Am 11.04.2017 um 19:43 schrieb Michael S.:
> Am 10.04.2017 um 11:01 schrieb Ralf Koenig:
>> Am 08.04.2017 um 11:50 schrieb Michael S.:
>>>
>>> Also hier muss ich mal von meinem 1l 3Zylinder Astra K Sportstourer
>>> berichten. Die Motorbremse haben die Opel-Entwickler offensichtlich
>>> komplett wegoptimiert.
>>
>> Glaub ich nicht so pauschal. Denn am Gefälle macht die sich ja schon
>> recht nützlich.
>
> Mit wegoptimiert meine ich, dass die als Nebeneffekt zur Effizienz
> wegoptimiert wurde. Der kleine 3 Zylinder halt halt deutlich weniger
> innere Verluste:
> - Weniger Hubraum
> - Weniger Reibfläche
> - Vermutlich auch andere Teile auf minimale Reibung hin optimiert
> - Weniger zu komprimierendes Volumen
= weniger Hubraum
> - Wegen geringerer Zylinderoberfläche auch weniger thermische
> Verluste beim Verdichten/Entspannen.
= weniger Reibfläche
> - evtl. über die Ventilsteuerzeiten auch noch was gemacht.
Intuitiv denke ich auch, dass da was rausgeholt werden kann, aber im
anderen Thread geht ihr da ja die Sachen durch.
Was mir nicht so recht einleuchtet: in Tribologie sind nun keine
wahnsinnigen Fortschritte passiert, all das wäre also auch schon x Jahre
früher möglich gewesen. Nur vielleicht sind zu wenige Leute auch mal
Dreizylinder mit um 1.0 Liter Hubraum gefahren, die es ja auch all die
Jahre durch in kleinen Autos gab. :-)
> Motorbremse geht halt in den Spritverbrauch, denn dann muss der Fahrer
> vor der Ampel nochmal aufs Gas, um sie zu erreichen, was er mit weniger
> Motorbremse nicht müsste.
Klar.
> Die fehlende Motorbremse taucht ja nirgends im Prospekt und bei keiner
> anderen Angabe auf. Warum sollte ein Autohersteller dadrauf
> hinentwickeln?
Stimmt schon, innermotorische Reibung senken wird Entwicklungsziel mit
sein. Ich kann mir da höchstens vorstellen, dass Kundenerwartungen
können da eine Grenze setzen. Naja und die Physik der Tribologie an sich.
Wenn ich mal ein Auto mit so einem modernen Dreizylinder und
Schaltgetriebe habe, achte ich mal drauf.
> Das Auto bremst echt kaum. Bei 10% Gefälle muss man auch
> im 2. Gang noch mitbremsen, um nicht zu überdrehen.
RPM, also km/h, halte ich da noch für mitentscheidend.
>>> Im 5. Gang reicht ein leichtes Gefälle mit
>>> geschätzt 1%, um die Geschwindigkeit z.B. innerorts auf 50km/h zu
>>> halten, ohne Gas geben zu müssen.
>>> Wenn ich Außerorts 100km/h fahre, muss ich im 5ten Gang ca. 1km vor dem
>>> Ortsschild vom Gas gehen, um dort mit 50km/h anzukommen.
>>> Ein Segeln bringt mit diesem Motor vermutlich fast nichts.
>>
>> Ich vermute, dann spritzt er weiter ein.
> Also ich habe noch keinen Unterschied zwischen angezeigter
> Schubabschaltung und mit kontinuierlichem Verbrauch bemerkt. Werde da
> aber nochmal drauf achten.
>>
>>> Allerdings beobachte ich im BC ständig, dass der regelmäßig, auch bei
>>> 90°C Kühlwassertemperatur keine Schubabschaltung macht.
>>
>> Siehste!
>
> Vielleicht ist es auch ein BC-Bug.
> Evtl. nimmt er die letzte auf CAN übermittelte Einspritzmenge,
> verrechnet das mit Drehzahl und Geschwindigkeit und ermittelt daraus
> einen Verbrauch. Vielleicht wird Einspritzmenge 0 einfach nicht
> übermittelt oder so.
Viel Spekulation. :-)
Wer es genau wissen will, kann z.B. mit dem Oszi auf die Ansteuersignale
der 3 Einspritzdüsen - meist nimmt man eine (Zylinder 1), das reicht
auch, die anderen laufen dann gleich (ohne Zylinderabschaltung). Wer an
die Einspritzdüsen geht hat dann auch "das echte" - dort kann dann keine
Software des Autos mehr tricksen.
Paar Hintergründe:
How to interpret fuel injector waveforms
https://www.youtube.com/watch?v=4mut0Lpg5k4
Hier bisschen praktischer mit Setup:
https://www.youtube.com/watch?v=xd5F954RAFc
Wer mit Simpel-Mitteln auskommen will, kann sich vielleicht auch mit nem
Spannungsteiler und einer LED was basteln.
In Vor-Bordcomputer-Zeiten haben da Leute schon mal mit den
Injektoren-Signalen rumgebastelt, um sich eine Momentanverbrauchsanzeige
zu bauen.
http://forum.elektor.com/viewtopic.php?t=173497&p=173544
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Ich bin mir sicher, daß es dazu schon einmal eine Schaltung von Elektor
gegeben hat. Dabei saß ein Magnetfeld-Sensor an einem Einspritzventil
und darüber Infos über die Benzinmenge bekommen. Ist aber schon etwas
länger her...
