Unser neuer Einbaukühlschrank ist zu laut. In der Küche mag das
meinethalben noch gehen, aber es wummert und vibriert sogar zwei
Zimmer weiter noch, und das finde ich dann nicht mehr lustig.
Wenn der Kühlschrank nicht in seiner Nische steht, sondern frei, hört
man den Kompressor in der Küche zwar schon auch, wenn er arbeitet,
aber das Ganze strahlt nicht in andere Zimmer aus.
Ich hab ihm gestern einen neuen Sockel gebaut. Vorher stand er auf
einem Brett im Einbauschrank. Die Luft ging unter dem Brett durch.
Jetzt ist der Schrank unten nicht mehr mit dem Einbauschrank
verbunden. Er steht rechts und links auf selbergemachten Sockeln, die
dann wiederum direkt auf dem Boden (Stein/Beton o.ä.) aufliegen.
Die Sockel bestehen zuunterst aus einem 16 mm dicken weichen Holz
(Spanplatte Recoflex?), dann kommt ein 6 cm dicker massiver Stein, und
darauf eine 5 mm dicke glatte MDF-Platte (auch damit man den Schrank
schieben kann). Zwischen diesen Bestandteilen habe ich jeweils etwas
Montageband (doppelseitiges Klebeband) reingetan.
Die Metallplatte, wo der Kompressor etc. montiert ist, liegt nirgends
auf. Der Kühlschrank selbst steht unten rechts und links auf schmalen
"Fussleisten" aus hartem Kunststoff. (Nur wenig Distanz zur
Metallplatte).
Das Resultat ist ernüchternd:
In der Küche selbst ist das Geräusch eher noch lauter geworden.
Irgendwie scheint es dem Kompressor in seinem "Resonanzkasten" so
richtig wohl zu sein. Jedenfalls ist das Geräusch viel lauter als wenn
er frei steht.
Und die Ausstrahlung in die anderen Zimmer ist immer noch da, zwar
nicht schlimmer, aber auch nicht viel besser.
Rechts und links kommt der Kühlschrank immer noch in Kontakt mit den
Brettern des Einbauschrankes, weil der "passt" einfach
millimetergenau. Links ist dann Luft bzw. eine Arbeitsfläche bis zur
Wand links. Rechts kommen Schränke, und darin ist es ziemlich laut.
Aber irgendwie ändert sich daran auch nichts, wenn ich gegen diese
Seitenwände drücke und so.
Ich hätte mir wirklich vom neuen Sockel mehr erhofft. Leicht
verzweifel.
Wer hilft?
Besten Dank und freundliche Grüsse
Martin
> Ich hab ihm gestern einen neuen Sockel gebaut. Vorher stand er auf
> einem Brett im Einbauschrank. Die Luft ging unter dem Brett durch.
> Jetzt ist der Schrank unten nicht mehr mit dem Einbauschrank
> verbunden. Er steht rechts und links auf selbergemachten Sockeln, die
> dann wiederum direkt auf dem Boden (Stein/Beton o.ä.) aufliegen.
>
> Die Sockel bestehen zuunterst aus einem 16 mm dicken weichen Holz
> (Spanplatte Recoflex?), dann kommt ein 6 cm dicker massiver Stein, und
> darauf eine 5 mm dicke glatte MDF-Platte (auch damit man den Schrank
> schieben kann). Zwischen diesen Bestandteilen habe ich jeweils etwas
> Montageband (doppelseitiges Klebeband) reingetan.
Moin moin,
also so, wie sich das für mich anhört, bestehend die beiden Sockel aus
flächig miteinander verbundenen relativ harten/massiven Materialien. Falls
das so wäre, tät mich eine Übertragung der Schwingungen eigentlich nicht
wundern. Bau doch mal in Deinen Sockelaufbau etwas weicheres und/oder
luftgefülltes Material ein, das die Schwingungen nicht 1:1 weitergibt.
(Schaum-)Gummimatte, Filzstreifen, etc.
Nach meinem laienhaften Verständnis sollte das besser entkoppeln. (Immer
vorausgesetzt, dass diese Schwingungen tatsächlich über den Sockel
übertragen werden.
Viel Erfolg,
Patric
Kühlschrank unten:
------------------------- Kühlschrank (von vorn)
' ' dessen Fussleisten
-- -- 5 mm dicke glatte MDF-Platte
[] [] Stein
-- -- "weiches" Holz
Boden
Die Sockel sind also nicht direkt miteinander verbunden
> also so, wie sich das für mich anhört, bestehend die beiden Sockel
aus
> flächig miteinander verbundenen relativ harten/massiven Materialien.
Falls
> das so wäre, tät mich eine Übertragung der Schwingungen eigentlich
nicht
> wundern. Bau doch mal in Deinen Sockelaufbau etwas weicheres
und/oder
> luftgefülltes Material ein, das die Schwingungen nicht 1:1
weitergibt.
> (Schaum-)Gummimatte, Filzstreifen, etc.
>
> Nach meinem laienhaften Verständnis sollte das besser entkoppeln.
(Immer
> vorausgesetzt, dass diese Schwingungen tatsächlich über den Sockel
> übertragen werden.
