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Fahrerflucht

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Carsten Beyer

unread,
Nov 2, 2002, 3:40:33 AM11/2/02
to
Hallo zusammen,

wenn einem des Nachts das parkende Auto kaputt
gefahren wird (Totalschaden), der/die Fahrer/in
flüchtet und man sich nicht auf die Ermittlungen
der Polizei allein verlassen möchte, was kann
man dann noch tun?

Welchen Aufwand treibt die Polizei, um das ver-
ursachende Fahrzeug zu ermitteln (Lackuntersu-
chung, -analyse, Überprüfung aller in Frage
kommenden Typen im Kreis/Land/Staat)?

Wer hat schon Erfahrungen mit diesem leidigen
Thema sammeln können und kann praktische Tips
geben. Wem ist ein Unfallfahrzeug in seiner
Umgebung (wahrscheinlich Raum Bonn) mit blauen
Lackspuren aufgefallen?

Fragt
Carsten

Michael Herz

unread,
Nov 2, 2002, 11:15:30 AM11/2/02
to
Carsten Beyer wrote:

> Welchen Aufwand treibt die Polizei, um das ver-
> ursachende Fahrzeug zu ermitteln (Lackuntersu-
> chung, -analyse, Überprüfung aller in Frage
> kommenden Typen im Kreis/Land/Staat)?

Nach meinen Erfahrungen mit Vandalismus: Die Polizei wartet, bis sich der
Verursacher selbst stellt, oder schickt Dir dann irgendwann einen Brief,
dass das Verfahren eingestellt wurde.
Die Sache mit den Lackuntersuchungen und anderen Fahndungen gibts glaubich
eher bei Personenschäden oder seeeehr hohem Materialwert (Rolls Royce,
Ferrari?)

Nur meine Meinung
Michael
--
http://luna.spaceports.com/~miggel/ *** ICQ:127907852

Jan Schultze

unread,
Nov 2, 2002, 11:54:05 AM11/2/02
to

"Michael Herz" <m-...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:aq0tkf$8ga$05$1...@news.t-online.com...

> Die Sache mit den Lackuntersuchungen und anderen Fahndungen gibts glaubich
> eher bei Personenschäden oder seeeehr hohem Materialwert (Rolls Royce,
> Ferrari?)

Das wage ich anhand von Justitia ;) zum. zum großen Teil
zu bezweifeln. Ob nen Opel oder nen Ferrari dran glaubt
dürfte die Polizisten nur geringfügig interessieren,
wäre ja noch schöner wenn nicht.

cu Jan


Siegfried Schmidt

unread,
Nov 2, 2002, 12:21:54 PM11/2/02
to
Hallo Jan,

> Das wage ich anhand von Justitia ;) zum. zum großen Teil
> zu bezweifeln.

Kanst Du, aber auch meine Erfahrung dazu sind exakt so, wie von Michael
beschrieben.

Die Scherben von Rücklichtern, die Lackspuren am Fahrzeug und
Reifenabdrücke im Schnee haben niemanden interessiert. Da man daher nicht
wußte, nach was man suchen sollte, wurde erwartungsgemäß auch niemand
gefunden.


Siegfried
--
http://www.schmidt.ath.cx

Michael Herz

unread,
Nov 2, 2002, 1:44:42 PM11/2/02
to
Jan Schultze wrote:

> Das wage ich anhand von Justitia ;) zum. zum großen Teil
> zu bezweifeln.

Es gibt normale Bürger und es gibt sehr wichtige _*BÜRGER*_, und das ist
nicht nur bei der Polizei so.

mfg

Jan Schultze

unread,
Nov 2, 2002, 1:54:15 PM11/2/02
to

"Michael Herz" <m-...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:aq16c6$fql$02$1...@news.t-online.com...

> Es gibt normale Bürger und es gibt sehr wichtige _*BÜRGER*_, und das ist
> nicht nur bei der Polizei so.

Das hat aber nichts mit dem Preis des Gefährts zu tun.
Bürgermeisters kaputter Passat wird da wohl Vorrang haben vor
Luden Peters rosa Ferrari ;)

cu Jan


Ralf Polscher

unread,
Nov 2, 2002, 1:58:04 PM11/2/02
to

"Carsten Beyer" <Car...@Spielbahner.de> schrieb im Newsbeitrag
news:aq032b$5ecmt$1...@ID-113753.news.dfncis.de...

