ich hatte gestern ein eigenartiges Erlebnis mit dem Notfalldienst, dass mir
doch sehr sehr zu denken gibt...
Meine Freundin hat am Montag (8.8.05) die Mandeln raus bekommen. Am Freitag
wurde sie entlassen. Dann hat sie Freitag nacht starke schmerzen bekommen.
Die ihr mitgegebenen Tabletten Paracetamol 500 halfen nichts...oh Wunder.
Wir sind dann nachts in die Klinik gefahren. Der Arzt hat ihr dann ein
stärkeres Schmerzmittel aufgeschrieben. Soweit, sogut. Leider bekam sie von
den Schmerzmitteln starke Übelkeit. Am Samstag gegen 23:00 Uhr hat sich die
Situation dann zugespitzt. Seit ca. 22 Stunden hatte sie nichtsmehr gegessen
oder getrunken, ein Glas Wasser gegen 20 Uhr hat sie sofort wieder
erbrochen. Wir wollten dann am Samstag um 23:00 Uhr wieder in Klinik fahren.
Sie konnte sich aber nichtmehr auf den Beinen halten, ihr wurde sofort
schwindlig. Ein letzter Versuch aufzusetehen endetet mit Erbrechen, diesmal
nur Galle.
Also HNO Arzt angerufen, dort läuft ein AB und es wird eine Handynummer
genannt, die man im Notfall anrufen könnte. Natürlich geht auch an das Handy
keiner ran. Tolle Sache! Im KH angerufen, der Pförtner sagte man solle sich
an den Notfalldienst wenden.
Dann der Hammer: Ich habe vom Festnetz die 19222 angerufen. Nach 1ner Minute
klingeln hat noch immer keiner abgehoben. Okay, dachte ich mir, vielleicht
stimmt die Nummer ja nicht, war mir nichtmehr so sicher...
Dann vom Festnetz 112 angerufen. Dieselbe scheisse. Es hebt niemand ab!
Okay, vielleicht Telefon defekt, Routing kaput oder irgendwas. Handy
genommen, wieder 112 gewähl, es klingelt...90 sek. später immer noch keiner
drann...Sie wieder erbrochen, also hab ich sie unter winseln ins Auto
getragen und ins KH gefahren...
Dort hat sie dann was gegen die Übelkeit und Schmerzen bekommen und ich
glaub 1 Liter Kochsalzlösung?
Naja, heute gehts ihr Gott sei dank schon wieder besser.
Ehrlich gesagt bin ich echt schockiert wie es sein kann, dass sich an den
Notfallnummern keiner in absehbarer Zeit meldet??
Gut, die Situation war jetzt nicht so brenzlig, dass es auf jede sekunde
angekommen wär. (Eine Stunde hin oder her wär wohl egal gewesen.) Aber was
wenn?? Was macht jemand mit ner Herzattacke, Unfall oder ähnl., wo es auf
jede _sekunde_ ankommt? Zumindest ne Ansage müsste doch drinn sein, damit
man zumindest weiß, dass man richtig ist und z.B. kein technischer Defekt
vorliegt. Oder ein Überlaufrouting auf eine andere Notdienststelle, die sich
zumindest mal anhört um was es geht und dann nach Dringlichkeit entscheidet.
<Stammtsich>Das sind ja _katastrophle_ Zustände. Wo leben wir
eigentlich?</Stammtsich>
Das bereitet mir im moment echt große Sorgen, bisher war ich der Meinung das
man schnell Hilfe bekommt, wenn man sie braucht...
Wie läuft so ein Notruf normalerweise ab? Sind solche Wartezeiten normal?
Gruß
Micha
> Wie läuft so ein Notruf normalerweise ab?
Unter normalen Umständen wäre da natürlich ziemlich zügig jemand ans
Telefon gegangen und hätte Dein Anliegen bearbeitet.
> Sind solche Wartezeiten
> normal?
Nein, auf keinen Fall. Es gibt aber eine ganze Menge an Möglichkeiten,
warum das in die Hose gegangen ist.
Es könnte z.B. sein, daß die Leitstelle just in diesem Moment
ausgelastet war, der Disponent einen anderen Anruf bearbeitet hat, viel
Funkaufkommen war, usw.
Auch ein Hardware- oder Softwareproblem ist nicht auszuschließen. Oder
(ganz profan): Der Disponent war gerade auf dem stillen Örtchen und muß
den Laden allein schmeißen.
Ich an Deiner Stelle würde eine höfliche Anfrage formulieren und Dein
Erlebnis der zuständigen Stelle (bzw. der Leitstelle selbst) mal
vortragen. Ansonsten bleiben ja nur Spekulationen, warum da was
schiefgelaufen ist.
Heiko
"Heiko Aßmus" <de.h...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3mb8mbF...@individual.net...
> Michael Hagen <mhuse...@gmx.de> verzapfte dieses:
> Es könnte z.B. sein, daß die Leitstelle just in diesem Moment ausgelastet
> war, der Disponent einen anderen Anruf bearbeitet hat, viel Funkaufkommen
> war, usw.
Keine Überlaufleitstellen? Das gibts noch?
> Auch ein Hardware- oder Softwareproblem ist nicht auszuschließen. Oder
> (ganz profan): Der Disponent war gerade auf dem stillen Örtchen und muß
> den Laden allein schmeißen.
Alleine im Nachtdienst? Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der Anruf
nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist
--
LG
Viktor Zacek
DGuKP, SEF, NFS, LSD (C-EMD)
> Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
> anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der Anruf
> nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist
Wenn's tutet ist doch die Verbindung hergestellt worden?
Ich kenne einige Telekommunikationsunternehmen, die das sogar in Rechnung
stellen (Asien). "Also hörmal, wir haben über 20000km, teilweise über
Ozeane hinweg, überbrückt, gewährleisten die Sicherstellung der Leitung,
warum sollen wir kein Geld dafür nehmen, wenn am anderen Ende niemand
rangeht? Du wurdest verbunden, das kostet $Geld, Basta."
Gruß,
Markus
>
>
> "Heiko Aßmus" <de.h...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:3mb8mbF...@individual.net...
> > Michael Hagen <mhuse...@gmx.de> verzapfte dieses:
> > Es könnte z.B. sein, daß die Leitstelle just in diesem Moment
> > ausgelastet war, der Disponent einen anderen Anruf bearbeitet hat,
> > viel Funkaufkommen war, usw.
>
> Keine Überlaufleitstellen? Das gibts noch?
In .de denke ich, das es nicht der Standard ist, eine
Überlaifleitstelle zu haben.
Die einzigen die ich kenne sind Lst Heilbronn und Lst Pforzheim, die in
so einem Fall sich zu einer "virtuellen Leitstelle" zusammenschalten
lassen.
s.a.
http://www.swissphone-systems.de/portal/alias__Swissphone/lang__de/tabID
__3547/DesktopDefault.aspx
In .de ist das so, das sich dafür die Leitstellen zusammenschliessen
müssen, und möglichst alles vereinheitlichen, damit nicht zuviel
Overhead rumgeschleppt wird.
Ich kenne auch zwei Leitstellen wo ein solcher virtueller Verbund
geplant war, aber dan an der vereinheitlichung gescheitert ist.
> > Auch ein Hardware- oder Softwareproblem ist nicht auszuschließen.
> > Oder (ganz profan): Der Disponent war gerade auf dem stillen
> > Örtchen und muß den Laden allein schmeißen.
>
> Alleine im Nachtdienst?
Kann schon sein. Darf/Sollte aber nicht sein. Und wenn nicht allein.
einer auf dem Stillen örtchen, der andere nimmt einem Notruf an, dann
kann die Annahme eines zweiten Notrufes eine Zeit dauern.
> Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
> anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der
> Anruf nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist.
Bandansagen sind in .de IMHO leider nur optional und nicht Standard.
Gruß
Simon Schäberle
> Keine Überlaufleitstellen? Das gibts noch?
Ich hab gerade die Tage mit einem Disponent gesprochen. Der sagte
irgendwas in der Richtung, daß der dritte Notruf aus dem gleichen
Ortsnetz wohl ins Leere ginge.
Mir ist ansonsten auch nicht bekannt, daß bei "Überlast" irgendwie
weitergeleitet würde.
> Alleine im Nachtdienst?
Ist hier so. Ja.
> Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
> anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der
> Anruf nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist
Nicht zwingend. Tonbandansage ist hier AFAIK nicht vorgesehen bei
wartenden Anrufen.
Heiko
Auch Disponenten haben menschliche Bedürfnisse.
Und ein Tonband geht bei längst nicht jeder Leitstelle dran (mir fallen
spontan zwei um mich herum ein, bei denen es nur tutet.) Hinweise
wurden zwar aufgenommen "Ja, ist bekannt, wir arbeiten dran".
Auch mal zwei Minuten in ner Warteschleife hängen is nichts besonderes,
obwohl es natürlich nicht vorkommen sollte.
Florian
>
>> Alleine im Nachtdienst? Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
>> anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der
>> Anruf nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist
>
>
> Auch Disponenten haben menschliche Bedürfnisse.
Was aber nicht dazu führen darf, das keiner die Notrufe annimmt.
Leitstellen, die nur mit 1 Person besetzt sind, darf es nicht geben.
Auch nachts nicht. Bei den kleinen FFs, wo es das noch gibt, muss halt
jemand aus der Wachabteilung kommen und den Notruf beantworten. Wenn die
alle draußen sind, muss er sich das Bedürfnis halt einen halbe stunde
verkneifen.
Und wenn die Leitstelle so klein ist, das Nachts nur 1 Disponent da und
keiner im Hintergrund ist, dann ist einfach zu klein und sollte
tunlichst zur Kreisleitstelle aufgeschaltet (NRW) oder in den südlichen
Bundesländern Integiert und mit Redundanzen ausgestattet werden.
> Und ein Tonband geht bei längst nicht jeder Leitstelle dran (mir fallen
> spontan zwei um mich herum ein, bei denen es nur tutet.) Hinweise
> wurden zwar aufgenommen "Ja, ist bekannt, wir arbeiten dran".
> Auch mal zwei Minuten in ner Warteschleife hängen is nichts besonderes,
So etwas kann (und darf) einfach nicht sein, wenn es nicht die absolute
Außnahme ist.
Was ich noch Akzeptierte ist, das Notrufe bei besondere Schadenslage
(Mehrfachanrufe etc.) oder bei allgemein sehr hohen Einsatzaufkommen
nicht innerhalb von 20 Sekunden beantwortet werden. Aber: Das kann man
halt nicht verhinern, ebenso wie technische Fehler nicht. Und bei
Mehrfachanrufen sehe ich ja auch kein Problem, weil es die Hilfe ja
nicht verzögert sondern nur ein bisschen ungutes Gefühl bei den
Anrufenden lässt.
Für alle anderen Situationen andere muss, und da gibt es keine
Diskussion, Qualitätsicherung betrieben werden, die das effektiv
verhindert und sofort Konsequenzen zieht, wenn das öfter vorkommt.
Bis dann,
Thomas
> Was aber nicht dazu führen darf, das keiner die Notrufe annimmt.
Es wird wohl keiner ne 20minütige Sitzung machen und den lieben Gott
einen guten Mann sein lassen... ;-)
> Leitstellen, die nur mit 1 Person besetzt sind, darf es nicht geben.
Sagst Du.
> Auch nachts nicht. Bei den kleinen FFs, wo es das noch gibt, muss
> halt jemand aus der Wachabteilung kommen und den Notruf beantworten.
Und wenn die "Wachabteilung" (oder was auch immer) gar nicht im Haus
oder in der Nähe ist? Wenn gar kein Personal in greifbarer Nähe ist,
das einspringen könnte (mal Kenntnisse der Hard- und Software
unzulässigerweise vorausgesetzt)?
> Wenn die alle draußen sind, muss er sich das Bedürfnis halt einen
> halbe stunde verkneifen.
.... und dann noch ne halbe Stunde... und noch ne halbe Stunde....
*peng*.
> Und wenn die Leitstelle so klein ist, das Nachts nur 1 Disponent da
> und keiner im Hintergrund ist
Leistellenverstärkung wegen Pipipause alarmieren? Das könnte zu
interessanten Gesprächen führen... :-)
> dann ist einfach zu klein und sollte
> [...]
> in den
> südlichen Bundesländern Integiert
Nicht alles südlich von Kiel ist Bayern.
> So etwas kann (und darf) einfach nicht sein, wenn es nicht die
> absolute Außnahme ist.
Und wenn Du noch so oft mit dem Fuß aufstampfst... es ist halt so.
> Für alle anderen Situationen andere muss, und da gibt es keine
> Diskussion, Qualitätsicherung betrieben werden, die das effektiv
> verhindert und sofort Konsequenzen zieht, wenn das öfter vorkommt.
Ich geb Dir gerne die Telefonnummer der zuständigen Behörde.
Heiko
> Thomas van de Kolk <tho...@van-de-kolk.de> verzapfte dieses:
>
>> Was aber nicht dazu führen darf, das keiner die Notrufe annimmt.
>
>
> Es wird wohl keiner ne 20minütige Sitzung machen und den lieben Gott
> einen guten Mann sein lassen... ;-)
>
>> Leitstellen, die nur mit 1 Person besetzt sind, darf es nicht geben.
>
>
> Sagst Du.
>
>> Auch nachts nicht. Bei den kleinen FFs, wo es das noch gibt, muss
>> halt jemand aus der Wachabteilung kommen und den Notruf beantworten.
>
>
> Und wenn die "Wachabteilung" (oder was auch immer) gar nicht im Haus
> oder in der Nähe ist? Wenn gar kein Personal in greifbarer Nähe ist, das
> einspringen könnte (mal Kenntnisse der Hard- und Software
> unzulässigerweise vorausgesetzt)?
>
>> Wenn die alle draußen sind, muss er sich das Bedürfnis halt einen
>> halbe stunde verkneifen.
>
>
> ..... und dann noch ne halbe Stunde... und noch ne halbe Stunde.... *peng*.
>> Und wenn die Leitstelle so klein ist, das Nachts nur 1 Disponent da
>> und keiner im Hintergrund ist
>
>
> Leistellenverstärkung wegen Pipipause alarmieren? Das könnte zu
> interessanten Gesprächen führen... :-)
Das ist dann Organisationsversagen, wenn für die Nachtschicht eine
Personalansatz von 1 Person üblich ist.
>> dann ist einfach zu klein und sollte
>> [...]
>> in den
>> südlichen Bundesländern Integiert
>
>
> Nicht alles südlich von Kiel ist Bayern.
Richtig.
>> So etwas kann (und darf) einfach nicht sein, wenn es nicht die
>> absolute Außnahme ist.
>
>
> Und wenn Du noch so oft mit dem Fuß aufstampfst... es ist halt so.
Ich liebe dieses Nivau ! Danke, das es de.etc.notfallrettung gibt.
Das passt nicht in die professionelle Notfallrettung.
