Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Antriebswelle abziehen...

248 views
Skip to first unread message

Martin Eckel

unread,
Sep 22, 2023, 4:02:08 PM9/22/23
to
Hallo,

das 45 km/h Auto meines Sohnes braucht leider eine Getrieberevision...

Ich hab das Getriebe raus, zum Glück wiegt das nur 5kg oder so, aber
eine Antriebswelle hängt noch dran.

Die Antriebswelle ist eigentlich nur aufgesteckt (mit so einem Federring
auf der Verzahnung).

Hier kann man das relativ gut sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=LmZ3A4r80ro&t=182s

Ich hab mir jetzt schon die Spitzen von zwei Schraubendrehern
abgebrochen. Der Kuhfuß passt nicht hinter, außerdem mache ich mir
Sorgen um das Getriebegehäuse aus Aluguss...

Nun ist das Getriebe raus und ich dachte, dann kann man besser
hantieren. Ich hab drei Moped-Reifenaufziehlöffel dahinter geklemmt, die
passen gut und sind hinten rund, machen also nicht so schnell Schäden.
Und dennoch, ich habe gedrückt und gewürgt, das Ding geht nicht ab.

Es sollen wohl schon welche vor Verzweifelung das Ding abgeflext haben,
aber das möchte ich eigentlich vermeiden.

Jemand noch einen vielversprechenden Tipp? Rostlöser hab ich schon von
allen Seiten rangemacht...

Gruß,
Martin

Ralf Koenig

unread,
Sep 22, 2023, 6:16:47 PM9/22/23
to
Am 22.09.2023 um 22:02 schrieb Martin Eckel:
> Hallo,
>
> das 45 km/h Auto meines Sohnes braucht leider eine Getrieberevision...

Wieder der Aixam 500-4 nehme ich an.

> Ich hab das Getriebe raus, zum Glück wiegt das nur 5kg oder so, aber
> eine Antriebswelle hängt noch dran.
>
> Die Antriebswelle ist eigentlich nur aufgesteckt (mit so einem Federring
> auf der Verzahnung).
>
> Hier kann man das relativ gut sehen:
> https://www.youtube.com/watch?v=LmZ3A4r80ro&t=182s

Zeigt den Sachverhalt. Aber sonst ist das kein gutes Video. Die krauchen
da ziemlich planlos auf dem Boden rum.

Das geht völlig anders. Erst holt man mal die komplette Antriebswelle
raus. Dann spannt man die in den Schraubstock ein.

Und dann zerlegt man die. Bänder weg, Manschetten ab. Dann das Fett weg.
Dann schauen, und Schritt für Schritt weiter zerlegen. Und alles
reinigen. Ganz am Ende kommt dann neues Fett rein.

Hier so geht das richtig: https://www.youtube.com/watch?v=VgqWxALjz-U
Oder hier: https://www.youtube.com/watch?v=eG7e9wVFmhs

Man sieht gleich, wie er ordentlich im Stehen und allein hinbekommt.

Danach wird die gesamte Gelenkwelle mit so einem Überholsatz
revisioniert. Entweder nur eine (Außen-)Seite, oder (häufig ratsam!)
gleich beide Seiten, also auch die innere Seite mit. So wird das was
ordentliches.

Wenn du dir so Videos suchst, schau, dass du welche aus dem Kfz-Handwerk
bekommst. Und nicht von so Hobby-Bastlern.

> Ich hab mir jetzt schon die Spitzen von zwei Schraubendrehern
> abgebrochen. Der Kuhfuß passt nicht hinter, außerdem mache ich mir
> Sorgen um das Getriebegehäuse aus Aluguss...

Zu Recht. :-D

> Nun ist das Getriebe raus und ich dachte, dann kann man besser
> hantieren. Ich hab drei Moped-Reifenaufziehlöffel dahinter geklemmt, die
> passen gut und sind hinten rund, machen also nicht so schnell Schäden.
> Und dennoch, ich habe gedrückt und gewürgt, das Ding geht nicht ab.
>
> Es sollen wohl schon welche vor Verzweifelung das Ding abgeflext haben,
> aber das möchte ich eigentlich vermeiden.
>
> Jemand noch einen vielversprechenden Tipp?
Hier so eine Kfz Trenngabel:
https://www.google.com/search?q=Kfz+Trenngabel&tbm=isch

> Rostlöser hab ich schon von allen Seiten rangemacht...

24h einwirken lassen bewirkt Wunder. :-D Und sonst: Föhn, eine Seite
warm machen. Die Seite, die sich "dehnen" soll. Das ist dann nur ein
Müh, aber das hilft teils schon.

Grüße, Ralf

Martin Eckel

unread,
Sep 22, 2023, 6:48:29 PM9/22/23
to
Am 23.09.2023 um 00:16 schrieb Ralf Koenig:
> Wieder der Aixam 500-4 nehme ich an.

