Am 05.04.2016 um 22:01 schrieb Werner Schmidt:
> Ralf Koenig schrieb am 05.04.2016 um 14:39:
>
>> gibt's noch. Karabag auch.
>
> Auf deren Website finde ich aber keine E-Mobile angeboten. Haben die das
> Segment aufgegeben? Und soweit ich das herausfinden konnte waren das nur
> umgerüstete Fiat (500: Kleinwagen, Doblo und Scudo: Nutzfahrzeuge).
Ja, waren immer nur umgerüstete. Aber die mit hohem Elan! Und
Macherqualitäten statt warten, warten, warten.
Keine Ahnung, ob sie Umrüst-Business das noch beibehalten haben. Mit den
kleinen Stückzahlen hat man gegen Serie halt keine Chance.
>> Naja, da steigen Leute ein und aus (Daimler, Toyota mit einem Teil).
>> Der Hype muss halt dafür sorgen, dass sich für die Aussteigenden ein
>> Ersatz findet. Und so ergibt sich dann der Aktienkurs.
>
> Gut, aber eben: Aktienkurs. Das orientiert sich an einem Marktgeschehen
> und frisst nicht staatliche Gelder en masse für heiße Luft.
Tesla hat massiv auch US-Subventionen bekommen. Aber eben auch was
geliefert.
[Alternativen zu Model 3, nur BEV]
>> Aber wenn ich das mal durchdekliniere und etwas weiter fasse:
>>
>> -----------------------------------------------------------------
>>
>> GM Chevy Bolt (Kleinwagen-Van) - 60 KWh, >320 km,
>
> Was ja die Werksangabe ist und damit etwa dem Tesla 3 entsprechen
> dürfte. Preisspekulation? Laut Autobild.de etwa 30 k$ - jau, da müsste
> sich Tesla warm anziehen.
37.500 USD Liste und dann 7500 USD US-Subvention weg sind die 30.000 USD.
> Wenn das Auto von seinen übrigen Werten her
> einigermaßen gleichziehen kann. Und, da hast Du natürlich vor allem für
> den US-Markt Recht: wenn es gegen den Tesla-Hype ankommt. Ups, ich sehe
> gerade: "Kleinwagen-Van". Nicht Mittelklasse, also: vielleicht doch
> nicht so warm anziehen, Tesla! ;-)
Der Bolt EV hat eine große Schwachstelle: einen sehr ähnlich
ausschauenden Verbrenner-Bruder (Chevrolet Sonic, bei uns Chevrolet
Aveo, eine Billig-Gurke), der die Basis-Plattform geliefert hat. Der
Verbrenner kostet ungefähr 19.000 USD.
Und dagegen das 30.000 USD - BEV?
Wenn Mommy+Daddy zum Car Dealer tigern, werden die sich das gut
überlegen, wenn die nebeneinander stehen. Nur Hardcore-Eingeschworene
Elektrofans greifen dann in den USA zum BEV.
Der Riesenvorteil des Model 3 (aus BEV-Sicht): es gibt zum BEV nix
anderes. Wer genau diese Form haben will, muss den BEV nehmen.
>> nächster Nissan Leaf 60 kWh - ein Kompaktklasseauto
>
> Nach dem, was ich mal kurz ergugelt habe: angekündigt für 2018. Könnte
> aber (weil kleiner und leichter) noch deutlich mehr Reichweite bieten.
> Klingt interessant. Allerdings: eben Kompakt-, nicht Mittelklasse.
Ja, der wird interessant. Weil geringere Fahrwiderstände!
>> BMW i5 - mal schauen, wann da was kommt. An sich hat BMW da gute
>> Chancen!
>
> Wird noch teurer werden und nicht den Mehrwert für den Mehrpreis bieten.
> Immerhin wäre es wohl mindestens ein Mittelklasseauto.
Der soll wieder weniger CFK bekommen. Und so günstiger werden. Aber
Premium-Image kostet eben auch was.
>> VW e-Golf auf Golf 7 Basis, einfach nur mit mehr kWh, mal schauen,
>> wann VW reagiert. Kompaktklasse.
>>
>> VW e-Golf auf Golf 8 Basis, der dann auf jeden Fall. Kompaktklasse.
>>
>> Vielleicht noch ein MB B-Klasse-Nachfolger, mal schauen, wann die
>> fertig sind. Kompaktklasse.
