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Krups Kaffeemühle(n)

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Başar Alabay

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Oct 17, 2015, 11:39:08 AM10/17/15
to
Hallo,

meine 70er Jahre Krups Kaffeemühle Typ 314 hat heute morgen den Geist
aufgegeben. Der Motor dreht nur noch langsam bei ziemlichem »Licht« in
der Maschine. Ich habe sie auseinandergebaut und nichts offensichtlich
Defektes gefunden. Etwas gereinigt … keine Änderung. Irgendwas hat also
den recht simplen Rotor gekostet.

Jetzt habe ich mal geschaut … man bekommt die Geräte gebraucht schon
noch. Aber zu horrenden Preisen. Ich hatte 1999 1,– DM gezahlt :-) War
aber auch einer Bekannten abgekauft, also Freundschaftspreis.

Was mich nun irritiert … es gibt einen Typ 221, der ziemlich genau
gleich aussieht. Andererseits haben viele Typ 314 nicht diesen
Dosieraufbau (den mein Gerät hat). Nun bin ich ratlos … vielleicht sind
hier ja ein paar Krups Kaffeemühlen-Kenner, die mir sagen könnten, was
tun. Ein 314 oder 221 ohne Aufsatz gebraucht kaufen und eigenen Aufsatz
draufstöpseln? Ein ganz anderes Gerät? Wenn ja, was? Günstig und
ziemlich unmodern sollte es sein. Ich mahle den Kaffee eher fein, um es
in eine Bodumkanne oder (selten) in einen Perkolater zu packen.

B. Alabay

--
http://www.thetrial.de/
ケディエ・ばく・ハヤテ・あんら

Harry Hirsch

unread,
Oct 17, 2015, 11:53:26 AM10/17/15
to
da dürften dann die Kohlen am Motor abgenutzt sein. Wenn Du die ersetzt
kann die Maschine noch ein paar Jahre halten. Der Kollektor am Motor
dürfte allerdings auch schon recht angegriffen sein und man sollte ihn
eigentlich ein wenig abdrehen. Mit frischen Kohlen und renoviertem
Kollektor hält die noch 20 Jahre..

Başar Alabay

unread,
Oct 17, 2015, 2:06:29 PM10/17/15
to
Harry Hirsch schrieb:

> da dürften dann die Kohlen am Motor abgenutzt sein. Wenn Du die ersetzt
> kann die Maschine noch ein paar Jahre halten. Der Kollektor am Motor
> dürfte allerdings auch schon recht angegriffen sein und man sollte ihn
> eigentlich ein wenig abdrehen. Mit frischen Kohlen und renoviertem
> Kollektor hält die noch 20 Jahre..

Naja, aber wer soll mir denn sowas machen können? :-/ Da ist es doch
vermutlich sinnvoller, etwas anderes zu kaufen. Oder soll ich Dir die
Maschine zusenden? :-)

Başar Alabay

unread,
Oct 18, 2015, 5:03:16 PM10/18/15
to
Andreas Oehler schrieb:

> [neue Kohlen montieren]
>>Naja, aber wer soll mir denn sowas machen können? :-/
>
> Allerorten gibt es doch jetzt Reparatur-Café/repair cafe Inititativen
> (z.B. http://repaircafe-stuttgart.de/ oder
> http://www.werkstadthaus.de/hauptmenu/handwerk/reparatur-cafe.html). Wenn

Ja, die sind mir bekannt. Vielleicht überbewerte ich das Kohlenthema ja,
aber mir scheint, daß in diesen Repaircafés »einfachere« Dinge gemacht
werden.

> Du es Dir nicht selber zutraust die Mühle zu zerlegen, die Kohlen zu
> ennehmen, den Querschnitt zu vermessen, neue zu bestellen (sollte keine 10
> Euro kosten) und wieder einzubauen, dann wäre so ein Repair-Cafe doch
> sicher der richtige Ort.

Die Mühle habe ich bereits mehrfach zerlegt. Aber ich weiß weder, wo die
Kohlen sind, noch wie man die ersetzt. Und womit. Wenn mir das jemand
erklärt, kann ich es mal andenken. Wobei ich nicht weiß, ob ich dann den
Motor auch selber zerlegt bekomme.

Başar Alabay

unread,
Oct 18, 2015, 5:11:29 PM10/18/15
to
Harry Hirsch schrieb:

> da dürften dann die Kohlen am Motor abgenutzt sein. Wenn Du die ersetzt
> kann die Maschine noch ein paar Jahre halten. Der Kollektor am Motor
> dürfte allerdings auch schon recht angegriffen sein und man sollte ihn
> eigentlich ein wenig abdrehen. Mit frischen Kohlen und renoviertem
> Kollektor hält die noch 20 Jahre..

