute schreiben und sich austauschen,
wird das aber auch nicht passieren.

anständig
> gemacht wird, stirbt man nicht davon. Klar, wenn er die Benzos abrupt
> absetzt, dann hängt viel von seiner allgemeinen Konstitution ab.
>
> Ob er aber sein Leben ohne die Benzos ertragen kann? Da seh ich den
> größten Hinderungsgrund, warum er sich nicht freiwillig einer Therapie
> stellen wird.
>
Ja, das ist das Problem, hat er auch schon öfter gesagt, dass er
gar nicht weiß, wie er's ohne die Dinger überhaupt aushalten sollte.
Das sind seine "Glückspillen", die nimmt er jeden Abend und freut
sich dann auch schon den ganzen Tag über drauf.

> Trotzdem viel Glück!

Ich werd's ihm ausrichten. Wird ihn sicherlich freuen,
vielleicht ja auch ein bisschen stärken, dass Leute
an ihn denken + ihm Glück wünschen.

Viele Grüße
Aliena

Harald Lins

unread,
Dec 21, 2010, 3:43:17 AM12/21/10
to
Hallo Stefan,

<stef...@gmx.net> schrieb zu

>> Obwohl die Zusammenstreichungen der Krankenkassen sicherlich
>> teils auch sehr bedenklich sind, aber in dem Fall haben sie
>> auch ihr Gutes, wenn er dadurch endlich mal davon loskommt.

>Nee, so wird das nicht laufen. Benzos sind nun wirklich spottbillig,
>da wird's nie am Geld scheitern.

>Und einen Entzug muss der Abhängige auch selbst wollen. Der kann von
>den (psychischen wie physischen) Belastungen so schlimm oder noch
>schlimmer als eine Alkoholentgiftung sein. Jemanden dahin zu
>"zwingen", wird nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall wird er daran
>sterben.
>

Wie schon hier geschrieben hat mir bei meinem einzigen Besuch in den
letzten Jahren ein Psychiater einen 'Stimmungsaufheller' verschreiben.
Auf die Frage nach dem Suchtpotential sagte er:
'Niemand auf der Welt kann zur Zeit erklären, was eine Suchterkrankunk
überhaupt ist.'

Deshalb versuche ich, mit dem Denkmodell eines 'Parasitären Befalls'
durch 'denkfähige' Substanzen, Mikroorganismen oder Ideologien
wenigstens einen Ansatz zu haben, um dem nicht völlig hilflos
ausgeliefert zu sein.

Der Parasit Alkohol hat z.B. so viel 'Intelligenz', daß er dem
Befallenen genug Kraft läßt, um sich selbst über lange Zeit damit zu
versorgen und dabei sogar noch andere als 'Saufkumpanen' mit zu
infizieren.
Parasit Alkohol hat sogar die 'Intelligenz', daß er den Befallenen dazu
bringt, den parasitären Befall vor der Umwelt zu verbergen und den
Parasiten argumentativ gegen 'Entfernungen' zu schützen.

Richtig witzig wird es, wenn einem klar wird, daß es unter der
Sammelbezeichnung 'Alkohol' sogar mehrere Wesenheiten gibt, die sich
gegenseitig bekämpfen.
Biertrinker verachten z.B. Weintrinker und umgekehrt.

Bei den ideologischen Parasiten ist es sogar noch brutaler. Da schlagen
sich die Befallenen im Namen ihres 'Gottes' oder ihres 'Vaterlandes'
sogar gegenseitig tot.

Einer der witzigsten Fähigkeiten dieser Parasiten ist es aber, dem
Erkrankten vorzugaueln, daß er ohne ihn - den Parasiten - sterben wird.

Andererseits bieten einige Parasiten allerdings auch die Illusion eines
perfekt glücklichen Lebens.
Kaum fährt man einen Zwölfzylinder, schon ist alles andere unwichtig
;-))

Alles Gute für Dich!
Gruß
Harald

Message has been deleted

stef...@gmx.net

unread,
Dec 21, 2010, 8:39:48 AM12/21/10
to
Hallo Aliena,

On 21 Dez., 03:12, "Aliena W." <alie...@gmx.net> wrote:

> Erschreck mich jetzt nicht auch noch so... Wie sterben? Am
> Entzug?

Don't panic! Aber: ja. Wie blackrose schon schrieb. Unter ärztlicher
Überwachung wird das nicht passieren. Aber wie bei Alk oder Heroin ist
auch Benzos der Körper physisch so auf die Droge eingestellt, dass ein
sofortiger Entzug im Alleingang tatsächlich tödlich sein kann. Nur
sehr selten, und nur im Alleingang. Unter ärztlicher Kontrolle wird
das sicher vermieden.

blackrose scheib noch etwas sehr wichtiges:

"Ob er aber sein Leben ohne die Benzos ertragen kann? Da seh ich den
größten Hinderungsgrund, warum er sich nicht freiwillig einer
Therapie
stellen wird."

Jepp. Das gleiche wie bei der Alk-Entgiftung. Klapsmühle, erst
physisch entgiften, dann Psychotherapie, nach spätestens 1 Jahr raus,
mit viel Glück in eine betreute Einrichtung, und dann wieder zurück in
das alte Leid. Allein in der Hartz IV finanzierten Wohnung (wenn
überhaupt), keine Freunde (und wenn, dann auch drogensüchtig), keine
Perspektive, keinen Lebenssinn. Dann Rückfall und das ganze "Spiel"
wieder von vorn.

Und die Medizin kann vieles: aber eine Perspektive geben kann sie
nicht. Und wer die nicht hat und schon drogensüchtig ist, wird m.E.
auf künftig kaum ohne Drogen auskommen.

Viele Grüße,
Stefan

Harald Lins

unread,
Dec 21, 2010, 9:18:30 AM12/21/10
to
Hallo Stefan,

<stef...@gmx.net> schrieb

>blackrose scheib noch etwas sehr wichtiges:

>"Ob er aber sein Leben ohne die Benzos ertragen kann? Da seh ich den
>größten Hinderungsgrund, warum er sich nicht freiwillig einer Therapie
>stellen wird."

>Jepp. Das gleiche wie bei der Alk-Entgiftung. Klapsmühle, erst
>physisch entgiften, dann Psychotherapie, nach spätestens 1 Jahr raus,
>mit viel Glück in eine betreute Einrichtung, und dann wieder zurück in
>das alte Leid. Allein in der Hartz IV finanzierten Wohnung (wenn
>überhaupt), keine Freunde (und wenn, dann auch drogensüchtig), keine
>Perspektive, keinen Lebenssinn. Dann Rückfall und das ganze "Spiel"
>wieder von vorn.
>

Im Zuge der Primärentgiftung in der hiesigen Säuferheilanstalt war es
üblich, die Säufer vor der 'richtigen' Entlassung einen Tag als
'Belastungsprobe' in die eigene Wohnung zurückzuschicken.
Diesem 'friß oder stirb'-Test waren viele nicht gewachsen.

