derzeit bin ich bedingt durch einen Jobwechsel auf der Suche nach einer
neuen Krankenversicherung, sprich Wechsel von der GKV zur PKV. Also hab
ich mir bei zahlreichen Adresssammlern (schreibt man das nun mit 3 "s"
???) Angebote bestellt. Der Effekt war natuerlich ueberwaeltigend,
staendig klingelt das Telefon und der Briefkasten ist voll. Also
zunaechst mal ein Lob an die geschmaehte Branche, auch der
hartnaeckigste Berater hat einen eingebauten Spassgaranten :-) !
Mehr oder weniger zufaellig bin ich nun auf die Testversion von KV-Win
zum Download gestossen (www.morgenundmorgen.de). Da das Alter und
Geschlecht gerade passt, habe ich also einige Zeit mit
Optimierungsversuchen verbracht. Ich habe zwar schon ausgiebig Deja.com
bemueht, wuerde aber trotzdem gern mal Eure Meinung hoeren ueber:
Ziel:
- relativ hohe Selbstbeteiligung (Anlage des Differenzbetrages in
Aktienfonds)
- guenstige Beitragsentwicklung mit zunehmenden Alter
- gute, aber nicht luxurioese Leistung, d.h. besser/gleich GKV (z.B.
Mehrbettzimmer)
- (jobbedingt) Leistung auch im Nicht-EU-Ausland
- Leistung mindestens Hoechstbetrag der Gebuehrenordnung
- hohe %-Erstattung Zahntarife (derzeit einzig regelmaessiger
Arztbesuch)
- unkompliziertes Handling von Vorerkrankungen (bei mir einseitiger
Hoersturz 1997)
So, hier nun meine Ergebnisse der Favoriten mit persoenlichen Ratings
(das alles stellt weder eine Werbung, noch Empfehlung dar, sonden nur
das Ausgabeergebnis einer frei und kostenlos verfuegbaren
Programm-Testversion im Internet):
vergleichbare Leistung:
Universa VE2500 (preiswert, aber unguenstige Beitragsentwicklung)
R&V AS 2 (preiswert, aber unguenstige Beitragsentwicklung,
schlechter als Universa)
Axa-Colonia ECO 2500 (mein Favorit)
Barmenia VC3 (preiswert, aehnliche Beitragsentwicklung wie Axa, aber
hohe Zuzahlung bei auftretenden hohen Krankheitskosten)
Im Endeffekt stellt sich Axa-Colonia als wohl guenstigster Versicherer
dar, allerdings weiss ich z.B. gar nix ueber das praktisches Handling
von konkreten Abrechnungsfragen, Kulanz, Umgang mit Kunden etc. Ich bin
auch weder verwandt, noch bekannt mit Vertretern / Maklern und verdiene
auch kein Geld mit irgendwelchen Versicherungsgeschaeften.
Daher bitte ich Euch um Hilfe. Bin ich auf dem richtigen Weg? Worauf
sollte man noch Wert legen? Habe ich etwas uebersehen? Ist das
Testprogramm moeglicherweise geschoent? Ich will damit nicht eine
Beratung bei einem Versicherungsmakler ersetzen, sondern mich bestens
darauf vorbereiten. Und nein, ich brauche keine Tips von wegen "schau
auf diese Website und bestell Dir ein Angebot" oder "die Anlage in
Aktienfonds ist riskant". Ich bin aber gern bereit, meine Meinung mit
Euch auszutauschen und auch Fragen zu diskutieren, entweder hier oder
unter E-Mail: mma...@hotmail.com.
Danke fuer die Anteilnahme ;-)
Marcus Lorenz
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.
die eco-tarife der colonia sind nicht schlecht, jedoch hatten die alt-tarife
der colonia extreme steigerungen! deshalb ja das neue tarifwerk vor ein paar
jahren.......
sprich das thema doch mal mit nem guten makler durch, der hat bestimmt
beitragsstatistiken.
--
ulf
carpe diem!
> Der Effekt war natuerlich ueberwaeltigend,
> staendig klingelt das Telefon und der Briefkasten ist voll.
Jaja, man kann sich kaum noch retten. Ist aber nicht nur Service,
sondern dient vor allem der Existenzabsicherung des Außendienstes. Zur
allgemeinen Information zur PKV kann ich Seiten von hier in der NG
teilnehmenden Makler empfehlen: http://www.zettner.de/ und
http://www.perini.de/.