> >> Für alle anderen Situationen andere muss, und da gibt es keine
>> Diskussion, Qualitätsicherung betrieben werden, die das effektiv
>> verhindert und sofort Konsequenzen zieht, wenn das öfter vorkommt.
>
>
> Ich geb Dir gerne die Telefonnummer der zuständigen Behörde.
>
Mach mal.
>Ich hab gerade die Tage mit einem Disponent gesprochen. Der sagte
>irgendwas in der Richtung, daß der dritte Notruf aus dem gleichen
>Ortsnetz wohl ins Leere ginge.
Der n+1te Notruf aus dem Festnetz läuft auf das Besetztzeichen, ein
Mobilfunkteilnehmer wird in so einem Fall weitergeroutet, landet aber
irgendwo und bei irgendwem. Das kann dann die POL oder eine Leitstelle
sein.
>Mir ist ansonsten auch nicht bekannt, daß bei "Überlast" irgendwie
>weitergeleitet würde.
Ist in D eher unüblich, ja.
MfG
Frank
Man muss zur Verteidigung der Leitstelle noch sagen, dass es 5 (in
Worten: fünf) Disponenten zu Stoßzeiten gibt, zwei Funk, drei Telefon.
Aber was willst du machen, wenn Montag morgens alle Krankenhäuser aus
der Umgebung auf die Idee kommen, die KTPs für die ganze Woche
durchzugeben - eingehende Notrufe oder sonstige Spaßanrufe mal außen vor
gelassen.
> Was ich noch Akzeptierte ist, das Notrufe bei besondere Schadenslage
> (Mehrfachanrufe etc.) oder bei allgemein sehr hohen Einsatzaufkommen
> nicht innerhalb von 20 Sekunden beantwortet werden. Aber: Das kann man
> halt nicht verhinern, ebenso wie technische Fehler nicht. Und bei
> Mehrfachanrufen sehe ich ja auch kein Problem, weil es die Hilfe ja
> nicht verzögert sondern nur ein bisschen ungutes Gefühl bei den
> Anrufenden lässt.
Naja, weiss denn der Anrufende, dass er schon der dritte für den selben
Notfall ist? Wenn, dann muss man auch konsequent sein.
> Für alle anderen Situationen andere muss, und da gibt es keine
> Diskussion, Qualitätsicherung betrieben werden, die das effektiv
> verhindert und sofort Konsequenzen zieht, wenn das öfter vorkommt.
Was willst du machen? Es gibt nunmal Planstellen vom Land aus und der
Betreiber wird nen Teufel tun, noch mehr Leute hinzusetzen; zumal dafür
ja auch erstmal die Arbeitsplätze (PC, Telefon etc.pp.) angeschafft
werden müssen.
Man muss ja nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen; aber solange
es nur die Ausnahme und nicht die Regel ist, ists ja OK.
Auch schon erlebt: Es klingt, keiner geht ran, Leitstelle ruft ne halbe
Minute später zurück - das nenn ich Service :-)
> Bis dann,
> Thomas
Florian
>Die einzigen die ich kenne sind Lst Heilbronn und Lst Pforzheim, die in
>so einem Fall sich zu einer "virtuellen Leitstelle" zusammenschalten
>lassen.
>
>oder http://tinyurl.com/ajsg9
Ich bin schwer begeistert:
---------------------------------------------------------------------
Aufgrund eines niedrigeren Auftragsaufkommens zwischen 22 und 6 Uhr
war die Besetzung der Leitstellen in dieser Zeit mit nur einer Person
in der Vergangenheit als ausreichend erachtet worden. Die Novellierung
des Landesrettungsgestzes verlangte nun, dass jede Rettungsleitstelle
permanent mit zwei Personen besetzt sein soll.
----------------------------------------------------------------------
Und die "LÖSUNG":
----------------------------------------------------------------------
Beide Leitstellen sind durch eine spezielle Zusatztechnologie
miteinander vernetzt und haben vollen Zugriff auf das
Einsatzleitsystem und die Notrufe der verbundenen Leitstelle. Dadurch
können beide Leitstellen vollständig die Aufgabe der anderen
Leitstelle übernehmen bzw. unterstützend tätig sein, falls die
verbundene Leitstelle Hilfe benötigt.
Die Technik der beiden Leitstellen überwacht gegenseitig die zügige
Bearbeitung der Notrufe. Falls ein Notruf nicht in der festgelegten
Zeitfrist beantwortet wird, signalisiert das Einsatzleitsystem der
verbundenen Leitstelle dem Disponenten in der Partner-Leitstelle
optisch und akustisch die notwendige Annahme dieses Notrufes.
Der Disponent der Partnerleitstelle kann nun die ausstehenden Notrufe
annehmen, den Einsatz erfassen, sofort sehen, welche Einsatzmittel
(der Partnerleitstelle) verfügbar und am nächsten zum Einsatzort sind,
die Disposition und Alarmierung der Einsatzkräfte veranlassen und den
Einsatz überwachen.
---------------------------------------------------------------------
Jo, "billich, da stehste ja drauf'"
>Kann schon sein. Darf/Sollte aber nicht sein. Und wenn nicht allein.
>einer auf dem Stillen örtchen, der andere nimmt einem Notruf an, dann
>kann die Annahme eines zweiten Notrufes eine Zeit dauern.
Es müssen nur beide an der 112 hängen oder mit etwas wichtigem
beschäftigt sein und die 19222 klingelt bis zum Abwinken.
>Bandansagen sind in .de IMHO leider nur optional und nicht Standard.
Bringen dem Anrufer aber auch keine weiteren Erkenntnisse.
MfG
Frank
>Keine Überlaufleitstellen? Das gibts noch?
Der war gut!
Ein echter Schenkelklopfer.
>Alleine im Nachtdienst? Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
>anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der Anruf
>nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist
Ich durfte mir unlängst auf der 110 ~5 min. Wartemusik anhören. Je
Versuch etwas über 2 min., beim zweiten Mal flog ich dann einfach
raus.
Gut, daß ich die Rufnummer des zuständigen Reviers auswendig wußte.
Vom Festnetz aus habe ich dann die Polizeidirektion angerufen und
wollte wissen, ob man möglicherweise einen Defekt hätte.
"Nein, das wäre alles in Ordnung und da man viel zu tun hätte, sei das
auch völlig normal, daß es etwas dauert, bis jemand rangeht"
Ja dann...
Muß ich erwähnen, daß die Anzahl der Polizeileitstellen hierzulande
erst vor kurzem deutlich reduziert wurde?
Mit teilweise abstrusen Folgen, aber das hebt niemanden an, zumal das
Innenministerium zu berichten weiß, daß das alles völlig reibungslos
und prima läuft.
Schöne neue Welt.
MfG
Frank
>> So etwas kann (und darf) einfach nicht sein, wenn es nicht die
>> absolute Außnahme ist.
>
>
> Man muss zur Verteidigung der Leitstelle noch sagen, dass es 5 (in
> Worten: fünf) Disponenten zu Stoßzeiten gibt, zwei Funk, drei Telefon.
> Aber was willst du machen, wenn Montag morgens alle Krankenhäuser aus
> der Umgebung auf die Idee kommen, die KTPs für die ganze Woche
> durchzugeben
Die KTP Anforderung bei seite zu legen und die 112 Beantworten.
>> Was ich noch Akzeptierte ist, das Notrufe bei besondere Schadenslage
>> (Mehrfachanrufe etc.) oder bei allgemein sehr hohen Einsatzaufkommen
>> nicht innerhalb von 20 Sekunden beantwortet werden. Aber: Das kann man
>> halt nicht verhinern, ebenso wie technische Fehler nicht. Und bei
>> Mehrfachanrufen sehe ich ja auch kein Problem, weil es die Hilfe ja
>> nicht verzögert sondern nur ein bisschen ungutes Gefühl bei den
>> Anrufenden lässt.
>
>
> Naja, weiss denn der Anrufende, dass er schon der dritte für den selben
> Notfall ist?
Nein. Der Anruf ist aber auch in 10 Sekunten abgefragt: "Hauptstraße 10
Brennt es ? Das ist schon bekannt und Fahrzeuge unterwehrs. Auf
wiederhörn".
>> Für alle anderen Situationen andere muss, und da gibt es keine
>> Diskussion, Qualitätsicherung betrieben werden, die das effektiv
>> verhindert und sofort Konsequenzen zieht, wenn das öfter vorkommt.
>
> Was willst du machen? Es gibt nunmal Planstellen vom Land aus und der
> Betreiber wird nen Teufel tun, noch mehr Leute hinzusetzen; zumal dafür
> ja auch erstmal die Arbeitsplätze (PC, Telefon etc.pp.) angeschafft
> werden müssen.
> Man muss ja nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen; aber solange
> es nur die Ausnahme und nicht die Regel ist, ists ja OK.
Hab ich was anderes gesagt ? Ich hab nur ein Scenario konstruiert, wo es
akzeptabel ist. Aber das erstrebenswerte Optimum kann das auch nicht sein.
Bis dann,
Thomas
> Das ist dann Organisationsversagen, wenn für die Nachtschicht eine
> Personalansatz von 1 Person üblich ist.
Woran machst Du das fest?
Nur zum besseren Verständnis: Ich bin vollkommen Deiner Meinung. Aber
die zählt halt nicht viel.
>> Nicht alles südlich von Kiel ist Bayern.
>
> Richtig.
... womit ich sagen wollte, daß eine ILSt durchaus vorhanden ist. Das
hast Du ja als Verbesserungsvorschlag anführen wollen.
> Ich liebe dieses Nivau !
Richtig muß es wohl "Niewoh" heißen.
> Danke, das es de.etc.notfallrettung gibt.
> Das passt nicht in die professionelle Notfallrettung.
Aha. Und was will uns der Künstler damit sagen?
>> Ich geb Dir gerne die Telefonnummer der zuständigen Behörde.
>
> Mach mal.
Und da wirst Du dann eine ergreifende Rede am Telefon halten und am
nächsten Tag sind sämtliche Leitstellen nachts mit mindestens zwei
Disponenten besetzt? Schön wär's.
Heiko
> Auch schon erlebt: Es klingt, keiner geht ran, Leitstelle ruft ne halbe
> Minute später zurück - das nenn ich Service :-)
Das hatte ich auch schon mal, nur eher unfreiwillig, als ich mit der
Interneteinwahl meiner ISDN-Anlage herumgespielt habe und keine
Verbindung zustande brachte. Eine Minute später klingelt es dann auf der
PC-Nummer, ich hebe verdutzt ab und es meldet sich "Polizei-Notruf". Ich
musste dem Beamten versichern, dass es mir gut ging und dann war das
auch ok ;-)
Auf der Bahn wollte ich mal irgendwelche Trümmerteile auf der Fahrbahn
melden. Nach ca. 2 Minuten tuuten war immer noch keiner dran und ich
habe aufgelegt. Zurückgerufen hat auch keiner. Vielleicht hatten da
mehrere Verkehrsteilnehmer die gleiche Idee wie ich.
Gruß Dirk.
--
Beschwerden bitte schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle!
Würde ich so pauschal nicht sagen. Die Ansage: "Hier Rettungsleitstelle
X-Satdt. Alle Abfrageplätze sind belegt, bitte legen Sie nicht auf, Ihr
Notruf wird gleich entgegengenommen."
(Wenn möglich danach noch in Englisch) Würde dem Anrufer signalisieren,
das er durchgekommen ist, aber leider noch kurz warten muss.
Gruß
Simon Schäberle
da der Thread oben sich inzwischen mehr um die Personalplanung einer
Leitstelle dreht, greife ich das Ursprungsposting nochmal auf.
Michael Hagen schrieb:
> ich hatte gestern ein eigenartiges Erlebnis mit dem Notfalldienst, dass mir
> doch sehr sehr zu denken gibt...
Du meinst den Rettungsdienst. "Notfalldienst" könnte hierzulande gerne
mit dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (oder wie der auch immer heißt)
verwechselt werden, bei dem es sich um eine Vertretung der
niedergelassenen Ärzte außerhalb der normalen Sprechstundenzeiten
(Nachts, am Wochenende, etc) handelt.
Nix für ungut, das kann man nur nicht oft genug loswerden.
> Meine Freundin hat am Montag (8.8.05) die Mandeln raus bekommen. Am Freitag
> wurde sie entlassen. Dann hat sie Freitag nacht starke schmerzen bekommen.
> Die ihr mitgegebenen Tabletten Paracetamol 500 halfen nichts...oh Wunder.
> Wir sind dann nachts in die Klinik gefahren. Der Arzt hat ihr dann ein
> stärkeres Schmerzmittel aufgeschrieben. Soweit, sogut. Leider bekam sie von
> den Schmerzmitteln starke Übelkeit. Am Samstag gegen 23:00 Uhr hat sich die
> Situation dann zugespitzt. Seit ca. 22 Stunden hatte sie nichtsmehr gegessen
> oder getrunken, ein Glas Wasser gegen 20 Uhr hat sie sofort wieder
> erbrochen. Wir wollten dann am Samstag um 23:00 Uhr wieder in Klinik fahren.
> Sie konnte sich aber nichtmehr auf den Beinen halten, ihr wurde sofort
> schwindlig. Ein letzter Versuch aufzusetehen endetet mit Erbrechen, diesmal
> nur Galle.
In meinen Augen allemal ein Grund zum Telefon zu greifen und eine
Notrufnummer zu wählen. Es gibt leider viel zu viele Menschen, die sich
das selbst im Falle schwerster Krankheit nicht trauen, weil sie denken,
dass sie damit wichtigere Anrufe blockieren könnten oder der
Rettungsdienst nur zu Verkehrsunfällen kommt, etc etc.
Bevor ich den Rettungsdienst kennenlernen durfte waren meine Hemmungen
auch deutlich größer.
> Dann der Hammer: Ich habe vom Festnetz die 19222 angerufen. Nach 1ner Minute
> klingeln hat noch immer keiner abgehoben. Okay, dachte ich mir, vielleicht
> stimmt die Nummer ja nicht, war mir nichtmehr so sicher...
> Dann vom Festnetz 112 angerufen. Dieselbe scheisse. Es hebt niemand ab!
> Okay, vielleicht Telefon defekt, Routing kaput oder irgendwas. Handy
> genommen, wieder 112 gewähl, es klingelt...90 sek. später immer noch keiner
> drann...Sie wieder erbrochen, also hab ich sie unter winseln ins Auto
> getragen und ins KH gefahren...
> Ehrlich gesagt bin ich echt schockiert wie es sein kann, dass sich an den
> Notfallnummern keiner in absehbarer Zeit meldet??
Beim Respekt für alle Beiträge weiter oben: Da ich jetzt mal davon
ausgehe, dass du mit den 90s nicht übertreibst (in so einer Situation
geht die Zeit allerdings SEHR langsam rum), muss ich Dir vollkommen
zustimmen. Das darf so nicht sein. Leute wählen eine Notrufnummer weil
sie sich selbst nicht mehr zu helfen wissen und dann kann es nicht sein,
dass keiner abhebt. Zum einen sollte die Leitstelle über die
Entsprechende personelle Stärke verfügen, dass die Wartezeiten nicht
überhand nehmen (das kann in meinen Augen nachts in Gebieten mit
geringem Einsatzaufkommen wirtschaftlicherweise auch nur eine Person
sein), zum anderen sollte es eine Selbstvertständlichkeit sein, dass ein
Leitstellenmitarbeiter in solchen Fällen (es gibt einfach Momente, in
denen in einer Leitstelle "der Bär los ist") sofort zurückruft, sobald
er mit seiner momentanen Arbeit fertig ist.