>
> Welchen Aufwand treibt die Polizei, um das ver-
> ursachende Fahrzeug zu ermitteln (Lackuntersu-
> chung, -analyse, Überprüfung aller in Frage
> kommenden Typen im Kreis/Land/Staat)?

Die Polizei treibt keinerlei Aufwand, es interessiert sie nämlich überhaupt
nicht. Falls dabei ein Mensch ums Leben gekommen wäre, dann wäre
es ggfls. etwas anderes.

Beispiel 1:

Vor rund 15 Jahren während des Studiums ist mir ein LKW in die
Seite gefahren und hat runde 1500,- DM Schaden hinterlassen.
Dieser LKW hatte augenscheinlich eine Pommesbude beliefert,
die Polizei hätte lediglich bei der Pommesbude und beim Grosshändler
nachfragen müssen.
Gemacht haben sie nichts.

Beispiel 2:

Vor 2 Jahren ist nachts ein fremdes Auto in den Golf meines Schwagers
geknallt. Der Fahrer muß betrunken gewesen sein.
Der Golf war Totalschaden, und der Verursacher fuhr einen roten
Toyota, wie man an den Bergen Schrtott erkennen konnte die herumlagen.
Meinst Du die Polizei hätte bei den Toyotawerkstätten mal nachgefragt?
Nein sie haben keinen Handschlag getan.

Thomas Gabriel

unread,
Nov 3, 2002, 7:37:33 AM11/3/02
to
Michael Herz <m-...@gmx.net> schrieb:

>Nach meinen Erfahrungen mit Vandalismus: Die Polizei wartet, bis sich der
>Verursacher selbst stellt, oder schickt Dir dann irgendwann einen Brief,
>dass das Verfahren eingestellt wurde.

Falsch! Wenn Ermittlungsansätze vorhanden sind, dann wird auch
ermittelt! Um bei Deinem Beispiel "Vandalismus" zu bleiben: Jemand
zerkratzt Dir nachts den Lack und niemand hat was gesehen. Was soll
Deiner Meinung nach die Polizei denn sinnvolles tun?

Der Einstellungsbescheid kommt im Übrigen auch nicht von der Polizei
sondern von der Staatsanwaltschaft - nur mal so am Rande ...

>Die Sache mit den Lackuntersuchungen und anderen Fahndungen gibts glaubich
>eher bei Personenschäden oder seeeehr hohem Materialwert (Rolls Royce,
>Ferrari?)

Die Lackuntersuchung kostet einen Haufen Geld und bringt relativ
wenig. Oftmals kann das Fabrikat und der Fahrzeugtyp auf andere Weise
schneller und kostengünstiger ermittelt werden. Mehr bekommst Du durch
eine Lackanalyse ja doch nicht raus ...


Gruß aus Solingen

Thomas Gabriel
--
ICQ: 37490497
PGP-Key-ID: 0x5F94276A
http://www.rausgeflogen.net/

Thomas Gabriel

unread,
Nov 3, 2002, 7:48:20 AM11/3/02
to
Ralph Heiden <rhe...@web.de> schrieb:

>so ist nunmal unser Rechtssystem. Letztendlich orientiert sich die
>auch nur an der Kosten/Nutzen Rechnung.
>Geschwindigkeitsueberwachung, Parkverstoesse, Unterhaltssaeumige
>Vaeter zu stellen, kiffende Jugendliche ist allemal
>ungefaehrlicher/eintraeglicher, als die wirklich boesen Dinge, die dir
>und mir auf den Zuender gehen, aufzuklaeren.

Wie schön, daß unser Rechtssystem nicht nur darauf Rücksicht nimmt,
was Dir auf den Zünder geht ... Die alleinerziehende Mutter, die auf
den Unterhalt angewiesen ist, wird sehr wahrscheinlich andere
Prioritäten haben - darüber solltest Du mal nachdenken!