Jo. Was es alles zu basteln gibt. Am Anfang hatte ein Kühlerschlauch ein
fieses Leck, ohne Druck absolut dicht. Das metallenen T-Stück dahinter
(Abzweig zur Heizung) war fast komplett wegerodiert auf einer Seite. Kam
man natürlich miserabel ran. Aber egal, ging.
Dann ging irgendwann der Gangwahlhebel nicht mehr und als ich mich
unters Auto legte, sah ich die beiden durchgebrochenen
Motor-Getriebe-Haltebleche. Kaum hab ich die Getriebe-Motorhalterungen
ausgetauscht, bricht der Lichtmaschinenhalter. Kaum ist die
Lichtmaschine wieder in der Spur (da hat einer der Vorbesitzer sehr
kreativ gebastelt), fällt das Getriebe auseinander. Mit Glück nur ein
Kugellager. Dabei hat das Ding erst 35000km runter, das sollte kein
Alter sein. Vor kurzem hatte ich den Antriebsriemen runter und dabei mal
an der Getriebe-Variomatik gewackelt, alles spielfrei. Und nun wandert
die Welle auf einmal 2cm aus dem Getriebe raus und steht total schief.

> Das geht völlig anders. Erst holt man mal die komplette Antriebswelle
> raus. Dann spannt man die in den Schraubstock ein.

Ja, das mag sein :-) Aber bei mir gehts um das Getriebe, und nicht um
die Antriebswelle... das war tatsächlich nur zum Zeigen des Sachverhaltes.
> Wenn du dir so Videos suchst, schau, dass du welche aus dem Kfz-Handwerk
> bekommst. Und nicht von so Hobby-Bastlern.

Naja, zum Thema Aixam ist man ehrlich gesagt froh, wenn man überhaupt
irgendwelche Infos bekommt. Das ist schon schwierig. Es gibt original
Teilekataloge, aber da fehlt irgendwie auch die Hälfte. Und wenn man was
braucht, bekommt man zwei Teile beim Händler in Deutschland, eins aus
Holland, eins aus Italien und eins aus Frankreich. Das ist alles recht
nervig.
Und so Themen wie Variomatik sind ja nun auch sehr speziell. Der Aixam
fuhr nach dem Kauf nur 42 km/h. Da sollen Drosselringe drin sein, sind
sie aber nicht. Bis ich endlich kapiert habe, wie das Ding funktioniert,
hat tatsächlich einen Moment gedauert. Aber dann hab ich den Anschlag um
4mm abgedreht und nun läuft das Ding 49 km/h.
Aber das waren wieder Infos, die praktisch nicht zu finden waren.

Ich hab schon gesagt, am Ende mach ich ne Aixam-Werkstatt auf, denn
viele "richtige" Werkstätten wollen sich mit den Teilen gar nicht
beschäftigen...
Hm, so ein Teil müßte ich für ehemals Spurstangenköpfe noch irgendwo
rumliegen haben. Ist aber vermutlich zu schmal. Und wenn ich mir die
Teile so angucke, sind die auch zu dick am Anfang. Ich hab da nur 2 mm
Platz, um irgendwas unterzuhebeln.

>> Rostlöser hab ich schon von allen Seiten rangemacht...
>
> 24h einwirken lassen bewirkt Wunder. :-D Und sonst: Föhn, eine Seite
> warm machen. Die Seite, die sich "dehnen" soll. Das ist dann nur ein
> Müh, aber das hilft teils schon.

Der wirkt schon 48h ein. Ja, die Heissluftpistole könnte ich nochmal
auspacken.

olaf

unread,
Sep 23, 2023, 2:15:04 AM9/23/23
to
Martin Eckel <martin...@t-online.de> wrote:

>Nun ist das Getriebe raus und ich dachte, dann kann man besser
>hantieren. Ich hab drei Moped-Reifenaufziehlöffel dahinter geklemmt, die
>passen gut und sind hinten rund, machen also nicht so schnell Schäden.
>Und dennoch, ich habe gedrückt und gewürgt, das Ding geht nicht ab.

Das Geheimnis ist nicht eine langsame grosse Kraft sondern ein kurzer
kraeftiger Schlag. Dann springen diese Federn zurueck und die Wellen
fluppen einfach so raus. Manchmal braucht man dazu einen Hammer,
aber meist reicht es die Welle erst mal reinzudruecken und dann
mit einem Ruck dran zu ziehen.
Jedenfalls bei allen Autos wo ich bisher so dran war.

Olaf

olaf

unread,
Sep 23, 2023, 3:00:04 AM9/23/23
to
olaf <ol...@criseis.ruhr.de> wrote:

>fluppen einfach so raus. Manchmal braucht man dazu einen Hammer,
>aber meist reicht es die Welle erst mal reinzudruecken und dann
>mit einem Ruck dran zu ziehen.

Ganz vergessen....

Sollte obiges nicht gehen, dann einen Meissel zwischen Welle und Getriebe
und einmal hart draufschlagen. Wie gesagt, kurz aber kraeftig.

Olaf

Martin Eckel

unread,
Sep 23, 2023, 4:47:07 AM9/23/23
to
Am 23.09.2023 um 08:07 schrieb olaf:
> aber meist reicht es die Welle erst mal reinzudruecken und dann
> mit einem Ruck dran zu ziehen.

Ich hab ehrlich gesagt ein bißchen Angst um die Welle, wenn ich an ihr
ziehe. Für Belastungen in die Richtung ist die ja nicht gebaut.

