Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Apoplex - Sinn des Kreuzgriff?

1,871 views
Skip to first unread message

Frank A. Simon

unread,
May 13, 2009, 10:06:24 AM5/13/09
to
Hallo,

welchen Sinn hat der Kreuzgriff bei der Apoplex-Diagnose?

Den Patienten mit beiden Händen drücken lassen zwecks Seitenvergleich
verstehe ich ja, aber wieso sollen seine Arme gekreuzt sein?

Gruss,
F.

Vlado Simeunovic

unread,
May 13, 2009, 10:26:11 AM5/13/09
to
Hallo!

Frank A. Simon schrieb:


> welchen Sinn hat der Kreuzgriff bei der Apoplex-Diagnose?

Zun�chst: genau genommen ist der sogenannte Kreuzgriff wenig hilfreich
bei der Erst-Beurteilung von Patienten mit Schlaganf�llen, da er
eigentlich nur �ber die Hand- bzw. Fingermuskulatur (und auch da nur
eingeschr�nkt!) etwas aussagt. Zur schnellen �berpr�fung, ob (latente
oder manifeste) Paresen der Armmuskulatur vorhanden sind, eignet sich
der sogenannte Arm-Vorhalte-Versuch wesentlich besser (Pat. mit
geschlossenen Augen die Arme mit gestreckten Ellenbeugen und supinierten
Unterarmen nach vorne halten lassen, auf einseitige Absinke- oder
Pronationstendenz achten; �hnliches gibt's auch f�r die Beine). Dennoch
kurz etwas zum Kreuzgriff:

> Den Patienten mit beiden H�nden dr�cken lassen zwecks Seitenvergleich


> verstehe ich ja, aber wieso sollen seine Arme gekreuzt sein?

Es geht nicht zwingend darum, da� die Arme des Patienten gekreuzt sein
sollen, man k�nnte auch sagen, da� die Arme des Untersuchers gekreuzt
werden: es geht schlichtweg darum, da� der Untersucher die linke Hand
des Patienten mit der eigenen linken Hand greift (und analog die rechte
mit der rechten...), somit sp�rt er bei sich an der richtigen Hand,
welche Seite beim Patienten betroffen ist.

Gr��e,
Vlado

Manuel Schmidt

unread,
May 13, 2009, 11:35:11 AM5/13/09
to
Vlado Simeunovic schrieb:

> Zur schnellen �berpr�fung, ob (latente
> oder manifeste) Paresen der Armmuskulatur vorhanden sind, eignet sich
> der sogenannte Arm-Vorhalte-Versuch wesentlich besser (Pat. mit
> geschlossenen Augen die Arme mit gestreckten Ellenbeugen und supinierten
> Unterarmen nach vorne halten lassen, auf einseitige Absinke- oder
> Pronationstendenz achten; �hnliches gibt's auch f�r die Beine).

Seit ich den Armvorhalteversuch kennengelernt habe (in meiner
RD-Erstausbildung war er nicht mit drinnen) bin ich davon ein richtiger
Freund.
Beim Kreuzgriff hat es �fter ds Problem "naja, etwas schw�cher k�nnte es
vielleicht sein, aber nicht viel, $Kollege, schau du doch auchmal".
Der Armvorhalteversuch ist meiner Einsch�tzung nach wesentlich einfacher
in der Interpretation.

[Kreuzgriff]


> es geht schlichtweg darum, da� der Untersucher die linke Hand
> des Patienten mit der eigenen linken Hand greift (und analog die rechte
> mit der rechten...), somit sp�rt er bei sich an der richtigen Hand,
> welche Seite beim Patienten betroffen ist.

nunja, die �bertragung "rechts/Links" traue ich eigentlich allen zu.

das "kreuzen" hat nch etwas ganz praktisches: man kann die H�nde
gegenseitig wesentlich besser fassen, als wenn man rechts mit links und
links mit rechts fassen wollen w�rde :)


Manuel

Michael Schalkalwies

unread,
May 13, 2009, 2:42:33 PM5/13/09
to
Manuel Schmidt wrote:

> das "kreuzen" hat nch etwas ganz praktisches: man kann die Hände


> gegenseitig wesentlich besser fassen, als wenn man rechts mit links und

> links mit rechts fassen wollen würde

Das ist auch der einzige Grund, warum gekreuzt wird.

