Am 08.08.2017 um 18:44 schrieb Ralf Kiefer:"
> Thomas Atinger wrote:
>
>> Beide ersetzten Turbolader waren verölt.
>
> Das ist kein Schadensbild.
Sehe ich auch so. Fahrradketten sind auch verölt. :-) Ein Turbolader
braucht Öl für sein Lager.
Bisschen genauer braucht man es schon.
> Typische Turboladerschäden sind defekte
> Gleitlager oder mechanische Schäden an den Schaufeln.
>
> Ein verölter Lader auf der Frischluftseite kann von der Motorentlüftung
> herrühren.
Jepp. Blow-By Gase/Öldämpfe vom Motor, die über die
Kurbelgehäuseentlüftung auf die Ansaugseite des Laders kommen.
> Frag Deinen Schrauber, auf welche Seite vom Lader das Öl
> sichtbar war und wo er die Herkunft des Öls annimmt! Die alten Lader
> hast Du Dir hoffentlich aushändigen lassen.
Spätestens beim Ausbau kann (und wird!) Öl an viele Stellen kommen. Und
heute wird da keiner mehr was wissen denke ich. Aber draufschauen und
nachdenken - das geht immer.
Den ersten Lader nach 6000 km auf Garantie -> da gehört der alte,
defekte doch VW und die haben sich den bestimmt gesichert, zur Analyse
und Ursachenforschung. Oder Tonne. Defektteile bei Garantiesachen rückt
eine Werktatt typisch nicht raus. Man will ja den Kunden nicht
animieren, dass der auf die Art über Garantiefälle das Auto
"schlachtet". :-)
Dann der zweite, den könnte Thomas noch zuhause liegen haben. Wenn er
ihn bezahlt hat.
>> Die Reparatur wurde in einer
>> VW-Fach-Werkstatt gemacht.
>
> Das ist keineswegs eine Garantie für eine korrekte Schadensdiagnose
> sowie ausreichende Reparatur.
Jepp, aber ich sehe es trotzdem als positiv. Und klar, nach 6000 km ist
doch noch Hersteller-Garantie drauf, na klar wird bei VW gemacht.
Und der 2. Tausch? Wann, wer hat's bezahlt? Rechnung?
>> Ob es nun ein Folgeschaden war, weis ich
>> nicht. Wer geht schon davon aus, dass der ersetzte Turbolader nur ca.
>> 6000 km hält.
>
> Der Verdacht auf Folgeschaden des 1. Reparaturversuchs oder auf eine
> nicht behobene Schadensursache liegt nahe.
Jepp, der Verdacht liegt nahe.
> Z.B. eine unzureichende
> Ölversorgung des Laders wäre eine solche Ursache.
>
> BTW bei meinem Motor gibt es eine Arbeitsanweisung zur Prüfung der
> Ölversorgung des Laders. Dazu wird die Rücklaufleitung abgeschraubt und
> die Menge pro Zeit bei kaltem Motor gemessen. Im Prinzip wird gemessen,
> wie lange es braucht, bis 500ml Öl aus dem Lader kamen. Der zweite
> Parameter ist der Öldruck, der bei laufendem Motor an der Ölleitung zum
> Lader gemessen wird. So was muß Dein VW-Schrauber nach Tausch des Laders
> ebenfalls gemacht haben. Frag ihn, wo er das dokumentiert hat!
>
>
>> Die Kat-Vorheizung greift doch nur im Temperaturbereich zwischen 18 und
>> 33 Grad. Wie wird dann der Öldruck und die Schmierung unter 18 Grad und
>> über 33 Grad realisiert?
>
> Millionen von Turbodieselmotoren funktionieren ohne
> Katalysatorvorheizung und ähnlichen Voodoo. Ich sehe (noch) keinen
> Zusammenhang.
Hier geht's ja um EURO5 am Otto:
Millionen EURO5-*Diesel* haben eine Abgasrückführung zur Senkung der
NOx-Rate. Und einen Dieselpartikelfilter zur Senkung Partikel.
Aber beides für die Abgasnormgrenzen für Dieselmotoren.
Die 1.4 TSI Ottos (alle? nur die frühen?) haben aber keine AGR.