Ralf Koenig

unread,
Sep 23, 2023, 9:27:52 AM9/23/23
to
Du musst eh am richtigen Punkt der Welle ziehen. An dem, wo dann keine
Gleichlaufgelenke mehr zwischen dem Zugpunkt und dem Punkt sind, wo sich
das Ding trennen soll.

Wie man auch sieht, ist das Prinzip etwas anders: Gängige Antriebswellen
haben das Prinzip, dass die Antriebswelle männlich ist, dort ist der
Ring drauf, und die Aufnahme am Getriebe ist "weiblich" und da ist ne
Nut. Der Ring soll dann mit rauskommen.

Dein Video hat quasi weibliche Antriebswellen-Enden, die auf eine Welle
am Getriebe (mit "männlichen Enden") gesteckt werden. Der Ring bleibt
dann auf diesen Enden.

Das fiel mir nur so auf.

Grüße, Ralf

Martin Eckel

unread,
Sep 23, 2023, 9:58:41 AM9/23/23
to
Am 23.09.2023 um 15:27 schrieb Ralf Koenig:
> Du musst eh am richtigen Punkt der Welle ziehen. An dem, wo dann keine
> Gleichlaufgelenke mehr zwischen dem Zugpunkt und dem Punkt sind, wo sich
> das Ding trennen soll.

Ja, da wird das Ding ja auch dicker. Aber mit Hand anfassen bringt da
gar nix. Hab mir schon überlegt, ob ich mir irgendwie einen Abzieher
bauen kann...

Im Prinzip ist das Teil auch lose, also es wackelt leicht hin und her.
Es kommt wohl einfach nicht über den Ring drüber.

Heißluftpistole hat es bislang auch noch nicht gebracht.

Ralf Koenig

unread,
Sep 23, 2023, 11:20:13 AM9/23/23
to
Am 23.09.2023 um 15:58 schrieb Martin Eckel:
> Am 23.09.2023 um 15:27 schrieb Ralf Koenig:
>> Du musst eh am richtigen Punkt der Welle ziehen. An dem, wo dann keine
>> Gleichlaufgelenke mehr zwischen dem Zugpunkt und dem Punkt sind, wo
>> sich das Ding trennen soll.
>
> Ja, da wird das Ding ja auch dicker. Aber mit Hand anfassen bringt da
> gar nix. Hab mir schon überlegt, ob ich mir irgendwie einen Abzieher
> bauen kann...

Abzieher für 2 mm Spalt wird schwierig.

Es gibt aber Zangen zum Auseinanderdrücken, wie Spreizer oder
Seegerringzangen. Aber die brauchen auch was zum Angreifen.

> Im Prinzip ist das Teil auch lose, also es wackelt leicht hin und her.
> Es kommt wohl einfach nicht über den Ring drüber.

Ich würde was keilartiges nehmen, was erstmal auf beiden Seiten in den 2
mm Spalt geht, dann relativ flache Backen hat, und den dann
auseinanderdrückt. Das kann so schwer nicht sein. Im Prinzip zwei große
Schlitz-Schraubendreher, die man einfach nur als Keil nutzt. Der startet
bei ca. 1 mm Dicke und geht so auf ca. 4 mm Durchmesser des Schaftes.
Wenn man davon 2 nimmt, und die parallel mit einem Hammer da reintreibt,
90°, dann muss das doch gehen. Dann drückt es auf beiden Seiten die
Antriebswelle von dem Wellenende im Getriebe.

Wenn man die Antriebswelle dann mal so 2-3 mm runter hat, ist innen auch
der Ring aus der Nut. Ab da muss man das Ding "nur noch" runterziehen",
also die Außenverzahnung von der Innenverzahnung. Man sieht es ja im
Video von dir, wie es an sich recht leicht gehen sollte. Ab dem Punkt
hat man genug Platz, um dann Abzieher zu nehmen, die sich spreizen.

Über eine Multiöl-Spray mit so einem flexiblen Halm sollte man sogar Öl
zwischen die Innenzähne und Außenzähne bekommen. Denn die sind ggf.
festgebacken.

Und du sagtest: 1 Seite ist schon ab. Nur die andere fehlt noch. Also
kannst du es dir sogar an einer Seite anschauen.

Sorry, noch was hilfreiches kann ich sonst nicht sagen. Nur dass es
hilft, wenn bei einem Trennvorgang eine der Seiten sicher fixiert ist.
Da war es ggf. ungünstig, das ganze Getriebe schon ausgebaut ist.

Spanne also ggf. eine Seite mit genug Polsterung in einen Schraubstock ein.

Grüße, Ralf

Martin Eckel

unread,
Sep 23, 2023, 11:45:23 AM9/23/23
to
Am 23.09.2023 um 17:20 schrieb Ralf Koenig:
> Ich würde was keilartiges nehmen, was erstmal auf beiden Seiten in den 2
> mm Spalt geht, dann relativ flache Backen hat, und den dann
> auseinanderdrückt. Das kann so schwer nicht sein. Im Prinzip zwei große
> Schlitz-Schraubendreher, die man einfach nur als Keil nutzt. Der startet
> bei ca. 1 mm Dicke und geht so auf ca. 4 mm Durchmesser des Schaftes.
> Wenn man davon 2 nimmt, und die parallel mit einem Hammer da reintreibt,
> 90°, dann muss das doch gehen. Dann drückt es auf beiden Seiten die
> Antriebswelle von dem Wellenende im Getriebe.

