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10 Regeln zur Angstbewältigung

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Harald Lins

unread,
Dec 26, 2010, 8:59:17 AM12/26/10
to
Hallo,

im Internet sind unter dem Domainnamen angststoerung-online.de folgende
Regeln zur Angstbewältigung nachzulesen:

Zitat//
Diese zehn Merksätze, so einfach sie klingen mögen, haben schon vielen
Menschen geholfen, besser mit ihren Ängsten und Sorgen umgehen zu
können:

1- Machen Sie sich bewusst, dass Angstgefühle, Sorgen und die damit
verbundenen körperlichen Symptome übermäßig starke, aber an sich normale
Stressreaktionen sind.

2- Weder Angstgefühle oder Sorgen noch die körperlichen Reaktionen
können Ihrer Gesundheit schaden.

3- Versuchen Sie, Angstreaktionen oder Ihre Sorgen nicht durch Furcht
erregende Fantasievorstellungen zu verstärken.

4- Bleiben Sie in der Realität. Beobachten und beschreiben Sie
innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.

5- Blicken Sie Ihrer Angst oder Ihren Sorgen ins Auge, ganz bewusst, bis
die unangenehmen Gefühle von alleine besser werden.

6- Beobachten Sie bewusst, wie Angst und Sorgen zurückgehen.

7- Gehen Sie Angstsituationen nicht aus dem Wege.

8- Im Gegenteil: Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen Angst
machen.

9- Seien Sie stolz auf jeden Erfolg, auch auf die ganz kleinen.

10- Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.
//Zitatende
<http://www.angststoerung-online.de/patienten/bewaeltigung_angst/index.htm>

Irgendwie setzen die Regeln anscheinend voraus, daß zwischen gesunder
und 'kranker' Angst unterschieden werden kann.

Ich habe z.B. Angst davor, von einem Auto überfahren zu werden, wenn ich
bei Rot über den Zebrastreifen laufe.
Die Logik sagt mir, daß an der Angst was dran sein könnte, und ich werde
die obenstehenden Regeln natürlich nicht ausführen.

Was ist aber mit den Ängsten, die nicht eindeutig logisch wegzudenken
sind? Flugangst, Höhenangst oder Platzangst können durchaus eine, wenn
auch nur kleine, rationale Berechtigung haben.

Wir werden in den Regeln aufgefordert, uns immer wieder dem zu stellen,
wovor wir Angst haben.
Macht es Sinn, sie so lange zu zwingen, mit einem Flugzeug
herumzufliegen, bis die Flugangst weg ist?

Es macht eher Sinn, sich zu fragen, wer die Regeln aufgestellt hat.
Der Name 'angststoerung-online.de' läßt vermuten, daß es sich dabei um
Ärzte oder sonstige Fachleute handelt.
Aber nein - es ist die Firma Pfizer. Zufällig hat diese Firma leider
keine Medikamente, mit denen man Angststörungen heilen kann, aber sie
hat ein Medikament, daß Menschen angstfrei macht - Tavor.

Und erst jetzt macht es Sinn, daß man in den Regeln aufgefordert wird,
angsterregende Situation nicht zu meiden, sondern sie zu suchen.
Tavor hilft, alle Ängste loszuwerden.

Vermutlich nimmt es auch die Angst, bei Rot über einen Zebrastreifen zu
gehen.

Mein Altersstarrsinn zwingt mich da zu der Vermutung, daß die
Pharmaindustrie Interesse daran hat, eine Kommunikation unter den
Patienten zu verhindern, um weiterhin an der Symptombehandlung zu
verdienen, statt an Heilmethoden zu arbeiten.

Gruß
Harald

Harald Lins

unread,
Dec 27, 2010, 3:45:01 AM12/27/10
to
Hallo,

"Harald Lins" <har...@proports.info> schrieb

[ 10 Regeln der Angstbewältigung ]

> <http://www.angststoerung-online.de/patienten/bewaeltigung_angst/index.htm>
>
Die Problematik der 10 Regeln wird deutlich, wenn man sich die
Mechanismen ansieht, die nach dem Durchleben einer Katastrophe benutzt
werden, um eine Wiederholung zu verhindern.

Wer ein Zugunglück, eine Massenpanik oder ein Gewaltverbrechen miterlebt
hat, versucht, das erlebte zu analysieren, um zu verstehn, was und warum
es passiert ist und um Warnsignale zu erkennen.

Der Verstand assoziiert dazu erstamal alle erlebten Eindrücke mit
'höchst gefährlich'. Dies betrifft alles, was zu dem Zeitpunkt der
Katastrophe passierte: das zufällige Klingeln eines Handies, bestimmte
Gerüche, spezielle Kleidungsstücke - alles Mögliche kann als Auslöser
für zukünftige Alarmzustände gespeichert werden.

Außerdem macht der Verstand noch eine riesige Schublade unter dem Namen
'Auslöser für Angstzustände' auf, in die er vieles packt, was vorher nur
als 'ungewöhnlich' klassifiziert wurde.
Hier kommt alles herein, daß zwar nichts mit der eigentlichen
Katastrophe zu tun hat, aber ebenfalls einen vagen 'Gefahrenwert' haben
könnte:
Flugzeuge, Spinnen, ungewohnte Geräusche, ungewohnte Situationen ...
eigentlich kann fast alles dazu führen, daß zusätzliche völlig
irrationale Ängste entwickelt werden.

Angst-Assoziationen sind besonders dann ziemlich lästig, wenn sie
eindeutig nicht 'logisch' und oft sogar nicht einmal bewußt sind.
So können bestimmte Kleidungsstücke, Parfüms oder Geräusche, die zum
Zeitpunkt des Katastrophe wahrgenommen wurden, massive Panikattacken
auslösen, ohne daß der Betroffene erkennt, warum die PA ausgelöst wird.

Da viele Katastrophen nicht von den Betroffenen beeinflußt oder
vermieden werden können, läuft der Verstand bei der Analyse des
Geschehenen und bei der Entwicklung von Selbstschutzstrategien ins
Leere.
Es braucht einfach Zeit, um das Vertrauen in die Stabilität der Umwelt
wiederzugewinnen.

Der Verstand sollte dazu wie ein gebrochenes Bein in einer funktionell
korrekten Position 'eingegipst' werden, um Zeit zum Heilen zu bekommen.
Es macht keinen Sinn, jemandem mit einem gebrochenen Bein Schmerzmittel
zu geben, und ihm zu sagen, daß der Bruch von selbst heilt. Ansonsten
soll er das Bein so belasten, wie es die Schmerzen zulassen.
Das Ergebnis wäre, daß der Knochen unter unnötigem Leiden völlig schief
wieder zusammenwächst.

Ebenso wenig Sinn macht es, sich seinen (falschen) Angst-Assoziationen
immer wieder auszusetzen, um zu erreichen, daß die Angst schwächer wird.
Klar, daß man damit erreichen kann, daß 'unbegründete' Ängste wie die
Angst vor Spinnen oder vor Flugzeugen irgendwann verschwinden, aber da
die Ängste nur aus der Schublade 'Verdächtiges' stammt, werden sie an
anderer Stelle wieder auftauchen.

Bei dem natürlichen Heilungsprozeß 'schmerzmildernde' Drogen
einzusetzen, macht nur dann Sinn, wenn die Schmerzen im Ruhezustand zu
groß sind.
'Schmerzlinderer' werden aber oft benutzt, um die natürliche Schonung
von verletzten Teilen zu verhindern. Damit wird eine Heilung unnötig
verhindert oder zumindest verzögert.

Gruß
Harald

Gerhard

unread,
Jan 12, 2011, 5:34:53 AM1/12/11
to
"Harald Lins" <har...@proports.info> schrieb:

Hallo Harald,



> im Internet sind unter dem Domainnamen angststoerung-online.de folgende
> Regeln zur Angstbewältigung nachzulesen:
>
> Zitat//
> Diese zehn Merksätze, so einfach sie klingen mögen, haben schon vielen
> Menschen geholfen, besser mit ihren Ängsten und Sorgen umgehen zu
> können:

Da fängst schon der Trugschluss an. Eine gute Therapie bei Angst
sollte nicht nach Möglichkeiten suchen, mit Angst oder Sorgen besser
umgehen zu können, sondern sie gänzlich überflüssig zu machen.

Ängste und Sorgen sind ja die Folge der Interpretation
unserer Erlebnisse.
Um da weiter zu kommen, könnte sich jeder Betroffene
ernsthaft fragen, wie Wahrnehmung funktioniert und wie
soziale Programmierungen die Wahrnehmung verzerren.
Ein genaues Hinschauen ermöglicht die primären
Faktoren zu erkennen, statt an den sekundären
Symptomen herum zu doktorn.



> 1- Machen Sie sich bewusst, dass Angstgefühle, Sorgen und die damit
> verbundenen körperlichen Symptome übermäßig starke, aber an sich normale
> Stressreaktionen sind.

Das ist zwar gut gemeint, doch leider funktioniert Wahrnehmung
vollautomatisch. Da ist nicht viel mit bewusstmachen.



> 2- Weder Angstgefühle oder Sorgen noch die körperlichen Reaktionen
> können Ihrer Gesundheit schaden.

Das stimmt leider nicht. Sorgen und Ängste lähmen auf Dauer
das gesamte Immunsystem.



> 3- Versuchen Sie, Angstreaktionen oder Ihre Sorgen nicht durch Furcht
> erregende Fantasievorstellungen zu verstärken.

Ja ja... versuchen sie... es wird beim Versuch bleiben... leider...



> 4- Bleiben Sie in der Realität. Beobachten und beschreiben Sie
> innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.