>
> Jupp, auch interessante Fz., aber schon wieder nur Kompaktklasse.
Kompaktklasse wäre wohl nicht so das Problem, aber Scchrägheck. In der
EU kommt das ja dufte an (siehe Norwegen, die mögen den e-Golf!). Aber
international eben ist der schon zu klein.
An sich könnte VW sich mal bequmen, den BEV-Antrieb aus dem e-Golf in
den Jetta reinzumachen (Jetta ist international der Star: USA und China,
da wollen die Leute das Stufenheck). Der Jetta ist ja riesig inzwischen
(mal gesehen?), der ist größentechnisch praktisch Mittelklasse.
>> China: BYD Qin EV300 - 48 kWh, 300 km, Mittelklasse
>>
>> BYD e6, 48 kWh (kleine Batterie für China)
>>
>> Denza electric car - nur China, 48 kWh - 250 km (Nischenmarke aus
>> Verpflichtung)
>
> Von chinesischen Autos kannst Du hier wahrscheinlich derzeit niemanden
> überzeugen :-)
>
> Aber OK: gespannt sein darf man.
Wenn da die Fabriken erstmal rollen, werden die auch günstig werden für
den China-Markt. Die Vorbehalte *hier* bleiben, das ist klar.
Aber weniger in China! Und da frisst dann BYD die Stückzahlen der
anderen, auch von Model 3 und Co. Ein BYD in China ist billig, ein Model
3 ist Luxus ohne Ende.
Also: BEV-Taxiflotten in China => BYD. Und "normale" Leute, sobald die
Lademöglichkeit geschaffen ist. Vielleicht auch besonders parteitreue
und patriotische Kunden, weil Staatsziel.
Nur chinesische reiche Yuppies mit Geltungsdrang und betont westlichem
Style => Model 3. Amerikanische Dekadenz. :-) Kein Service, keine
Ersatzteile. Sowas macht kein Taxler gern.
>> Und daneben ein ganzer Sack voll Mittelklasse-PHEVs.
>
> PHEV lassen wir mal außen vor.
Was für die Übergangsphase mit geringem Ladenetz ein Fehler sein kann.
Gerade Flottenkunden werden da nur langsam an die BEVs rangehen. Denn am
Ende muss das Auto fahren, egal ob mit Sprit oder Strom.
Und: Flottenkunden konnten gar keine Model 3 reservieren. War ja jeweils
auf 2 Stück begrenzt. Es sei denn, die haben direkt mit Tesla ihre Deals
ausgemacht. Aber damit fehlt Tesla ein fetter Brocken vom Gesamt-Markt.
Flottenkunden sagen Liefertermin, Menge, Preis. So ein Rumgeeier mit
"vielleicht in 2 Jahren und mal schauen, wieviele" machen die nicht mit.
Das machen nur Privatkunden, die das alte Auto weiter fahren können.
Aber ok, so sei es für die weitere Betrachtung hier, BEV only. Aber mit
Kompaktklasse dazu. Denn ich nehme Tesla die Mittelklasse nicht ab.
> Bleiben als realistische
> Mittelklasse-Konkurrenten für den Tesla 3 in der Mittelklasse (also der
> Liga, in der der Tesla 3 spielen soll) halt nur:
>
> - der Ford Focus (ohne anderes / eigenes Karosseriekonzept und mit den
> Batterien im Kofferraum IMO aber kein ernstzunehmender Konkurrent für
> den Tesla 3) und
Das muss sich ändern und Ford hat es kapiert (dicke
Entwicklungsmilliarden). GM Volt macht es besser (in den Mitteltunnel),
Tesla Model 3 als Skateboard, e-Golf unter den Boden, die wesentlichen
erfolgreichen Konkurrenten kriegen die Batterie nach unten.
Ach so: Focus ist technisch auch nur Kompaktklasse.
Ford Mondeo/Fusion wäre echte Mittelklasse.
> - der BMW i5 - letzterer, was ich so im Netz finden konnte: angekündigt
> für 2020 ...
Und mal schauen, welche Form.
> Alles andere was Du genannt hast sind Kleinwagen(-Van) und
> Kompaktklasse-Fahrzeuge (und hier nur der Golf).
Dann darf ich noch spekulieren, was es alles sehr gute Model 3 Fighter
für die USA gäbe?