Ja, so was hab ich auch schon überlegt. Das Problem ist, innen ist halt
nur der Simmerring, da kann man sich nicht gut abstützen. Man bräuchte
also was keilförmiges, was so langsam dicker wird, daß ich quasi auf der
anderen Seite schon wieder rausgucke und dort wieder auf dem Alu-Gehäuse
aufliege. Da hab ich aber noch keinen Schraubendreher gefunden, der so
langsam dicker wird, geschweige denn zwei...

> Über eine Multiöl-Spray mit so einem flexiblen Halm sollte man sogar Öl
> zwischen die Innenzähne und Außenzähne bekommen. Denn die sind ggf.
> festgebacken.

Naja, wie gesagt, es wackelt schon munter hin- und her. Die Zähne können
nicht mehr zusammengebacken sein. Es muß irgendwie am Ring liegen.
Vielleicht ist der ja auch nicht mehr so, wie er sein sollte...

> Sorry, noch was hilfreiches kann ich sonst nicht sagen. Nur dass es
> hilft, wenn bei einem Trennvorgang eine der Seiten sicher fixiert ist.
> Da war es ggf. ungünstig, das ganze Getriebe schon ausgebaut ist.

Naja, unter dem Auto ohne Hebebühne war das noch ungünstiger. Jetzt kann
man wenigstens von allen Seiten drücken.

Ich habe schon an ein Trennmesser gedacht:
https://www.ebay.de/itm/254783136328

Das Problem ist, daß das Getriebegehäuse da leider zwei vorstehende
Nasen hat. Das wird also nicht gehen.

Mal sehen. Mein Angestellter ist passionierter Autoschrauber, vielleicht
hat er noch eine Idee. Oder ist einfach mutiger und geht mit mehr Gewalt
ran...

Ich hab mir schon die Explosionszeichnung vom Getriebe angeschaut, aber
es bringt wohl auch nichts, das jetzt schon auseinanderzunehmen. Da ist
direkt das Differential hinter und das geht nicht durchs Loch...

Frank Kemper

unread,
Sep 24, 2023, 7:35:39 AM9/24/23
to
Martin Eckel <martin...@t-online.de> wrote:

> Naja, zum Thema Aixam ist man ehrlich gesagt froh, wenn man überhaupt
> irgendwelche Infos bekommt. Das ist schon schwierig. Es gibt original
> Teilekataloge, aber da fehlt irgendwie auch die Hälfte.

Ich will ja nicht meckern, aber kann es sein, dass diese (kaum)
motorisierte Gehhilfe einfach von vorn bis hinten Schrott ist und das
einzige, was ihr fehlt, sind fünf Liter Sprit und ein Streichholz?

Schon mal über einen japanischen Automatikroller für deinen Filius
nachgedacht? Dann kichern die Mädels an der Bushaltestelle auch nicht mehr
dauernd.

Frank


--
The whole IT runs on Caffeine

Martin Eckel

unread,
Sep 24, 2023, 2:25:38 PM9/24/23
to
Am 24.09.2023 um 13:35 schrieb Frank Kemper:
> Ich will ja nicht meckern, aber kann es sein, dass diese (kaum)
> motorisierte Gehhilfe einfach von vorn bis hinten Schrott ist und das
> einzige, was ihr fehlt, sind fünf Liter Sprit und ein Streichholz?

Bei 350 kg max. Leergewicht wird es halt schwierig und die Teile sind
aufgrund der Stückzahl unglaublich teuer. Für schmales Geld bekommt man
nur Bastelbuden. Das weiß man vorher. Dafür kann man zwei Leute
transportieren und hat einen ziemlich großen Kofferraum und sitzt im
trockenen. Kein TÜV, keine Steuern, 3,5 l Diesel / 100 km und der
Kubota-Motor ist zwar laut, aber bei entsprechender Pflege praktisch
unverwüstlich. Der Motorrahmen braucht manchmal etwas Rostvorsorge, der
Fahrzeugrahmen ist aus Alu und hält normal ewig.

Das ist nunmal ein Alleinstellungsmerkmal um ab 15 Jahren mit einer Art
Auto zu fahren.

> Schon mal über einen japanischen Automatikroller für deinen Filius
> nachgedacht? Dann kichern die Mädels an der Bushaltestelle auch nicht mehr
> dauernd.

Kichern tut hier eigentlich keiner. Er ist hier schon das Taxi für alle
Jugendlichen. Über einen japanischen Automatikroller würde hier übrigens
jeder kichern. Hier im Osten fährt man Simson wenn man ernst genommen
werden will. Eine Simson besitzt er.

Ralf Koenig

unread,
Sep 24, 2023, 6:41:03 PM9/24/23
to
Am 24.09.2023 um 20:25 schrieb Martin Eckel:
> Er ist hier schon das Taxi für alle Jugendlichen.

Dann könnte er diese Jugendlichen maßgeblich in die Reparaturen mit
einbinden. Es wäre die lokale "Schwarmintelligenz".