Thomas Gabriel

unread,
Nov 3, 2002, 7:45:56 AM11/3/02
to
"Ralf Polscher" <ra...@gmx.de> schrieb:

>Die Polizei treibt keinerlei Aufwand, es interessiert sie nämlich überhaupt
>nicht. Falls dabei ein Mensch ums Leben gekommen wäre, dann wäre
>es ggfls. etwas anderes.

Das ist Blödsinn! Straftat ist Straftat und dann wird ermittelt.

>Beispiel 1:
>Gemacht haben sie nichts.

Weißt Du das?

>Beispiel 2:
>
>Vor 2 Jahren ist nachts ein fremdes Auto in den Golf meines Schwagers
> geknallt. Der Fahrer muß betrunken gewesen sein.

Woher weißt Du das? Vermutung?

>Der Golf war Totalschaden, und der Verursacher fuhr einen roten
>Toyota, wie man an den Bergen Schrtott erkennen konnte die herumlagen.

Wieviele rote Toyotas gibt es in der Stadt? Sinnvollerweise muß man
die umliegenden Städte noch miteinbeziehen ...

>Meinst Du die Polizei hätte bei den Toyotawerkstätten mal nachgefragt?
>Nein sie haben keinen Handschlag getan.

Woher weißt Du das? Nur mal so zur Info: Man kann seinen roten Toyota
nicht nur in Toyota-Werkstätten in Tatortnähe sondern auch in freien
Werkstätten, in anderen Städten oder sogar selbst reparieren bzw.
reparieren lassen!

BTW: Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten liegt bei ca. 50 %
(regional unterschiedlich), d. h. jede zweite Unfallflucht wird
aufgeklärt! Das ist schon erstaunlich viel für ein Delikt, bei dem es
oftmals keine konkreten Ermittlungsansätze gibt.

Wolfgang May

unread,
Nov 3, 2002, 8:34:03 AM11/3/02
to
Thomas Gabriel (usene...@thomas-gabriel.de) wrote:

[...]

> BTW: Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten liegt bei ca. 50 %
> (regional unterschiedlich), d. h. jede zweite Unfallflucht wird
> aufgeklärt!

Und wieviele % derjenigen, wo es wirklich etwas zu *ermitteln* und
nicht nur nachzuweisen gibt?

Ich habe selber Erfahrungen mit Unfallflucht gemacht: einmal hatte ein
Nachbar gesehen, wie jemand mein Auto fruehmorgens (mit vereisten
Scheiben) angefahren hatte und die Nummer aufgeschrieben, ein zweites
Mal hatte ich gesehen, wie jemand sein Wohnmobil nach Gehoer
einparkte. In beiden Faellen war die Klaerung offensichtlich (und
nicht der Polizei zu verdanken). In einem dritten Fall, wo es nicht
so offensichtlich war, aber nur ein kleiner Personenkreis
(Beschaeftigte einer Firma) in Frage kam, und auch Lackspuren und ein
Plastikteil vorhanden waren, wurde nichts unternommen bzw. kam
ueberhaupt nichts dabei heraus.

> Das ist schon erstaunlich viel für ein Delikt, bei dem es
> oftmals keine konkreten Ermittlungsansätze gibt.

IMHO ist die Aufklaerung oft offensichtlich. Unfallflucht betrifft ja
alles, wo sich ein Beteiligter vom Unfallort entfernt - also
insbesondere die Faelle, wo Beteiligte oder Passanten die Nummer
erkennen konnten. Da halte ich 50% nicht fuer wirklich hoch.

Wolfgang

Lothar Cezanne

unread,
Nov 3, 2002, 9:21:20 AM11/3/02
to

Michael Herz schrieb:


> Es gibt normale Bürger und es gibt sehr wichtige _*BÜRGER*_, und das ist
> nicht nur bei der Polizei so.

Das mag schon stimmen. Allerdings kosten Laborarbeiten ein Schweinegeld;
da nicht zu erwarten ist, daß alle Fälle aufgeklärt werden, werden diese
Laborkosten wohl oder übel von der Gemeinschaft getragen, sprich, die
Versicherungskosten steigen oder aber der Steuerzahler legt's hin.

lc#

--
LC> OJ: Beschwert sich einer darüber, daß im Haifischbecken gebissen wird.
Na klar, denn Lothar Cezanne arbeitet ja bei Telepolis.
[Christoph Kastius am 06.10.2002 in dasV]


Ralf Polscher

unread,
Nov 3, 2002, 10:45:16 AM11/3/02
to

"Thomas Gabriel" <usene...@thomas-gabriel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:031102.134...@news.thomas-gabriel.de...

