Am 21.03.2016 um 20:22 schrieb Werner Schmidt:
> Ralf Koenig schrieb am 21.03.2016 um 17:14:
>
>> Am 21.03.2016 um 16:39 schrieb Werner Schmidt:
>>> Hier mal ein Video zur Anwendung:
>>> <
https://youtu.be/317VrBDkBjg>
>>
>> Ah, ok. Betrifft aber alles nur das reguläre Einstecken und Abstecken
>> für den Regelfall, also den Besitzer. Bei Vandalismus im Betreff
>> brauchen wir aber eine etwas kreativere Denke über mehr mögliche
>> Situationen. :-)
>
> OK :-)
>
> Zum Kappen des Kabels schrieb ich ja schon etwas. Ich vermute *ganz*
> stark, dass eine Notabschaltung erfolgt, bevor die Isolation der
> DC-Leitungen durchtrennt ist.
Jepp, die Überwachung ist sehr wahrscheinlich. Über eine Pilotlinie.
http://www.hochvoltkompetenz.de/lexikon.html?tx_smileglossary_pi1[word]=26
Ob die Abschaltung dann wirklich so flott ist, käme mal auf einen
Versuch an. :-)
> Zu einem brutalen Abreißen des Kabels dürfte kaum jemand in der Lage
> sein.
Mit Auto geht alles. :-) Z.B. wenn ein Auto versehentlich oder
absichtlich in einen ladenden Pkw reinfährt. Dann schiebt der den
ladenden Pkw weg und wenn der Laderüssel fest ist, reißt das irgendwo.
Vermutlich den Stecker aus der Ladebuchse am Auto und den
Verriegelungsstift ab. Oder die Ladebuchse aus dem Auto.
> Gut, man könnte ein Abschleppseil um das Kabel legen und mit dem
> eigenen Auto dran zerren. Auch hier würde ich aber vermuten, dass der
> Abreißvorgang erkannt wird, bevor das Kabel ganz abge-/ zerrissen ist
> und wiederum die Notabschaltung erfolgt, bevor DC-Hochspannung führendes
> Metall freiliegt.
>
> Nebenbei sind schon die "Normalladekabel" und Typ1-Stecker /-Buchsen
> sehr stabil:
> <
http://www.goingelectric.de/forum/c-zero-i-miev-ion/android-app-canion-news-t12834-30.html>
Uuups. :-) Denn Fall hatten wir doch neulich durchtheoretisiert. Und
ich hatte noch gesagt: am Gefälle sollte das Teil eigentlich verhindert
werden loszurollen, wenn das Kabel noch dran ist - über die
Betriebsbremse zum Beispiel.
> Wenn man bedenkt, dass das mitgelieferte Ladekabel 5 m lang ist und
> vielleicht 2 m ausgelegt waren hat der Wagen wenigstens über 3 m Schwung
> holen können. Wenn er nicht sogar das optionale 10 m Kabel hatte. Da
> steckt dann schon kinetische Energie drin ... und der Stecker ist sicher
> 10-15 cm lang, das hebelt also ordentlich an der Buchse. Hält schon was
> aus, das Zeug - japonesische Qualitätsware halt ;-)
In Fukushima sieht man das vielleicht differenzierter. Ok, ist fies.
>> Die eigentliche Frage ist doch: der gelbe Knopf da, *wer* kann den
>> *wann* drücken, so dass er wirklich bewirkt, dass dann der
>> ChaDeMo-Stecker rausgezogen werden kann.
>
> Wie gesagt, ich bin nicht ganz sicher. Ich hatte bislang ja keinen
> Grund, einen Ladevorgang vorzeitig abzubrechen. Oder doch: ich glaube,
> in Hamburg *habe* ich etwas vorzeitig abgebrochen, weil ich genug Ladung
> für die Weiterfahrt bis Buddikate hatte, wo ich eh noch mal nachladen
> wollte. Und ich *meine* mich zu erinnern, dass ich den Ladevorgang erst
> an der Säule beenden musste, bevor ich die Drucktaste am Stecker
> bedienen konnte.
So wäre es zumindest sinnvoll in Bezug auf Vandalismus.
Wenn ich mal selbst so ein Auto leihe, schaue ich auch selbst mal.
Schlecht wäre es dann aber, wenn dann die Säule spinnt. Aber den Fall
muss man einfach ausreichend selten machen.
>> Und dann für das kartesische Produkt aus diesen Menschen (wer):
>> -------------------------------------------------------------
>> 1) ein Mensch mit Autoschlüssel des angeschlossenen Fahrzeugs und der
>> RFID-Karte für die Säule mit der damals das Laden begonnen wurde
>> 2) ein Mensch mit dem Autoschlüssel zum angeschlossenen Fahrzeug, aber
>> ohne RFID-Karte (also: der Ladende hat seine Karte verbummelt)
>> 3) ein Mensch mit RFID-Karte, die für den Ladebeginn genutzt wurde, aber
>> ohne Autoschlüssel zum ladenden Fahrzeug (also: der Ladende hat seinen
>> Schlüssel verbummelt)
>> 4) ein anderer EV-Fahrer mit einer anderen ladeberechtigten RFID-Karte
>> für die Säule, aber ohne den Fzg-Schlüssel oder die RFID-Karte zum
>> aktuellen Ladevorgang
>> 5) jemand ohne alles, halt irgendein Passant
>> -------------------------------------------------------------
>
> 1): mit Sicherheit eh.