> Mehr oder weniger zufaellig bin ich nun auf die Testversion von KV-Win
> zum Download gestossen (www.morgenundmorgen.de).
Unter http://pkv.assekuranz24.de/pkv.html hast du nochmal eine solche
Berechnung, die du dort online und quasi-anonym machen kannst. Das Gute
daran: Du bekommst noch nähere Tarifinformationen zu den einzelnen
Möglichkeiten. Achtung bei all diesen Vergleichen: Sie berücksichtigen
nur die Einsteigertarife, und nicht die weitere Entwicklung im Alter.
Und dies ist mE das wichtigste Kriterium überhaupt.
> Ziel:
> - relativ hohe Selbstbeteiligung
Wie schon Ulf sagte: Als AN nicht unbedingt sinnvoll. Oder beteiligt
sich dein AG an der SB? Dies kann er bis 1000,- DM im Jahr als
Betriebsausgabe geltend machen.
> (Anlage des Differenzbetrages in Aktienfonds)
Richtig: Den Differenzbetrag sollte man langfristig legen. Jeder hat
dazu sein eigenes Rezept, und die Art und Weise soll nicht das Thema
hier sein. Eine PKV sollte man sowieso wegen der Leistungen und nicht
wegen der zumindest zunächst geringeren Beiträge abschließen.
> - guenstige Beitragsentwicklung mit zunehmenden Alter
Schau dir die diversen Kennzahlen und Tests an. Einige davon gibts auf
http://www.pkv.net/
> - gute, aber nicht luxurioese Leistung, d.h. besser/gleich GKV (z.B.
> Mehrbettzimmer)
Kannst du eigentlich bei fast jedem Versicherer abschließen, wie du
willst.
> - (jobbedingt) Leistung auch im Nicht-EU-Ausland
Geht z.B. bei der LKH mit Zusatzvereinbarung (die man anscheinend) auch
jederzeit nachreichen kann. Bei der HN gehts immer, die ist aber
aufgrund ihrer 6 Tarifwerke kaum zu empfehlen. Nach diversen Äußerungen
über die HN hier in der NG scheint sie dafür die höchsten Provisionen zu
bezahlen.
> - Leistung mindestens Hoechstbetrag der Gebuehrenordnung
fast immer max. Höchstbetrag der GOÄ (Faktor 3,5)
> - hohe %-Erstattung Zahntarife (derzeit einzig regelmaessiger Arztbesuch)
Zahnbehandlung, Zahnersatz oder Kieferorthopädie? Das ist was
unterschiedliches! Für Zahnbehandlung gibts meist 100%, zumindest bis zu
einer Höchstgrenze. Bei Zahnersatz ist eigentlich immer ein Eigenanteil
dabei, wie hoch der ist, kannst du selbst wählen.
> - unkompliziertes Handling von Vorerkrankungen (bei mir einseitiger
> Hoersturz 1997)
k.A., aber ein Versicherer, der vorsichtiger bei Neukunden ist, hat auch
später weniger Probleme mit Beitragssteigerungen.
> So, hier nun meine Ergebnisse der Favoriten mit persoenlichen Ratings [...]
Von den geannten Tarifen ist mir bei meiner Recherche kein einziger so
richtig über den Weg gelaufen. Aber informier dich erstmal über die
diversen Kennzahlen etc. Meine Favoriten bis jetzt:
1) Landeskrankenhilfe http://www.lkh.de
2) Süddeutsche Krankenversicherung http://www.sdk.de
Die beiden haben nur ein Tarifwerk, sind schon lange am Markt, haben
überdurchschnittliche Beitragsrückstellungen für die Entlastung im Alter
und unterdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten. Wenn man wirklich
ungefähr gleiche Leistungen wählt, sind diese auch recht günstig, wobei
die Unterschiede im Beitrag eh nicht so hoch sind (+- 50,- DM).
Wie schon oben angedeutet, halte ich den Eingangsbeitrag sowieso für
nicht ausschlaggebend, viel wichtiger ist die wahrscheinliche zukünftige
Entwicklung. Informier dich dazu unter dem Stichwort "Ködertarife".
> Daher bitte ich Euch um Hilfe. Bin ich auf dem richtigen Weg?
Vergleichen und Informationen einholen: Das ist der richtige Weg.
> Worauf sollte man noch Wert legen? Habe ich etwas uebersehen?
