Gruß
Jochen
Ich kenne Taschenwaermer, die mit Spiritus laufen. Allerdings ist der Brennwert
von Ethanol nur ca. halb so hoch wie der von Benzin. Der Dampfdruck
bei z.B. 20 Grad ist auch nur ca. ein Viertel so gross. Ich wuerde also bei
einem auf Benzin hin optimierten Brenner eine mickrige Heizleistung erwarten.
Aber was spricht gegen einen Versuch mit anschliessendem Bericht hier?
Viele Gruesse
Christoph Gartmann
--
Max-Planck-Institut fuer Phone : +49-761-5108-464 Fax: -80464
Immunbiologie
Postfach 1169 Internet: gartmann@immunbio dot mpg dot de
D-79011 Freiburg, Germany
http://www.immunbio.mpg.de/home/menue.html
> Ich wuerde also bei
> einem auf Benzin hin optimierten Brenner eine mickrige Heizleistung erwarten.
> Aber was spricht gegen einen Versuch mit anschliessendem Bericht hier?
Wenn deine obigen Erwartungen zutreffen: Eigentlich nichts.
Anders sähe es umgekehrt aus - ich will vermeiden, dass nach zwei
Stunden Test meine Jacke lichterloh brennt weil die Heizleistung
eher nach oben optimiert wurde ;-)
Hintergrund: Spiritus habe ich ohnehin ständig im Haus, und wenn
ich umgehen kann auch noch ein Benzinfläschchen parat halten zu
müssen käme das meiner "weniger ist mehr"-Neigung entgegen.
Und der Winter steht vor der Tür.
Gruß
Jochen
Hoffentlich ist dabei allen klar, daß Spiritus (Etanol) gefährlicher
ist als Benzin - die Grill-Unfälle passieren in der Regel beim
Nachgießen von Spiritus nicht von Vergaserkraftstoff (VK vulgo
Benzin). In einem teilweise gefüllten Behältnis (Flasche/ Kanister /
Tank) mit VK herrscht bei normalen Temperaturen (10 bis 30 Grad Cels.)
ein überfettetes Gas-Gemisch, sodaß Flammen-Rückschläge in den
Behälter hinein oder eben Zündung des Gasgemisches im Behälter fast
ausgeschlosssen sind - man kann in einen halbleeren Benzintank sogar
eine brennede Zigarette werfen, die geht wegen Sauerstoffmangels aus.
Gefährlich ist bei Benzin oder ähnlichen Kohlenwasserstoffen der
scheinbar leere Tank, da drin ist das herzlich magere aber explosive
Gemisch.
Ganz anders bei Alkoholen, hier also Spiritus. In der teilweise
gefüllten Spiritusflasche herrscht immer ein zündfähiges Gemisch, und
die Flamme läuft beim bekannten Grillunfall am Spiritusstrahl rauf in
die Flasche hinein und es erfolgt in der Flasche eine Verpuffung, die
zwar nicht unbedingt zur Zerstörung (Platzen) der Flasche führt, aber
dann den Restinhalt aus dem Flaschenhals meterweit brennend in die
Gegend (und auf die übrigen Grillgäste) spritzt.
Leider ist diese Gefahr so wenigen Zeitgenossen im Vorderhirn - darum
hier also noch mal dran erinnert: Spiritus ist keineswegs harmloser
als Benzin, eher umgekehrt.
Gruß und seid vorsichtig
Henry
> Gefährlich ist bei Benzin oder ähnlichen Kohlenwasserstoffen der
> scheinbar leere Tank, da drin ist das herzlich magere aber explosive
> Gemisch.
nö!
wenns hoch kommt machts einmal ein bichen wuff und schluß. Zur Explosion
kommts nicht.
(Ausprobiert bei einer Vorführung der Feuerwehr - die
Benzintankexplosionen wie im Fernsehen finktionieren in der WIrklichkeit
nicht)
deineandere Sache mit dem Alkohol ist auch "etwas" übertrieben - die
Unfälle geschehen anders: Glut verdampft den Spiritus und der zündet und
verpufft in einem großen Feuerball.
Grüße aus der Eifel
Steffen
> Hoffentlich ist dabei allen klar, daß Spiritus (Etanol) gefährlicher
> ist als Benzin - die Grill-Unfälle passieren in der Regel beim
> Nachgießen von Spiritus nicht von Vergaserkraftstoff (VK vulgo
> Benzin).
Hallo
Dieser Vergleich ist absurd! Damit hättest Du ebenso Nitroglyzerin als
unbedenklich beschreiben können. Jede Wette, dass noch nie jemand beim
nachfüllen eines Taschenofens oder Grills mit Nitroglyzerin zu Schaden kam.