Gerade so Handwerker-Kinder haben aus dem Erleben von Handwerk von den
Eltern, und vom Helfen bei diversen handwerklichen Arbeiten schon
bisschen Erfahrung gesammelt, wie Teile auseinander gehen - und später
wieder zusammen. Als Erwachsener kann man da immer mal draufschauen,
schließlich geht es um ein Fahrzeug, von dem danach große Risiken
ausgehen können. Aber ich kann mir vorstellen, da gibt es noch Potenzial.

Der andere Weg wäre, ein Objekt, das eine durchaus bedeutende
Transportaufgabe in der lokalen Bevölkerung hat (wie dieses Leicht-Kfz
deines Sohnes), dann auch in einer professionellen Werkstatt reparieren
zu lassen, und das ganze mit finanziellen Fahrbeiträgen der anderen
Jugendlichen stärker zu kompensieren.

Naja, oder das konkrete Exemplar eines Leicht-Kfz nicht ganz so alt und
verschlissen auszusuchen (bis ein Getriebe verschleißt, muss ja schon
einiges passieren) und - wenn die Lebenserwartung dieses Wägelchens mal
überschritten sind - mal über ein jüngeres Ersatzfahrzeug nachzudenken.

Sorry, das geht jetzt alles weg von der Reparatur des Fahrzeugs, aber
die Sachen häuften sich ja letztlich. Soll dich aber nicht abhalten. Nur
wer fleißig repariert, hält Autos auch lange am Leben.

Grüße, Ralf

@Frank: Ich fand deinen Beitrag nicht sehr respektvoll. Die Verbindung
eines Fahrzeugs mit sozialer Achtung oder Ächtung der Insassen mag
verbreitet sein, aber man kann sich davon auch distanzieren.

Irgendwelche Spielchen, ob nun ein Leicht-Kfz, ein "japanischer
Automatikroller" oder eine Simson irgendwie mehr "ernstgenommen" oder
verlacht werden, finde ich nicht so hilfreich, wenn das Fadenthema an
sich ein Reparaturthema ist.

Martin Eckel

unread,
Sep 25, 2023, 3:05:51 AM9/25/23
to
Am 25.09.2023 um 00:41 schrieb Ralf Koenig:
> Naja, oder das konkrete Exemplar eines Leicht-Kfz nicht ganz so alt und
> verschlissen auszusuchen (bis ein Getriebe verschleißt, muss ja schon
> einiges passieren) und - wenn die Lebenserwartung dieses Wägelchens mal
> überschritten sind - mal über ein jüngeres Ersatzfahrzeug nachzudenken.

Naja, es gibt auf dem Markt fast nur praktisch neue Exemplare für
teilweise über 20000 EUR (dann natürlich mit Klima, Rückfahrkamera etc.
pp.) und ziemlich alte Exemplare.

Unser Aixam ist von 2005 und hat 2500,- EUR gekostet. Ist natürlich im
Vergleich zu einem "normalen" Auto ein Wahnsinnspreis, da könnte man
einen schönen Gebrauchten für einen Fahranfänger bekommen. Aber so ist
der Markt und man kann es später auch jederzeit wieder für solche Preise
verkaufen.
Als wir es gekauft haben, hat alles funktioniert. Daß es eine Bastelbude
ist, war klar. Die gebrochenen Motor-Getriebe-Halter sind leider
Standardprobleme bei dem Fahrzeug.

Warum das Getriebe nach (nur 35000 km) zerbröselt ist, ist unklar. Öl
war noch drin.

Wenn mein Sohn 18 ist und dann hoffentlich einen normalen Führerschein
hat, ist meine Tocher 14 1/2 und kann mit dem AM-Führerschein anfangen.
Bislang ist das auch ihr Plan. Es ist also durchaus möglich, daß das
Fahrzeug noch länger bei uns bleibt. Und bis dahin vermutlich
durchrepariert...


> Sorry, das geht jetzt alles weg von der Reparatur des Fahrzeugs, aber
> die Sachen häuften sich ja letztlich. Soll dich aber nicht abhalten. Nur
> wer fleißig repariert, hält Autos auch lange am Leben.

Tja, ich hatte eigentlich aufgehört an Autos zu schrauben und den Job
abzugeben... aber an den Aixam will ja keiner ran oder nur zu
astronomischen Preisen.

Martin Eckel

unread,
Sep 25, 2023, 3:07:17 AM9/25/23
to
Es ist irre, man braucht einfach nur den richtigen Mann an seiner Seite.

Hab das Getriebe mit auf Arbeit gebracht, mein Angestellter und
erfahrener Autoschrauber guckt sich das an, wir hebeln dran rum. Er
sagt, das ist wirklich extrem viel Kraft, er hat Angst das
Getriebegehäuse dabei kaputt zu machen. Ich hämmere noch ein paar mal
seitlich an die Antriebswelle. Nichts. Er sagt, lieber abflexen.

Dann wackelt er mit den beiden Reifenmontierlöffeln noch ein bißchen
hin- und her. Er sagt, da bewegt sich was. Flutsch ist das Ding ab.

Ich werd wahnsinnig...

Ralf Koenig

unread,
Sep 25, 2023, 4:42:12 AM9/25/23
to
:-) Super.

Erfahrung (denn man braucht eine Einschätzung, wann eine Zugkraft oder
Druckkraft garantiert schon grenzwertig ist), Wiggle-Erfahrung (das kann
man ja schlecht ausdrücken, wie man spürt, wann was innen unsichtbar
verkantet ist, und wann sich was wieder etwas freier anfühlt),
Motivation/Ausdauer und ein bisschen Glück.