> "Ralf Polscher" <ra...@gmx.de> schrieb:
>
> >Die Polizei treibt keinerlei Aufwand, es interessiert sie nämlich überhaupt
> >nicht. Falls dabei ein Mensch ums Leben gekommen wäre, dann wäre
> >es ggfls. etwas anderes.
>
> Das ist Blödsinn! Straftat ist Straftat und dann wird ermittelt.

Das einzige was Blödsinn ist, ist das was Du schreibst.
Du glaubst doch nicht im Ernst daß die Ermittlungen bei einem
Handtaschenraub und bei einem Doppelmord identisch sind, oder?
Und deswegen beschränken sich die Ermittlungen bei einer
Unfallflucht ohne Personenschaden i.d.R. auf die Aufnahme
einer Anzeige, mit der man sich dann den Hintern abwischen kann.


>
> >Beispiel 1:
> >Gemacht haben sie nichts.
>
> Weißt Du das?

Ja, denn ich habe bei der Polizei nachgefragt was sie gemacht haben.


>
> >Beispiel 2:
> >
> >Vor 2 Jahren ist nachts ein fremdes Auto in den Golf meines Schwagers
> > geknallt. Der Fahrer muß betrunken gewesen sein.
>
> Woher weißt Du das? Vermutung?

Mal abgesehn davon daß dieses Detail für Deine Behauptungen vollkommen
irrelevant sind, gab es Unfallzeugen aus deren Beobachtungen die Polizei
das geschlossen hat.

>
> >Der Golf war Totalschaden, und der Verursacher fuhr einen roten
> >Toyota, wie man an den Bergen Schrtott erkennen konnte die herumlagen.
>
> Wieviele rote Toyotas gibt es in der Stadt? Sinnvollerweise muß man
> die umliegenden Städte noch miteinbeziehen ...
>
> >Meinst Du die Polizei hätte bei den Toyotawerkstätten mal nachgefragt?
> >Nein sie haben keinen Handschlag getan.
>
> Woher weißt Du das? Nur mal so zur Info: Man kann seinen roten Toyota
> nicht nur in Toyota-Werkstätten in Tatortnähe sondern auch in freien
> Werkstätten, in anderen Städten oder sogar selbst reparieren bzw.
> reparieren lassen!

Ich habe bei den Toyotawerkstätten in der Umgebeung nachgefragt,
und natürlich habe ich sie auch gefragt, ob die Polizei schon da war.
Oh Wunder, nirgendwo hatte die Polizei einen Handschlag getan.


> BTW: Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten liegt bei ca. 50 %
> (regional unterschiedlich), d. h. jede zweite Unfallflucht wird
> aufgeklärt! Das ist schon erstaunlich viel für ein Delikt, bei dem es
> oftmals keine konkreten Ermittlungsansätze gibt.

Was für Unfallfluchten?
Mit Verletzten oder ohne?
Unfallflucht bei angekratzten Stadtzäunen oder bei Privatsachen.?


>
>
> Gruß aus Solingen

Fall 1 war in Solingen.

Michael Herz

unread,
Nov 3, 2002, 12:16:24 PM11/3/02
to
Thomas Gabriel wrote:
> Jemand zerkratzt Dir nachts den Lack und niemand hat was gesehen. Was soll
> Deiner Meinung nach die Polizei denn sinnvolles tun?

Jemand stach mir zweimal hintereinander innerhalb einiger Wochen 2 Reifen
gleichzwitig platt und schnitt einmal die Benzinleitung durch.

Polizei:"Anscheinend gefällt das einem nicht. Parken Sie halt woanders."
Das Auto stand tagsüber immer vor der Schaufensterscheibe eines Friseursalons.