Die Wohnungen sind vor dem Gang in die Klinik oft restlos ausgereizt.
Ungepflegt, voller leerer Flaschen und voller Erinnerungen an die
Ursache des Alkoholismus (Trennung vom Partner, Arbeitsplatzverlust oder
sonstiger Schicksalsschlag)

Die Idee, daß sich jeweils zwei Patienten zusammentun, um vor der
Belastungsprobe die Wohnung in einen halbwegs 'neutralen' Zustand zu
versetzen, wurde vom 'Personal' unter der Bedingung akzeptiert, daß nur
gleichgeschlechtliche Patienten die Vorreinigung der Wohnung gemeinsam
vornehmen durften.
Einige Mitpatienten haben sich darüber besonders gefreut ...
Jedenfalls kamen danach alle nach der Belastungsprobe 'Übernachtung in
der eigenen Wohnung' wieder zurück.

>Und die Medizin kann vieles: aber eine Perspektive geben kann sie
>nicht. Und wer die nicht hat und schon drogensüchtig ist, wird m.E.
>auf künftig kaum ohne Drogen auskommen.
>

Klar, aber nach einem Schicksalsschlag wird eine Sucht oft zum
Selbstläufer.
Einige Betroffene wenden sich auch einer Sucht zu, die offiziell nicht
als Sucht deklariert ist.
Sie flüchten in die Arbeit, ziehen sich ins 'Kloster' zurück oder gehen
auf die 'Insel'.

Es wird dabei oft verpaßt, nach einer angemessenen Trauer- oder
Aufarbeitungzeit einen Neustart zu wagen.
Das alles setzt natürlich voraus, daß die krankmachenden Umstände oder
Lebendsumstände bereinigt sind.

Gruß
Harald

Message has been deleted
Message has been deleted

tele...@gmx.tm

unread,
Dec 21, 2010, 3:38:16 PM12/21/10
to

> Im Zuge der Primärentgiftung in der hiesigen Säuferheilanstalt war es
> üblich, die Säufer vor der 'richtigen' Entlassung einen Tag als
> 'Belastungsprobe' in die eigene Wohnung zurückzuschicken. Diesem 'friß
> oder stirb'-Test waren viele nicht gewachsen.

Dein letzter Aufenthalt in einer solchen muss auch schon eine Weile
zurückliegen. Heutzutage wird nach der Entgiftung eine Entwöhung
angestrebt und erfolgt in einer Suchtklinik mit 16Wochen Therapie, wo auch
die Wohnverhältnisse geklärt und gesäubert werden.

Gruss

Harald Lins

unread,
Dec 21, 2010, 4:48:48 PM12/21/10
to
Hallo Tt,

<tele...@gmx.tm> schrieb im Newsbeitrag
news:ier37o$2eo$1...@news-cypress.fernuni-hagen.de...

Mein einziger!!!!! Aufenthalt war 2001, wenn ich mich recht erinnere.
Danach hat sich einiges geändert.
Z.B. sind Alkis und Junkies nicht mehr auf getrennten Stationen und die
Grundentgiftung wurde von 10 auf 7 Tage verkürzt.
Die 4-monatige Therapie hat man mir auch angeboten. Tagsüber in der
Klinik arbeiten und dann in der eigenen Wohnung übernachten.
Man wollte Struktur in mein Leben bringen.

Meine Wohnverhältnisse waren in sofern nicht geklärt, daß ich noch einen
fünfstellung Schuldenberg am Bein hatte, weil mich jemand um einen
sechsstelligen Betrag behummst hatte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Herstatt-Bank

Jetzt rate mal, welcher nette ältere Herr nach seiner Karriere als
Banker meine Programme verkauft hat und deswegen vom Gericht wieder für
verhandlungsfähig erklärt wurde.

Du hast drei Versuche.

Niemanden - in Worten niemanden - weder Bank, noch Staat, noch
Versicherungen oder sonstwen hat es interessiert, daß ich unverschuldet
da mit reingezogen wurde.
Alle wollten nur Geld und schalteten sofort Anwälte ein, wenn sie es
nicht schnell genug bekamen.
Die bank hat mir sogar meinen laufenden Dispo gekündigt, als sie Wind
davon bekam - und das obwohl ich jede Menge Aufträge hätte haben können.
Sie hatten keine Probleme damit, daß ich meine drei Festangestellten und
einige freie Mitarbeiter auf die Straße setzen mußte.
Es war schon damals eine Lüge, daß es um den Erhalt der Arbeitsplätze
ging.
Es ging damals wie heute nur um die weitere Verschuldung *aller*
Deutschen - mit ganz wenigen Ausnahmen.

Sorry, daß das alles wieder hochgekocht ist, aber langsam reicht es.

Gruß
Harald


Message has been deleted
Message has been deleted

Harald Lins

unread,
Dec 22, 2010, 3:36:36 AM12/22/10
to
Hallo Blackrose,

"Blackrose" <black...@wolke7.net> schrieb
>
> Harald Lins schrieb:


>
>> Im Zuge der Primärentgiftung in der hiesigen Säuferheilanstalt war es
>> üblich, die Säufer vor der 'richtigen' Entlassung einen Tag als
>> 'Belastungsprobe' in die eigene Wohnung zurückzuschicken.
>> Diesem 'friß oder stirb'-Test waren viele nicht gewachsen.
>

> Wen wunderts?
>
Ich wundere mich, warum neuronale Verletzungen nicht wie körperliche
Knochenbrüche behandelt werden.
Ein gebrochener Knochen wird wieder in die richtige Position gebracht
und dann eingegipst.
Wenn er wieder zusammengewachsen ist, kommt der Gips weg und dann dauert
es noch ein paar Tage, bis Muskeln und Bänder kapiert haben, daß alles
wieder in Ordnung ist und sie normal funktionieren können.

Bei einem psychischen Bruch gibt man nur Schmerzmittel ohne den
'seelischen Knochen' in die richtige Position zu bringen.
Wenn die Verletzung dann krumm und schief wieder verheilt ist, geben die
Ärzte weiterhin Schmerzmittel, damit es nicht so weh tut, wenn man mit
einer krummen Seele wieder rumläuft.

>> Die Wohnungen sind vor dem Gang in die Klinik oft restlos ausgereizt.
>> Ungepflegt, voller leerer Flaschen und voller Erinnerungen an die
>> Ursache des Alkoholismus (Trennung vom Partner, Arbeitsplatzverlust
>> oder
>> sonstiger Schicksalsschlag)
>

> Ja, schon, aber ist das nicht gerade das Entscheidende? Ob einen Tag
> früher oder später, die Rückkehr in das "alte Leben" ist
> unausweichlich.
>
Das alte Leben ist der Zustand vor der Ursache des Alkoholismus.
Der Zustand der Wohnung bei der Einsicht, einen Entzug zu machen, ist
aber der Schock, nüchtern zu sehen, wie weit man runtergekommen ist.
Dieser Schock allein kann einen *neuen* Alkoholismus bewirken.