Nach Recherche, was mit Kohle und Kollektor gemeint ist, folgendes: Die
Kohlen habe ich mir noch nicht angeschaut. Aber eines Sache ist mir
aufgefallen: Bei den seitlichen Teilen am Rotor (Kollektoren?) sind bei
einigen Vertiefungen drin. ANfangs dachte ich, das ist vielleicht ein
Defekt, aber es sieht so aus, als ob die nach einem Schema »eingekerbt«
seien. Kann das sein? Oder hat sich da was eingebrannt?

Harry Hirsch

unread,
Oct 19, 2015, 3:03:43 AM10/19/15
to
Am 17.10.2015 um 20:06 schrieb Başar Alabay:

> Naja, aber wer soll mir denn sowas machen können? :-/ Da ist es doch
> vermutlich sinnvoller, etwas anderes zu kaufen. Oder soll ich Dir die
> Maschine zusenden? :-)

Es gibt nicht wenige die gerne basteln und sogar eine kleine Drehbank
haben, jemanden kennen der eine hat oder so kleine Arbeiten "in der
Firma" erledigen können. Wenn Du in der Hinsicht keine Möglichkeiten
hast, hat sich das Thema "restaurieren" natürlich erledigt.



Başar Alabay

unread,
Oct 19, 2015, 3:06:03 AM10/19/15
to
Andreas Oehler schrieb:

>>Ja, die sind mir bekannt. Vielleicht überbewerte ich das Kohlenthema ja,
>>aber mir scheint, daß in diesen Repaircafés »einfachere« Dinge gemacht
>>werden.
>
> Das hängt halt sehr von den Ehrenamtlichen vor Ort ab. Hier in Tübingen
> wird da auch recht viel an Elektronik- und Computerkram gemacht, aber es
> gibt auch einen Nähmaschinen-Spezialisten, der sicher keine Probleme mit
> Motorkohlen hätte. Im Zweifel reicht vielleicht schon eine freundliche
> EMail an die Organisatoren.

Da kann ich mal schauen.

>>> Du es Dir nicht selber zutraust die Mühle zu zerlegen, die Kohlen zu
>>> ennehmen, den Querschnitt zu vermessen, neue zu bestellen (sollte keine 10
>>> Euro kosten) und wieder einzubauen, dann wäre so ein Repair-Cafe doch
>>> sicher der richtige Ort.
>>
>>Die Mühle habe ich bereits mehrfach zerlegt. Aber ich weiß weder, wo die
>>Kohlen sind, noch wie man die ersetzt. Und womit. Wenn mir das jemand
>>erklärt, kann ich es mal andenken. Wobei ich nicht weiß, ob ich dann den
>>Motor auch selber zerlegt bekomme.
>
> Das ist i.A. einfacher als gedacht - zumindest bei Motoren in der
> Größenordnung Bohrmaschine, Staubsauger und größer.

Der Motorkomplex ist schon ziemlich schmutzig. Wenn fast alles/vieles
schwarz ist, kann man die Details als NIchtkenner kaum so gut
unterscheiden. Ich habe mich jetzt ein wenig in Nähmaschinenmotoren
eingelesen, das scheint dem am nächsten zu kommen. Dabei habe ich auch
gesehen, daß diese Kerben an den Kollektoren wohl »normal« sind. Die
Frage ist jetzt, ob die Stelle, an der die Kohlen ansetzen, noch in
Ordnung ist.

Ein Bekannter ist Werkzeugmacher, und ich kenne einen Hifi-Elektroniker.
Ich frage mich auch gerade, wer von beiden eher mit solchen Themen
klarkäme :-)

Harry Hirsch

unread,
Oct 19, 2015, 3:08:00 AM10/19/15
to
Am 18.10.2015 um 23:30 schrieb Andreas Oehler:
> Sun, 18 Oct 2015 21:11:29 +0000 (UTC), Ba?ar Alabay:
>
>>Nach Recherche, was mit Kohle und Kollektor gemeint ist, folgendes: Die
>>Kohlen habe ich mir noch nicht angeschaut. Aber eines Sache ist mir
>>aufgefallen: Bei den seitlichen Teilen am Rotor (Kollektoren?) sind bei
>>einigen Vertiefungen drin. ANfangs dachte ich, das ist vielleicht ein
>>Defekt, aber es sieht so aus, als ob die nach einem Schema »eingekerbt«
>>seien. Kann das sein? Oder hat sich da was eingebrannt?
>
> Eine bis auf die Anschlußfeder verschlissene Motorkohle kann durchaus den
> Kollektor Beschädigen und "Vertiefungen reindrehen". Aber das muß man
> ansehen. Je länger der Motor schon mit stark feuernden Kohlen betrieben
> wurde, umso problematischer wird es.