Habe den Polizist gefragt, ob da nicht mal im Laden nachgefragt wird. Er
meint, die haben sicher nichts gesehen. In dem Moment kommt zufällig die
Chefin des Ladens raus. Polizist rutscht fast auf den Knien zu der Frau,
entschuldigt sich mehrmals und nuschelt untertänig was von
"Entschuldigung, Sie haben doch sicher nichts gesehen...". Die Frau
kümmert sich nicht um uns und geht weiter ohne was zu sagen.

Bei späterem Nachfragen im Laden meinerseits kam auch nichts raus ("Was
geht uns Dein Auto an - park halt woanders.").

> Der Einstellungsbescheid kommt im Übrigen auch nicht von der Polizei
> sondern von der Staatsanwaltschaft - nur mal so am Rande ...

Jaja. Schon richtig.
BTW, die Polizei ist auch nicht immer soo "schlecht" ;-) Ein
Autoradio-Diebstahl wurde mal aufgeklärt, bevor ich ihn bemerkte. Ich
dachte erst, es sei ein Witz-Anruf...
Allerdings war von den Tätern nichts "zu holen" ausser dem (mit einer
Zange im Cassetten-Laufwerk herausgerissenen) Radioschrott.

> Gruß aus Solingen
Aua! :-)

mfg

Marius Köhler

unread,
Nov 3, 2002, 1:31:46 PM11/3/02
to
Thomas Gabriel schrieb:

> Prioritäten haben - darüber solltest Du mal nachdenken!

Pah. Solange die Polizei Zeit hat, an nicht-unfallträchtigen Stellen zu
blitzen, um Geld einzutreiben und irgendwelche Autos kontrolliert, wo der
Auspuff ein bisserl zu laut sein könnte, komm mir nicht mit Prioritäten.

Ausserdem könnte die geschädigte Person auch die alleinerziehende Mutter
sein, die vielleicht kein Geld hat, um das Auto reparieren zu lassen.
Umgekehrt wird, wie immer, ein Schuh draus.

Marius

Ralf Polscher

unread,
Nov 3, 2002, 2:23:11 PM11/3/02
to

"Thomas Gabriel" <usene...@thomas-gabriel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:031102.134...@news.thomas-gabriel.de...
>
> Wie schön, daß unser Rechtssystem nicht nur darauf Rücksicht nimmt,
> was Dir auf den Zünder geht ... Die alleinerziehende Mutter, die auf
> den Unterhalt angewiesen ist, wird sehr wahrscheinlich andere
> Prioritäten haben - darüber solltest Du mal nachdenken!

Was hat denn eine alleinerziehende Mutter mit diesem fall zu tun?
Meinst Du das es eine Mutter nicht interessiert wenn man ihr
Auto beschädigt?
Oder glaubst Du das das Rechtsempfinden einer alleinerziehenden
Mutter ein anderes ist, als meins?

> Gruß aus Solingen

Wieso eigentlich nicht Gruß aus Oberhausen?

Carsten Beyer

unread,
Nov 3, 2002, 2:55:42 PM11/3/02
to
Ralf Polscher schrieb:
> ich schrieb:
>> Welchen Aufwand treibt die Polizei?

> Die Polizei treibt keinerlei Aufwand

Die Antwort(en) hatte ich befürchtet.

Im Speziellen geht es um einen weißen Lieferwagen,
der in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Bonn
Beuel einen Metallic blauen Peugeot 406 zu Schrott
verwandelt hat, also selbst recht stark beschädigt
sein sollte.*

Für den Besitzer des Peugeots hoffe ich, daß er auf
dem (für ihn existentiellen) Schaden nicht sitzen
bleiben wird. Für mich selbst versuche ich gerade,
Lehren in Bezug auf die eigenen abgeschlossenen Ver-
sicherungen zu ziehen.

Über einen von <Klischee> alkoholisierten Jugendli-
chen </Klischee> abgerissenen Spiegel oder eine von
spielenden Kindern in den Kotflügel gedrückte Beule
ärgere ich mich zwar kurz, hake es dann aber irgend-
wo unter der Rubrik Lebensrisiko o.ä. ab.

Wenn es aber an die Substanz geht, sieht die Sache
wieder ganz anders aus.

Nur meine zwei Euro-Cent...
Danke für Eure zahlreichen Antworten!