In den Leitstellen mit denen ich bis jetzt zu tun hatte ist das übrigens
auch die Regel so. Die sind dann zwar auch häufig damit beschätigt den
Leuten zu erklären wie man die Tastensperre am Handy einschaltet, aber
das gehört eben zum Service dazu.
> Gut, die Situation war jetzt nicht so brenzlig, dass es auf jede sekunde
> angekommen wär. (Eine Stunde hin oder her wär wohl egal gewesen.) Aber was
> wenn?? Was macht jemand mit ner Herzattacke, Unfall oder ähnl., wo es auf
> jede _sekunde_ ankommt? Zumindest ne Ansage müsste doch drinn sein, damit
> man zumindest weiß, dass man richtig ist und z.B. kein technischer Defekt
> vorliegt. Oder ein Überlaufrouting auf eine andere Notdienststelle, die sich
> zumindest mal anhört um was es geht und dann nach Dringlichkeit entscheidet.
Wie auch oben schon mehrfach erwähnt ist das in .de wohl (noch) nicht
der Standard, aber das für sich gesehen ist auch nicht so schlimm, wenn
denn immer gleich jemand ans Telefon geht.
> <Stammtsich>Das sind ja _katastrophle_ Zustände. Wo leben wir
> eigentlich?</Stammtsich>
no comment :)
> Das bereitet mir im moment echt große Sorgen, bisher war ich der Meinung das
> man schnell Hilfe bekommt, wenn man sie braucht...
Hoffentlich bist Du jetzt nicht völlig abgeschreckt und wirst auch das
nächste mal wieder versuchen einen Notruf abzusetzen, wenn Du Dir
unsicher bist. Als letzte Option wäre Dir dann noch die Polizei unter
110 geblieben. Vielleicht hättest Du dort mehr Erfolg gehabt.
Medizinisch hätte man Dir dort wohl nicht viel weiterhelfen können, aber
dennoch hättest Du (hoffentlich) dann endlich jemand gehabt, der sich um
Dein Anliegen kümmert, was einem ja in dieser Situation schon ein gutes
Gefühl gibt. Außerdem hätten die recherchieren können ob da
eintechnischer Defekt vorliegt oder an deiner Stelle weiter versuchen
können, eine Verbindung zur Rettungsleitstelle herzustellen.
> Wie läuft so ein Notruf normalerweise ab? Sind solche Wartezeiten normal?
Üblicherweise gibt es in einer Leitstelle "Telefonisten" und
"Funkdisponenten". Ein Telefonist nimmt vor allem Anrufe entgegen (die
bei einer Leistelle übrigens nicht nur aus Notrufen bestehen; Häufig
rufen auch die Fahrzeugbesatzungen oder Nachbarleitstellen an). Der
Funkdisponent hat die Aufgabe "seine" Fahrzeuge möglichst Effizient zu
den verschiedenen Einsätzen zu schicken.
Läuft ein Notruf bei einer Leitstelle auf, so wird der Telefonist diesen
Erfassen und sobald die notwendigsten Informationen vorhanden sind,
"poppt" dieser auf dem Bildschirm des Funkdisponenten auf und dieser
kann die benötigten Fahrzeuge alarmieren. Dies passiert in der Regel
sogar noch während der Anrufer noch am Telefon ist. Häufig fragt der
Telefonist dann noch relevante Zusatzinformationen zum Notfall ab (zum
Beispiel den genauen Anfahrtsweg, Vorerkrankungen, etc) und gibt ggf.
Anleitung zu Erste Hilfe Maßnahmen. Bis zur Alarmierung der Fahrzeuge
vergehen also in der Regel nur wenige Sekunden.
Optimalerweise stehen dann binnen weniger Minuten zwei freundliche Sanis
vor Deiner Tür und helfen Dir kompetent ;)
Es sollte eigentlich kein Problem sein, im Falle eines ungewöhnlichen
hohen Aufkommens an Notrufen die Abfragerei auf das nötigste zu
reduzieren um schnell den nächsten Notruf zu bearbeiten. Ich bin schon
des öfteren von Leitstellenmitarbeitern zackig abgewimmelt worden, wenn
auf der Notrufleitung ein Anruf auflief während ich nur mal wieder die
Einsatznummer eines vorhergehenden Einsatzes recherchieren lassen wollte.
Gruß,
Axel
> Und die "LÖSUNG":
>
> ----------------------------------------------------------------------
> Beide Leitstellen sind durch eine spezielle Zusatztechnologie
> miteinander vernetzt und haben vollen Zugriff auf das
> Einsatzleitsystem und die Notrufe der verbundenen Leitstelle. Dadurch
> können beide Leitstellen vollständig die Aufgabe der anderen
> Leitstelle übernehmen bzw. unterstützend tätig sein, falls die
> verbundene Leitstelle Hilfe benötigt.
>
> Die Technik der beiden Leitstellen überwacht gegenseitig die zügige
> Bearbeitung der Notrufe. Falls ein Notruf nicht in der festgelegten
> Zeitfrist beantwortet wird, signalisiert das Einsatzleitsystem der
> verbundenen Leitstelle dem Disponenten in der Partner-Leitstelle
> optisch und akustisch die notwendige Annahme dieses Notrufes.
>
> Der Disponent der Partnerleitstelle kann nun die ausstehenden Notrufe
> annehmen, den Einsatz erfassen, sofort sehen, welche Einsatzmittel
> (der Partnerleitstelle) verfügbar und am nächsten zum Einsatzort sind,
> die Disposition und Alarmierung der Einsatzkräfte veranlassen und den
> Einsatz überwachen.
> ---------------------------------------------------------------------
>
> Jo, "billich, da stehste ja drauf'"
Bedingt billich: es sollte wie schon erwähnt vieles Einheitlich sein
(z.B. Alarmstichworte, beim Secur.CAD gibt es noch weitere Dinge (wie
werden markante Punkte, Unfallschwerpunkte, Grillhütten, KHs, AHs,
Arztpraxen abgespeichert,...)) Denn sonst wird sich die eine Leitstelle
bei der anderen nicht zurechtfinden, und dann kannst den virtuellen
Verbund in der Pfeife rauchen. Von meiner jetzigen Leitstelle weis ich,
das diese Dinge nicht so einfach und billich zu lösen sind (wobei das
ja nur einmalige Kosten wären).
Aber ich denke auch das Ego der Verantwortlichen spielt da eine Rolle
("Unser System ist besser, sollen die unseres Übernehmen"). An wem es
bei meiner jetzigen Leitstelle gescheitert ist weis ich nicht.
Gruß
Simon Schäberle
Heiko Aßmus schrieb:
> Oder (ganz profan): Der Disponent war gerade auf dem stillen Örtchen
> und muß den Laden allein schmeißen.
Sorry, aber das ist Steinzeit. Selbst in unserer KTP-Leitstelle (nachts
nur EIN Auto) gibt´s ein DECT-Telefon, damit der Disponent (nachts und
WE alleine) mal auf´s Klo, zum Kaffeeautomaten etc. kann. Funktioniert
übrigens quasi automatisch - wenn man sich am Tisch per Knopfdruck
abmeldet und kein weiterer Tisch angemeldet ist, dann laufen alle Anrufe
auf´s DECT-Telefon... Die Abmeldezeiten werden übrigens erfasst, wenn
die Abmeldezeiten länger als 15 Minuten sind, dann stellt der zuständige
Abteilungsleiter zumindest mal Fragen......)
> Ich an Deiner Stelle würde eine höfliche Anfrage formulieren und Dein
> Erlebnis der zuständigen Stelle (bzw. der Leitstelle selbst) mal
> vortragen. Ansonsten bleiben ja nur Spekulationen, warum da was
> schiefgelaufen ist.
Nun, sowas "nachzustellen" ist in M-Stadt recht einfach. Man muss nur
ein halbwegs heftiges Unwetter abwarten und schon hängt man auf der
"112" auch einige Zeit in der Warteschleife. Dauer-Freizeichen ohne
Ansage gibt´s hier allerdings nicht, aber auch ein subjektiv endloses
"Bitte Warten" kann extrem nervig sein, wenn man einen akuten Notfall
melden möchte.
Gruß
Erich
--
Wieviel Sauerstoff? "Je blau desto mehr"
>
>>Bandansagen sind in .de IMHO leider nur optional und nicht Standard.
>
> Bringen dem Anrufer aber auch keine weiteren Erkenntnisse.
Oh doch, zumindest könnte man daran erkennen, ob man wenigstens schonmal
richtig "gelandet" ist.
Gruß
Micha
> In meinen Augen allemal ein Grund zum Telefon zu greifen und eine
> Notrufnummer zu wählen. Es gibt leider viel zu viele Menschen, die sich
> das selbst im Falle schwerster Krankheit nicht trauen, weil sie denken,
> dass sie damit wichtigere Anrufe blockieren könnten oder der
> Rettungsdienst nur zu Verkehrsunfällen kommt, etc etc.
Das stimmt allerdings. Ich war schwer am überlegen, ob das nun ein "echter"
Notfall ist oder nicht...
Ihre Mutter meinte auch noch, dass möglicherweise ein Teil der Kosten für
den Einsatz in Rechnung gestellt werden könnte. Ist da was drann?
>
>> Ehrlich gesagt bin ich echt schockiert wie es sein kann, dass sich an den
>> Notfallnummern keiner in absehbarer Zeit meldet??
>
> Beim Respekt für alle Beiträge weiter oben: Da ich jetzt mal davon
> ausgehe, dass du mit den 90s nicht übertreibst (in so einer Situation
> geht die Zeit allerdings SEHR langsam rum), muss ich Dir vollkommen
> zustimmen.
Ich hab grad nochmal im Handy nachgesehen:
Anrufzeit: 22:52 Uhr
Anrufdauer: 1min 34 sek. (In der Homezone (O2 Genion, mit Tonindikator)
"steht" die Verbindung für das Handy schon direkt beim Gesprächsaufbau, dann
wird die Ansage "Home" eingespielt und dann die eigentliche Verbindung
hergestellt. Abzügl. ein paar sekunden für den Verb. Aufbau ergeben sich
damit ca. 90 sek "bimmelzeit.")
Ehrlich gesagt, hätte ich schwören können, dass es mindestens 3-4 Minuten
geklingelt hat, nunja, waren aber doch "nur" 90 sek. Es stimmt, die Zeit
vergeht in so einer Situation sehr sehr langsam vorbei.
> Hoffentlich bist Du jetzt nicht völlig abgeschreckt und wirst auch das
> nächste mal wieder versuchen einen Notruf abzusetzen, wenn Du Dir
> unsicher bist.
Die Hemmschwelle sitzt jetzt schonmal etwas niedriger dort anzurufen. :-)
Gruß
Micha
Simon Schäberle schrieb:
> > Bringen dem Anrufer aber auch keine weiteren Erkenntnisse.
>
> Würde ich so pauschal nicht sagen. Die Ansage: "Hier
> Rettungsleitstelle X-Satdt. Alle Abfrageplätze sind belegt, bitte
> legen Sie nicht auf, Ihr Notruf wird gleich entgegengenommen."
> (Wenn möglich danach noch in Englisch) Würde dem Anrufer
> signalisieren, das er durchgekommen ist, aber leider noch kurz
> warten muss.
...und dass "sein Herzinfarkt" oder "sein Kreislaufstillstand" nun etwas
warten muss, bis die vielen Anrufe "Keller-unter-Wasser" oder "Baum-auf-
Strasse" oder die telefonische Suche nach Hausmeister X von Firma XY
wegen dem Wasserschaden" irgendwie abgearbeitet sind.
Mein Hauptargument gegen "nur eine Notrufnummer"! Jeweils
fachbereichsfremde Ereignisse, die zu einer Spitzenauslastung führen
(z.B. Unwetter) dürfen meiner Meinung nach auf KEINEN FALL andere
Fachbereiche (z.B. den RD, der mit einer Spitzenauslastung "Unwetter"
fachlich nix zu tun hat) in einer Leitstelle beinflussen.
> Keine Überlaufleitstellen? Das gibts noch?
Das ist der Regelfall.
> Mein Hauptargument gegen "nur eine Notrufnummer"! Jeweils
> fachbereichsfremde Ereignisse, die zu einer Spitzenauslastung führen
> (z.B. Unwetter) dürfen meiner Meinung nach auf KEINEN FALL andere
> Fachbereiche (z.B. den RD, der mit einer Spitzenauslastung "Unwetter"
> fachlich nix zu tun hat) in einer Leitstelle beinflussen.
Ich denke eigentlich dafür müsste sich schon eine Lösung finden lassen.
Stell Dir vor in M-Stadt ist Unwetter und auf der 112 laufen den
normalen Mitarbeitern die Drähte heiß, dann könnte man sicherlich eine
technische Lösung derart finden, dass man (was wohl ohnehin bei Unwetter
geschieht) die Leitstelle mit zusätzlichem Personal aufstockt und das
zusätzliche Personal nur für die Unwetter-bezogenen Dinge zuständig ist:
"Feuerwehr/Rettungsdienst M-Stadt"
"Ja, hallo, in meinen Keller läuft Wasser und..."
"Tut mir leid dass ich sie unterbreche, aber ich verbinde Sie in unsere
Unwetter-Zentrale. Wie Sie sich denken können haben die allerdings recht
viel zu tun, im Moment. Legen Sie aber bitte nicht auf."
Und ab in die Warteschleife, die dann vom aufgestockten Personal nach
und nach bearbeitet wird. Der Mitarbeiter ist sofort wieder verfügbar
und kann neue Notrufe entgegennehmen.
Hat man keine Pesonalreserve, kann man sicher auch einen normalen
Mitarbeiter dafür hernehmen (sofern nicht ohnehin nur einer alleine auf
der Leitstelle ist, was dann doch hoffentlich bei keiner integrierten
Leistelle der Fall ist). Man muss eben nur immer sicherstellen dass man
schnellstmöglich dringend von nicht dringend unterscheided und die
Anrufer von nicht dringenden Einsätzen dann warten lässt (alternativ zum
Umleiten der Anrufer in eine Warteschleife kann man im Zweifel auch die
Nummern der Anrufer aufschreiben und nach und nach zurückrufen um die
Adressen aufzunehmen).
Die Feuerwehr kann ja auch nicht alle Keller gleichzeitig auspumpen und
die umgefallenen Bäume von der Straße sammeln. Da müssen sich die Leute
dann ja ohnehin etwas gedulden. Für den Einzelnen sicherlich eine
unangenehme Angelegenheit, aber es geht nicht um Sekunden und schon gar
nicht um Menschenleben.
