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Medikamente gegen Flugangst

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Juergen Sauer

unread,
Jul 25, 2001, 6:57:33 PM7/25/01
to
Hi,

tja die liebe Urlaubszeit und damit die elende Fliegerei naehert sich mit
Riesenschritten....
Ich habe wirklich ziemliche Flugangst (Hoehenangst plus diese irrationale
Flugangst... ist eine bloede Mischung!)
Ich habe schon einiges ausprobiert (entspannungsuebungen, pflanzliche
Beruhigungsmittel... ich hatte soviel von dem Zeug intus dass alle Katzen im
weitem Umkreis mich zum fressen gern hatten....buecher ect)
Gebracht hat das alles nichts.
Nun habe ich mich entschlossen, mir was zu besorgen was auch wirklich hilft!
Nur was nehmen? Valium? Oder gibt es da besseres? (sollte aber legal
sein...schlieslich will ich auch ohne Probs durch den Zoll kommen)

Und woher beziehe ich das Zeug? Beim Hausarzt? Uebers Internet 8wenn ja,
welche url!) ?

Und vor allem: HILFT das dann endlich auch? Ich brauche immer die ersten 1-2
Tage im und nach dem Urlaub um mich vom Flugstress zu erholen... nicht
schoen sowas...hat auch recht wenig mit Urlaub zu tun...

Danke fuer die Tipps!
Juergen


Torsten Müller

unread,
Jul 26, 2001, 3:24:15 AM7/26/01
to
Das beste Medikament gegen Flugangst ist ein Blick in die Statistik.
Solange in Deutschland noch immer rund 5000 Menschen im Jahr auf den
Straßen sterben müssen, braucht man, glaub ich, keine Flugangst zu
haben. Wovor hast Du Angst? Bestenfalls doch nur davor, auf eben
besonders grausame Weise und auch noch medienwirksam den Tod zu
finden. Aber ist es denn im Straßenverkehr weniger grausam? Ich
glaube, es erfordert mehr Mut, in einer deutschen Großstadt Fahrrad zu
fahren.

Ich hab das Fliegen immer genossen, besonders den Moment des
Starts. Es ist ein Riesenerlebnis. Ich hab mir stets die Zeit damit
vertrieben, am Boden geografische Besonderheiten auszumachen: Flüsse,
Gebirgsketten, Küstenlinien, Städte. (Zugegeben, mein 12stündiger
Pazifikflug war ausgesprochen langweilig.) Wenn Du nicht rausgucken
willst, dann nimm Dir was zu lesen mit. Aber Medikamente sind wirklich
das Dümmste.

Torsten

John

unread,
Jul 26, 2001, 7:36:15 AM7/26/01
to
Hallo Thorsten,

>
> Das beste Medikament gegen Flugangst ist ein Blick in die Statistik.

Eben nicht. Für die 'normale' vielleicht, aber für ein Ängstler gar
nicht.


>
> Ich hab das Fliegen immer genossen, besonders den Moment des
> Starts. Es ist ein Riesenerlebnis.

Ich auch habe es immer sehr geliebt. Beim starten ich wartete nur der
Moment wo der Flugzeug plötzlich mit der 'Nase' hoch ging und man fühlt
daß es sich vom Boden trennt. Ein geiles Gefühl.


> Ich hab mir stets die Zeit damit
> vertrieben, am Boden geografische Besonderheiten auszumachen: Flüsse,
> Gebirgsketten, Küstenlinien, Städte. (Zugegeben, mein 12stündiger
> Pazifikflug war ausgesprochen langweilig.) Wenn Du nicht rausgucken
> willst, dann nimm Dir was zu lesen mit. Aber Medikamente sind wirklich
> das Dümmste.
>

Ja, Europa ist viel interessanter. Die Alpen, die Inseln, die Küsten.
Ich bin zwischen 1970 und 1984 einhundertvierzig male im Flugzeug
gestiegen.
Also fast einmal pro Monat.

Der 27. Februar 1984 war mein letztes Flug. Wo ich aus Genua kam und in
den
Flughafenklinik Frankfurt landete, mit Kreislaufkollaps (ich dachte ich
hatte ein Infarkt und war am sterben).

Seitdem ich bin weder ins Flugzeug, noch in Strassenbahnen (außer ein
Paar 'therapeutische' Versuche', noch Züge gestiegen.

Gegen diese Art von Angst hilft die Statistik kaum.


Schöne Grüße.


John.