Carsten


*) Wer den Lieferwagen ausfindig machen kann, dem
verspreche ich eine Flasche Peugeot-Champagner!

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 4, 2002, 3:38:41 AM11/4/02
to

"Marius Köhler" <koe...@amspoerkel.com> schrieb im Newsbeitrag
news:3DC56B92...@amspoerkel.com...

> Thomas Gabriel schrieb:
>
> > Prioritäten haben - darüber solltest Du mal nachdenken!
>
> Pah. Solange die Polizei Zeit hat, an nicht-unfallträchtigen Stellen zu
> blitzen, um Geld einzutreiben und irgendwelche Autos kontrolliert, wo der
> Auspuff ein bisserl zu laut sein könnte, komm mir nicht mit Prioritäten.

Die Blitzer an nicht-unfallträchtigen Stellen sind aber meistens von Städten
und Kommunen aufgestellt, die Polizei hat damit eher weniger zu tun (ähnlich
wie bei Strafzetteln wegen Falschparken).

Hier in Köln sind diese besagten Blitzer übrigens vor einiger Zeit (nach dem
"Regierungswechsel" in Köln) mit Planen zugedeckt worden, angeblich mit
Erfolg (=Unfallzahlen sind in diesen Bereichen zurückgegangen, weil die
Leute nicht plötzlich vor den Blitzern in die Eisen steigen).


>
> Ausserdem könnte die geschädigte Person auch die alleinerziehende Mutter
> sein, die vielleicht kein Geld hat, um das Auto reparieren zu lassen.
> Umgekehrt wird, wie immer, ein Schuh draus.

...ist ja alles gut und richtig, aber es sollten keine Äpfel mit Birnen
verglichen werden. Für private Rechtsstreitigkeiten (darunter zählt wohl
auch der Unterhalt) ist die Polizei eigentlich weniger zuständig.

Grüße,

Frank


Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 4, 2002, 3:49:12 AM11/4/02
to

"Thomas Gabriel" <usene...@thomas-gabriel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:031102.134...@news.thomas-gabriel.de...
> "Ralf Polscher" <ra...@gmx.de> schrieb:

> >Der Golf war Totalschaden, und der Verursacher fuhr einen roten
> >Toyota, wie man an den Bergen Schrtott erkennen konnte die herumlagen.
>
> Wieviele rote Toyotas gibt es in der Stadt? Sinnvollerweise muß man
> die umliegenden Städte noch miteinbeziehen ...

...und gerade in solchen Fällen ist der Täterwagen oft geklaut. Was nutzt es
Dir, wenn man den roten Toyota irgendwo verlassen im Graben findet und Dir
sagen kann "Der war's"? Was nutzt es Dir, wenn man den Autodieb, betrunkenen
Fahrer, fahrenden Junkie ermittelt, glaubst Du wirklich der hat Geld, um
Deinen Schaden zu begleichen? Weißt Du wie lange es dauern kann, wenn Du so
jemanden auf Schadenersatz verklagst, bis Du dann tatsächlich dein Geld
bekommst? Wenn er welches hat?

Der einzige Nutzen in der Ergreifung eines solchen Täters dürfte m.E. darin
liegen, daß man ihm den Führerschein entziehen kann, wenn er denn einen hat.
Da hast Du aber eher wenig von.

Dann lieber den Wagen gut versichern (okay, klingt vielleicht zynisch, aber
scheint mir die einzige wirksame Möglichkeit, sich vor solchen Schäden zu
schützen).

Grüße,

Frank

Jan Bienert

unread,
Nov 4, 2002, 4:08:07 AM11/4/02
to

Thomas Gabriel schrieb:

> Die Lackuntersuchung kostet einen Haufen Geld und bringt relativ
> wenig. Oftmals kann das Fabrikat und der Fahrzeugtyp auf andere Weise
> schneller und kostengünstiger ermittelt werden. Mehr bekommst Du durch
> eine Lackanalyse ja doch nicht raus ...