Wenn der Kollektor schon Kerben hat, sollte man ihn abdrehen sonst ist
der Kontakt zu den Kohlen schlecht und das Ganze nutzt sich schnell
wieder ab. Auf jeden Fall abdrehen muss man den Kollektor wenn es schon
Kurzschlüsse zwischen den einzelnen Lamellen gibt. Manchmal reicht es
auch schon wenn man den Rotor in eine Bohrmaschine einspannt und den
Kollektor mit Schmirgelleinen glättet....

Başar Alabay

unread,
Oct 19, 2015, 3:08:51 AM10/19/15
to
Andreas Oehler schrieb:

> Eine bis auf die Anschlußfeder verschlissene Motorkohle kann durchaus den
> Kollektor Beschädigen und "Vertiefungen reindrehen". Aber das muß man
> ansehen. Je länger der Motor schon mit stark feuernden Kohlen betrieben
> wurde, umso problematischer wird es.

Diese Kohlen setzen doch eher wo anders an, oder? Hier im Bild heißt es
Kommutator. Wie der aussieht, weiß ich jetzt gerade nicht, ich habe mich
auf die Kollektoren um die Wicklungen drumrum konzentriert. Aber diese
Kerben, die ich meine, die gibt es wohl auch anderweitig. Hier sieht man
das im ersten und zweiten Bild:

http://www.occaphot-ch.com/bernina-startseite/s23-motor-service/

Başar Alabay

unread,
Oct 19, 2015, 3:11:34 AM10/19/15
to
Harry Hirsch schrieb:

>> Eine bis auf die Anschlußfeder verschlissene Motorkohle kann durchaus den
>> Kollektor Beschädigen und "Vertiefungen reindrehen". Aber das muß man
>> ansehen. Je länger der Motor schon mit stark feuernden Kohlen betrieben
>> wurde, umso problematischer wird es.
>
> Wenn der Kollektor schon Kerben hat, sollte man ihn abdrehen sonst ist
> der Kontakt zu den Kohlen schlecht und das Ganze nutzt sich schnell
> wieder ab. Auf jeden Fall abdrehen muss man den Kollektor wenn es schon
> Kurzschlüsse zwischen den einzelnen Lamellen gibt. Manchmal reicht es
> auch schon wenn man den Rotor in eine Bohrmaschine einspannt und den
> Kollektor mit Schmirgelleinen glättet....

Die Kohlen setzen doch oben beim KOmmutator an, oder? Diese Kerben sehen
irgendwie ziemlich genau »eingebracht« aus, nicht eingebrannt. Die haben
ein gewisses Muster. Ich habe mich shcon gefragt, ob das dann was mit
dem »Rundlaufen« des Motors zu tun hat. Ähnlich, wie bei Lüftungsrädern
von AUtos so kleine Metallfähnchen eingehängt sind, damit die auch
suaber zentriert laufen.

Frank Hucklenbroich

unread,
Oct 19, 2015, 5:35:04 AM10/19/15
to
Am Sat, 17 Oct 2015 18:06:28 +0000 (UTC) schrieb Başar Alabay:

> Harry Hirsch schrieb:
>
>> da dürften dann die Kohlen am Motor abgenutzt sein. Wenn Du die ersetzt
>> kann die Maschine noch ein paar Jahre halten. Der Kollektor am Motor
>> dürfte allerdings auch schon recht angegriffen sein und man sollte ihn
>> eigentlich ein wenig abdrehen. Mit frischen Kohlen und renoviertem
>> Kollektor hält die noch 20 Jahre..
>
> Naja, aber wer soll mir denn sowas machen können? :-/

Kohlen tauschen machen oft Firmen, die Baumaschinen reparieren. Also solche
Läden in denen man eine Flex oder eine Bohmaschine reparieren läßt. Nur ist
die Frage, ob sich das wirtschaftlich lohnt, vermutlich eher nicht.

Grüße,

Frank

Başar Alabay

unread,
Oct 19, 2015, 6:04:44 AM10/19/15
to
Frank Hucklenbroich schrieb:

>> Naja, aber wer soll mir denn sowas machen können? :-/
>
> Kohlen tauschen machen oft Firmen, die Baumaschinen reparieren. Also solche
> Läden in denen man eine Flex oder eine Bohmaschine reparieren läßt. Nur ist
> die Frage, ob sich das wirtschaftlich lohnt, vermutlich eher nicht.