Torsten Müller

unread,
Jul 26, 2001, 8:22:27 AM7/26/01
to
John <agd...@hotmail.com> writes:

> > Das beste Medikament gegen Flugangst ist ein Blick in die Statistik.
>
> Eben nicht. Für die 'normale' vielleicht, aber für ein Ängstler gar
> nicht.

Ja, ich weiß. Wenn die Logik aussetzt und der Glaube dominierend wird,
hier z.B. der an die eigene Angst, kann man mit Wissenschaft nichts
mehr ausrichten. Es ist hoffungslos, aber *auch* mit Medikamenten.

> > Ich hab das Fliegen immer genossen, besonders den Moment des
> > Starts. Es ist ein Riesenerlebnis.
>
> Ich auch habe es immer sehr geliebt.

Wieso dann jetzt Angst?



> Kreislaufkollaps (ich dachte ich hatte ein Infarkt und war am
> sterben).

Der hatte mit dem Fliegen an sich garantiert nichts zu tun, wohl eher
mit allgemeiner Überbelastung. Typisches Problem vieler Geschäftsleute,
die permanent unterwegs sind.

Tja, ich hätte lieber nix sagen sollen. Ich bin hier am falschen Ort.

Torsten

John

unread,
Jul 26, 2001, 9:01:53 AM7/26/01
to
Hallo Torsten,


>
> Ja, ich weiß. Wenn die Logik aussetzt und der Glaube dominierend wird,
> hier z.B. der an die eigene Angst, kann man mit Wissenschaft nichts
> mehr ausrichten. Es ist hoffungslos, aber *auch* mit Medikamenten.
>

Da hast du sehr Recht !!!
Einige 'psychische Prozesse' kann man gar nicht mit Medikamente
einflußen.
Höchstens kann man jemanden 'einschlafen'.


> > > Ich hab das Fliegen immer genossen, besonders den Moment des
> > > Starts. Es ist ein Riesenerlebnis.
> >
> > Ich auch habe es immer sehr geliebt.
>
> Wieso dann jetzt Angst?
>

Angst daß diese Ereignis wieder kommt. Ich will mein Leben nicht
'riskieren'.
Für Leute mit hohem oder unstabilen Blutdruck ist auch fliegen gar nicht
empfohlen.

>
> Der hatte mit dem Fliegen an sich garantiert nichts zu tun, wohl eher
> mit allgemeiner Überbelastung. Typisches Problem vieler Geschäftsleute,
> die permanent unterwegs sind.
>

Bei mir war leider nicht das 'Geschäftsleben'. Wer weiß was es war.
Schicksal !

> Tja, ich hätte lieber nix sagen sollen. Ich bin hier am falschen Ort.
>

Bitte denke nicht so. *Jeder Art* von Rückmeldung ist hier wilkommen,
wenn es gut gemeint ist und gezielt zu helfen.

Ciao.

John.

Juergen Sauer

unread,
Jul 26, 2001, 1:18:44 PM7/26/01
to

"Brigitte B." <Brigitt...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7bNfOxzzJnt5w7...@4ax.com...

Hallo Brigitte!

> >tja die liebe Urlaubszeit und damit die elende Fliegerei naehert sich mit
> >Riesenschritten....
>

> Willst du fliegen?
>

Tja, es reizt schon sehr... Wir waren schon auf den Malediven, Kanaren,
Tuerkei und Tunesien.
Dieses Jahr gehts nach Aegypten. Wir freuen uns schon beide sehr drauf!
Klar gibt es noch die Moeglichkeit mit dem Auto wegzufahren... aber in
Spanien, Kroatien und Italien wo wir schon mit dem Auto waren fanden wir es
nicht sooo toll. Im Norden ist es zwar superschoen, aber oft Mistwetter...
Tja, man muss eigentlich fliegen wenn man einen halbwegs "vernuenftigen"
Urlaub mit Gute-Wetter-Garantie haben will.

> Ich habe auch extreme Flugangst. Vor Jahren bin ich dann trotz
> Flugangst noch 3,4 mal geflogen. Das hat es nicht besser gemacht,
> eher schlimmer :-(

Ist bei mir eigentlich immer gleich schlimm... ein wenig kann ich es
unterdruecken wenn ich mir dann selbst einrede wie sicher und ungefaehrlich
das ganze doch ist.... hilft dann auch bis zur naechsten Turbulenz oder dem
naechstem ungewoehnlichem Geraeusch ;-(

> Mein Psychiater meinte mal, dann solle ich doch
> eine Tavor nehmen. Da kann ich nur milde drüber lächeln. Meine
> Flugangst startet Wochen ! (spätestens bei der Buchung) vorher, wäre
> im Urlaub anwesend, da ich ständig die Angst hätte, ich will ja
> irgendwie wieder nach Hause und dann evt. noch mal Fliegen ansteht.
> Damit wäre mein Urlaub versaut.Beim letzten Flugurlaub war ich vor dem
> Urlaub krank, im Urlaub krank und Wochen nach dem Urlaub krank. Bei
> mir würde"mal eben eine Tavor nehmen"nichts bewirken ausser, ich würde
> sie die ganze Zeit nehmen und wäre dann sehr schnell
> medikamentenabhängig.

