>> [Reparaturen von Elektrogeräten]
>>>> Es hat sich in der Bekanntschaft herumgesprochen, dass man da manchmal
>>>> billige Reparaturen bekommt.
>
>>> Das ist schlimmer als brotlose Kunst.
>> So schlimm ist es auch wieder nicht.
>> Beim PC helfen ist viel schlimmer.
>
> Man soll das Schlimme nicht mit dem noch Schlimmeren vergleichen.
>
>> Eine enge verwandtschaftliche Beziehung ist bei derlei Aktivitäten
>> tatsächlich nachteilig. Da werden zuweilen absurde Erwartungshaltungen
>> geboren.
>
> Also doch Butter bei die Fische: Neulich hat mich mal einer gebeten,
> eine Bügeleisenschnur auszuwechseln.
[...]
Angefangene und erfolglose Reparaturen sind hier tatsächlich sehr, sehr
selten. Allerdings mache ich bei einem 20€ Bügeleisen auch kaum einen
Finger krumm, sondern schicke die Leute mit dem Chinaplunder gleich zum
Wertstoffhof. Letztlich funktioniert die Sache so: was darf die Sache
kosten? Und je kleiner die Antwort ist, desto wahrscheinlicher geht's
zum Wertstoffhof. Üblicherweise landen hier selten Artikel mit einem
Wiederbeschaffungswert <100€.
>> [Solarthermie]
>>>> Ich kenne aber auch ein Beispiel hier in der Nähe, wo ab der ersten
>>>> Stunde das ganze Haus mit Fußbodenheizung und Solarthermie ausgestattet
>>>> ist. Die Kollektoren sind gar nicht so sehr groß, aber es reicht
>>>> teilweise sogar im Winter für die Heizung.
>
>>>> Das ist auch kein Niedrigenergiehaus; allerdings zwei komplette
>>>> Wohnungen und ein ausgebautes Dachgeschoss, ca. 6 Leute.
>
>>> Und was ernten die Leute da so an Solarenergie an einem sonnigen
>>> Wintertag?
>
>> Kein Ahnung. Genug, als dass die Gasheizung nur an wenigen Tagen im Jahr
>> anspringt. Laut Hausbesitzer >70% Gasersparnis zu vergleichbaren Häusern.
>
> Aha. Wir sparen zu vergleichbaren Häusern durch in unseren Augen ganz
> normales Heizen um die 50% Gas. Das sagt also wenig aus.
Formulieren wir es anders, Die Betriebsdauer des Brenners beträgt
typischerweise vielleicht 2 Monate im Jahr und davon natürlich die
meisten nur wenige Stunden bei den Spitzenlasten.
>> Da erzeugt man mit viel Aufwand und jämmerlichem Wirkungsgrad aus Sonne
>> Strom, nur um ihn postwendend wieder in Wärme zu verwandeln, was man mit
>> einem solarthermischen Kollektor für einen Bruchteil des Preises pro
>> geernteter kWh hätte haben können. Und dann noch erzählen, dass
>> Solarthermie nicht lohnt.
>
> Das stimmt ja auch. Mit Strom kann man mehr anfangen als mit
> Solarthermie.
Da dabei der Faktor just-in-time Produktion eine Rolle spielt, ist das
leider nicht selbstverständlich.
> Wenn man zuhause ist, kann man ihn als Strom verbrauchen
> (z.B. für den Compi oder den Fernseher oder das Licht).
Klar, aber die Zeiten, in denen ich mitten am Tag den Fernseher oder das
Licht anhabe sind mehr als nur rar. Der Compi läuft vielleicht mal am
Wochenende, und selbst wenn, die Dinger brauchen heutzutage kaum noch
etwas, wenn man nicht gerade Hardcore-Gamer ist. Der PC zieht bei mir um
die 35W, selbst der VM-Server für die ganze Familie nebst eingebautem
NAS, SAT-Recorder und Streaming-Server liegt um die 40-45W mit Spitzen
von 90W, die aber nur in etwa 1% der Zeit erreicht werden. Das ist alles
Kleinkram. Einzig der 10 Jahre alte 30" Monitor zieht bei mir gut 100W,
so ich denn am Wochenende vor der Kiste Hänge - mit dem Schätzchen
dürfte ich aber ziemlich die Ausnahme sein.
> Wenn man nicht
> zuhause ist, kann man den Strom, der dann entsteht und den man nicht für
> den Fernseher verbrauchen kann, in eine Wärmepumpe stecken (so man eine
> hat) oder ihn gleich in Wärme verwandeln.
Wärme ist sehr ineffizient, weil die Stromerzeugung ineffizient und
Wärme billig ist. Wärmepumpe ist natürlich interessant - so man denn
eine hat.
> Unser Haus braucht bei -15° Außentemperatur eine Heizleistung von etwa
> 11 kW. 200 W/m² bei diesen Bedingungen unterstellt bräuchte man dann
> also etwa 55 m² Kollektorfläche. Das ist dann schon eine ganze Menge.
11kW mittlere Heizleistung ist aber auch schon ganz ordentlich. Die
meisten Brenner haben zwar deutlich mehr, der Grund dafür ist aber nicht
der kontinuierliche Wärmebedarf im Winter, sondern die Aufheizzeiten für
Warmwasser oder bei (Urlaubs-)Heimkehr. Da wird ein vielfaches der
Leistung benötigt. Dafür wird man eine solarthermische Anlage niemals
auslegen. Zum einen, weil sich für die Spitzen zuheizen viel eher lohnt,
zum anderen, ist -15°C keine wirtschaftliche Auslegung. Das hat es hier
an vielleicht 3 Tagen im Jahr, wenn überhaupt. Die letzten paar Jahre
war es laut Statistik nur an 6 Tagen nicht über 0°C gekommen. Davor gab
es hier und da mal Jahre mit ca. 30-35 Dauerfrosttagen. Wenn ich ab ca.
