seit kurzem hat mein Golf 2, RP, Monotronic, plötzlich einen sehr hohen
Leerlauf (2500u/min). Ziehe ich den Stecker zum Drosselklappenpoteniometer
ab, regelt sich der Leerlauf wieder normal ein. Ist das Steuergerät defekt
oder
vorher bezieht das Poteniometer seine Daten?
Danke, Stefan
Stefan Hoppe schrieb:
> seit kurzem hat mein Golf 2, RP, Monotronic, plötzlich einen sehr hohen
> Leerlauf (2500u/min). Ziehe ich den Stecker zum Drosselklappenpoteniometer
> ab, regelt sich der Leerlauf wieder normal ein.
Dieser_Motor_hat_einen_Fehlerspeicher_, den man mit einer
Diodenprüflampe auslesen kann. Wie oft muß man es dann noch posten, daß
der erste Schritt bei Fehlern an Motoren mit elektronischem
Motormanagement immer der ist, daß man nachsieht, ob ein Fehlerspeicher
vorhanden ist und den dann ausliest?
Stattdessen legst Du durch Deine Steckerabzieherei bei laufendem Motor
noch zusätzliche Fehler im Speicher ab :-(
Ansonsten: alle Stecker bei abgestelltem Motor abziehen, reinigen und
wieder aufstecken. Ist das Fahrzeug Modelljahr 89: hat es weiße oder
gelbe Kontakte am Drosselklappenpoti? Weiß = schlecht, wird immer wieder
oxidieren. Gelb = vergoldet, dürfte nach dem Reinigen gut sein.
Nächster Schritt: Flansch unter der Einspritzeinheit auf Falschluft
prüfen, ist ein altbekannter Schwachpunkt.
> Ist das Steuergerät defekt
In 98% aller Fehlerfälle ist das Steuergerät in Ordnung. Das Steuergerät
zu ersetzen ist immer der letzte Schritt, wenn man alle anderen
Fehlerquellen ausgeschlossen hat.
> oder vorher bezieht das Poteniometer seine Daten?
Ein Potentiometer bezieht überhaupt keine Daten, sondern erzeugt welche.
Bei diesem Verhalten könnte es defekt sein und falsche Werte liefern.
Durchmessen und mit den Sollwerten vergleichen (wer kann sie posten?).
Gruß, Garfield
--
/\./\
/ o u \ Ich bin hier nur der Kater...
\<=Y=>/
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Vielen Dank, umfassender kann man wohl kaum antworten. Werde mich
dann morgen auf Fehlersuche begeben...
Stefan
Hallo,
anderes Auto ähnliches Problem. Vielleicht hilft's.
Peugeot 306, 75 PS, IIRC BJ 93, (mein letztes Auto)
alle halbe Jahre begab es sich, daß sich die Leerlaufdrehzahl nach und
nach erhöhte. Ein Wechsel eines Potentiometers führte zweimal nur dazu,
daß sich das Problem erledigte, bis wieder ein halbes Jahr oder so rum war.
Als Windows-geplagter Endverbraucher hab ich's dann mal mit einem
Master-reset versucht und die Batterie für gut 12 Stunden abgeklemmt.
Und, oh Wunder: die Drehzahl war wieder ok für das nächste halbe Jahr.
Der Hinweis an die Werkstatt, daß es offensichtlich um eine elektrisches
Problem handelt, hat dort nicht zu alternativen Problemlösungen geführt.
Egal. Ich hab die Leerlaufdrehzahl dann jedesmal wie oben beschrieben
runtergebracht.
Keine Lösung des Fehlers, kost aber nix. HTH
O.
habe die Monotronic gewechselt und siehe da das gleiche
Phänomen, eine erhöhte Leerlaufdrehzahl... Auch diese
2. Monotronic funktionierte vorher einwandfrei. Also
vielleicht doch das Steuergerät bzw.der Chip im Steuergerät?
Danke, Stefan
Hmm - wie resettet man die Elektronik eines Golf 2? Und die eines Corsa B?
Auch durch schlichten Stromentzug über 12 Stunden? Oder gibt's evtl.
Webseiten, die das Vorgehen beschreiben?
Olaf
Keine Ahnung. Aber der lange Spannungsentzug sollte alle Kondensatoren
etc. pp. sowie alle nicht dauerhaften Speicher in Ihren Urzustand
versetzen. Macht man beim Windows ja auch, wenn gar nichts mehr hilft.
Daher meine "reset"-Analogie.
Das war beim ersten Mal so ein Schuß in Blaue, von Halbwissen ausgehend
(Begründung s.o.), der offenbar nicht ganz daneben war.
Schönen Gruß
O.
Okay, stimmt schon - bei meinem 90er Colt hatte das seinerzeit auch geholfen.