Tja, nachdem ich bereits die Nikotinsucht erfolgreich bekaempft habe,
moechte ich mir keine weiteren Abhaengigkeiten mehr antrainieren... Von
daher habe ich auch die Bedenken von wegen der Medikamente.
Auch bei mir werden die Haende nass, wenn ich nur ans Fliegen denke... ich
kann mir *alles* genau vorstellen.... wenn die Turbinen hochlaufen und der
Pilot auf der Startbahn richtig Gas gibt und dann der Moment des Abhebens...
URGS.... hallo Angst :-(
Aber mit dieser Angst kann ich umgehen...denn JETZT weiss ich ja, dass ich
nicht im Flieger sitze, sondern hier vor dem Monitor...und schwupps weg ist
sie wieder.
Aber wenns dann in den Flieger reingeht hoert die Angst eigentlich nie auf,
bis ich wieder festen Boden unter den Fuessen habe. Da kommen dann fast
schon Panikattacken (vor allem die ersten 20 und die letzten 20 Minuten sind
extrem!)
Und genau fuer diesen Zeitraum brauche ich was. Nur ist nun die Frage, wann
und wieviel einnehmen von welcher Substanz um moeglichst gleich beim Gang in
den Flieger ein "Leck mich am Arsch Gefuehl" zu haben, welches moeglichst
nur bis zum Aussteigen des Fliegers anhaelt!
Ich denke also, dass fuer mich keine Gefahr der Abhaengigkeit besteht, da
ich NUR waehrend der Flugphase ruhiggestellt werden moechte. (Wobei der Trip
auf die Malediven war so an die 14 Stunden mit Zwischenlandung in Abu
Dabi...da braucht man dann wohl schon mehr als nur eine oder zwei Tabletten,
oder?)

> Wenn du es mit einem Medikament probieren willst, dann würde ich dir
> Tavor Expedit 1,0 mg empfehlen. Könnte sein, dass du mehr als 1,0 mg
> brauchen wirst. Mir würde 1,0 mg nicht helfen. Wenn ich starke Ängste
> habe dann helfen mir 3,0 mg nur etwas.

Ich habe leider keine Erfahrungswerte mit sowas. Nehme ich zuwenig wird es
wohl nix bringen. Nehme ich zuviel, bin ich den ganzen Urlaub high?

> >Und woher beziehe ich das Zeug? Beim Hausarzt? Uebers Internet 8wenn ja,
> >welche url!) ?
>
>

> Dein Hausarzt sollte Verständnis für deinen Ängste haben. Und wenn du
> Tavor nur kurzfristig nimmst wirst du auch nicht abhängig.

Ok, ich werde ihn fragen!

> Ich würde mich an deiner Stelle wirklich fragen ob du fliegen willst.
> Wie sehr zieht es dich in das Land ? Ist es wirklich dein Interesse
> oder würdest du lieber relaxen am Bodensee?????

Naja, wie oben geschrieben. Eigentlich sind die Fernreisen bisher dermassen
toll gewesen, dass ich die quaelende Flugangst auf mich genommen habe.
Genial waere halt eine Fernreise OHNE Flugangst.


> PS. Ich habe eine Klinik herausgefunden, in der die Flugangstler eine
> Konfrontation machen können mit einem Simulator. Ich denke für mich
> käme eine langsamere Annäherung eher in Frage. Und wenn ich meine
> anderen Ängste noch besser im Griff habe, dann geht es an die
> Flugangst. Eben alles nach und nach.

Ich glaube fuer mich nicht dass sowas was bei mir bringen wuerde... Ich kann
diese unlogische Angstzustaende auch nicht rational erklaeren. Sonst bin ich
auch kein "Angsthase"... ehr im Gegenteil. Wenn ich mit dem Motorrad 240km/h
fahre habe ich keine Angst...nur Spass! Wenn ich im Flieger bei Tempo 190
abhebe verfluche ich meinen Entschluss ueberhaupt eingestiegen zu sein und
schwoere mir, meiner Partnerin und allen umsitzenden anderen Fluggaesten
dass ich NIE NIE NIE wieder in so eine Todesfalle einsteigen werde...sollte
ich dieses Mal ueberhaupt ueberleben ;-) Naja... ist echt ein wenig peinlich
sowas.