> Wenn sich das Bewusstsein nicht verändert hat oder ein
> neuer Lebensinhalt auftaucht, für den es sich zu kämpfen lohnt - dann
> ist nach dem Entzug alles wie vorher.
>
Eigentlich ja, aber ich glaube immer weniger, daß es eine Motivation
oder positive Einstellung braucht, um stabil zu werden.
Meiner Meinung nach reicht es völlig, den ganz Scheiß an Verlogenheit
und Doppelzüngigkeit aus dem Kopf zu bekommen, um wieder lebendig zu
werden,
Ich orientiere mich da immer an jungen Hunden. Die Jungs brauchen keine
'positive Einstellung', um richtig Spaß am Leben zu haben.

>> Die Idee, daß sich jeweils zwei Patienten zusammentun, um vor der
>> Belastungsprobe die Wohnung in einen halbwegs 'neutralen' Zustand zu
>> versetzen, wurde vom 'Personal' unter der Bedingung akzeptiert, daß
>> nur
>> gleichgeschlechtliche Patienten die Vorreinigung der Wohnung
>> gemeinsam
>> vornehmen durften.
>

> Eine sehr sinnvolle Massnahme, um das letzte bisschen Aussicht auf ein
> anderes Leben zu zerstören. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller,
> die
> "Paarung" den Betroffenen selbst zu überlassen. Aber, warum wundert
> mich das nicht?
>
Die 'Paarung' ist eigentlich unwichtig. Es geht ja nur darum, in
ein-zwei Stunden die gröbsten Mißstände in der Wohnung zu beseitigen, um
dann mit einem etwas besseren Gefühl am nächsten Tag allein dorthin
zurückkehren zu können.

>> Sie flüchten in die Arbeit, ziehen sich ins 'Kloster' zurück oder
>> gehen
>> auf die 'Insel'.
>

> So ist jeder Mensch anders. Lebenswerte Perspektiven sind für einen
> ein
> Job, für einen andere eine zwischenmenschliche Beziehung, usw.
> Wiederum
> meiner Meinung nach, kann das unser psychiatrisches System nicht
> leisten. Wenn es gelingt, dann über soziale Faktoren, über den Kontakt
> mit jemandem, der die/den, die/der sich als "gescheitert" sieht,
> wieder
> aufzubauen versucht.
>
Meiner Meinung nach geht es nicht um die Perspektiven, sondern um die
Spontaneität.
Die ist bei mir noch ziemlich kaputt.
Es ist wie beim Autofahren.
Normal läuft da alles automatisch ab. Wenn man aber anfängt zu
überlegen, wo die Gänge sind, wird alles ruckelig und anstrengend.
Der Fotografier-Effekt:
Wenn Du jemanden fotografierst und ihm sagst, er soll sich ganz
natürlich geben, wird er alles andere als natürlich sein.

>> Das alles setzt natürlich voraus, daß die krankmachenden Umstände
>> oder
>> Lebendsumstände bereinigt sind.
>

> Jep. Oder jemanden zu haben, der einen an der Hand nimmt und der es
> ehrlich meint.
>
Bei genau dieser Ehrlichkeit liegt der Schlüssel.
In unserer Gesellschaft gilt der als gut, der clever und
geschäftstüchtig ist.
Im Klartext heißt daß, wer seine Mitmenschen skrupellos über den Tisch
zieht und betrügt, gilt als 'lebenstüchtig'.

Es ist an der Zeit, das zu ändern.

Gruß
Harald

Message has been deleted
Message has been deleted

Aliena W.

unread,
Dec 22, 2010, 6:52:44 PM12/22/10
to
On 21 Dez., 09:27, Frank Streitz <fskeins...@web.de> wrote:
> On 2010-12-21, Aliena W. wrote:
>
> > F nd ich sehr schade, wenn die NG hier einfach gel scht w rde.

> > Wenn hier wieder mehr Leute schreiben und sich austauschen,
> > wird das aber auch nicht passieren.
>
> Wenn jeder, der hier mitliest, auch abstimmt, wird das nicht passieren.
> Der Traffic momentan alleine reicht bestimmt nicht, weil da viel OT ist.
>
Hallo Frank,

nur mal grad so zur Orientierung... in dang komm
ich grad nicht so zum Mitlesen. Du schaust jetzt
hier, wie viele der Postings on topic sind?
Hast Du selber mit Ängsten zu tun, bist Du selbst
Betroffener?

Gruß
Aliena

Aliena W.

unread,
Dec 22, 2010, 7:10:57 PM12/22/10
to
Hallo Blackrose!

On 21 Dez., 15:46, Blackrose <blackros...@wolke7.net> wrote:

>
> > F nd ich sehr schade, wenn die NG hier einfach gel scht w rde.


> > Wenn hier wieder mehr Leute schreiben und sich austauschen,
> > wird das aber auch nicht passieren.
>

> Wobei das halt gerade die Krux an der Geschichte ist, f r die akut
> Betroffenen d rfte es eine hohe H rde darstellen, hier zu schreiben.
>
Ja, deswegen find ich das auch ziemlich unsinnig, was Frank
hier von off topic schreibt. Wenn Leuten nicht die Möglichkeit
gelassen wird, sich z.B. auch allmählich ans Thema ranzutasten,
auch von ihrem sonstigen Leben oder Ansichten zu erzählen oder
auch sich einfach in Kommunikation auszuprobieren usw., kann
man doch 'ne Angst-Selbsthilfe-Gruppe auch gleich schließen.
Ich finde, darin sollte alles seinen Platz haben dürfen, was
Betroffene beschäftigt.


> >> Ob er aber sein Leben ohne die Benzos ertragen kann? Da seh ich den

> >> gr ten Hinderungsgrund, warum er sich nicht freiwillig einer Therapie
> >> stellen wird.
>
> > Ja, das ist das Problem, hat er auch schon fter gesagt, dass er
> > gar nicht wei , wie er's ohne die Dinger berhaupt aushalten sollte.
> > Das sind seine "Gl ckspillen", die nimmt er jeden Abend und freut
> > sich dann auch schon den ganzen Tag ber drauf.
>
> Es gibt aber auch ungef hrlichere und nicht so abh ngig machende
> Substanzen, die ihm helfen k nnen. Zum Beispiel SSRI (Selektive
> Serotonin Wiederaufnahme Hemmer). Die Nebenwirkungen beim ein- sowie
> beim Ausschleichen sind zwar mitunter recht heftig (eigene Erfahrung),
> daf r machen sie nicht prim r abh ngig.
>
> Aber zuerst m sste er die Benzos los werden...
>
Es geht auch beides zusammen ;-) So ein Antidepressivum
nimmt er sowieso auch schon. Aber ich glaub, nur ziemlich
niedrig dosiert, weil er davon Nebenwirkungen bekommt, mit
denen er nicht gut klarkommt.