Ich habe jetzt mal die Repaircafé-Organisatorin vor Ort gefragt, die
schaut, wie die Leute vor Ort drauf sind. Und ich habe den Bekannten
angehauen, der ursprünglich Werkzeugbauer war. So langsam habe ich mir
ein Bild von dem Ganzen machen können. Ich nehme an, daß das – irgendwie
– klappen wird. Bis dahin muß ich dann wohl vorübergehend den Kaffee
mörsern.

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 19, 2015, 10:48:07 AM10/19/15
to
Am 19.10.2015 um 09:06 schrieb Başar Alabay:

> Der Motorkomplex ist schon ziemlich schmutzig. Wenn fast alles/vieles
> schwarz ist, kann man die Details als NIchtkenner kaum so gut
> unterscheiden.

Hilft das weiter:
http://www.traub-gmbh.de/web/sites/main/download.php?b02=Kataloge_File_2.pdf&b04=Lagerliste%2055,%20Kohleb%FCrsten.pdf



--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Harry Hirsch

unread,
Oct 19, 2015, 12:36:05 PM10/19/15
to
Am 19.10.2015 um 09:11 schrieb Başar Alabay:

> Die Kohlen setzen doch oben beim KOmmutator an,

Kommutator musste ich erst mal nachschlagen, bei mir heißt der noch
"Kollektor" und statt Kohlen gibt(gab) es auch Motoren mit
Kollektorbürsten.
Die Kohlen sitzen jedenfalls in einem Schacht, haben an der hinteren
Seite ein Kupferseil als Anschluß und werden mit einer leichten
Druckfeder, die i.d.R. auch auf dem Kupferseil sitzt, an den Kollektor
gedrückt. Dort wird dann Spulenwickel für Wickel Strom duchgeschickt.
Wenn man die Kohlen tauscht macht man immer auch den Schacht sauber
damit die Kohle nicht klemmen kann. Bis neue Kohlen eingelaufen sind
kann es anfangs etwas brenzlig riechen und es kann auch etwas andere
Geräusche geben

Başar Alabay

unread,
Oct 19, 2015, 1:46:25 PM10/19/15
to
Bodo Mysliwietz schrieb:

>> Der Motorkomplex ist schon ziemlich schmutzig. Wenn fast alles/vieles
>> schwarz ist, kann man die Details als NIchtkenner kaum so gut
>> unterscheiden.
>
> Hilft das weiter:
> http://www.traub-gmbh.de/web/sites/main/download.php?b02=Kataloge_File_2.pdf&b04=Lagerliste%2055,%20Kohleb%FCrsten.pdf
>

Bereits gestern geladen :-)

Harry Hirsch

unread,
Oct 20, 2015, 2:26:05 AM10/20/15
to
Funktionsprinzip und nettes Bastelvideo
https://tinyurl.com/p68ltsk

Başar Alabay

unread,
Oct 20, 2015, 3:57:46 AM10/20/15
to
Harry Hirsch schrieb:

> Funktionsprinzip und nettes Bastelvideo
> https://tinyurl.com/p68ltsk

Danke.

Başar Alabay

unread,
Oct 20, 2015, 4:08:32 AM10/20/15
to
Martin Gerdes schrieb:

>>Wie der aussieht, weiß ich jetzt gerade nicht, ich habe mich
>>auf die Kollektoren um die Wicklungen drumrum konzentriert.
>
> Um die Wicklungen herum gibt es keine Kollektoren.

Ich meine diese Dinger (die auch zum Teil gekerbt sind), die »in der
Mitte« sind. Die Kohlen setzen ja oben/unten an.

>>Aber diese Kerben, die ich meine, die gibt es wohl auch anderweitig.
>>Hier sieht man das im ersten und zweiten Bild:
>
>>http://www.occaphot-ch.com/bernina-startseite/s23-motor-service/
>
> So ganz klar, wozu diese "Kerben" da sind, ist Dir das offenbar noch
> nicht. Erstmal egal. Wenn die Kohlen runter sind, kann man die auch ohne
> Verständnis für die Funktion eines Elektromotors austauschen.

Natürlich weiß ich nicht, wozu die Kerben da sind. Kannst Du es mir in
Kurz erklären?

> Hast Du die Kohlen denn schon gefunden? Wenn ja ausbauen und mit dem
> Bild weiter unten vergleichen. Hinterher weißt Du, ob sie noch gehen
> oder ob sie ersetzt werden müssen. Fragt sich halt, wo Du neue
> herbekommst. Repaircafé ist ein guter Anlaufpunkt oder sonst ein kleiner
> Elektrokrauter.