Ich dachte, da ich als designierter Windows-Serveradmin meines
Brötchengebers nun mal pessimistisch angehaucht bin, daß modernere Wagen
evtl. Flash-RAM oder EEPROM haben, um Fehler und Fehlercodes auch bei einer
Spannung von 0 Volt über Tage hinweg festhalten zu können.
Gruß
Olaf
Was mich brennend interessieren würde: Wie mach man das?
Gruß
Micha
Michael Pils schrieb:
In der Gegend des Bremskraftverstärkers findest Du am Kabelbaum einen
einzelnen nicht belegten Flachsteckkontakt, meist mit gelbem oder blauem
Gehäuse. Dort klemmst Du die Minus-Seite einer Diodenprüflampe an.
Keinesfalls eine Prüflampe mit Glühbirne verwenden, die zieht zu viel
Strom! Außerdem schließt Du parallel einen weiteren Kabelschwanz dort an
und läßt den erst einmal in der Luft hängen, so daß er kein Metallteil
berührt. Die Plusseite der Diodenprüflampe schließt Du an den
Pluskontakt der Autobatterie an. Dann startest Du den Motor (wenn der
Motor nicht läuft, einige Sekunden den Anlasser betätigen und Zündung
danach eingeschaltet lassen). Jetzt legst Du das offene Ende des
Kabelschwanzes für etwa fünf Sekunden an den Minuspol der Batterie und
beobachtest danach die Diodenprüflampe. Sie beginnt zu blinken, und zwar
leuchtet sie erst einmal etwas länger auf und blinkt dann in kürzeren
Intervallen. Diese kurzen Impulse zählst Du mit, bis eine etwas längere
Pause auftritt. Das Schema sieht so aus: langer Impuls als Startsignal,
1...4 kurze Impulse, kleine Pause, 1...4 kurze Impulse, kleine Pause,
1...4 kurze Impulse, kleine Pause, 1...4 kurze Impulse, kleine Pause,
langer Impuls als Startsignal für die nächste Sequenz. Das wiederholt
sich auf Dauer so. Du hast nachher also eine Vierergruppe von Zahlen,
z.B. 2214 (zweimal Blinken, zweimal Blinken, einmal Blinken, viermal
Blinken). Ist so ähnlich wie Morsezeichen, aber langsam genug, daß jeder
es auslesen kann. Meldet das Steuergerät "4444", ist kein Fehler
abgelegt. Da mehrere Fehler abgelegt sein können, mußt Du dem
Steuergerät klarmachen, daß Du den Fehler registriert hast und den
nächsten sehen möchtest. Das machst Du ganz einfach, indem Du das
Kabelende wieder fünf Sekunden lang an den Minuspol der Batterie hältst.
Danach gibt das Steuergerät den nächsten Fehler aus. Ist der Speicher
komplett ausgelesen, gibt das Steuergerät ständig lange Blinkimpulse
aus. Bis zu dieser Stufe solltest Du auch weiterschalten, wenn kein
Fehler gespeichert ist. Erst dann weiß das Steuergerät nämlich, daß es
jetzt wieder seine Ruhe hat, ansonsten ist es weiterhin im
Diagnosemodus, so lange der Motor läuft. Den Fehlerspeicher kann man
AFAIR löschen, indem man die Zündung nach dem Fehlerauslesen abschaltet
und dann das Kabelende fünf Sekunden gegen den Minuspol hält. Leider
habe ich keine Blinkcode-Tabelle hier, aber die läßt sich im Internet
finden.
Diese Beschreibung gilt nur für "RP"-Motoren, andere sind ähnlich, haben
aber Abweichungen. Der "PN"-Motor z.B. hat nur einen flüchtigen
Speicher, der beim Abschalten der Zündung jedesmal gleich wieder
gelöscht wird (das waren die ersten primitiven Eigendiagnose-Versuche
bei VW). Man muß ihn also sofort auslesen, wenn der Fehler auftritt.
Dafür hat dieser Motor ein anderes nettes Feature: leitet man eine
Diagnose bei abgeschalteter Zündung ein, bekommt man eine
Stellglieddiagnose, d.h., man kann nacheinander einige Aktoren ansteuern
und ihre Funktion prüfen, während die Diodenprüflampe mit ihrem
Blinkcode meldet, was sie gerade ansteuert. Diagnose der einfachsten
Art, die gegenüber heutigen Fahrzeugen den Vorteil hat, daß man sie mit
einem 3-Euro-Werkzeug jederzeit und überall durchführen kann.
>[sehr interessantes zeugs...]
Tausend Dank!
Genau das wars, was ich gesucht hab.
Gruß
Micha
>Was mich brennend interessieren würde: Wie mach man das?
Guck mal unter:
<http://www.ruddies-berlin.de/> nach. Dort gibt es gutes Zeug zu
lesen. Hat mir damals auch viele Male geholfen.
CU, Oliver