Informier dich speziell im Hinblick auf deine Person: Ist deine Frau
gesetzlich oder privat versichert? Wollt ihr Kinder? Wenn ja, wieviele?
Wenn ja, will deine Frau danach noch arbeiten, oder wird sie Hausfrau?
Wie sicher ist deine Einkommensentwicklung? Legst du auf
Beitragsrückerstattungen Wert? etc.
Ich bin zwar von den Blinden zu den Einäugigen aufgestiegen, aber
wirklich überblicken kann ich das ganze leider auch nicht.
> Ist das Testprogramm moeglicherweise geschoent?
Ich kenne es nicht, weiß aber, daß etliche damit arbeiten. Kann also so
schlecht nicht sein. Wenn es nur die Einstiegsbeiträge vergleicht, geht
es aber von den falschen Voraussetzungen aus.
> Ich will damit nicht eine Beratung bei einem Versicherungsmakler ersetzen,
> sondern mich bestens darauf vorbereiten.
Das ist gut so. Such dir doch einen Versicherungsmakler unter
http://www.versicherungsmakler.de in deiner Nähe und laß dich beraten.
> Danke fuer die Anteilnahme ;-)
Ich hoffe, daß ich etwas geholfen habe. Ich bin nämlich auch gerade in
der Entscheidungsphase. Insofern freue ich mich über einen
qualifizierten Thread zu diesem Thema. (Hoffentlich artet er nicht in
Grundsatzdiskussionen aus.)
Was ich bei mir super fand: Mein Makler hat mich überhaupt nicht unter
Druck gesetzt und mir nur Material zum Informieren dagelassen. Ich habe
nichts unterschreiben sollen und wir sprechen uns in 3 Wochen nochmal.
Das ist das genaue Gegenteil zum Vetreter von der Halleschen Nationale.
P.S.: Meine oben genannten Favoriten waren dies schon vor dem
Maklerbesuch. Dieser hat mir insbesondere die LKH schmackhaft gemacht,
aber auch dazuerklärt, daß er mit der LKH eine "Zusatzvereinbarung"
habe. Ist das jetzt eher nachteilig zu verstehen (im Sinne der
Objektivität)?
--
Klaus Kreuder
> Wie schon Ulf sagte: Als AN nicht unbedingt sinnvoll. Oder beteiligt
> sich dein AG an der SB? Dies kann er bis 1000,- DM im Jahr als
> Betriebsausgabe geltend machen.
Und weiss damit auch genau über die Krankheiten seiner
Mitarbeiter bescheid...
--
Virtuelle Gruesse
Frank Gerauer
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Beachte: exp...@altavista.com
Antworten auf meine postings kommen an,
alles andere landet im Nirwana!
------------------------------------------------------------
Sie berücksichtigen vermutlich außerdem nicht alle Gesellschaften,
sondern nur diejenigen, die in das jeweilige Programm eingepflegt
sind. Demnach erhältst Du nicht das billigste Angebot, sondern
nur das relativ billigste. Wenn die eingepflegten Gesellschaften
alle insgesamt eher teuer sind, ist auch das relativ billigste
Angebot aus dieser Kollektion eher teuer.
>> - hohe %-Erstattung Zahntarife (derzeit einzig regelmaessiger Arztbesuch)
Dann ist es gar nicht sinnvoll, hier eine hohe prozentuale Erstattung
anzustreben. Was Du an regelmäßigen Auslagen hast, davon weißt Du und
kannst dagegen eigene Rücklagen bilden. Du fährst damit billiger als
über Erstattungen von einer Versicherung, denn diese bezahlt nicht nur
_Deine_ regelmäßigen Auslagen, sondern zusätzlich auch noch _ihre_
Auslagen (Büromieten, Agenten, Sachverständige, Sekretariate usw.) und
legt dann diese Kosten zu 100% auf Deine regelmäßigen Beiträge um.
Bei den meisten Versicherungen ist die Zuzahlung pro Jahr nach oben
begrenzt (z.B. Zuzahlung xx%, maximal yyyy DM pro Jahr oder 100% Kosten-
übernahme, aber yyyy DM Selbstbehalt pro Jahr). Addiere einfach die
maximale jährliche Zuzahlung auf die jährlichen Beiträge und versuche
_diese_ Kennzahl niedrig zu halten. Diese Kennzahl erfaßt dasjenige,
was Du im Jahr maximal insgesamt zahlen mußt, und darauf kommt es ja an.