Viele Gruesse
Juergen


Juergen Sauer

unread,
Jul 26, 2001, 1:23:14 PM7/26/01
to

"Torsten Müller" <TMue...@easy-soft-dresden.de> schrieb im Newsbeitrag
news:ug0bkg...@easy-soft-dresden.de...

> Das beste Medikament gegen Flugangst ist ein Blick in die Statistik.
> Solange in Deutschland noch immer rund 5000 Menschen im Jahr auf den
> Straßen sterben müssen, braucht man, glaub ich, keine Flugangst zu
> haben. Wovor hast Du Angst? Bestenfalls doch nur davor, auf eben
> besonders grausame Weise und auch noch medienwirksam den Tod zu
> finden. Aber ist es denn im Straßenverkehr weniger grausam? Ich
> glaube, es erfordert mehr Mut, in einer deutschen Großstadt Fahrrad zu
> fahren.

Meine Angst ist rational NICHT erklaerbar! Ich *weiss* auch, dass fliegen
sicher ist. ABER *wenn* man abstuerzt, *dann* ist das bestimmt ziemlich viel
unangenhmer als vom LKW ueberrollt zu werden! Denn es dauert LANGE bis man
aufschlaegt...
Und es schlagen jedes Jahr welche auf! :-(

> Ich hab das Fliegen immer genossen, besonders den Moment des
> Starts. Es ist ein Riesenerlebnis. Ich hab mir stets die Zeit damit
> vertrieben, am Boden geografische Besonderheiten auszumachen: Flüsse,
> Gebirgsketten, Küstenlinien, Städte. (Zugegeben, mein 12stündiger
> Pazifikflug war ausgesprochen langweilig.) Wenn Du nicht rausgucken
> willst, dann nimm Dir was zu lesen mit. Aber Medikamente sind wirklich
> das Dümmste.

Du hast mir leider nicht geholfen... Aber es ist fuer jemanden ohne
Flugangst bestimmt nicht nachvollziehbar was da in einem vorgeht. Ich
verstehe ja auch nicht die Leute, die Platzangst oder aehnliches haben.

Sei froh dass Du keine Flugangst hast...aber betitele mich bitte nicht als
dumm wenn ich Mittel suche diese Angst zu unterdruecken.
Viele Gruesse
Juergen


Juergen Sauer

unread,
Jul 26, 2001, 1:24:20 PM7/26/01
to

"John" <agd...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:3B6000AF...@hotmail.com...

> Der 27. Februar 1984 war mein letztes Flug. Wo ich aus Genua kam und in
> den
> Flughafenklinik Frankfurt landete, mit Kreislaufkollaps (ich dachte ich
> hatte ein Infarkt und war am sterben).

Was war denn los? Ist was passiert?

John

unread,
Jul 26, 2001, 2:30:58 PM7/26/01
to
Hallo Juergen,

>
> > Der 27. Februar 1984 war mein letztes Flug. Wo ich aus Genua kam und in
> > den
> > Flughafenklinik Frankfurt landete, mit Kreislaufkollaps (ich dachte ich
> > hatte ein Infarkt und war am sterben).
>
> Was war denn los? Ist was passiert?


Ich war mit meinem Sohn (damals 6 jahre alt) und kehrte zurück aus
Genua, wo wir zu der Taufe meines 'Neffen' ging.
In Flugzeug fühlte ich mich sehr schlecht, und fragte die Stewardess od
sie eine Tablette hätte.
Sie ließ mich vorne liegen, quer auf drei Sitze.
Nach 10 Minuten wir sind gelandet.
Ich bin aufgestanden und bin mein meinem Sohn durch den 'Ausgangtunnel'
gelaufen.
Als ich in der Halle reinkam, ich bin einfach umgekippt. Am Boden, ich
konnte nicht mehr stehen.
Notarzt kam, er stellte fest Blutdruck 180/110 und schnellen Puls.
Ich fragte ob es einen Infarkt sein könnte, er dachte nein, aber ich
wurde sofort on der
Flughafenklinik gebracht.
Dort wurde ich am EKG angeschlossen. Zwei Stunden unter Beobachtung.
Ärzte guckten nach dem ständigem EKG.
In dieser Zeit ich sah meine Situation und dachte ich war am sterben.
Ich dachte an meine ganze Vergangenheit, and den schönen Tag, ich rief
meine Frau und Kinder, daß sie da sein sollten. Sie kamen später.
Mein Kopf war sowie 'betäubt' ich kann es nicht beschreiben. Meine Zunge
war total
trocken.