Axel
Ja richtig. Aber auch diese/beider kann/können mal überlastet sein.
Natürlich ist es besser (und das Gegenteil habe ich nicht behauptet)
mehrere Notrufnummern zu haben. Gerade bei Unwettern, kann dann die
19222 der 112 vorgezogen werden (bin aus BW, das gibt es für die RlSt
diese Nummer).
Da stimme ich Dir vollkommen zu. Nur hat das mit einer eventuell
vorhandenen Bandansage nichts zu tun.
Gruß
Simon Schäberle
> Sorry, aber das ist Steinzeit.
Nein, das war eine Annahme, mehr nicht.
> Selbst in unserer KTP-Leitstelle
... die sowieso das Nonplusultra ist, gell? ;-)
> (nachts nur EIN Auto) gibt´s ein DECT-Telefon,
Unsere Disponenten telefonieren und funken auch mit einem drahtlosem
Headset. Trotzdem isses halt recht schwer, vom Donnerbalken aus einen
Einsatz einzugeben. :-)
Hielte natürlich nicht davon ab, zumindest mal ans Telefon zu gehen.
Heiko
>fachbereichsfremde Ereignisse, die zu einer Spitzenauslastung führen
>(z.B. Unwetter) dürfen meiner Meinung nach auf KEINEN FALL andere
>Fachbereiche (z.B. den RD, der mit einer Spitzenauslastung "Unwetter"
>fachlich nix zu tun hat) in einer Leitstelle beinflussen.
Das war schon immer auch mein Problem mit der europaweit propagierten
112. Allerdings kann man dem bei entsprechend geschultem Personal und
angepaßter Technik so begegnen, daß die unwichtigeren Unwetteranrufe
gleich auf Knopfdruck sonstwohin umgeleitet werden, zur BF oder
meinetwegen auf ein Band, damit für lebensnotwendige Notrufe Platz
bleibt.
Anrufer: Ich hätte nen Notfall zu melden! Aber hier scheint ne Störung
in der Leitung zu sein?!?
Disponent: Nein, kein Problem, ich sitze nur auf dem Klo, ich notiere
mir ihren Notruf nur mal kurz auf einem Blatt Klopapier!
Gruß
--
Thorsten Glöckner
che...@thorsten-gloeckner.de
www.chemie.thorsten-gloeckner.de
>> Keine Überlaufleitstellen? Das gibts noch?
> Die einzigen die ich kenne sind Lst Heilbronn und Lst Pforzheim, die in
> so einem Fall sich zu einer "virtuellen Leitstelle" zusammenschalten
> lassen.
Nun, als "Überlaufleitstellen" würde ich diese Rettungsleitstellen nicht
bezeichnen. Die automatischen Weiterleitung ist nur zu den Zeiten
geschaltet, in denen beide Rettungsleitstellen mit 1-Mann-Besatzung
fahren. So wird die geforderte Doppelbesetzung "virtuell" realisiert.
Wenn bei den versorgten 650.000 Einwohnern mal drei Notrufe parallel
abgefragt werden müssen bzw. neben der Abfrage noch gefunkt wird, wird
der Anrufer nirgendwohin geleitet.
Bei den beiden zuständigen Feuerwehrleitstellen gibt es ebenfalls keine
Weiterleitung zu einer anderen Leitstelle, hier werden die
Leitstellenbesatzungen entsprechend hochgefahren und weitere
Abfrageplätze besetzt (kürzlich waren wir bei einem Unwetter mit 12
Disponenten plus Führungskräfte in der LtS).
>> Jo, "billich, da stehste ja drauf'"
>
> Bedingt billich
Es bleibt bei zwei Leitstellen, insofern ist "billig" da eh der falsche
Ausdruck.
: es sollte wie schon erwähnt vieles Einheitlich sein
> (z.B. Alarmstichworte, beim Secur.CAD gibt es noch weitere Dinge (wie
> werden markante Punkte, Unfallschwerpunkte, Grillhütten, KHs, AHs,
> Arztpraxen abgespeichert,...))
Das kann wohl jedes Einsatzinformationssystem.
> Aber ich denke auch das Ego der Verantwortlichen spielt da eine Rolle
> ("Unser System ist besser, sollen die unseres Übernehmen"). An wem es
> bei meiner jetzigen Leitstelle gescheitert ist weis ich nicht.
Die Vernetzung unterschiedlicher Systeme ist auch ein Problem, keine
Frage. Und die 1:1 Übernahme von bisher gepflegten Datenbanken ist auch
ein Problem, dass man gerne durch das Beibehalten des bestehenden
Systems vermeiden möchte.
Dumm nur, wenn man zum Systemwechsel gezwungen wird, z. B. weil der
bisherige System nicht mehr gepflegt wird.
>> Unsere Disponenten telefonieren und funken auch mit einem drahtlosem
>> Headset. Trotzdem isses halt recht schwer, vom Donnerbalken aus einen
>> Einsatz einzugeben. :-)
>> Hielte natürlich nicht davon ab, zumindest mal ans Telefon zu gehen.
>
>
> Anrufer: Ich hätte nen Notfall zu melden! Aber hier scheint ne Störung
> in der Leitung zu sein?!?
>
> Disponent: Nein, kein Problem, ich sitze nur auf dem Klo, ich notiere
> mir ihren Notruf nur mal kurz auf einem Blatt Klopapier!
*ROFL*
Ich stells mir gerade bildlich vor... köstlich :D
Da sollte mal jemand en Comic zu machen....
> Gruß
Florian
Thomas van de Kolk schrieb:
> > Auch Disponenten haben menschliche Bedürfnisse.
>
> Was aber nicht dazu führen darf, das keiner die Notrufe annimmt.
> Leitstellen, die nur mit 1 Person besetzt sind, darf es nicht geben.
> Auch nachts nicht. Bei den kleinen FFs, wo es das noch gibt, muss
> halt jemand aus der Wachabteilung kommen und den Notruf beantworten.
Sowas lässt sich auch ganz banal mti einem zusätzlichen Telefon auf´m
Klo oder - etwas moderner - mit einem DECT-Telefon ändern. Notruf-TK-
anlagen haben standardmässig Möglichkeiten, auch "einfache" (analoge
oder systemgebundene) Telefone anzuschalten, normale TK-Anlagen sowieso.
>
> Ich bin schwer begeistert:
> ---------------------------------------------------------------------
>....
> ----------------------------------------------------------------------
So die Theorie
>
> Und die "LÖSUNG":
>
> ----------------------------------------------------------------------
> ....
> ---------------------------------------------------------------------
>
Das wird bei uns in den nächsten Wochen realisiert. Bemerkenswert ist, dass
damit virtuell eine Zwei-Mann-Besetzung erfolgt ist, der zweite Mann (auf
der Partnerleitstelle) kann aber viele Anrufe auf "meiner" Leitstelle gar
nicht entgegennehmen, da lediglich die 112 und die 19222 weitergeschaltet
werden.
Hausnotrufe, Amtsleitung (und damit die Verbindungen vom Polizeinotruf) und
die Nummer des Ärztlichen Notdienstes werde nicht weitergeschaltet. Wir
sind auch keine "Pippi-Leitstelle", letzte Woche wurde die Auftragsnummer
40.000 vergeben, dennoch sind wir von 21:00 Uhr bis 07:00 Uhr alleine, wie
übrigens die meisten Leitstellen hier im Bereich.
Die Krönung ist, dass (unbestätigten Gerüchten zufolge) die Besetzung noch
weiter heruntergefahren werden soll, wenn die "virtuelle
Zwei-Mann-Besetzung" realisiert ist.
Ich kann mir (sofern der Ursprungsposter hier wohnt) die Wartezeit durchaus
vorstellen. Nach meinem Kenntnisstand haben wir etwa 1000 Anrufe pro Monat,
die länger als 30 Sekunden klingeln....
M. Schalkalwies
>> Aber was willst du machen, wenn Montag morgens alle Krankenhäuser aus
>> der Umgebung auf die Idee kommen, die KTPs für die ganze Woche
>> durchzugeben
>
> Die KTP Anforderung bei seite zu legen und die 112 Beantworten.
Warum die 112? Die läuft bei der Polizei als Erstalarmierungsstelle
auf ... Notrufe kommen - wie KTP-Anfragen, wie auch mangels anderer,
interner Rufnummer alle übrigen Anliegen - über die 19222.
-thh
> Sowas lässt sich auch ganz banal mti einem zusätzlichen Telefon auf´m
> Klo oder - etwas moderner - mit einem DECT-Telefon ändern. Notruf-TK-
<g> moment mal, ich brauche nur grad einen Stift um mir das zu
notieren - Papier hab ich schon... <ggg>
SCNR!
Viele Grüße,
Sascha
--
Neu: unsere FF hat jetzt auch eine Homepage:
http://www.feuerwehr-berkum.de/
Und die JF unter:
http://www.jf-berkum.de/
> Das stimmt allerdings. Ich war schwer am überlegen, ob das nun ein
> "echter" Notfall ist oder nicht...
Im Zweifelsfall anrufen.
> Ihre Mutter meinte auch noch, dass möglicherweise ein Teil der
> Kosten für den Einsatz in Rechnung gestellt werden könnte. Ist da
> was drann?
Ja, ist es. Die Krankenkassen stellen eine Zuzahlung (?) für den
Transport in Rechnung, die müßte in einer Größenordnung von 20 - 30
EYPO liegen. Wird allerdings nur fällig, wenn der Patient auch
tatsächlich transportiert wird.
> Ich hab grad nochmal im Handy nachgesehen:
> Anrufzeit: 22:52 Uhr
> Anrufdauer: 1min 34 sek.
Zwar nicht ganz soooooo lang, aber für die Annahme eines Notrufs
definitv _zu_ lang.
> Die Hemmschwelle sitzt jetzt schonmal etwas niedriger dort
> anzurufen. :-)
Gut so. Sinnlos abwarten oder irgendwelchen niedergelassenen Ärzten
hinterhertelefonieren bringt im Zweifelsfall auch nichts.
Heiko
> So wird die geforderte Doppelbesetzung
> "virtuell" realisiert.
Unter welchem Gesichtspunkt wird die Doppelbesetzung eigentlich
gefordert? Nur wegen der evtl. mal auftretenden Einsatzhäufung oder
auch um Sicherheit für den Disponenten zu schaffen?
"Ausfall" wegen Übelkeit oder Schlimmerem ist schließlich nicht ganz
auszuschließen.
> Bei den beiden zuständigen Feuerwehrleitstellen gibt es ebenfalls
> keine Weiterleitung zu einer anderen Leitstelle, hier werden die
> Leitstellenbesatzungen entsprechend hochgefahren und weitere
> Abfrageplätze besetzt (kürzlich waren wir bei einem Unwetter mit 12
> Disponenten plus Führungskräfte in der LtS).
Mit jeweils eigenem Arbeitsplatz?
Wir haben jetzt 5 Tische, sind allerdings auch nur für 100k EW
zuständig.
Heiko
>> Unsere Disponenten telefonieren und funken auch mit einem drahtlosem
>> Headset. Trotzdem isses halt recht schwer, vom Donnerbalken aus einen
>> Einsatz einzugeben. :-)
>> Hielte natürlich nicht davon ab, zumindest mal ans Telefon zu gehen.
>
> Anrufer: Ich hätte nen Notfall zu melden! Aber hier scheint ne Störung
> in der Leitung zu sein?!?
>
> Disponent: Nein, kein Problem, ich sitze nur auf dem Klo, ich notiere
> mir ihren Notruf nur mal kurz auf einem Blatt Klopapier!
"Natürlich war da eine leblose Person vor dem Haus Schmidtgasse 9... ich
hab's doch hier, braun auf weiß!"
Mahlzeit - Ralf
--
My animal photo page on the WWW: http://schmode.net (currently offline)
"Best of" portfolio: http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?mypics=254
My "adventure" of learning to ride: http://schmode.net/riding.htm
Mein "Abenteuer", Reiten zu lernen: http://schmode.net/reiten.htm
Florian Thillmann schrieb:
> >> dran". Auch mal zwei Minuten in ner Warteschleife hängen is
> >> nichts besonder es,
> > So etwas kann (und darf) einfach nicht sein, wenn es nicht die
> > absolute Außnahme ist.
>
> Man muss zur Verteidigung der Leitstelle noch sagen, dass es 5 (in
> Worten: fünf) Disponenten zu Stoßzeiten gibt, zwei Funk, drei
> Telefon . Aber was willst du machen, wenn Montag morgens alle
> Krankenhäuser aus der Umgebung auf die Idee kommen, die KTPs für die
> ganze Woche durchzugeben
Dann werden die hoffentlich die für KTP´s publizierte Rufnummer benutzen
und nicht die Notrufnummer 112.
Udn wenn´s eine reine RLSt. ist udn dort nur die 19222 als Rufnummer zur
Verfügung steht, dann muss man eben entsprechende Massnahmen ergreifen,
damit die Leitungen nicht durch "Massenbestellungen von KTP´s" belegt
werden (z.B. zu den "üblichen Bestellzeiten" mehr Personal, Bestellungen
per Fax, eigene Amtsrufnumemr für "Grosskunden" etc.)
Heiko Aßmus schrieb:
> > (nachts nur EIN Auto) gibt´s ein DECT-Telefon,
>
> Unsere Disponenten telefonieren und funken auch mit einem drahtlosem
> Headset. Trotzdem isses halt recht schwer, vom Donnerbalken aus einen
> Einsatz einzugeben. :-)
> Hielte natürlich nicht davon ab, zumindest mal ans Telefon zu gehen.
Eben. Zum Aufnehmen reicht ja erstmal ein Block und ein Stift. Ein ELR-
Arbeitsplatz auf´m Klo wäre ja dann doch ein wenig übertrieben ;-)
> Disponent: Nein, kein Problem, ich sitze nur auf dem Klo, ich notiere
> mir ihren Notruf nur mal kurz auf einem Blatt Klopapier!
Du wirst lachen, aber das Mobiltelefon / Handy auf dem Örtchen ist mir
aus Rufbereitschaftsdiensten nicht völlig unvertraut. Kladde und
Kugelschreiber, und man kann einen Anruf wenigstens annehmen und ggf.
zurückrufen ...
-thh
Axel Auweter schrieb:
> > fachbereichsfremde Ereignisse, die zu einer Spitzenauslastung
> > führen (z.B. Unwetter) dürfen meiner Meinung nach auf KEINEN FALL
> > andere Fachbereiche (z.B. den RD, der mit einer Spitzenauslastung
> > "Unwetter" fachlich nix zu tun hat) in einer Leitstelle
> > beinflussen.
>
> Ich denke eigentlich dafür müsste sich schon eine Lösung finden
> lassen. Stell Dir vor in M-Stadt ist Unwetter und auf der 112 laufen
> den normalen Mitarbeitern die Drähte heiß, dann könnte man
> sicherlich eine technische Lösung derart finden, dass man (was wohl
> ohnehin bei Unwetter geschieht) die Leitstelle mit zusätzlichem
> Personal aufstockt und das zusätzliche Personal nur für die
> Unwetter-bezogenen Dinge zuständig ist:
Die ILSt. München stockt ihr Personal bei solchen Lagen mit den sog.