Du wirst vermutlich feststellen, daß die Kennzahl bei denjenigen Verträgen
am niedrigsten ist, bei denen die maximale Zuzahlung ein kleines bißchen
höher liegt als Deine typischen regelmäßigen Ausgaben. Mit einem solchen
Vertrag versicherst Du nur das echte und gefährliche Risiko: nämlich
plötzlich vor einer Rechnung zu stehen, die erheblich höher ist wie sonst
bei Dir üblich und die Dich ohne Versicherung in den Ruin treiben könnte.
Den Rest brauchst Du nicht zu versichern (jedenfalls nicht über eine
Krankenversicherung), denn den mußt Du eh zahlen.
P.
--
Manche Leute haben einen Horizont Peter `g' Bouillon
der Dimension Null, und das nennen
sie dann auch noch ihren Standpunkt. g...@newton.rhein-neckar.de
die RVO wurde diesbezüglich geändert gemäß meinen infos! - wenn er dies
macht muss er es bei ALLEN angestellten tun. deshalb macht es (leider) kein
arbeitgeber mehr, und der angestellte muss es wie einkommen behandeln....
--
ulf
carpe diem!
erstmal mal vielen Dank fuer alle bisherigen Antworten. Anscheinend gibt
es ja hier eine grosse Fangemeinde der LKH & SDK ;-) Ich hab mir gestern
Abend mal die Zeit genommen und so ziemlich alle guenstig erscheinenden
Kombinationen mit der genannten Testversion von KV-Win durchgerechnet.
Ist natuerlich eine Berechnung eines (meines) Einzelfalles, also bitte
nicht bedenkenlos abkupfern, aber als Anregung zum Nachdenken ist es
wohl geeignet.
Zunaechst nochmal zum Programm: Es ist recht umfangreich und bietet
neben dem reinen aktuellen (?) Tarifvergleich die in meinen Augen
wesentlich wichtigere Möglichkeit eines Realbeitragsvergleiches bei
unterschiedlichem Leistungsbedarf von geringen bis hohen
Krankheitskosten. Ausserdem ist ein uebersichtlicher Tarif- und
Leistungsvergleich verschiedener Gesellschaften moeglich. Und als Zugabe
gibt es auch noch eine Uebersicht der Beitragsentwicklungen, sowohl
ueber die Jahre 19xx-2000 als auch ueber das Alter. Anschauen der
Demo lohnt...hoffentlich stimmen auch die Daten ;-)
Und es hat doch recht erstaunliche Ergebnisse ausgespuckt. Die Vorgaben:
"serioese" Unternehmen laut Tests (habe genommen: SDK, LKH, Alte
Oldenburger, Debeka, Universa, Axa Colonia, Barmenia), Selbstbeteiligung
0-2500 DM, mind. 2-Bettzimmer mit Privatarzt, hohe Leistungen fuer
Zahnzeugs, Krankentagegeld 100 DM ab 43. Tag.
Ergebnis nach einem Haufen Arbeit: im Endeffekt lag ich mit meiner
urspruenglich schon gewollten hohen Selbstbeteiligung ziemlich gut.
Liste mit dem meiner Meinung nach bestem Preis-Leistungsverhaeltis:
1. Universa (2500 DM SB)
2. Barmenia (1200 DM SB)
3. Axa Colonia (2500 DM SB)
4. Debeka (1200 DM SB)
5. Alte Oldenburger (660 DM SB)
6. SDK (600 DM SB)
7. LKH (840 DM SB)
Das Ergebnis ist entsprechend den tatsaechlich anfallenden realen
Beitraegen bei Inanspruchnahme der Versicherung inkl. SB! Die
angesprochene 50% Beteiligung des Arbeitgebers relativiert sich also!
Was mich allerdings noch etwas irritiert, ist die angezeigte
Beitragsentwicklung ueber das Alter. Hier schneidet komischerweise die
Axa am Besten ab, obwohl z.B. die Universa mit schlechterem, sprich
hohem Zuwachs, zu den "besser" getesteten Unternehmen gehoert... Die
Frage ist aber hauptsaechlich, inwieweit man den derzeitigen
Steigerungsraten trauen kann. Sind Beitragssteigerungen innerhalb der
Tarife nicht wahrscheinlich? Also doch lieber Standard-Baustein-Tarife
wie bei der SDK oder LKH?