LG
Aliena

Harald Lins

unread,
Dec 23, 2010, 2:42:41 AM12/23/10
to
Hallo Blackrose,

"Blackrose" <black...@wolke7.net> schrieb
>
> Harald Lins <har...@proports.info> schrieb:

>> Ich wundere mich, warum neuronale Verletzungen nicht wie körperliche
>> Knochenbrüche behandelt werden.
>

> Kann man neuronal mit psychisch gleichsetzen?
>
Der Begriff 'psychisch' ist fürchterlich abgedroschen und wird
eigentlich nur noch in Richtung 'bekloppt' oder 'charakterschwach'
benutzt.
Ich sehe die 'Psyche' mehr wie eine Art Motherboard. Schließt man da
etwas falsch an, können Leiterbahnen schaden nehmen.
Bei psychischen Verletzungen werden auch - rein körperlich - neuronale
Verbindungen überlastet und zerstört.
So ist z.B. bei Depressionen der vordere Teil des Gehirns kaum noch
aktiv.

> Dann vielleicht deshalb,
> weil in unserer Gesellschaft alles, was von einer "Norm" abweicht, für
> "verrückt" gehalten wird? Wo auch immer diese "Norm" her kommt, aber
> da
> wirds jetzt philosophisch.
>
Die Norm wird von den Politikern ganz klar auf den Nenner gebracht:
Es ist das Wirtschaftswachstum.
Alles, was gut für den freien Markt - das Wirtschaftswachstum - ist, ist
angeblich auch gut für die Menschen.
Wenn der 'Wohlstand' wächst, soll angeblich auch das 'Wohlgefühl'
wachsen.
Ein dicker Bauch bedeutet Geborgenheit ;-))

>> Bei einem psychischen Bruch gibt man nur Schmerzmittel ohne den
>> 'seelischen Knochen' in die richtige Position zu bringen.
>

> Wenns denn Schmerzmittel wären. Beispiel Saroten, das
> Standardrepertoire vieler Psychologen. Ich formuliere mal ein bisschen
> überspitzt: Wer nach der Einnahme seine Umgebung nicht mehr richtig
> wahr nimmt, geht schon anderen nicht mehr auf den Nerv :-(
>
Ja. Das erinnert mich an die 'Zombie-Tropfen', die auf der
Nachbarstation die Junkies zum Entzug bekamen.
Ich meine damit nicht die 'Ersatzdroge', sondern die 'Entzugsdroge'.

[ ... ]

>> Der Zustand der Wohnung bei der Einsicht, einen Entzug zu machen, ist
>> aber der Schock, nüchtern zu sehen, wie weit man runtergekommen ist.
>> Dieser Schock allein kann einen *neuen* Alkoholismus bewirken.
>

> Natürlich. Wird der Betroffene aber einen Tag später regulär
> entlassen,
> kommt er meist auch in seine alte Wohnung zurück und findet sie vor
> wie
> sie verlassen wurde. Vielleicht wäre es besser, jemand würde die
> Wohnung ohne sein Beisein auf Vordermann bringen. Was dann? Der Start
> ist im Moment dann vielleicht leichter, aber nach ein paar Tagen, ohne
> Partner, ohne Freunde, allein in einer aufgeräumten Wohnung...?
>
Dieses Problem haben inzwischen fast alle Leute.
Früher haben sich Nachbarn, wenn sie sich auf der Straße trafen, kurz
unterhalten.
Heute kennen sie sich kaum noch.
Auch auf der Arbeit gibt es kaum noch Kollegialität, sondern
hauptsächlich Rivalität aus Angst um den eigenen Arbeitsplatz.
Meiner Meinung nach werden alle sozialen Interaktionen massiv von 'oben'
bekämpft.
Der Versuch, desa zu löschen ist ein Teil davon.

>>> Wenn sich das Bewusstsein nicht verändert hat oder ein
>>> neuer Lebensinhalt auftaucht, für den es sich zu kämpfen lohnt -
>>> dann
>>> ist nach dem Entzug alles wie vorher.
>>>
>> Eigentlich ja, aber ich glaube immer weniger, daß es eine Motivation
>> oder positive Einstellung braucht, um stabil zu werden.
>

> Ich denke doch. Das Ganze muss in der Seele ablaufen, die im Gehirn
> (bzw. Verstand) einen "Schalter" umlegt.
>
Nach vor wenigen Jahren hätte ich Dir da voll zugestimmt.
Inzwischen glaube ich, daß die 'Heilung' von selbst passiert. Man
braucht es nur zuzulassen.

>> Meiner Meinung nach reicht es völlig, den ganz Scheiß an Verlogenheit
>> und Doppelzüngigkeit aus dem Kopf zu bekommen, um wieder lebendig zu
>> werden,
>

> Auswandern? Bist doch gleich wieder damit konfrontiert :-(
>
Auswandern?
Eigentlich ist es mehr ein in sich selbst einwandern.
Viele Menschen sehen sich nur durch die Augen ihrer Mitmenschen und tun
alles, um ein gutes Image zu bekommen.
Du kennst sicher noch den Spruch:
'Was sollen die Nachbarn denken'.
mit dem Eltern ihre Kinder zu 'ordentlicher' Kleidung, 'anständigen'
Frisuren und 'artigem' Verhalten bringen wollen.
Kaum einem ist dabei klar, daß er selbst für alle anderen der 'Nachbar'
ist, und somit selbst bestimmt, was 'die Nachbarn' sagen und denken.
Wenn jeder selbst positiv und tolerant über seine Nachbarn denkt, löst
sich das Problem von selbst.
Klar wird es immer wieder Stinkstiefel geben, die sich bösartig das Maul
über ihre Mitmenschen zerreißen, aber ... man kann nicht auf jedes
Waschweib eingehen.

>> Ich orientiere mich da immer an jungen Hunden. Die Jungs brauchen
>> keine
>> 'positive Einstellung', um richtig Spaß am Leben zu haben.
>

> Bist sicher dass die keine "positive Einstellung" haben?
>
Die wissen doch gar nicht, was das ist ;-)
Die sind einfach spontan fröhlich und lebenslustig.

[ Aufräumen der Wohnung vor der Rückkehr aus der Klinik ]

>> Die 'Paarung' ist eigentlich unwichtig. Es geht ja nur darum, in
>> ein-zwei Stunden die gröbsten Mißstände in der Wohnung zu beseitigen,
>> um
>> dann mit einem etwas besseren Gefühl am nächsten Tag allein dorthin
>> zurückkehren zu können.
>

> Hmm, ich find nicht dass die 'Paarung' unwichtig ist. Während einer
> Therapie lernt man verschiedene Menschen kennen, mit den einen "kann
> man besser", mit den anderen nicht so. Wenn ich mir vorstelle, ich
> hätte das mit jemandem, zu dem ich keinen "Draht" gefunden hätte,
> machen müssen - das hätte glaube ich nicht den beabsichtigten Effekt
> gehabt. Vielleicht empfinde ich das ja anders als andere, durchaus
> möglich.
>
Wenn zwei Patienten sich gegenseitig helfen, die Wohnung vor der
Rückkehr zu ordnen, hat man den Effekt, daß es für viele Menschen
einfacher ist, anderen zu helfen, als für das eigene Wohlergehen zu
sorgen.
Manche halten auch die Wohnung in Ordnung, um sich selbst wohlzufühlen,
andere tun es nur, um gut vor Besuchern darzustehen.
Wenn man mit einem anderen Patienten die Wohnung aufräumt, hat man beide
'Einstellungen' kombiniert.