Nein, ich habe das Gerät jetzt noch nicht wieder auseinandergebaut, da
das eine extrem schmutzige Angelegenheit ist. Das mache ich, wenn ich
Zeit und Muße habe. Und wenn ich so ungefähr weiß, wo meine
Anlaufstellen wären.

> Oder natürlich den berühmten Holger B. fragen, der will alles
> reparieren, egal ob sich das lohnt oder nicht. Wenn die Kohlen runter
> sind, ist ein Austausch ein Klacks, WENN DU DIE ERSATZTEILE AUF EINFACHE
> WEISE BEKOMMST. Der Aufwand, Ersatzkohlen zu besorgen, kann aber auch
> unrealistisch hoch sein. Dann würde ich die Mühle wegwerfen (wenngleich
> nicht gern), Holger B. hingegen würde seinen nächsten Urlaub zu einer
> Graphitmine planen und dort neue Kohlen aus dem Vollen herausschnitzen.

Okay, leider kenne ich Holger B. nicht, sonst würde ich ihn bitten, mir
etwas Grafit mitzubringen :-) Immerhin habe ich einen Bekannten, der im
Hobbykeller fräsen, zerspanen und drehen kann. Nur wohnt der nicht
gerade um die Ecke.

Başar Alabay

unread,
Oct 21, 2015, 6:38:00 AM10/21/15
to
Martin Gerdes schrieb:

>>>>http://www.occaphot-ch.com/bernina-startseite/s23-motor-service/
>>>
>>> So ganz klar, wozu diese "Kerben" da sind, ist Dir das offenbar noch
>>> nicht. Erstmal egal. Wenn die Kohlen runter sind, kann man die auch ohne
>>> Verständnis für die Funktion eines Elektromotors austauschen.
>
>>Natürlich weiß ich nicht, wozu die Kerben da sind. Kannst Du es mir in
>>Kurz erklären?
>
> Du könntest eventuell kurz in die Wikipedia schauen.

In der Wikipedia steht jetzt nix, was mir grundsätzlich neu wäre. Ich
glaube, wir reden aneinander vorbei. Du denkst vielleicht, ich meine die
Abstände zwischen den Metallflächen. Aber ich meine die Kerben (!) auf
den Metallflächen.

> Siehst Du nun klarer?

Das war mir schon vorher klar, nur nicht so detailliert. Ich habe als
Kind selber solche Teile gebaut. Aber natürlich ohne Kohlen und Bürsten
:-)

Wenn Du auf diese Bernina-Bilder schaust, siehst Du doch auf manchen
Ankern Kerben. Was hat es mit /denen/ auf sich?

> Man _kann_ alles reparieren, wenn man den Aufwand nicht scheut. Man
> _kann_ ja beispielsweise auch ein einzelnes Streichholz aus einem
> Baumstamm schnitzen. In der Regel tut man das aber nicht, weil das
> Verhältnis zwischen Aufwand und Resultat nicht stimmt.

Vom Repaircafé kamen durchaus positive Signale. Jetzt muß ich halt mal
gucken, ob ich bereits alleine die Kohlen ausgebaut bekomme. Und dann,
ob man die in irgend einer Form ersetzen kann.

Başar Alabay

unread,
Oct 21, 2015, 11:19:36 AM10/21/15
to
Başar Alabay schrieb:

> Bodo Mysliwietz schrieb:
>
>>> Der Motorkomplex ist schon ziemlich schmutzig. Wenn fast alles/vieles
>>> schwarz ist, kann man die Details als NIchtkenner kaum so gut
>>> unterscheiden.
>>
>> Hilft das weiter:
>> http://www.traub-gmbh.de/web/sites/main/download.php?b02=Kataloge_File_2.pdf&b04=Lagerliste%2055,%20Kohleb%FCrsten.pdf
>>
>
> Bereits gestern geladen :-)

Neues aus der Kohlemine! :-)

Also, ich habe das Gerät wieder auseinandergebaut. Und dann ganz lange
überlegt, wie man denn jetzt den Motor auseinanderbauen könnte/müßte.
Aber nein, muß man gar nicht. Das ist ja vielleicht eine lustig einfache
aber unsichtbare Vorrichtung: Man muß bei den Kabelenden einen
Widerhaken leicht eindrücken und kann dann das Kabelende (bzw. den
Schuh?) rausziehen. Dahinter liegt dann die Feder.