Nach 2-3 Stunden wurde ich entlassen, mit dem Empfehlung eine
ordentliche Untersuchung zu machen.


Ich tat es. Am März 1984. Städtische Kliniken Darmstadt. Professor
Anschütz.
Alles komplett untersucht. Alles in Ordnung.

Am 9 April führ ich mit dem Auto nach Frankfurt mit einer Frau, zum
italienischen Konsulat.
Auf dem Rückweg kriegte ich wieder die Krise. Ich glaubte wieder ich war
am sterben.
Erst wollte ich zum Krankenhaus gebracht werden. Danach, ich sagte der
Frau, bitte fahren sie mich nach hause. 'Bevor ich sterbe ich will noch
meine Kinder sehen'.

Als ich zu Hause angekommen war, ich sah meine Kinder spielen und meine
Mutter.
Ich legte mich sofort hin, und wartete.
Nach eine Stunde ging es mir wieder gut.

Seitdem hatte ich diese 'Attacke' immer häufiger. Am Ende ich war
Hausgebunden.
Es kam eine Besserung langsam langsam. Im jahre 1987, September, als ich
auf dem Weg 'nach oben' war, bekam ich plötzlich einen Rückfall. Ich
blieb zu Hause 2 Monaten.
Danach ich ging wieder arbeiten, aber diesmal nur *unter ständige
Begleitung*.

Seitdem bin ich mehr oder weniger 'Hausgebunden'. Ich fahre nie mehr
allein irgendwohin.
Letzte Mal daß ich außer Darmstadt fuhr war Januar 1994, als ich zum
letzten Mal nach Genua, meine Heimatstadt, fuhr. Auf den Rückweg landete
ich im Kantonspital Luzern (Schweiz) immer mit gleiche Symptome. Seitdem
ich bin nie mehr gefahren.

Schöne story, gelle ? Leider ist es aber wahr und ich bin gar nicht
begeistert.


Wenn du mich fragst *warum* die Sache bei mir so gegangen ist, ich kann
folgende Komponente auflisten:

1) Diese Angst/Panik-Syndrome ist immer mehr verbreitet und die einzelne
Ursachen sind noch nicht völlig erforscht.

2) Meine Persönlichkeit ist so, daß ich ohne '100 prozentige Kenntnis
bzw. Klarheit'
keine sichere Bewältigungsstrategie entwickeln kann.
ich bin, sowei viele hier im NG, der Typ der auf 'etwas festes' rechnen
muß, also mit beweisbare Kausalität und Wirkung.
Dieser Krankheit ist alles anderes als 'Kausalität und Wirkung'.
Es ist vielmehr wie Philosophie, Esotherik und Magie.
Du muß jeden Tag experimentieren *was* dir hilft und *was* du lassen
sollst.
Und keiner Ängstler ist gleich. Auf die erfahrungen von anderen kannst
du dich kaum basieren.
Du mußt selbst deine Krankheit forschen.
Wenn du nach Lourdes oder Fatima oder zu einen indischen Guru gehst,
hast du die gleiche Heilungsschancen wie bei der
Christoph-Dornier-Institut.


Scheißkrankheit, gelle ???

Viel Glück.


John.


------------------------------------------------
Nel mezzo del cammin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura
chè la diritta via era smarrita
Ahi, quanto a dir qual'era è cosa dura,
esta selva selvaggia e aspra e forte
che nel pensier rinnova la paura
tant'è amara che poco più è morte
ma per trattar del ben ch'io vi trovai
dirò de l'altre cose che v'ho scorte.

(Dante - LA DIVINA COMMEDIA - Inferno, I )
-------------------------------------------
In der Mitte des Weges unseres Leben
ich kam zu einen dunklen Wald,
denn der gerechter Weg war verloren
Ahh, zu erzählen wie schlimm es war es ist sehr hart
dieser wilder Wald und schwer und stark
daß nur der Gedank macht mir Angst
so bitter daß beinahe ist wie der Tod.
Aber zu berichten von den guten den ich dort gefunden habe
ich werde von anderen Sachen erzählen, die ich gesehn habe.