>>gefüllten Spiritusflasche herrscht immer ein zündfähiges Gemisch
(...)
>> gespritzt
(...)
>>
> Nein, das war schon 100 % richtig geschildert: der brennende
> Spiritusstrahl, der den gegenüberstehenden Grillgast trifft.
>
> Einem solchen Unfall hab ich selbst beigewohnt: da wurden nicht durch
> einen Feuerball die Augenbrauen abgesengt und vielleicht die Haare,
> sondern ein Gast brannte lichterloh.
du hast das nicht richti erfasst!
zuerst standda das die Flamme in die Flasche schlagen könnte (Geht kaum,
dazu ist die Öffnung zu eng).
hier schreibst du das der genüberliegende getroffen wurde!
> Hoffentlich ist dabei allen klar, daß Spiritus (Etanol) gefährlicher
> ist als Benzin - die Grill-Unfälle passieren in der Regel beim
> Nachgießen von Spiritus nicht von Vergaserkraftstoff (VK vulgo
> Benzin).
Nun, ich würde auch nicht unbedingt empfehlen, Bezin auf glühende
Holzkohle zu kippen. Insofern hinkt dein Vergleich.
> seid vorsichtig
Das doch sowieso!
Gruß
Jochen
Jochen Kriegerowski schrieb:
Naja, wer weiß. Bald kommen Weihnachten und Silvester.
Dann werden auch einige Fondues mit Spiritus gemacht.
Grüße
Lars
--
"Man soll nie jemand nach dem fragen, was man wissen will, das ist eine
alte Weisheit. Dann sagt ers nicht." [Kurt Tucholsky, Werke, 1931]
> Am 27.11.2010 13:28, schrieb schneid...@web.de:
>
> > Gefährlich ist bei Benzin oder ähnlichen Kohlenwasserstoffen der
> > scheinbar leere Tank, da drin ist das herzlich magere aber explosive
> > Gemisch.
>
> nö!
> wenns hoch kommt machts einmal ein bichen wuff und schluß. Zur
> Explosion kommts nicht.
> (Ausprobiert bei einer Vorführung der Feuerwehr - die
> Benzintankexplosionen wie im Fernsehen finktionieren in der
> WIrklichkeit nicht)
>
>
Kleiner Einspruch. Die Tankexplosion mit Feuerball gibt es so nicht.
Bei vollem oder auch knapp gefüllten Tank ist das Gemisch im Tank
einfach zu fett. Das fackelt höchstens am Einfüllstutzen ab.
Kritischer sind winzig kleine Restmengen im Tank. Da liegt man im
passendem Explosionsbereich. Je nach Konstruktion des Gefäßes oder in
welchem Ex-Bereich man sich gerade befindet, macht es nur wuff oder es
zerreißt den Tank. Natürlich ohne spektakulären Feuerball aber im
ungünstigen Fall mit unangenehmen Splittern.
Bei einem netten Vortrag über Arbeitssicherheit mit recht hübschen
Experimenten gab es einen netten Versuch. 2 bis 3 Tropfen Benzin in
einer alten Michkanne, deren Öffnung mit Papier verschlossen und das
Gemisch mit einer Zündkerze gezündet. Da klingeln einem gewaltig die
Ohren. Fest verschlossener Deckel und irgendwas würde nachgeben.
Die Diareihe mit Bildern über Schweißarbeiten an "leeren" Öl- oder
Benzinfässern war auch hübsch anzusehen. Aufgerissene oder glatt
abgewickelte Fässer. U-förmig verbogene Deckel oder Böden. Auf die
Publikumsfrage, warum die alle so U-förmig verbogen sind gab es die
lapidare Antwort, man solle sich beim Schweißen besser nicht über das
Fass beugen. ;-)
--
Mal ist man der Hund, mal die Laterne.
>> (Ausprobiert bei einer Vorfᅵhrung der Feuerwehr - die
>> Benzintankexplosionen wie im Fernsehen finktionieren in der
>> WIrklichkeit nicht)
>>
>>
>
> Kleiner Einspruch. Die Tankexplosion mit Feuerball gibt es so nicht.
> Bei vollem oder auch knapp gefᅵllten Tank ist das Gemisch im Tank
> einfach zu fett. Das fackelt hᅵchstens am Einfᅵllstutzen ab.
Auch ein Einspruch: Die Fᅵllmenge im Tank hat nichts mit dem
"Fettheitsgrad" in der Gasphase zu tun. Diese ist NUR Temperatur- und
Zusammensetzungsabhᅵngig.
> Kritischer sind winzig kleine Restmengen im Tank. Da liegt man im
> passendem Explosionsbereich.