>> Meiner Meinung nach geht es nicht um die Perspektiven, sondern um die
>> Spontaneität.
>> Die ist bei mir noch ziemlich kaputt.
>

> Hat bei mir auch lange gedauert, das mit der Spontaneität. Und
> plötzlich hat man Leute um sich herum die vor lauter Fragezeichen nur
> so sprühen. "Was issn mit dir los".
>
Und - was is los mit Dir?
Ich hatte Phasen, in denen ich bis ins letzte Detail planen mußte.
Ich brauchte eine Stunde, um mir aus der Küche ein Glas Wasser zu holen,
wenn ich Durst hatte, und eine weiter Stunde, um an dem Glas zu trinken.
Es war echt witzig, aber das, was eigentlich automatisch nebenbei 'mit
Links' passiert, war ein Prozess voller Entscheidungen und Überwindung.

[ ... ]

>>>> Das alles setzt natürlich voraus, daß die krankmachenden Umstände
>>>> oder
>>>> Lebendsumstände bereinigt sind.
>>>
>>> Jep. Oder jemanden zu haben, der einen an der Hand nimmt und der es
>>> ehrlich meint.
>>>
>> Bei genau dieser Ehrlichkeit liegt der Schlüssel.
>> In unserer Gesellschaft gilt der als gut, der clever und
>> geschäftstüchtig ist.
>> Im Klartext heißt daß, wer seine Mitmenschen skrupellos über den
>> Tisch
>> zieht und betrügt, gilt als 'lebenstüchtig'.
>

> Das hab ich leider auch so kennen gelernt. Oder Mobber, die andere
> Menschen seelisch vernichten können und selbst als erfolgreiche
> Saubermänner da stehen. Wenn nach einer Therapie noch ein Freund übrig
> ist, der zu einem steht, dann denke ich hat man es fast geschafft.
>
Freundliche Leute gibt es fast immer. Oft erkennt man sie aber nicht
bzw. die Freundlichkeit nützt nichts.
Wenn man Zahnschmerzen hat, kann einem jemand noch so lange auf die
Schulter klopfen und einem Mut und Trost zusprechen - es nützt nicht
wirklich.

>> Es ist an der Zeit, das [Verlogenheit+gegenseitiges Betrügen] zu
>> ändern.
>
> Sag mir wie. Ich fürchte, es wird immer "schwache" und "starke" in
> unserer Gesellschaft geben. So lange Äußerlichkeiten über Moral und
> Gewissen gestellt werden, wie soll sich da etwas ändern...?
>
Ganz einfach.
Kraft und Mut bekommt man sofort, wenn die Täuschungen weg sind.
Wenn die Täuschung, daß das Wirtschaftswachstum wichtiger als das
menschliche Wohlergehen ist, beseitigt wird, kommt das 'Gute' von
selbst.

Zur Zeit sind wir aber nur ent-mutigt und ent-kräftet, weil wir uns
nicht ent-täuschen wollen.

Anscheinend täuschen wir uns aber lieber weiter ein erfülltes Leben vor,
wenn wir auf Werbung, Propaganda und verlogenen Idealen aufbauen.

Gruß
Harald


Message has been deleted
Message has been deleted

Aliena W.

unread,
Dec 24, 2010, 1:52:56 AM12/24/10
to
Hallo Frank!

On 23 Dez., 08:27, Frank Streitz <fskeins...@web.de> wrote:


> On 2010-12-22, Aliena W. wrote:
>
> > nur mal grad so zur Orientierung... in dang komm
> > ich grad nicht so zum Mitlesen. Du schaust jetzt
> > hier, wie viele der Postings on topic sind?

> > Hast Du selber mit ngsten zu tun, bist Du selbst
> > Betroffener?
>
> Ich bin selbst Betroffener und lese hier mit. Manchmal schreibe ich
> auch, was aber (Dir) nicht aufzufallen scheint. ;-)
>
Ach so, dachte, Du bist einer von der "gegnerischen
Seite" aus dang ;-) Der darüber befinden will, was
hier zum Thema gehört und was nicht. Da ich in
de.admin.news.groups teils auch mitgelesen hatte, wusst
ich nicht mehr, wo ich Deinen Namen schon gelesen hatte,
sorry, bin grad so im Weihnachtsstress ;-)

Wünsch Dir -- + den anderen hier -- schöne Feiertage.

Gruß
Aliena

Harald Lins

unread,
Dec 24, 2010, 2:51:54 AM12/24/10
to
Hallo Blackrose,

"Blackrose" <black...@wolke7.net> schrieb
>
> Harald Lins <har...@proports.info> schrieb:
>> "Blackrose" <black...@wolke7.net> schrieb
>>> Harald Lins <har...@proports.info> schrieb:
>>
>>>> Ich wundere mich, warum neuronale Verletzungen nicht wie
>>>> körperliche
>>>> Knochenbrüche behandelt werden.
>>>
>>> Kann man neuronal mit psychisch gleichsetzen?
>>>
>> Der Begriff 'psychisch' ist fürchterlich abgedroschen und wird
>> eigentlich nur noch in Richtung 'bekloppt' oder 'charakterschwach'
>> benutzt.
>

> Okay, war mir nicht so bewusst. Für mich ist die Psyche aka Seele was
> anderes...
>
Ja klar, für mich auch.
In Zeiten, in denen es als gut gilt, 'cool' zu sein, braucht es aber
vielleicht andere Begriffe, die nicht 'belastet' sind.
Wenn schon Kindern gesagt wird, daß es gut ist, die eigene Emotionen
abzutöten, um 'cool' zu erscheinen, braucht es wohl eine neue Definition
der 'Seele'.
Ich finde es immer wieder witzig, daß zur Zeit kein einziger Mensch
beschreiben kann, was eine Seele ist, die Wissenschaft aber schon eine
'Heilkunde', die Psychiatrie, entwickelt hat.
Die Wissenschaft kann schon etwas heilen, dessen Existenz und wahres
Wesen noch kein Mensch verstanden hat.

