Hallo Ralf,
Du schriebst am Tue, 2 Mar 2021 00:49:07 +0100:
> > Na, dann nimm halt die Umrichter für 'ne HGÜ-Strecke. Da geht's zwar
...
> "Ein paar Dutzend MW" ist aber wieder nicht die passende Dimensionierung
> für ein Auto. :-D Und das sind teure Spezialgeräte. Wo ein Auto aber
War ja auch nur als Extrembeispiel genannt, um die Möglichkeiten
aufzuzeigen. Die paar zig bis hundert kW von 'nem Pkw sind da Kleinkram,
aber jedenfalls sicher mach- und beherrschbar.
> irgendwelches Commodity-Zeug braucht: massenfertigungs-beziehbar,
> billig, klein, gut. So ungefähr. :-)
Take any two of these...
Ja, massenfertigbar und für die Autohersteller vor allem nicht nachbau- und
reparierbar...
> > Aber so weit muß man ja gar nicht gehen - die Ladesäule selber ist doch
> > auch schon so ein Ding, die muß ja aus der Netzspannung von recht
> > konstanten ca. 400V _nach Gleichrichtung_ eine recht variable
> > Gleichspannung am Ladestecker machen.
>
> Klar. In der Ladesäule sind Gleichrichter drin. Die machen AC zu DC
> immer in der passenden Form.
Und es sind Umrichter ("DC-DC-Konverter") drin, die die immer ca. 400V in
unterschiedliche Spannungen von (was weiß ich...) 250...565V umsetzen, so
wie sie der Ladeanschluß des Autos per CAN-Bus anfordert. Ein Akku hat
schließlich einen nicht zu verachtenden Spannungshub zwischen leer und
voll, bei gängigen Li-Akkus sowas zwischen 3 und 4V, also 25% Variation vom
"Vollwert". Das skaliert schließlich streng linear mit der Gesamtspannung.
Fazit: Die Umrichter in der Ladesäule müssen ähnliche Betriebsparameter
abdecken können wie die für den Hochsetzsteller (so heißen die) im Auto
dann auch gebraucht werden. Gängige Technik, nix besonderes.
> Aber hier ging es ja um etwas anderes. Es ging darum, dass viele der
> DC-Ladesäulen bei 500V DC ihr Limit haben, was sie hergeben können. Aber
> dass die 800V-Batterie des ioniq 5 ja nun auch eine Ladespannung in dem
> Bereich braucht.
Naja., dann hängt man halt noch so'n Ding im Auto dran. Halbleiter für die
Spannung gibt's ja, und der Strom ist auch kein Hindernis. Der Ladesäule
ist's egal, ob sie eine konstante oder eine sich ändernde Spannung liefern
muß, und der Hochsetzsteller kann evtl. von der Variabilität der Säulen-
Konverter profitieren, indem er dann nur noch eine primitive Verdopplung
machen muß ohne wirklich geregelt zu werden.
Kaskadierte Spannungswandler sind inzwischen gängige Technik, in jedem
Computer sitzen Schaltregler (-> Spannungswandler) nicht nur im Netzteil,
sondern auch direkt am Prozessor, gleich mehrfach für teils mehr als 3
Spannungen, und z.T. auch an anderen Stellen. Der Hauptaufwand dabei ist
die Filterung und Pufferung mit dicken Kondensatoren, die aber dank der
inzwischen recht hohen Schaltfrequenzen garnicht mehr unbedingt so enorm
"dick" sein müssen. Da sind die Schaltstörungen inzwischen das größere
Problem.
...
> > Und dann gibt es noch eine Möglichkeit: "irgendwie" muß ja der Motor im
> > Elektro-Auto auch zu seinem Strom kommen, aber den kann man ja nicht
> > einfach an die Batterie klemmen, damit er läuft.
>
> Richtig. Schon gar keine 3-Phasen-Wechselstrom-Motoren für den
> Achantrieb. :-) Und die sind ja in Batterieautos heute gängig.
^s
> > Der braucht eine recht
> > komplexe Steuerung, die u.a. auch wenigstens einen Umrichter "höherer"
> > Leistung enthält. 150kW? Ja, leicht.
>
> Klar, der Motorinverter. Und genau den (plus noch was mehr) nutzt
> Hyundai ja auch für die 400VDC auf 800VDC-Konvertierung, sagen sie.
Na also, warum sagste das nich gleich, sondern spekulierst haltlos im
luftleeren Raum rum? Liegt doch schließlich so nahe, daß soagr ich da
drauf gekommen bin.
...
> Passt noch nicht zusammen: vom E-Motor kommt ja AC zurück, wenn der
> rekuperiert und dann geht AC an den Umrichter und der tut vorne DC raus
> für die Batterie.
Stimmt zwar, ist aber unerheblich - die Spannungen an den Teilwicklungen
variieren im Antriebsbetrieb laufend, das verlangt halt von der
Konverterelektronik eine laufende Anpassung der Schaltimpulse. Da ist der
einfache DC-Umsetzbetrieb anspruchslos dagegen, der braucht nur eine recht
konstante Impulsfolge mit einem nahezu festen Tastverhältnis, damit die
Motorinduktivität (die Induktivität der parallelgeschalteten
Teilwicklungen) halt aus der festen Eingangs- eine entsprechende feste
Ausgangsspannung machen kann. Bei "passender" Beschaltung kann da von
einer gegebenen Ein- in eine niedrigere oder höhere Ausgangsspannung
umgesetzt werden, falls nötig, auch beides nach Bedarf.
> Aber der ioniq 5 will ja an sich von 400 V DC auf 800 V DC kommen.
Kein Problem: Hochsetzsteller, oder gar nur Spannungsverdoppler mit festen
Spannungsverhältnis.
...
> > Das hättste Dir aber auch selber überlegen können.
>
> Also ich hänge noch an dem "Schönheitsfehler" vorne.
_Welchem_ "Schönheitsfehler"? Das ist alles technisch gut bekannt,
allenfalls "etwas" brachialer als der "Normalbürger" von Wandwarzen
und Computernetzteilen gewohnt tist.
> Das Gesamtsystem muss irgendwie so aussehen:
>
> 400V DC von der Säule wird auf dem Stator/Rotor des E-Motors zu 400V AC
> gemacht (das ist irgendwie der noch technisch unklare Punkt, und hier
> darf sich halt der E-Motor nicht drehen, denn das Fahrzeug soll ja
Tut er bei parallelgeschalteten Wicklungen nicht, außer, Du weißt ihm
nach, daß da ein Drehfeld im Innenraum des Stators entsteht. Wie das gehen
können sollte, würde mich dann aber auch interessieren. Normalerweise
kringeln sich die Feldlinien ja außen um einen stromdurchflossenen Leiter
'rum (grundschulmäßig ausgedrückt).