Naja...das wollte ich Euch nicht vorenthalten ;-) ...eine dieser
Versicherungen wird wohl meinen Zuschlag erhalten.
Soweit sogut. Schoenen Arbeitstag ;-)
Marcus
> Die Vorgaben:
> "serioese" Unternehmen laut Tests (habe genommen: SDK, LKH, Alte
> Oldenburger, Debeka, Universa, Axa Colonia, Barmenia)
Welche "Tests" hast Du denn da nur zu Rate gezogen?
> 1. Universa (2500 DM SB)
> 2. Barmenia (1200 DM SB)
> 3. Axa Colonia (2500 DM SB)
> 4. Debeka (1200 DM SB)
> 5. Alte Oldenburger (660 DM SB)
> 6. SDK (600 DM SB)
> 7. LKH (840 DM SB)
a) 600 - 2.500 SB (!), da würde mich interessieren, welches
Leistungsfallszenario zugrundeliegt.
b) Welche dieser Gesellschaften bietet Paralleltarife an,
und warum?
> Was mich allerdings noch etwas irritiert, ist die angezeigte
> Beitragsentwicklung ueber das Alter.
Die Beitragssprünge der Einstiegsbeiträge müssen überhaupt
nichts über die Beitragsentwicklung im Bestand aussagen.
Begehe keinen Fehler, den Du in 30 Jahren bereuen könntest.
> Soweit sogut. Schoenen Arbeitstag ;-)
Eine schöne Zeit noch!
kurze Erlaeuterung. Mit "Tests" meine ich die Beurteilungen
verschiedener Zeitschriften (Manager Magazin, Capital, Focus etc.), zu
finden z.B. bei www.pkv.net (Tip von Klaus). O.K., die Axa und Barmenia
haben da nicht so doll ausgesehen...
> a) 600 - 2.500 SB (!), da würde mich interessieren, welches
> Leistungsfallszenario zugrundeliegt.
Die Leistungsszenarien sind vorgegeben vom Programm (siehe 1. Posting)
und es gibt 4 verschiedene Berechnungsmoeglichkeiten fuer geringe,
mittlere, hohe und hohe ambulante Kosten mit enstprechend
unterschiedlicher Mixtur ambulant, stationaer, Zahn.
> b) Welche dieser Gesellschaften bietet Paralleltarife an,
> und warum?
Was verstehst Du unter Paralleltarifen? Ich habe bei den
Rechenbeispielen z.B. auch unterschiedliche SBs beruecksichtigt, wo es
ging. Da hat in der Summe z.B. bei der SDK der 600,- SB-Tarif das
guenstigste "break-even"-Ergebnis ausgespuckt (jeweils als Eigenanteil
Beitrag + 1/12 der uebers Jahr angefallenen SB). Ja, die
Testkandidaten sind dabei vielleicht nicht ganz gleichberechtigt. Bei
Axa, Barmenia und Universa sind es Kompakttarife mit hoher
Selbstbeteiligung (ECO, VC, VE), bei der Debeka PNSI und beim Rest
Bausteintarife (A103...)
> Die Beitragssprünge der Einstiegsbeiträge müssen überhaupt
> nichts über die Beitragsentwicklung im Bestand aussagen.
>
> Begehe keinen Fehler, den Du in 30 Jahren bereuen könntest.
Stimmt. Gutes Argument. Hab das fuer die Beitragsentwicklung
gehalten, wenn man aelter wird. Sind aber wohl doch die Einstiegswerte.
Das war der Denkfehler. Wichtige Frage an den Makler.
Gruss,
> Was verstehst Du unter Paralleltarifen?
Einige Gesellschaften, die mit der Kalkulation Ihrer
Alttarife am Markt nicht mehr wettbewerbsfähig waren/sind,
suchten/suchen IHRE Rettung in der Schaffung von neuen
(Parallel-)tarifen.
Was geschieht nun mit der Versichertengemeinschaft, die in
den Alttarifen verbleibt? Die kakulierten Neuzugänge fallen
vermutlich weg, da die neuen Tarife doch _viel besser und
preiswerter_ sind. (Vielleicht auch im Vertrieb gefördert
werden?) Folglich wird der Schadenbedarf stärker steigen,
als kalkuliert. (undjetztkommbloßkeinermitdem178fan...)
Such Dir lieber eine Gesellschaft, die so etwas nicht nötig
hatte/hat. Das ist zwar auch noch keine Garantie für die
Zukunft, aber bei KV gibts noch andere Kriterien als den
break-even; z.B. die Service-Orientierung.
