ich (Rettungssanitäter und Betriebsanitäter) habe vor ca. einem Jahr
zusätzlich den betrieblichen Sanitätsdienst in unserer Niederlassung
übernommen (ca. 400 Mitarbeiter). D.h. ca. alle 4-6 Wochen schaut unsere
Betriebsärztin für ca 4 Stunden vorbei und hält Sprechstunde.
(über die Vorstellung bei der Ärztin habe ich zu entscheiden!). Für den Rest
bin ich zuständig!
Jetzt ist es so dass wir mit Medikamenten recht gut ausgestatten sind! Von
mir wird erwartet dass ich diese eigenverantwortlich ggf auch
insetzte( Ärztin:"mir verläßt hier niemand mit einem Druck über 200 mmHg den
Raum ohne eine 10er Adalat von Ihnen bekommen zu haben!"). ích bin auch
angehalten ggf Volteren i.m. bei akuten ´Schmerzzuständen zu verabreichen!
Sicherlich ehrt soviel Vertrauen, aber wenn ich da den Rettungsdienst
zurückdenke wo der Assistent schon Probleme bekommt wenn er in Notkompetenz
einen NACL dranhägt kann da was nicht stimmen!
Kann unserer Betreibsärtzin eine Medikamentengabe so pauschal einfach
delegieren? Im Zweifelsfall bin ich dann eh der Dumme! Wie ist die
Medikamentengabe in anderen Betreiben gehandhabt?
Vielen Dank!
Gruß
Detlef
>Kann unserer Betreibsärtzin eine Medikamentengabe so pauschal einfach
>delegieren? Im Zweifelsfall bin ich dann eh der Dumme! Wie ist die
>Medikamentengabe in anderen Betreiben gehandhabt?
Oh oh....
Ich denke, Du stehst da im Abseits. Im Regelfall wirst Du im Betrieb
keine Situation haben, wo Du Dich auf Notkompetenz berufen kannst.
Selbst im Krankenhaus fragt die Schwester meist erst den Doc. Und der
ist auch binnen kurzer Zeit greifbar. Wenn Dir etwas schief geht und
die Betriebsärztin nicht greifbar bist, brauchst Du den örtl. RD. Und
spätestens dann solltest Du ein Flugticket nach Brasilien haben....
Ich würde mit solchen Handlungsanweisungen nicht arbeiten wollen. Sag
mal der Ärztin, Du willst das schriftlich haben. Wie wird die wohl
reagieren ?
Gruss Joe
wenn ich an unsere Betriebsärztin denke, würde die wohl glatt
unterschreiben, und könnte gar nicht verstehen warum, sie macht es doch
schon seit Jahren so. Ich für meinen Teil habe es einfach vermieden
Medikamente auszugeben. Ich denke ich kann das an einer Hand
zusammenzählen, für den Zeitraum von 2 Jahren, und da waren es entweder
Salben (äußerlich) oder was gegen Kopfschmerzen (wobei die mir schon
Bauchschmerzen bereitet haben).
Aber die allgemeine Regel ist nunmal Prinzip Hoffnung --> mir wird schon
nix passieren, was ich aber gerade bei blutdrucksenkenden, bzw
-steigenerden Mittel ganz und gar nicht verstehen kann. Aber die meisten
Betriebssanitäter haben gerade mal einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht, und
haben dementsprechend wenig Ahnung über ihre Rechte und Pflichten. In
unserem Betrieb war ich der einzigste mit dem Background Rettungsdienst
(einer von ca. 20 :-( )
Stephan
--
eMail: stephan at reuter-online.org
Selbst Brasilien liefert ihn nach kurzen Verhandlungen den deutschen
Behörden aus, wenn er sich nicht gerade im Regenwald verkriecht :)
> Ich würde mit solchen Handlungsanweisungen nicht arbeiten wollen.
Sag
> mal der Ärztin, Du willst das schriftlich haben. Wie wird die wohl
> reagieren ?
Ich würde mich auf solche Sachen nur im beisein der Ärztin einlassen,
aber auch nur wenn ich mir gaaaaaaaaaaanz sicher bin. Wir RD'ler
stehen ja sowieso mit einem Bein im Knast, dass zweite muß nich
unbedingt auch noch mit rein :)
Gruss
Jan