Wer das kann dürfte schon mal ziemlich geschützt sein.
Doch welche Realität ist gemeint?



> 5- Blicken Sie Ihrer Angst oder Ihren Sorgen ins Auge, ganz bewusst, bis
> die unangenehmen Gefühle von alleine besser werden.

Das ist ein guter Ansatz, der aber nur funktioniert, wenn der
Betroffene gut begleitet ist.



> 6- Beobachten Sie bewusst, wie Angst und Sorgen zurückgehen.

Auch hier meine ich, dass das nur Menschen möglich ist,
die mit Angst ziemlich wenig zu tun haben.



> 7- Gehen Sie Angstsituationen nicht aus dem Wege.

Ein guter Tipp. Doch in der Praxis ist das ohne stabilisierende
Unterstützung durch Freunde oder liebevolle Mitmenschen kaum machbar.



> 8- Im Gegenteil: Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen Angst
> machen.

Noch mal ein guter Tipp... Doch genau das Denken und Fühlen,
was zur Angst führt, wird tausend Erklärungen finden, dass
das völlig unsinnig ist.



> 9- Seien Sie stolz auf jeden Erfolg, auch auf die ganz kleinen.

Ja richtig. Die Ebene von Stolz ist schon mal ein Fortschritt
gegenüber der Ebene von Angst.



> 10- Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.

Nicht nur in Angstsituationen!

> //Zitatende
> <http://www.angststoerung-online.de/patienten/bewaeltigung_angst/index.htm>
>
> Irgendwie setzen die Regeln anscheinend voraus, daß zwischen gesunder
> und 'kranker' Angst unterschieden werden kann.

Das weiß ich nicht, aber die Regeln kommen mir vor, als würde sie
jemand aussprechen, der die Angst hinter sich hat. So im
Nachherein stellt er fest, was richtig und gut gewesen wäre...
In der Angst war er dazu sicher auch nicht fähig.



> Ich habe z.B. Angst davor, von einem Auto überfahren zu werden, wenn ich
> bei Rot über den Zebrastreifen laufe.

Das hat mit Angst gar nichts zu tun.

> Die Logik sagt mir, daß an der Angst was dran sein könnte, und ich werde
> die obenstehenden Regeln natürlich nicht ausführen.

Meinst du nun alle genannten Regeln?

> Was ist aber mit den Ängsten, die nicht eindeutig logisch wegzudenken
> sind? Flugangst, Höhenangst oder Platzangst können durchaus eine, wenn
> auch nur kleine, rationale Berechtigung haben.

Eine Berechtigung hat jede Angst, denn sie zeigt an, dass das
Sytem des Betroffenen doch noch gesund reagiert. Würde man
eine beliebige Angst bis zu ihrem primären Ursprung zurück
führen, käme man füher oder später an die Angst vor dem Tod.
Und das ist der Punkt, wo die Weichen für alltägliche Ängste
einschließlich deren Reaktion darauf tatsächlich gestellt werden.
Da ist der Punkt, wo unser Verstand am Ende der Fahnenstange
ist.

Wer an diesem Punkt ohne emotionale Geborgenheit,
Vertrauen und Liebe ist, wird Angst als festen Bestandteil
seines Lebens erfahren.

Ich meine, hier ist der Ansatz zur Heilung von Angst,
alles andere ist Behandlung von sekundären Ergebnissen,
was manchmal Linderung, aber kaum Heilung bringt.

Alle Medikamente, die die Botenstoffe im Gehirn vermehren
sollen, sind zwar gut gemeint, doch was wir wirklich brauchen
ist die Erkenntnissse, warum ein System plötzlich und ohne
vordergründig erkennbaren Grund sagt "Ich will nicht mehr"...
Ich vermute, weil es die Sinnlosigkeit des bisher geführten
Lebens erkannt hat, aber zu ernsthaften Veränderungen der
Lebenssituation keinen Mut, keinen Willen und vielleicht
auch keine Kraft mehr hat.



> Wir werden in den Regeln aufgefordert, uns immer wieder dem zu stellen,
> wovor wir Angst haben.
> Macht es Sinn, sie so lange zu zwingen, mit einem Flugzeug
> herumzufliegen, bis die Flugangst weg ist?

Solange es ein Fliegen ohne Achtsamkeit ist, sicher nicht.

> Es macht eher Sinn, sich zu fragen, wer die Regeln aufgestellt hat.

Nein Harald, es macht eher die Frage Sinn, welche Regeln du
für deine Problematik aufgestellt hast und welche davon
tauglich oder wertlos sind.

> Der Name 'angststoerung-online.de' läßt vermuten, daß es sich dabei um
> Ärzte oder sonstige Fachleute handelt.
> Aber nein - es ist die Firma Pfizer. Zufällig hat diese Firma leider
> keine Medikamente, mit denen man Angststörungen heilen kann, aber sie
> hat ein Medikament, daß Menschen angstfrei macht - Tavor.

Da unterscheidet sie sich in keinster Weise vom heutzutage
anerkannten Bild, das der Normalmensch zum Thema Angst hat.



> Und erst jetzt macht es Sinn, daß man in den Regeln aufgefordert wird,
> angsterregende Situation nicht zu meiden, sondern sie zu suchen.
> Tavor hilft, alle Ängste loszuwerden.

Nun bist du in der Vermeidung...:-)

> Vermutlich nimmt es auch die Angst, bei Rot über einen Zebrastreifen zu
> gehen.

Unsinn, denn das ist keine Angst, sondern Dummheit.



> Mein Altersstarrsinn zwingt mich da zu der Vermutung, daß die
> Pharmaindustrie Interesse daran hat, eine Kommunikation unter den
> Patienten zu verhindern, um weiterhin an der Symptombehandlung zu
> verdienen, statt an Heilmethoden zu arbeiten.

Wahrscheinlich, aber sie hat nichts Besseres...

Du gehst doch auch nicht in ein Schuhgeschäft, um Käse zu kaufen.

Gruß
Gerhard

Harald Lins

unread,
Jan 12, 2011, 9:40:48 AM1/12/11
to
Hallo Gerhard,

jetzt ist es ziemlich kompliziert geworden.

Ich versuch mal, das auseinanderzufrickeln und zu den einzelnen Kreisen
einzeln zu antworten.
Ich hoffe, das ist ok für Dich.

Das Ursprungsposting bezog sich auf die Homepage einer Pharmafirma, die
Beruhigungsmittel herstellt.
Hier werden 10 Regeln zur Angstbewältigung aufgestellt:
http://www.angststoerung-online.de/patienten/bewaeltigung_angst/index.htm
(der orange Kasten in der Mitte der Seite)

Dein Antwortsposting geht in vier verschiedene Ebenen:

- Stellungnahme zu den einzelnen Regeln
- Stellungnahme zu meiner Interpretation
- Deine persönlich Einstellung
- Deine Stellungnahme zu meiner persönlichen Einstellung.

Ich fang einfach mal mit Deiner Kernaussage an und werde in weiteren
Antworten zu den anderen Ebenen etwas schreiben.
Ok?

"Gerhard" <gerhard...@t-online.de> schrieb

>Eine Berechtigung hat jede Angst, denn sie zeigt an, dass das
>Sytem des Betroffenen doch noch gesund reagiert. Würde man
>eine beliebige Angst bis zu ihrem primären Ursprung zurück
>führen, käme man füher oder später an die Angst vor dem Tod.
>Und das ist der Punkt, wo die Weichen für alltägliche Ängste
>einschließlich deren Reaktion darauf tatsächlich gestellt werden.
>Da ist der Punkt, wo unser Verstand am Ende der Fahnenstange
>ist.
>

Da ich beim Sterben einiger Leute dabei war und auch reanimierte Leute
kenne, habe ich das ganz anders erlebt.
Niemand hat Angst vor dem Tod.
Was aber wohl im Zusammenhang mit dem Sterben existiert, ist eine
Angsterkrankung, die man als Angst vor der Angst bezeichnen könnte.
Die Angst vor Unbekanntem ist etwas ganz normales. Diese Angst hat man
auch vor dem ersten Rendezvous oder vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

Ein Onkel von mir wurde nach einem Herzstillstand wiederbelebt.
Er schilderte nach der Reanimation das Sterben als einen Zustand, in dem
er sich sehr geborgen und sicher fühlte.
Für ihn hatte der Tod jeden Schrecken verloren und er freute sich schon
fast auf seinen 'richtigen' Tod.

Dieses Gefühl der völligen Harmonie tritt aber wohl nur ein, wenn der
Tod natürliche Ursachen hat.
Bei einem Selbstmord aus Haß oder Frust werden diese Gefühle
möglicherweise in den Sterbevorgang mitgenommen.

Klar gibt es eine normale Angst vor dem Tod. Ohne diese Angst würden wir
ja nichts mehr unternehmen, um gefährlichen Situationen auszuweichen.
Die Angst vor dem Sterben aber halte ich nach meinen Erfahrungen nur für
eine irrationale Angsterkrankung, bei der man nur Angst vor der
möglicherweise eintretenden Angst hat.

Gruß
Harald

Gerhard

unread,
Jan 12, 2011, 2:37:50 PM1/12/11
to
"Harald Lins" <har...@proports.net> schrieb im Newsbeitrag news:8p5ss7...@mid.uni-berlin.de...

Hallo Harald,

> Hallo Gerhard,
>
> jetzt ist es ziemlich kompliziert geworden.
>
> Ich versuch mal, das auseinanderzufrickeln und zu den einzelnen Kreisen
> einzeln zu antworten.
> Ich hoffe, das ist ok für Dich.
>
> Das Ursprungsposting bezog sich auf die Homepage einer Pharmafirma, die
> Beruhigungsmittel herstellt.
> Hier werden 10 Regeln zur Angstbewältigung aufgestellt:
> http://www.angststoerung-online.de/patienten/bewaeltigung_angst/index.htm
> (der orange Kasten in der Mitte der Seite)
>
> Dein Antwortsposting geht in vier verschiedene Ebenen:
>
> - Stellungnahme zu den einzelnen Regeln
> - Stellungnahme zu meiner Interpretation
> - Deine persönlich Einstellung
> - Deine Stellungnahme zu meiner persönlichen Einstellung.
>
> Ich fang einfach mal mit Deiner Kernaussage an und werde in weiteren
> Antworten zu den anderen Ebenen etwas schreiben.
> Ok?

Ja, das ist ok.

> "Gerhard" <gerhard...@t-online.de> schrieb
>
>>Eine Berechtigung hat jede Angst, denn sie zeigt an, dass das
>>Sytem des Betroffenen doch noch gesund reagiert. Würde man
>>eine beliebige Angst bis zu ihrem primären Ursprung zurück
>>führen, käme man füher oder später an die Angst vor dem Tod.
>>Und das ist der Punkt, wo die Weichen für alltägliche Ängste
>>einschließlich deren Reaktion darauf tatsächlich gestellt werden.
>>Da ist der Punkt, wo unser Verstand am Ende der Fahnenstange
>>ist.
>>
> Da ich beim Sterben einiger Leute dabei war und auch reanimierte Leute
> kenne, habe ich das ganz anders erlebt.
> Niemand hat Angst vor dem Tod.

Interessant, was du da beobachtet hast. Es gibt ja Berichte über die vor dem Sterben ablaufenden Prozesse. Wenn alle gut und störungsfrei durch sind, ist die Angst tatsächlich nicht mehr da. Dennoch hat der normale Mensch eine ständig grummelnde Angst im Untergrund, die vielleicht sogar normal ist, und diese Angst meinte ich.

> Was aber wohl im Zusammenhang mit dem Sterben existiert, ist eine
> Angsterkrankung, die man als Angst vor der Angst bezeichnen könnte.

Hmm... damit komme ich nicht in Resonanz...

> Die Angst vor Unbekanntem ist etwas ganz normales. Diese Angst hat man
> auch vor dem ersten Rendezvous oder vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

OK.

> Ein Onkel von mir wurde nach einem Herzstillstand wiederbelebt.
> Er schilderte nach der Reanimation das Sterben als einen Zustand, in dem
> er sich sehr geborgen und sicher fühlte.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Hoffentlich nimmt er diese Erfahrung als ganz großes Geschenk an.

> Für ihn hatte der Tod jeden Schrecken verloren und er freute sich schon
> fast auf seinen 'richtigen' Tod.

Eben diesen "Schrecken" meinte ich mit der Angst vor dem Tod.

> Dieses Gefühl der völligen Harmonie tritt aber wohl nur ein, wenn der
> Tod natürliche Ursachen hat.

Schulterzucken..

> Bei einem Selbstmord aus Haß oder Frust werden diese Gefühle
> möglicherweise in den Sterbevorgang mitgenommen.

Das ist bekannt. Solche Mitnahmen zeigen sich oft in Familienaufstellungen.

> Klar gibt es eine normale Angst vor dem Tod. Ohne diese Angst würden wir
> ja nichts mehr unternehmen, um gefährlichen Situationen auszuweichen.
> Die Angst vor dem Sterben aber halte ich nach meinen Erfahrungen nur für
> eine irrationale Angsterkrankung, bei der man nur Angst vor der
> möglicherweise eintretenden Angst hat.

Da mag ich dir nicht widersprechen, denn genau genommen kenne ich diese Angst nicht. In jungen Jahren war sie sicher da, aber so unterschwellig, dass ich sie gut verdrängen konnte. Heute ist sie durch meine spirituelle Entwicklung überholt, denn ich weiß, dass meine Seele, also mein eigentliches Sein, unsterblich ist.

Gruß
Gerhard

Aliena W.

unread,
Jan 12, 2011, 7:03:55 PM1/12/11
to
Hallo Harald + Gerhard!

On 12 Jan., 20:37, "Gerhard" <gerhard_030...@t-online.de> wrote:
> "Harald Lins" <har...@proports.net> schrieb im
Newsbeitragnews:8p5ss7...@mid.uni-berlin.de...

[...]


>> Klar gibt es eine normale Angst vor dem Tod. Ohne diese Angst
>> würden wir ja nichts mehr unternehmen, um gefährlichen Situationen
>> auszuweichen. Die Angst vor dem Sterben aber halte ich nach meinen
>> Erfahrungen nur für eine irrationale Angsterkrankung, bei der man
>> nur Angst vor der möglicherweise eintretenden Angst hat.
>
> Da mag ich dir nicht widersprechen, denn genau genommen kenne
> ich diese Angst nicht. In jungen Jahren war sie sicher da, aber
> so unterschwellig, dass ich sie gut verdrängen konnte. Heute ist
> sie durch meine spirituelle Entwicklung überholt, denn ich weiß,
> dass meine Seele, also mein eigentliches Sein, unsterblich ist.
>

Find ich alles ziemlich abgefahren... Warum sollte man Angst
vor dem Tod, Angst davor haben, nicht mehr zu sein? Ich mein,
da ist doch dann nix mehr... also auch nix mehr, wovor man
Angst haben kann. Kann einem doch nix mehr passieren, wenn
man nicht mehr ist.

Das jedenfalls ist ein Vorteil des Materialismus, in dem ich
aufgewachsen bin, wo mit dem Tod eben einfach alles vorbei ist.
Angst vor dem Tod hab ich nie gehabt.

Angst vor dem Sterben, ja, dass das schmerzhaft + qualvoll sein
kann, das kann ich verstehen. Aber der Tod an sich ist Erlösung.

Angst kann man doch nur haben, dass man im Leben was verpasst
hat oder was nicht zu Ende bringen kann usw. Oder wenn Angehörige
sterben, dann kann der Tod für die Zurückbleibenden sehr
schmerzhaft sein. Oder halt, wenn man annimmt, dass nach dem
Tod noch was kommt, dort die Hölle auf einen wartet u.ä.

Vielleicht ist es dann ja sogar so, wenn man daran glaubt.
Aber ich hatte mal so'ne wundervolle Vision vom Tod, wie ich
mich dann "in Allem/Nichts" auflöse, dass ich mir darum auch
keine Sorgen mache.

Die Angst davor, nicht mehr zu sein, das Streben des Menschen
nach Unsterblichkeit, warum Mensch sich immer wieder an Ideen
vom ewigen Leben klammert, das finde ich allerdings echt abgefahren.

Gruß
Aliena


Gerhard

unread,
Jan 13, 2011, 5:57:12 AM1/13/11
to
"Aliena W." <ali...@gmx.net> schrieb

Hallo Aliena,

Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Menschen
denken und fühlen. Ich mag dir deine Gedanken und
Empfindungen zum Tod nicht nehmen oder anzweifeln,
annehmen kann ich sie für mich dennoch nicht. Ich weiß nur,
damit käme ich nicht klar, die Welt und das ganze Leben
wäre für mich absurd.

Vor zwei Tagen ist ein guter Freund von mir gestorben.
Wir waren sozusagen spirituelle Weggefährten und sind
es immer noch.
Es mag alles Fantasie sein, ich fühle mich ihm immer
noch sehr verbunden und im Inneren lächeln wir uns zu.

>Die Angst davor, nicht mehr zu sein, das Streben des Menschen
>nach Unsterblichkeit, warum Mensch sich immer wieder an Ideen
>vom ewigen Leben klammert, das finde ich allerdings echt abgefahren.

Ein ewiges Erdenleben? Nein danke...:-)
Aber an einen Sinn, den die Aneinanderreihung der einzelnen
Erdenleben hat, glaube ich schon.

Nach meinem Empfinden braucht Leben keine Materie,
um zu sein.
Es zeigt sich allerdings erst, wenn es sich mit Materie
verbindet und diese belebt.

Gruß
Gerhard

Harald Lins

unread,
Jan 13, 2011, 6:17:31 PM1/13/11
to
Hallo Gerhard,

mein Beileid zu dem Tod Deines Freundes.

--------------------------------------------------------------

hier kommt Teil2 der Antwort auf Dein Posting.
Die Antwort auf Deine Stellungnahme zu den 10 Regeln einer Pharmafirma.

"Gerhard" <gerhard...@t-online.de> schrieb
>"Harald Lins" <har...@proports.info> schrieb:

>> im Internet sind unter dem Domainnamen www.angststoerung-online.de

>> folgende
>> Regeln zur Angstbewältigung nachzulesen:
>>
>> Zitat//
>> Diese zehn Merksätze, so einfach sie klingen mögen, haben schon
>> vielen
>> Menschen geholfen, besser mit ihren Ängsten und Sorgen umgehen zu
>> können:
>
>Da fängst schon der Trugschluss an. Eine gute Therapie bei Angst
>sollte nicht nach Möglichkeiten suchen, mit Angst oder Sorgen besser
>umgehen zu können, sondern sie gänzlich überflüssig zu machen.
>

Ja. Dagegen wettere ich in desa ja schon seit 10 Jahren. Es wird so gut
wie nichts getan, um Angsterkrankúnden zu heilen. Es werden nur
Beruhigungsmittel verschrieben, um die Symptome - und damit auch das
gesunde Angstempfinden - auszuschalten.
Es ist als würde mn einem Verletzten nur Schmerzmittel geben, ohne seine
Wunden zu behandeln.

>Ängste und Sorgen sind ja die Folge der Interpretation
>unserer Erlebnisse.
>

Ja gut, aber wenn man Opfer eines Verbrechens oder Unfalls wurde, kommt
eine Angsterkrankung fast automatisch - ohne Interpretation.

>Um da weiter zu kommen, könnte sich jeder Betroffene
>ernsthaft fragen, wie Wahrnehmung funktioniert und wie
>soziale Programmierungen die Wahrnehmung verzerren.
>Ein genaues Hinschauen ermöglicht die primären
>Faktoren zu erkennen, statt an den sekundären
>Symptomen herum zu doktorn.
>

Ja sicher. Da muß man sich aber durch einen Riesenwust durchwurschteln,
was einem so alles so unter Ehrenhaftigkeit, Duldsamkeit,
Gewissenhaftigkeit und wer weiß was eingetrichtert bekommt

>> 1- Machen Sie sich bewusst, dass Angstgefühle, Sorgen und die damit
>> verbundenen körperlichen Symptome übermäßig starke, aber an sich
>> normale
>> Stressreaktionen sind.

>Das ist zwar gut gemeint, doch leider funktioniert Wahrnehmung
>vollautomatisch. Da ist nicht viel mit bewusstmachen.
>

Anscheinend hat der Autor der Regeln noch nie ein Gefühl gehabt.
Sag mal jemandem mit Liebeskummer, daß er eine ganz normale
Stressreaktion hat, und kein Grund zur Beunruhigung besteht.
Der springt Dir mit dem {piep} ins Gesicht.

>> 2- Weder Angstgefühle oder Sorgen noch die körperlichen Reaktionen
>> können Ihrer Gesundheit schaden.

>Das stimmt leider nicht. Sorgen und Ängste lähmen auf Dauer
>das gesamte Immunsystem.
>

Nicht wenn man brav jeden Tag die Pillen gegen die Angst schluckt.
Abgesehen davon hat es sich inzwischen wohl reumgesprochen, daß man an
länger anhaltende Hoffnungslosigkeit auch sterben kann.

>> 3- Versuchen Sie, Angstreaktionen oder Ihre Sorgen nicht durch Furcht
>> erregende Fantasievorstellungen zu verstärken.

>Ja ja... versuchen sie... es wird beim Versuch bleiben... leider...
>

Jau. Ich finde es in Filmen immer witzig, wenn in einem Flugzeug der
Kapitän die Durchsage macht
"Meine Damen und Herren. Wir haben ein kleines Problem mit den
Triebwerken - es besteht aber kein Grund zu Panik."

Wann immer ich jemanden sagen höre: "Es besteht kein Grund zur Panik."
geht mein Puls auf 120.

>> 4- Bleiben Sie in der Realität. Beobachten und beschreiben Sie
>> innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.

>Wer das kann dürfte schon mal ziemlich geschützt sein.
>Doch welche Realität ist gemeint?
>

"Ich sitze in einem Flugzeug und habe Flugangst. Kein Grund zur Panik."
"Ich habe Spinnenangst und eine Spinne sitzt über der Ausgangstür. Kein
Grund zur Panik"
Au Backe, die Regeln haben eine gewisse Komik.

>> 5- Blicken Sie Ihrer Angst oder Ihren Sorgen ins Auge, ganz bewusst,
>> bis
>> die unangenehmen Gefühle von alleine besser werden.

>Das ist ein guter Ansatz, der aber nur funktioniert, wenn der
>Betroffene gut begleitet ist.
>

Ich halte das für ziemlich makaber, weil kein Unterschied zwischen
gesunder und krankhafter Angst gemacht wird.
Wenn ich Angst habe, beim Überqueren einer roten Ampel angefahren zu
werden, laufe ich doch nicht so lange bei Rot über die Straße, bis die
Angst weg ist.
Außer wenn ich die passenden Pillen genommen habe. Dann funktioniert das
vielleicht.

>> 6- Beobachten Sie bewusst, wie Angst und Sorgen zurückgehen.

>Auch hier meine ich, dass das nur Menschen möglich ist,
>die mit Angst ziemlich wenig zu tun haben.
>

Ja. Es kommt mir wie eine Verhöhnung als Angsthase vor.

>> 7- Gehen Sie Angstsituationen nicht aus dem Wege.

>Ein guter Tipp. Doch in der Praxis ist das ohne stabilisierende
>Unterstützung durch Freunde oder liebevolle Mitmenschen kaum machbar.
>

Ich halte Konfrontationstherapien für völlig falsch, weil sie ganz
selten den Kern der Angst treffen.
In einem Bericht wurde einmal eine Frau mit Flugangst vorgestellt.
In einer Therapie kam heraus, daß sie mit 12 den Tod eines
Klassenkameraden miterlebt hatte.
Als dieses Ereignis aufgearbeitet war, war auch die Flugangst weg.

>> 8- Im Gegenteil: Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen
>> Angst
>> machen.

>Noch mal ein guter Tipp... Doch genau das Denken und Fühlen,
>was zur Angst führt, wird tausend Erklärungen finden, dass
>das völlig unsinnig ist.
>

Hä? - Entschuldigung - wie bitte?
Ich habe z.B. Angst davor, draußen aus Versehen mit offener Hose
rumzulaufen.
Soll ich das jetzt absichtlich tun, nur um die Angst loszuwerden?
Ok - schlechtes Beispiel. Ich fang erstmal mit Fallschirmspringen an und
arbeite mich dann zum Löwenbändiger hoch.

>> 9- Seien Sie stolz auf jeden Erfolg, auch auf die ganz kleinen.

>Ja richtig. Die Ebene von Stolz ist schon mal ein Fortschritt
>gegenüber der Ebene von Angst.
>

Mutproben sind ja völlig in Ordnung und wohl auch notwendig. Warum soll
man aber mit Depressionen auf eine Tanzparty gehen, nur um hinterher
stolz darauf zu sein, daß man seine Gefühle überwunden hat?

>> 10- Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.

>Nicht nur in Angstsituationen!
>
Jau. Wenn einem die Angst im Nacken sitzt, macht man einfach einen
Schritt zur Seite und bleibt stehen. Dann rennt die Angst vorbei.
Sobald man anfängt, vor ihr wegzulaufen, hat man verloren.
Früher habe ich die Einkäufe immer im Laufschritt gemacht, um es
möglichst schnell hinter mich zu bringen.
Erst als ich bewußt ganz langsam gegangen bin, war die Angst weg.

> //Zitatende
> <http://www.angststoerung-online.de/patienten/bewaeltigung_angst/index.htm>
>
Nach dem Lesen der 10 Regeln hatte ich das Gefühl, daß sich in den
letzten 10 Jahren nicht verbessert hat. Noch immer der selbe Wirrwarr
bei dem Unterschied zwischen normaler Angst und Krankhafter Angst, keine
Versuche, die Krankheit zu heilen oder heilen zu lassen, und kein
Interesse daran, die Ursachen für Angststörungen zu beseutigen.
So steigt die Zahl der Angsterkrankungen immer weiter und alle schlucken
fleißig Pillen, statt dafür zu sorgen, das die Welt angstfreier wird.

Gruß
Harald


Gerhard

unread,
Jan 14, 2011, 6:20:41 AM1/14/11
to
"Harald Lins" <har...@proports.net> schrieb

Hallo Harald,

> mein Beileid zu dem Tod Deines Freundes.

Danke, das tut gut.

>>> im Internet sind unter dem Domainnamen www.angststoerung-online.de
>>> folgende Regeln zur Angstbewältigung nachzulesen:
>>>
>>> Zitat//
>>> Diese zehn Merksätze, so einfach sie klingen mögen, haben schon
>>> vielen
>>> Menschen geholfen, besser mit ihren Ängsten und Sorgen umgehen zu
>>> können:
>>
>>Da fängst schon der Trugschluss an. Eine gute Therapie bei Angst
>>sollte nicht nach Möglichkeiten suchen, mit Angst oder Sorgen besser
>>umgehen zu können, sondern sie gänzlich überflüssig zu machen.
>>
> Ja. Dagegen wettere ich in desa ja schon seit 10 Jahren. Es wird so gut
> wie nichts getan, um Angsterkrankúnden zu heilen. Es werden nur
> Beruhigungsmittel verschrieben, um die Symptome - und damit auch das
> gesunde Angstempfinden - auszuschalten.
> Es ist als würde mn einem Verletzten nur Schmerzmittel geben, ohne seine
> Wunden zu behandeln.

Ja Harald, das ist der Ist-Zustand. Vielleicht ist anzuerkennen,
dass der Zustand eben so ist, wie er ist.
Was soll denn getan werden? Heilung von Angst setzt eine Erweiterung
der Bewusstheit oder Reifung der Persönlichkeit voraus, und die kann
man mit Medikamenten nun mal nicht erreichen. Da Reifungsprozesse
nicht linear sind, lassen sie sich nicht in lineares Denken, wie es in
der Wissenschaft Pflicht ist, pressen.

Meine Erfahrung ist, dass es an mir liegt, mich um mein inneres
Wachstum zu kümmern. Wenn ich es nicht tue, tut es niemand, da hilft kein Klagen.



>>Ängste und Sorgen sind ja die Folge der Interpretation
>>unserer Erlebnisse.
>>
> Ja gut, aber wenn man Opfer eines Verbrechens oder Unfalls wurde, kommt
> eine Angsterkrankung fast automatisch - ohne Interpretation.

Ja fast... Es gibt aber Ausnahmen. Nicht jeder, der von einem
schweren Schicksalsschlag betroffen ist, wird traumatisiert.



>>Um da weiter zu kommen, könnte sich jeder Betroffene
>>ernsthaft fragen, wie Wahrnehmung funktioniert und wie
>>soziale Programmierungen die Wahrnehmung verzerren.
>>Ein genaues Hinschauen ermöglicht die primären
>>Faktoren zu erkennen, statt an den sekundären
>>Symptomen herum zu doktorn.
>>
> Ja sicher. Da muß man sich aber durch einen Riesenwust durchwurschteln,
> was einem so alles so unter Ehrenhaftigkeit, Duldsamkeit,
> Gewissenhaftigkeit und wer weiß was eingetrichtert bekommt

Da bringst du es gut auf den Punkt. Genau das ist die wirkliche
"spirituelle Arbeit". Es ist tasächlich ein aufwendiger Weg,
insbesondere am Anfang. Doch er lohnt sich, denn du bekommst
ein klares Gefühl für die zahlreichen Versuche der Umwelt,
dich zu manipulieren.


>>> 1- Machen Sie sich bewusst, dass Angstgefühle, Sorgen und die damit
>>> verbundenen körperlichen Symptome übermäßig starke, aber an sich
>>> normale
>>> Stressreaktionen sind.
>
>>Das ist zwar gut gemeint, doch leider funktioniert Wahrnehmung
>>vollautomatisch. Da ist nicht viel mit bewusstmachen.
>>
> Anscheinend hat der Autor der Regeln noch nie ein Gefühl gehabt.
> Sag mal jemandem mit Liebeskummer, daß er eine ganz normale
> Stressreaktion hat, und kein Grund zur Beunruhigung besteht.
> Der springt Dir mit dem {piep} ins Gesicht.

So scheint es zu sein. Die ganze Psychoszene wimmelt von Slagans, die sich beim genaueren Hinschauen als wertlos erweisen.

>>> 2- Weder Angstgefühle oder Sorgen noch die körperlichen Reaktionen
>>> können Ihrer Gesundheit schaden.
>
>>Das stimmt leider nicht. Sorgen und Ängste lähmen auf Dauer
>>das gesamte Immunsystem.
>>
> Nicht wenn man brav jeden Tag die Pillen gegen die Angst schluckt.
> Abgesehen davon hat es sich inzwischen wohl reumgesprochen, daß man an
> länger anhaltende Hoffnungslosigkeit auch sterben kann.

Zustimmung.

>>> 3- Versuchen Sie, Angstreaktionen oder Ihre Sorgen nicht durch Furcht
>>> erregende Fantasievorstellungen zu verstärken.
>
>>Ja ja... versuchen sie... es wird beim Versuch bleiben... leider...
>>
> Jau. Ich finde es in Filmen immer witzig, wenn in einem Flugzeug der
> Kapitän die Durchsage macht "Meine Damen und Herren. Wir
> haben ein kleines Problem mit den
> Triebwerken - es besteht aber kein Grund zu Panik."
>
> Wann immer ich jemanden sagen höre: "Es besteht kein Grund zur Panik."
> geht mein Puls auf 120.

Na ja... es spart die eine Runde Jogging..:-))

>>> 4- Bleiben Sie in der Realität. Beobachten und beschreiben Sie
>>> innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.
>
>>Wer das kann dürfte schon mal ziemlich geschützt sein.
>>Doch welche Realität ist gemeint?
>>
> "Ich sitze in einem Flugzeug und habe Flugangst. Kein Grund zur Panik."
> "Ich habe Spinnenangst und eine Spinne sitzt über der Ausgangstür. Kein
> Grund zur Panik"
> Au Backe, die Regeln haben eine gewisse Komik.

Sie sind tatsächlich komisch.



>>> 5- Blicken Sie Ihrer Angst oder Ihren Sorgen ins Auge, ganz bewusst,
>>> bis
>>> die unangenehmen Gefühle von alleine besser werden.
>
>>Das ist ein guter Ansatz, der aber nur funktioniert, wenn der
>>Betroffene gut begleitet ist.
>>
> Ich halte das für ziemlich makaber, weil kein Unterschied zwischen
> gesunder und krankhafter Angst gemacht wird.
> Wenn ich Angst habe, beim Überqueren einer roten Ampel angefahren zu
> werden, laufe ich doch nicht so lange bei Rot über die Straße, bis die
> Angst weg ist.
> Außer wenn ich die passenden Pillen genommen habe. Dann funktioniert das
> vielleicht.

Du weißt ja, dieses Beispiel mit der roten Ampel gehört eher in den
Bereich der Dummheit oder Fahrlässigkeit.


>
>>> 6- Beobachten Sie bewusst, wie Angst und Sorgen zurückgehen.
>
>>Auch hier meine ich, dass das nur Menschen möglich ist,
>>die mit Angst ziemlich wenig zu tun haben.
>>
> Ja. Es kommt mir wie eine Verhöhnung als Angsthase vor.

Zustimmung.

>>> 7- Gehen Sie Angstsituationen nicht aus dem Wege.
>
>>Ein guter Tipp. Doch in der Praxis ist das ohne stabilisierende
>>Unterstützung durch Freunde oder liebevolle Mitmenschen kaum machbar.
>>
> Ich halte Konfrontationstherapien für völlig falsch, weil sie ganz
> selten den Kern der Angst treffen.
> In einem Bericht wurde einmal eine Frau mit Flugangst vorgestellt.
> In einer Therapie kam heraus, daß sie mit 12 den Tod eines
> Klassenkameraden miterlebt hatte.
> Als dieses Ereignis aufgearbeitet war, war auch die Flugangst weg.

Hier nennst du genau das Problem. Konfrontationstherapie
klappt nur, wenn es dem Auffinden und Heilen des darunter
liegenden Traumas dient. Die oft beabsichtigte Desensibilisierung
halte ich für Blödsinn, denn sie bewirkt bestenfalls eine
Symptomverschiebung. Überhaupt ist Verhaltenstherapie für
Seelenarbeit völlig unbrauchbar. Die hat vielleicht einige Vorteile
im Bereich Couching usw., aber nicht, wenn es wirklich um den
Menschen geht.

>
>>> 8- Im Gegenteil: Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen
>>> Angst machen.
>
>>Noch mal ein guter Tipp... Doch genau das Denken und Fühlen,
>>was zur Angst führt, wird tausend Erklärungen finden, dass
>>das völlig unsinnig ist.
>>
> Hä? - Entschuldigung - wie bitte?

Da habe ich mich wohl unverständlich ausgedrückt.

Der Tipp will Menschen ermuntern, sich Situationen auszusetzen,
die ihnen Angst machen. Jeder Mensch hat aber auch
Mechanismen zur Abwehr von Angst in sich. Und genau diese
werden bei so einem Rat vollautomatisch aufgerufen und
äußern sich in Sätzen wie: Es ist doch sowieso sinnlos,
Wozu soll das gut sein, ich in doch nicht bescheuert,
ich habe doch so schon genug Angst usw.

> Ich habe z.B. Angst davor, draußen aus Versehen mit offener Hose
> rumzulaufen.
> Soll ich das jetzt absichtlich tun, nur um die Angst loszuwerden?

Nee, da hilft eher die Höse zuzuknöpfen..

> Ok - schlechtes Beispiel. Ich fang erstmal mit Fallschirmspringen an und
> arbeite mich dann zum Löwenbändiger hoch.

Ist es nicht am Besten und Sinnvollsten, mit dem anzufangen, was vor der Nase liegt?


>
>>> 9- Seien Sie stolz auf jeden Erfolg, auch auf die ganz kleinen.
>
>>Ja richtig. Die Ebene von Stolz ist schon mal ein Fortschritt
>>gegenüber der Ebene von Angst.
>>
> Mutproben sind ja völlig in Ordnung und wohl auch notwendig. Warum soll
> man aber mit Depressionen auf eine Tanzparty gehen, nur um hinterher
> stolz darauf zu sein, daß man seine Gefühle überwunden hat?

Weil die Reihenfolge in der Heilung aus folgenden Schritten besteht:
1. Angst.
2. Haben-wollen. Man bekommt es aber nicht so einfach, wie man glaubte..
3. Wut/Ärger. Diese Wut kann man auch Tatkraft nennen.
Der Betrofene hat nun die Energie, das zu erarbeiten, was
er sich wünscht und damit schafft er es auch.
4. Stolz. Das fühlt sich schon mal gut an, ist aber noch zu zerbrechlich.
Deshalb sollte es weiter gehen...
5. Mit und Integrität. Ab hier wird alles viel leichter und läuft wie von selbst...

>>> 10- Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.
>
>>Nicht nur in Angstsituationen!
>>
> Jau. Wenn einem die Angst im Nacken sitzt, macht man einfach einen
> Schritt zur Seite und bleibt stehen. Dann rennt die Angst vorbei.
> Sobald man anfängt, vor ihr wegzulaufen, hat man verloren.
> Früher habe ich die Einkäufe immer im Laufschritt gemacht, um es
> möglichst schnell hinter mich zu bringen.
> Erst als ich bewußt ganz langsam gegangen bin, war die Angst weg.

He.. Ich gratuliere dir. Du hast offenbar die Kraft von Innehalten entdeckt.



>> //Zitatende
>> <http://www.angststoerung-online.de/patienten/bewaeltigung_angst/index.htm>
>>
> Nach dem Lesen der 10 Regeln hatte ich das Gefühl, daß sich in den
> letzten 10 Jahren nicht verbessert hat.

Das stimmt sogar mit der Realität überein.

> Noch immer der selbe Wirrwarr
> bei dem Unterschied zwischen normaler Angst und Krankhafter Angst, keine
> Versuche, die Krankheit zu heilen oder heilen zu lassen, und kein
> Interesse daran, die Ursachen für Angststörungen zu beseutigen.

Ja so ist es.

> So steigt die Zahl der Angsterkrankungen immer weiter und alle schlucken
> fleißig Pillen, statt dafür zu sorgen, das die Welt angstfreier wird.

Ja so ist es, doch es muss nicht so sein. Die Welt kann ich nicht ändern,
aber ich schlucke keine Pillen und sorge immer dafür, dass MEINE
Welt angstfrei ist und bleibt.

Ich bin überzeugt, das kannst du auch.

Gruß
Gerhard

Aliena W.

unread,
Jan 15, 2011, 3:39:58 AM1/15/11
to
Hallo Gerhard!

[...]


> >Aber ich hatte mal so'ne wundervolle Vision vom Tod, wie ich
> >mich dann "in Allem/Nichts" auflöse, dass ich mir darum auch
> >keine Sorgen mache.
>
> Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Menschen
> denken und fühlen. Ich mag dir deine Gedanken und
> Empfindungen zum Tod nicht nehmen oder anzweifeln,
> annehmen kann ich sie für mich dennoch nicht. Ich weiß nur,
> damit käme ich nicht klar, die Welt und das ganze Leben
> wäre für mich absurd.
>

Absurdität oder Sinnhaftigkeit sind Begriffe, die der
Mensch reinbringt. Wahrscheinlich ist es an sich weder
das eine noch das andere oder beides gleichermaßen.

> Vor zwei Tagen ist ein guter Freund von mir gestorben.
> Wir waren sozusagen spirituelle Weggefährten und sind
> es immer noch.
> Es mag alles Fantasie sein, ich fühle mich ihm immer
> noch sehr verbunden und im Inneren lächeln wir uns zu.
>

Tut mir leid mit Deinem Freund.
Aber schön, dass Du Dich ihm noch so verbunden fühlst.
Sowas kann ich leider nicht bzw. nur in der Erinnerung
oder indem ich mir das Dasein als Ganzes vorstelle, wo
Zeit keine Rolle spielt oder eins aus dem anderem
hervorgeht und alles miteinander verwoben und letztlich
alles eins ist.

> >Die Angst davor, nicht mehr zu sein, das Streben des Menschen
> >nach Unsterblichkeit, warum Mensch sich immer wieder an Ideen
> >vom ewigen Leben klammert, das finde ich allerdings echt abgefahren.
>
> Ein ewiges Erdenleben? Nein danke...:-)
> Aber an einen Sinn, den die Aneinanderreihung der einzelnen
> Erdenleben hat, glaube ich schon.
>

Im Sinne von Reinkarnation? Und was hast Du dann vor nach
den Erdenleben? Auf einen anderem Planeten inkarnieren oder
immaterielle Existenz? Das stell ich mir ja auch schön
vor, keinen körperlichen Einschränkungen mehr zu
unterliegen :-) Aber andererseits ist ja der Körper
Grundlage unsrer Wahrnehmung. Empfinden, Fühlen +
wahrscheinlich auch Denken ohne Körper dürfte schwierig
werden...

> Nach meinem Empfinden braucht Leben keine Materie,
> um zu sein.
> Es zeigt sich allerdings erst, wenn es sich mit Materie
> verbindet und diese belebt.
>

Hm, Materie ist ja sozusagen nur verdichtete Energie.
Ich find das ja faszinierend, wie klar Du die Dinge immer
so auf- und einteilst :-) Das kann ich gar nicht, für mich
gehört das alles zusammen. Sicherlich sind um uns rum auch
wesenhafte Energien, die wir normalerweise so nicht wahrnehmen
bzw. erst, wenn sie sich in fester Materie manifestieren.

Letztlich gibt es eh keinen Tod, weil alles miteinander
zusammenhängt, von daher gesehen gibt's nur Wandlung.
Es gibt nur den Tod von vereinzelten Systemen, wie eben
auch der Mensch eins ist. Aber Leben an sich, das, was es
ausmacht, ist unsterblich, das seh ich schon auch so, bzw.
Leben und Tod gehören auch untrennbar zusammen, eigentlich
ist das Leben ja auch ein beständiges Sterben und neu Werden.

Lieben Gruß
Aliena


Gerhard

unread,
Jan 17, 2011, 1:44:15 PM1/17/11
to
"Aliena W." <ali...@gmx.net> schrieb

>>>Aber ich hatte mal so'ne wundervolle Vision vom Tod, wie ich
>>>mich dann "in Allem/Nichts" auflöse, dass ich mir darum auch
>>>keine Sorgen mache.

>> Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Menschen
>> denken und fühlen. Ich mag dir deine Gedanken und
>> Empfindungen zum Tod nicht nehmen oder anzweifeln,
>> annehmen kann ich sie für mich dennoch nicht. Ich weiß nur,
>> damit käme ich nicht klar, die Welt und das ganze Leben
>> wäre für mich absurd.

> Absurdität oder Sinnhaftigkeit sind Begriffe, die der
> Mensch reinbringt. Wahrscheinlich ist es an sich weder
> das eine noch das andere oder beides gleichermaßen.

Na klar sind das Begriffe, die ich als Mensch da reinbringe.
Das macht ja gerade die Unterscheidlichkeit der Menschen
aus, ohne die es ziemlich langweilig wäre.

>> Vor zwei Tagen ist ein guter Freund von mir gestorben.
>> Wir waren sozusagen spirituelle Weggefährten und sind
>> es immer noch.
>> Es mag alles Fantasie sein, ich fühle mich ihm immer
>> noch sehr verbunden und im Inneren lächeln wir uns zu.
>
> Tut mir leid mit Deinem Freund.
> Aber schön, dass Du Dich ihm noch so verbunden fühlst.
> Sowas kann ich leider nicht bzw. nur in der Erinnerung
> oder indem ich mir das Dasein als Ganzes vorstelle, wo
> Zeit keine Rolle spielt oder eins aus dem anderem
> hervorgeht und alles miteinander verwoben und letztlich
> alles eins ist.

So wie du es als zweite Möglichkeit beschreibst, geht es mir.

>>> Die Angst davor, nicht mehr zu sein, das Streben des Menschen
>>> nach Unsterblichkeit, warum Mensch sich immer wieder an Ideen
>>> vom ewigen Leben klammert, das finde ich allerdings echt abgefahren.

>> Ein ewiges Erdenleben? Nein danke...:-)
>> Aber an einen Sinn, den die Aneinanderreihung der einzelnen
>> Erdenleben hat, glaube ich schon.

>Im Sinne von Reinkarnation?

Ja.

> Und was hast Du dann vor nach den Erdenleben?
> Auf einen anderem Planeten inkarnieren oder
> immaterielle Existenz?

Da lasse ich mich gerne positiv überraschen..:-)

> Das stell ich mir ja auch schön
> vor, keinen körperlichen Einschränkungen mehr zu
> unterliegen :-)

Hmm... ich glaube her, da wird mir was fehlen..

> Aber andererseits ist ja der Körper
> Grundlage unsrer Wahrnehmung. Empfinden, Fühlen +
> wahrscheinlich auch Denken ohne Körper dürfte schwierig
> werden...

Schwierig wahrscheinlich nicht, nur anders..

>> Nach meinem Empfinden braucht Leben keine Materie,
>> um zu sein.
>> Es zeigt sich allerdings erst, wenn es sich mit Materie
>> verbindet und diese belebt.

> Hm, Materie ist ja sozusagen nur verdichtete Energie.
> Ich find das ja faszinierend, wie klar Du die Dinge immer
> so auf- und einteilst :-) Das kann ich gar nicht, für mich
> gehört das alles zusammen.

Für mich auch, aber zum Beschreiben muss ich es doch mal auseinander friemeln..

> Sicherlich sind um uns rum auch
> wesenhafte Energien, die wir normalerweise so nicht wahrnehmen
> bzw. erst, wenn sie sich in fester Materie manifestieren.

Davon gehe ich auch aus.

> Letztlich gibt es eh keinen Tod, weil alles miteinander
> zusammenhängt, von daher gesehen gibt's nur Wandlung.
> Es gibt nur den Tod von vereinzelten Systemen, wie eben
> auch der Mensch eins ist. Aber Leben an sich, das, was es
> ausmacht, ist unsterblich, das seh ich schon auch so, bzw.
> Leben und Tod gehören auch untrennbar zusammen, eigentlich
> ist das Leben ja auch ein beständiges Sterben und neu Werden.

Da mag ich dir zustimmen.

Lieben Gruß
Gerhard

Harald Lins

unread,
Jan 18, 2011, 10:33:43 PM1/18/11
to
Hallo Gerhard,

nachdem die Abstimmung über das Auslöschen von desa beendet ist, bleibt noch eine Woche Zeit, um die Gespräche weiter zu führen.

Hier der dritte Teil der Antwort auf Deine Antwort:

"Gerhard" <gerhard...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag news:igk04f$rm9$00$1...@news.t-online.com...
>"Harald Lins" <har...@proports.info> schrieb:

>> Irgendwie setzen die Regeln anscheinend voraus, daß zwischen gesunder
>> und 'kranker' Angst unterschieden werden kann.

>Das weiß ich nicht, aber die Regeln kommen mir vor, als würde sie
>jemand aussprechen, der die Angst hinter sich hat. So im
>Nachherein stellt er fest, was richtig und gut gewesen wäre...
>In der Angst war er dazu sicher auch nicht fähig.
>

Ja. Das Problem bei einer medikamentengestützten Angsttherapie sehe ich darin, daß die 'gesunde' Angst auch mit weggedrückt wird.

>> Ich habe z.B. Angst davor, von einem Auto überfahren zu werden, wenn ich
>> bei Rot über den Zebrastreifen laufe.

>Das hat mit Angst gar nichts zu tun.
>

Na gut. Ein schlechtes Beispiel. Es gibt aber sicher genügend 'irrationale' Ängste, die man nicht durch Konfrontationstherapie
bekämpfen muß.

>> Die Logik sagt mir, daß an der Angst was dran sein könnte, und ich werde
>> die obenstehenden Regeln natürlich nicht ausführen.

>Meinst du nun alle genannten Regeln?
>

Diejenigen, in denen der Angst der Kampf angesagt wird.
Meiner Meinung nach gehen irrationale Ängste sofort weg, wenn die Lebenssicherheit wiederhergestellt ist.
Solange man Traumata als wiederholbar und unvermeidbar einstuft, kommt die Angst an allen Ecken und Enden hoch.
Erst wenn so etwas wie Verhaltenssicherheit wieder da ist, beruhigt sich das Ganze.

>> Was ist aber mit den Ängsten, die nicht eindeutig logisch wegzudenken
>> sind? Flugangst, Höhenangst oder Platzangst können durchaus eine, wenn
>> auch nur kleine, rationale Berechtigung haben.

>Eine Berechtigung hat jede Angst, denn sie zeigt an, dass das
>Sytem des Betroffenen doch noch gesund reagiert. Würde man
>eine beliebige Angst bis zu ihrem primären Ursprung zurück
>führen, käme man füher oder später an die Angst vor dem Tod.
>Und das ist der Punkt, wo die Weichen für alltägliche Ängste
>einschließlich deren Reaktion darauf tatsächlich gestellt werden.
>Da ist der Punkt, wo unser Verstand am Ende der Fahnenstange
>ist.
>

Nö - da setzt das ein, was ich als lineares Denken bezwichnen würde.
Offenbar hast Du da eine ganz andere Vorstellung von.
Irgenwann zwischen der Zeugung und dem 3.Lebensjahr kommt die Seele oder das Bewußtsein in den Körper.
Wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, das Bewußtsein zu tragen, geht es wieder.

Wie Wasser. Es verdunstet, bildet eine Wolke, regnet sich ab .... und wieder von vorn.
Ganz linear ;-)

>Wer an diesem Punkt ohne emotionale Geborgenheit,
>Vertrauen und Liebe ist, wird Angst als festen Bestandteil
>seines Lebens erfahren.
>

Seit Hollywood den Begriff 'Liebe' vergewaltigt hat, habe ich ein etwas gestörtes Verhältnis zu dem Wort.

"Darum wird beim Happyend
im Film gewöhnlich abgeblend't.
Man sieht bloß noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen -
da hat sie nu den Schentelmen.
Na, un denn -?"
(Kurt Tucholsky: Danach)
http://www.textlog.de/tucholsky-danach.html

>Ich meine, hier ist der Ansatz zur Heilung von Angst,
>alles andere ist Behandlung von sekundären Ergebnissen,
>was manchmal Linderung, aber kaum Heilung bringt.
>

Ja klar. Ich würde es aber völlig anders formulieren:
Wer nicht versteht, was und warum etwas geschieht, entwickelt zwangsläufig Angst vor dem Unbekannten.
Deshalb braucht jeder auf bestimmten Entwicklungsstufen Schutz (was Du als Liebe bezeichnest), um nicht überfordert zu werden.

>Alle Medikamente, die die Botenstoffe im Gehirn vermehren
>sollen, sind zwar gut gemeint, doch was wir wirklich brauchen
>ist die Erkenntnissse, warum ein System plötzlich und ohne
>vordergründig erkennbaren Grund sagt "Ich will nicht mehr"...
>Ich vermute, weil es die Sinnlosigkeit des bisher geführten
>Lebens erkannt hat, aber zu ernsthaften Veränderungen der
>Lebenssituation keinen Mut, keinen Willen und vielleicht
>auch keine Kraft mehr hat.
>

Ja. Wenn der Lebensweg nicht mehr in normalen, geradlinigen Schritten, sondern nur noch in großen Zick-Zack-Sprüngen zurückgelegt
werden kann, kann einen vor einem besonders großen Sprung schonmal der Mut verlassen.

>> Wir werden in den Regeln aufgefordert, uns immer wieder dem zu stellen,
>> wovor wir Angst haben.
>> Macht es Sinn, sie so lange zu zwingen, mit einem Flugzeug
>> herumzufliegen, bis die Flugangst weg ist?

>Solange es ein Fliegen ohne Achtsamkeit ist, sicher nicht.
>

Was ist denn fliegen ohne Achtsamkeit?

>> Es macht eher Sinn, sich zu fragen, wer die Regeln aufgestellt hat.

>Nein Harald, es macht eher die Frage Sinn, welche Regeln du
>für deine Problematik aufgestellt hast und welche davon
>tauglich oder wertlos sind.
>

Nö - das ist wieder ein ganz anderes Thema.
Diesen Thread habe ich nur aufgemacht, weil es micht ärgert, daß die Herstellerfirma eines Beruhigungsmittels Regeln aufstellt, wie
man mit Angsterkrankungen umgeht.
Mir kommt es so vor, als seien diese Regeln perfekt auf das Beruhigungsmittel zugeschnitten.

>> Der Name 'angststoerung-online.de' läßt vermuten, daß es sich dabei um
>> Ärzte oder sonstige Fachleute handelt.
>> Aber nein - es ist die Firma Pfizer. Zufällig hat diese Firma leider
>> keine Medikamente, mit denen man Angststörungen heilen kann, aber sie

>> hat ein Medikament, daß Menschen angstfrei macht - XXXXX.

>Da unterscheidet sie sich in keinster Weise vom heutzutage
>anerkannten Bild, das der Normalmensch zum Thema Angst hat.
>

Do-och. Eine Angsterkrankung ist eine Verletzung, die Zeit und Schonung braucht, um auszuheilen.
Sie ist nicht, was man mit Mutproben in die Flucht schlagen kann.

>> Und erst jetzt macht es Sinn, daß man in den Regeln aufgefordert wird,
>> angsterregende Situation nicht zu meiden, sondern sie zu suchen.

>> XXXXX hilft, alle Ängste loszuwerden.

>Nun bist du in der Vermeidung...:-)
>

Ich vermeide Medikamente -- ja. Der Wodka hat mir als "untauglicher Selbstheilungsversuch" (so die Formulierung eines Psychiaters)
völlig gereicht.

>> Vermutlich nimmt es auch die Angst, bei Rot über einen Zebrastreifen zu
>> gehen.

>Unsinn, denn das ist keine Angst, sondern Dummheit.
>

Das versteh ich jetzt nicht.
Du hältst Angst vor Regelbrüchen für Dummheit?
Das kann nicht sein.

>> Mein Altersstarrsinn zwingt mich da zu der Vermutung, daß die
>> Pharmaindustrie Interesse daran hat, eine Kommunikation unter den
>> Patienten zu verhindern, um weiterhin an der Symptombehandlung zu
>> verdienen, statt an Heilmethoden zu arbeiten.

>Wahrscheinlich, aber sie hat nichts Besseres...
>

Sucht sie danach?

>Du gehst doch auch nicht in ein Schuhgeschäft, um Käse zu kaufen.
>

Wieso bringst Du Schuhe und Käse in einem Satz in Verbindung? Hat Jürgen mal wieder nicht dichtgehalten?

Gruß
Harald

Gerhard

unread,
Jan 19, 2011, 5:02:59 AM1/19/11
to
"Harald Lins" <har...@proports.net> schrieb

>>> Irgendwie setzen die Regeln anscheinend voraus, daß zwischen gesunder
>>> und 'kranker' Angst unterschieden werden kann.
>
>>Das weiß ich nicht, aber die Regeln kommen mir vor, als würde sie
>>jemand aussprechen, der die Angst hinter sich hat. So im
>>Nachherein stellt er fest, was richtig und gut gewesen wäre...
>>In der Angst war er dazu sicher auch nicht fähig.
>>
> Ja. Das Problem bei einer medikamentengestützten Angsttherapie sehe ich darin, daß die 'gesunde' Angst auch mit weggedrückt wird.

Dazu kann ich nichts sagen. Gesunde Angst ist ein zu schwammiger Begriff.


>>> Ich habe z.B. Angst davor, von einem Auto überfahren zu werden, wenn ich
>>> bei Rot über den Zebrastreifen laufe.
>
>>Das hat mit Angst gar nichts zu tun.
>>
> Na gut. Ein schlechtes Beispiel. Es gibt aber sicher genügend 'irrationale' Ängste, die man nicht durch Konfrontationstherapie
> bekämpfen muß.

Das mag sein.


>>> Die Logik sagt mir, daß an der Angst was dran sein könnte, und ich werde
>>> die obenstehenden Regeln natürlich nicht ausführen.
>
>>Meinst du nun alle genannten Regeln?
>>
> Diejenigen, in denen der Angst der Kampf angesagt wird.

Man kann Angst nicht bekämpfen, denn sie ist immer eine Illusion.
Man kann sie auflösen, sie anschauen, ihren Wahrheitsgehalt
prüfen usw. Ein Kampf gegen Angst ist sinnlos.

> Meiner Meinung nach gehen irrationale Ängste sofort weg, wenn die Lebenssicherheit wiederhergestellt ist.