> Da hat in der Summe z.B. bei der SDK der 600,- SB-Tarif das
> guenstigste "break-even"-Ergebnis ausgespuckt (jeweils als
> Eigenanteil Beitrag + 1/12 der uebers Jahr angefallenen SB)
Sah für mich so aus, als wenn die Ergebnisse von M&M in
_einem_ Vergleich ausgespuckt wurden.
Intzwischen habe ich mir auch die MuM Software mal angeschaut: Die ist
schon sehr ausführlich. Dieser Online-Vergleich, auf den ich in der
ersten Antwort hingewisen hatte scheint mit dem gleichen Programm
erstellt zu werden, insbesondere wenn man sich die
Leistungserläuterungen anschaut. Schade nur bei MuM, daß man sich nicht
auf die gewünschten Versicherer beschränken kann, das geht nur in der
Druck-Vorschau.
> kurze Erlaeuterung. Mit "Tests" meine ich die Beurteilungen
> verschiedener Zeitschriften (Manager Magazin, Capital, Focus etc.), zu
> finden z.B. bei www.pkv.net (Tip von Klaus). O.K., die Axa und Barmenia
> haben da nicht so doll ausgesehen...
Ich würde von vornherein Gesellschaften ausschließen, die mehrere
Tarifwerke (Paralleltarife, Ködertarife, etc.) anbieten. Frank hat die
Vorgehensweise der Versicherer schon genannt.
Die Axa Colonia hat z.B. die Tarife ECO, AM, EL und Vital. Die Hallesche
Nationale CA, CAN, AV, KS, BT, NK. Ein späterer Wechsel zwischen den
Tarifwerken ist nur sehr schwer möglich; oft wird ein saftiger
Risikozuschlag erhoben, da man dann ja meist älter und kränklicher ist,
sowie unterschiedliche Tarifbedingungen vorhanden sind. Die SDK z.B.
verzichtet dagegen ausdrücklich auf die Schaffung einen neuen
Tarifwerkes.
Der Vertreter der Halleschen sagte mir zu dem guten Abschneiden der HN
im Manager-Magazin 03/00 (?) (getestet wurden die "Steigerungen der
Neukundenbeiträge" zwischen 94 und 2000; ein Ausdruck, den ich auch erst
jetzt nach eigener Recherche anders interpretiere):
"...Sehen Sie, wir haben die geringsten Beirtragssteigerungen, und das
ist es ja, was eigentlich interessiert. Und dies haben wir sogar mit den
alten C-Tarifen geschafft, die wir inzwischen eigentlich nicht mehr
vermitteln. Wir bieten jetzt die NK-Tarife, die sind viel besser für
Sie, weil die ungefähr das gleiche bieten und ca. 200,- billiger
sind..."
Wenn die HN schon keine Skrupel hat, ihre Kunden in den C-Tarifen
verhungern zu lassen, warum sollten die dann nicht in ein paar Jahren
den Nachfolger des NK-Tarifs präsentieren?
Ferner verwies er auf das Assekurata-Rating, wo die HN "als erste" die
Note A+ bekam. Bei der Recherche viel auf, das die Assekurate nur 3
Versicherer getestet hatte, und A+ mit die schlechteste Note war. Zudem
erweist sich das Rating bei genauerem Durchlesen als ziemliches Blabla,
das man auch direkt aus den Kennzahlen rauslesen kann.
> Was verstehst Du unter Paralleltarifen? Ich habe bei den
> Rechenbeispielen z.B. auch unterschiedliche SBs beruecksichtigt, wo es
> ging. [...]
Das hattest du irgendwie falsch verstanden, s.o.
> Bei Axa, Barmenia und Universa sind es Kompakttarife mit hoher
> Selbstbeteiligung (ECO, VC, VE), bei der Debeka PNSI und beim Rest
> Bausteintarife (A103...)
Bausteintarife würde ich bevorzugen. Wenn z.B. die Kosten und damit die
Beitragskosten für Zahnersatz explodieren, kannst du dann immer noch
sagen: Ich wechsel von einem Tarif mit 90% in einen mit 70% Ersattung.
Bei Kompakttarifen bist du daran gefesselt. Und ein Wechsel des Tarifs
ist dann (s.o.) wirtschaftlich nachteilig.
Viel Vergnügen noch bei der weiteren Entscheidungsfindung...