Ich habe das auch schon erlebt, dass eine zweite Person bei so
Demontage-Aufgaben hilfreich sein kann. Die nimmt einen etwas anderen
Ansatz, drückt/zieht in einem anderen Winkel, nutzt die Werkzeuge etwas
anders, hat ggf. noch ein Drehmoment in der Ziehbewegung oder eine
Vibration, sowas alles. Am Ende musste man ja erreichen, dass sich ein
kleiner Ring - motiviert durch einige Nuten ringsrum - etwas
zusammendrückt. Und gerade nicht irgendwie verkeilt.

Grüße, Ralf

Michael Landenberger

unread,
Sep 26, 2023, 2:27:06 AM9/26/23
to
Ich würde mit jedem französischen Auto wahnsinnig werden, nicht nur mit Aixam.

Gruß

Michael

HC Ahlmann

unread,
Sep 26, 2023, 6:09:00 AM9/26/23
to
JFTR: Es wird nicht an französischen Autos liegen, denn Millionen werden
nicht davon wahnsinnig.
--
Munterbleiben
HC

Martin K.

unread,
Sep 26, 2023, 6:37:36 AM9/26/23
to
Frank Kemper schrieb am Sonntag, 24. September 2023 um 13:35:39 UTC+2:
>
> Schon mal über einen japanischen Automatikroller für deinen Filius
> nachgedacht? Dann kichern die Mädels an der Bushaltestelle auch nicht mehr
> dauernd.

Wenn schon etwas anderes dann gleich eine coole Elektrokarre: 45er Renault Twizy.
Und als Bastelprojekt mit dem Sohnemann den Originalakku durch LFP Zellen ersetzen.

Michael Landenberger

unread,
Sep 26, 2023, 6:43:32 AM9/26/23
to
"HC Ahlmann" schrieb am 26.09.2023 um 12:08:57:

> Michael Landenberger <spamwird...@web.de> wrote:

>> Ich würde mit jedem französischen Auto wahnsinnig werden, nicht nur mit
>> Aixam.

> JFTR: Es wird nicht an französischen Autos liegen, denn Millionen werden
> nicht davon wahnsinnig.

Die überwiegende Mehrheit bastelt auch nicht selbst an ihren Autos 'rum und
muss sich daher auch nicht mit Fehlkonstruktionen herumärgern.

Und von denen in meinem Bekanntenkreis, die ein französisches Auto fahren, das
älter ist als ~3 Jahre, hat so gut wie jeder schon Probleme gehabt, die bei
anderen Autos nicht oder nicht in dieser Häufung auftreten. Beispiel:
Elektrikprobleme. Auch in TÜV-Mängelstatistiken und ADAC-Pannenstatistiken
finden sich (neben italienischen) regelmäßig französische Autos auf den
hinteren Plätzen, und das seit Jahrzehnten. Ich vermute mal, bald werden auch
chinesische Autos dort auftauchen.

Wer die Wahrscheinlichkeit reduzieren möchte, Ärger mit seinem Auto zu
bekommen, sollte sich IMHO ein Auto von einem deutschen, japanischen,
koreanischen oder meinetwegen auch schwedischen [1] Hersteller zulegen.

[1] Volvo ist zwar inzwischen chinesisch, aber die Autos werden noch in
Schweden gebaut. Auch deutsche, japanische oder koreanische Hersteller bauen
ihre Autos nicht notwendigerweise in ihrem Heimatland. Aber sie achten IMHO
mehr darauf, dass ihre ausländischen Werke Qualität abliefern. Dass außer
Toyota so gut wie kein namhafter ausländischer Autohersteller Autos in
Frankreich oder Italien bauen lässt, spricht IMO auch Bände.

Gruß

Michael

Martin Eckel

unread,
Sep 26, 2023, 8:15:35 AM9/26/23
to
Am 26.09.2023 um 12:37 schrieb Martin K.:
> Wenn schon etwas anderes dann gleich eine coole Elektrokarre: 45er Renault Twizy.
> Und als Bastelprojekt mit dem Sohnemann den Originalakku durch LFP Zellen ersetzen.

Naaa, mein Sohn liebt den knatternden Kubota-Baggermotor

Ralf Koenig

unread,
Sep 26, 2023, 11:50:03 AM9/26/23
to
Am 26.09.2023 um 12:43 schrieb Michael Landenberger:
> "HC Ahlmann" schrieb am 26.09.2023 um 12:08:57:
>
>> Michael Landenberger <spamwird...@web.de> wrote:
>
>>> Ich würde mit jedem französischen Auto wahnsinnig werden, nicht nur mit
>>> Aixam.
>
>> JFTR: Es wird nicht an französischen Autos liegen, denn Millionen werden
>> nicht davon wahnsinnig.
>
> Die überwiegende Mehrheit bastelt auch nicht selbst an ihren Autos 'rum und
> muss sich daher auch nicht mit Fehlkonstruktionen herumärgern.
>
> Und von denen in meinem Bekanntenkreis, die ein französisches Auto fahren, das
> älter ist als ~3 Jahre, hat so gut wie jeder schon Probleme gehabt, die bei
> anderen Autos nicht oder nicht in dieser Häufung auftreten. Beispiel:
> Elektrikprobleme. Auch in TÜV-Mängelstatistiken und ADAC-Pannenstatistiken
> finden sich (neben italienischen) regelmäßig französische Autos auf den
> hinteren Plätzen, und das seit Jahrzehnten. Ich vermute mal, bald werden auch
> chinesische Autos dort auftauchen.