"ANA"-Plätzen auf. IMHO um 10 oder 12 Mann. Die nehmen nur Anrufe an und
leiten sie an die Disponentenplätze weiter.
Nach deinem Schema müssen aber trotzdem eine grosse Menge Anrufe
angenommen werden, auch wenn der grösste Teil nur kurz abgefragt und
dann auf Warteschleife gelegt wird (was dann übrigens auch die
verfügbaren 112-Leitungen zustopft). Warten die Leute zu lange in der
Warteschleife, so legen sie auf und rufen nochmals an (= noch mehr
Anrufaufkommen).
Zusätzlich steigt so oder so auch das Funkaufkommen, da die Autos
draussen sind und nicht mehr mit Alarmdrucker auf den Wachen alarmiert
werden können. Die für die FF´s und den RD vorgesehenen "Alarmfaxe" sind
dann sowieso unbrauchbar, ist mir schon passiert, dass "mein Einsatz"
erst 30 Minuten nach der Alarmierung aus dem Fax flatterte (wir hatten
kein Eingreifen, waren gerade wieder auf der Wache)
Natürlich hat jede Leitstelle besondere "Pläne", um auch besonders
grossem Anrufaufkommen Herr zu werden, aber eine Garantie dafür, dass
ein Notruf betreffend einer anderen Fachrichtung unverhältnismässig
lange warten muss gibt´s nirgendwo.
> Die Feuerwehr kann ja auch nicht alle Keller gleichzeitig auspumpen
> und die umgefallenen Bäume von der Straße sammeln. Da müssen sich
> die Leute dann ja ohnehin etwas gedulden. Für den Einzelnen
> sicherlich eine unangenehme Angelegenheit, aber es geht nicht um
> Sekunden und schon gar nicht um Menschenleben.
Aber auch bei typischen Unwetterschäden gibt´s dringende und weniger
dringende Einsätze. "Wasser im Keller" ist gut, "Wasser im Keller und
ausgelaufener Öltank" ist besser. Und auch der umgestürzte Baum im Park
interessiert erstmal nicht, der gleichgrosse Baum auf der S-Bahnstrecke,
Autobahn, Festzelt etc. dafür umso mehr. Sowas sollte man also schon am
Telefon abfragen, bevor man jemanden in die "endlose" Warteschleife
schickt, oder? Aber da hat man eh schon fast den gesamten Einsatz
aufgenommen, denn dann ist man schon nach "Wer" und "Wo" schon beim
"Was".
"Ralph A. Schmid, DK5RAS" schrieb:
> >fachbereichsfremde Ereignisse, die zu einer Spitzenauslastung führen
> >(z.B. Unwetter) dürfen meiner Meinung nach auf KEINEN FALL andere
> >Fachbereiche (z.B. den RD, der mit einer Spitzenauslastung
> >"Unwetter" fachlich nix zu tun hat) in einer Leitstelle beinflussen.
> 112. Allerdings kann man dem bei entsprechend geschultem Personal und
> angepaßter Technik so begegnen, daß die unwichtigeren Unwetteranrufe
> gleich auf Knopfdruck sonstwohin umgeleitet werden, zur BF oder
> meinetwegen auf ein Band, damit für lebensnotwendige Notrufe Platz
> bleibt.
...was aber einige Leitungen auf der "112" benötigt, denn wenn das Ding
schon "Warteschleife" heisst, dann warten die Leute dort auch - länger,
als ein normales Gespräch dauern würde und diese eine Ltg. ist erstmal
belegt. Das ganze x30 (S2M) und du dürftest die Kapazität jeder ILSt.
bzgl. freier 112-Kanäle "erschlagen" haben.
>>Alleine im Nachtdienst?
> Kann schon sein. Darf/Sollte aber nicht sein.
Ist in der hiesigen LSt die Regel (abgesehen davon, daß ab und an ein
Fahrer reinschaut). Mehr bezahlen AFAIK die Träger des Rettungsdienstes
nicht.
> Und wenn nicht allein. einer auf dem Stillen örtchen, der
> andere nimmt einem Notruf an, dann
> kann die Annahme eines zweiten Notrufes eine Zeit dauern.
Ja, ein oder zwei Minuten sind bei unglücklichen Umständen IMHO durchaus
drin.
>>Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
>>anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der
>>Anruf nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist.
> Bandansagen sind in .de IMHO leider nur optional und nicht Standard.
--
Erhard Schwenk
Akkordeonjugend Baden-Württemberg - http://www.akkordeonjugend.de/
k-itx webhosting - http://webhosting.k-itx.net/
> Was aber nicht dazu führen darf, das keiner die Notrufe annimmt.
Wer soll sie denn annehmen?
> Leitstellen, die nur mit 1 Person besetzt sind, darf es nicht geben.
> Auch nachts nicht.
Gibt es aber. Zuhauf. Im DRK BW z.B. AFAIK ziemlich flächendeckend. Den
zweiten Disponenten wollen die Träger (dürften wohl die Krankenkassen
sein) nicht finanzieren, mit Hinweis auf die Einsatzdichte. Ist
eigentlich auch kein Problem, der zweite Mann würde sich eh die meiste
Zeit nur langweilen.
> Und wenn die Leitstelle so klein ist, das Nachts nur 1 Disponent da und
> keiner im Hintergrund ist, dann ist einfach zu klein und sollte
> tunlichst zur Kreisleitstelle aufgeschaltet (NRW) oder in den südlichen
> Bundesländern Integiert und mit Redundanzen ausgestattet werden.
Und wer trägt die Kosten dieser Aktion? Von den politischen Problemen,
die mit sowas verbunden sind, mal ganz abgesehen. Glaubst Du im ernst,
irgendein DRK-Kreisverband gibt hier freiwillig seine LSt ab oder
dergleichen?
Man könnte doch einfach den umgekehrten Weg gehen und das Klo gleich in
die Leitstelle integrieren... :-)
Erlebe ich auch immer öfter, dass der Bereitschaftsarzt (Hausarzt-
vertretung, nicht: Notarzt!) nicht erreichbar ist, trotz Handy.
Das scheint einzureissen.
> Im KH angerufen, der Pförtner sagte man solle sich
> an den Notfalldienst wenden.
Tja, das KHS ist halt nunmal stationär.
> Dann der Hammer: Ich habe vom Festnetz die 19222 angerufen. Nach 1ner Minute
> klingeln hat noch immer keiner abgehoben. Okay, dachte ich mir, vielleicht
> stimmt die Nummer ja nicht, war mir nichtmehr so sicher...
Ist nicht überall die richtige Nummer für den Notfall. Vorher
erkundigen! Am besten jetzt gleich. Und alle Jahre wieder neu
fragen, Dinge ändern sich.
> Dann vom Festnetz 112 angerufen. Dieselbe scheisse. Es hebt niemand ab!
> Okay, vielleicht Telefon defekt, Routing kaput oder irgendwas. Handy
> genommen, wieder 112 gewähl, es klingelt...90 sek. später immer noch keiner
> drann...Sie wieder erbrochen, also hab ich sie unter winseln ins Auto
> getragen und ins KH gefahren...
Dann kostet Dich das auch nichts.
Bevor Du allerdings nochmal einen Eigentransport versuchst, versuche
einfach nochmal, den Notruf anzurufen. Notfalls auch die 110 (Polizei).
> Ehrlich gesagt bin ich echt schockiert wie es sein kann, dass sich an den
> Notfallnummern keiner in absehbarer Zeit meldet??
Vor allem, nachdem sich die subjektive Zeit bei sowas extrem dehnt.
> wenn?? Was macht jemand mit ner Herzattacke, Unfall oder ähnl., wo es auf
> jede _sekunde_ ankommt?
Auf die Sekunde kommt es nie an. Dh. wenn es auf die Sekunde ankommt,
dann kommen wir sowieso zu spät. Aber die Zeit für den Notruf addiert
sich natürlich und sollte so klein wie möglich gehalten werden, klar.
> Zumindest ne Ansage müsste doch drinn sein, damit
> man zumindest weiß, dass man richtig ist und z.B. kein technischer Defekt
Die Ansage "Alle Aufnahmeplätze belegt, bitte bleiben Sie in der
Leitung, Sie sind gleich dran" gibt es hier.
> vorliegt. Oder ein Überlaufrouting auf eine andere Notdienststelle, die sich
> zumindest mal anhört um was es geht und dann nach Dringlichkeit entscheidet.
In D selten.
> Das bereitet mir im moment echt große Sorgen, bisher war ich der Meinung das
> man schnell Hilfe bekommt, wenn man sie braucht...
Shit happens.
> Wie läuft so ein Notruf normalerweise ab?
Notrufer wählt, bekommt einen kompetenten Ansprechpartner ans Rohr,
wird sauber und ausreichend abgefragt, ggf. werden bereits gleich-
zeitig Rettungsmittel disponiert, ggf. werden bereits Tips zu
Erste Hilfe Maßnahmen gegeben, ein paar Minuten später trifft
die Hilfe ein.
> Sind solche Wartezeiten normal?
Nein, das ist zu lang.
Beschreibe das möglichst genau (Zeiten!) und bitte schriftlich um
Klärung bei der zuständigen Rettungsleitstelle. Wo die ist, kannst
Du über die Auskunft, die nächste Hilfsorganisation oder notfalls auch
per Anruf auf der Notrufnummer feststellen (mit letzterem blockierst Du
natürlich vielleicht gerade die Ressourcen für einen echten
Notfall...).
Lass das klären.
Und im Zweifelsfall wieder anrufen! Das war hoffentlich eine
Ausnahmesituation.
Servus (und gute Besserung!),
Bernhard
--
Bernhard Nowotny
85625 Glonn, Germany (PGP ID: 0x17B6F58C DSS/DH)
"Life was simple before World War II. After that, we had systems."
-- Rear Admiral Grace Murray Hopper (documented first real computer bug)
>...was aber einige Leitungen auf der "112" benötigt, denn wenn das Ding
>schon "Warteschleife" heisst, dann warten die Leute dort auch - länger,
>als ein normales Gespräch dauern würde und diese eine Ltg. ist erstmal
>belegt. Das ganze x30 (S2M) und du dürftest die Kapazität jeder ILSt.
>bzgl. freier 112-Kanäle "erschlagen" haben.
Ich weiß nicht, wie es bei Anlagenanschlüssen mit der Rufumleitung
schon in der VSt. aussieht...kostet zwar, aber der Anruf ist dann eben
auch "weg".
> Die ILSt. München stockt ihr Personal bei solchen Lagen mit den sog.
> "ANA"-Plätzen auf. IMHO um 10 oder 12 Mann. Die nehmen nur Anrufe an und
> leiten sie an die Disponentenplätze weiter.
>
> Nach deinem Schema müssen aber trotzdem eine grosse Menge Anrufe
> angenommen werden, auch wenn der grösste Teil nur kurz abgefragt und
> dann auf Warteschleife gelegt wird (was dann übrigens auch die
> verfügbaren 112-Leitungen zustopft). Warten die Leute zu lange in der
> Warteschleife, so legen sie auf und rufen nochmals an (= noch mehr
> Anrufaufkommen).
Es ist irgendwie verzwickt. In irgend einen sauren Apfel muss man wohl
einfach beißen: Entweder alles brav nacheinander nach dem "first come -
first served" Verfahren abarbeiten oder Prioritäten verteilen (was
natürlich in der Summe der Zeit am Telefon länger dauert, aber evtl.
dringende Anrufe bevorzugt werden können). Aus de.rec.fahrrad kommt
demnächst bestimmt Schützenhilfe bei der Erstellung eines statistischen
Experiments, welches Verfahren besser ist. :-)
Ich denke mal, dass ein Vollaufen der 112-Leitungen übrigens für die
Analyse nicht erheblich ist, da man - wie erwähnt - auch einfach die
Rückrufnummern notieren kann.
> Zusätzlich steigt so oder so auch das Funkaufkommen, da die Autos
> draussen sind und nicht mehr mit Alarmdrucker auf den Wachen alarmiert
> werden können. Die für die FF´s und den RD vorgesehenen "Alarmfaxe" sind
> dann sowieso unbrauchbar, ist mir schon passiert, dass "mein Einsatz"
> erst 30 Minuten nach der Alarmierung aus dem Fax flatterte (wir hatten
> kein Eingreifen, waren gerade wieder auf der Wache)
Naja, das ist halt München. Eine normale Leitstelle hat Alarmierung,
Auftragsvergabe, Bettenzuteilung, Krankentransport, etc. alles auf einem
BOS-Kanal. Das reicht auch meistens vollkommen aus. Ich kenne Übrigens
auch Leitstellen die haben ungefähr 2/3 des Münchner Einsatzaufkommens
und machen das alles auf einem Kanal. Da wirds dann vielleicht mal ein
wenig eng am Funk im Falle einer besonderen Lage.
> Natürlich hat jede Leitstelle besondere "Pläne", um auch besonders
> grossem Anrufaufkommen Herr zu werden, aber eine Garantie dafür, dass
> ein Notruf betreffend einer anderen Fachrichtung unverhältnismässig
> lange warten muss gibt´s nirgendwo.
Gleichzeitig kann man aber auch immer anders herum argumentieren, dass
gerade eine integrierte Leitstelle hilft, diese einseitigen Spitzen
schneller abzuarbeiten, weil jemand, der normalerweise nur Feruerwehr
machen würde jetzt eben auch Rettungsdiensteinsätze mit aufnehmen kann -
oder umgekehrt. Da beisst sich die Katze in den Schwanz und wie man es
dreht und wendet kommt man vermutlich nicht weiter.
>>Die Feuerwehr kann ja auch nicht alle Keller gleichzeitig auspumpen
>>und die umgefallenen Bäume von der Straße sammeln. Da müssen sich
>>die Leute dann ja ohnehin etwas gedulden. Für den Einzelnen
>>sicherlich eine unangenehme Angelegenheit, aber es geht nicht um
>>Sekunden und schon gar nicht um Menschenleben.
>
>
> Aber auch bei typischen Unwetterschäden gibt´s dringende und weniger
> dringende Einsätze. "Wasser im Keller" ist gut, "Wasser im Keller und
> ausgelaufener Öltank" ist besser. Und auch der umgestürzte Baum im Park
> interessiert erstmal nicht, der gleichgrosse Baum auf der S-Bahnstrecke,
> Autobahn, Festzelt etc. dafür umso mehr. Sowas sollte man also schon am
> Telefon abfragen, bevor man jemanden in die "endlose" Warteschleife
> schickt, oder? Aber da hat man eh schon fast den gesamten Einsatz
> aufgenommen, denn dann ist man schon nach "Wer" und "Wo" schon beim
> "Was".
FullAck.