- Mercedes CLA/GLA als BEV
Blöd nur: die haben den Sandwichboden ja wieder weggelassen, weil die
BEV-Revolution der A-Klasse davor eben nicht kam und man Jahre lang das
Sandwich ohne echten Zweck herumgefahren ist.
- BMW 2er Coupe/X1 als BEV (beim 2er wechselt sowieso die Plattform)
- Audi A3 Limousine als BEV (Antrieb vom e-Golf aber stärker, und mehr
kWh), und Jetta als BEV für das mittleres Modell, Seat Toledo BEV als
Einstieg
Und dann jeweils ein teures Spitzen-BEV-Modell mit "AMG" oder "M" oder
"S3" oder "RS3" im Namen. Die sehen geil aus, haben Prestige und dürfen
auch etwas mehr kosten.
- VW Tiguan als BEV (und Q3 und den Seat dazu)
- Passat Stufenheck/Variant/CC (ist ja auch MQB) mit e-Golf Antrieb,
aber mehr kWh
- Chevy Cruze / Astra Stufenheck - und Antrieb aus dem Bolt
(Gamma-Plattform)
- Renault Megane/Talisman - und Antrieb aus dem Zoe/Leaf weiterentwickelt
- PSA unter dem DS-Label zur Aufwertung der Marke wieder zusammen mit
Mitsubishi wie beim iMiev, die sich den Lancer hernehmen
IKEA: Entdecke die Möglichkeiten! :-) Die Autohersteller haben ja
Baukästen. Nur BEV mit Batterie im Unterboden ist echt ne harte Nuss,
wenn der nicht schon irgendwann mal da war. Der BMW i8 wurde um die
Batterie herumkonstruiert.
VW stellt seinem MQB - Modularen QuerBaukasten (Motor quer) - nun doch
noch einen MEB - Modularen ElektrizitätsBaukasten - daneben.
Aber wenn die dazwischen eine Abbildung schaffen (MQB-Modell nach
MEB-Modell) sind sie auch wieder flotter im Umkonstruieren.
> Gut, für den braven Deutschen mag ein E-Golf mehr wert sein als ein
> Tesla 3, aber ist er damit eine ernste Konkurrenz? Eher nicht,
> spätestens wenn man über den Sauerkraut-Tellerrand hinweg schaut.
Die Japaner könnten noch echt schöne BEVs bauen, denn sie haben
sportliche Autos mit dem passenden Namen und Image und Design. Und sie
haben schon ChaDeMo 50 kW relativ flächendeckend (also kein Bedarf für
Teslas Netz). Und sie haben Megacities, wo BEV mal RICHTIG VIEL Sinn
macht. Und sie haben fettes Batteriefabriken-Knowhow! Und sie haben
Kunden, die eh alle paar Jahre durchtauschen (in Japan wird fast kein
Auto alt). Dazu den US-Markt.
Wieso Honda/Toyota auf H2-FuelCell gehen? Vielleicht kommt da der Clou noch.
Mazda 3 Limousine sieht heute schon sehr cool aus
http://www.autozeitung.de/sites/default/files/images/bildergalerie/2013/07/teaser/gross/Mazda3-Limousine-IAA-2013-teaser.jpg
Auch der MX-5.
Mitsubishi könnte eine Lancer-Limousine als BEV machen mit
Erfahrung/Bauteilen von iMiev/OutlanderPHEV. Und Top-Modell Lancer EV-O.
Toyota vom GT-86 etwas weiterentwickeln fürs Sport-Top-Modell.
Mittelklasse dann Camry/Avensis und das Günstigmodell Corolla, Prius
oder Auris EV nennen. (mal für unsportliche Kunden). Batteriequelle:
Panasonic. Und den RAV4 wieder BEV-isieren, nur ohne Tesla. Die Baupläne
liegen doch noch da.
Honda vom Accord, Civic Type-R, CR-V ein BEV machen. Der E-Antrieb ist
ja da vom sehr sportlichen Accord PHEV, nur Batterien noch rein.
Subaru vom Impreza, Legacy, XV, Forester ein BEV machen.
Man darf ja mal träumen. :-)
Wenn BYD seine bisherige Kompaktklasse/Mittelklasse-Limousine vom
Verbrenner auf BEV mit 300 km bekommen hat, müssten das alle anderen
Hersteller doch auch schaffen. Batterien, BMS, E-Motoren,
Leistungselektronik kann man kaufen.