>
> Viel Erfolg,
> Patric
>
>
Hallo Patric
Ich versuch's mal grob zu zeichnen:
Kühlschrank unten:
------------------------- Kühlschrank (von vorn)
' ' dessen Fussleisten
-- -- 5 mm dicke glatte MDF-Platte
[] [] Stein
-- -- "weiches" Holz
Boden
Die Sockel sind also nicht direkt miteinander verbunden, nur indirekt
über den Boden und den Kühlschrank.
Die einen empfehlen hartes/massives Material, die anderen weiches.
Mir spielt es an sich keine Rolle, wenn es nur den gewünschten Effekt
hätte.
Mit freundlichen Grüssen
Martin
Hallo
wenn das so schlimm ist, würde ich es als Mangel reklamieren.
Vielleicht ist etwas kaputt, falls nicht, kann er vielleicht
zurückgegeben werden!?
gh
[Lärmbelästigung durch Kühlschrank, immer noch nach "akkustischer
Entkopplung" vom Boden]
> Rechts und links kommt der Kühlschrank immer noch in Kontakt mit den
> Brettern des Einbauschrankes, weil der "passt" einfach
> millimetergenau. Links ist dann Luft bzw. eine Arbeitsfläche bis zur
> Wand links. Rechts kommen Schränke, und darin ist es ziemlich laut.
Das Stichwort für mich lautet hier "Wand": Deine Arbeitsplatte reicht
bis zur Wand (und ist evtl. an der Wand befestigt?), die Schränke
hängen höchstwahrscheinlich auch nicht an SI**ENS-Lufthaken, sondern
haben Kontakt zur Wand.
Ließe sich der Luftspalt zwischen Kühlschrank-Seitenwand und den
umgebenden Seitenwänden des Einbauküchensystems vielleicht dadurch
vergrößern, dass du die Arbeitsplatte zur Linken kürzt/kürzen lässt
und die verfügbare Einbaubreite für den Kühlschrank dadurch
vergrößerst?
> Aber irgendwie ändert sich daran auch nichts, wenn ich gegen diese
> Seitenwände drücke und so.
Wenn schon ein guter (anliegender) Kontakt besteht, wird er durch
Drücken nicht unbedingt noch besser.
> Ich hätte mir wirklich vom neuen Sockel mehr erhofft. Leicht
> verzweifel.
Zumindest hast du jetzt einen Anhaltspunkt, dass die Schallübertragung
nicht nur über den Boden erfolgt.
Viele Grüße
Mic.
> Die einen empfehlen hartes/massives Material, die anderen weiches.
> Mir spielt es an sich keine Rolle, wenn es nur den gewünschten Effekt
> hätte.
Hartes Material ergibt eine An-, weiches Material eine Entkopplung.
Eine Ankopplung ist dann sinnvoll, wenn der Untergrund massiv ist.
Seine hohe Masse schließt dann quasi die Schwingungen des Kühlschranks
kurz. Das ist so, wie wenn Du mit dem Fuß gegen eine massive Felswand
trittst. Die Wand bewegt sich keinen Millimeter und die Bewegung Deines
Fußes wird wirksam gestoppt.
Eine Entkopplung ist dann sinnvoll, wenn der Untergrund selbst
mitschwingen kann. Trittst Du z.B. gegen ein Garagentor, ist Dein
Tritt sehr laut hörbar. Das liegt daran, dass die Oberfläche des
Garagentors sehr groß ist, es leicht in Schwingungen zu versetzen
ist, und die große Oberfläche den Schall gut abstrahlen kann. Den
gleichen Effekt nutzt man bei manchen Musikinstrumenten aus, z.B.
bei Geigen oder Gitarren. Erst dadurch, dass man die Schwinungen der
Saiten über den Steg auf den schwingfähigen Korpus überträgt, hört
man die Schwingung überhaupt so laut. Eine E-Gitarre hört man ohne
Verstärkung dagegen kaum, obwohl die Saiten genauso stark schwingen.
Beim Körperschall wird der Schall in den Boden eingekoppelt, dort
weitergeleitet und an anderer Stelle wieder hörbar. Das könnte man
prinzipiell dadurch stoppen, dass man die Weiterleitung im Boden
unterbindet, das macht man AFAIK durch schwimmendem Estrich. Aber
nachträgliche Änderungen daran fallen für Dich vermutlich aus, also
musst Du auch dafür sorgen, dass der Kühlschrank den Boden erst gar
nicht anregen kann.
Was Du brauchst, ist also eine Entkopplung durch weiche Materialien.
Es gibt in Baumärkten Gummimatten, die man unter Waschmaschinen legt.
Vielleicht reicht das schon. Und der Kühlschrank darf auch nicht die
Wände der Einbauküche berühren, ansonsten muss da auch was Weiches
dazwischen. Noch sinnvoller wäre es allerdings, der Kühlschrank wäre
selbst leiser. Je weiter vorne (in Richtung der Schallquelle) man das
Problem angeht, umso wirkungsvoller sind die Maßnahmen. Es ist also
besser, den Kompressor im Kühlschrank selbst wirksamer zu entkoppeln,
weil dann auch die Wände des Kühlschranks, die ja auch viel größer sind
als der Kompressor und deshalb den Schall besser abstrahlen, nicht mehr
mitschwingen können. Es gibt solche extraleisen Kühlschränke, eine
Bekannte hat einen, kostete etwas mehr, ist aber wirklich kaum hörbar.