Siehe:
Selbststudienprogramm 405
"Der 1,4l-90kW-TSI-Motor mit Turboaufladung"
Konstruktion und Funktion
https://www.motor-talk.de/forum/aktion/Attachment.html?attachmentId=689818
Aber er hat neu: einen "Hochdruck-Schichtstart ab -30 °C"
Und die zwei Sachen waren neu in den Abgasnormen EURO5 für Otto:
* max 60 statt 80 mg/km NOx
* max 5 mg/km Partikel für EURO5-Direkteinspritzer (das ist er)
Spekulation: Anfang
Hochdruck-Schichtstart mit Magerbetrieb (!) von Motorstart an, dürfte
NOx und Partikel im NEFZ erhöhen. Da hat sich VW für die NEFZ-Messung
vielleicht die Kat-Vorwärmung als Alternative zur AGR und als
Alternative zum NOx-Speicherkat überlegt. Also muss der normale
3-Wege-Kat (der reduziert auch NOx auf N2) das NOx flott unschädlich
machen, vielleicht auch die Partikelbildung reduzieren.
Und damit der so die EURO5-Grenzwerte für *Otto-Motoren* einhält (nicht
180 mg/km für Diesel EURO 5, sondern 60 mg/km für Otto EURO5) muss der
heiß sein in den Emissionsmessungen. Und dafür eben die Kat-Vorwärmung
für die NEFZ-Messung.
Spekulation Ende
Vorher hatten die FSI (auch mit Schichtbetrieb) ja noch nen
NOX-Speicherkat, den hat VW auch weggelassen im TSI.
Typprüfwerte von 2009
Quelle:
Verzeichnis der Kraftstoffverbrauchs- und Emissions-Typprüfwerte von
Kraftfahrzeugen mit Allgemeiner Betriebserlaubnis oder EG-Typgenehmigung
19. Ausgabe - Stand: 1. März 2009
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mit Schaltgetriebe
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GOLF TSI
0603-AMK
MKB CAXA
1390 ccm 90 kW 200 km/h 1360 kg Schwungmasse
190 g/km CO2 Stadt
119 g/km CO2 Land
144 g/km CO2 kombiniert
8,20 Liter Super
5,10 g CO2 Stadt
6,20 g CO2 Stadt
6H - 6-Gang Handschalter
OGD - Otto Gasoline direct Injection
Schwungmasse 1470
285,6 CO von 1000
28,2 HC von 100
23,9 NMHC von 68
45,2 NOx von 60
1,42 Partikel von 5 mg/km
6H OGD EURO5;A
====> Also Vermutung: NOx war das beschränkende.
Im Passat 1.4 TSI 90 kW CAXA mit 6-Gang haben sie das auf 56 mg/km NOx
gedeichselt. :-) Das nenn ich mal ne Punktlandung knapp unter 60 mg/km. :-)
Die DSG-Versionen hingegen sind alle nur so um 17-23.
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zum Vergleich mit DSG
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GOLF TSI
HSN/TSN -> 0603-AMK
MKB CAXA
1390 ccm
90 kW
200 km/h
1360 Schwungmasse
179 CO2 Stadt
117 CO2 Land
138 CO2 kombi
7,70 Liter Stadt
5,00 Liter Land
6,00 Liter kombiniert
7A OGD
1470 Schwungmasse
181,4 CO
29,5 HC
25,2 NMHC
27,6 NOx von 60
1,90 Partikel von 5
7A OGD
EURO5;A
Grüße,
Ralf
PS aus dem SSP:
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Der Hochdruck-Schichtstart
Durch die neue Ansteuerung der Hochdruck-Kraftstoffpumpe wird sehr
schnell ein Druck von ca. 60 bar aufgebaut und es ist bereits ab -30 °C
der Hochdruck-Schichtstart möglich. Dabei wird der Kraftstoff
kurz vor der Zündung eingespritzt.
Die zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Temperaturen im Zylinder und der
hohe Druck sorgen für eine sehr gute Gemischaufbereitung. Dadurch kann
die für den Start benötigte Kraftstoffmenge verringert werden und vor
allem die Kohlenwasserstoff-Emissionen sinken.
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