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bei meinem Vectra habe ich einmal einen Verdrauchsmesser gebaut.
Dabei habe ich das Ansteuersignal der Einspritzdüse abgegriffen.
(Achtung: Hohe Spannung)
Das Ding war so genau, dass ich damit auf +-0,5 Liter sogar den
Tankinhalt bestimmen konnte.
Beim Tanken konnte ich eingeben, ob ich vollgetankt hatte, oder ich
konnte die nachgetankte Menge eingeben.
Das hatte ich damals auf einem 80C535 realisiert.
Es hatte ein 4*20 Zeichen Display, eine Echtzeituhr und eine
RC5-Infrarotvernbedienung zur Eingabe.
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>>> Ich konnte
>>> dahinter noch keine Logik entdecken, manchmal macht er es, manchmal
>>> nicht.
>>
>> Es wird aber wohl eine Logik geben. Da wäre mal wieder in Blick in den
>> Code der Motorsteuerung interessant. Ist halt schwer ranzukommen.
>
> Eher unmöglich.
Oben ein Weg, der viel einfacher ist. Zwar nur an den Aktoren misst,
aber da zählt es ja letztlich. Die Ansteuerlogik kennt man dann zwar
nicht, aber das Ergebnis.
>> Eine typische Mimik: erstmal rollenlassen (segeln/Leerlauf) und
>> Schubabschaltung erst dann, wenn der Fahrer das Bremspedal drückt. Dafür
>> redet das ESP-Steuergerät mit dem Motorsteuergerät.
>
> Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Sinn macht. Ich gehe 500m vor
> der Ampel vom Gas, verbrauche aber weiterhin Sprit und muss dann ab 100m
> vor der Ampel doch noch bremsen.
> Wäre doch viel besser, gleich nichts mehr einzuspritzen und der Fahrer
> soll dann nochmal kurz Gas geben, wenns nicht reicht, was bei diesem
> Motor die absolute Ausnahme sein dürfte. Ich muss vor der Ampel in einer
> Entfernung vom Gas gehen, in der ich sie entweder noch gar nicht sehen
> kann aber vor allem nicht abschätzen kann, ob sie bei Ankunft rot oder
> grün ist. Für mich macht das keinen Sinn und wirkt sich negativ auf den
> Verbrauch aus, insbesondere bei Bergabfahrt.
Tja, jemand mit Landstraße oder Autobahn und guter Sichtbarkeit wird es
genau anders herum wollen.
>> Das kannst du also leicht mal prüfen, indem du bewusster auf deine
>> eigene Bremsbetätigung achtest.
>
> Das werde ich tun, guter Ansatz!
Freut mich.
>>> Sogar beim Schalten springt die Anzeige mal kurz auf 0, aber beim
>>> Ausrollen (Drehzahlmesser über 1000rpm) gefühlt nur in 50% der Fälle.
>>>
>>> Ist die Schubabschaltung nicht aktiv, wird bei 30km/h ca. ein Verbrauch
>>> von 2l/100km angezeigt, bei 100km/h deutlich unter 1l/100km.
>>
>> Also mal in Liter/Stunde (in der Einheit lässt sich der
>> Leerlaufverbrauch leicht identifizieren):
>>
>> 30 km/h * 2 l/100 km => 0,6 l/h
>> 100 km/h * 0,7 l/100 km => 0,7 l/h
>
> Ich hatte bergab bei 50°C Kühlwasser und 50km/h auch schon 3l/100km im
> 2. Gang ohne Gas.
Ist doch easy: 50 km/h * 3 Liter/100km = 1,5 l/h.
Bei 50 °C ECT (Engine Coolant Temperature) halte ich das für einen
erhöhten Leerlauf, damit der Kat warm wird.
Auf die ECT darf man sich übrigens gleich den nächsten "echten Sensor
mit echter Anzeige" parallel legen, anstatt an der Schätzanzeige
abzulesen. ECT wird ja sonst auch nur verschwurbelt angezeigt.
>> Das wäre doch in beiden Fällen ziemlich genau der Leerlaufverbrauch.
>> Mancher Bordcomputer lässt sich auf Liter/Stunde umschalten, dann sieht
>> man das direkt.
> Meiner springt bei stehendem Auto auf l/h.
> Würde mich aber sehr wundern, wenn der Verbrauch nicht auch
> drehzahlabhängig wäre.
In einem echten Leerlauf wäre er immer bei den ca. 700-800 RPM, oder
dann 1200 RPM erhöht. Das braucht natürlich aber was, was den Gang
rausnimmt.
Sonst wird er drehzahlabhängig klar.
>> Hat der ein Schaltgetriebe oder Easytronic (Automatisiertes
>> Schaltgetriebe)?
>
> Manuelles.
Aha. 5-Gang-Schaltgetriebe. Das gibt dir ja gute Kontrolle.
> Ich traue dem BC nicht so richtig. Wenn ich ihn resette, startet die
> Verbrauchsanzeige (mittlerer Verbrauch) irgendwo bei 7,7l/100km. Fahre
> ich nun 5km bergab fast ohne Gas, steht der Verbraucht danach mitnichten
> bei weniger als 2l/100km. Ich weiß nicht, was der da zusammenmittelt,
> irgendwas seltsames halt.
Ja, klingt seltsam.
Grüße,
Ralf