--
Klaus Kreuder
Moin,
> erstellt zu werden, insbesondere wenn man sich die
> Leistungserläuterungen anschaut. Schade nur bei MuM, daß man sich
nicht
> auf die gewünschten Versicherer beschränken kann, das geht nur in der
> Druck-Vorschau.
Doch, man kann das auch einzeln rechnen. Dazu gibts bei "neue
Einzelperson" eine Einzelberechnung anzuklicken. Da kann man sich dann
auch die einzelnen Tarifbausteine individuell zusammenbasteln.
Was ich auch gut fand, ist die Moeglichkeit, sich die Leistungen 2er
Versicherer parallel anzuschauen (das sind dann wohl die gleichen Texte,
wie bei der Druckvorschau). Das geht aber wieder nur bei der
Vergleichsberechnung.
> Ich würde von vornherein Gesellschaften ausschließen, die mehrere
> Tarifwerke (Paralleltarife, Ködertarife, etc.) anbieten. Frank hat die
> Vorgehensweise der Versicherer schon genannt.
Ja, hab das mittlerweile eingesehen. Ist von der Erklaerung auch
logisch,
dass die Beitraege zwangslaeufig ueberdurchschnittlich steigen muessen,
wenn die Versicherten in verschiedene Gruppen aufgeteilt werden. Im
Konkurrenzkampf ist diesbezueglich auch nur eine Verschlimmerung der
Tarifflut abzusehen.
> sowie unterschiedliche Tarifbedingungen vorhanden sind. Die SDK z.B.
> verzichtet dagegen ausdrücklich auf die Schaffung einen neuen
> Tarifwerkes.
Ja, darauf hab ich mich erstmal eingeschossen, ausserdem LKH und
Alte Oldenburger. Angebote sind unterwegs.
> Viel Vergnügen noch bei der weiteren Entscheidungsfindung...
Ist jetzt relativ weit fortgeschritten...ich bedanke mich nochmal
bei allen fuer die Hilfe!
Viele Gruesse!
Grundsätzlich sind wie bereits festgestellt die Versicherer vorzuziehen,
die sich im wesentlichen auf ein Tarifwerk beschränken. Grund ist hier
die zu vermutende kontinuierliche Risikopolitik; d. h. Sie haben nicht
zu irgendeinem Zeitpunkt aus Wachstumsgründen leichtfertig schlechtere
Gesundheitsrisiken aufgenommen, die dann aufgrund schlechter
Beitragsentwicklung neuere Tarife erforderlich machten. Zu Beachten ist
hierbei auch, daß die älteren Tarife in der Regel Hochleistungstarife
waren, die schon daher die Kunden mit der subjektiv höheren
Leistungsinanspruchnahme angezogen haben. Die neueren Tarife wurden dann
immer ein wenig abgespeckt.
Ein weiteres Kriterium ist das Wachstum des Krankenversicherers. Hier
kann vermutet werden, daß diejenigen mit dem über einen größeren
Zeitraum lansameren Wachstum die besseren sind, da anzunehmen ist, daß
die Risikoselektion restriktiver stattgefunden hat.
Zusätzlich sollte man (s. o,) darauf achten, daß die Leistungen nicht zu
umfangreich sind, da sich in diese Tarife automatisch Leute mit
gereingerem Anspruchsdenken und entsprechender Inanspruchnahme
einfinden. Die Beiträge werden dann im Verhältnis zu dem, was die
Vollkaskoleistungen objektiv kosten, überproportional günstiger sein.
Das gleiche gilt für die Selbstbeteiligung. Hier finden sich bei höheren
Selbstbeteiligungen in der Regel auch die sich besser verhaltenden
Risikogruppen wieder, so daß Selbstbehaltstarife eine in der
Regel deutlich höhere Beitragserparnis bieten, als einen der
Selbstbehalt kostet. In einem Extremfall kommt es bei einem Versicherer
zu einem jählichen Beitragsunterschied von 5000 DM bei einem
Mehrselbstbehalt von 2000 DM. Hier spart man auch als Arbeitnehmer ohne
Beteiligung des Arbeitgebers am SB. Doch auch im allgemeinen sind bei
Arbeitnehmern höhere Selbstbehalte sinnvoll, da gerade in jungen Jahren
nicht immer die volle Selbstbeteiligung gebraucht wird und hier die
gesamte Lebenszeit bei den Kosten zu betrachten ist. Ab Rentenalter ist
der Beitragszuschuß zur Krankenversicherung dann in der Regel (da nur
ca. 6,5 % der gesetzlichen Rente als Zuschuß gezahlt werden) wieder so
gering, daß die tatsächliche Beitragsersparnis den mehr aufzubringenden
Selbstbehalt übersteigt). Beispiel hierzu siehe http://www.fss-online.de
unter Private Krankebnversicherung (dort unter Beitragsoptimierung).