>> So ist z.B. bei Depressionen der vordere Teil des Gehirns kaum noch
>> aktiv.
>

> Danke für die Info. Das hat mir auch noch nie ein Doc erklärt :-(
>
Ja, die sind da etwas lernfaul.
Vor wenigen Jahren galten Gehirnzellen noch als nicht
regenerationsfähig.
Langsam spricht sich aber rum, daß Menschen bis ins hohe Alter neue
Gehirnzellen bilden können.
Die Ärzte haben da aus Bequemlichkeit und Faulheit eine riesige
Verarsche veranstaltet.
Es kann auch sein, daß Ärzte gern ein Schreckensszenario aufbauen, um
Patienten besser manipulieren zu können.
Als Einstieg, wenn Du Lust dazu hast, mehr zu erfahren von der 'neuen
Welt' des Gehirns:
<http://www.dr-mueck.de/Wissenschaftsinfos/Hirnforschung/Gehirnzellen-Regeneration-Erwachsene-Riechen.htm>

[ ... ]


>
>> Auch auf der Arbeit gibt es kaum noch Kollegialität, sondern
>> hauptsächlich Rivalität aus Angst um den eigenen Arbeitsplatz.
>> Meiner Meinung nach werden alle sozialen Interaktionen massiv von
>> 'oben'
>> bekämpft.
>

> Jep. So ist es in den letzen Jahren bei uns auch gelaufen. Zum Glück
> bin ich im Job ein "Einzelkämpfer", dem keiner ans Bein p***** kann.
>
Auf 'Einzelkämpfer' lauern die Banken.
Es gab mal eine Interessengemeinschafdt von etwa 70Tsd Leuten, die alle
nach dem gleichen Schema platt gemacht wurden:
Sie machten sich selbstandig und bekamen hohe Kredite von den Banken.
Wenn nach etwa einem Jahr die Firma gut lief, kündigten die banken die
Kredite und der 'Einzelkämpfer' hatte trotz eines vollen Auftragsbuchs
kein Geld mehr für den Wahreneinkauf oder die laufenden Kosten.
Es machte *Bumm* und sein ganzer Besitz kam unter den Hammer.
So kamen die banken zu einem Spottpreis an jede Menge Immobilien.

>> Der Versuch, desa zu löschen ist ein Teil davon.
>

> Ist ja nicht nur desa. Kennt jemand die James-Bond-Filme? Da gibts so
> einen Spruch: Jeder sollte einmal im Leben das Gefühl von Macht haben.
> Sieht mir eher danach aus. IIRC führen übrigens nicht alle Newsserver-
> Betreiber einen rmgroup automatisch aus.
>
Ja gut, aber meiner Meinung nach haben Kranke ein Recht auf
Kommunikation untereinander und zur gegenseitigen Hilfe.
Mich irritiert es etwas, daß nur 60 Leute, die keine Ahnung haben, worum
es geht, entscheiden 'dürfen', ob Selbsthilfe im Usenet einen Platz
haben sollte.
Auch andere Gruppen, die sich mit sozialen Fragen oder Arbeitslosigkeit
zu tun haben, stehen kurz vor der Löschung.
Dort sind kaum noch sachbezogene Threads zu finden, sondern fast nur
noch persönliche Rumpöbeleien.
Selbst dang ist von dieser 'Krankheit' befallen und sollte eigentlich
moderiert werden, was dann die endgültige Zensur des Usenet bedeuten
würde.

>>> Ich denke doch. Das Ganze muss in der Seele ablaufen, die im Gehirn
>>> (bzw. Verstand) einen "Schalter" umlegt.
>>>
>> Nach vor wenigen Jahren hätte ich Dir da voll zugestimmt.
>> Inzwischen glaube ich, daß die 'Heilung' von selbst passiert. Man
>> braucht es nur zuzulassen.
>

> Ich hab über diesen Satz eine Weile nachgedacht. Und ich muss Dir
> recht
> geben.
>
Dann bist Du viel schlauer als ich.
Ich habe viele Jahre gebraucht, um das zu verstehen.

>>>> Meiner Meinung nach reicht es völlig, den ganz Scheiß an
>>>> Verlogenheit
>>>> und Doppelzüngigkeit aus dem Kopf zu bekommen, um wieder lebendig
>>>> zu
>>>> werden,
>>>
>>> Auswandern? Bist doch gleich wieder damit konfrontiert :-(
>>>
>> Auswandern?
>> Eigentlich ist es mehr ein in sich selbst einwandern.
>

> Mit Auswandern meinte ich, der Verlogenheit in unserem Land zu
> entgehen...
>
Vermutlich ist diese Verlogenheit inzwischen mehrmals um den ganzen
Globus gereist.
Da es keine Heiden oder Barbaren mehr gibt, die man wie früher die
Ureinwohner Nord- und Südamerikas oder Afrikas einfach platt machen
kann, um ihnen ihren Besitz wegzunehemen, gibt es heute den Terrorismus,
der erlaubt, alle Leute oder Völker anzugreifen, die 'verdächtig' sind.
Es gibt keine einsamen Inseln mehr, auf die man sich zurückziehen kann,
um der Habgier und dem Größenwahn zu entgehen.

>> Viele Menschen sehen sich nur durch die Augen ihrer Mitmenschen und
>> tun
>> alles, um ein gutes Image zu bekommen.
>> Du kennst sicher noch den Spruch:
>> 'Was sollen die Nachbarn denken'.
>

> Oh ja. So bin ich auch erzogen worden. Es hat lange gedauert, bis ich
> die Manipulation, die in diesem Satz steckt, begriffen hatte und noch
> länger, bis ich mich von ihr befreit hatte.
>
Ja. Dabei ist der Trick ganz einfach.
Innen und Außen werden bei einem Menschen vertauscht, so daß er sich
selbst durch die Augen der 'anderen' wahrnimmt.
Wenn das alle Menschen verstehen würden, könnte die Werbung einpacken.
Sie funktioniert ausschließlich durch das Vorspiegeln falscher Werte.
Männlichkeit an ein bestimmtes Rasierwasser oder Weiblichkeit an einen
bestimmten Lippenstift zu binden, ist in meinen Augen ziemlich
erheiternd, aber manch einer nimmt das noch ernst und zahlt ein
Schweinegeld, um sich 'sexy' zu machen..

>> Wenn jeder selbst positiv und tolerant über seine Nachbarn denkt,
>> löst
>> sich das Problem von selbst.
>

> Der erste Schritt ist halt nicht leicht, und es braucht meiner
> Erfahrung nach ein einigermaßen ausgeprägtes Selbstbewusstsein, um den
> "Bann" zu durchbrechen. Einmal geschafft, lebt man plötzlich in einer
> ganz anderen Welt - mir ging es jedenfalls so.
>
Jau. Wenn man des Kaisers neue Kleider nicht mehr sehen kann, kommt
einiges zum Vorschein.