Wobei die Einflüsse dort vielfältiger sind als nur der Hersteller.

> Wer die Wahrscheinlichkeit reduzieren möchte, Ärger mit seinem Auto zu
> bekommen, sollte sich IMHO ein Auto von einem deutschen, japanischen,
> koreanischen oder meinetwegen auch schwedischen [1] Hersteller zulegen.
>
> [1] Volvo ist zwar inzwischen chinesisch, aber die Autos werden noch in
> Schweden gebaut.

Das hat sich längst internationalisiert. Für die Belieferung in die EU
sehen die Endmontage-Orte eher so aus:

EX30 -> China

V40, XC40, C40 -> Belgien

S60 -> USA
V60 -> ein Teil in Schweden, zusätzlich in Belgien.
XC60 -> Schweden.

XC90 -> Schweden.
V90 -> Schweden.
S90 -> Daquing, China.
EX90 -> Chengdu, China

Dazu kommen CKD-Werke, z.B. in Malaysia.

> Auch deutsche, japanische oder koreanische Hersteller bauen
> ihre Autos nicht notwendigerweise in ihrem Heimatland.

Jepp.

> Aber sie achten IMHO
> mehr darauf, dass ihre ausländischen Werke Qualität abliefern.
So die Hoffnung und Erwartung.

> Dass außer
> Toyota so gut wie kein namhafter ausländischer Autohersteller Autos in
> Frankreich oder Italien bauen lässt, spricht IMO auch Bände.
Autos von "nicht-französischen Marken" aber mit Endmontage in Frankreich
(ohne Toyota)
---------------------------------------------------------------
* Nissan NV400 (Badge Engineering vom Renault Master)
* Nissan Micra (Bruder vom Renault Clio)
* Mercedes Citan und T-Klasse und EQT (Badge Engineering vom Renault Kangoo)
* Smart Fortwo (noch da, aber auslaufend), jetzt INEOS Grenadier (an
sich ein britisches Unternehmen)

Zwei "Japaner", zwei "deutsche", ein Brite, endmontiert in FRA.

Italien
----------
* Jeep Renegade

Ein US-Amerikaner. :-D

Grüße, Ralf

Martin K.

unread,
Sep 26, 2023, 1:04:07 PM9/26/23
to
Michael Landenberger schrieb am Dienstag, 26. September 2023 um 08:27:06 UTC+2:
>
> Ich würde mit jedem französischen Auto wahnsinnig werden, nicht nur mit Aixam.

Sind die Opelz jetzt nicht auch französische Autos?

*duckundweg*

Michael Landenberger

unread,
Sep 26, 2023, 4:46:38 PM9/26/23
to
Noch schlimmer: es sind italienische Autos ;-)

Allerdings werden sie weder in Italien noch in Frankreich gebaut. Und das ist
ungemein beruhigend. Mal ganz abgesehen davon, dass mein Opel "made in
Germany" ist und sich daran auch durch noch so viele Besitzerwechsel der
Herstellerfirma nichts mehr ändern wird. Wem Opel aktuell gehört, spielt
allenfalls beim Neuwagenkauf eine Rolle.

Gruß

Michael

Wolfgang Mederle

unread,
Sep 26, 2023, 5:41:51 PM9/26/23
to
Es schrieb Michael Landenberger:

> Und von denen in meinem Bekanntenkreis, die ein französisches Auto
> fahren, das älter ist als ~3 Jahre, hat so gut wie jeder schon
> Probleme gehabt, die bei anderen Autos nicht oder nicht in dieser
> Häufung auftreten. Beispiel: Elektrikprobleme.

Ich scheine Glück zu haben. Mein C6 ist jetzt 12 und hatte noch nicht
das geringste Problem. Allerdings ist er im Gegensatz zu wohl den
meisten französischen Autos in dem Alter noch in erster Hand und
scheckheftgepflegt. Zugegeben braucht er inzwischen mehr Strom als
Diesel, weil ich so wenig fahre, dass ich eher die Batterie laden als
tanken muss. Den Rest machen die Motorräder und E-Bikes.

Viele Grüße
Wolfgang

Frank Kemper

unread,
Sep 27, 2023, 2:44:23 AM9/27/23
to
Michael Landenberger <spamwird...@web.de> wrote:
> "HC Ahlmann" schrieb am 26.09.2023 um 12:08:57:
>
>> Michael Landenberger <spamwird...@web.de> wrote:
>
>>> Ich würde mit jedem französischen Auto wahnsinnig werden, nicht nur mit
>>> Aixam.
>
>> JFTR: Es wird nicht an französischen Autos liegen, denn Millionen werden
>> nicht davon wahnsinnig.
>
> Die überwiegende Mehrheit bastelt auch nicht selbst an ihren Autos 'rum und
> muss sich daher auch nicht mit Fehlkonstruktionen herumärgern.
>
> Und von denen in meinem Bekanntenkreis, die ein französisches Auto fahren, das
> älter ist als ~3 Jahre, hat so gut wie jeder schon Probleme gehabt, die bei
> anderen Autos nicht oder nicht in dieser Häufung auftreten.