Dante - DIE GÖTTLICHE KOMMEDIE - Hölle, I)
Freie Übersetzung nach John.
--------------------------------------------------------------

Torsten Müller

unread,
Jul 27, 2001, 1:56:16 AM7/27/01
to
"Juergen Sauer" <pjs...@t-online.de> writes:

> Sei froh dass Du keine Flugangst hast...aber betitele mich bitte nicht als
> dumm wenn ich Mittel suche diese Angst zu unterdruecken.

Das hab ich ja gar nicht gesagt. Ich jedenfalls nicht persönlich
gemeint. OK, "das Dümmste" hätte ich möglicherweise weniger verletzend
als "das Ungeeignetste" ausdrücken können.

Warum ungeeignet? Weil es den Konflikt nicht löst! Medikamente dieser
Art bekämpfen lediglich ein Symptom. Es findet keine Heilung statt.
Nächstes Mal stehst Du wieder vor genau derselben Frage - was nehmen
oder lieber nix nehmen? Die einzig vernünftige Herangehensweise ist
doch die, herauszufinden, wo die Angst herkommt und gegen deren
Ursache anzukämpfen, die, wie mir scheint, in einer völlig
übertriebenen Beurteilung einer bestehenden Gefahr begründet ist.

Etwas anderes wird Dir ein Psychiater auch nicht sagen. OK, er wird
möglicherweise eine andere Einstellung zu Beruhigungsmitteln haben,
vielleicht auch aus dem Aspekt heraus, daß Du bei einem derart
erfolgreich absolvierten Flug vielleicht ein bißchen Angst abbauen
kannst. Ob Du dies erreichst, liegt aber an Dir selber und nicht
primär an dem Medikament. Es dient nur als Katalysator. Und nicht zu
vergessen: er muß Dich bei der Stange halten, um Geld zu verdienen.

Noch ein Wort zum Autoverkehr, denn auch dieser wurde ja von Dir und
zwar verharmlosend angesprochen: Ich begreife die Auffassung
grundsätzlich nicht, wieso autofahren weniger gefährlich sein sollte
als fliegen oder zugfahren. Das ist völliger Quatsch. Guck Dir doch
die Chaoten an, die auf deutschen Autobahnen rumdüsen. Erst letzte
Woche bin ich trotz freier linker Fahrbahn *rechts* überholt worden
und ich hatte selber in der Mittelspur schon 160 drauf. Mach die Augen
auf! Genau das Gegenteil ist richtig: in der Luft bist Du wesentlich
sicherer als auf der Autobahn. Sage Dir diesen Satz 10mal auf, wenn
die Angst kommt, denn eine Einsicht in diese Erkenntnis ist ein erster
kleiner Schritt zur Überwindung Deiner Angst.

Und zugegeben, bis zum Aufprall dauert es sicher ein paar Minuten.
Aber meinst Du, es ist angenehmer, in einer Massenkaramboulage
eingekeilt zu stecken, schwer verletzt, die übrigen Insassen ebenfalls
vor Schmerzen stöhnend oder gar tot, es riecht nach Benzin, und so
eine Zeitlang warten zu müssen, bis die Feuerwehr das geeignete Werkzeug
in Stellung gebracht hat, um Dich rauszuschneiden? Ich sage Dir, das
dauert garantiert länger als ein Absturz. Sorry, aber ...

Ja sicher, ich hab Dir nicht geholfen. Das war mir vorher klar. Helfen
kannst nur Du Dir selber.

Torsten

Juergen

unread,
Jul 27, 2001, 3:44:36 AM7/27/01
to
Hallo Juergen,


> Meine Angst ist rational NICHT erklaerbar! Ich *weiss* auch, dass fliegen
> sicher ist. ABER *wenn* man abstuerzt, *dann* ist das bestimmt ziemlich
> viel unangenhmer als vom LKW ueberrollt zu werden! Denn es dauert LANGE
> bis man aufschlaegt...
> Und es schlagen jedes Jahr welche auf! :-(

diese Gedanken gehen wohl jedem Angstler durch den Kopf. :)
Auf meinem letzten Rückflug bin ich ca. 7 bis 10 mal innerlich gestorben.
Muss aber dabei sagen,das an dem Triebwerk zu vor,Reparaturarbeiten
gemacht wurden sind.
Dann hatte ich noch das Entspannungstraining ausgelassen ( Nachtflug ).
Wenn ich mal so weit sein sollte,das ich mich mit Tabletten und Alkohol
betäuben muss,dann höre ich lieber auf.
So viele Ziele habe ich aber auch nicht mehr.

Grüsse Juergen

Juergen Sauer

unread,
Jul 27, 2001, 9:13:02 AM7/27/01
to

"Juergen" <noe...@adress.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3b611b43$0$16448$45be...@newscene.com...