In leeren Tanks liegt einfach mehr explosionsfᅵhige Gasphase vor.
Explodierd mehr Stoff wird auch mehr Energie freigesetzt - nichts anderes.
> Je nach Konstruktion des Gefᅵᅵes oder in
> welchem Ex-Bereich man sich gerade befindet, macht es nur wuff oder es
> zerreiᅵt den Tank. Natᅵrlich ohne spektakulᅵren Feuerball aber im
> ungᅵnstigen Fall mit unangenehmen Splittern.
Moderne Tanks sind Kunststofftanks die kaum kritische Schrapnelle erzeugen.
> Bei einem netten Vortrag ᅵber Arbeitssicherheit mit recht hᅵbschen
> Experimenten gab es einen netten Versuch. 2 bis 3 Tropfen Benzin in
> einer alten Michkanne, deren ᅵffnung mit Papier verschlossen und das
> Gemisch mit einer Zᅵndkerze gezᅵndet. Da klingeln einem gewaltig die
> Ohren. Fest verschlossener Deckel und irgendwas wᅵrde nachgeben.
> Die Diareihe mit Bildern ᅵber Schweiᅵarbeiten an "leeren" ᅵl- oder
> Benzinfᅵssern war auch hᅵbsch anzusehen. Aufgerissene oder glatt
> abgewickelte Fᅵsser. U-fᅵrmig verbogene Deckel oder Bᅵden.
und diese Schilderung widerspricht auch teilweise Deiner obigen
Schilderung und unterstreicht auch das nicht der Fᅵllstand die
Explosiosnfᅵhigkeit eine Dampfgemisches bestimmt.
--
Glᅵck Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/
>> seid vorsichtig
>
> Das doch sowieso!
Na klar, ist ja immerhin de.ect.haushalt - SCNR
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/
>Am 27.11.2010 23:28, schrieb Heinz-Juergen Kronemeyer:
>
>>> (Ausprobiert bei einer Vorführung der Feuerwehr - die
>>> Benzintankexplosionen wie im Fernsehen finktionieren in der
>>> WIrklichkeit nicht)
>>>
>>>
>>
>> Kleiner Einspruch. Die Tankexplosion mit Feuerball gibt es so nicht.
>> Bei vollem oder auch knapp gefüllten Tank ist das Gemisch im Tank
>> einfach zu fett. Das fackelt höchstens am Einfüllstutzen ab.
>
>Auch ein Einspruch: Die Füllmenge im Tank hat nichts mit dem
>"Fettheitsgrad" in der Gasphase zu tun. Diese ist NUR Temperatur- und
>Zusammensetzungsabhängig.
Warum? Das gilt doch nur Gleichgewicht - dazu muss aber soviel Benzin
im Tank sein, dass sich dieses einstellen kann - d.h. das Benzin
überhaupt in zwei Phasen vorliegt. Der Sättingsdampfdruck von
Normal-Benzin liegt bei T=20°C bei ungefähr 0,6 bar - für den
optimalen Rumms braucht's aber nur ca. 0,02 bar Partitialdruck.
Grusz,
Dirk
ob der Tank zu 95% leer oder voll ist hat _nichts_ mit der
Sättigungskonzentration in der Gasphase zu tun.
> Der Sättingsdampfdruck von
> Normal-Benzin liegt bei T=20°C bei ungefähr 0,6 bar
Das scheint mir eine Angabe als DVPE, gemessen bei 38°C, für
Sommerbenzin zu sein. Die meisten SDB's weisen damit Werte in diesem
Bereich aus.
Wenn die Zahl für Sommerbenzin als realistisch angenommen werden darf,
wird der Dampfdruck bei 20 °C - oder gar nur 10 °C - deutlich niedriger
sein.
> - für den
> optimalen Rumms braucht's aber nur ca. 0,02 bar Partitialdruck.
Das sind Werte die sich nahe der unteren Explosionsgrenze bewegen. Je
nach Zusammensetzung von Benzin kann die OEG bis auf 15%, damit ca.
0,15bar, gehen.
Sich auf einige wenige SDB's zu verlassen ist da übrigens sehr
gefährlich. Zieht man sich mal div. SDB's aus div. Quellen heran, kann
man sich nur noch die Haare raufen.
Fakt belibt aber: Die Sättigungskonzentration (Sättigungsdampfdruck)
hängt nicht vom Füllstand ab.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/
- Feuerzeug: Unscheinbare bläuliche Flamme,
theoretisch wohl heiß genug, aber der kleinste
Windhauch bläst sie aus
- Taschenwärmer: Glühstrumpf zündet nicht
Ich muss also bei Benzin bleiben.
Gruß
Jochen