Gut. Jetzt das Schockerlebnis: Das sind gar keine Kohlen mehr! Auf der
einen Seite ist noch ein minimal kleines Stück Restkohle, nur noch eine
halbe Seite, konkav bis zur Feder runter. Und auf der entgegengesetzten
Seite ist bereits die feder auf die Hälfte heruntergewirtschaftet. Meine
Fresse :-|

Nun habe ich den Schacht mal ausgemessen. Mit Schieblehre,
Nonius-Nichtwissen und Lupe bin ich auf eine Höhe von 3,5 mm und Breite
von 4,9 mm gekommen. Die Länge kann man nur schätzen. Su ungefähr um 1
cm herum, würde ich sagen. Ächz, da kann man ja auch ’nen Stift
reinschieben, Moment … 12 mm :-) Okay, da muß dann noch die Feder hinten
reinpassen.

Bei diesem Hersteller da oben habe ich mal angerufen, man kann da nicht
einfach so als Privatperson Kohlen bestellen, weil es eine Mindestmenge
gibt, das wäre viel zu teuer. Man hat mir eine Firma empfohlen. Und: Der
Mann meinte, daß eine klassische 4x5x12 Kohle in solche Schächte passen
müßte. Zur NOt könne man etwas abschleifen. Das wäre z. B. eine KK 485.
Jetzt gerade eben habe ich halt gemerkt, daß die Kohle ja eigentlich
noch einen Ticken kürzer sein müßte, damit alles samt Feder reinpaßt.

Dann habe ich mal noch beim lokalen Elektrohändler mit Angabe des
Gerätetyps gefragt, das geht weiter an die Werkstatt.

Jetzt mal kurz warten. Und dann mal weiterschauen … ah, gerade gesehen,
daß ich die Länge falsch abgelesen habe, 1,7 cm, dann paßt es wohl.

Harry Hirsch

unread,
Oct 21, 2015, 11:24:08 AM10/21/15
to
Am 21.10.2015 um 17:19 schrieb Başar Alabay:

> Gut. Jetzt das Schockerlebnis: Das sind gar keine Kohlen mehr!

Voll normaaal, keine Panik.
Bei den billigen Motoren verwendet man keine Kohlen die sich bei
Abnutzung selbst abschalten. Dann geht es eben Metall auf Metall weiter ;)

> Dann habe ich mal noch beim lokalen Elektrohändler mit Angabe des
> Gerätetyps gefragt, das geht weiter an die Werkstatt.

Nachdem eine eigentlich gute Ersatzteilquelle (Elektroschrottcontainer
auf dem Recyclinghof) inzwischen nicht mehr zugänglich ist...
Ich drücke Dir die Daumen dass Du was passendes finden wirst


Başar Alabay

unread,
Oct 21, 2015, 11:34:41 AM10/21/15
to
Harry Hirsch schrieb:

> Nachdem eine eigentlich gute Ersatzteilquelle (Elektroschrottcontainer
> auf dem Recyclinghof) inzwischen nicht mehr zugänglich ist...
> Ich drücke Dir die Daumen dass Du was passendes finden wirst

Wenn mein Elektrohändler nix findet, habe ich vom Kohlenhersteller eine
Firma in Gütersloh genannt bekommen, wie ich diese KK xyz bestellen
kann. Stück etwas unter 5,– €. Also, es könnte klappen.

Başar Alabay

unread,
Oct 22, 2015, 6:25:38 AM10/22/15
to
Martin Gerdes schrieb:

>>Wenn Du auf diese Bernina-Bilder schaust, siehst Du doch auf manchen
>>Ankern Kerben.
>
> Mag schon sein. Wenn ich nur wüßte, was Du mit "Kerben" meinst ...

Na, schau Dir doch mal die Anker an. Was siehst Du da? Nur glatte
Oberflächen?

Başar Alabay

unread,
Nov 7, 2015, 8:58:47 AM11/7/15
to
Başar Alabay schrieb:

> Harry Hirsch schrieb:
>
>> Nachdem eine eigentlich gute Ersatzteilquelle (Elektroschrottcontainer
>> auf dem Recyclinghof) inzwischen nicht mehr zugänglich ist...
>> Ich drücke Dir die Daumen dass Du was passendes finden wirst
>
> Wenn mein Elektrohändler nix findet, habe ich vom Kohlenhersteller eine
> Firma in Gütersloh genannt bekommen, wie ich diese KK xyz bestellen
> kann. Stück etwas unter 5,– €. Also, es könnte klappen.