Anecdotal Evidence;-)

Ich hatte seit den 1980er Jahren drei Citroens. Der erste (GS Break) war
nach heutigen (und damaligen) Qualitätsstandards ein unpackbar schlechtes
Auto. Der war tatsächlich nach nicht einmal sechs Jahren Kernschrott. Der
zweite, ein 1994er Citroen Xantia, war ein prima Auto, allerdings
tatsächlich mit vielen Elektrik-Macken. Der dritte, ein 2005er Citroen C3
Pluriel war insgesamt ein überraschend solides Auto. Wäre nicht bei ca.
110.000 km eine Feder am Vorderrad gebrochen (und hätte dabei die
Bremsleitungen beschädigt), wäre an dem Auto in der Zeit, in der ich es
hatte, einfach gar nichts gewesen. Die Elektrik funktionierte immer 1a,
sogar das als heikel geltende Dach ging immer auf und zu.

(Okay, den Pluri haben auch keine besoffenen Franzosen zusammengebaut,
sondern detailverliebte Spanier;-))

Dass dich der Produktionsstandort nicht vor Überraschungen schützt, zeigen
meine weiteren Frankreich-Erfahrungen: 1993er Renault 19 Cabrio, made by
Karmann in Osnabrück - die komplette Katastrophenkarre von vorn bis hinten.
Und jetzt aktuell mein Toyota Yaris Hybrid: Motor aus Polen, in Frankreich
zusammengeklatscht. Ich fahre den jetzt seit bald vier Jahren, aus 45.000
km sind 130.000 km geworden, und bis auf eine kaputte Scheinwerferbirne und
einen verdreckten Filter war bis jetzt nix.

Matthias Frank

unread,
Sep 27, 2023, 4:00:06 AM9/27/23
to
Am 26.09.2023 um 23:41 schrieb Wolfgang Mederle:
> Es schrieb Michael Landenberger:
>
>> Und von denen in meinem Bekanntenkreis, die ein französisches Auto
>> fahren, das älter ist als ~3 Jahre, hat so gut wie jeder schon
>> Probleme gehabt, die bei anderen Autos nicht oder nicht in dieser
>> Häufung auftreten. Beispiel: Elektrikprobleme.
>
> Ich scheine Glück zu haben. Mein C6 ist jetzt 12 und hatte noch nicht
> das geringste Problem.


Peugeot 2008, 7 Jahre, Null Problemo.

Ralf Koenig

unread,
Sep 27, 2023, 7:07:18 AM9/27/23
to
Am 25.09.2023 um 09:05 schrieb Martin Eckel:
> Am 25.09.2023 um 00:41 schrieb Ralf Koenig:
>> Naja, oder das konkrete Exemplar eines Leicht-Kfz nicht ganz so alt
>> und verschlissen auszusuchen (bis ein Getriebe verschleißt, muss ja
>> schon einiges passieren) und - wenn die Lebenserwartung dieses
>> Wägelchens mal überschritten sind - mal über ein jüngeres
>> Ersatzfahrzeug nachzudenken.
>
> Naja, es gibt auf dem Markt fast nur praktisch neue Exemplare für
> teilweise über 20000 EUR (dann natürlich mit Klima, Rückfahrkamera etc.
> pp.) und ziemlich alte Exemplare.

Ist das wirklich so?

Es wäre eine sehr komische Verteilung, wo praktisch 15 Jahre (z.B.
2006-2021) keine solcher Fahrzeuge verkauft worden wären.

Nur dann gäbe es nur neue - oder recht alte.

Aber die Hersteller überleben ja seit gut 30 Jahren. GGf. muss man dann
Quellen im Ausland mit anzapfen auf der Suche nach "mittelalten"
Gebrauchten: Niederlande, Belgien, Frankreich, Italien.

In Amsterdam z.B. habe ich doch so einige dieser Leicht-Kfz gesehen.

> Unser Aixam ist von 2005 und hat 2500,- EUR gekostet. Ist natürlich im
> Vergleich zu einem "normalen" Auto ein Wahnsinnspreis, da könnte man
> einen schönen Gebrauchten für einen Fahranfänger bekommen.

Der aber deutlich höhere Folgekosten hätte bei Sprit, Versicherung,
Regelverschleißteile, Reparaturen, Steuer. Etwa in dieser Reihenfolge
für Fahranfänger.

> Aber so ist
> der Markt und man kann es später auch jederzeit wieder für solche Preise
> verkaufen.

Jupp, glaub ich. Wenn er ordentlich fährt. Was nun die Motivation für
diese Reparatur ist. Finde ich an sich gut.

> Als wir es gekauft haben, hat alles funktioniert. Daß es eine Bastelbude
> ist, war klar. Die gebrochenen Motor-Getriebe-Halter sind leider
> Standardprobleme bei dem Fahrzeug.
>
> Warum das Getriebe nach (nur 35.000 km) zerbröselt ist, ist unklar. