Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Pat. betreuen

288 views
Skip to first unread message

Lars Sommer

unread,
Jan 26, 2002, 12:56:48 PM1/26/02
to
Hi Boardies,

seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen, die
besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung sorgte für
ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung. Der höher qualifizierte muss
den Patienten betreuen, wie er das macht ist doch eigentlich egal (Eigene
Verantwortung). Sicherlich ist es kaum möglich einen liegenden Patienten vom
Beifahrersitz ordentlich zu betreuen, logisch ist auch, dass bei
Notfallpatienten immer einer hinten ist, bzw. bei Patienten deren AZ so
schlecht ist dass ein evtl. Notfall eintreten kann. Streitigkeiten sind
auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss zum-Augenarzt-Fahrten"
entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um das
Tragen und Umsetzen. Wie verhaltet Ihr Euch? Gibt es eine Möglichkeit diese
Dienstanweisung zu entkräften?

Danke für Eure Statements

--
Gruß, Lars


P.S.: Wer einen Rechtschreibfehler finden sollte, darf ihn behalten!

Message has been deleted

Markus Schmola

unread,
Jan 26, 2002, 1:51:33 PM1/26/02
to
Meine Meinung: Diese Dienstanweisung ist korrekt und eigentlich
selbstverständlich. Schließlich erbringst du eine Dienstleistung und es geht
darum, sich um den Patienten zu kümmern. Oder möchtest - wenn du der Patient
wärst - du einfach hinten eingeladen und durch ein kleines Fenster betreut
werden? Ich jedenfalls nicht...

Grüße
Markus

Lars Sommer

unread,
Jan 26, 2002, 1:58:45 PM1/26/02
to
@ ALL

Ich selbst gehe auch nur bei Patienten mit nach vorne, wenn z.B. Angehörige
hinten mitfahren möchten, bzw. der Patient es ausdrücklich wünscht. Einige
Kollegen sehen das und machen das anders -völlig Wertungsfrei!-.
Ich finde es nur seltsam, dass man auf die Idee kam eine Dienstanweisung
auszuhängen. Muss doch eigentlich jeder selbst wissen?!

Gruß, Lars


Roland B

unread,
Jan 26, 2002, 3:02:58 PM1/26/02
to
Finde ich wirklich erschreckend Eure Handlungsweise. Bisher kannte ich diese
Situation (Pat. alleine hinten im Wagen) nur aus schlechten Witzen. Ich wäre
nie auch nur auf die Idee gekommen, dass das irgendwo so gehandhabt werden
könnte.
Ich hoffe, dass diese Dienstanweisung nun endlich dazu führt, dass keine
"Rückspiegel-Überwachungs-Fahrten" mehr gemacht werden.
Ich finde es wirklich peinlich, dass so einige Rettungsrambos sich
anscheinend zu schade sind mal einen "normalen" Krankentransport mit
ordentlicher Betreuung zu machen. Soetwas gehört nunmal auch zum Job! In
meinen Augen eine Selbstverständlichkeit, bei der einige von Euch wohl
schlechte Laune bekommen?!
Naja, immerhin hat sich jetzt meine Frage beantwortet, woher der RD,etc.
seinen schlechten Ruf hat. Bisher habe ich immer nur von dem angeblich
schlechten Ruf gehört, aber kein einziges Bsp. dafür gehabt.

Grüße
Roland


Joerg Szepan

unread,
Jan 26, 2002, 3:15:14 PM1/26/02
to
"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb...

> seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen,
die
> besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung
sorgte für
> ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung. Der höher qualifizierte
muss
> den Patienten betreuen, wie er das macht ist doch eigentlich egal
(Eigene
> Verantwortung). .........

Du zeigst hier ein typisches Bild der Service-Wüste Deutschland auf.
Ich würde sagen diese Dienstanweisung sollte wirklich gestrichen
werden.
Traurig, dass man für eine solche Selbstverständlichkeit eine
Dienstanweisung rausgeben muss.
Ihr solltet Euch da mal wirklich überlegen, warum Ihr diesen Job noch
macht!

--
elektronische Gruesse
Joerg Szepan
http://www.feuerwehrmann.de

Lars Sommer

unread,
Jan 26, 2002, 3:17:23 PM1/26/02
to
Ja, wobei der schlechte Ruf mit Sicherheit noch viele andere Gründe hat. Die
Feuerwehr in unserer Stadt, ist mit dem Rettungsdienst beauftragt. Die
Herren sitzen sogar bei liegenden Patienten vorne!!! Vor einigen Jahren ist
passiert, was passieren musste! Ein Patient ist am Zielort auf der Trage tot
vorgefunden worden. Die Stellungnahme des Oberbrandrates war - Zitat:" Wo
gehobelt wird, da fallen Spähne!"
Damit war die Sache dann gegessen. Der Tote war im Übrigen ein Äthiopier,
der in einem Asylantenheim schwerkrank gelebt hat, und verlegt werden
sollte!
Traurig aber wahr - und gebessert hatte sich seitdem nichts!

Gruß, Lars


"Roland B" <Gar...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:a2v270$14cp2e$1...@ID-95559.news.dfncis.de...

Lars Sommer

unread,
Jan 26, 2002, 3:21:46 PM1/26/02
to
Ja Joerg,

genau das ist auch meine Meinung. Eine Dienstanweisung diesbezüglich wird
niemals eine Einstellung zu der Sache ändern, wenn sie einmal so in den
Köpfen und der Gewohnheit nach drin ist! Eine solche selbstverständlichkeit
muss doch konsequenter Weise von den Leuten selbst aus kommen! Kennt jemand
den rechtlichen Hintergrund einer solchen "Betreuungspflicht" ? Ich habe
nichts darüber gefunden, nur das der höher qualifizierte zu betreuen hat!
:-(

Gruß, Lars

"Joerg Szepan" <j.sz...@feuerwehrmann.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3c530e52$0$188$4d4e...@read.news.de.uu.net...

Lars Sommer

unread,
Jan 26, 2002, 3:40:45 PM1/26/02
to
Wer weiß denn wie es in anderen Ländern mit vergleichbarem Rettungswesen
ausieht?

Gruß, Lars

Thomas Hochstein

unread,
Jan 26, 2002, 3:48:50 PM1/26/02
to
"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> scripsit/wrote:

> seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen, die
> besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden.

Eine Selbstverständlichkeit. Daß es dafür einer Dienstanweisung
bedarf, läßt sehr tief blicken.

> Streitigkeiten sind
> auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss zum-Augenarzt-Fahrten"
> entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um das
> Tragen und Umsetzen.

Und? Frau Brömmelskamp fühlt sich sicher besser, wenn sich auf der
Fahrt jemand mit ihr unterhält, als wenn sie hinten im
Lade^WPatientenraum sitzt und sich vorne zwei Leute über das letzte
Fußballspiel oder den Krimi von gestern abend unterhalten, meinst Du
nicht?

-thh
--
Thomas Hochstein * t...@mail.th-h.de * http://www.th-h.de/
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. - RV Weinstraße * http://www.juh-nw.de/

JUHMAIL: Infos für und rund um die Johanniter * http://www.juhmail.de/

Holger Knecht

unread,
Jan 26, 2002, 4:36:23 PM1/26/02
to
Hallo Lars.

Lars Sommer wrote:
> seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen, die
> besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung sorgte für
> ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung. Der höher qualifizierte muss
> den Patienten betreuen, wie er das macht ist doch eigentlich egal (Eigene
> Verantwortung). Sicherlich ist es kaum möglich einen liegenden Patienten vom
> Beifahrersitz ordentlich zu betreuen, logisch ist auch, dass bei
> Notfallpatienten immer einer hinten ist, bzw. bei Patienten deren AZ so
> schlecht ist dass ein evtl. Notfall eintreten kann. Streitigkeiten sind
> auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss zum-Augenarzt-Fahrten"
> entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um das
> Tragen und Umsetzen. Wie verhaltet Ihr Euch? Gibt es eine Möglichkeit diese
> Dienstanweisung zu entkräften?

Die Dienstanweisung wurde bestimmt erst erlassen, weil ein
Verantwortlicher einen Missstand festgestellt hatte. Ansonsten bräuchte
man für "sowas" keine Dienstanweisung. Es ist völlig normal, dass bei
_jedem_ Transport ein Sanitäter (SB) beim Patient ist. Egal, ob er ein
Notfallpatient oder "nur" eine zu betreuende Person ist. Ansonsten
könnte der Patient auch im Taxi fahren. Jeder Patient hat ein Anrecht
auf eine Betreuung. Wieso das bei euch zu Unverständnis führt, kann ich
nicht nachvollziehen, gibt allerdings zu denken.

Gruss
Holger

Holger Knecht

unread,
Jan 26, 2002, 4:41:06 PM1/26/02
to

Lars Sommer wrote:
> Ich selbst gehe auch nur bei Patienten mit nach vorne, wenn z.B. Angehörige
> hinten mitfahren möchten, bzw. der Patient es ausdrücklich wünscht.

Da stelle ich mir folgendes Zwiegespräch vor:

Sanitäter: "Gell, Oma Meier, es macht Ihnen ja nichts aus, wenn ich
vorne sitze."
Oma Meier: "öaösdjföasdjöfljasklödjfkö<jdsöfökasdjf"
Sanitäter: "Ich kann Sie nicht verstehen. Ich gehe mal davon aus, dass
Sie mir Ihre Zustimmung gegeben haben."
Sanitäter nimmt auf dem Beifahrerplatz Platz.

> Einige
> Kollegen sehen das und machen das anders -völlig Wertungsfrei!-.
> Ich finde es nur seltsam, dass man auf die Idee kam eine Dienstanweisung
> auszuhängen. Muss doch eigentlich jeder selbst wissen?!

Nee, eben nicht. :-) Es ist eine Selbstverständlichkeit, den Patienten
zu betreuen (siehe mein anderes Posting). Egal, ob man den Patienten zum
Augenarzttermin fährt oder "die Oma" vom Altenheim ins Krankenhaus oder
umgekehrt. Genauso wie es egal ist, ob der Patient sitzend oder liegend
ist. Es ist recht seltsam, dass Du das hier frägst.

Gruss
Holger

Holger Knecht

unread,
Jan 26, 2002, 4:44:44 PM1/26/02
to
Hallo Lars,

Lars Sommer wrote:
>
> Ja, wobei der schlechte Ruf mit Sicherheit noch viele andere Gründe hat. Die
> Feuerwehr in unserer Stadt, ist mit dem Rettungsdienst beauftragt. Die
> Herren sitzen sogar bei liegenden Patienten vorne!!! Vor einigen Jahren ist
> passiert, was passieren musste! Ein Patient ist am Zielort auf der Trage tot
> vorgefunden worden. Die Stellungnahme des Oberbrandrates war - Zitat:" Wo
> gehobelt wird, da fallen Spähne!"
> Damit war die Sache dann gegessen. Der Tote war im Übrigen ein Äthiopier,
> der in einem Asylantenheim schwerkrank gelebt hat, und verlegt werden
> sollte!
> Traurig aber wahr - und gebessert hatte sich seitdem nichts!

1. Es ist egal, wie es die Feuerwehr macht. Da könntet ihr denen zeigen,
wie man es richtig macht. So schadet man nur dem Ruf der eigenen
Hilfsorganisation. Ein Patient hat das Recht, richtig, fachkundig
behandelt zu werden.
2. Stellungnahme des Oberbrandrates: Bei solch einer Aussage gehört er
seines Postens enthoben.

Gruss
Holger

Marcel Ocker

unread,
Jan 26, 2002, 5:31:32 PM1/26/02
to
"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a2v34e$14aakg$1...@ID-104118.news.dfncis.de...

> Kennt jemand
> den rechtlichen Hintergrund einer solchen "Betreuungspflicht" ? Ich habe
> nichts darüber gefunden, nur das der höher qualifizierte zu betreuen hat!
> :-(

Stimmt. Das Hessische Rettungsdienstgesetz (HRDG) beispielsweise verweist in
den Paragraphen § 10 Abs. 7 und § 27 Satz 1 auf die "Verordnung zur
Ausführung des § 10 des Hessischen Rettungsdienstgesetzes 1998
(Rettungsdienst-Betriebsverordnung)".

In dieser Verordnung steht unter anderem:
§2
(2) Werden die Leistungen des Krankentransports ganz oder teilweise in
organisatorischer Einheit mit der Notfallversorgung erbracht, hat der
Leistungserbringer die eingesetzten Fahrzeuge wie folgt zu besetzen:
1. als Fahrzeugführerin oder Fahrzeugführer mit Personen, die mindestens
eine vierwöchige theoretische Ausbildung und eine zweiwöchige klinisch
praktische Ausbildung entsprechend § 1 Abs. 1 der in Abs. 1 Nr. 2 genannten
Verordnung abgeschlossen haben und
2. als Beifahrerin oder Beifahrer mit Personen, die eine Erlaubnis nach § 1
des Rettungsassistentengesetzes vom 10. Juli 1989 (BGBl. I S. 1384), zuletzt
geändert durch Verordnung vom 21. September 1997 (BGBl. I S. 2390),
besitzen.

Schade finde ich die Vorschrift, daß die / der höher qualifizierte beim
Patienten sein muß. Ich bin der Meinung, daß auch ein RS gut geeignet ist,
den Patienten während der Fahrt zu betreuen. Sollte dies nicht so sein ist
a) sowieso ein NA erforderlich und der RS oder RA reicht "nur noch" an bzw.
ist behilflich. Vor Eintreffen des Docs wird sowieso im Team gearbeitet
b) der RS im falschen Job (wovon ich zunächst einmal nicht ausgehe)

Die Frage der Bertreuungspflicht regelt sich meiner Meinung nach aus der
"Verordnung einer Krankenbeförderung". Dort steht auf der Rückseite unter
"Hinweise" entsprechendes. Auch für einen KTW liegt die Indikation in der
"fachlichen Betreuung" des Patienten.

Gruß aus Frankfurt
Marcel


Message has been deleted

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 26, 2002, 5:56:07 PM1/26/02
to
Hi,

"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag

news:a2uqkj$13etkj$1...@ID-104118.news.dfncis.de...

> seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen,
die
> besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung
sorgte für
> ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung.

WIE BITTE?????

> schlecht ist dass ein evtl. Notfall eintreten kann. Streitigkeiten
sind
> auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss
zum-Augenarzt-Fahrten"
> entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um
das
> Tragen und Umsetzen.

Ganz banale Sache (und die kommt auch bei "Frau-Brömmelskamp-muss
zum-Augenarzt-Fahrten" vor): Dem Patienten wird schlecht, er muss sich
übergeben - nur wohin und wie teilt er´s dem Personal "vorne" mit?
Ausserdem tranportieren wir _Menschen_ und keine Kartoffelkisten und da
gebietet es alleine schon der Anstand, daß man im "qualifizierten
Krankentransport" sich auch qualifiziert verhält und selbstverständlich
gehört dazu, den Patienten "hinten" zu begleiten.


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

"Jetzt wird´s mal kurz hell im Hals!"

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste
Hilfe-Kurse. umfangreiche Linkliste u.v.m. Jetzt NEUES Seitendesign!

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 26, 2002, 6:27:39 PM1/26/02
to
Hi,

"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag

news:a2v34e$14aakg$1...@ID-104118.news.dfncis.de...

> genau das ist auch meine Meinung. Eine Dienstanweisung diesbezüglich
wird
> niemals eine Einstellung zu der Sache ändern, wenn sie einmal so in
den
> Köpfen und der Gewohnheit nach drin ist! Eine solche
selbstverständlichkeit
> muss doch konsequenter Weise von den Leuten selbst aus kommen! Kennt
jemand
> den rechtlichen Hintergrund einer solchen "Betreuungspflicht" ? Ich
habe
> nichts darüber gefunden, nur das der höher qualifizierte zu betreuen
hat!

Im BayRDG steht jedenfalls, daß bei Krankentransporten min. ein RS und
bei Notfalleinsätzen min. ein RA den Patienten zu betreuen hat. In der
Praxis wird davon höchstens insofern abgewichen, daß man auch mal bei
"einfachen Fällen" auch mal den "Dritten" (RS in Ausbildung,
RA-Praktikant etc.) alleine mit dem Patienten lässt. Das muss der per
Gesetz geforderte RS/RA aber dann selbst verantworten.

Klar, ich sehe das schon auch so, daß bei sehr vielen Fahrten (auch
"Notfällchen") nicht immer eine Begleitung im Patientenraum notwendig
ist. ABER zum EInen gibt´s die gesetzliche Verpflichtung dazu und zum
Anderen gehört es zum menschlichen Anstand, einen kranken oder auch
"nur" behinderten Menschen bei solchen Fahrten zu begleiten.

ICH würde Leute, die es nicht für nötig halten einen Patienten "hinten"
zu begleiten gnadenlos nach einer ersten (und einzigen Abmahnung)
rauswerfen. SOWAS hat im RD und qual. KTP wirklich NICHTS zu suchen.
"Rückspiegel-Betreuung" gibt´s bei div. Mietwagenunternehmen (sog.
"unqualifizierter Krankentransport") - wenn ein Mitarbeiter DAS will,
dann soll er bitteschön in ein solches Unternehmen wechseln.

Jeder kann sich VOR der Entscheidung, einen Beruf/EA_Aufgabe/Nebenjob
in RD und KTP zu ergreifen ein Bild über sein zukünftiges Arbeitsgebiet
machen. Und zum entsprechenden Aufgabengebiet gehört neben
"Heldenrettung" nunmal auch die 98te Fahrt des gleichen
Dialysepatienten, geistig eingeschränkte Personen, Leute die stinken,
Patienten die 25 mal mit der gleichen Frage "wo fahren wir denn hin?"
nerven, Menschen, denen es stets zu heiss/zu kalt//zu laut/zu unbequem
ist usw. usw.

Ich empfinde auch nicht gerade eine grosse Freude darin, 8 Stunden lang
nur "AOK-Taxi" zu spielen, aber in den 8 Stunden einer Schicht gehört
dies nunmal auch dazu - erst recht, wenn man KTW fährt. Also bemühe ich
mich, diese 8 Stunden meine Kunden (=Patienten) so optimal wie möglich
zu bedienen - auch wenn ich nach der Schicht ein lautes
"Scheiss-Schicht" brüllen muss....... Die Leute können sich mich nicht
aussuchen und ich kann mir die Leute nicht aussuchen - warum sollte ich
also bestimmte Leute dadurch bestrafen, daß ICH mal schlecht gelaunt
oder unausgeschlafen bin, sie mir nicht "zur Nase stehen" oder
dergl.????

Ich habe ich früher ab und zu aus Spass während der Fahrt zurück zur
Wache etc. auf die Trage gelegt - einfach nur um zu erfahren, wie "man"
sich da eben so fühlt. Ist ziemlich besch..... Ich liege nicht gerade
bequem, simple Dinge wie Fenster auf/zu oder Heizung an/aus sind
alleine unmöglich. Selbst ein simples Papiertuch (zum Nase putzen)
ist - obwohl vorhanden - in unerreichbarer Ferne. Wenn ich mir nun
vorstelle, alleine krank und hilflos in einer fremden Umgebung liegen
bzw. sitzen zu müssen und meine "Begleiter" durch eine Wand getrennt 2m
von mir entfernt sitzen - brrrr!!!!


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

Es gibt Mediziner - und Chirurgen.....

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 26, 2002, 6:32:02 PM1/26/02
to
Hi,

"Thomas Hochstein" <remove-...@usenet.th-h.de> schrieb im
Newsbeitrag news:den.0201262...@dragon.akallabeth.de...

> > Streitigkeiten sind
> > auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss
zum-Augenarzt-Fahrten"
> > entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um
das
> > Tragen und Umsetzen.
>
> Und? Frau Brömmelskamp fühlt sich sicher besser, wenn sich auf der
> Fahrt jemand mit ihr unterhält, als wenn sie hinten im
> Lade^WPatientenraum sitzt und sich vorne zwei Leute über das letzte
> Fußballspiel oder den Krimi von gestern abend unterhalten, meinst Du
> nicht?

und der "Trinkgeldfaktor" steigt _erfahrungsgemäss_ auch mit der
dienstleistungsorientierten Betreuung des Patienten. (soll jetzt nicht
alleiniges Argument sein!!!!!)


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--
Schlaganfall - ein NOTFALL!!

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste
Hilfe-Kurse. umfangreiche Linkliste u.v.m. Jetzt NEUES Seitendesign!


>

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 26, 2002, 6:50:28 PM1/26/02
to
Hi,

"Till Wege" <t.w...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a2vbc3$7kn$1...@wsc10.lrz-muenchen.de...

> > Die Dienstanweisung wurde bestimmt erst erlassen, weil ein
> > Verantwortlicher einen Missstand festgestellt hatte.

> Schlimm genug eigentlich, dass dafür erst eine Dienstanweisung
> herangezogen
> werden muss.

Allerdings! Kann man nur hoffen, daß Verstösse gegen diese Anweisung
mit grösster Härte (=Rauswurf) geahndet werden! Für wen halten sich die
Leute eigentlich, denen man per Dienstanweisung(!) sowas erst
vorschreiben muss??????


> Wenn man mal von der Selbstverständlichkeit der Betreuung
> absieht, so begiebt man sich mit so einer Handlung auch ziemlich
> schnell
> auf juritische Minenfelder: Aufsichtspflicht, Sorgfaltspflicht, evtl.
> Betreuungspflicht etc.

Ich würde sogar "Nötigung" bemühen (Zwang, bestimmte Umstände zu
erdulden) Imerhin können selbst menschliche Grundbedürfnisse (Notdurft,
"Nase putzen", Klimabedürfnisse (zu warm/zu kalt/Zugluft) usw. ohne
fremde Hilfe nicht menschlich korrekt erledigt werden)

Wir transportieren MENSCHEN und kein Schlachtvieh (DAS bekommt per
Gesetz eine gewisse Grundversorgung seiner Bedürfnisse (Temperatur,
Wasser, Futter etc.))

--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

"Jetzt wird´s mal kurz hell im Hals!"

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste

Jörg Fritzsche

unread,
Jan 26, 2002, 6:59:46 PM1/26/02
to

"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a2v47v$143n15$1...@ID-104118.news.dfncis.de...

> Wer weiß denn wie es in anderen Ländern mit vergleichbarem Rettungswesen
> ausieht?
>

Kenne kein Land mit einem direkt vergleichbarem Rettungswesen zur BRD.

MfG,
Jörg


Jörg Fritzsche

unread,
Jan 26, 2002, 6:59:42 PM1/26/02
to

"Erich Kirchmayer" <E_Kirc...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:a2vc7h$l52$05$1...@news.t-online.com...

> Hi,
>
> "Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:a2uqkj$13etkj$1...@ID-104118.news.dfncis.de...
>
> > seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen,
> die
> > besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> > gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung
> sorgte für
> > ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung.
>
> WIE BITTE?????
>
> > schlecht ist dass ein evtl. Notfall eintreten kann. Streitigkeiten
> sind
> > auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss
> zum-Augenarzt-Fahrten"
> > entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um
> das
> > Tragen und Umsetzen.
>
> Ganz banale Sache (und die kommt auch bei "Frau-Brömmelskamp-muss
> zum-Augenarzt-Fahrten" vor): Dem Patienten wird schlecht, er muss sich
> übergeben - nur wohin und wie teilt er´s dem Personal "vorne" mit?
> Ausserdem tranportieren wir _Menschen_ und keine Kartoffelkisten und da
> gebietet es alleine schon der Anstand, daß man im "qualifizierten
> Krankentransport" sich auch qualifiziert verhält und selbstverständlich
> gehört dazu, den Patienten "hinten" zu begleiten.

Kann mich Erichs Aussagen nur zu 100% anschließen!
Es gibt einem wirklich zu Denken, wenn eine solche Diskussion hier überhaupt
noch aufkommt.
Kenne aus eigener Erfahrung als Pat. die "Rückspiegel- Betreuung" und kann
nur sagen, daß man sich alles andere als wohl dabei fühlt.
Aus meinem eigenen Arbeitsalltag kann ich allerdings nur sagen, daß die
Qualifikation bei der Betreuung eher eine Nebenrolle spielt.

MfG,
Jörg

Lars Sommer

unread,
Jan 26, 2002, 8:20:22 PM1/26/02
to
@ Till

> Lars, darf man eigentlich erfahren, in welchem Bundesland zu fährst??
> Denke mal,
> dass Du nach den ganzen postings die Stadt/den Kreis wohl nicht nennen
> willst...
> Gruss Till


Ich komme aus NRW und hoffe, dass einige meiner Kollegen / -Kolleginnen
diese Postings sehen!

Gruß, Lars

Marc A. Rohling

unread,
Jan 27, 2002, 3:59:35 AM1/27/02
to
Moin,

On Sat, 26 Jan 2002 18:56:48 +0100, "Lars Sommer" <l.so...@telebel.de>
wrote:

>Hi Boardies,

*räusper* Board?

>seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen, die
>besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
>gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden.

Ja.

>Diese Dienstanweisung sorgte für
>ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung.

Wie bitte?!

>Der höher qualifizierte muss den Patienten betreuen, wie er das macht ist
>doch eigentlich egal (Eigene Verantwortung).

Nein.

Wer sich über so etwas beschwert, zeigt IMO seine ungenügende
Berufsauffassung. Wer sich zu schade ist, sich auch mit Leuten zu
beschäftigen, die man _nicht_ intubiert oder denen man _keine_ Zugänge
legt, der hat in diesem Beruf wenig verloren.

Es heißt "qualifizierter Krankentransport", und dazu zählt auch die
menschliche Komponente. Natürlich ist das nicht immer sehr angenehm,
z.B. wenn Patienten von nerviger Natur sind, aber in diesem Job stehen
nunmal Menschen im Mittelpunkt, und diesem Faktum muß man Verdammt
nochmal! gerecht werden. Wer das nicht kann, der soll doch bitteschön
einfach zu einem der Taxi-Unternehmen wechseln, die Krankenfahrten
durchführen.

Die einzige für mich geltende Ausnahme sehe ich dann, wenn bei einem
Einsatz, den man wirklich nur als Taxifahrt titulieren kann, ein
Angehöriger oder Betreuer mit hinten sitzt.

Einen Patienten hinten allein zu lassen, das gehört nun wirklich nicht
in den qualifizierten Krankentransport, und daß eine Dienstanweisung
derartige Reaktionen auslöst, finde ich stark beschämend. Da geht mir
echt die Hutschnur hoch, und ich kann an dieser Stelle nur einen Satz
zitieren, der in Dortmund in einem Krankenhaus hängt:

"Der Patient behindert unsere Arbeit nicht. Er /ist/ unsere Arbeit." Dem
ist nichts hinzuzufügen.

CU Marc
--
Der Jammer der Menschen ist, daß die Narren so sicher sind und die
Klugen so voller Zweifel. (Bertrand Russel)
Marc A. Rohling
www.rohling-online.de

Michael Tietze

unread,
Jan 27, 2002, 6:04:39 AM1/27/02
to
"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a2uqkj$13etkj$1...@ID-104118.news.dfncis.de...

Ich habe mich bei einem DRK Kreisverband über solche Mitarbeiter beschwert.
Entweder ist der Patient mit einem qualifizierten Krankentransport zu
transportieren, dann hat selbstverständlich einer bei ihm zu sitzen, oder
man spart unser aller Krankenkassenbeiträge und läßt solche Fahrten, wo dies
nicht nötig ist, auch ein Taxi durchführen!
*Kopfschüttel* Daß es solche Meinungen überhaupt noch gibt!?


Andreas Weber

unread,
Jan 27, 2002, 6:09:56 AM1/27/02
to
Lars Sommer schrieb:

> seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen, die
> besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung sorgte für
> ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung. Der höher qualifizierte muss
> den Patienten betreuen, wie er das macht ist doch eigentlich egal (Eigene
> Verantwortung).

Hallo Lars,
also deine Aussage verblüfft mich doch sehr.
Für mich war es bis jetzt selbstverständlich, daß jemand den Patienten betreut.
Normalerweise immer der höher qualifizierte. Natürlich kommt es auch
bei "Taxifahrten" vor, daß der RH hinter beim Patienten sitzt.
Also eigentlich wird 50/50 abgewechselt, es sei denn der Patient hat
eine Krankheit, bei der man die Möglichkeit sieht, daß sich der Zustand
verschlechtert. Dann immer der höher Qualifizierte. So mache ich das auf jedenfall
beim KTW.

Also das Bundesland und die Organisation bei der du tätig bist,
würde mich jetzt schon interessieren.

Gruß Andy

Matthias Koehler

unread,
Jan 27, 2002, 6:21:59 AM1/27/02
to

> Ganz banale Sache (und die kommt auch bei "Frau-Brömmelskamp-muss
> zum-Augenarzt-Fahrten" vor): Dem Patienten wird schlecht, er muss sich
> übergeben - nur wohin und wie teilt er´s dem Personal "vorne" mit?
> Ausserdem tranportieren wir _Menschen_ und keine Kartoffelkisten und da
> gebietet es alleine schon der Anstand, daß man im "qualifizierten
> Krankentransport" sich auch qualifiziert verhält und selbstverständlich
> gehört dazu, den Patienten "hinten" zu begleiten.

Ich stimme natürlich voll zu, aber habe trotzdem jetzt mal ehrlich eine
Verständnisfrage. Es ist mir hier schon öfter aufgefallen, dass nicht nur
von Rettungseinsätzen, sondern auch von Krankentransporten gesprochen wird.
Bei uns in Berlin sind das zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Der
Rettungsdienst gehört zur Berliner Feuerwehr. Dort werden über 112 die
Notrufe aufgenommen und mit RTW/NAW/RTH beschickt. Die Feuerwachen sind
zugleich Rettungswachen, in denen die RTW stehen, welche mit
Berufsfeuerwehrleuten besetzt sind. Die NAW gehören ebenfalls der Berliner
Feuerwehr, Maschinist und RA/RS sind Berufsfeuerwehrleute und der NA kommt
von dem Krankenhaus, wo der NAW seinen Stützpunkt hat. Einzelne Feuerwachen
haben ASB-, DRK- und JUH-RTW zu Gast, um die HiOrgs dauerhaft einzubinden.
Auch ein NAW vom Bw-Krankenhaus ist integriert.
Soweit die Primäreinsätze. Notverlegungen passieren ebenfalls in
Verantwortlichkeit der Feuerwehr, ggf. auch mit ITH.
Aber nun zum Bereich der geplanten Krankentransporte, welche hier mit "Frau
Brömmelskamp muss zum Augenarzt" bezeichnet werden. Dabei handelt es sich ja
praktisch um Taxi-Fahrten, welche aber nicht in einer Taxe, sondern einem
KTW durchgeführt werden, weil die Leute ja vielleicht eine Trage oder einen
Stuhl brauchen. Diese geplanten Fahrten werden in Berlin von einer Reihe von
privaten Krankentransport-Unternehmen durchgeführt. Diese haben
unterschiedliche Fahrzeuge, überwiegend T4, manche aber auch mit
amerikanischen Modellen. Blaulicht und Sirene haben die nur, falls es
unterwegs unerwartet zu einer Notlage kommt, die eine Weiterfahrt mit
Wegerecht erforderlich macht. Man geht eben rein statistisch davon aus, dass
dort vorwiegend ältere und kranke Menschen befördert werden, bei denen es
eben schon mal vorkommen kann, dass sich deren Zustand unterwegs plötzlich
deutlich verschlechtert und aus der geplanten Krankentransportfahrt
plötzlich ein Rettungseinsatz wird. Diesen Firmen soll demnächst das
Blaulicht weggenommen werden, was schon zu Protesten geführt hat. Es wird
argumentiert, dass dann wirtschaftliche Schwierigkeiten drohen. Kann ich
allerdings nicht so ganz verstehen. Denn diese Firmen kommen ja so gut wie
niemals in die Lage, mit Wegerecht fahren zu müssen/dürfen. Schließlich ist
das SoSi ja nicht dazu da, sich aus einem Stau freizuboxen, damit Frau
Brömmelskamp pünktlich zum Augenarzt kommt.
Aber zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Ist es in anderen Bundesländern
so, dass dieselben Leute mit denselben Fahrzeugen, die Primäreinsätze
fahren, damit auch geplante Krankentransporte fahren? Und warum?

Matthias


Alexander Lelie

unread,
Jan 27, 2002, 6:34:49 AM1/27/02
to

"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a2uqkj$13etkj$1...@ID-104118.news.dfncis.de...
> Hi Boardies,
>
> seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen, die
> besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung sorgte für
> ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung.

Wieso schlechte Stimmung? Es sollte Selbstverständlich sein, den Patienten
zu betreuen - egal, ob Notfall oder nicht! Mal abgesehen davon, ist es deine
/
eure Pflicht, beim Patienten anwesend zu sein.
Mal angenommen, dem Patienten wird z.B. aufgrund der Fahrweise schlecht,
er muß sich übergeben und aspiriert dabei. Klasse, keiner im Patientenraum.
Bis der RTW steht, einer beim Patienten ist, ist der schon halb
reanimationspflichtig.
Dann bist du deinen Job im RD als RA, RS oder was auch immer fast schon
von selbst los. Den möchte ich mal sehen, der sich da vorm Richter wieder
"rausmanövrieren" kann...


> Der höher qualifizierte muss
> den Patienten betreuen, wie er das macht ist doch eigentlich egal (Eigene
> Verantwortung).

Dafür wird der "Höherqualifizierte" ja auch schließlich bezahlt, ist sein
Job. Wem´s
nicht gefällt, der muß sich was anderes suchen - und ohne sich hier über
"unterbezahltsein",
etc. streiten zu wollen - für "so eine Fahrt" wird man sicherlich
ausreichend und besser als
jeder Taxifahrer bezahlt. Du mußt ja meist echt nur dasitzen und nix tun -
ist denn das
schon zuviel verlangt?

> Sicherlich ist es kaum möglich einen liegenden Patienten vom
> Beifahrersitz ordentlich zu betreuen, logisch ist auch, dass bei
> Notfallpatienten immer einer hinten ist, bzw. bei Patienten deren AZ so
> schlecht ist dass ein evtl. Notfall eintreten kann.

Stimme ich dir zu, aber wieso kann das nicht auch bei einem "normalen"
Patienten zutreffen.
Wer auch immer den Transportschein ausgefüllt hat und einen RTW / KTW
angefordert hat,
wird sich in der heutigen Zeit der Sparmaßnahmen sicherlich Gedanken dazu
gemacht haben,
warum er "qualifiziertes" Personal zum Transport anfordert - ok, Ausnahmen
bestätigen die Regel.
Sowohl beim "Gedanken machen", als auch beim "qualifizierten Personal". ;-)

> Streitigkeiten sind
> auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss zum-Augenarzt-Fahrten"
> entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um das
> Tragen und Umsetzen. Wie verhaltet Ihr Euch? Gibt es eine Möglichkeit
diese
> Dienstanweisung zu entkräften?

Da kann ich nur hoffen, daß es diese Möglichkeiten nicht gibt. Mal abgesehen
davon
wird Frau Brömmelskamp vielleicht von der schlechten Betreuung beim Roten
Kreuz,
den Maltesern oder wem auch immer weitererzählen... Dann kann beim nächsten
mal
ja auch Aicher, MKT, Bäuerle oder wer auch immer kommen. Nicht, daß ich was
gegen
die "Privaten" hätte, im Gegenteil - aber vielleicht sollten auch "die
anderen" mal etwas
für die Patientensicherheit und die Qualitätssicherung im öffentlichen RD /
KTP tun, oder?


MfG, Alex


Jörg Fritzsche

unread,
Jan 27, 2002, 6:43:00 AM1/27/02
to

"Alexander Lelie" <Lexe...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a30ol1$gnb$06$1...@news.t-online.com...

>- aber vielleicht sollten auch "die
> anderen" mal etwas
> für die Patientensicherheit und die Qualitätssicherung im öffentlichen RD
/
> KTP tun, oder?
>

Naja.....der RD des MHD ist bundesweit nach ISO 9001 zertifiziert :-)

SCNR,
Jörg


Alexander Lelie

unread,
Jan 27, 2002, 6:40:58 AM1/27/02
to

"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag news:a2v2s5$146v4e$1...@ID-104118.news.dfncis.de...

> Ja, wobei der schlechte Ruf mit Sicherheit noch viele andere Gründe hat. Die
> Feuerwehr in unserer Stadt, ist mit dem Rettungsdienst beauftragt. Die
> Herren sitzen sogar bei liegenden Patienten vorne!!!

Wirft ja wieder ein klasse Bild auf die Feuerwehr - und bestätigt meine Meinung:
die sollten ihre Feuerchen löschen, technische Hilfestellung leisten - und nicht
den RD managen. Leben retten sollten eben die tun, die sich damit auskennen. :-))

Ok, ok, bevor mich hier alle Steinigen: auch hier gilt, Ausnahmen bestätigen die Regel... ;-)

> Vor einigen Jahren ist
> passiert, was passieren musste! Ein Patient ist am Zielort auf der Trage tot
> vorgefunden worden. Die Stellungnahme des Oberbrandrates war - Zitat:" Wo
> gehobelt wird, da fallen Spähne!"

Mir graust bei dem Gedanken, das solch ein Vorfall nicht weitere Konsequenzen
nach sich zieht und das betreffende Personal immer noch weiter "Dienst am Menschen"
tun darf...

> Damit war die Sache dann gegessen. Der Tote war im Übrigen ein Äthiopier,
> der in einem Asylantenheim schwerkrank gelebt hat, und verlegt werden
> sollte!

Was hat das mit der Sache an sich zu tun? Ist es nicht egal, wer im Notfall auf unsere
Hilfe angewiesen ist?

> Traurig aber wahr - und gebessert hatte sich seitdem nichts!

Das ist wirklich mehr als traurig!

MfG, Alex


Christoph Brodesser

unread,
Jan 27, 2002, 6:50:15 AM1/27/02
to
Am Sun, 27 Jan 2002 12:43:00 +0100 schrieb "Jörg Fritzsche"
<joerg.f...@uni-bochum.de> :

>Naja.....der RD des MHD ist bundesweit nach ISO 9001 zertifiziert :-)

... was ja wohl nur bedeutet, dass man dann, wenn etwas "schiefläuft",
weiß, warum.
*BREITGRINS*

mfg Christoph Brodesser
--
Christoph Brodesser * Merschkamp 13 * 48356 Nordwalde
e-Mail: christoph...@onlinehome.de
Telefon/Telefax: 01212 6 BRODESSER

Nguyen van Thanh

unread,
Jan 27, 2002, 6:55:40 AM1/27/02
to
Ich fahre auch in NRW und bin der Meinung das dieses Vorgehen eine der
großen Ausnahmen ist!!
Habe selbst die Einstellung das immer einer den Patienten während des
Transport hinten begleitet, auch wenn Verwandte Ihn begleiten wollen!!
Und wenn der verantliche RA nicht betreuen will mach ich das!!
Ich sehe das als Verpflichtung die man mit dem Job eingeht und hoffe das ich
damit nicht alleine stehe!!
Sonst könnte sich der Ruf des Rettungsdienstes sehr verschlechtern sollten
solche Sachen an die Öffentlichkeit kommen!!

--


Mit freundlichen Grüßen

Nguyen van Thanh

Adresse: Bayernallee 7 Telefonnummer:
0241/9967803
52066 Aachen E-Mail:
nvt...@gmx.de
Homepage:
thanhdominico.de.vu

"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de> schrieb im Newsbeitrag

news:a2vkk8$148tr6$1...@ID-104118.news.dfncis.de...

Joerg Szepan

unread,
Jan 27, 2002, 9:13:24 AM1/27/02
to
"Gerald Aller" <G.A...@gmx.de> schrieb...
> Das erinnert mich an einen Vorfall in NRW, wo ich als Student bei
einem
> privaten Krankentransportunternehmen gearbeitet habe. Da kam uns mal
aus
> einer Liegendeinfahrt ein Hoch-Lang der Feuerwehr entgegen, die
beiden
> Pappnasen saßen vorne, während hinten die Heckklappe aufging und der
> liegende Patient langsam mit seiner Trage herausgerollt kam, nur
gebremst
> vom Infusionsschlauch. Auf mein wildes Gestikulieren hielt der
"Kollege" an
> und fragte freundlichst "Watt iss!!!" Der Patient wurde dann wieder
> hinengeschoben und der Beifahrer nahm wieder wie selbstverständlich
vorne
> Platz.

Kann ich irgendwie kaum glauben.
Sorry, die Leute sollten entlassen werden.
Ein Beamter der sowas tut, gehört versetzt in einem Bereich, in dem er
am besten nichts mit Menschen zutun hat.

Ph. Koeppe

unread,
Jan 27, 2002, 11:00:33 AM1/27/02
to
> Aber zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Ist es in anderen
Bundesländern
> so, dass dieselben Leute mit denselben Fahrzeugen, die Primäreinsätze
> fahren, damit auch geplante Krankentransporte fahren? Und warum?

Hallo!

In meinem RD Bereich (Nürnberg) ist es, wie auch in vielen anderen so, dass
KTP und RD über den gleichen Funkkanal abhewickelt werden. Die Fahrzeuge
werden in der Notfallrettung von BRK, JUH, MHD, ASB und einem priv. Anbieter
gestellt. Der KTP wird von den o.g. HiOrgs gestellt und auch, wie Notfälle,
über die 19 222 aufgenommen. Zudem hat der priv. Anbieter eine eigene
Rufnummer NUR für KTP. Seine KTWs haben keinen BOS-Funk.

RTWs und KTWs weden also auf einem Kanal disponiert und das Personal
wechselt auch ständig zwischen KTW und RTW.

Aufgrund des gleichen Funkkanals und dem Ausbildungsstand der MAs kommt des
gelegentlich vor, das ein KTW einen Notfalleinsatz fährt und eine
Erstversorgung durchführt bzw. einen weiteren NA transportiert oder bei
genügend freien RTWs ausnahmsweise (!) ein RTW mal einen KTP fährt. Was
aber wie gesagt die Ausnahme ist.
Ich finde vorallem die Möglichkeit sehr gut, einen KTW als First Responder
zum Notfall zu schicken, da es ja darum geht dem Patienten möglichst schnell
zu helfen.
Bewährt hat sich auch das Prinzip, einen KTW zur Klinik oder jeweiligen
Wohnung / Praxis zu schicken um einen (Not-)Arzt abzuholen, falls alle
regulären NAs im Einsatz sind.

Gruß,
Philipp


Markus Wedemeyer

unread,
Jan 27, 2002, 11:14:50 AM1/27/02
to
l.so...@telebel.de schrieb:

> Ja, wobei der schlechte Ruf mit Sicherheit noch viele andere Gründe hat.

Der Ruf ist eh' ruiniert, dann kommt es darauf auch nicht mehr an ? Man
sollte eher um jeden Patienten kaempfen, bei dem man den Ruf restaurieren
kann.

> [...]


> Damit war die Sache dann gegessen. Der Tote war im Übrigen ein Äthiopier,
> der in einem Asylantenheim schwerkrank gelebt hat, und verlegt werden
> sollte!

> Traurig aber wahr - und gebessert hatte sich seitdem nichts!

Wenn sich die Dinge von oben nicht aendern, was aus vielerlei Gruenden
an vielerlei Stellen passiert, dann wird es Zeit, dass sich von unten was
tut. Jeder RD-Mitarbeiter kann sich fragen, was er taeglich fuer seine
Patienten tun kann.

Gruesse,
Markus

Markus Wedemeyer

unread,
Jan 27, 2002, 11:14:51 AM1/27/02
to
l.so...@telebel.de schrieb:

> Ich selbst gehe auch nur bei Patienten mit nach vorne, wenn z.B. Angehörige
> hinten mitfahren möchten, bzw. der Patient es ausdrücklich wünscht.

Auch dann darf man niemanden hinten alleine lassen. Einerseits der
gesetzliche Betreuungsaspekt und die Selbstverstaendlichkeit (siehe viele
andere Postings), andererseits die Tatsache, dass man Angehoerige wie
Patienten oder beide hinten im Wagen nicht alleine lassen darf, weil da
fuer gewoehnlich Sachen vorhanden sind, die nicht ungefaehrlich sind. Du
hast auch fuer Deine Ausruestung eine Aufsichtspflicht.

> Einige
> Kollegen sehen das und machen das anders -völlig Wertungsfrei!-.
> Ich finde es nur seltsam, dass man auf die Idee kam eine Dienstanweisung
> auszuhängen. Muss doch eigentlich jeder selbst wissen?!

Nein, diese Entscheidung steht jedem selbst nicht zu. Meistens kommen
solche selbstverstaendlichen Dienstanweisungen aus aktuellem Anlass, also
weil eben ein Mitarbeiter meinte, so etwas selber zu wissen.

Tatsache ist, dass zum Berufsbild eines Mitarbeiters im Rettungsdienst
eben nicht das "heroische Retten" gehoert, sondern auch soziale
Kompetenz. Und dazu gehoert, dass man sich mit den Menschen, die man
transportiert, auch unterhalten kann, wenn diese es wuenschen; ansonsten
sie eben betreuut.

Wenn nun Kollegen meinen, sich fuer Betreuung nicht hergeben zu muessen,
dann muss man ihnen ggf. mittels Dienstanweisung klar machen, dass sie
nicht nur fuer's Retten, sondern fuer eine Versorgung bezahlt werden, zu
der Betreuung dazugehoert.

Gruesse,
Markus

Markus Wedemeyer

unread,
Jan 27, 2002, 11:14:50 AM1/27/02
to
l.so...@telebel.de schrieb:

> genau das ist auch meine Meinung. Eine Dienstanweisung diesbezüglich wird
> niemals eine Einstellung zu der Sache ändern, wenn sie einmal so in den
> Köpfen und der Gewohnheit nach drin ist!

Und wenn die Dienstanweisung ein Warnschuss ist ? Denn dann kann man mit
Hinweis auf die Anweisung Kollegen abmahnen und auf Dauer feuern, bei
denen das in Koepfen und Gewohnheit drin ist.

> Eine solche selbstverständlichkeit
> muss doch konsequenter Weise von den Leuten selbst aus kommen!

Und wenn es nicht kommt, ist man nicht geeignet und der Arbeitgeber muss
rausschmeissen ... nur weil etwas von alleine kommen sollte, kann man es
nicht ignorieren, wenn es nicht von alleine kommt, sondern muss dann zu
solch etwas peinlichen Massnahmen greifen. Sonst wird es niemals besser
werden.

Gruesse,
Markus

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 27, 2002, 11:41:25 AM1/27/02
to
Hi,

"Matthias Koehler" <matz...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:B879A166.13AA4%matz...@gmx.de...

> > Ausserdem tranportieren wir _Menschen_ und keine Kartoffelkisten
und da
> > gebietet es alleine schon der Anstand, daß man im "qualifizierten
> > Krankentransport" sich auch qualifiziert verhält und
selbstverständlich
> > gehört dazu, den Patienten "hinten" zu begleiten.
>
> Ich stimme natürlich voll zu, aber habe trotzdem jetzt mal ehrlich
eine
> Verständnisfrage. Es ist mir hier schon öfter aufgefallen, dass nicht
nur
> von Rettungseinsätzen, sondern auch von Krankentransporten gesprochen
wird.
> Bei uns in Berlin sind das zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Der
> Rettungsdienst gehört zur Berliner Feuerwehr.

> Aber nun zum Bereich der geplanten Krankentransporte, welche hier mit


"Frau
> Brömmelskamp muss zum Augenarzt" bezeichnet werden. Dabei handelt es
sich ja
> praktisch um Taxi-Fahrten, welche aber nicht in einer Taxe, sondern
einem
> KTW durchgeführt werden, weil die Leute ja vielleicht eine Trage oder
einen
> Stuhl brauchen. Diese geplanten Fahrten werden in Berlin von einer
Reihe von
> privaten Krankentransport-Unternehmen durchgeführt.

> Aber zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Ist es in anderen


Bundesländern
> so, dass dieselben Leute mit denselben Fahrzeugen, die Primäreinsätze
> fahren, damit auch geplante Krankentransporte fahren? Und warum?

Es gibt unterschiedliche "Modelle", die in verschiedenen Bundesländern
bzw. Rettungsdienstbereichen angewendet werden.

- MZF (Mehrzweckfahrzeug) Strategie:
Es gibt - ausgenommen für weite ("Fern-")fahrten und Spezialtransporte
(Intensiv etc.) - keine unterschiedlichen Fahrzeugtypen. Notfallrettung
UND Krankentransporte werden mit einem sog. "Mehrzweckfahrzeug"
durchgeführt, das ansich ein RTW ist (und auch so besetzt wird). Für
Krankentransporte haben diese Fahrzeuge i.d.R. noch einen "richtigen"
(kein so´n Klapp-Teil) Tragestuhl an Bord, ggf. sind manche med. Geräte
durch Rolläden etc. verdeckt, damit dfas Fahrzeug innen "freundlicher"
aussieht. Für Fernverlegungen und Auslandsrückholung stehen ggf.
zusätzlich spezielle Fahrzeugtypen (z.B. "Hoch-Lang" oder komfortabel
(Klimaanalge, Video/Radio, Minibar etc.) ausgestattete T4 etc. zur
Verfügung.
Vorteil: zu jedem Krankentransport kommt ein "RTW" mit entsprechender
Ausrüstung und Besatzung, jeder "KTW" kann uneingeschränkt als RTW
verwendet werden.
Nachteil: MZF´s sind teuerer (auch Personal!) als reine KTW, viele
anfallende Krankentrnasporte verringern die Zahl der verfügbaren RTW,
der Innenraum ist nur ein Kompromiss (Platzbedarf Stuhl etc.), für
Patienten sind RTW i.d.R unkomfortabler als KTW.

- RTW/KTW-Trennung
Für Notfallrettung und Krankentransport gibt es unterschiedliche
Fahrzeuge (eben RTW und KTW). Betrieben werden diese je nach Land/Kreis
komplett von einer (Berufs-)Feuerwehr oder gemischt von
Hilfsorganisationen (DRK, ASB usw.), privaten Firmen und ggf. der BF.
Nachteil gegenüber der MZF-Strategie ist, daß die Zahl der KTW begrenzt
ist. HIER kommt es dann schon mal vor, daß ein Krankentransport durch
einen "herumstehenden" RTW durchgeführt werden muss. (und das ist dann
eben auch mal "Oma Bröselkamp zum Augenarzt" - in einem 90.000EUR
teurem Rettungsmittel mit High-Tech usw.) Besonders in weniger dicht
besiedelten Gebieten "auf dem Land" kommt es häufig vor, daß RTW auch
einfache Krankentransporte fahren, wenn kein KTW mehr zur Verfügung
steht, umgekehrt muss auch mal ein KTW vorab aushelfen, wenn kein RTW
mehr greifbar ist.
Vorteil ist der Preis. Weit überwiegend werden Krankentransporte mit
deutlich preiswerteren Fahrzeugen (und Personal) durchgeführt. Auch
sind die Fahrzeuge für ihren Zweck entsprechend optimiert (Platz,
Fahrwerk, Ausrüstung)

In beiden Systemen gibt es paralell zudem oft noch
Organisationen/Firmen, die sich dem reinen Krankentransport widmen und
nicht an der Notfallrettung teilnehmen (so wie bei dir in Berlin) oder
die Beteiligung an Notfallrettung (öff. Rettungsdienst) strikt vom
Krankentransport (priv.-wirtschaftliches Unternehmen) trennen (z.B.
hier in München).

Jens Thyssen

unread,
Jan 27, 2002, 12:04:19 PM1/27/02
to

"Lars Sommer" <l.so...@telebel.de>

> [Pat. alleine lassen]
> Wie verhaltet Ihr Euch?
Keine Frage. Wenn ein qualifizierter KTP angefordert ist
(und ich einen qualifizierten KTP bei der Kasse abrechnen
möchte,) dann führe ich auch einen qualifizierten KTP durch.
Mit Patientenbtreuung zu jeder(!) Zeit.

> Gibt es eine Möglichkeit diese
> Dienstanweisung zu entkräften?

Ich hoffe, im Sinne des Patienten, dass es die nicht gibt.

> Danke für Eure Statements
Bitte schön. Auch wenn Dir mein Statement wahrschein-
lich nicht gefällt.

Gruß aus München...
...der JENS.

--
Virenprüfung durch Norton AntiVirus 2002


Erich Kirchmayer

unread,
Jan 27, 2002, 12:10:12 PM1/27/02
to
Hi,

"Matthias Koehler" <matz...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:B879A166.13AA4%matz...@gmx.de...

> Stuhl brauchen. Diese geplanten Fahrten werden in Berlin von einer

Dennoch entsteht IMHO solchen Unternehmen ein wirtschaftlicher
Nachteil, wenn Krankentransporte auch von anderen Anbietern
durchgeführt werden, die noch ein Blaulicht behalten dürfen (z.B.
Hilfsorganisationen - durch ihre Einbindung in den Kat-Schutz). Warum?
Nun, zu einem Krankenwagen "gehört" nunmal auch ein Blaulicht. Hat er
das nicht, ist´s nicht mehr als ein Taxi mit Liegemöglichkeit. Keine
Chance, in einem sowieso sehr seltenen Fall schneller vorwärts zu
kommen. Als beauftragender Arzt würde ICH schon darauf achten, daß
meine Patienten im unerwartetem Notfall dann auch mal _schnell_ eine
Klinik erreichen können. Somit würde ich Anbieter mit
Sondersignalanlage auf´m Dach bevorzugen.

Ganz abgesehen davon: Wenn die o.g. Unternehmen das Blaulicht angeblich
sowieso nicht brauchen/benutzen, warum lässt man es ihnen dann nicht?
Sind zwei blaue Lampen auf dem Dach denn wirklich der Weltuntergang?
Bei missbräuclicher Verwendung der Sondersignale lassen sich im
Einzelfall problemlos die entsprechenden Genehmigungen diesem einen
Unternehmer entziehen bzw. entsprechende Strafen/Bussgelder verhängen -
so what? Oder will man finanziell lukrative Krankentransporte nun auch
in den Aufgabenbereich der BF Berlin integrieren - denn DIE haben ihre
Blaulichter ja und wegnehmen wird diese ihnen auch niemand. Immerhin
gibt es Gegenden, in denen die BF ganz selbstverständlich mit eigenen
KTW auch Krankentransporte durchführt und auch darüber Personalstellen
usw. finanziert (es "soll ja schon vorgekommen sein", daß Personal für
reine FW-Dinge paralell dazu noch "kranke Leute fahren" und bei Bedarf
eben dann ein Lösch-Auto besteigen - und böse Zungen reden davon, daß
damit dann Löschzugpersonal von den Krankenkassen finanziert wird.....)


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

Es gibt Mediziner - und Chirurgen.....

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste

Message has been deleted

Markus Wedemeyer

unread,
Jan 27, 2002, 1:51:51 PM1/27/02
to
matz...@gmx.de schrieb:

> Ich stimme natürlich voll zu, aber habe trotzdem jetzt mal ehrlich eine
> Verständnisfrage. Es ist mir hier schon öfter aufgefallen, dass nicht nur
> von Rettungseinsätzen, sondern auch von Krankentransporten gesprochen wird.
> Bei uns in Berlin sind das zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. [...]

Rettungsdienst ist in der Definition vieler Gegenden Deutschlands
Notfallrettung zzgl. qualifiziertem Krankentransport. Grund ist, dass man
fuer beides medizinisches Personal benoetigt.

In laendlichen Gegenden und einigen Staedten hat sich daher auch die
Variante durchgesetzt, dass es nur noch RTWs gibt, die als Mehrzweck-
fahrzeuge eingesetzt werden, also fuer KTs und Notfaelle gleichmassen
eingesetzt werden.

Gruende liegen u.a. in Effizient und Zugriffszeiten. In vielen
laendlichen Bereichen ist die parallele Stationierung eines RTWs und
eines KTWs wegen zu niedrigem Einsatzaufkommen nicht finanzierbar. Wenn
man nun nur einen RTW stationiert, der beide Einsatzformen faehrt,
arbeitet man wesentlich effizienter, ohne die Einsatzbereitschaft eines
RTWs ueber Gebuehr zu belasten.

> [...]


> Aber nun zum Bereich der geplanten Krankentransporte, welche hier mit "Frau
> Brömmelskamp muss zum Augenarzt" bezeichnet werden. Dabei handelt es sich ja
> praktisch um Taxi-Fahrten, welche aber nicht in einer Taxe, sondern einem
> KTW durchgeführt werden, weil die Leute ja vielleicht eine Trage oder einen
> Stuhl brauchen.

Ich persoenliche halte eine derartige Betrachtung von Krankentransport
fuer nicht ungefaehrlich. Vielmehr sollte zwischen dem qualifizierten und
dem nicht-qualifizierten Krankentransport unterschieden werden. Der
qualifizierte Krankentransport ist weit mehr als ein Liegendtaxi.

Vielmehr wird IIRC jeder 10 % qualifizierte Krankentransport zu einem
Notfall. Die Idee, dass man KTWs, weil sie ja nur KTWs sind, die
Ausruestung als Rettungsmittel (z.B. Blaulicht und Sirene) nimmt, ist
sehr gefaehrlich. Denn im Falle eines Falles kann man fuer jedes
Rettungsmittel dankbar sein, vollkommen egal, ob RTW, KTW oder ein Wagen
nach den Euro-Normen ...

Gruesse,
Markus

Matthias Koehler

unread,
Jan 27, 2002, 2:19:49 PM1/27/02
to

> Vielmehr wird IIRC jeder 10 % qualifizierte Krankentransport zu einem
> Notfall. Die Idee, dass man KTWs, weil sie ja nur KTWs sind, die
> Ausruestung als Rettungsmittel (z.B. Blaulicht und Sirene) nimmt, ist
> sehr gefaehrlich. Denn im Falle eines Falles kann man fuer jedes
> Rettungsmittel dankbar sein, vollkommen egal, ob RTW, KTW oder ein Wagen
> nach den Euro-Normen ...

Ja, das sehe ich auch so. Aber als es hier in Berlin vor einigen Monaten
eine große Demonstration von privaten Krankentransportfirmen gab, weil ihnen
das SoSi weggenommen werden soll, da wurde so argumentiert, dass damit die
wirtschaftliche Basis entzogen wird.
Erich hat es schon geschrieben: Dies wäre aber nur dann der Fall, wenn ein
Auftraggeber künftig die Wahl hätte zwischen Firmen "mit" und Firmen "ohne".
Aber wenn keiner mehr eins hat, dann ist die Gleichheit ja wieder
hergestellt.
Trotzdem bin ich natürlich dafür, den Firmen ihre Lampen zu lassen, weil es
ja darum geht, wie Du schon ganz richtig geschrieben hast, im Notfall doch
einen Zahn zuzulegen. Und bei einer Klientel, die praktisch zu 95 Prozent
aus alten und kranken Menschen besteht, ist dieser Gedanke ja auch nicht
abwegig. Nur darf man eben keine wirtschaftliche Begründung anführen,
sondern es darf nur der Aspekt "schnelle Rettung" zählen.

Matthias

P.S.: Abgesehen davon können solche Firmen sicher auch bei den zum Glück
sehr seltenen Großschadensereignissen gute Unterstützung leisten.


Holger Knecht

unread,
Jan 27, 2002, 2:20:32 PM1/27/02
to
Hallo Alexander,

Alexander Lelie wrote:
> Wirft ja wieder ein klasse Bild auf die Feuerwehr - und bestätigt meine Meinung:
> die sollten ihre Feuerchen löschen, technische Hilfestellung leisten - und nicht
> den RD managen. Leben retten sollten eben die tun, die sich damit auskennen. :-))

Einspruch. :-) Was hat denn die Organisation damit zu tun? Bei der BF
sind genauso Rettungsassistenten beschäftigt. Rettungsassistent ist
Rettungsassistent, egal ob bei einer Hilfsorganisation oder der
Berufsfeuerwehr.

> Ok, ok, bevor mich hier alle Steinigen: auch hier gilt, Ausnahmen bestätigen die Regel... ;-)

Auf Steinigungen habe ich keinen Einfluss. Bin aber nicht der erste, der
wirft .. :-)

Gruss
Holger

Roland Ritter

unread,
Jan 27, 2002, 5:49:38 PM1/27/02
to
Hallo,
als einer der eigentlich immer beim Pat. sitzt, frage ich mich nur so
angelegentlich, wenn ich einen sitzenden Patienten in dem Hasenkasten
genannt Hoch-lang habe, wie da eine vernünftige Betreuung aussehen soll??

Die Dienstanweisung eigentlich für richtig halte, aber nur so leise
frage, ob denn die Fahrzeugausstattung nicht auch so sein sollte, daß
sie eine Patientenbetreuung, die den Namen auch verdient, zuläßt.

So vor sich hindenkt
Roland

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 27, 2002, 6:30:15 PM1/27/02
to
Hi,

"Matthias Koehler" <matz...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag

news:B87A1165.13DE1%matz...@gmx.de...


> Erich hat es schon geschrieben: Dies wäre aber nur dann der Fall,
wenn ein
> Auftraggeber künftig die Wahl hätte zwischen Firmen "mit" und Firmen
"ohne".
> Aber wenn keiner mehr eins hat, dann ist die Gleichheit ja wieder
> hergestellt.

WENN es dann so ist. Wird es vermutlich aber nicht werden, da sich am
Krankentransport i.d.R. auch Organisationen beteiligen, die "ganz
natürlich" ein Blaulicht haben (z.B. Feuerwehr oder HiOrg´s, die KTW´s
als Teil der Kat-S-Vorhaltung betreiben etc.)

Zudem besteht die Gefahr, daß einige Transporte dann an verfügbare
Rettungswägen der Notfallrettung vergegeben werden (die sind ja immer
"mit") und diese Verteuerung kann nicht Sinn einer Gesetzgebung sein.

Es gibt z.B. auch Unternehmen, die sich als Teil ihres Geschäftes auf
hochqualifizierten Krankentransport konzentrieren und dazu Fahrzeuge
nach Bauart und Ausrüstung gem. EN 1789 "Ambulance Typ C" einsetzen.
Die Ausrüstung dieser Spezialfahrzeuge übertrifft die der "gängigen"
RTW um Längen oder ist zumindest gleichwertig. Die Besatzung besteht
aus RA, Krankenpflegern mit Zusatzausbildungen
(Intensiv-/OP-/Anästhesie-Pfleger) und ggf. sogar begleitenden
Intensivmedizinern. Zwar sehen einige Landesrettungsdienstgesetze vor,
daß sog. "Intensivverlegungen" zum (öff.) Rettungsdienst zuzuordnen
sind, es gibt aber auch Möglichkeiten ("Lücken") im Gesetz (wenn z.B.
die Verlegung zwar umfangreicher Spezialgeräte
(Intensiv-Beamtungsgerät, invasives Monitoring etc.) bedarf, aber nicht
zeitkritisch abzuwickeln ist). Per Gesetz läuft sowas dann auch als
"normaler KTW" bzw. "Krankentransport" - ist aber Lichtjahre von "Oma
Bröselkamp´s Augenarztfahrt" entfernt..... Sondersignalanalgen sind bei
solchen Fahrten oft schon zwingend notwendig um _überhaupt_ eine Chance
in diesem spezialisiertem Markt zu haben.

> Trotzdem bin ich natürlich dafür, den Firmen ihre Lampen zu lassen,
weil es
> ja darum geht, wie Du schon ganz richtig geschrieben hast, im Notfall
doch
> einen Zahn zuzulegen. Und bei einer Klientel, die praktisch zu 95
Prozent
> aus alten und kranken Menschen besteht, ist dieser Gedanke ja auch
nicht
> abwegig. Nur darf man eben keine wirtschaftliche Begründung anführen,
> sondern es darf nur der Aspekt "schnelle Rettung" zählen.

Nur lässt sich "schnelle Rettung" sehr schnell mit nackten Zahlen
erschlagen bzw. Argumenten wie "dann bleiben sie stehen und rufen sie
den Rettungsdienst" abwehren - und dahinter stecken dann doch rein
marktwirtschaftliche Interessen irgendwelcher Lobbyisten.

Ich glaube nicht, daß ein Unternehmer tausende Euro für
Sondersignal-Hardware in seinem Fuhrpark ausgibt, die dann nur seinem
persönlichen Ego dient......

> P.S.: Abgesehen davon können solche Firmen sicher auch bei den zum
Glück
> sehr seltenen Großschadensereignissen gute Unterstützung leisten.

Sicher - solange sie aber in offiziellen Kat-S-Plänen nicht eingebunden
sind "gibt" es sie offiziell bei solchen Fällen auch nicht.

--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

"Jetzt wird´s mal kurz hell im Hals!"

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste

Jörg Fritzsche

unread,
Jan 27, 2002, 6:56:08 PM1/27/02
to

"Roland Ritter" <ALS...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3C548402...@t-online.de...

Ist denn der Hoch-Lang wirklich noch so verbreitet?
Sprinter oder T4 sollten sich doch durchgesetzt haben oder?

MfG,
Jörg


Lars Sommer

unread,
Jan 28, 2002, 1:25:27 AM1/28/02
to

"Andreas Weber" <www...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3C53E004...@web.de...
Hi Andy,

um es nochmals klar zu stellen. Ich fühle mich von dieser Dienstanweisung
nicht so angesprochen, da ich seither immer meine Patienten betreue!
Ausnahmen waren bisher halt der ausdrückliche Wunsch des sitzenden
Patienten, oder Angehörige bzw. begleitendes Pflegepersonal, wenn der
Patient "gesund" (keine akute Erkankung) ist.
Viele meiner Kollegen haben in dem Bezug die gleiche Meinung wie ich, einige
aber eben nicht! Gott sei dank ist bisher (noch) nichts passiert. Es gab
halt Protest von den sog. "Rettern". Ich selbst bin LRA und ständig bemüht
meinen Kollegen die Lage zu erklären, mit allen guten Gründen, die auch in
dieser NG schon genannt wurden. Leider stosse ich hier nicht oft auf
Verständnis.
Das Hauptproblem ist aber, dass durch diese Dienstanweisung viele Kollegen
schon geäussert haben - jetzt erst recht nicht mehr- etc.! Das das dumm ist,
brauchen wir bitte hier nicht nochmals diskutieren. Mein Wunsch ist es eher
die Dienstanweisung wieder verschwinden zu lassen und durch ausgeprägte
Schulungen und Fortbildungen, die Minderheit in unserer RD-Struktur zu
überzeugen. Kündigen kann man diese Spezies auch ohne besondere
Dienstanweisung!

Gruß, Lars


Anton Strasser

unread,
Jan 28, 2002, 4:06:07 AM1/28/02
to
Lars Sommer schrieb:
>
> Wer weiß denn wie es in anderen Ländern mit vergleichbarem Rettungswesen
> ausieht?

Wie es bei uns (Österreich) gesetzlich aussieht, kann ich dir nicht
sagen, nur aus der Praxis unserer Dienststelle berichten.
Bei uns ist es natürlich selbstverständlich, dass auch bei
Krankentransporten ein Sanitäter beim Patienten sitzt. Und auch bei
anderen Dienststellen in meiner Umgebung wird das meines Wissens nach so
gehandhabt.

Grüsse
Toni

Lars Sommer

unread,
Jan 28, 2002, 7:06:51 AM1/28/02
to
Ich kenne da auch noch ein paar erschreckende Beispiele! Gott sei Dank nicht
aus den eigenen Reihen!

Gruß, Lars

"Gerald Aller" <G.A...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a336it.3...@news.familie-aller.de...
> Joerg Szepan:
>
> [...]


>
> >Kann ich irgendwie kaum glauben.
>

> Glaub' es mir, ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Ist allerdings schon
> ein paar Jährchen her.
>
> Gerald


Rolf Eike Beer

unread,
Jan 28, 2002, 7:13:37 AM1/28/02
to
Von Lars Sommer :

> Ich kenne da auch noch ein paar erschreckende Beispiele! Gott sei Dank
> nicht aus den eigenen Reihen!

[TOFU]

Dies ist eindeutig ein solches. Lies bitte http://learn.to/quote

Danke

Eike

Da OT F'UP2me
--
Es wäre schon wünschenswert, wenn die DAUs das Stück toten Baum, was
mit der Suse mitkommt, nutzen würden. Entweder zum Lesen, oder um sich
damit so lange auf den Schädel zu hauen, bis die Kollegen vom RD
anrücken müssen. Hauke Heidtmann in feuerwehrmann.talk

Thomas Hochstein

unread,
Jan 28, 2002, 7:30:31 AM1/28/02
to
Anton Strasser <anton.s...@gmx.at> scripsit/wrote:

> Wie es bei uns (Österreich) gesetzlich aussieht, kann ich dir nicht
> sagen, nur aus der Praxis unserer Dienststelle berichten.
> Bei uns ist es natürlich selbstverständlich, dass auch bei
> Krankentransporten ein Sanitäter beim Patienten sitzt. Und auch bei
> anderen Dienststellen in meiner Umgebung wird das meines Wissens nach so
> gehandhabt.

Ich habe auch noch nie etwas anderes gesehen oder gehört.

-thh
--
Thomas Hochstein * t...@mail.th-h.de * http://www.th-h.de/
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. - RV Weinstraße * http://www.juh-nw.de/

JUHMAIL: Infos für und rund um die Johanniter * http://www.juhmail.de/

Thomas Hochstein

unread,
Jan 28, 2002, 7:14:43 AM1/28/02
to
"Erich Kirchmayer" <E_Kirc...@hotmail.com> scripsit/wrote:

> Ganz abgesehen davon: Wenn die o.g. Unternehmen das Blaulicht angeblich
> sowieso nicht brauchen/benutzen, warum lässt man es ihnen dann nicht?

Mißbrauchsgefahr. Sehr reale solche. Jeder konnte sich ein Fahrzeug,
das die formalen Voraussetzungen erfüllte, als "Krankenkraftwagen"
zulassen und damit dann auch Blaulicht und Horn bekommen - egal zu
welchem Zweck. Daher hat man die StVZO vor einiger Zeit geändert, so
daß jetzt nur noch "Krankenkraftwagen des Rettungsdienstes (!)" mit
Sondersignalanlagen ausgestattet werden dürfen.

Das macht IMNSHO auch Sinn. Das Taxi, das Krankenfahrten wahrnimmt,
hat auch kein Blaulicht, Ärzte sowieso nicht (auch nicht im Notdienst)
- wozu also eine weitere Inflation?

Das nächste Schlupfloch hat man dann gestopft, indem auch Fahrzeuge
des Blutspendedienstes nicht mehr mit Sondersignanlagen ausgestattet
werden dürfen.

> Sind zwei blaue Lampen auf dem Dach denn wirklich der Weltuntergang?

Wenn sie im Übermaß vorkommen: ja. Gewöhnungseffekt.

Und ansonsten gilt hier dasselbe wie immer - wenn Mißbrauch auftritt,
führt er zu strikteren Regelungen.

> Bei missbräuclicher Verwendung der Sondersignale lassen sich im
> Einzelfall problemlos die entsprechenden Genehmigungen diesem einen
> Unternehmer entziehen bzw. entsprechende Strafen/Bussgelder verhängen -
> so what?

Wie soll das gehen? Wenn ein KTW/RTW/... Blaulicht haben darf, egal
wem er gehört, dann darf er Blaulicht haben. Wenn man dieses Blaulicht
nunmehr an die Funktion des Fahrzeuges koppeln will, hat man den Fall
wie jetzt.

Thomas Auer

unread,
Jan 28, 2002, 2:43:44 PM1/28/02
to
Zum Nachdenken

Der stille Schrei

Die alte Dame liegt ruhig, Der Mund ist geöffnet wie zu einem Schrei.
Vielleicht möchte sie schreien, aber die Kräfte verlassen sie. Die leeren,
eingefallenen Augen starren an die Decke des Krankenwagens, Sie Iiegt auf
der Trage und wartet. Auf den Tod? Vielleicht fürchtet sie sich! Vielleicht
möchte sie in ihren letzten Stunden eine Hand halten!

Der Krankenwagen fahrt weiter durch die Nacht. Die Begleitperson im
Krankenraum nimm keine Notiz von der alten Dame. Er hört noch vorn - der
Funkverkehr sagt etwas von einem Verkehrsunfall - interessant nicht wahr?

Sterbende Leute von A noch B zu fahren - unnotwendig. Wer bestimmt aber was
ist notwendig? Der stille Schrei der alten Dame dringt nicht ans Ohr des
Rettungssanitäters im Krankenraum. Ach ja, der Funkverkehr, der VU und jetzt
rückt der Notarzt aus und gar die Feuerwehr - ist wohl jemand eingeklemmt!

Die Sterbenden - sie können nicht mit einem Megaphon sich Gehör verschaffen.
Sie können nicht streiken, sich nicht beschweren oder gar an die Presse
schreiben, sie liegen nur da - einfach so.

Ruhig ist es im Funk. Der Rettungssanitäter wendet endlich seinen Blick zu
der alten Dame, Sie hat aufgehört zu atmen. Sie ging allein über die
Schwelle des Todes. Alles was sie noch wollte, war eine Hand zu halten, Es
ist zu spät - man hat den stillen Schrei überhört, die tastenden Finger
übersehen.
Der stille Schrei der alten Dame ist verklungen!

Norbert Ziegeler, Oslo


Erich Kirchmayer

unread,
Jan 28, 2002, 6:38:15 PM1/28/02
to
Hi,

"Roland Ritter" <ALS...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3C548402...@t-online.de...

> als einer der eigentlich immer beim Pat. sitzt, frage ich mich nur so


> angelegentlich, wenn ich einen sitzenden Patienten in dem Hasenkasten
> genannt Hoch-lang habe, wie da eine vernünftige Betreuung aussehen
soll??

Kommt auf den Ausbau an (Hoch-Lang werden in manchen Ländern
erfolgreich in der Notfallrettung eingesetzt!!). In unseren alten
Hoch-Lang (Miesen-Ausbau, kein Tragestuhl) konnte man wirklich
"retten", wenn man sich die Kiste ordentlich und ergonomisch eingeräumt
hat und nicht gerade grösser als 1,80m war.

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 28, 2002, 6:46:45 PM1/28/02
to
Hi,

"Jörg Fritzsche" <joerg.f...@uni-bochum.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a3242o$fpk$02$1...@news.t-online.com...

> Ist denn der Hoch-Lang wirklich noch so verbreitet?
> Sprinter oder T4 sollten sich doch durchgesetzt haben oder?

Hoch-Lang SIND noch verbreitet - aber vorzugsweise im Ferntransport.
Hier gibt es einfach noch kein komfortableres Fahrzeug. Sprinter "kurz"
sind Holperkisten ohne Ende - ein Lieferwagen und somit eine reine
Zumutung für die Patienten! T4 sind o.k. - aber IMHO ist deren
technische Standfestigkeit noch nicht das, was man von einem KTW
(Jahres-km-Leistung 80.000-100.000km) erwartet. (wir hatten schon
Hoch-Lang, die nach über 300.000km reparaturlos und ehrenvoll in Rente
gingen und VW T4, die "noch feucht hinter den Ohren" mit nur 80.000km
schon den ersten neuen Motor brauchten....)

--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

Es gibt Mediziner - und Chirurgen.....

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste

Lars Sommer

unread,
Jan 29, 2002, 1:25:23 AM1/29/02
to
Hi Thomas,

sehr eindrucksvoll was Norbert Ziegeler da geschrieben hat. Ich werde es mal
ablichten, und direkt unter die Dienstanweisung hängen! Bin mal auf die
Reaktionen gespannt!
Danke & Gruß, Lars

"Thomas Auer" <t-a...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a349lh$2f2$05$1...@news.t-online.com...

Norbert Domhöfer

unread,
Jan 29, 2002, 3:08:49 AM1/29/02
to
Tja, warum willst Du denn die Frau "Brömmelskamp" alleine hinten sitzen
lassen?
In einem Beruf, bei dem es unter anderem darum geht, mit Menschen umzugehen,
so habe ich das jedenfalls verstanden, kann es doch kein größerers Problem
darstellen, eben genau dieses zu tun - oder?

Schade ist eigentlich nur, dass es eine solche Dienstanweisung überhaupt
geben musste!

--
---
Top100 für RD ... http://www.rd-kolleg.de/toplink/in.php3?site=1009391341


Ingo zum Felde

unread,
Jan 29, 2002, 4:28:32 AM1/29/02
to

Matthias Koehler schrieb:

> P.S.: Abgesehen davon können solche Firmen sicher auch bei den zum Glück
> sehr seltenen Großschadensereignissen gute Unterstützung leisten.

Nein. Normale RTW/KTW gibt es bei Großschadenslagen genug. Diese sind selbst auf
dem Land schnell zusammengezogen. Natürlich fehlt es dann an der Vorhaltung an
anderer Stelle und hier müssen dann andere RTW nachrücken.
Fahrzeuge ohne BOS Funk nützen hier also überhaupt nichts. RA/RS/RH die _nur_ im
qula. Krankentransport tätig sind nützen mir hier mangels Notfallerfahrung auch
nichts.

Gruß
Ingo


Matthias Koehler

unread,
Jan 29, 2002, 4:54:39 AM1/29/02
to

Lass mal. Spätestens dann, wenn es um einen Flugzeugabsturz oder ein
größeres Eisenbahnunglück mit 100 oder 200 Verletzten geht, dann nimmst Du
auch einen Bollerwagen zum Transport...

Matthias


Markus Machner

unread,
Jan 29, 2002, 5:07:39 AM1/29/02
to
Ingo zum Felde schrieb:

Sehe ich anders. Wie besetzt Du Deine Verletzenablagen/Vebandsplätze? Da
ist jeder recht, der eine quasimedizinische Ausbildung hat. Mit
Notfallrettung haben diese ja nichts mehr zu tun.

Gruß,
Markus
--
jagut,
'pruegeln' hoehrt sich etwas unsensibel an....
(HeKo in f.a-u-w)

Ingo zum Felde

unread,
Jan 29, 2002, 5:18:57 AM1/29/02
to

Markus Machner schrieb:

>
> Sehe ich anders. Wie besetzt Du Deine Verletzenablagen/Vebandsplätze? Da
> ist jeder recht, der eine quasimedizinische Ausbildung hat. Mit
> Notfallrettung haben diese ja nichts mehr zu tun.

Für das Arbeiten an einem Verbandplatz muss man:
* den Aufbau und Ablauf kennen
* Triagestufen kennen
* den Aufbau können
* Registrierung können
dies können auch SanH aber (zumindest bei uns) nicht unbedingt das Personal des RD
* Patientenbeobachtung
* Patientenversorgung
hier wird es schon schwieriger, da hier NA/RA/RS gefragt sind die eben nicht nur einen
Patienten gleichzeitig versorgen können. Dies kann man von einem Mitarbeiter in der
Krankenbeförderung auch nicht erwarten.

Ansonsten gehört die Versorgung auf Verletzenablage/Vebandsplätz natürlich auch zur
Notfallrettung.


Natürlich können Mitarbeiter der Krankenbeeförderung auch bei MANV helfen, nur kann
man dies nicht voraussetzen.

Gruß
Ingo

Jörg Fritzsche

unread,
Jan 29, 2002, 7:09:36 AM1/29/02
to

"Erich Kirchmayer" <E_Kirc...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:a34nu3$k7v$03$1...@news.t-online.com...

> Hi,
>
> "Jörg Fritzsche" <joerg.f...@uni-bochum.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:a3242o$fpk$02$1...@news.t-online.com...
>
> > Ist denn der Hoch-Lang wirklich noch so verbreitet?
> > Sprinter oder T4 sollten sich doch durchgesetzt haben oder?
>
> Hoch-Lang SIND noch verbreitet - aber vorzugsweise im Ferntransport.
> Hier gibt es einfach noch kein komfortableres Fahrzeug. Sprinter "kurz"
> sind Holperkisten ohne Ende - ein Lieferwagen und somit eine reine
> Zumutung für die Patienten.

[snip]

Was die Federung angeht, gebe ich Dir Recht. Ansonsten ist ein Sprinter als
KTW von den Platzverhältnissen schon ganz ordentlich. In DO fahren fast nur
noch Sprinter als KTW (vereinzelt noch mal ein T4) und insgesamt denke ich,
ist man recht zufrieden.

MfG,
Jörg

Jens Dörscheln

unread,
Jan 29, 2002, 10:46:06 AM1/29/02
to
On Sun, 27 Jan 2002 00:27:39 +0100, "Erich Kirchmayer"
<E_Kirc...@hotmail.com> wrote:


>
>Ich empfinde auch nicht gerade eine grosse Freude darin, 8 Stunden
lang
>nur "AOK-Taxi" zu spielen, aber in den 8 Stunden einer Schicht gehört
>dies nunmal auch dazu - erst recht, wenn man KTW fährt. Also bemühe
ich
>mich, diese 8 Stunden meine Kunden (=Patienten) so optimal wie
möglich
>zu bedienen - auch wenn ich nach der Schicht ein lautes
>"Scheiss-Schicht" brüllen muss....... Die Leute können sich mich
nicht
>aussuchen und ich kann mir die Leute nicht aussuchen - warum sollte
ich
>also bestimmte Leute dadurch bestrafen, daß ICH mal schlecht gelaunt
>oder unausgeschlafen bin, sie mir nicht "zur Nase stehen" oder
>dergl.????
Du schreist das nach Deiner Schicht Erich, bei uns kommt das schon mal
vor, wenn es heisst fahrt mal da und da hin und holt die Oma soundso
(2.OG 120k) da freut man sich seiner Arbeit! Aber wie schon oft gesagt
Ausnahmen bestätigen die Regel: manche Omis und Opis erzählen einem
dann Geschichten, da könnte man garnicht mehr aufhören zu lachen und
da macht einem die arbeit wieder Spaß, trotz "Rentnerautodienst"
Gruß Jens


PS.: zum abreagieren ist immer noch der Funk da, wo man Schadenfroh
über den einen oder anderen Disponenten lächeln kann.!

>--
>Gruß
>
>Erich Kirchmayer

Jens Dörscheln

unread,
Jan 29, 2002, 10:46:10 AM1/29/02
to
On Sun, 27 Jan 2002 00:32:02 +0100, "Erich Kirchmayer"
<E_Kirc...@hotmail.com> wrote:

>
>und der "Trinkgeldfaktor" steigt _erfahrungsgemäss_ auch mit der
>dienstleistungsorientierten Betreuung des Patienten. (soll jetzt
nicht
>alleiniges Argument sein!!!!!)
>
>
Dem kann ich nur zustimmen!

Gruß Jens

Frank Draeger

unread,
Jan 29, 2002, 11:08:49 AM1/29/02
to
Flasch - man hat ein Formular dafür!

Christoph Brodesser wrote:

> Am Sun, 27 Jan 2002 12:43:00 +0100 schrieb "Jörg Fritzsche"
> <joerg.f...@uni-bochum.de> :
>
>>Naja.....der RD des MHD ist bundesweit nach ISO 9001 zertifiziert :-)
>
> ... was ja wohl nur bedeutet, dass man dann, wenn etwas "schiefläuft",
> weiß, warum.
> *BREITGRINS*
>
> mfg Christoph Brodesser

Frank Draeger

unread,
Jan 29, 2002, 11:24:23 AM1/29/02
to
Sicher sind Hoch-Langs beschissen aber bis vor kurzem ham wir hier bei uns
auch noch welche gehabt. Da muß man halt schonmal klettern um die
Kotzschale zu halten. Und bei einem Herz-KReislaufstillstand muß man halt
anhalten, die Trage auf die Straße ziehen und in aller öffentlichkeit
arbeiten. Aber wer im Hoch-lang vorne sitzt bekommt überhaupt nichtsmehr
mit, bes. Wenn der P auf der Trage ist.

Ansonsten finde ich dieses Thema sehr peinlich.

Es liegt vieleicht daran, das ich die kacke anziehe und in meiner
Vergangenheit im KTP 2x auf Entlassungsfahrten vom KH zum Altenheim
reanimieren muste.

Doch auch wenn man hinten sitzt (siehe der stille Schrei) bekommt man eben
nicht alles mit. KTW Einweisung ins KH -> Beifahrer hängt die ganze Zeit
mit seinem Kopf im Trennfenster um mit dem Faherer zu "reden". Als sie in
der Ambulanz ankamen war der Patient tot und keiner wusste wann oder warum.
Ist wirklich passiert, kein Witz.

Frank

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 29, 2002, 4:45:04 PM1/29/02
to
Hallo,

"Thomas Hochstein" <remove-...@usenet.th-h.de> schrieb im
Newsbeitrag news:den.0201281...@dragon.akallabeth.de...

> > Ganz abgesehen davon: Wenn die o.g. Unternehmen das Blaulicht
angeblich
> > sowieso nicht brauchen/benutzen, warum lässt man es ihnen dann
nicht?
>
> Mißbrauchsgefahr. Sehr reale solche. Jeder konnte sich ein Fahrzeug,
> das die formalen Voraussetzungen erfüllte, als "Krankenkraftwagen"
> zulassen und damit dann auch Blaulicht und Horn bekommen - egal zu
> welchem Zweck. Daher hat man die StVZO vor einiger Zeit geändert, so
> daß jetzt nur noch "Krankenkraftwagen des Rettungsdienstes (!)" mit
> Sondersignalanlagen ausgestattet werden dürfen.

Demnach dürfen Fahrzeuge ohne Zugehörigkeit zum "Rettungsdienst" also
nicht. Danke, sowas habe ich gesucht. Also geht es DOCH darum,
missliebige Privatanbieter zu behindern. Der "öffentliche" KTW darf
also (als Fahrzeug des RD), der Private (wenn er sich nicht in das öff.
System zwingen lassen will) nicht.

Und damit hat man genau die Situation, die ich schon beschrieben habe:
Auftraggeber werden durchaus auch nach dem Kriterium "hat der ein
Blaulicht oder nicht?" entscheiden und - wegen Vereinfachung der Sache
dann ggf. nur noch den "Öffentlichen" beauftragen. Der in manchen
RD-Gesetzen, von vielen Kostenträgern und der EU geforderte freie
Wettbewerb im Bereich Krankentransporte wird somit von Anfang an
behindert. (und darum wird ein "Blaulichtentzug" IMHO auch nicht so
einfach durchsetzbar sein)

>
> Das macht IMNSHO auch Sinn. Das Taxi, das Krankenfahrten wahrnimmt,
> hat auch kein Blaulicht,

Das "Taxi" ist i.d.R. auch nicht nach DIN/EN "Krankenwagen" bzw.
"Ambulance" ausgestattet und eher kaum nach LandesRDG besetzt - so
einfach ist das.

> Ärzte sowieso nicht (auch nicht im Notdienst)

Blos weil DIE nicht haben, den Anderen auch wegnehmen? (Abgesehen davon
gitb es ABD-Ärzte, die auf Grund "irgendwelcher Mauscheleien" mit
HiORG´s etc. (die stellen die Autos oder dergl.) mit SoSi-Fahrzeugen
fahren bzw. als Arzt in bestimmten Fällen durchaus die Berechtigung
dazu bekommen können.


> Das nächste Schlupfloch hat man dann gestopft, indem auch Fahrzeuge
> des Blutspendedienstes nicht mehr mit Sondersignanlagen ausgestattet
> werden dürfen.

Klar, darum fährt ja bei uns die BF mit Blau, wenn´s mal was Eiliges
dieser Art zum Transportieren gibt..... Ist doch auch schon wieder
geschickte Tarnung einer Marktbehinderung - wenn´s wirklich schnell
gehen soll, kassiert "der Öffentliche", denn der HAT ja Blaulicht....

> > Sind zwei blaue Lampen auf dem Dach denn wirklich der
Weltuntergang?
>
> Wenn sie im Übermaß vorkommen: ja. Gewöhnungseffekt.
> Und ansonsten gilt hier dasselbe wie immer - wenn Mißbrauch auftritt,
> führt er zu strikteren Regelungen.

...läst sich aber auch anders regeln!

> > Bei missbräuclicher Verwendung der Sondersignale lassen sich im
> > Einzelfall problemlos die entsprechenden Genehmigungen diesem einen
> > Unternehmer entziehen bzw. entsprechende Strafen/Bussgelder
verhängen -
> > so what?
>
> Wie soll das gehen? Wenn ein KTW/RTW/... Blaulicht haben darf, egal
> wem er gehört, dann darf er Blaulicht haben. Wenn man dieses
Blaulicht
> nunmehr an die Funktion des Fahrzeuges koppeln will, hat man den Fall
> wie jetzt.

Man braucht blos für alle Fahrzeuge des "Nicht-RD" Missbrauch von
Sondersignalen stärker bestrafen (die 20EUR sind ja lächerlich!).
Ratz-Fatz "Tatwaffe" eingezogen (SoSi-Anlage weg) + saftige Geldbusse
(Fahrer + Halter!!), im Wiederholungsfall Genehmigung für
Krankentransporte (ggf. nur für das "Tatwaffenfahrzeug") weg. Mit
"Unzuverlässigkeit des Unternehmers" wäre z.B. in Bayern die
Möglichkeit da, im Extremfall die ganzen KTW-Lizenzen dieses
Unternehmers zu "killen". DEN möchte ich sehen, der da noch "just for
Fun" oder "weil die Terminfahrt schon 15Min. überfällig ist" noch mit
Blaulicht fährt......

Ich hätte absolut nichts gegen schärfere Kontrollen und Bestimmungen
und/oder hohe Strafen. Entsprechende Kontrollmechanismen gibt es
(Fahrtenschreiber) bzw. wären technisch machbar (z.B. Voice-Recorder
mit Blaulichtschalter gekoppelt - wer sich z.B. lustig mit seinem
Beifahrer über das letzte Wochenende unterhält wird kaum erklären
können, warum ein Patient "mit blau" ins KH musste), auch
Einsatzprotokolle/Protokollbücher (wann, wer, von wo nach wo, warum mit
SoSi gefahren) könnte ich mir (im Nicht-RD!) vorstellen.

Aber wie schon angedeutet - ich glaube es geht weniger um die
Vermeidung von Missbrauch sondern eher darum, bestimmte Einrichtungen
zu protegieren und gegen "Konkurrenz" abzuschotten. WENN es um die
Vermeidung von Missbrauch ginge, dann müsste man im RD anfangen.
Solange RTW mit SoSi auf "Nasenbluten" fahren (=Anamnese/Meldebild und
somit Einsatzstichwort und dann auch tatsächliche (vor Ort) Diagnose
(Z.n. Nasenbohren)!!) brauchen wir wohl kaum über "Missbrauch"
reden..... (da ist das klassische Klischee "Mit SoSi zum Essen holen"
ja noch besser zu begründen .....)

Markus Wedemeyer

unread,
Jan 29, 2002, 4:45:19 PM1/29/02
to
remove-...@usenet.th-h.de schrieb:

> Daher hat man die StVZO vor einiger Zeit geändert, so
> daß jetzt nur noch "Krankenkraftwagen des Rettungsdienstes (!)" mit
> Sondersignalanlagen ausgestattet werden dürfen.

Auch private Krankentransportunternehmer unterhalten Krankenkraftwagen
des Rettungsdienstes, da dieser vielerorts als (qualifizierter)
Krankentransport plus Notfallrettung definiert wird, oder nicht ?

Gruesse,
Markus

Markus Wedemeyer

unread,
Jan 29, 2002, 4:45:20 PM1/29/02
to
zumf...@bbcom-hh.de schrieb:

> Matthias Koehler schrieb:
> > P.S.: Abgesehen davon können solche Firmen sicher auch bei den zum Glück
> > sehr seltenen Großschadensereignissen gute Unterstützung leisten.
>
> Nein. Normale RTW/KTW gibt es bei Großschadenslagen genug.

Schoen waere es ja ...

> Diese sind selbst auf dem Land schnell zusammengezogen.

Ich kenne Gegenden, in denen das genau nicht der Fall ist.

> Natürlich fehlt es dann an der Vorhaltung an
> anderer Stelle und hier müssen dann andere RTW nachrücken.
> Fahrzeuge ohne BOS Funk nützen hier also überhaupt nichts. RA/RS/RH die _nur_ im
> qula. Krankentransport tätig sind nützen mir hier mangels Notfallerfahrung auch
> nichts.

Genau wegen dieser - sorry - Arroganz von beruflicher Notfallrettern
anderen Kraeften gegenueber muessen immer wieder Leute dran glauben. Jede
Hilfe ist besser als keine und wenn es zu einem groesseren Unglueck
kommt, dann bin ich fuer jeden ehrenamtlichen SanH dankbar, der sich
meiner annimmt, weil die notfallerfahrende Berufsrettung ueberlastet
sind.

Gruesse,
Markus

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 29, 2002, 5:09:56 PM1/29/02
to
Hi,

"Jörg Fritzsche" <joerg.f...@uni-bochum.de> schrieb im Newsbeitrag

news:a363e0$93f$06$1...@news.t-online.com...

> > Hoch-Lang SIND noch verbreitet - aber vorzugsweise im
Ferntransport.
> > Hier gibt es einfach noch kein komfortableres Fahrzeug. Sprinter
"kurz"
> > sind Holperkisten ohne Ende - ein Lieferwagen und somit eine reine
> > Zumutung für die Patienten.
>

> Was die Federung angeht, gebe ich Dir Recht. Ansonsten ist ein


Sprinter als
> KTW von den Platzverhältnissen schon ganz ordentlich. In DO fahren
fast nur
> noch Sprinter als KTW (vereinzelt noch mal ein T4) und insgesamt
denke ich,
> ist man recht zufrieden.

Wir setzen Sprinter "kurz/flach", T4 "Hochdach" und Hoch-Lang ein. Den
besten Platz habe ich im T4, den besten Komfort im Hoch-Lang. Die
Sprinter "kurz/flach" sind in beiden Fällen meiner Meinung nach einfach
zum K.....! Technisch/betriebswirtschaftlich gewinnt allerdings der
Sprinter.....


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--
Schlaganfall - ein NOTFALL!!

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 29, 2002, 5:44:58 PM1/29/02
to
Hi,

"Jens Dörscheln" <j.doer...@rettungsdienst-mittelhessen.de> schrieb
im Newsbeitrag news:ttgd5u0a9fb2okp71...@4ax.com...

> >Ich empfinde auch nicht gerade eine grosse Freude darin, 8 Stunden
> lang
> >nur "AOK-Taxi" zu spielen, aber in den 8 Stunden einer Schicht
gehört
> >dies nunmal auch dazu - erst recht, wenn man KTW fährt. Also bemühe
> ich
> >mich, diese 8 Stunden meine Kunden (=Patienten) so optimal wie
> möglich
> >zu bedienen

> vor, wenn es heisst fahrt mal da und da hin und holt die Oma soundso


> (2.OG 120k) da freut man sich seiner Arbeit!

GRINS (wievfiel hät die Ferno noch gleich aus? (Rechnerei ON - sch..
passt doch noch)

> Aber wie schon oft gesagt
> Ausnahmen bestätigen die Regel: manche Omis und Opis erzählen einem
> dann Geschichten, da könnte man garnicht mehr aufhören zu lachen und
> da macht einem die arbeit wieder Spaß, trotz "Rentnerautodienst"

Allerdings. (Erlebnisse ON)

Ein Transport an den ich mich immer gerne erinnere war ein..... -
besser: Wir (KTW) fuhren einen älteren Herrn (gehfähig, vital o.k.) zur
Reha in eine Reha-Klinik. Mein Blick auf die fehlenden Arme des
Patienten war wohl zu deutlich und unaufgefordert erklärte seine Frau
(=Begleitperson im KTW) "das is aus´m Krieg". "Oh nein" dachte ich -
jetzt bekomme ich die nächsten Stunden nur noch "Damals-Geschichten" zu
hören. Denkste!!! Der Mann (und seine Frau) erzählten sehr wohl
Geschichten, auch von "damals im Krieg in Afrika", aber das Ganze war
so unheimlich interessant und spannend, daß ich fast traurig war, als
ich die beiden in der Ziel-Klinik "abgeben" musste. Die Verwundung im
Krieg, die - trotzdem - grosse Begeisterung für Afrika, die vielen
Reisen dorthin, das Leben im Beruf usw. - einfach wunderbar erzählt von
einem _sehr_ netten älterem Ehepaar. Hochachtung vor soviel
Lebenswillen und -Freude und dem riesigen Schatz an Erlebnissen!

Und dann war da noch Herr W. - ein bei manchen Leuten sehr unbeliebter
Dialyse-Dauerpatient. Rollstuhl - "sowas" im KTW - brrr! Herr W. war um
die 70, er machte einen körperlich noch garnicht mal sooo schlechten
Eindruck. Aber geistig - da war er "weg". Ständig am Schimpfen "Alles
Scheisse", ""ah, ihr Verbrecher" oder "wieder spät - ah, faules Pack"
usw. machten den Umgang mit ihm nicht gerade leicht. Dennoch er "hatte"
was. Eine normale Kommunikation war nicht möglich (s.o. - mehr kam von
ihm nicht) aber er hatte auch seinen speziellen Ritus. Er räumte immer
seine leeren Infusionsflaschen auf und WEHE, man wagte es, ihn mit
seinem Rollstuhl einfach am Glas-Abfallbehälter vorbeizuschieben! Mit
der Zeit fand ich fast, daß ich ein "Verhältnis" zu ihm aufbauen
konnte. Im Gegensatz zu den Berichten meiner Kollegen war er bei mir
immer recht "ruhig" - es tat mir schon ein wenig leid, als ich erfahren
habe, daß er gestorben ist.....

Und Herr "X" - auch ein Dauer-Dialysepatient (und somit schon mal von
Haus aus einer der Sorte "nicht DEN schon wieder"). Er gab immer ein
paar Mark Trinkgeld, wenn man ihn nach der Dialyse in den 2. Stock
hinaufgetragen hatte. Ansich sah er aber ganz fit aus und seine Frau
meinte auch "der lässt sich nur so hängen" Mein Kollege und ich
beschlossen, Herrn "X" ab sofort zu Fuss gehen zu lassen. Sehr wohl
anfangs mit Hilfe (dauerte länger als das Tragen, aber das war´s uns
wert!), dann ging er aber selbstständig und die Kollegen (denen wir das
erzählt hatten) machten auch mit. Eines Tages sprach uns der Arzt der
Dialysestation an, was wir denn die ganze Zeit mit Herrn "X so
anstellen - er sei merkbar vitaler und wieder lebensfroher geworden und
brauche weniger Hilfe! Naja, das Ende der Geschichte war dann, daß Herr
"X" garkeinen KTW mehr benötigte und seitdem mit dem Taxi(!) von der
Dialyse nach Hause fuhr. Ich bin heute noch stolz drauf, einem alten,
schwerkranken Herrn wieder Lebensmut und -Willen geschenkt zu haben!!

Krankentransport _kann_ schön sein - auch wenn so mancher Patient auf
den ersten Blick "nervt" - erleben kann man das aber nur, wenn man sich
um die Patienten auch kümmert und sie während der Fahrt betreut, sich
mit ihnen unterhaltet usw. Und auch für manche Patienten kann eine auch
kurze Fahrt eine willkommene Abwechslung sein - endlich jemand, der
zuhört, mit dem man reden kann - und nicht alleine zuhause, im
Altenheim oder dergl......


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

Es gibt Mediziner - und Chirurgen.....

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 29, 2002, 6:12:29 PM1/29/02
to
Hi,

"Frank Draeger" <fr...@draeger-koeln.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a36hh1$fnm$1...@news.netcologne.de...

> Sicher sind Hoch-Langs beschissen aber bis vor kurzem ham wir hier
bei uns
> auch noch welche gehabt. Da muß man halt schonmal klettern um die
> Kotzschale zu halten. Und bei einem Herz-KReislaufstillstand muß man
halt
> anhalten, die Trage auf die Straße ziehen und in aller öffentlichkeit
> arbeiten.

btw. - auch RTH?s müssen dazu landen......

Reine Ausbau-Sache!!! Wie schon gesagt - es "geht" alles auch im
Hoch-Lang.

Unser damaliger (als ich noch regelmässig nur KTW fuhr) Ausbau von
Miesen:

- Kein Tragestuhl (habe ich wg. entsprechender Ferno-Trage nie
vermisst)
- Neben der Trage eine "Bank", darunter ein Fach für Decken usw.
- Betreuerstuhl umklappbar, damit entstand eine wunderbare Fläche zum
Abstellen des Notfallkoffers (auf der umgeklappten Lehne)
- Stuhl umgeklappt, somit Zugang zur Bank (seitlicher Zugang zum
Patienten ab Bauchnabel abwärts im Sitzen (eben auf der Bank) möglich)
- über der Trage seitlich Staufächer, die man optimal einräumen konnte
- neben dem Patienten (da kommt man nicht hin wenn eine rauf der Trage
liegt) ) noch ein Staufach für "Kleimkram", war wohl für Absaugung usw.
vorgesehen)
- am Kopfende der Trage "scheiss-enger" Betreuerstuhl, aber ohne diesen
Stuhl abzuklappen genügend Platz, um z.B. eine Beutel-Beatmung auch bei
"verschärfter Fahrweise" durchführen zu können (=man war quasi fest
eingeklemmt zwischen Tragentisch und Trennwand)

Fazit: Wir HABEN in diesen Auto auch "g?scheite" Notfälle
(Atemstillstand, Herzinfarkt, Drogen-Intox etc.) versorgt bis ein RTW
kam (bzw. wir im KH waren) und das OHNE Probleme. Allerdings - das muss
ich einschränken - nur in EINEM ("unserem") Fahrzeug und "wir" als
eingespieltes Team, das jeden gegenstand im Auto mit verbundenen Augen
findet (Letzteres echt ausprobiert!!). Das war in wochenlange
Kleinarbeit ergonomisch optimal eingeräumt (Mein Kollege und ich sassen
teilweise stundenlang(!) im Auto und diskutierten, wohin man die
Infusionen, Verbandpäckchen etc. hinräumen sollte - das Ganze ging bei
uns so weit, daß wir mit einem "Dummy-Patienten" (=ein gr. Packen
Decken auf "Menschenformat" gepackt und auf die Trage gelegt) und
Metermass im Auto sassen und uns den Weg zu diesem oder jenen Teil
ausgemessen hatten!) und hatte alles an Bord, was man wirklich braucht
(Atmungskoffer, Kreislaufkofer, EKG, Kinderkoffer,
Brandwunden-Pack?s......) Auch eine Rea hätte ich mit diesem "unseren"
Auto ohne Bedenken "angenommen"......

Die heutigen Miesen Hoch-Lang haben leider einen voluminöseren, festen
Betreuerstuhl - die Möglichkeiten der Versorgung wie "damals" gibt?s da
nicht mehr.......

Einfacher geht?s natürlich immer in einem "riesigen" Lieferwagen, bei
dem man verschwenderisch mit Platz umgehen kann und einfach alles in
die vielen (beschrifteten) Schubläden, Fächer und Schränke reinstopft -
man findet es trotzdem......

FÜR den Hoch-Lang sprechen immer noch einige Dinge:

+ hervorragender, unübertroffener Fahrkomfort (auch für den Fahrer
(=PKW-Komfort statt Kisten-Kutsche)
+ hohe Reisegeschwindigkeit
+ "edles" Aussehen ("dicker Benz" statt "Lieferwagen")
+ sichere Fahrwerkstechnik (Oberklasse-PKW)
+ äusserst langlebige Fahrzeugtechnik (Oberklasse-PKW!)

Somit ein IDEALES Fahrzeug für Fernfahrten (>200km)

Negativ allerdings

- extrem hoher Preis
- sehr eingeschränkter Platz "hinten"
- äusserst wenig Hersteller bzw. Ausbaufirmen


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--
Schlaganfall - ein NOTFALL!!

Lars Sommer

unread,
Jan 30, 2002, 2:14:00 AM1/30/02
to
Und nocheinmal zum Verständnis! Ich lasse grundsätzlich keinen Patienten
hinten alleine sitzen! Aber halt einige Spezies in unserer Org.! Dann kam
die Dienstanweisung, welche für ziemlich besch. Stimmung sorgte. Ich such
nur einen Lösungsweg, die Kollegen/ -innen zu überzeugen, und nicht einfach
mittels einer Dienstanweisung, die grundsätzliches regelt!

Gruß, Lars

"Norbert Domhöfer" <webm...@rd-kolleg.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a35lb9$2i5$1...@unlisys.unlisys.net...

Ingo zum Felde

unread,
Jan 30, 2002, 4:58:51 AM1/30/02
to

Markus Wedemeyer schrieb:

>
> Genau wegen dieser - sorry - Arroganz von beruflicher Notfallrettern
> anderen Kraeften gegenueber muessen immer wieder Leute dran glauben. Jede
> Hilfe ist besser als keine und wenn es zu einem groesseren Unglueck
> kommt, dann bin ich fuer jeden ehrenamtlichen SanH dankbar, der sich
> meiner annimmt, weil die notfallerfahrende Berufsrettung ueberlastet
> sind.

Ich bin auch (nur?) ein ea. Retter. SanH können, eingebunden in gute Strukturen, bei
MANV wirksamer sein als viele "Einzelversorgungs_RA".

Bei einem großen MANV ist nicht der Transport von vielen Verletzen in die
Krankenhäuser wichtig, da dies den MANV nur auf die KH verlagern würde, sondern eine
eine angemessene Sichtung, Erstbehandlung und Transportreihenfolge. Hier brauche ich
nicht mehr viele Rettungsmittel, sondern Einheiten die einen Verbandplatz betreiben
können.
Das für einen Verbandplatz NA, RA und weiteres Personal (A+I-Schwestern, PS, RH, SanH)
benötigt werden sollte bekannt sein. Diese Leute müssen aber auch als Einheit arbeiten
können.

Einheiten aus nur SanH sind für einen MANV-Einsatz genauso eingeschränkt einsetzbar
wie Rettungsmittel mit den "Einzelversorgungs_RA". Der Mix und die (gemeinsame) Übung
macht es eben.

Um zum Ausgang zurück zu kommen: private KTP-Unternehmen können hier natürlich
eingebunden werden. Dies kann aber nicht am Blaulicht festgemacht werden. Die gesamten
Strukturen müssen stimmen: Alarmierung, Funk, Einsatzauftrag, Übung,...

Gruß
Ingo

Joern Dost

unread,
Jan 30, 2002, 8:02:05 AM1/30/02
to
> Einheiten aus nur SanH sind für einen MANV-Einsatz genauso eingeschränkt einsetzbar
> wie Rettungsmittel mit den "Einzelversorgungs_RA". Der Mix und die (gemeinsame) Übung
> macht es eben.


eben. Und im Zweifelsfall ist doch ein "Team" aus z.B. einem
MANV-Theorie-Erfahrenen SAN-Helfer und einem "privaten" RA immer noch
besser als gar keiner, oder? Und um in einem San-Zelt die Versorgung und
Patienten-Betreuung zu uebernehmen, ist ein nur-KTP-erfahrener RS/RA
immer noch besser als ein San-Helfer, der vielleicht in der Theorie
weiss, wie der Verbandplatz organisiert ist, dessen San-Erfahrung aber
vielleicht aus "Pflaster-Kleben und qualifizierten Notruf absetzen"
besteht, denn auch solche wirst Du bei einem MANV haben (und froh sein,
dass Du sie hast)


> Um zum Ausgang zurück zu kommen: private KTP-Unternehmen können hier natürlich
> eingebunden werden. Dies kann aber nicht am Blaulicht festgemacht werden. Die gesamten
> Strukturen müssen stimmen: Alarmierung, Funk, Einsatzauftrag, Übung,...

- Funk: Laesst sich nachruesten (4m-Handquetsche), wobei ein BOS-FuG
IMHO auf jedes Blaulichtauto (zumindest >=KTW) gehoert

- Alarmierung: Wie wird denn sonst bei einem MANV alarmiert? Wenn Du
eine (ehemals KatS-)Einsatzeinheit ausloesen laesst, dann erreichst Du
mit etwas Glueck die Einheitsfuehrung und max. 10 ortsansaessige Helfer
per FME, ab dann geht es per Telefonkette/SMS weiter. Da mache ich mir
um die Alarmierung von privaten KTP-"Leitstellen" keine grossen Sorgen

- Uebung: Natuerlich waere es chic, wenn die Besatzung gleich weiss, was
sie zu tun hat. Aber das Auto wird nicht wertloser, wenn es z.B. mit
einem Fahrer der KTP-Firma und einem "notfall-erfahrenen"
Patientenbetreuer z.B. einer HiOrg besetzt wird.

Und nu?

Gruss

Joern

Michael Bernhardt

unread,
Jan 30, 2002, 1:38:02 PM1/30/02
to

<snip>

>
> Bei einem großen MANV ist nicht der Transport von vielen Verletzen in die
> Krankenhäuser wichtig, da dies den MANV nur auf die KH verlagern würde,
sondern eine
> eine angemessene Sichtung, Erstbehandlung und Transportreihenfolge. Hier
brauche ich
> nicht mehr viele Rettungsmittel, sondern Einheiten die einen Verbandplatz
betreiben
> können.

Und, da ich ja den MANV nicht nur in die Klinik verlagern möchte, viele
Transportmittel, die Patienten, wenn medizinisch möglich, auch mal in die 80
km entfernten KH bringen können. Das verlängert dann natürlich die
Umlaufzeit ( bis das Fahrzeug am Schadensort wieder zur Verfügung steht)
erheblich, also brauche ich...mehr Rettungsmittel, vor allem (H)KTW!

> Das für einen Verbandplatz NA, RA und weiteres Personal (A+I-Schwestern,
PS, RH, SanH)
> benötigt werden sollte bekannt sein. Diese Leute müssen aber auch als
Einheit arbeiten
> können.

...auch "Teamarbeit" genannt. Sollte das im RD nicht eine weit verbreitete
Schlüsselqualifikation sein, egal ob Ehrenamtler, Profiretter, Privater.
HiOrg oder FW?

> Einheiten aus nur SanH sind für einen MANV-Einsatz genauso eingeschränkt
einsetzbar
> wie Rettungsmittel mit den "Einzelversorgungs_RA". Der Mix und die
(gemeinsame) Übung
> macht es eben.

Also: alle Resourcen vor dem Ernstfall kennen, organisieren und schulen!


> Um zum Ausgang zurück zu kommen: private KTP-Unternehmen können hier
natürlich
> eingebunden werden. Dies kann aber nicht am Blaulicht festgemacht werden.
Die gesamten
> Strukturen müssen stimmen: Alarmierung, Funk, Einsatzauftrag, Übung,...

Stimmt, das Blaulicht macht es nicht. Sollten die privaten Anbieter im
Rahmen einer Planung für MANV eingesetzt werden, so sind sie sicher auch im
KatS verplant. Damit würden sie dann nach §35 Satz 1 StVO auch Sonderrechte
in Anspruch nehmen können. Wegerecht i.S. des §38 müssen dazu nicht
unbedingt genutzt werden, sollte dies notwendig sein, besteht immer noch die
Möglichkeit der Begleitung durch Fahrzeuge z.Bsp. der Polizei. Ist zu
erwarten, das Aufgrund regionaler Gegebenheiten (z.Bsp. wenige mögliche
Fahrstrecken zu den Kliniken mit hohem Verkehrsaufkommen) Wegerechte
unabdingbar sind, kann mann sicher auch diese Fahrzeuge mit blauem
Blinklicht und Einsatzhorn ausstatten. Ist dies nicht der Fall, wozu?

Strukturelle Einbindung ist aber immer nötig. Funkverbindungen, einheitlich
DoKu, Kentnisse der Einsatz- und Führungsstrukturen etc. dürfen nicht erst
im Einsatz geschaffen werden, dann gibt es unweigerlich Chaos.

> Gruß
> Ingo
>

Gruß

--
Michael Bernhardt

- just my own private 2 cents....-


Henryk Kollar

unread,
Jan 30, 2002, 2:23:55 PM1/30/02
to

"Ingo zum Felde" <zumf...@bbcom-hh.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3C567710...@bbcom-hh.de...

> Natürlich können Mitarbeiter der Krankenbeeförderung auch bei MANV helfen,
nur kann
> man dies nicht voraussetzen.

Das ist ja auch kein Wunder, weil KT-Mitarbeiter und private Anbieter immer
noch durch öffentliche Träger des RD systematisch ausgegrenzt werden.
Teilweise habe ich auch den Eindruck, daß wir - ja ich bin auch einer dieser
hauptamtlichen KT-Mitarbeiter - als niedere Existenzen gesehen werden, denen
man gerade so zutraut ein Pflaster zu kleben.

Beste Grüße,

Henryk (Berlin).


Erich Kirchmayer

unread,
Jan 30, 2002, 6:09:29 PM1/30/02
to
Hi,

"Ingo zum Felde" <zumf...@bbcom-hh.de> schrieb im Newsbeitrag

news:3C566B40...@bbcom-hh.de...

> > P.S.: Abgesehen davon können solche Firmen sicher auch bei den zum
Glück
> > sehr seltenen Großschadensereignissen gute Unterstützung leisten.
>
> Nein. Normale RTW/KTW gibt es bei Großschadenslagen genug. Diese sind
selbst auf
> dem Land schnell zusammengezogen.

Na, wenn du dich da mal nicht täuscht.

> Natürlich fehlt es dann an der Vorhaltung an
> anderer Stelle und hier müssen dann andere RTW nachrücken.

Woher nehmen? Das Ganze weitet sich unheimlich "in die Tiefe" aus.....

> Fahrzeuge ohne BOS Funk nützen hier also überhaupt nichts. RA/RS/RH
die _nur_ im
> qula. Krankentransport tätig sind nützen mir hier mangels
Notfallerfahrung auch
> nichts.

Aber die KTW des öff. RD (ggf. mit Personal (Ausbildung!) das garnicht
Notfallrettung fahren _darf_) und die SAN-H etc. aus div. SEGen - DIE
bringen´s dann....... Und wovon träumst du nachts? ;-)

Ne, mal im Ernst. Man muss unterscheiden zwischen Einsätzen, die mit
den Strukturen des RD (hier meine ich insbes. Notfallrettung) bewältigt
werden können und solchen, die eine ausgedehnte SAN-Struktur benötigen
(also auch Kat-ähnliche Lagen).

Im ersten Fall brauche ich keine "fremden" KTW am Einsatzort -
höchstens dafür, um mir "liegengebliebene" KTP´s wegzufahren. Im
zweiten Fall kommt es auf die möglichen Strukturen innerhalb des
KTP-Anbieters an. In München wirken z.B. 4 der "alten" Privaten am RD
mit und betreiben zudem eigenständigen Krankentransport. Als Teil des
RD verfügen 3 davon auch über notwendige Führungsstrukturen
und -Fahrzeuge sowie Kommunikationsmittel (eigene 24h besetze
Einsatzzentrale (mit Standleitung zur ILSt.), BOS-Funk in den
Führungsfahrzeugen/ELW etc.). Dazu kommt noch eine jeweils eigene
Struktur im Sanitätsdienst mit z.T. besonderen Fahrzeugen (z.B. G"RTW",
GKW) und Material (Zelte usw.). Im Einsatzfall liessen sich diese
Mittel problemlos durch die öff. Lst. nutzen. Eine Möglichkeit wäre,
unter eigener Führung des Privaten deren Einheiten bestimmte Abschnitte
zuzuteilen, innerhalb denen sie eigenständig arbeiten können.
Kommunikation über BOS wäre gesichert (ELW) und auch eine
rund-um-die-Uhr Erreichbarkeit eines Ansprechpartners auch für
verwaltungstechnische fragen, Stärkefeststellung etc. gibt es (private
24h-Einsatzzentrale).