Axel
--
LG
Viktor Zacek
DGuKP, SEF, NFS, LSD (C-EMD)
> (mit letzterem blockierst Du
> natürlich vielleicht gerade die Ressourcen für einen echten
> Notfall...)
Ich hatte mal eine Frage an die Leitstelle und wollte den Notruf (112 bei
uns hier) nicht blockieren, also Telefonbuch blätter, ah, die 19222. Das
kam mir schon verdächtig vor. Also 19222 wähl, und die übliche Meldung
kommt. Ähhh, sie sind doch der Disponent? Ja. Ich wollte jemanden für eine
Auskunft, Pressestelle oder so, ich will ja nicht den Notruf blockieren.
Das ist nett von Ihnen, da müssen sie auf dem Landratsamt anrufen, Nummer
ist XYZ-0. Danke, wiederhören.
XYZ-0 bedeutet immer Telefonzentrale. Dennoch dort angerufen, ich hätte
gerne eine Auskunft über die Leitstelle. Am besten Pressestelle oder so.
Nettes Fräullein schaut kurz nach, ja ich verbinde Sie, tuut, tuut, tuut
"Leitstelle XYZ" ARGL.
Gruß,
Markus
>> Anrufer: Ich hätte nen Notfall zu melden! Aber hier scheint ne Störung
>> in der Leitung zu sein?!?
>>
>> Disponent: Nein, kein Problem, ich sitze nur auf dem Klo, ich notiere
>> mir ihren Notruf nur mal kurz auf einem Blatt Klopapier!
>
> *ROFL*
> Ich stells mir gerade bildlich vor... köstlich :D
> Da sollte mal jemand en Comic zu machen....
http://www.rippenspreizer.com/4images/details.php?image_id=124
Die Idee dazu stammt übrigens von hier (d.e.n. oder wars der feuerwehrmann?,
Nö, ich glaube, das war hier)
Daniel hat die dann mal umgesetzt.
Gruß,
Markus
> Am Mon, 15 Aug 2005 15:16:17 +0000 (UTC) schrieb Simon Schäberle:
>
> >> Jo, "billich, da stehste ja drauf'"
> >
> > Bedingt billich
>
> Es bleibt bei zwei Leitstellen, insofern ist "billig" da eh der
> falsche Ausdruck.
>
> : es sollte wie schon erwähnt vieles Einheitlich sein
> > (z.B. Alarmstichworte, beim Secur.CAD gibt es noch weitere Dinge
> > (wie werden markante Punkte, Unfallschwerpunkte, Grillhütten, KHs,
> > AHs, Arztpraxen abgespeichert,...))
>
> Das kann wohl jedes Einsatzinformationssystem.
Das es jedes ELS kann destreite ich nicht. Nur muss der jeweilige
Disponent sich auch zurechtfinden.
In Tübingen ist auch Secur.CAD im Einsatz. Wie Du die oben genannten
Punkte ablegst um diese schnell zu finden kann jede Leitstelle
individuell machen
Beipiel: wenn einer von einem Aussiedlerhof anruft, dann gibt der
Disponent "hof" ein und lässt sich dann dann die hinterlegten Daten
anzeigen (evtl. gibt er noch die ersten Buschstaben des Namens des
Hofes ein)
Eine andere Leitstelle kann das aber ganz anderst im ELR abgelegt
haben. Die Vereinheitlichung bezog sich darauf, das die Daten gefunden
werden müssen.
Gruß
Simon Schäberle
> Eben. Zum Aufnehmen reicht ja erstmal ein Block und ein Stift. Ein ELR-
> Arbeitsplatz auf´m Klo wäre ja dann doch ein wenig übertrieben ;-)
Sowas in der Art?
http://funfire.de/lustige/bilder-1153-klo-arbeitsplatz.html
Simon
> Guido Lobermann <lobe...@gmx.de> verzapfte dieses:
>
> > So wird die geforderte Doppelbesetzung
> > "virtuell" realisiert.
>
> Unter welchem Gesichtspunkt wird die Doppelbesetzung eigentlich
> gefordert? Nur wegen der evtl. mal auftretenden Einsatzhäufung oder
> auch um Sicherheit für den Disponenten zu schaffen? "Ausfall" wegen
> Übelkeit oder Schlimmerem ist schließlich nicht ganz auszuschließen.
Es gibt IMHO eine Arbeitstättenverordnung in der steht, das ein MA
nicht länger als 2h alleine in seinem Bereich sein darf (gerade wegen
Übelkeit, Verletzung,...). Wie das bei Kleinbetrieben gehandhabt werden
soll ist mir zwar schleierhaft, aber ich hab die Verordnung nicht
gemacht (wobei ich sie im Wortlaut nicht kenne, vielleicht gilt die
erst ab einer gewissen Mitarbeiterzahl).
Schon aus diesem Gesichtspunkt aus ist eine 1-Mann-Leitstelle nicht
zulässig.
Gruß
Simon Schäberle
> Erlebe ich auch immer öfter, dass der Bereitschaftsarzt (Hausarzt-
> vertretung, nicht: Notarzt!) nicht erreichbar ist, trotz Handy.
> Das scheint einzureissen.
Sicher. Augen- und Zahnärzte erreicht man selten, erstere seltener als
letztere - der normale AND/ÄBD funktioniert aber (wenn man es richtig
macht) dank der Einführung von Notfalldienstzentralen mittwochs und am
Wochenende gut. Die Zentrale ist idR dank zwei Amtsleitungen ein- und
einer ein-/abgehend eigentlich fast immer zu erreichen, dort hat's
dann Telefonist, Fahrer und zwei Ärzte.
-thh
--
Thomas Hochstein * t...@mail.th-h.de * http://www.th-h.de/
Schreiberliste und FAQ von d.e.n.: http://www.th-h.de/den/
Bitte vor Fragen zu vermutlich häufiger kommenden Themen
einen Blick in die FAQ werfen! --- Danke. :)
> Am Mon, 15 Aug 2005 12:00:02 +0000 (UTC) schrieb Simon Schäberle:
>
> >> Keine Überlaufleitstellen? Das gibts noch?
>
> > Die einzigen die ich kenne sind Lst Heilbronn und Lst Pforzheim,
> > die in so einem Fall sich zu einer "virtuellen Leitstelle"
> > zusammenschalten lassen.
>
> Nun, als "Überlaufleitstellen" würde ich diese Rettungsleitstellen
> nicht bezeichnen. Die automatischen Weiterleitung ist nur zu den
> Zeiten geschaltet, in denen beide Rettungsleitstellen mit
> 1-Mann-Besatzung fahren. So wird die geforderte Doppelbesetzung
> "virtuell" realisiert.
Zur Abarbeitung von Großschadenslagen ist dieser Verbund sicher nicht
geeignet und auch nicht gedacht.
Unser Leitstellenleiter hat mal gesagt: Befor ich nachts einen
Kreisalarm auslöse sitzen hier min. 3 Disponenten.
Mit ist es des Nachts schon passiert, als EA RTW-Besatzung meinen RA
abgeben zu müssen (Springer Leitstelle, In der Nachtdienstwoche fährt
er RTW), der hat die Leitstelle verstärkt, und ich hab den Hintergrund
RA im Stadtgebiet aufgenommen um wieder einsatzklar zu sein.
Gruß
Simon SChäberle
Stimmt. Dummerweise kann ich von meinem Handy trotz Tastensperre die 112
und 911 (sic!) wählen. ;-)
--
MfG
Stefan Brüning
Bei mir waren es 10 EUR. :-(
--
MfG
Stefan Brüning
Ich denke hier sollten rasch LST-Verbünde gebildet werden, um die
KleinLeitstellen aufzulassen, denn erst ab eine gewissen Grösse rechnet sich
die Investition in moderne Technologie.
> Nicht zwingend. Tonbandansage ist hier AFAIK nicht vorgesehen bei
> wartenden Anrufen.
>
Aha in unserem TelekomGesetz ist es zwingend vorgesehen, damit der Anrufer
immer sicher ist, dass er an der richtigen "Stelle" gelandet ist.
So sehr ich seit 30 Jahren die Ausbildung etc bei Euch neidvoll betrachte,
so sehr bin ich bei Leiststellendiskussion stolzgeschwellt :-)))
Aber vielleicht erlebe ich noch dass Beides in beiden Ländern ein gleich
gutes Niveau hat.
Wenn man davon absieht das Überläufe regional von jeweils zwei benachbarten
Standorten abgefangen werden.
Und in Summe wirds sogar billiger ...
>Viktor Zacek schrieb:
>
>> Aber da kein Tonband etc kam ist eigentlich
>> anzunehmen, dass die Störung bei der Telekom lag und deswegen der Anruf
>> nicht mal bis zur Bandansage gekommen ist
>
>Wenn's tutet ist doch die Verbindung hergestellt worden?
Beim Notruf hier kommt eine Meldung "Notruf, bitte legen Sie nicht
auf". Und einige Sekunden später klingelt erst der Notruf beim
Disponenten. Und wenn die Ansage nicht kommt, dann ist da was schief
gelaufen.
Viele Grüße,
Heiko
--
http://www.computerbetrug.de - Gegen Straftaten im Internet
http://www.dialerhilfe.de - Gegen unseriöse Dialer
>Bernhard Nowotny schrieb:
>
>> Erlebe ich auch immer öfter, dass der Bereitschaftsarzt (Hausarzt-
>> vertretung, nicht: Notarzt!) nicht erreichbar ist, trotz Handy.
>> Das scheint einzureissen.
>
>Sicher. Augen- und Zahnärzte erreicht man selten, erstere seltener als
>letztere - der normale AND/ÄBD funktioniert aber (wenn man es richtig
>macht) dank der Einführung von Notfalldienstzentralen mittwochs und am
>Wochenende gut. Die Zentrale ist idR dank zwei Amtsleitungen ein- und
>einer ein-/abgehend eigentlich fast immer zu erreichen, dort hat's
>dann Telefonist, Fahrer und zwei Ärzte.
>
Ich hatte hier schon den Fall (speziell im Nachbarlandkreis), da waren
für drei aufeinanderfolgende Tage keine Ärzte im Notdienst. Ich hatte
da ne Sache, die eigentlich kein Fall für den Notarzt war und habe
dann 1,5 Stunden rumtelefoniert um nen Arzt zu kriegen. Auswahl der
Antworten "_dazu_ habe ich jetzt eigentlich keine Lust", "ich habe
keinen Notdienst" und dazwischen viele Anschlüsse, bei denen keiner
ranging.
>> Auch Disponenten haben menschliche Bedürfnisse.
>
>Was aber nicht dazu führen darf, das keiner die Notrufe annimmt.
>Leitstellen, die nur mit 1 Person besetzt sind, darf es nicht geben.
Gibt es aber.
>Wenn die
>alle draußen sind, muss er sich das Bedürfnis halt einen halbe stunde
>verkneifen.
>
Auch das ist eine eher theoretische Aussage.
>> Und ein Tonband geht bei längst nicht jeder Leitstelle dran (mir fallen
>> spontan zwei um mich herum ein, bei denen es nur tutet.) Hinweise
>> wurden zwar aufgenommen "Ja, ist bekannt, wir arbeiten dran".
>> Auch mal zwei Minuten in ner Warteschleife hängen is nichts besonderes,
>
>So etwas kann (und darf) einfach nicht sein, wenn es nicht die absolute
>Außnahme ist.
>
Ist aber so. Nicht üblich, aber durchaus im Rahmen des zu erwartenden.
>Was ich noch Akzeptierte ist, das Notrufe bei besondere Schadenslage
>(Mehrfachanrufe etc.) oder bei allgemein sehr hohen Einsatzaufkommen
>nicht innerhalb von 20 Sekunden beantwortet werden.
Es dauert doch schon fast 20 Sekunden von wählen bis es klingelt. Hier
zumindest. Und dann muß erst noch jemand hingehen. 20 Sekunden ist
verdammt wenig.
>Für alle anderen Situationen andere muss, und da gibt es keine
>Diskussion, Qualitätsicherung betrieben werden, die das effektiv
>verhindert und sofort Konsequenzen zieht, wenn das öfter vorkommt.
Nicht, dass ich nicht Deiner Meinung wäre, aber Du lebst in einer
Traumwelt...
> > Ich hab gerade die Tage mit einem Disponent gesprochen. Der sagte
> > irgendwas in der Richtung, daß der dritte Notruf aus dem gleichen
> > Ortsnetz wohl ins Leere ginge.
> > Mir ist ansonsten auch nicht bekannt, daß bei "Überlast" irgendwie
> > weitergeleitet würde.
>
> Ich denke hier sollten rasch LST-Verbünde gebildet werden, um die
> KleinLeitstellen aufzulassen, denn erst ab eine gewissen Grösse
> rechnet sich die Investition in moderne Technologie.
Als Kleinstleitstellen würde ich weder Heilbronn noch Pforzheim noch
Tübingen bezeichnen. Alle drei haben IMHO im Jahr zw. 40k und 60k
Einsätze (KTP, Rettung) und zusätzlich Leisten Sie noch die Vermittlung
des Kassenärztlichen Notdienstes (HN und TÜ sicher, PF?).
Nur zw. 22 und 6 Uhr lohnt es sich nicht die jeweiligen
Einzelleitstellen mit mehr als einem Disponenten zu besetzen.
> > Nicht zwingend. Tonbandansage ist hier AFAIK nicht vorgesehen bei
> > wartenden Anrufen.
> >
> Aha in unserem TelekomGesetz ist es zwingend vorgesehen, damit der
> Anrufer immer sicher ist, dass er an der richtigen "Stelle" gelandet
> ist.
Ich nehme an, das gilt nicht für Privatkunden, sondern nur für Stellen
wie Rettungsleitstellen, Feuerwehr, Polizei, vielleicht noch Strom-,
und Gasversorgung?
Gruß
Simon Schäberle
Bei euch vielleicht. In Bayern hat die Kassenärztliche Vereinigung
zwei Call-Center (in München gibt's noch eine Privatärztliche
Vermittlung, die ist naturgemäß sehr geldgierig^Wkundenfreundlich).
Von dort wird systemimmanent sehr ortsunkundig der zuständige Arzt
ausgewählt und über die von ihm angegebene Telefonnummer (meist
ein unerreichbares Handy) benachrichtigt.
Der Arzt fährt dann selbst bzw. holt sich ein Taxi. In seltenen
Fällen leistet er sich einen Fahrer, ggf. in Kooperation mit
einer HiOrg (soll es in Bayern geben, ich kenne aber keinen).
Servus,
In Tü laufen KHs, Anrufe von Polizeidienststellen (Aussnahme der
Direktleitung) getrennt auf. Der Disponent sieht also ob es sich um
einen Notruf handelt, ob das Uniklinikum anruft, eine Anruf der FFW auf
der Direktleitung kommt oder ob jemand die Nummer der kassenärztlichen
Vermittlung gewählt hat. Jeder Disponent kann dan entscheiden welchen
Anruf er zuerst annimmt, oder wen er bittet später nochmal
anzurufen/selbst zurück zu rufen.