So, kurze Erfolgsmeldung zwischendurch: Krups Kaffeemühlchen löppt
wieder! :-)

Die Kohlen hatte ich ja bereits vor einer Weile bestellt. Der nette Herr
vom Hersteller meinte, daß die mm-Bezeichnungen eher grob seien und
empfahl mir dann entsprechend 4x5x12 mm Kohlen. Mit dem Meßschieber
hatte ich ein klein wenig abweichende Maße abgelesen, und er meinte
dann, daß er stark davon ausgehe, daß dann diese Näherungswerte genau
hierzu passen werden. Damit hat er dann Recht behalten.

Da nun ein Bestellen beim Hersteller selbst nicht so sinnvoll war, wurde
ich an eine Motorfirma in Gütersloh weiterverwiesen. Also erstmal
intensives Bairisch am Telefon. Später dann Westdeutsch ;-) Einmal ein
Dreieck durch die Republik bitte … bzw. sprachlich eher ein Viereck.

Jut, Kohlen wie bestellt eventuell nicht lieferbar. Mir wurde angeboten,
daß man mir Kohlen zurechtschleifen könnte, wenn ich die dann bitte
nicht wieder zurückschicke. Ich meinte, ja selbstverständlich nicht – da
hieß es dann, ich hätte ja keine Ahnung, was manche »Kunden« für Sachen
machten :-) Aber die Kohle mit der exakten Bezeichnung wurde dann doch
noch im Lager gefunden, wie es scheint. Theoretisch hätte ich nun alles
selber machen können. Da ich aber nicht den ganzen Motor
auseinanderbauen wollte und auch keine Drehbank habe, dachte ich, daß
ich doch ins Repaircafé gehe und dort notfalls von Leuten, die Ahnung
haben, assistiert werden kann.

Gesagt, getan. Ich war dann da wohl ein wenig ein Außerirdischer, weil
ich mein Gerät selber reparieren wollte. Aha. Ich sei nun (erst) der
Zweite. Die meisten, eher ältere Semester (darauf wurde das
zurückgeführt, wobei ich mich dem nicht ganz anschließen kann), würden
eher nur abliefern und »macht mal«. Gut, ich bekam einen Tischplatz, bat
um eine Lampe, Restequipment hatte ich selber dabei. Dann zeigte ich
einem RFT den Kollektor. Und er meinte, daß da ein Grat sei, der
eigentlich abgedreht werden sollte. Notfalls könnte man es so versuchen,
das abzubekommen. Ich probierte es mit einem Schraubenzieher, dann mit
einem Glasfaserstift, den ich mir auslieh. Beides reichte nicht ganz.
Dann bekam ich ein Feilenset, mit dem ich vorsichtich die verunfallte
Kante ausgleichen konnte. Das hat die ganze Aktion signifikant
verlängert (insgesamt knapp 1,5 Stunden), aber die Fläche sah danach
fast wie neu aus.

Kohlen rein, blödes Gefriemel (wie bekommt man nun die Feder
reingedrückt und hält sie dort am Platz, um dann den Riegel durch die
Ösen zu schieben?!) … geschafft. Das Ganze zweimal, weil beim ersten Mal
für mich schon mit bloßem Auge ersichtlich war, daß die Kohlen noch
nicht wirklich aufsitzen. Also entgraten, nochmal, jut is.

Maschine notdürftig zusammenschrauben, Testlauf. Läuft. Störfeuer? Ganz
am Anfang, danach schon nicht mehr, gut. Kohlen schleifen sich noch ein,
auch gut. Nun noch die Mahlscheiben ein wenig justieren – da bin ich mir
noch nicht ganz sicher, ob das jetzt perfekt ist – aber auch das ging.

Danach dann das Gerät ordentlich zusammenbauen, nochmal putzen. Einen
Kaffe dort trinken, schwatzen, begeistert spenden, nach Hause fahren.
Gerät nochmal reinigen, Aufsätze und Zusätze anbringen … ersten Kaffee
mahlennnn … klappt! Das Gerät klingt jetzt momentan signifikant leiser
als früher, wirkt irgendwie ruhiger im Lauf. es ist nicht ganz
ausgeschlossen, daß ich die Mühle etwas arg fest justiert habe, ich habe
per Hebel ein ganz klein wenig nachgeben lassen, brauche aber einen
feinen Mahlgrad. Klappt.

Mönsch, freu ick mir! Hier also noch ein dickes Dankeschön an alle, die
mir geholfen haben, Tips gaben und unterstützdend zuredeten. Mit
besonderer Widmung an den röhrenden Hirsch :-) I know who you are, hehe.