Ähnlich düfte es mit HiORGs aussehen, die zwar im Kat-S/SEG
"öffentlich" dabei sind, aber nur "privaten" KTP durchführen (siehe
etwa so wie in Berlin).


DASS die Einbindung privater Ressourcen funktioniert haben wir in
München schon erlebt. Anlässlich eines gr. Bombenfundes rückten G"RTW",
ELW2 und einige KTW aus - auf Anordnung der ILSt. MIT SoSi! Auch bei
einem gr. SAN-Dienst ausserhalb Münchens (beim SAN-Dienst muss per
Gesetz der RD die Notfallrettung durchführen!) stand der SAN-Dienst
plötzlich alleine da - die öff. Fahrzeuge wurden komplett zu einem
anderen Grosseinsatz abgezogen - ohne SoSi der privaten KTW, RTW, G-RTW
des SAN-Dienstes kein Daran-Denken, auch nur irgendwie auf dem gr.
Gelände (und den umgebenden öff. Strassen) schnell vorwärts zu
kommen......


Keine Frage, entsprechende Stukturen müssen da sein, um überhaupt
private Dienste für den Einzelfall einbinden zu können. Eine
"8:00 -16:00Uhr-Telefonzentrale" und keinerlei Funkverbindung (BOS) ist
da nicht sonderlich hilfeich. In München ist das Ganze "gewachsen" aus
über 15 Jahren priv. RD/KTP-Unternehmen und das, was diese Firmen
früher über 10 Jahre lang eigenständig konnten (nämlich
hochqualifizierte Notfallrettung) können sie zumindest organisatorisch
(die Fahrzeuge (=RTW) fehlen, sind nun ja RD) immer noch. Unternehmen
(oder deren Personal), die noch nie Notfallrettung gefahren sind haben
es da natürlich weitaus schwerer "mitzuspielen" wenn´s sein muss......

--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

"Jetzt wird´s mal kurz hell im Hals!"

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 30, 2002, 6:11:23 PM1/30/02
to
Hi,

"Matthias Koehler" <matz...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:B87C2FEF.14771%matz...@gmx.de...

> > Fahrzeuge ohne BOS Funk nützen hier also überhaupt nichts. RA/RS/RH
die _nur_
> > im qula. Krankentransport tätig sind nützen mir hier mangels
Notfallerfahrung
> > auch nichts.
>
> Lass mal. Spätestens dann, wenn es um einen Flugzeugabsturz oder ein
> größeres Eisenbahnunglück mit 100 oder 200 Verletzten geht, dann
nimmst Du
> auch einen Bollerwagen zum Transport...


Wahrscheinlich - statt einem voll ausgerüstetem priv. KTW/RTW - nur
weil der keinen BOS-Funk hat. SCNR


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--
Schlaganfall - ein NOTFALL!!

Erich Kirchmayer

unread,
Jan 30, 2002, 6:32:47 PM1/30/02
to
Hi,

"Ingo zum Felde" <zumf...@bbcom-hh.de> schrieb im Newsbeitrag

news:3C567710...@bbcom-hh.de...

> > Sehe ich anders. Wie besetzt Du Deine
Verletzenablagen/Vebandsplätze? Da
> > ist jeder recht, der eine quasimedizinische Ausbildung hat. Mit
> > Notfallrettung haben diese ja nichts mehr zu tun.
>
> Für das Arbeiten an einem Verbandplatz muss man:
> * den Aufbau und Ablauf kennen
> * Triagestufen kennen
> * den Aufbau können

[etc.]

Werverlangt bitteschön, daß "irgendwelche" KTW-Kutrscher ein Zelt
aufbauen können müssen? In vielen HiORG´s und auch einigen BF´s dürfte
das Thema "Zelt" für deren RTW/KTW-Personal schon oft ein grosses
Problem darstellen!!!

> hier wird es schon schwieriger, da hier NA/RA/RS gefragt sind die
eben nicht nur einen
> Patienten gleichzeitig versorgen können. Dies kann man von einem
Mitarbeiter in der
> Krankenbeförderung auch nicht erwarten.


Aber von einem SAN-Helfer (=typ. Kat-S-Mitarbeiter), oder??? DER kann
natürlich alles. Zelt aufbauen und Patienten per Triage beurteilen,
versorgen und 10 davon gleichzeitg fachgerecht betreuen - DU TRÄUMST!

> * Patientenbeobachtung
> * Patientenversorgung

ist übrigens _Standard_ auch im qualifizierten Krankentransport - und
DEN SAN-H oder dergl. einer SEG oder Kat-S-Einheit zeigst du mir mal,
der jeden Tag min. 4-6 Patienten (8-Std.-Schicht) beobachtet, betreut
und versorgt...... o.k. - ein SG30 kann er vielleicht nicht in 10
Minuten aufbauen, aber Patienten hat der "normale KTW-Kutscher" in nur
einem Monat mehr, als manche anderen Leute einer SEG oder dergl. in
einem ganzen _Jahr_ zu Gesicht bekommen.......

Und - hüte dich vor Verallgemeinerungen - wir haben im KTP Leute, die
lange zeit im SAN-Dienst tätig waren (und z.T. imme rnoch sind) und
dort - da Grosstadt mit entsprechend vielen Diensten und SAN-Einsätzen)
schon mehr SAN-D-Stunden erlebt haben als viele "Land-Sanis". (von
Reanimation über HI, Polytrauma etc. (der "normale Bewusstlose" ist
schon so normal, daß man ihn nicht extra erwähnen muss) gibt´s bei uns
in München alles - im SAN-Dienst!!!) Und "dank" zweifelhaft fähiger
ABD-Ärzte erleben unsere "KTW-Kutscher" auch ausreichend viel echte
Notfälle (Lungenödem, HI, bewusstlos u.v.m. - von zufälligen Einsätzen
bei VU´s etc. (Fernfahrten) mal ganz abgesehen) Ich habe schon Tage
erlebt, da hatten unsere SAN-Dienste bzw. erlebten unsere KTW mehr
echte Notfälle als Kollegen in den gleichen 8 Stunden auf dem
RTW.......

Ingo zum Felde

unread,
Jan 31, 2002, 2:09:09 AM1/31/02
to

Erich Kirchmayer schrieb:

> Werverlangt bitteschön, daß "irgendwelche" KTW-Kutrscher ein Zelt
> aufbauen können müssen? In vielen HiORG´s und auch einigen BF´s dürfte
> das Thema "Zelt" für deren RTW/KTW-Personal schon oft ein grosses
> Problem darstellen!!!

Eine normale KTW/RTW Besatzung muß kein Zelt aufbauen können und kann das
i.d.R. auch nicht. Nur ads MANV eben nicht die Regel ist in RD/KTP.

>
>
> > hier wird es schon schwieriger, da hier NA/RA/RS gefragt sind die
> eben nicht nur einen
> > Patienten gleichzeitig versorgen können. Dies kann man von einem
> Mitarbeiter in der
> > Krankenbeförderung auch nicht erwarten.
>
> Aber von einem SAN-Helfer (=typ. Kat-S-Mitarbeiter), oder??? DER kann
> natürlich alles.

Wenn du richtig gelesen hättest, würdest du " NA/RA/RS" nicht überlesen
haben.

> Zelt aufbauen und Patienten per Triage beurteilen,
> versorgen und 10 davon gleichzeitg fachgerecht betreuen - DU TRÄUMST!
>
> > * Patientenbeobachtung
> > * Patientenversorgung
>
> ist übrigens _Standard_ auch im qualifizierten Krankentransport

RS/RA die nur im KTP fahren kommen relativ selten in die Lage eine
wirkliche Versorgung durchführen zu müssen.

> DEN SAN-H oder dergl. einer SEG oder Kat-S-Einheit zeigst du mir mal,
> der jeden Tag min. 4-6 Patienten (8-Std.-Schicht) beobachtet,

Ich habe ja auch nicht behauptet, das er es kann. Siehe " NA/RA/RS"

> betreut
> und versorgt...... o.k. - ein SG30 kann er vielleicht nicht in 10
> Minuten aufbauen, aber Patienten hat der "normale KTW-Kutscher" in nur
> einem Monat mehr, als manche anderen Leute einer SEG oder dergl. in
> einem ganzen _Jahr_ zu Gesicht bekommen.......

ACK.

>
>
> Und - hüte dich vor Verallgemeinerungen

Habe ich auch nicht getan:


>Natürlich können Mitarbeiter der Krankenbeeförderung auch bei MANV helfen,
nur kann
>man dies nicht voraussetzen.

Du solltest dich übriges auch vor Verallgemeinerungen hüten. Wir stellen
für die 10 Funktionen unserer KatS -San Gruppe ca. 20-25 Helfer: 3 NA, ca.
4 RA, ca. 10 RS und dazu noch Intensivschwestern und Rettungshelfer. SanH
haben wir übrigens auch. Ich behaupte nicht das das typisch ist, aber ich
kenne viele KatS San Gruppen mit einer ähnlichen Personaldecke.


Wir sind uns hoffentlich alle einig, daß
* RTW/KTW die bei einem MANV zusätzlich zu Einsatz kommen qualifiziert
besetzt und ausgestattet sein (FUNK, Blaulicht, medizinische Ausstattung)
sollen, die örtlichen Strukturen dex RD/KTP und MANV kennen sollten. Dies
gilt gleichermaßen für private, öffentliche RD/KTP wie für ea. Kräfte (SEG,
KatS).
*Für den Einsatz an einem Verbandplatz ein eingeübtes Helferteam aus
NA/RA/RS/RH und ggf. SanH notwendig ist welches


* den Aufbau und Ablauf kennen

* Triagestufen kennen (der NA mus es natürlich können)


* den Aufbau können
* Registrierung können

* Patientenbeobachtung können
* Patientenversorgung können

Aus meiner Erfahrung ist es erheblich schwiriger ein _qualifiziertes_ Team
für einen Verbandplatz an die Einsatzstelle zu bekommen als x RTW/KTW.

Gruß
Ingo

Thomas Hochstein

unread,
Jan 31, 2002, 11:52:18 AM1/31/02
to
Markus Wedemeyer <wede...@expires-2002-01-31.arcornews.de>
scripsit/wrote:

>> Daher hat man die StVZO vor einiger Zeit geändert, so
>> daß jetzt nur noch "Krankenkraftwagen des Rettungsdienstes (!)" mit
>> Sondersignalanlagen ausgestattet werden dürfen.
>
> Auch private Krankentransportunternehmer unterhalten Krankenkraftwagen
> des Rettungsdienstes, da dieser vielerorts als (qualifizierter)
> Krankentransport plus Notfallrettung definiert wird, oder nicht ?

Dort, wo der KTP Teil des RDs ist, dürfte sich das Problem auch nicht
stellen. Oft genug sind dann allerdings die Privaten außen vor.

Gruß,
-thh
--
Thomas Hochstein * t...@mail.th-h.de * http://www.th-h.de/
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. - RV Weinstraße * http://www.juh-nw.de/

JUHMAIL: Infos für und rund um die Johanniter * http://www.juhmail.de/

Uli Meier

unread,
Feb 2, 2002, 8:24:13 PM2/2/02
to
Erich Kirchmayer <E_Kirc...@hotmail.com> schrieb:

> Sicher - solange sie aber in offiziellen Kat-S-Plänen nicht eingebunden
> sind "gibt" es sie offiziell bei solchen Fällen auch nicht.

Ich habe nicht allzuviel Ahnung vom "nichtöffentlichen öffentlichen
Recht", weiss aber, dass im Hintergrund viel mehr läuft, als sich der
Normalbürger vorstellt. So wissen z.B. auch die KatS-Behörden über die
Zulassungsstellen ganz genau, was sich an Sonderfahrzeugen in ihrem
Zuständigkeitsbereich befindet, und da werden die auch ganz schnell die
Hand drauflegen, wenn sie den Bedarf dafür sehen. Offizielle Pläne hin
oder her.

Uli


--
Ulrich Meier | Fon +49 8051 968765 | Die Landesfarben sind
Bernauer Straße 62 | Fax +49 8051 969243 | weiß und blau.
D-83209 Prien/Chiemsee | GSM +49 172 5109109 |
For public PGP-key send eMail with "send PGP-key" as subject

Uli Meier

unread,
Feb 2, 2002, 8:17:12 PM2/2/02
to
Joern Dost <jo...@thedosts.de> schrieb:

>> Um zum Ausgang zurück zu kommen: private KTP-Unternehmen können hier natürlich
>> eingebunden werden. Dies kann aber nicht am Blaulicht festgemacht werden. Die gesamten
>> Strukturen müssen stimmen: Alarmierung, Funk, Einsatzauftrag, Übung,...

Brauche ich alles nicht, denn:

> - Funk: Laesst sich nachruesten (4m-Handquetsche), wobei ein BOS-FuG
> IMHO auf jedes Blaulichtauto (zumindest >=KTW) gehoert

Nein! Es sind ohnehin viel zu viele Funkgeräte im Umlauf, die im
MANV-Fall die Kanäle zukleistern und ein sinnvolles Arbeiten dadurch
unmöglich machen.

> - Alarmierung: Wie wird denn sonst bei einem MANV alarmiert? Wenn Du
> eine (ehemals KatS-)Einsatzeinheit ausloesen laesst, dann erreichst Du
> mit etwas Glueck die Einheitsfuehrung und max. 10 ortsansaessige Helfer
> per FME, ab dann geht es per Telefonkette/SMS weiter. Da mache ich mir
> um die Alarmierung von privaten KTP-"Leitstellen" keine grossen Sorgen

Sobald der K-Fall festgestellt ist, bekommen die Unternehmer von der
zuständigen Behörde, ihre Fahrzeuge nebst Besatzung zu einem
definierten Ort zu fahren. Dort bekommen sie ihre Befehle, führen sie
aus und melden sich anschliessend dort wieder zurück. So einfach ist
das, und es funktioniert ganz ohne Funk etc.

> - Uebung: Natuerlich waere es chic, wenn die Besatzung gleich weiss, was
> sie zu tun hat. Aber das Auto wird nicht wertloser, wenn es z.B. mit
> einem Fahrer der KTP-Firma und einem "notfall-erfahrenen"
> Patientenbetreuer z.B. einer HiOrg besetzt wird.

Im K-Fall will ich nur Transportkapazität. Nix anderes. Da brauchen die
Leute auf den Karren noch nicht einmal Kenntnisse über
Führungsstrukturen etc. Sie sollen lediglich ihre Aufträge durchführen,
und gut ist's.

Uli Meier

unread,
Feb 2, 2002, 8:20:34 PM2/2/02
to
Erich Kirchmayer <E_Kirc...@hotmail.com> schrieb:

>> Lass mal. Spätestens dann, wenn es um einen Flugzeugabsturz oder ein
>> größeres Eisenbahnunglück mit 100 oder 200 Verletzten geht, dann
> nimmst Du
>> auch einen Bollerwagen zum Transport...


> Wahrscheinlich - statt einem voll ausgerüstetem priv. KTW/RTW - nur
> weil der keinen BOS-Funk hat. SCNR

Quatsch. Bei derartigen Lagen haben die Organisationen nichts mehr zu
melden, uneingeschränkter Herrscher aller Reussen ist die örtlich
zuständige KatS-Behörde. Und die beordert, was ihr zusteht. Unabhängig
vom Logo, das auf den Karren pappt.

Henning Koch

unread,
Feb 3, 2002, 9:53:22 AM2/3/02
to
On 3 Feb 2002 02:20:34 +0100, Uli Meier <u...@meier.camelot.de> wrote:

[Flugzeugabsturz oder ein größeres Eisenbahnunglück mit 100 oder 200
Verletzten]

>Quatsch. Bei derartigen Lagen haben die Organisationen nichts mehr zu
>melden, uneingeschränkter Herrscher aller Reussen ist die örtlich
>zuständige KatS-Behörde. Und die beordert, was ihr zusteht. Unabhängig
>vom Logo, das auf den Karren pappt.

aehm.

wie war das mit den Einheiten der nationalen Rotkreuz-Gesellschaften,
die keiner staatlichen Stelle unterstellt werden duerfen?

Jörg Fritzsche

unread,
Feb 3, 2002, 10:58:18 AM2/3/02
to

"Henning Koch" <Hennin...@student.uni-dortmund.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3ljq5uokjegior8cf...@4ax.com...

ack.
Nur Einheiten die in die KatS - Strukturen eingebunden sind werden einfach
beordert werden können.
Bei allem anderen wird es wohl komplizierter und eine quasi Enteignung
findet auch nicht soo schnell statt.

MfG,
Jörg


Jörg Fritzsche

unread,
Feb 3, 2002, 11:01:04 AM2/3/02
to

"Uli Meier" <u...@meier.camelot.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a3i3ft$4il$1...@supra.meier.camelot.de...

> Erich Kirchmayer <E_Kirc...@hotmail.com> schrieb:
>
> > Sicher - solange sie aber in offiziellen Kat-S-Plänen nicht eingebunden
> > sind "gibt" es sie offiziell bei solchen Fällen auch nicht.
>
> Ich habe nicht allzuviel Ahnung vom "nichtöffentlichen öffentlichen
> Recht", weiss aber, dass im Hintergrund viel mehr läuft, als sich der
> Normalbürger vorstellt. So wissen z.B. auch die KatS-Behörden über die
> Zulassungsstellen ganz genau, was sich an Sonderfahrzeugen in ihrem
> Zuständigkeitsbereich befindet, und da werden die auch ganz schnell die
> Hand drauflegen, wenn sie den Bedarf dafür sehen. Offizielle Pläne hin
> oder her.

Wie wollen sie denn juristisch Einwandfreien Zugriff auf z.B. private KTWs
bekommen ??
Enteignungen sind AFAIK nur im Spannungs-/V-Fall ohne weiteres möglich.
Oder täusche ich mich da?
(Geht jetzt nicht um die Enteignung von Grundstücken zum Gemeinwohl bei z.B.
öffentlichem Straßenbau, hier sind ja auch oft lange juristische
Streitereien anhängig.)

MfG,
Jörg


Alexander Schwab

unread,
Feb 3, 2002, 12:02:40 PM2/3/02
to
Hallo Leute


"Jörg Fritzsche" <joerg.f...@uni-bochum.de> schrieb>


> Wie wollen sie denn juristisch Einwandfreien Zugriff auf z.B. private KTWs
> bekommen ??
> Enteignungen sind AFAIK nur im Spannungs-/V-Fall ohne weiteres möglich.
> Oder täusche ich mich da?

Ich schätze schon - ich kann ja als Einsatzleiter FW auch einfach so
Privateigentum requirieren, um es im Sinne der Brandbekämpfung einzusetzen -
soll heißen: Wenn neben dem Brennenden Haus, das ich par tout nicht in den
Griff bekomme, ein privates LF 16 steht, so kann ich das Fahrzeug ggf. auch
gegen den Willen des Eigentümers/Besitzers zur Brandbekämpfung heranziehen -
auch mit dem Risiko, dass es hierbei beschädigt wird...