Wobei Alkohol mit Sicherheit nix bringt. Auch Schlafentzug tagelang vorher
hat bei mir leider nichts gebracht... Ich dachte naemlich, wenn ich nur
muede genug sei, wuerde ich im Flieger einschlafen koennen.... War ein
Irrtum. Mein Puls war trotzdem permanent auf 140-190. Im Auto nach dem Flug
bin ich dann aber *sofort* eingeschlafen! :-(

Urlaub ist wichtig fuer uns. Und ich will nicht darauf verzichten oder
meiner Frau das vergaellen. Also bleibt mir keine andere Wahl....
Gut, wenn ich Geld und Zeit haette, wuerde ich mit *SICHERHEIT* die
Urlaubsziele per Schiff anfahren.... Aber leider bin ich nur ein kleiner
unterbezahlter Angestellter.
Viele Gruesse
Juergen

Juergen Sauer

unread,
Jul 27, 2001, 9:07:34 AM7/27/01
to

"Torsten Müller" <TMue...@easy-soft-dresden.de> schrieb im Newsbeitrag
news:uvgke6...@easy-soft-dresden.de...

> Warum ungeeignet? Weil es den Konflikt nicht löst! Medikamente dieser
> Art bekämpfen lediglich ein Symptom. Es findet keine Heilung statt.
> Nächstes Mal stehst Du wieder vor genau derselben Frage - was nehmen
> oder lieber nix nehmen? Die einzig vernünftige Herangehensweise ist
> doch die, herauszufinden, wo die Angst herkommt und gegen deren
> Ursache anzukämpfen, die, wie mir scheint, in einer völlig
> übertriebenen Beurteilung einer bestehenden Gefahr begründet ist.

Nein. Das allein ist es eben nicht. Ich kann es nicht erklaeren... im
Prinzip ist diese Angst einfach nur unlogisch und ich WEISS das auch.
Trotzdem ist sie da und ich kann nichts dagegen tun. Ich schaetzte es sind
mehrere Faktoren die die Angst so schlimm machen:
-totale Ausgeliefertheit... man sitzt untaetig im Sitz und kann im Ernstfall
nichts fuer die eigene Rettung tun
-die Hoehenangst
-die zu gut funktionierende Phantasie (ich kann mir einen Flugzeugabsturz
*extrem* real vorstellen... fast kann ich den Angstschweiss meiner
Mitmenschen riechen...)
-die Angst auf das Ende zu warten... wie gesagt es dauert (nicht so sehr die
Angst zu sterben.... das ist nicht mal soo beaengstigend).
- und sicherlich noch andere Gefuehle die ich selbst nur unterbewusst
wahrnehme.

All das zusammen ergibt meine Flugangst. Natuerlich gibt es irgendeinen
"richtigen" Weg diese Angst zu besiegen... Aber ehrlich gesagt ist mir die
Sache das einfach nicht wert... Ich fliege EINMAL im Jahr (wenn ueberhaupt)
und dafuer will ich nicht viel Geld und vor allem nicht viel Zeit
investieren. Da ist es oekonomischer eine oder zwei Tabletten zu nehmen.
Natuerlich nur, wenn diese dann auch wirklich helfen.

> Noch ein Wort zum Autoverkehr, denn auch dieser wurde ja von Dir und
> zwar verharmlosend angesprochen: Ich begreife die Auffassung
> grundsätzlich nicht, wieso autofahren weniger gefährlich sein sollte
> als fliegen oder zugfahren. Das ist völliger Quatsch. Guck Dir doch
> die Chaoten an, die auf deutschen Autobahnen rumdüsen. Erst letzte
> Woche bin ich trotz freier linker Fahrbahn *rechts* überholt worden
> und ich hatte selber in der Mittelspur schon 160 drauf. Mach die Augen
> auf! Genau das Gegenteil ist richtig: in der Luft bist Du wesentlich
> sicherer als auf der Autobahn. Sage Dir diesen Satz 10mal auf, wenn
> die Angst kommt, denn eine Einsicht in diese Erkenntnis ist ein erster
> kleiner Schritt zur Überwindung Deiner Angst.

Nein, da meine Angst unlogisch ist, kann ich sie nicht mit logischen
Argumenten bezwingen :-((
Ich hatte bereits mehrere Verkehrsunfaelle. War nie angenehm. Aber ich
fuerchte mich nicht davor. Bisher habe ich alle ueberlebt... mit den
Schmerzen kann man auskommen...irgendwann sind sie weg (in den ersten 30-60
Minuten merkt man eh nix)
Ich habe (zum Glueck) keine Angst vor dem Verkehr... aber sobald ich im
Flieger sitzte ist es aus mit meinen Nerven.