Beim Wörtchen "sicher" höre ich deds Teufels Gekicher...:-)

> Solange man Traumata als wiederholbar und unvermeidbar einstuft, kommt die Angst an allen Ecken und Enden hoch.
> Erst wenn so etwas wie Verhaltenssicherheit wieder da ist, beruhigt sich das Ganze.

Das ist nicht meine Erfahrung. Ich lebe eher in der Gewissheit, dass ich mit den üblichen Schicksalsgegebenheiten gut umgehen werde.



>>> Was ist aber mit den Ängsten, die nicht eindeutig logisch wegzudenken
>>> sind? Flugangst, Höhenangst oder Platzangst können durchaus eine, wenn
>>> auch nur kleine, rationale Berechtigung haben.
>
>>Eine Berechtigung hat jede Angst, denn sie zeigt an, dass das
>>Sytem des Betroffenen doch noch gesund reagiert. Würde man
>>eine beliebige Angst bis zu ihrem primären Ursprung zurück
>>führen, käme man füher oder später an die Angst vor dem Tod.
>>Und das ist der Punkt, wo die Weichen für alltägliche Ängste
>>einschließlich deren Reaktion darauf tatsächlich gestellt werden.
>>Da ist der Punkt, wo unser Verstand am Ende der Fahnenstange
>>ist.
>>
> Nö - da setzt das ein, was ich als lineares Denken bezwichnen würde.
> Offenbar hast Du da eine ganz andere Vorstellung von.

Stimmt, und das werden wir hier nicht mehr klären können.

> Irgenwann zwischen der Zeugung und dem 3.Lebensjahr kommt die Seele oder das Bewußtsein in den Körper.
> Wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, das Bewußtsein zu tragen, geht es wieder.

Hier unterscheiden wir uns gründlich. Das Bewusstsein trägt den Körper und nicht umgekehrt.



> Wie Wasser. Es verdunstet, bildet eine Wolke, regnet sich ab .... und wieder von vorn.
> Ganz linear ;-)

Das ist ein wirklich weises Beispiel.

>>Wer an diesem Punkt ohne emotionale Geborgenheit,
>>Vertrauen und Liebe ist, wird Angst als festen Bestandteil
>>seines Lebens erfahren.
>>
> Seit Hollywood den Begriff 'Liebe' vergewaltigt hat, habe ich ein etwas gestörtes Verhältnis zu dem Wort.

Das gestörte Verhältnis solltest du vielleicht korrigieren?



> "Darum wird beim Happyend
> im Film gewöhnlich abgeblend't.
> Man sieht bloß noch in ihre Lippen
> den Helden seinen Schnurrbart stippen -
> da hat sie nu den Schentelmen.
> Na, un denn -?"
> (Kurt Tucholsky: Danach)
> http://www.textlog.de/tucholsky-danach.html

So pessimistisch sehe ich das Leben nicht, und so ist es auch nicht.

>>Ich meine, hier ist der Ansatz zur Heilung von Angst,
>>alles andere ist Behandlung von sekundären Ergebnissen,
>>was manchmal Linderung, aber kaum Heilung bringt.
>>
> Ja klar. Ich würde es aber völlig anders formulieren:
> Wer nicht versteht, was und warum etwas geschieht, entwickelt zwangsläufig Angst vor dem Unbekannten.
> Deshalb braucht jeder auf bestimmten Entwicklungsstufen Schutz (was Du als Liebe bezeichnest), um nicht überfordert zu werden.

Ich verstehe fasst nichts vom großen Gheimnis des Universums. Dennoch ist mir Angst vor dem Unbekannten fremd.
Ist es nicht eher dás Ego (das Denken), das mit dem Geheimnsi nicht umgehen kann. Mit Demut wäre das Problem gelöst.

>>Alle Medikamente, die die Botenstoffe im Gehirn vermehren
>>sollen, sind zwar gut gemeint, doch was wir wirklich brauchen
>>ist die Erkenntnissse, warum ein System plötzlich und ohne
>>vordergründig erkennbaren Grund sagt "Ich will nicht mehr"...
>>Ich vermute, weil es die Sinnlosigkeit des bisher geführten
>>Lebens erkannt hat, aber zu ernsthaften Veränderungen der
>>Lebenssituation keinen Mut, keinen Willen und vielleicht
>>auch keine Kraft mehr hat.
>>
> Ja. Wenn der Lebensweg nicht mehr in normalen, geradlinigen Schritten, sondern nur noch in großen Zick-Zack-Sprüngen zurückgelegt
> werden kann, kann einen vor einem besonders großen Sprung schonmal der Mut verlassen.

Das mag sein.

>>> Wir werden in den Regeln aufgefordert, uns immer wieder dem zu stellen,
>>> wovor wir Angst haben.
>>> Macht es Sinn, sie so lange zu zwingen, mit einem Flugzeug
>>> herumzufliegen, bis die Flugangst weg ist?
>
>>Solange es ein Fliegen ohne Achtsamkeit ist, sicher nicht.
>>
> Was ist denn fliegen ohne Achtsamkeit?

Die Fähigkeit, in der Realität zu bleiben. Da das ein Angstler in solchen Situationen nicht schafft, wäre gut, er hätte einen liebevollen Menschen dabei, der ihn in der Realität hält.


>>> Es macht eher Sinn, sich zu fragen, wer die Regeln aufgestellt hat.
>
>>Nein Harald, es macht eher die Frage Sinn, welche Regeln du
>>für deine Problematik aufgestellt hast und welche davon
>>tauglich oder wertlos sind.
>>
> Nö - das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Ich meine nicht. Wenn du auch nur einen winzigen Schritt in Richtung Auflösung der Angst gehen willst, kannst du nur bei dir anfangen.

> Diesen Thread habe ich nur aufgemacht, weil es micht ärgert, daß die Herstellerfirma eines Beruhigungsmittels Regeln aufstellt, wie
> man mit Angsterkrankungen umgeht.
> Mir kommt es so vor, als seien diese Regeln perfekt auf das Beruhigungsmittel zugeschnitten.

Das kann hinkommen, aber es ist wie es ist. Deine Kritik daran ändert nichts, außer dass sie dir die Energie nimmt, die du zu deiner Angst- oder Lebensbewältigung brauchst.

>>> Der Name 'angststoerung-online.de' läßt vermuten, daß es sich dabei um
>>> Ärzte oder sonstige Fachleute handelt.
>>> Aber nein - es ist die Firma Pfizer. Zufällig hat diese Firma leider
>>> keine Medikamente, mit denen man Angststörungen heilen kann, aber sie
>>> hat ein Medikament, daß Menschen angstfrei macht - XXXXX.
>
>>Da unterscheidet sie sich in keinster Weise vom heutzutage
>>anerkannten Bild, das der Normalmensch zum Thema Angst hat.
>>
> Do-och. Eine Angsterkrankung ist eine Verletzung, die Zeit und Schonung braucht, um auszuheilen.

Das sehe ich ganz anders. Unbehandelte Angst hat die Tendenz größer zu werden.

> Sie ist nicht, was man mit Mutproben in die Flucht schlagen kann.

Es geht nicht um Mutproben, sondern um die Entwicklung von echtem Mut und Integrität.

>>> Und erst jetzt macht es Sinn, daß man in den Regeln aufgefordert wird,
>>> angsterregende Situation nicht zu meiden, sondern sie zu suchen.
>>> XXXXX hilft, alle Ängste loszuwerden.
>
>>Nun bist du in der Vermeidung...:-)
>>
> Ich vermeide Medikamente -- ja. Der Wodka hat mir als "untauglicher Selbstheilungsversuch" (so die Formulierung eines Psychiaters)
> völlig gereicht.

obwohl der Versuch untauglich ist? Na ja, sicher hatte der Psychiater keine Ahnung...:-)

>>> Vermutlich nimmt es auch die Angst, bei Rot über einen Zebrastreifen zu
>>> gehen.
>
>>Unsinn, denn das ist keine Angst, sondern Dummheit.
>>
> Das versteh ich jetzt nicht.
> Du hältst Angst vor Regelbrüchen für Dummheit?
> Das kann nicht sein.

Doch Harald, es ist sogar so.


>>> Mein Altersstarrsinn zwingt mich da zu der Vermutung, daß die
>>> Pharmaindustrie Interesse daran hat, eine Kommunikation unter den
>>> Patienten zu verhindern, um weiterhin an der Symptombehandlung zu
>>> verdienen, statt an Heilmethoden zu arbeiten.
>
>>Wahrscheinlich, aber sie hat nichts Besseres...
>>
> Sucht sie danach?

Das ist nicht wichtig. Suchst du danach?

>>Du gehst doch auch nicht in ein Schuhgeschäft, um Käse zu kaufen.
>>
> Wieso bringst Du Schuhe und Käse in einem Satz in Verbindung? Hat Jürgen mal wieder nicht dichtgehalten?

Schweißfüße deuten auf einen konfliktaktiven Menschen hin..:-)

Gruß
Gerhard

Harald Lins

unread,
Jan 19, 2011, 8:41:56 AM1/19/11
to
Hallo Gerhard,

"Gerhard" <gerhard...@t-online.de> schrieb
> "Harald Lins" schrieb:

>> So steigt die Zahl der Angsterkrankungen immer weiter und alle schlucken

>> flei�ig Pillen, statt daf�r zu sorgen, das die Welt angstfreier wird.

>Ja so ist es, doch es muss nicht so sein. Die Welt kann ich nicht �ndern,
>aber ich schlucke keine Pillen und sorge immer daf�r, dass MEINE


>Welt angstfrei ist und bleibt.

>Ich bin �berzeugt, das kannst du auch.
>
Leider lebe ich in keiner eigenen Welt.

Gru�
Harald

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