[ ... ]

>> Und - was is los mit Dir?
>

> Ich denk ich hab die "dunkle Zeit" einigermaßen überwunden. Und Fremde
> wundern sich jetzt über mein "neues Leben" ;-)
>
Hast Du dazu einen Zeitplan Deiner Besserung bzw. der vorherigen
Verschlechterungen?
Ich rätsele noch immer, was 2007 passiert ist.
Innerhalb weniger Tage zerbrach damals das bis dahin sehr freundliche
Verhältnis der Leute in der Nachbarschaft und es entstanden drei
Gruppen, die sich untereinander ziemlich heftig und bösartig bekämpften.
Diese 'Zersplitterung' war im ganzen Land zu spüren.
Ab Anfang November 2010 löste sich dieser Spuk und die Leute waren
plötzlich wieder freundlich und zugänglich untereinander.

[...]

>> Freundliche Leute gibt es fast immer. Oft erkennt man sie aber nicht
>> bzw. die Freundlichkeit nützt nichts.
>

> Oder sie sind nach außen freundlich, hauen Dich aber in die Pfanne,
> sobald Gelegenheit dazu ist.
>
Es gibt ja jetzt Wikileaks ;-))

>> Kraft und Mut bekommt man sofort, wenn die Täuschungen weg sind.
>> Wenn die Täuschung, daß das Wirtschaftswachstum wichtiger als das
>> menschliche Wohlergehen ist, beseitigt wird, kommt das 'Gute' von
>> selbst.
>

> Du kennst die Ergebnisse von Bundestags- und Landtagswahlen? Dein
> Glaube in einen Wandel ehrt Dich.
>
Nee ;-)
Ich war nach der Landtagswahl in NRW das letztemal besoffen.
Die Wähler merken anscheinend nicht, daß seit 60 Jahren immer die selben
Leute in den Landtagen und im Bundestag sitzen.
Manchmal sitzen sie in der Regierung, manchmal in der Opposition.
Egal wo sie aber sitzen - die Politik verfolgt immer die selben Ziele.
Wie in der DDR haben wir faktisch nur eine einzige Partei.
Daß diese Einheitspartei sich in Untergruppen wie CDU, FDP, SPD usw.
aufgliedert, dient nur dazu, dem Wähler die Illusion zu geben, er hätte
Einfluß auf die Politik.

>> Anscheinend täuschen wir uns aber lieber weiter ein erfülltes Leben
>> vor,
>> wenn wir auf Werbung, Propaganda und verlogenen Idealen aufbauen.
>

> Ich denke, die wenigsten merken es. Mainstream ist einfacher, sich
> gegen den Strom zu stellen sehr schwer, vor allem, wenn nich zu den
> "Anerkannten" gehört.
>
Vermutlich ist eine Lösung recht einfach:
Auf der A3 hat jemand an einer Stelle, an der häufig Stau ist, in großen
weisen weißen Buchstaben an einen Brückenpfeiler geschrieben:
'Du stehst nicht im Stau - Du bist der Stau.'

Gruß
Harald

stef...@gmx.net

unread,
Dec 24, 2010, 7:11:06 AM12/24/10
to
On 21 Dez., 23:03, Blackrose <blackros...@wolke7.net> wrote:

> PS: Ich werd nie verstehen, warum manche rzte Benzos so sorglos
> verordnen.

Weil sie billig sind und den Hausärzten (abhängige) Dauerpatienten
verschaffen, die ausser einem Rezept nichts wollen (schon gar keine
kostbare Zeit des Arztes). Und weil sicher bei manchen Ärzten noch das
Klischee des "mothers little helper" (gibt's die Stones eigentlich
noch?) rumgeistert. Hausfrau ist frustriert und hysterisch und muss
billig beruhigt werden, damit sie ihrer Familie nicht auf die Nerven
geht. Dass viele Hausfrauen das Zeug gar nicht für sich wollen,
sondern es allabendlich ihrem Ehemann unters Essen mischen, damit sie
vor Ehekrach und "ehelichen Pflichten" ihre Ruhe haben, ist natürlich
nur ein ebenso bösartiges wie unbestätigtes Grücht ;-)

Viele Grüße,
Stefan

Message has been deleted
Message has been deleted
Message has been deleted

Aliena W.

unread,
Dec 29, 2010, 8:39:26 PM12/29/10
to
On 29 Dez., 23:36, blacka...@sfsvs.at99.at (Blackrose) wrote:
> Harald Lins <har...@proports.info> schrieb:
>
> >> Ich denk ich hab die "dunkle Zeit" einigerma en berwunden. Und Fremde
> >> wundern sich jetzt ber mein "neues Leben" ;-)

>
> > Hast Du dazu einen Zeitplan Deiner Besserung bzw. der vorherigen
> > Verschlechterungen?
>
> Leider nein, also nichts schriftliches. Es hat bei mir insgesamt etwa
> zwei Jahre gedauert, die "Wandlung"... Sie begann, nachdem die
> wichtigste Seele f r mich auf dieser Welt heimgegangen war. Danach
> brauchte ich noch etwa zwei Jahre, bis der Prozess einsetzte. Ausl ser
> war der Kontakt zu einer Frau, die mich, so schien es zu Anfang,
> genommen hatte wie ich damals war.
>
Schön. Obwohl das sicherlich 'ne sehr schmerzliche Phase für
Dich war. Aber das entspricht auch meinen Erfahrungen: sich
in seinem Schmerz angenommen fühlen, das bringt Heilung.

Aber was heißt zu Anfang? War dann 'ne Enttäuschung?
Aber Du bist den Weg allein weiter gegangen?

LG
Aliena

Aliena W.

unread,
Dec 29, 2010, 10:20:34 PM12/29/10
to
Hallo Blackrose!

On 29 Dez., 23:44, blacka...@sfsvs.at99.at (Blackrose) wrote:
> Aliena W. <alie...@gmx.net> schrieb:


> > On 21 Dez., 15:46, Blackrose <blackros...@wolke7.net> wrote:

>
> >> Wobei das halt gerade die Krux an der Geschichte ist, f r die akut
> >> Betroffenen d rfte es eine hohe H rde darstellen, hier zu schreiben.
>
> > Ja, deswegen find ich das auch ziemlich unsinnig, was Frank

> > hier von off topic schreibt. Wenn Leuten nicht die M glichkeit
> > gelassen wird, sich z.B. auch allm hlich ans Thema ranzutasten,
> > auch von ihrem sonstigen Leben oder Ansichten zu erz hlen oder


> > auch sich einfach in Kommunikation auszuprobieren usw., kann

> > man doch 'ne Angst-Selbsthilfe-Gruppe auch gleich schlie en.
> > Ich finde, darin sollte alles seinen Platz haben d rfen, was
> > Betroffene besch ftigt.
>
> Wenn ich allein daran denke, wie lange ich gebraucht habe, mich zu
> berwinden, hier mal zu schreiben - kann ich Dir nur Recht geben. Das
> Usenet hat in den letzten Jahren IMO ziemlich gelitten - unter Trollen
> und einigen Usern, die sich als die Auserw hlten sehen. Gerade in der
> verzwickten Situation, in der man selbst nicht weiss wo man genau steht
> ist ein vern nftiger Umgangston wichtig - so gehts mir jedenfalls.
>
Naja, Frank hatt ich ja unrecht getan, dem ging's
nicht eigentlich um das OT, der wollte zur Abstimmung
motivieren.