Gruß
Simon Schäberle
>> Eben. Zum Aufnehmen reicht ja erstmal ein Block und ein Stift. Ein ELR-
>> Arbeitsplatz auf´m Klo wäre ja dann doch ein wenig übertrieben ;-)
>
>Sowas in der Art?
>http://funfire.de/lustige/bilder-1153-klo-arbeitsplatz.html
Du weißt, das es eine Theorie gibt, hätte jeder Retter einen solchen
Arbeitsplatz und würde dabei ständig mit Nahrungsmitteln versorgt,
gäbe es keine Unfälle mehr?
David
IMHO 10% des Auftragswertes maximal 10 minimal 5 Euronen. Ausser für die
Eigenanteilsbefreiten.
Gruß,
jens
--
Computer einfach erklärt... (nicht auf meinen Mist gewachsen:o))
328: Wir haben einen Agenten erstellt, der fuer den Kunden den Markt
analysiert und die Ergebnisse zusammengefasst darstellt.
Datenklau. (Kristian Köhntopp)
>> Bringen dem Anrufer aber auch keine weiteren Erkenntnisse.
>
>Würde ich so pauschal nicht sagen. Die Ansage: "Hier Rettungsleitstelle
>X-Satdt. Alle Abfrageplätze sind belegt, bitte legen Sie nicht auf, Ihr
>Notruf wird gleich entgegengenommen."
Ich meinte es in Bezug auf den noch zu erwartenden Zeitraum, bis der
Anruf bearbeitet werden kann.
Am schlimmsten sind die Anschlüsse, bei denen sich grundsätzlich
erstmal die Labermaschine meldet. Das macht dann von vorneherein einen
überlasteten Eindruck.
MfG
Frank
> Ich denke hier sollten rasch LST-Verbünde gebildet werden, um die
> KleinLeitstellen aufzulassen, denn erst ab eine gewissen Grösse
> rechnet sich die Investition in moderne Technologie.
"Meine" Leitstelle ist vier Wochen alt. Ich würd die schon als
einigermaßen modern bezeichnen. :-)
Außerdem seh ich (wohl auch durch eher begrenzte Fachkenntnis) nicht so
einen Riesenvorteil in der Vernetzung von zwei Leitstellenbereichen.
Ich halte die Besetzung mit zwei Disponenten da für eher zielführend.
Außerdem darfst Du die .at-Maßstäbe nicht unbedingt nnlegen. In .de ist
es nicht üblich, daß jede RTW-Garage ihre eigenes "Leitstellchen" hat.
> Aha in unserem TelekomGesetz ist es zwingend vorgesehen, damit der
> Anrufer immer sicher ist, dass er an der richtigen "Stelle" gelandet
> ist.
Find ich auch nicht verkehrt. Sollte aber wirklich nur dann anspringen,
wenn der Disponent gerade anderweitig beschäftig ist.
Heiko
> In Tü laufen KHs, Anrufe von Polizeidienststellen (Aussnahme der
> Direktleitung) getrennt auf. Der Disponent sieht also ob es sich um
> einen Notruf handelt, ob das Uniklinikum anruft, eine Anruf der FFW
> auf der Direktleitung kommt oder ob jemand die Nummer der
> kassenärztlichen Vermittlung gewählt hat.
Ist bei uns jetzt auch so: Die "üblichen Verdächtigen" sind zu
Benutzergruppen zusammengefaßt und sind beim Anruf schon als solche
erkennbar. Das ist recht komfortabel, wenn man beispielsweise als
RTW-Besatzung im laufenden Einsatz die LSt anruft. Dann kann sich der
Disponent schon denken, daß das Anliegen eine gewisse Priorität hat.
Außerdem erlaubt das System auf diese Weise ein kostenfreies Pseudo-FMS
für
Fahrzeuge ohne BOS-Funk.
Heiko
Damit erfüllt sie das Kriterium zu klein und nicht mehr kostengünstig
(Personal, Personalreserve, Investkosten) zu führen.
> Ich nehme an, das gilt nicht für Privatkunden, sondern nur für Stellen
> wie Rettungsleitstellen, Feuerwehr, Polizei, vielleicht noch Strom-,
> und Gasversorgung?
>
Da wir hier über Rettungsleitstellen oder Leitstellen allgemein reden, habe
ich mich natürlich nicht auf sonstige Privat oder Firmenanschlüsse bezogen.
> Stimmt. Dummerweise kann ich von meinem Handy trotz Tastensperre die
> 112 und 911 (sic!) wählen. ;-)
Geht auch 08? Habbich durch Zufall mal rausgefunden.
Heiko
>Es dauert doch schon fast 20 Sekunden von wählen bis es klingelt. Hier
>zumindest.
Speziell auf der Notrufnummer, oder ganz allgemein? Kommt mir recht
lang vor...
> Damit erfüllt sie das Kriterium zu klein und nicht mehr kostengünstig
> (Personal, Personalreserve, Investkosten) zu führen.
Würde ich so pauschal nicht sagen. Ob ein zweiter Disponent nachts sich
"lohnt", ist erstmal Ermessenssache des Betreibers.
Heiko
Nein. "08" geht nicht.
--
S.B.
"Die FW ist eine (straffe und organisierte) Führung ggf. vor Ort gewohnt."
E.K. in feuerwehrmann.allgemein
Bei uns übernimmt das die CCAnlage - es gibt auch keine Direktleitungen zu
POL oder FW mehr.
Jeder Mitarbeiter hat seine Skills (Befähigungen) und entsprechend der
Klassifikation des Calls (Notruf, Berg-, Höhlenrettungsnotruf,
Sekundärhotline, ärztl. Bereitschaftsdienst, KTP Nummern, Kursauskunft etc
und Wartezeit in der jeweiligen Kategorie) wird ein freier geeigneter
Mitarbeiter gesucht.
Mitarbeiter die neben ihren Skills auch noch als Dispo eingeloggt sind,
bekommen nur Notrufe wenn alle "Telefonisten" besetzt sind und die
eingestellte Wartezeit überschritten ist. Dispos bekommen dafür die Anrufe
ihrer Fahrzeuge durchgestellt.
Es werden den Telefonisten keine Wartezeiten angezeigt, damit sie sich auf
das jeweils laufende Gespräch konzentrieren können. Obwohl wir von 47
Leitstellen auf 1 mit 8 Standorten reduziert haben, sind die Wartezeiten
fast völlig zurückgegangen.
Wie bei uns - da hängen sie am LEBIG CallCenter, die Anrufe werden von
Ärzten entgegengenommen, viele Anrufe können telefon gelöst werden, oder der
(regional) diensthabende Bereitschaftsdienst losgeschickt, oder den im
selben Raum sitzenden LSDs NA, RTW oder KTW Einsätze/Aufträge weitergegeben.
>
> Von dort wird systemimmanent sehr ortsunkundig der zuständige Arzt
> ausgewählt und über die von ihm angegebene Telefonnummer (meist
> ein unerreichbares Handy) benachrichtigt.
>
Bei uns sind alle möglichen Adressen mit dem "richtigen" Handy hinterlegt.
Der CC Arzt kann entweder einen Visitenauftrag per Mausklick an das Handy
mit SMS senden, oder wenn er lieber mit dem Kollegen plaudert sich auch per
Mausklick verbinden lassen.
Lg Viktor
Ich geniesse es in einer Landesleitstelle zu worken, die sicherheitshalber
auf mehrere Standorte verteilt ist, egal was ausfällt, egal was passiert -
es läuft weiter. Auch wir waren skeptisch, aber heute kann ich auch
Leitstellenbereiche disponieren, die am anderen Ende des Bundeslandes sind.
(Tu ich natürlich nur wenns undbedingt sein muss)
> Ich halte die Besetzung mit zwei Disponenten da für eher zielführend.
> Außerdem darfst Du die .at-Maßstäbe nicht unbedingt nnlegen. In .de ist es
> nicht üblich, daß jede RTW-Garage ihre eigenes "Leitstellchen" hat.
>
In NÖ auch nicht mehr ...
> Find ich auch nicht verkehrt. Sollte aber wirklich nur dann anspringen,
> wenn der Disponent gerade anderweitig beschäftig ist.
>
Ja - wobei der Disponent bei uns nur mehr in Ausnahmefällen Telefonate
bekommt, ausser von seinen Fahrzeughandys.
>> Sicher. Augen- und Zahnärzte erreicht man selten, erstere seltener als
>> letztere - der normale AND/ÄBD funktioniert aber (wenn man es richtig
>> macht) dank der Einführung von Notfalldienstzentralen mittwochs und am
>> Wochenende gut. Die Zentrale ist idR dank zwei Amtsleitungen ein- und
>> einer ein-/abgehend eigentlich fast immer zu erreichen, dort hat's
>> dann Telefonist, Fahrer und zwei Ärzte.
>
> Bei euch vielleicht.
Ack.
> In Bayern hat die Kassenärztliche Vereinigung
> zwei Call-Center (in München gibt's noch eine Privatärztliche
> Vermittlung, die ist naturgemäß sehr geldgierig^Wkundenfreundlich).
Oh ja, die müssen toll sein. Eine ehemalige Kollegin ist nach Bayern
verzogen und hat dort gejobbt. Ich hatte sie IIRC dreimal wegen
arbeitsrechtlicher Fragen am Telefon. *eg*
> Von dort wird systemimmanent sehr ortsunkundig der zuständige Arzt
> ausgewählt und über die von ihm angegebene Telefonnummer (meist
> ein unerreichbares Handy) benachrichtigt.
Ja, das ist eine ... äh ... tolle Idee. Aber es ist sicher günstiger.
> Der Arzt fährt dann selbst bzw. holt sich ein Taxi. In seltenen
> Fällen leistet er sich einen Fahrer, ggf. in Kooperation mit
> einer HiOrg (soll es in Bayern geben, ich kenne aber keinen).
Hier fuhren früher die HiOrgs; nachdem die sich erst gegenseitig
gedumpt haben, wollte man jetzt Beträge, mit denen man kein Minus
macht - seitdem sind die Fahrer direkt bei der KV angestellt. (Nein,
ich glaube nicht, daß das in der Summe für die KV billiger wird, weil
man ja jetzt auch noch das Auto bezahlen muß, aber gut. Mir soll's
recht sein. ;))
-thh
--
Thomas Hochstein * t...@mail.th-h.de * http://www.th-h.de/
Schreiberliste und FAQ von d.e.n.: http://www.th-h.de/den/
Bitte vor Fragen zu vermutlich häufiger kommenden Themen
einen Blick in die FAQ werfen! --- Danke. :)
> Ich hatte hier schon den Fall (speziell im Nachbarlandkreis), da waren
> für drei aufeinanderfolgende Tage keine Ärzte im Notdienst. Ich hatte
> da ne Sache, die eigentlich kein Fall für den Notarzt war und habe
> dann 1,5 Stunden rumtelefoniert um nen Arzt zu kriegen. Auswahl der
> Antworten "_dazu_ habe ich jetzt eigentlich keine Lust", "ich habe
> keinen Notdienst" und dazwischen viele Anschlüsse, bei denen keiner
> ranging.
Das ist eben der Vorteil des organisierten Notdienstes - man hat (a)
immer einen Anprechpartner und (b) in der Belegschaft oft einen hohen
Anteil "freischaffender" Ärzte, seien es auswärtige Niedergelassene,
Kliniker oder solche, die sich ihren Lebensunterhalt ausschließlich
als Notdienst / NA verdienen, was in der Regel ein gewisses Interesse
für die Thematik bedingt und die Qualität _ganz_ deutlich hebt.
Korrigiere, es sind drei, München für Ober- und Niederbayern, Augsburg
für Schwaben und die Oberpfalz, ev. auch noch Oberfranken. Mittel- und
Unterfranken werden in Nürnberg abgefragt.
> Von dort wird systemimmanent sehr ortsunkundig der zuständige Arzt
> ausgewählt und über die von ihm angegebene Telefonnummer (meist
> ein unerreichbares Handy) benachrichtigt.
Du weißt ja:
0 1 8 0 5 / 19 12 12
Ärzte aus deiner Umgebung :-)
--
Gruß
Oliver
>> Es dauert doch schon fast 20 Sekunden von wählen bis es klingelt. Hier
>> zumindest.
>
> Speziell auf der Notrufnummer, oder ganz allgemein?
Vermutlich ersteres. Wenn man bspw. die 19222 über
Anrufweiterschaltungen von der örtlichen RW zur Leitstelle leitet ...
-thh
--
<http://www.kanzlergenerator.de/index.php?kanzler=65435&an=Sie&von=jemand>
Ich sprach rein von der Notrufnummer. Ich habs noch nicht gestoppt, es
dauert aber wirklich subjektiv "lang". Wenn ich dazu komme messe ich
mal.
Erhard Schwenk wrote:
> Man könnte doch einfach den umgekehrten Weg gehen und das Klo gleich in
> die Leitstelle integrieren... :-)
Oder dem Disponenten zum DECT-Telefon ein PDA mit Bluetooth- oder so
Schnittstelle zum Leitstellenrechner spendieren, dann müßte er doc an
allen Orten allzeit bereit sein… ;-)
Gruß
Roland
>>>So wird die geforderte Doppelbesetzung
>>>"virtuell" realisiert.
>>Unter welchem Gesichtspunkt wird die Doppelbesetzung eigentlich
>>gefordert? Nur wegen der evtl. mal auftretenden Einsatzhäufung oder
>>auch um Sicherheit für den Disponenten zu schaffen? "Ausfall" wegen
>>Übelkeit oder Schlimmerem ist schließlich nicht ganz auszuschließen.
> Es gibt IMHO eine Arbeitstättenverordnung in der steht, das ein MA
> nicht länger als 2h alleine in seinem Bereich sein darf (gerade wegen
> Übelkeit, Verletzung,...).
Wäre mir neu. In der hiesigen LSt ist der Disponent im Grunde jede Nacht
alleine besetzt. Allerdings kommt ab und an mal ein Fahrer oder
Beifahrer vorbei und bringt Transportscheine mit, die von den
Disponenten zwecks Kostenersparnis selbst erfaßt werden (sofern sie grad
keine anderen Aufgaben haben natürlich).
Ansonsten gibts Bewegungsmelder in der LSt, wenn sich der Disponent
länger als 5 Minuten oder so nicht bewegt, lösen die zunächst ne Sirene
und anschließend ne Meldeschleife aus, die auch bei der Wache nebenan
einschlägt. Gab wohl ab und an schon lustige Situationen, wenn der
Disponent grad mal etwas länger aufs Klo mußte und der Alarm losging.
Und natürlich hat der Disponent Funk, Telefon und alle möglichen
sonstigen Kommunikationsmittel, um sich wenns ihm mal schlecht geht
bemerkbar zu machen. In dem Fall kommt dann wohl übergangsweise jemand
von der Wache in die LSt, bis die Leitstellenverstärkung da ist.