Cool, wenn ich also einen Unfall verursachen sollte und mich aus dem
Staub mache, brauche ich mir keine Sorgen zu machen gefunden zu werden.
Die Polizei sucht nach einem silbernen Mercedes. Ich könnte mit einer
fetten Beule im Golf direkt vor der Wache parken, es würde keinen
interessieren ;-)))

Jan

Uwe Bartosch

unread,
Nov 4, 2002, 9:55:01 AM11/4/02
to

"Thomas Gabriel" <usene...@thomas-gabriel.de> schrieb im Newsbeitrag
news:031102.133...@news.thomas-gabriel.de...
> Michael Herz <m-...@gmx.net> schrieb:
[...]

> Der Einstellungsbescheid kommt im Übrigen auch nicht von der Polizei
> sondern von der Staatsanwaltschaft - nur mal so am Rande ...
[...]

i.d.R. nicht die STAATSanwaltschaft, sondern die AMTSanwaltschaft,
also nicht vom Landgericht, sondern vom Amtsgericht.

Bei mir hatte in einem Fall von UNFALLflucht (nicht Fahrerflucht), bei dem
ein MB erheblich (22TDM) beschädigt wurde, die Polizei auch sehr *müde*
ermittelt,
weil sie (auch hier in Berlin) wirklich hoffnungslos überlastet sind.

Also habe ich Strafantrag gegen unbekannt bei der STAATSanwaltschaft
gestellt.
Die Staatsanwaltschaft (natürlich die Kripo) ermittelte sehr zügig.

Nach ca. 6 Wochen war der Täter gefasst. Er nutzte im Suff ein
Firmenfahrzeug,
(Transporter) welches anhand von Glassplittern und Lackspuren, sowie der
Höhe
(Schadenshöhe in cm) der Beschädigung ermittelt wurde.

Das Problem, das hier beschrieben ist, ist das die Ermittlungen nicht von
den Fachgruppen
der Polizei, sondern vom Schutzbereich vorgenommen werden, soweit kein
Personenschaden
vorliegt.

Wenn jedoch Strafantrag gestellt wird, muss die Kripo, mit den
Fachabteilungen (in
Berlin Verkehrsunfallkommando) ermitteln.
Diese sind i.d.R doch schon etwas anders ausgebildet, als die Schutzpolizei;
denn deren
Aufgabe ist Ermittlungsarbeit eigentlich nicht.

Gruß Uwe


Ingo Braune

unread,
Nov 4, 2002, 11:48:04 AM11/4/02
to
Frank Hucklenbroich schrieb:

>
> ...ist ja alles gut und richtig, aber es sollten keine Äpfel mit Birnen
> verglichen werden. Für private Rechtsstreitigkeiten (darunter zählt wohl
> auch der Unterhalt) ist die Polizei eigentlich weniger zuständig.

Aber die "Lösung" eines solchen Problems kann der öffentlichen Hand eine
Menge Geld ersparen, man Sozialhilfe.
Ich denke mal, daß das hier gemeint war.

Gruß, Ingo

Ingo Braune

unread,
Nov 4, 2002, 11:51:01 AM11/4/02
to
Frank Hucklenbroich schrieb:
>
> "Thomas Gabriel" schrieb:
>
> > "Ralf Polscher" <ra...@gmx.de> schrieb:
>
> > >Der Golf war Totalschaden, und der Verursacher fuhr einen roten
> > >Toyota, wie man an den Bergen Schrtott erkennen konnte die herumlagen.
> >
> > Wieviele rote Toyotas gibt es in der Stadt? Sinnvollerweise muß man
> > die umliegenden Städte noch miteinbeziehen ...
>
> ...und gerade in solchen Fällen ist der Täterwagen oft geklaut. Was nutzt es
> Dir, wenn man den roten Toyota irgendwo verlassen im Graben findet und Dir
> sagen kann "Der war's"?

AFAIK nutzt einem das insofern, als daß erstmal die Haftpflicht des
Halters/Versicherungsnehmers dieses Wagens zahlt.

> Was nutzt es Dir, wenn man den Autodieb, betrunkenen
> Fahrer, fahrenden Junkie ermittelt, glaubst Du wirklich der hat Geld, um
> Deinen Schaden zu begleichen? Weißt Du wie lange es dauern kann, wenn Du so
> jemanden auf Schadenersatz verklagst, bis Du dann tatsächlich dein Geld
> bekommst? Wenn er welches hat?