Und Du machst dabei einen so sicheren, selbstverständlichen
Eindruck... Du schreibst viel in anderen NGs?

Ich kenne einige Leute, die sich gar nicht trauen, überhaupt
was im I-net zu schreiben. Bei sachlichen Themen oder im
Chat geht's vielleicht grad noch, aber NG, wo's dann auch
noch drum geht, öffentlich was persönlich von sich preiszugeben,
ist noch mal 'ne Hürde für sich. Will auch nicht jeder, ist ja
auch ok.

Mir hat das aber auch gut getan, hier zu schreiben.
Und dann grad auch für mich einen Umgang damit zu finden,
wenn einem Leute blöd kommen. Das konnte man hier auch immer
schön üben ;-) Insofern hat mich das eigentlich gar nie wirklich
gestört. Wenn man sich dann mit jemandem noch näher ungestört
austauschen möchte, kann man sich ja aus der NG zurückziehen.

Aber andererseits verschwinden Störer meist auch schnell,
wenn man ihnen einfach keine Beachtung schenkt, das wird
ihnen dann zu langweilig. Richtig Krawall gibt's immer
da, wo sich viele drüber aufregen, dann geht oft der ganze
konstruktive Austausch in Chaos unter, das ist immer schade.


> > Es geht auch beides zusammen ;-) So ein Antidepressivum
> > nimmt er sowieso auch schon. Aber ich glaub, nur ziemlich
> > niedrig dosiert, weil er davon Nebenwirkungen bekommt, mit
> > denen er nicht gut klarkommt.
>

> Ich kenn das mit den Nebenwirkungen nur w hrend der Eingew hnungsphase.
> Solange der Pegel dann konstant bleibt sind die Nebenwirkungen weg.
> Wenn sie trotzdem anhalten - Medikament wechseln.
>
Sein Problem damit ist vor allem immer Impotenz bzw.
ein Taubheitsgefühl, das er als sehr unangenehm erlebt.
Hat er auch schon ein paar ausprobiert, aber immer wieder
das gleiche, meint er.

Naja, wenn er jetzt im nächsten Jahr den Entzug macht,
muss das ja sowieso irgendwie neu eingestellt werden.

Hab ihm auch gesagt, dass die Schwarze Rose an ihn denkt
+ ihm Glück wünscht, hat er sich gefreut :-)

LG
Aliena

Harald Lins

unread,
Dec 30, 2010, 3:25:34 AM12/30/10
to
Hallo Blackrose,

"Blackrose" <blac...@sfsvs.at99.at> schrieb
>
> Harald Lins <har...@proports.info> schrieb:
>
>>> Ich denk ich hab die "dunkle Zeit" einigerma�en �berwunden. Und Fremde
>>> wundern sich jetzt �ber mein "neues Leben" ;-)


>>>
>> Hast Du dazu einen Zeitplan Deiner Besserung bzw. der vorherigen
>> Verschlechterungen?
>

> Leider nein, also nichts schriftliches. Es hat bei mir insgesamt etwa
> zwei Jahre gedauert, die "Wandlung"... Sie begann, nachdem die
> wichtigste Seele f�r mich auf dieser Welt heimgegangen war. Danach
> brauchte ich noch etwa zwei Jahre, bis der Prozess einsetzte. Ausl�ser
> war der Kontakt zu einer Frau, die mich, so schien es zu Anfang,
> genommen hatte wie ich damals war.
>

Du Gl�ckspilz - danach suche ich schon mein ganzes Leben.

Die Zahl zwei Jahre h�rt man immer wieder, wenn es nach einem schweren
Schlag um die Zeit geht, bis man wieder halbwegs der 'Alte' ist.

Lag das bei Dir an der Frau oder w�re eine Besserung vielleicht auch so
eingetreten?
Vielleicht warst Du aber auch schon auf dem Weg der besserung und dadurch
erst in der lage, Dich wieder zu �ffnen?

[...]

>> Ich war nach der Landtagswahl in NRW das letztemal besoffen.
>

> Kann ich mir gut vorstellen. Ich darf bei den Wahlen auch noch als
> Wahlhelfer mitmachen und muss die Ergebnisse durchgeben - der stets
> auftretende W�rgereiz ist schon normal...
>
Dazu vielleicht sp�ter mal mehr - Feind liest mit ;-))

[...]
>> Vermutlich ist eine L�sung recht einfach:
>> Auf der A3 hat jemand an einer Stelle, an der h�ufig Stau ist, in gro�en
>> weisen wei�en Buchstaben an einen Br�ckenpfeiler geschrieben:


>> 'Du stehst nicht im Stau - Du bist der Stau.'
>

> :-) Wenns denn so einfach w�re...
>
Ist es vielleicht auch. Den Spruch 'ich kann allein nichts �ndern' glaube
ich nicht mehr.
Wenn dem so w�re, m��ten Fischschw�rme eigentlich nur geradeaus schwimmen
k�nnen.

Tats�chlich reicht es aber, wenn ein einziger Fisch einen Feind sieht und
die Richtung �ndert, um den ganzen Schwarm umzulenken.

Sag Bescheid, wenn Du etwas Verd�chtiges siehst.

Gru�
Harald

Harald Lins

unread,
Dec 30, 2010, 3:38:47 AM12/30/10
to
Hallo Blackrose,

"Blackrose" <blac...@sfsvs.at99.at> schrieb
>
> Aliena W. <ali...@gmx.net> schrieb:

[ ... ]

>> Es geht auch beides zusammen ;-) So ein Antidepressivum
>> nimmt er sowieso auch schon. Aber ich glaub, nur ziemlich
>> niedrig dosiert, weil er davon Nebenwirkungen bekommt, mit
>> denen er nicht gut klarkommt.
>

> Ich kenn das mit den Nebenwirkungen nur während der Eingewöhnungsphase.


> Solange der Pegel dann konstant bleibt sind die Nebenwirkungen weg.
> Wenn sie trotzdem anhalten - Medikament wechseln.
>

Zur Zeit tüftelt jemand im Bekanntenkreis an einem ganz anderen Ansatz.
Es hat mir dazu einige Unterlagen gegeben, die aber noch nicht im Netz sind.
Es geht dabei, um den hauptsächlich bei Pferden vorkommenden Borna-Virus::

Bei Wiki steht zur Zeit darüber nur:
"Eine Beteiligung des Virus an psychiatrischen Erkrankungen des Menschen
wird von einigen Medizinern vermutet, vor allem im Zusammenhang mit
wiederkehrender und manischer Depression und Schizophrenie"
http://de.wikipedia.org/wiki/Bornavirus

Anscheinend gibt es dazu Neuigkeiten.

Gruß
Harald

Hugo pieper

unread,
Jan 10, 2011, 4:16:37 AM1/10/11
to
Kann Dir betreffs Deiner Anfrage helfen!
0 new messages