Das risiko von Wegen plötzliche Bewußtlosigkeit ist schon deshalb
relativ gering, weil der Disponent ja praktisch alle paar Minuten mit
irgendjemandem in Funkkontakt treten muß. Das fiele ziemlich schnell
auf, wenn der sich nicht meldet, und nahezu ebenso schnell wäre - im
Zweifel von der unmittelbar benachbarten Klinik - ein Arzt da. Jeder
andere Arbeitsplatz dürfte in Bezug auf "plötzlich umgekippt und leblos
dagelegen" deutlich gefährlicher sein.
> Wie das bei Kleinbetrieben gehandhabt werden
> soll ist mir zwar schleierhaft, aber ich hab die Verordnung nicht
> gemacht (wobei ich sie im Wortlaut nicht kenne, vielleicht gilt die
> erst ab einer gewissen Mitarbeiterzahl).
Ich bezweifle ehrlich gesagt, daß es diese Verordnung wirklich gibt.
Kannst Du das mal mit Quellen unterfüttern?
> Schon aus diesem Gesichtspunkt aus ist eine 1-Mann-Leitstelle nicht
> zulässig.
Ich sehe keinen Sinn darin, nachts noch eine Person sinnlos rumsitzen zu
sehen, die eh 99% der Zeit überflüssig ist. Und die Kostenträger sehen
das wie gesagt wohl auch so.
--
Erhard Schwenk
Akkordeonjugend Baden-Württemberg - http://www.akkordeonjugend.de/
k-itx webhosting - http://webhosting.k-itx.net/
Dito in Göppingen. Bei der letzten Zählung AFAIK über 50k Einsätze/Jahr.
Und die LSt istziemlich modern ausgestattet. Wird allerdings wohl
demnächst mit der Feuerwehr-LSt (5k Einsätze/Jahr) zusammengelegt, dann
gibts auch nachts ne Doppelbesetzung.
>>>Nicht zwingend. Tonbandansage ist hier AFAIK nicht vorgesehen bei
>>>wartenden Anrufen.
>>Aha in unserem TelekomGesetz ist es zwingend vorgesehen, damit der
>>Anrufer immer sicher ist, dass er an der richtigen "Stelle" gelandet
>>ist.
> Ich nehme an, das gilt nicht für Privatkunden, sondern nur für Stellen
> wie Rettungsleitstellen, Feuerwehr, Polizei, vielleicht noch Strom-,
> und Gasversorgung?
Eine Bandansage "bitte legen Sie nicht auf" wäre in der Tat nicht so
sinnlos. Allerdings sind die Fälle, in denen es nachts wirklich solche
Kollisionen gibt, hier ziemlich selten.
> Eine Bandansage "bitte legen Sie nicht auf" wäre in der Tat nicht so
> sinnlos. Allerdings sind die Fälle, in denen es nachts wirklich solche
> Kollisionen gibt, hier ziemlich selten.
>
Selten ist für einen nervösen Anrufer schon zu oft. Ein "Notruf
Rettungsleitstelle" etc würde dem Anrufer wenigsten mitteilen, dass er sich
nicht verwählt hat.
Schwaben und Oberpfalz? Biste da sicher? Ich meine die liegen doch
jeweils am entgegengesetzten Ende von Bayern!
Gruß
--
Thorsten Glöckner
feue...@thorsten-gloeckner.de
www.feuerwehr.thorsten-gloeckner.de
Haste dich dann wenigstens mit Wanninger anstatt mit Machner gemeldet? *g*
In Ulm ist ja das Problem, dass die 161-0 der Stadtverwaltung außerhalb
der Dienstzeiten zum FW-Disponenten in der Pseudo-ILSt (der FW-Disponent
und die beiden RD-Disponenten sitzen lediglich im selben
Raum) aufgeschaltet ist. Da rufen am 24.12. um 14 Uhr schon mal Bürger
auf dem Rathaus an und wollen wissen wann sie ihren Ausweiß abholen
können. Die sind dann aber auch z.T. schon penentrant geworden, wenn der
FW-Disponent ihnen gesagt, dass die Stadtverwaltung erst wieder am
27.12. aufmacht: "Ja wie, sie haben bei der FW meinen Ausweiß nicht!".
Ok, öfters hat sich der FW-Disponent an der städtischen Nummer mit
"FW-Notruf" gemeldet, dass schreckt dann auch ab.
"Viktor Zacek" schrieb:
> > Und wenn´s eine reine RLSt. ist udn dort nur die 19222 als
> > Rufnummer zur Verfügung steht, dann muss man eben entsprechende
> > Massnahmen ergreifen, damit die Leitungen nicht durch
> > "Massenbestellungen von KTP´s" belegt werden (z.B. zu den
> > "üblichen Bestellzeiten" mehr Personal, Bestellungen per Fax,
> > eigene Amtsrufnumemr für "Grosskunden" etc.)
> Und wieder etwas technisch locker lösbares. Alle KHs inkl. aller
> Stationen, Ordinationen etc unseres Bundeslandes und die meisten der
> angrenzenden Bundesländer sind dem IVR Modul (und dem RLS) der
> CCAnlage bekannt und werden im Vergleich zu Notrufen, und KTP
> Anrufen von "NichtKunden" herunterpriorisiert.
Klar, ganz smple Funktion einer beliebigen CallCenter-Software. Nur die
gibt´s in .de eben nicht, da für Notruf-TK-Anlagen besondere
Bestimmungen gelten und die sehen nicht vor, bestimmte Anrufer auf der
gleichen Rufnummer in Prioritätsklassen einzuteilen. (würden sich wohl
manche Telefonisten wünschen: Handy-Anrufe gaaanz weit hinten und der
nervige Dauer-Alki noch weiter hinten GRINS)
Einen gewissen Nachteil hat die Priorisierung von "bekannten" Anrufern
aber doch. Wir haben früher auch getrennt zwischen "Notruf" und
"Krankentransport" usw. (unterschiedliche Rufnummern - da waren auch
noch rein elektromechanische Vermittlungsstellen im Spiel...). Die als
"Notruf" beworbene Nummer wurde stets bevorzugt abgefragt, die damalige
TK-Anlage hat das auch automatisch so geregelt. Nachteil dabei: Auch von
den bek. "KTP-Bestellern" wie z.B. Altenheimen kamen ab und zu auf der
denen bekannten "KTP-Nummer" echte Notfälle rein. (i.d.R. haben die´s
schon kapiert: "19224 Krankenwagen" und "777777 Notfall") Eine
Vorselektierung anhand der Anrufernummer ist also nicht so sinnvoll,
eine Selektierung anhand der gewählten Rufnummer passt da schon eher...
Überhaupt waren wir "damals" wohl die absoluten Könige im Nummernchaos.
Es gab Rufnummern für:
Notfälle
KTP
Intensivtrnasporte
ärztl. Notdienst
ärztl. Notdienst für Privatpatienten
ärztl. Hotelbesuchsdienst
ärtzl. Drogennotdienst
ärztl. Leichenschau
Heilpraktikernotdienst
einen kooperierenden Pflegedienst
und
die "Notruf"nummer eines ehem. anderen RD-Unternehmens
Entsprechend war auch eine Prioritisierung vorgegeben, mit der die
Anrufe (jeweils signalisiert auf einzelnen leitungstasten) abzufragen
sind:
(in etwa so:)
1 Notruf
2 "alter" Notruf der ehem. Firma
3 Intensivtransporte
4 KTP
5 Leichenschau
6 Hotel
7 Privatpatienten
8 ärztl. Notdienst
9 Drogennotdienst
10 Heilpraktiker
11 Pflegedienst
(die Reihenfolge der Rufnumemrn des ärtzl. Bereitschaftsdienstes wurden
durch den Kooperationspartner festgelegt - wohl an der
Wahrscheinlichkeit (und Höhe) des Geldeingangs orientiert)
Die Rufnummernaufteilung entstand anfangs rein aus den technischen
Gegebenheiten - die "hübsche" Rufnummer 777777 war nur mit EINER Leitung
zu bekommen (s.o. - mechnische Vermittlungstechnik der damaligen Post).
Um diese Nummer nicht durch KTP-Bestellungen zu blockieren (abgrechneter
Notfall bringt fast 10x mehr Geld!) wurde eben eine KTP-Nummer
eingeführt, die zwar nicht "schön" war, aber bei der wenigstens rein
technisch mehrere Leitungen möglich waren. Später kam dann für die
"777777" noch eine zweite Leitung dazu, die 777778 konnte für etwas Geld
einem anderen Teilnehmer "abgekauft" werden. (in der damaligen
Vermittlungstechnik waren "Sammelanschlüsse" nur möglich, wenn die
Nummern fortlaufend aufsteigend waren) Blöd eben, dass die 77er-
Vermittlungsstelle so ziemlich die Letzte in ganz München war, die
digitalisiert wurde.....
Mit der heutigen Digitaltechnik kann man darüber nur schmunzeln, aber
"damals" hat das eben nur so funktioniert - und das auch noch ganz gut!
Heute ist das easy - unter jeder gewünschtne Rufnummer kann ich
"Leitungen" bekommen, soviel ich will.
Und aus den gemachten Erfahrungen (seit 1989) bin ich eben ein Fan von
"Rufnummernaufteilung". Sehr wohl(!) alle Rufnummern in _einer_
Leitstelle, aber eben für div. Anforderugnen jeweils eine eigene Nummer.
Umgesetzt auf "ILst" würde das also bedeuten: Auch wenn es nach einem VU
brennt und Personen verletzt sind - ganz egal welche Nummer gewählt wird
(Pol, RD, FW) - der Anrufer wird in _einer_ Leitstelle empfangen und es
werden alle notwendigen Massnahmen eingeleitet.
Dazu auch ein Beispiel "von früher", das ich nicht vergessen kann: Ein
neu in München zugezogenes junges Paar hat ein Problem: Starke
Bauchschmerzen. In Unkenntnis(!) einer "zuständigen" Rufnummer wird die
Polizei gewählt (110). Die fühlt sich nicht zuständig, weis aber auch
keine "passende" Nummer "für´n Notarzt ist da sja wohl nix". Auch die
Feuerwehr (112) kann mit dem Anliegen nix Anfangen, rät aber immerhin
zur RD-Nummer 19222. Auch unter der 19222 wird nicht geholfen, da die
geschilderten Beschwerden eher im Bereich "ärztl. Notdienst" vermutet
werden und der hat ´ne andere Nummer. Dem Anrufer wird´s nun zu bunt, er
ruft die Telefonauskunft an und erhält die "Notruf"nummer eines priv.
RD. Die "einzige wirklich integrierte" Einsatzzentrale des priv. RD
nimmt den Anruf an und entscheidet "ärztl. Notdienst" und setzt diesen
(da ebenfalls von ihr disponiert) auch sofort in Marsch. 30 Minuten
später ist alles wieder in bester Ordnung. Eine Untersuchung, "eine
Spritze", ein Rezept und der Patient ist glücklich....
WENN schon "integrierte Leistelle", dann bitte auch in ALLEN med.
belangen "integriert" - d.h. von Apothekenauskunft und
Pflegedienst/Hausnotruf über KTP bis hin zu NA-Einsätzen und med. Kat-S!
"Dem Bürger" kann man zutrauen, dass er zwischen "Feuer" und "Erste
Hilfe" oder Einbruch" unterscheiden kann, ob es aber ein Fall für den
ärztl. Notdienst, KTP oder RD ist, das ist schon so schwierig, das
schaffen manche Ärzte(!) nicht.
Mein Traum wären eben "richtig" integrierte Leitstellen, die unter
mehreren Rufnummern erreichbar sind und ALLE Anrufe von Bürgern
fachgerecht bedienen können. Der "Alptraum" ist ansich München. Da
gibt´s eine sogenannte "Integrierte Leitstelle", die die BF betreibt.
Und das sieht - in Rufnummern ausgedrückt - so aus:
112 = RD München-Stadt und München-Landkreis, FW-Stadt (ILSt.)
19222 = RD und KTP München-Stadt und München-Landkreis (ILSt.)
662023 = FW München-Landkreis (Landkreis-FEZ)
01805-191212 = ärztl. Bereitschaftsdienst Bayern (KVB)
110 = Polizei (Pol-EZ)
Daneben gibt´s noch eine handvoll privater KTP-Anbieter mit eigenen
Einsatzzentralen und Rufnummern, "privatärztliche" Rufnummern (und
"Einsatzzentralen") usw.
"Rein technisch" gibt es in den Randgebieten (nicht München, aber
telefonmässig Münchner Ortsnetz) dann noch bestimmte Besonderheiten:
[Vorwahl]19222 = zuständiger Rettungsdienst, [ohne Vorwahl] 19222 =
"falscher Rettungsdienst" und "112" landet bei der zuständigen Polizei,
die mit med. Notrufen aber wenig anfangen kann... (die Stadt-BF kann mit
einer "Feuer-112" aber auch nix anfangen, da die FW-Kräfte zum Landkreis
gehören und diese über eigene EZ´s versorgt werden)
Es ist numal Unsinn, Telefonnetze und Zuständigkeitsgrenzen der BOS zu
vermischen. Die nahe Zukunft wirft dabei schon wieder Probleme auf: Mit
Voice-over-IP ist eine "Rufnummer" ortsungebunden - eine ortsgebundene
zuständige Notrufleitstelle gibt es nicht und mit "112" landet man schon
mal als VoIP-Teilnehmer aus München schon mal in Düsseldorf bei der
dortigen "112"-BF - nicht gerade sehr sinnvoll ;-(
Gruß
Erich
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Wieviel Sauerstoff? "Je blau desto mehr"
> Überhaupt waren wir "damals" wohl die absoluten Könige im Nummernchaos.
> Entsprechend war auch eine Prioritisierung vorgegeben, mit der die
> Anrufe (jeweils signalisiert auf einzelnen leitungstasten) abzufragen
> sind:
>
> 1 Notruf
> 2 "alter" Notruf der ehem. Firma
> 3 Intensivtransporte
> 4 KTP
> 5 Leichenschau
Hmm warum so weit oben? laufen die Leichen weg?
> Haste dich dann wenigstens mit Wanninger anstatt mit Machner gemeldet? *g*
Wer ist Wanninger?
> In Ulm ist ja das Problem, dass die 161-0 der Stadtverwaltung außerhalb
> der Dienstzeiten zum FW-Disponenten in der Pseudo-ILSt (der FW-Disponent
> und die beiden RD-Disponenten sitzen lediglich im selben
> Raum) aufgeschaltet ist.
Das ist schon eine Kreisleitstelle für alle BOS, außer Polizei. Die sitzt
auch nicht auf irgendeiner Feuer- oder Rettungswache sondern im
Landratsamt. Das war /damals/ was ganz "supermodernes", als das Gebäude
(Für Dorf- und Kleinstadtverhältnisse ein Riesenklotz) neu gebaut wurde. Wo
baut man die Leitstelle besser hin, als direkt beim Chef.
Eine Krise, wo der Chef gebraucht würde, gab es seitdem nie, und so langsam
überlegt man sich, ob das evtl. eine Fehlentscheidung war. Die umzusiedeln
wäre aber ziemlich kostspielig.
Gruß,
Markus