Wenn die Versicherung sich das Geld da nicht zurückholen kann zahlts die
Allegemeinheit aller Versicherten - für den einzelnen vielleicht das
kleinere Übel.

Gruß, Ingo

Michael Herz

unread,
Nov 4, 2002, 12:28:49 PM11/4/02
to
Ingo Braune wrote:

> AFAIK nutzt einem das insofern, als daß erstmal die Haftpflicht des
> Halters/Versicherungsnehmers dieses Wagens zahlt.

ACK! Ich habe von einer Kollegin sowas ähnliches gehört. Ihr Auto wurde
nach dem Diebstahl auf einer Strasse unbeleuchtet "abgestellt" und ein LKW
fuhr rein => Versicherungen von LKW und gestohlenem Auto zahlen jeweils
die Hälfte.

> Wenn die Versicherung sich das Geld da nicht zurückholen kann zahlts die
> Allegemeinheit aller Versicherten - für den einzelnen vielleicht das
> kleinere Übel.

Aber trotzdem ärgerlich, wenn die Regional-/Typklasse wieder mal teurer
wird...

Ingo Braune

unread,
Nov 4, 2002, 1:38:02 PM11/4/02
to
Michael Herz wrote:
>

[KFZ-Haftplicht ersetzt Schaden Dritter auch wenn KFZ ohne
Einverständnis des Besitzers gefahren wurde]



> > Wenn die Versicherung sich das Geld da nicht zurückholen kann zahlts die
> > Allegemeinheit aller Versicherten - für den einzelnen vielleicht das
> > kleinere Übel.
> Aber trotzdem ärgerlich, wenn die Regional-/Typklasse wieder mal teurer
> wird...

Richtig, aber für den einzelnen sicherlich besser, als auf einem
x-tausend Fragezeichen-Schaden sitzenzubleiben. In dem Fall finde ich
das mal ausnahmsweise vernünftig, wenn "alle" zahlen - und, wenn auch
nur sehr mittelbar - "lohnt" es sich durch die Existenz der Typklassen
ein weniger "anfälliges" Fabrikat zu fahren. Übrigens ein interessanter
Betrachtungswinkel: so gesehen wirkt sich die _Diebstahlresistenz_ (so
oder so ;-) ) eines Fahrzeugs auch auf dessen Haftpflichteinstufung aus.

Gruß, Ingo

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 5, 2002, 4:08:11 AM11/5/02
to

"Ingo Braune" <ingo....@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3DC6BE8A...@web.de...

> Richtig, aber für den einzelnen sicherlich besser, als auf einem
> x-tausend Fragezeichen-Schaden sitzenzubleiben. In dem Fall finde ich
> das mal ausnahmsweise vernünftig, wenn "alle" zahlen - und, wenn auch
> nur sehr mittelbar - "lohnt" es sich durch die Existenz der Typklassen
> ein weniger "anfälliges" Fabrikat zu fahren. Übrigens ein interessanter
> Betrachtungswinkel: so gesehen wirkt sich die _Diebstahlresistenz_ (so
> oder so ;-) ) eines Fahrzeugs auch auf dessen Haftpflichteinstufung aus.

Nun, wenn ich danach gehe, fahre ich am besten eine ganz alte Gurke, die
klaut keiner :-) Die Diebstahlstatistiken (im neuen ADAC-Heft ist auch eine
drin) sind schon interessant, am meisten werden größere Geländewagen wie
Toyota Land-Cruiser und BMW X-5 geklaut, außerdem auch gerne hochwertige
Diesel.Fahrzeuge. Vermutlich lassen die sich im Zielgebiet (Osteuropa in
vielen Fällen) am besten verkaufen.

Wagen wie Porsche finden sich übrigens nicht unter den Top Ten, vermutlich
wegen der guten Wegfahrsperre, oder eben weil solche Autos meistens in der
Garage übernachten und eher nicht in dunklen Ecken geparkt werden.

Für manche Wagen (Ferrari, Lambo) ist es übrigens fast unmöglich, eine
Diebstahlversicherung zu bekommen - bei guten Firmenkunden macht man schon
mal eine Ausnahme, aber der "Normalkunde" bekommt oft gar keine.

Grüße,

Frank


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