Ich sag's mal anders: kein Hersteller wird langfristig wie das Kaninchen
vor der Schlange sitzen und zusehen, wie Tesla mit BEVs immer größer
wird und immer mehr Marktanteil bekommt.
Wenn Tesla die Zahlen nicht fingiert, sind die jetzt bei 300.000
Reservierungen für Model 3. Das ist schon ne Hausnummer.
Das einzig wirklich Erklärbare wäre: die anderen haben einen Super-Akku
kurz vor Marktreife. Und dann hätte Tesla noch die "alten" Li-Ion-Akkus
und dafür gerade erst ne Monsterfabrik für eine veraltete Technologie
hochgezogen.
>> Man sollte sich aber davor bewahren, nur die kWh-Menge auch als
>> allein ausschlaggebend für die Reichweite zu sehen. Einige OEMs
>> wollen sich mehr anstrengen, auch die Fahrwiderstände zu senken.
>
> Da ist aber nicht beliebig viel Spielraum nach unten.
Das stimmt. Der größte Gewinn kommt wohl mit leichteren Batterien und
billigerem CFK-Bau. Der Rest ist kleinteiliger an Verbesserungen.
> Was auch noch
> etwas bringen könnte, zumindest bei Stadtverkehrsnutzung: den
> Wirkungsgrad bei der Rekuperation verbessern. Der liegt aktuell so bei
> 50%. Was allerdings auch schon zeigt, dass auch an dieser Stelle einer
> deutlichen Reichweitensteigerung enge Grenzen gesetzt sind.
Naja, 10 Stellen mit je 2-3% Verbesserung geben in Summe auch schon was
schönes. Und anstatt Warten (auf die Superbatterie!) kann man starten.
>>> Sie könnten auch einfach mal mit sinnvollen Produkten aufwarten
>>> :-)
>>
>> Sinnhaftigkeit hat leider keine allgemein akzeptierte, universale
>> Metrik. :-)
>
> OK. In diesem Zusammenhang dürfte aber klar gewesen sein, worum es ging:
> ein für breite Anwenderkreise alltagspraktisch nutzbares E-Auto.
Der Sinn für den *Hersteller* und seine Belegschaft ist dabei was? Denn
klar sträuben die sich. Erfahrene Maschinenbauer für die
Verbrennermotoren, Getriebekonstrukteure die plötzlich
Fest-Übersetzungen machen sollen (geht's noch?), die ganzen Zulieferer.
Die wollen lieber ihre Verbrenner noch weiter treiben. Lieber bauen die
den down-gesizeten 1-Zylinder Quad-Turbo mit 12-Gang-Automatik und
CO2-Reformator im Auspuff als nen BEV.
Wer hinten mit wenig Energie das CO2 wieder in irgendeine, dichte
organische Substanz bekommt, hat auch lokal kein CO2. Und dann die
organische Substanz beim Tanken entsorgen und von da zur Wiederaufbereitung.
> OK - da bewegen wir uns jetzt aber in 2 Richtnugen vom
> Mittelklassefahrzeug weg (einmal hin zum Van, einmal zum
> Klein(st)wagen). Ich hab' jetzt in der Kategorie Mittelklasse gedacht.
> Wir gingen ja vom Tesla 3 aus bei unseren Überlegungen.
Die Frage, die sich da stellt: was definiert denn Mittelklasse? Heute
haben wir eine recht feste Vorstellung: ca. 450 bis 470 cm Länge,
Motorraum, Fahrgastzelle, Kofferraum. Limo oder Kombi, Van oder SUV, gut
gedämmt, langstreckentauglich.
Aber ich kann mir auch sowas wie eine Mia electric oder einen BMW i3
vorstellen, dass der mal mit z.B. 3,50 oder 4m Außenlänge durch viel
kleinere Überhänge innen etwas vergleichbares zu "Mittelklasse-Raum" und
"Mittelklasse-Fahrerlebnis" schafft. Nur außen anders aussieht.
> <
http://www.postimees.ee/3347633/fotod-elektriauto-ja-veoki-kokkuporkes-sai-kolm-inimest-viga/4546425>
Ach du Heiliger!
Grüße,
Ralf