-5°C immer zuheizen muss, wäre ich völlig zufrieden.
> Und was macht man im Sommer mit der Wärmeernte? Betreibt man dann eine
> Dampfmaschine und erzeugt Strom?
Das ist in der Tat die Art, wie große Solarkraftwerke arbeiten.
PV-Zellen gibt man sich in den richtig großen Dimensionen eher nicht.
Für daheim kenne ich aber keine sinnvolle Anwendung für überschüssige
Wärme; genauso wenig wie für den Strom.
>> Auf der Haben-Seite für PV steht, dass die Abhängigkeit von der
>> Temperatur bei PV anders herum ist als bei Solarthermie.
>
>> Das bekommt man in den Griff, wenn man die (teuren) Röhrenkollektoren
>> verwendet. Dann spielt die Außentemperatur bei der Solarthermie kaum
>> noch eine Rolle und der Wirkungsgrad bleibt fast immer über 50%.
>
> Ein Freund von mir hatte solche aus genau diesem Grund. Nachdem der
> Hagel ihm sie zweimal zusammengeschlagen hat, hat er auf
> Flachkollektoren umgerüstet (nur Brauchwasser).
Ja, die Lebensdauer ist tatsächlich ein Problem. Wenn sie nicht vom
Unwetter zerstört werden, dann werden sie halt undicht, wenn die
Garantie rum ist.
Wobei sich mir gerade nicht aufdrängt, warum andere Dinge einen solchen
Hagel überstehen sollten. Klar Flachkollektoren bekommen vielleicht mal
ein paar Beulen, aber PV-Module dürften bei den Kräften, die die
Röhrenkollektoren zertrümmern auch Kleinholz sein. Die Glasröhren liegen
ja nicht offen rum, sondern haben ebenso wie die PV-Module nochmal eine
Scheibe drüber.
>>> Man kann [PV-Strom] mittels Wärmepumpe in der Wirkung verdoppeln oder
>>> verdreifachen und ihn dann für die Hausheizung verwenden.
>
>> Kann funktionieren. Allerdings freut das die Nachbarn i.A. um so
>> weniger. Der Lärm der Wärmepumpen, also genauer der Wärmetauscher, ist
>> ein wirklich unangenehmes Geräusch.
>
> Wärmepumpen seien toll, heißt es allenthalben.
Ja, so wie Windräder und deren Strom aus dem Norden.
Aber halt immer nur so lange, wie sie nicht vor *meiner* Haustüre
stehen. Das ist jedenfalls die verbreitetste Sicht, die mir entgegen
schlägt.
Ich kenne 2 Installationen. Ein Einfamilienhaus, da klagen jetzt die
Nachbarn. Tagsüber ist es nur hässlich im Garten, aber nachts, wenn
alles ruhig ist, gibt es eine recht unangenehme Geräuschkulisse.
Das andere ist eine gewerbliche Anlage (Einkaufszentrum). Die darf
nachts jetzt nicht mehr laufen, weshalb es im Sommer innen drin brühwarm
ist, weil das Ding tagsüber natürlich viel weniger raus schafft, als es
in der Nacht gekonnt hätte.
>>> Und so kann er
>>> auch mit Erdgas (um die 6 ct/kWh) konkurrieren.
>
>> Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber hier steht der Gaskurs für
>> Einfamilienhaus bei eher 4,2 ct.
>
> Dazu kommt der Grundpreis, dann sind es wieder 6 ct/kWh. Ich rechne
> immer über alles.
Oft richtig, aber bei differenziellen Überlegungen haut das nicht hin.
Da steigt halt bei geringerem Verbrauch der Anteil durch den Grundpreis.
Wenn man das mit berücksichtigt, landet man wieder beim Verbrauchspreis.
>> Ja, da machen die Netzbetreiber bisher noch keine Kalkulation nach
>> Bereitstellungsleistung.
>
> Anders als in den USA.
Echt?
Das wundert mich fast, zumal PV dort ja gar kein solches Thema ist.
>> Sobald das mit den Elektronischen Zählern aber erst mal verbreitet
>> ist und der Strompreis stündlich wie an der Tanke schwankt, dürfte
>> sich das aber drastisch ändern.
>
> Nein, und zwar deswegen nicht, weil Haushalte den größten Teil ihres
> stromverbrauchs nicht schieben können. Wenn es dunkel ist, wollen sie
> elektrisches Licht JETZT (und nicht viele Stunden später). Dazu kommt,
> daß die Netzentgelte einen Preissockel darstellen, der die Schwankung
> begrenzt. Ich persönlich würde die legendäre Waschmaschine nicht um 2 in
> der Nacht anschalten, weil da der Strom statt 30 Ct/kWh nur 20 Ct/kWh
> kostet, und das dürfte für die Mehrzahl der Nutzer gelten.
Bei der Stromeinspeisung dürften die Schwankungen erheblich höher
ausfallen, zumal hier die Netzentgelte abzuziehen sind.
>> Da bekomme ich meinen Strom mittags praktisch für umsonst - EEG sei Dank.
>
> Das stimmt nicht, dank der Netzentgelte.
Ja, Du hast recht der Anteil ist nicht unerheblich. Aber wie gesagt, bei
der Einspeisung vergrößert er die Schwankungen sogar.
>> Ja dann bau doch mal einen bezahlbaren Energiespeicher, wo ein paar
>> hundert MWh rein passen! Kriegst vllt. sogar 'nen Nobelpreis dafür. ;-)
>
> Das war ein schönes Schlußwort.
:-) - in diesem Sinne,
Marcel