> Und zugegeben, bis zum Aufprall dauert es sicher ein paar Minuten.
> Aber meinst Du, es ist angenehmer, in einer Massenkaramboulage
> eingekeilt zu stecken, schwer verletzt, die übrigen Insassen ebenfalls
> vor Schmerzen stöhnend oder gar tot, es riecht nach Benzin, und so
> eine Zeitlang warten zu müssen, bis die Feuerwehr das geeignete Werkzeug
> in Stellung gebracht hat, um Dich rauszuschneiden? Ich sage Dir, das
> dauert garantiert länger als ein Absturz. Sorry, aber ...

Sicher ist dass beides nicht schoen ist. Aber im Auto hat man immer eine
kleine Ueberlebenchance. Wenn der Flieger runterfaellt ist es mit Sicherheit
aus. Im Auto kann man selbst *vieleicht* noch was tun zu seiner Rettung...im
Flieger wartet man sitzend auf den Aufprall.

> Ja sicher, ich hab Dir nicht geholfen. Das war mir vorher klar. Helfen
> kannst nur Du Dir selber.

:-) Naja, klar. Aber ich habe mir schon sehr viel Gedanken dazu gemacht...
und mein Entschluss stand vorher schon fest dass ich es diesesmal mit
Medikamenten versuchen werde. Nur gehts mir jetzt darum die RICHTIGEN
Medikamente in der RICHTIGEN Dosierung auszuwaehlen.
Trotzdem finde ich es sehr nett, dass Du versuchst auch andere
Moeglichkeiten aufzuzeigen. Das waere fuer jemanden der oft mit seiner Angst
umgehen muss auch sicherlich sinnvoller als Tabletten zu nehmen.
Zum Glueck muss ich aber nicht oft fliegen... jetzt hoffe ich eben auf eine
einfache Loesung mit Tabletten.

Viele Gruesse
Juergen


John

unread,
Jul 27, 2001, 10:11:28 AM7/27/01
to
Hallo Juergen,

>
> > > Meine Angst ist rational NICHT erklaerbar! Ich *weiss* auch, dass
> fliegen
> > > sicher ist. ABER *wenn* man abstuerzt, *dann* ist das bestimmt ziemlich
> > > viel unangenhmer als vom LKW ueberrollt zu werden! Denn es dauert LANGE
> > > bis man aufschlaegt...
> > > Und es schlagen jedes Jahr welche auf! :-(
> >

Erstens, wenn überhaupt, dann lieber im Flugzeug abstürzen als von LKW
überrollt.
Ich kenne einige die von LKW oder Strassehnbahn oder PKW überrollt
gewesen sind und sitzen in einen Rollstuhl ohne sich zu bewegen.
Mindestens beim Flugzeugsabstürz, entweder ist eine explosion, und dann
bist du sowieso in sekunden tot, oder stürzt man langsam nach unten. In
diesem Fall hast du die Zeit zum beten.

Aber wenn du 100% sicher sein will, mußt du genau sowie ich tun: dich
einfach zu Hause sperrren und nirgendwohin mehr gehen.

In diesem Fall verarscht du den Schicksal, allerdings nur was betreff
Flugzeugs-
Hubschraubern- und Fallschirmabstürze. Auch von Schiffsennkungen bist du
100% geschützt.

Wenn du bereit bist den Preis zu bezahlen, wie ich, dann hast du,
mindestens in dieser Fälle, die 100% Sicherheit.

Zwar das Leben macht halb soviel Spaß aber was soll's, so lange ich den
Tod irgendwie vermeiden kann, benutze ich alle Mitteln....

Natürlich bin ich nicht geschützt von Herzinfarkt, Überfall,
Erschießung, Krebs, Leukämie und Schizophrenie. Von Schwangerschaft bin
ich Gott sei dank schon 'per Natur' geschützt.
Vor AIDS bin ich automatisch geschützt weil Frauen jeder sexuelle
Kontakt mit mir vermeiden (also dick, alt und häßlich zu sein hat auch
seine Vorteilen <hehehe> :-)) )

Naja, jede 'Versicherung' hat sein Preis ! :-))

Ciao.

John.

Juergen

unread,
Jul 28, 2001, 4:35:11 AM7/28/01
to
Hallo Jürgen,

da hilft nur eins.
Du must deinem Doc eine Vollnarkosespritze mopsen. ;)))

Cu Jürgen

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