> 2): dürfte vom Fahrzeug abhängen. Zumindest AC-Ladung über den
> Typ1-Stecker wird bei meinem iOn *nicht* beendet, wenn ich den Schlüssel
> auf "Start" drehe (obwohl das so in der Bedienungsanleitung steht).
Ist allerdings auch peinlich, wenn die Bedienungsanleitung nicht stimmt.
> Das
> Auto schaltet dann aber auch nicht auf "fahrbereit".
> 3): müsste möglich sein, sofern die Software der Ladesäule auch für das
> Beenden eines Ladevorgangs eine Authentifizierung anfordert.
> 4): fände ich unter den in 3) genannten Voraussetzungen skurril. Aber
> Programmierern ist alles zuzutrauen :-) Sprich: könnte schon sein, dass
> "irgendeine" Authentifizierung genügt und es nicht dieselbe sein muss,
> mit der die Ladung begonnen wurde. Halte ich aber für unwahrscheinlich.
Programmierer programmieren (meist) das, was sie aus der Spec verstehen.
Wenn die von japanisch nach französich übersetzt wurde, und schließlich
vom OEM an einen Zulieferer geht, der das dann in Rumänien oder Indien
"near-geshort" oder "off-geshort" programmieren lässt, ist genug stille
Post dazwischen, sodass erstmal fraglich ist, was als Spec überhaupt
beim Programmierer ankommt. :-) Bei BMW war die Vorgabe schließlich: wir
schreiben alle Specs direkt auf Englisch. Das hat manche IT-Kollegen
mächtig vor Probleme gestellt!
Es gibt ja ab und an bei neuen Kommunikationsstandards mal
Kompatibilitätstests, wo z.B. 10 Programmierteams an sich die gleiche
Spec implementiert haben. Aber erst dann im Zusammenspiel der
Implementierungen zeigt sich, ob es alle gleich verstanden haben. Denn
leider ist die Spec selten formal und selten vollständig.
Insofern hängt Software nicht immer an Programmierern. Auch die
Anforderer müssen testen, ob sie richtig verstanden wurden und die
Software wirklich auch im Detail ihre Anforderungen erfüllt. Das
handhaben die allerdings gern mal lax, weil keiner dafür Aufwände
geplant ist. Und Testen ist sauaufwenig, wenn das keiner automatisiert
durchnudeln lässt.
> 5): Das *gibt* es: zumindest bei kostenlosen und "barrierefreien"
> Ladesäulen (also Laden ohne Authentifizierung möglich) kann *jeder* den
> CHAdeMO-Ladevorgang an der Säule auch wieder abbrechen.
Interessant. Das ist dann dieser Messe-Modus, oder?
>> und diesen Situationen (wann):
>> -------------------------------------------------------------
>> A) während des Ladens eines Fahrzeugs
>
> Zumindest unter den von mir zu 5) erläuterten Randbedingungen: ja. Und:
> an jeder Ladesäule gibt es (und das muss ja auch so sein) eine
> Not-Aus-Taste. Damit kann letztlich jeder beliebige Mensch (und auch ein
> Hund, der die Nase dagegen drückt) jeden Ladevorgang hart abbrechen. Und
> so gesehen ist die Anforderung einer Authentifizierung zum Ladeabbruch
> eh Kappes.
Ich schau bei gutem Wetter vielleicht mal rum, wie das hier an unseren
Säulen im Städtchen so aussieht. Beim Tesla SC kann ich mich an keinen
physischen Not-Aus-Schalter erinnern. Das Nutzerinterface war minimal.
Nur das Ladekabel mit dem Stecker, der Rest passiert ja übers Auto.
Und vielleicht bekomme ich im April mal 10 Tage ein E-Auto leihweise.
>> B) wenn 80% voll - also ChaDeMo-DC-Laden erstmal beendet
>> -------------------------------------------------------------
>
> Jein. Bei manchen Säulen erfordert das (langsame) Weiterladen einen
> Neustart des Ladevorgangs (er ist also erst mal beendet und der Stecker
> freigegeben), bei anderen Säulen wird automatisch - langsam -
> weitergeladen.
Aha. Also nicht einheitlich. Ok, muss man nur wissen.
> Und das hängt dann teils auch noch vom Fahrzeug ab!
Sonst wäre es auch echt zu einfach. :-) Vielleicht ja dann noch von der
Fahrzeugkonfiguration irgendwo tief im Menü?
>> Schwieriger zu testen ist schwerer Vandalismus:
>>
>> 1) jemand schneidet während des Ladens das ChaDeMo-Kabel ab -> Bekommt
>> der Fahrer noch die Reste des Ladekabels aus seinem Auto? Und hat der
>> resultierende Kurzschluss zwischen Plus und Minus-Pol auch Auswirkungen
>> auf Fahrzeugseite und Ladesäuleseite (sicherlich)?
>
> Wie schon gesagt, ich vermute, dass es gar nicht zum Kurzschluss käme.
Das wäre ein Meisterwerk der Sicherheit, aber auch ein Freifahrtschein
für die Kabeldiebe mit dem dicken Schneidwerkzeug, das schon an
Bahntrassen gute Dienste geleistet hat. Ok, Sicherheit geht vor.
Grüße,
Ralf