Gruss
Michael

Roland Ritter

unread,
May 13, 2009, 1:40:16 PM5/13/09
to
Hallo,

die Diskussion ob Vorhalteversuch oder Kreuzgriff sinniger ist bei Seite
gelasssen.
Ich habe einfach die Vermutung, da� der Kreuzgriff dadurch zustande gekommen
ist, da� man dem Patienten halt die Hand sozusagen ganz normal gibt. So hat
man eben einfach ein besseres Gef�hl, wie der Handgriff ist, weil er eben
dem normalen Handgeben entspricht. Und wenn man das eben beidseits macht, so
kreuzt man eben unvermeidlich....

Gr��e
Roland


Am 13.05.2009 16:06 Uhr schrieb "Frank A. Simon" unter
<frank...@ymail.com> in
f8b72451-f3e6-4489...@j12g2000vbl.googlegroups.com:

> Hallo,
>
> welchen Sinn hat der Kreuzgriff bei der Apoplex-Diagnose?
>

> Den Patienten mit beiden H�nden dr�cken lassen zwecks Seitenvergleich


> verstehe ich ja, aber wieso sollen seine Arme gekreuzt sein?
>
> Gruss,
> F.

--


Jan Richert

unread,
May 14, 2009, 3:17:53 AM5/14/09
to
Roland Ritter schrieb:

> Ich habe einfach die Vermutung, da� der Kreuzgriff dadurch zustande gekommen
> ist, da� man dem Patienten halt die Hand sozusagen ganz normal gibt. So hat
> man eben einfach ein besseres Gef�hl, wie der Handgriff ist, weil er eben
> dem normalen Handgeben entspricht. Und wenn man das eben beidseits macht, so
> kreuzt man eben unvermeidlich....

Sp�testens hier frage ich mich, weshalb ich gelernt habe, es soll
unbedingt der Patient sein, der kreuzt und nicht der Untersucher.

Jan

Bernhard Nowotny

unread,
May 15, 2009, 5:13:12 AM5/15/09
to
Jan Richert schrieb:
> Roland Ritter schrieb:

>> So hat
>> man eben einfach ein besseres Gef�hl, wie der Handgriff ist, weil er eben
>> dem normalen Handgeben entspricht. Und wenn man das eben beidseits
>> macht, so
>> kreuzt man eben unvermeidlich....
> Sp�testens hier frage ich mich, weshalb ich gelernt habe, es soll
> unbedingt der Patient sein, der kreuzt und nicht der Untersucher.

Das habe ich z.B. anders gelernt. Wobei es eben nicht auf das
Kreuzen ankommt, sondern eben auf das Handgeben - die Kreuzung
ist dann nur Nebeneffekt.

Im Gegensatz zum Armvorhalteversuch ist das beidseitge Handgeben
bei gebrechlicheren/bettl�gigen Patienten einfacher durchzuf�hren,
wenn auch tats�chlich mit interpretationsbed�rftigerem Ergebnis
und nicht immer eindeutig.

Know your tools...

Servus,


Bernhard

Erich Kirchmayer

unread,
May 15, 2009, 5:56:14 PM5/15/09
to
Hi,

Jan Richert <jr-...@krefcom.eu> schrieb:


> > Ich habe einfach die Vermutung, da� der Kreuzgriff dadurch
> > zustande gekommen ist, da� man dem Patienten halt die Hand
> > sozusagen ganz normal gibt.

> Sp�testens hier frage ich mich, weshalb ich gelernt habe, es soll


> unbedingt der Patient sein, der kreuzt und nicht der Untersucher.

Das halte ich f�r Unsinn. Im Gegenteil - bevor man dem ggf. eh schon
gebrechlichen Menschen erkl�rt, was er tun soll, "kreuzt" man selbst und
fertig.

Sicher, wenn man selbst "�ber Kreuz macht", kann es schon zu
Verwechslungen von links und rechts kommen, aber das ist im Prinzip auch
egal, wichtig ist die einseitige Parese des Patienten. Der "Kreuzgriff"
ist eh nur _eine_ Diagnostik die man bei v.A. Apoplex macht. Sie ist
aber die f�r alle Beteiligten die Einfachste und schnellste.


Gru�

Erich

--
Lebe heute und freue dich auf morgen.

0 new messages