Dies ist im übrigen auch ein gutes Vergleichsprogramm, wo auch ein
Vergleich ohne Angabe der persönlichen Daten durchgeführt werden kann.
Normalerweise sind die Kompakttarife den Modultarifen vorzuziehen, da
die in Auswahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Leistungskomponenten
wiederum gewisse Antiselektionseffekte nach sich zieht, die für die
Leistungskomponenten, die alle gemeinsam haben, von Nachteil sind. (Die
genaue Erläuterung hierzu wäre so komplex, daß sie den Rahmen dieses
Forums sprengen würde)
Zum Thema Altersbeiträge bleibt noch zu sagen, daß der Gesetzgeber seit
dem 1. 1. 2000 einen 10 %-Zuschlag auf die Neugeschäftsbeiträge
verlangt, der zur Beitragssenkung im Alter verwendet werden muß.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit selbst Beitragsentlastungskomponeten
beim Versicherer abzuschließen, die die Beiträge ab 65 senken. Für
Angestellte ist dies keine schlechte Lösung, da die Effektivverszinsung
dadurch erhöht wird, daß der Arbeitgeber dies durch den AG-Anteil
mitfinanziert. Da aber der Gesetzgeber seit ein paar Jahren ausßerdem
die PKV angewiesen hat mindestens 80 % ihrer Zinsüberschüsse zur
Beitragsermäßigung im Alter zu verwenden (§ 12 a VAG), werden die
Beitragsentlastungskomponenten nicht in hohem Maße erforderlich sein.
Obwohl ich selbst seit 17 Jahren in der PKV Krankenversicherungstarife
kalkuliere, bin ich nur zu diesen allgemeinen Erkenntnissen gekommen.
Eine konkrete Gesellschaft möchte ich nicht nennen, da ich derzeit auch
unabhängiger Treuhänder (ich führe die Aufsicht über die Kalkulation bei
Beitargsanpassungen, die früher beim Bundesaufsichtsamt lag) für einige
PKV-Unternehmen bin und der Gesetzgeber mir sonst die Unabhängigkeit
aberkennen könnte.
Wer dennoch weitergehende Fragen hat, kann mich gerne wie folgt
kontaktieren.
Dipl.-Math. Burkhard Vendt
Versicherungsmathematischer Sachverständiger, Aktuar (DAV)
Spezialgebiet Private Krankenversicherung
Hoffeld 4
52382 Niederzier
Tel: (0 24 28) 90 12 76
Fax: (0 24 28) 90 12 75
e-mail: elschalomqgc-system.de
Kannst Du mir sagen, wo das geregelt ist, daß bis 1000,00 DM im Jahr als
Betriebsausgabe geltend gemacht werden können?
> Kannst Du mir sagen, wo das geregelt ist, daß bis 1000,00 DM im Jahr als
> Betriebsausgabe geltend gemacht werden können?
Leider nein, es stand aber schon mehrmals hier in der NG, scheint also
zu stimmen. Mein AG wußte aber auch nicht bescheid. Geholfen hat die
Aufklärung allerdings nix: "Nein, das machen wir grundsätzlich nicht."
Ferner habe ich gehört, daß das nicht gerne gemach wird, weil sonst alle
darauf Anspruch hätten. Den genauen Sinn dieser Aussage verstehe ich
jedoch nicht, da der AG im Falle einer hohen SB ja etliches an
Beitragszuschüssen spart.
Ach ja: Lies mal http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/
--
Klaus Kreuder
das steht in §3 EstG Nr 11,44 LStR Abschn 11 - 12 und Erlaß FinMin Nordr.Westf.
10.10.80 S 2333-4 VB3
Das und weitere Infos kann man u.a. finden bei http://www.krankenversicherung.
com/Krankenversicherung/i_tips.htm#Arbeitgeberbeteiligung
Ich hab uebrigens das Glueck und kriege den Arbeitgeberzuschuss ;-)
Schoenes Wochenende!
Mac
--
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