Und, ich hatte es ja schon geahnt, mir wurde dann bestätigt, daß diese
Kerben auf den großen Kollektorflächen dazu dienen, Motorunwuchten
auszugleichen. Da hatte sich ja einer hier standhaft geweigert, mal die
Bilder anzuschauen, die ich explizit genannt hatte. Somit ist das auch
geklärt.

Jetzt bin ich gespannt, ob es problemlos weitergeht, ob es nochmal
Mucken gibt, etc. Aber das war ein Lehrstück mit diesen »Kohlebürsten«.
Gibt es ganz neues Gefühl und einen gelasseneren Blick auf Näh-, Wasch-
und Kaffeemaschine sowie Staubsauger.

Schönet Wochenende.

Harry Hirsch

unread,
Nov 7, 2015, 9:10:27 AM11/7/15
to
Am 07.11.2015 um 14:58 schrieb Başar Alabay:

>
> Mönsch, freu ick mir! Hier also noch ein dickes Dankeschön an alle, die
> mir geholfen haben, Tips gaben und unterstützdend zuredeten. Mit
> besonderer Widmung an den röhrenden Hirsch :-) I know who you are, hehe.

He, Klasse. Ich freu mich mit Dir denn es ist immer ein gutes Gefühl,
der Technik, mit der man sich umgibt, nicht ganz ausgeliefert zu sein.
So ein Erfolgserlebnis baut auf!
"Repair-Cafe's" kenn ich nur vom hörensagen und aus dem TV, ich
wünschte hier gäbe es auch sowas..

Başar Alabay

unread,
Nov 7, 2015, 10:03:01 AM11/7/15
to
Harry Hirsch schrieb:

>> Mönsch, freu ick mir! Hier also noch ein dickes Dankeschön an alle, die
>> mir geholfen haben, Tips gaben und unterstützdend zuredeten. Mit
>> besonderer Widmung an den röhrenden Hirsch :-) I know who you are, hehe.
>
> He, Klasse. Ich freu mich mit Dir denn es ist immer ein gutes Gefühl,
> der Technik, mit der man sich umgibt, nicht ganz ausgeliefert zu sein.

Naja, vor allem ältere Technik ermöglicht noch eine gewisse Art von
bilateraler Beziehung ;-)

> So ein Erfolgserlebnis baut auf!

Allerdings!

> "Repair-Cafe's" kenn ich nur vom hörensagen und aus dem TV, ich
> wünschte hier gäbe es auch sowas..

Vielleicht gibt es ja sowas? HIer findet das anscheinend alle sechs
Wochen statt. Um fünf Ecken steht da wohl die Caritas dahinter. Also mal
so karitative Verbände oder bei der Wohlfahrt nachfragen?

Ich war erstaunt, wieviel Gewusel da war. Aber, wie gesagt, ich ging
eigentlich davon aus, daß man da eher eigeninitiativ ist und nur
assistiert wird. Viele Ältere trauen sich aber anscheinend nicht, daher
machen eher die Ehrenamtlichen die Reparaturen. Die waren ganz erstaunt,
daß ich das selber erledigen wollte.

Man muß halt »so ticken« und den Atem haben, etwas reparieren zu
wollen. Heutzutage ist das irgendwie etwas arg nostalgisch-verquer, wenn
man so denkt und fühlt … man kriegt ja alles nachgeschmissen. Iss
kaputt? Nimmse Noiet. Och nö.

Wilhelm Ernst

unread,
Nov 7, 2015, 1:29:44 PM11/7/15
to
Am Sat, 07 Nov 2015 16:02:15 +0100hat Andreas Oehler
<andreas...@gmx.de> geäußert:

>
>Glückwunsch zur erfolgreichen Reparatur. Der Erfolg plus die Vorgeschichte
>zum Weitererzählen und die freundlichen Kontakte auf dem Wege dazu machen
>doch einfach erheblich glücklicher als schnöder Neukauf.
>
>Also: Bitte die Idee des Reparaturcafé (als Hilfe zur Selbsthilfe)
>weitertragen!
>
>Andreas
Guckst Du hier: www.repaircafe.org,
dort kommt die Idee her und wird hier in D in unterschiedlichen
(Geschäfts-)Formen realisiert. Franchise spielt auch ne Rolle dabei.
Auch bei uns im RC sind höchstens 5% der "Kunden" willens bzw. in der
Lage, selbst Hand anzulegen. Umso mehr freut es einen, wenn z.B. die
Mittsechzigerin ihren Drucker mit Unterstützung selbst wieder
funktionsfähig bekommt...
Es gibt halt sone und solche.

mfg
Willi
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