Wenn es euch genauer interessiert, suche ich den entsprechenden Gesetzestext
heraus...

Ciao,
Alex


Jörg Fritzsche

unread,
Feb 3, 2002, 12:39:50 PM2/3/02
to

"Alexander Schwab" <al...@bng-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a3jqg4$18h6ef$1...@ID-60980.news.dfncis.de...

Wäre nett, da dies ja schon eine ziemlichen Eingriff darstellt.

MfG,
Jörg


Alexander Schwab

unread,
Feb 3, 2002, 5:58:08 PM2/3/02
to
Hallo Kollegen und Kolleginnen :-)

"Jörg Fritzsche" <joerg.f...@uni-bochum.de> schrieb im Newsbeitrag

news:a3jsl4$u6a$07$1...@news.t-online.com...


> Wäre nett, da dies ja schon eine ziemlichen Eingriff darstellt.

Also gut:

Bayersiches Feuerwehrgesetz (BayFwG)
IV. Abschnitt, Pflichten der Bevölkerung

Art. 24 Heranziehen von Personen und Sachen

(3) Der Einsatzleiter kann Eigentümer, Besitzer und sonstige
Nutzungsberechtigte verpflichten, Fahrzeuge, Löschwasser, sonstige
Löschmittel und andere zur Brandbekämpfung oder Hilfeleistung geeignete
Sachen zur Verfügung zu stellen.

Im Klartext heisst das, das der Einsatzleiter ALLES (Gummiformulierung:
geeignete Sachen) in Beschlag nehem darf, was er verantworten kann (Hinweis:
Hierbei handelt es sich um eine Anordnung, einen Verwaltungsakt, be dem ein
Einspruch keine aufschiebende Wirkung hat und der Vollzug sofort erfolgt).
Er wird lediglich durch Art. 26 (Verhältnismäßigkeit) eingeengt, wobei auch
hier nicht wirklich eine Handhabe seitens des Besitzers gegen den
Einsatzleiter vorliegt. Verstöße gegen Art. 24 können gemäß Art. 26a mit
Geldbußen bis zu 5.000? belegt werden, meist kommt allerdings noch eine
Anzeige anderer Art (Tateinheit mit weiß der Kuckuck was) hinzu...

Die Entschädigungen werden gemäß Art. 27 BayFwG geregelt...


Ich hoffe, das hat ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht -wenn Ihr noch was
wissen wollt, dann sagt einfach Bescheid, ich werd' sehn, was ich machen
kann.....

CIao,
Alex


P.S.: Ich habe aus diversen Gründen nur Bayerische Gesetze aufgeführt, aber
wenn jemand will, kann ich ihm auch die jeweiligen Gesetze seines
Bundeslandes nennen - obwohl eigentlich logisch sein müsste, dass sich alle
FwG in den meisten Punkten gleichen :-)


Henning Koch

unread,
Feb 3, 2002, 7:12:00 PM2/3/02
to
On Sun, 3 Feb 2002 18:39:50 +0100, "Jörg Fritzsche"
<joerg.f...@uni-bochum.de> wrote:

>> Ich schätze schon - ich kann ja als Einsatzleiter FW auch einfach so
>> Privateigentum requirieren, um es im Sinne der Brandbekämpfung einzusetzen -

nicht nur dafuer, fuer jeden Einsatzzweck im Sinne des jeweiligen
Gesetzes (fuer NRW halt das FSHG)

Beliebtes Beispiel ist ein Boot zur Rettung eines Ertrinkenden.

>> soll heißen: Wenn neben dem Brennenden Haus, das ich par tout nicht in den
>> Griff bekomme, ein privates LF 16 steht, so kann ich das Fahrzeug ggf. auch
>> gegen den Willen des Eigentümers/Besitzers zur Brandbekämpfung heranziehen -
>> auch mit dem Risiko, dass es hierbei beschädigt wird...
>>
>> Wenn es euch genauer interessiert, suche ich den entsprechenden Gesetzestext
>> heraus...
>>
>
>Wäre nett, da dies ja schon eine ziemlichen Eingriff darstellt.

FSHG NW, §27.
http://www.idf.nrw.de/aktuell/fshg/fshg_neu.htm#Inanspruchnahme

und was den Eingriff angeht: §38.
http://www.idf.nrw.de/aktuell/fshg/fshg_neu.htm#Grundrechten

Bernhard Nießl

unread,
Feb 4, 2002, 6:07:52 AM2/4/02
to

Im Kriegsfall ja, dort gilt das RK als Hilfsorganisation und ist
neutral, daher auch keine Unterstellung unter nationale Behörden.
Im zivilen Katastrophenfall nein, dort ist das RK ein ganz normaler
Verein und muss sich an die Anweisungen des letzten Königs in
Deutschland (aka HVB aka Landrat bzw. OB) halten. Und der kann mit
aller gesetzlichen Vollmacht entscheiden, was er für zweckmässig hält,
um die Katastrophe zu bewältigen. Das geht bis zu Beschlagnahme von
Gegenständen, Heranziehung von Personen, etc.pp. Dazu gehört auch die
Unterstellung von Transportmitteln unter die Einsatzleitung,
ungeachtet der organisationsinternen Dienstwege und Hierarchien.

mfg

Bernhard Nießl

Malteser Hilfsdienst e.V. Fuerstenfeldbruck
Wildmoosstr. 30, D-82194 Groebenzell
Tel: +49 8142 5968 0, Fax: +49 8142 5968 80

Joern Dost

unread,
Feb 4, 2002, 10:29:24 AM2/4/02
to
Uli Meier wrote:

>>- Funk: Laesst sich nachruesten (4m-Handquetsche), wobei ein BOS-FuG
>>IMHO auf jedes Blaulichtauto (zumindest >=KTW) gehoert
>>
>
> Nein! Es sind ohnehin viel zu viele Funkgeräte im Umlauf, die im
> MANV-Fall die Kanäle zukleistern und ein sinnvolles Arbeiten dadurch
> unmöglich machen.

????????

Das sehe ich anders: Jedes Fahrzeug, das bei einem MANV zum reinen
Transport von X nach Y benutzt wird, IMHO also auch jeder MTW, mit dem
Helfer oder Betroffene o.ae. transportiert werden, sollte per Funk
erreichbar sein, damit man

- sich ab-/anmelden kann ... schliesslich plant ja irgend einer die
Transporte und will sicherlich wissen, ob/wann/wo Autos frei werden usw...

- Hilfe nachfordern kann ... schliesslich werden bei einem MANV ja nun
nicht nur Schuerfwunden ins KH gefahren, und das ja wie von Dir selbst
gesagt notfalls mit jedem, der einen KTW fahren kann. Bei Komplikationen
NEF nachfordern wird zwar schwierig ;-), aber ein Nachfragen, was zu tun
ist (Rueckkehr zum Verbandplatz, anderes KH, ...), ist trotzdem
sinnvoll, oder?

- sonstige Informationen/Fragen/Aufgaben auch nach Fahrtantritt
klaeren kann


"Es sind zu viele Funkgeraete im Umlauf" ist quatsch, es kommt
schlichtweg auf die Benutzung an. Das bei einem MANV nicht zwischendurch
ein Funkspruch "Florian ABC, die Jugendfeuerwehr XY ist aus zum
Baggersee" fallen darf, ist wohl klar, aber das durch einfaches
Weglassen wichtiger Funkgeraete zu regeln, ist doch Unfug. Ich nehme
mein Handy auch mit ins Kino, ohne es Einschalten zu muessen...

Gruss

Joern

Erich Kirchmayer

unread,
Feb 4, 2002, 3:32:21 PM2/4/02
to
Hi,

"Joern Dost" <jo...@thedosts.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3C5EA8D4...@thedosts.de...

> > Nein! Es sind ohnehin viel zu viele Funkgeräte im Umlauf, die im
> > MANV-Fall die Kanäle zukleistern und ein sinnvolles Arbeiten
dadurch
> > unmöglich machen.

> Das sehe ich anders: Jedes Fahrzeug, das bei einem MANV zum reinen


> Transport von X nach Y benutzt wird, IMHO also auch jeder MTW, mit
dem
> Helfer oder Betroffene o.ae. transportiert werden, sollte per Funk
> erreichbar sein, damit man
>
> - sich ab-/anmelden kann ... schliesslich plant ja irgend einer die
> Transporte und will sicherlich wissen, ob/wann/wo Autos frei werden
usw...

Dazu reicht eine Registrationsstelle am KH/Verbandplatz, die per Draht
oder Funk mit der Einsatzleitung verbunden ist.

> - Hilfe nachfordern kann ... schliesslich werden bei einem MANV ja
nun
> nicht nur Schuerfwunden ins KH gefahren, und das ja wie von Dir
selbst
> gesagt notfalls mit jedem, der einen KTW fahren kann. Bei
Komplikationen
> NEF nachfordern wird zwar schwierig ;-),

Du sagst es. Wo nix ist, kann man auch nix nachfordern.

> aber ein Nachfragen, was zu tun
> ist (Rueckkehr zum Verbandplatz, anderes KH, ...), ist trotzdem
> sinnvoll, oder?

> - sonstige Informationen/Fragen/Aufgaben auch nach Fahrtantritt
> klaeren kann

Einfach nicht denken und den Auftrag ausführen, den man mündlich
(Person) oder schriftlich (Meldung) erhält. Pat. aufnehmen, ins KH "Y"
fahren und zurückkehren und wieder beim Transportführer (etc.) melden.
SO einfach ist das. Eigenständiges Denken "och, das KH XY hat doch
garkeinen CT, ein CT wäre aber schon sinnvoll für den Patienten" ist in
SOLCHEN Lagen absolut fehl am Platz.


--
Gruß

Erich Kirchmayer


--

"Jetzt wird´s mal kurz hell im Hals!"

www.notfallmedizin.de - Ausbildung im Rettungsdienst, Erste

Uli Meier

unread,
Feb 5, 2002, 12:46:19 AM2/5/02
to
Erich Kirchmayer <E_Kirc...@hotmail.com> schrieb:

> Einfach nicht denken und den Auftrag ausführen, den man mündlich
> (Person) oder schriftlich (Meldung) erhält. Pat. aufnehmen, ins KH "Y"
> fahren und zurückkehren und wieder beim Transportführer (etc.) melden.
> SO einfach ist das. Eigenständiges Denken "och, das KH XY hat doch
> garkeinen CT, ein CT wäre aber schon sinnvoll für den Patienten" ist in
> SOLCHEN Lagen absolut fehl am Platz.

Das ich *das* noch erleben darf, mit Dir einer Meinung zu sein ... ;-)

Thomas Hochstein

unread,
Feb 5, 2002, 9:13:56 AM2/5/02
to
Joern Dost <jo...@thedosts.de> scripsit/wrote:

> Das sehe ich anders: Jedes Fahrzeug, das bei einem MANV zum reinen
> Transport von X nach Y benutzt wird, IMHO also auch jeder MTW, mit dem
> Helfer oder Betroffene o.ae. transportiert werden, sollte per Funk
> erreichbar sein, damit man
>
> - sich ab-/anmelden kann ... schliesslich plant ja irgend einer die
> Transporte und will sicherlich wissen, ob/wann/wo Autos frei werden usw...

Der Funk-Kanal samt eventuellen Ausweichkanälen ist da eh zu.
Abgemeldet wird am Verbandplatz bzw. KTW-Halteplatz, dann fährt das
Fahrzeug die anbefohlene Klinik an, lädt den Patienten ab und kommt
dann schnellstmöglich zum KTW-Halteplatz zurück. Bei einem MANV hat
mit Sicherheit niemand Zeit, irgendwelche Stati genauer nachzuhalten.



> - Hilfe nachfordern kann ... schliesslich werden bei einem MANV ja nun
> nicht nur Schuerfwunden ins KH gefahren, und das ja wie von Dir selbst
> gesagt notfalls mit jedem, der einen KTW fahren kann.

Der Gag bei einem MANV ist, daß es keine Hilfe zum nachfordern _gibt_,
sonst würde man die Leute nämlich nicht mit allem befördern, was Räder
hat.

> Bei Komplikationen NEF nachfordern wird zwar schwierig ;-),

Ebend.

> aber ein Nachfragen, was zu tun
> ist (Rueckkehr zum Verbandplatz, anderes KH, ...), ist trotzdem
> sinnvoll, oder?

Was gibt es da zu fragen? Das, was näher ist; oder im Zweifelsfall
immer das KH, weil der Verbandplatz vermutlich ohnehin keine freien
Kapazitäten mehr hat. - Glaubst Du, bei einem MANV hat irgendein
Disponent Zeit, solche Fragen mit zig Fahrzeugen einzeln auszukaspern?



> - sonstige Informationen/Fragen/Aufgaben auch nach Fahrtantritt
> klaeren kann

Da gibt es nichts zu fragen. Das Fahrzeug hat einen Fahrtauftrag, und
den führt es aus. Die Frage, ob man nochmal an die E-Stelle zurück
seoll, läßt sich vom KH aus übers Telefon stellen.



> "Es sind zu viele Funkgeraete im Umlauf" ist quatsch, es kommt
> schlichtweg auf die Benutzung an.

Funkgeräte, die da sind, werden auch benutzt. Und sie werden auch
gegen jede Weisung benutzt. Die SEG, die irgendwo ein 4m-Handfunkgerät
hat, fängt mit Sicherheit früher oder später mit der Leitstelle zu
funken statt mit der Einsatzleitung vor Ort. - Je mehr Funkgeräte da
sind, desto heftiger ist der Funkverkehr; schon im normalen Einsatz.
Das läßt sich nur dann abstellen, wenn Funk nur der bekommt, der Funk
braucht.

> Das bei einem MANV nicht zwischendurch
> ein Funkspruch "Florian ABC, die Jugendfeuerwehr XY ist aus zum
> Baggersee" fallen darf, ist wohl klar, aber das durch einfaches
> Weglassen wichtiger Funkgeraete zu regeln, ist doch Unfug.

Ein Funkgerät ist dann wichtig, wenn derjenige, der es trägt, dringend
ein Funkgerät braucht. Für einen KTW, der Pendelverkehr (oder auch nur
eine Fahrt ...) vom KTW-Halteplatz ins KH macht, sehe ich diese
Notwendigkeit nicht.

> Ich nehme
> mein Handy auch mit ins Kino, ohne es Einschalten zu muessen...

Sei sicher: wer ein Funkgerät hat, _wird_ es einschalten, und er
_wird_ es auch benutzen.

Thomas Partsch

unread,
Feb 7, 2002, 8:22:51 AM2/7/02
to

"Till Wege" <t.w...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a2utmh$pmp$1...@wsc10.lrz-muenchen.de...
> "Lars Sommer" <l.so...@telebel.de>
> > Hi Boardies,
> >
> > seit einigen Tagen hängt bei uns eine Dienstanweisung in den Wachen,
> die
> > besagt, dass immer einer hinten beim Patienten sitzen soll um der
> > gesetzlichen Betreuung gerecht zu werden. Diese Dienstanweisung
> sorgte für
> > ernorme Diskussionen und schlechte Stimmung. Der höher qualifizierte
> muss
> > den Patienten betreuen, wie er das macht ist doch eigentlich egal
> (Eigene
> > Verantwortung). Sicherlich ist es kaum möglich einen liegenden
> Patienten vom
> > Beifahrersitz ordentlich zu betreuen, logisch ist auch, dass bei
> > Notfallpatienten immer einer hinten ist, bzw. bei Patienten deren AZ
> so
> > schlecht ist dass ein evtl. Notfall eintreten kann. Streitigkeiten
> sind
> > auffällig im Bereich der "Frau-Brömmelskamp-muss
> zum-Augenarzt-Fahrten"
> > entstanden. Kein Notfall ist zu erwarten, es geht eigentlich nur um
> das
> > Tragen und Umsetzen. Wie verhaltet Ihr Euch? Gibt es eine Möglichkeit
> diese
> > Dienstanweisung zu entkräften?
> >
> > Danke für Eure Statements
> >
> > --
> > Gruß, Lars
> >
> >
> > P.S.: Wer einen Rechtschreibfehler finden sollte, darf ihn behalten!
> >
> >
> >
>
> Moin Lars,
> ich kann nur hoffen, es möge niemand eine Möglichkeit finden, Eure
> (gute) Dienstanweisung zu entkräften. Wieso auch? Selbst bei den
> "qualifizierten Taxifahrten" mit einem RTW hat jeder noch so gesunde
> Patient das Anrecht auf vernünftige Betreuung, auch wenn das bedeutet,
> dass Du da sitzt und und Dich anschweigst. Setzt Dich doch bitte mal
> in die Lage des Patienten:Wird von zwei Leuten in eine für ihn fremde
> und
> befremdliche Welt verfrachtet (Deinen Arbeitsplatz), die Türen gehen
> zu,
> Du sitzt, ohne Sicht nach draussen, inmitten von Beatmungsgerät,
> Defi etc. und vorne sitzen zwei RDmitarbeiter, von denen man höchstens
> ein diffusus Gemurmel,
> einen nervigen Radiosender oder gar noch Zigarettenqualm mitbekommst
> -alles reale Beispiele aus Bayern!-und da soll man sich wohlfühlen??
> Sicher, der RD ist keine Wellnessfarm, aber ein Mindestmaß an an
> Betreuung sollte auch bei "qual. Taxifahrten" vorhanden sein, egal ob
> der RA oder RS beim Patienten sitzt, 10Minuten Zuhören sollte jeder
> können! Natürlich ist es schmeichelhafter für das eigene Ego, wenn man
> sich und seine Qualifikation bei schwierigen Einsätzen unter Beweis
> stellen und dem heroischen Gesellschaftsbild des RD gerecht werden
> kann, aber auch ein Patient auf dem Weg zum Zahnarzt (wie Du oben
> beschrieben hast) will sich in guten Händen wissen und dafür sind wir
> nunmal auch da!

und wir repräsentieren ja schließlich auch unsere organisation (ist ja egal
welche). bei regelmäßiger nicht-betreuung könnte ein schlechter ruf
entstehen. leute, seid net so faul!!!

Gruß
Thomas

> Gruß, Till
>


Dennis

unread,
Feb 7, 2002, 12:36:07 PM2/7/02
to
Hallo,

ich denke, das besonders bei den Fällen
"Frau-Brömmelskamp-muss-zum-Augenarzt-Fahrten" es wie immer gehandhabt wurde
gehalten wird.

Weiterhin muss man sehen und genau unterscheiden Was ist ein Notfallpatient
oder was ist ein normaler Transport?

Nochmal zu überdenken oder?
Thomas Partsch <thomas....@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
a3tv0d$nnm$1...@news.online.de...

MDavy12401

unread,
Feb 12, 2002, 6:07:09 PM2/12/02
to
Hallo,

ich fahre hier in Dortmund auch kurze Sprinter und bin damit ganz zufrieden.
Kein Vergleich zu VW. Die VW-KTW sind schwach motorisiert und auch
störungsanfälliger. Die Sprinter haben bessere Qualität. Das ist leider so.
Mit dem Strassenzustand bin ich hier oft nicht so zufrieden. Das wird in
anderen Städten wahrscheinlich auch nicht besser sein.

Schöne Grüsse
Mark Davy

It is loading more messages.
0 new messages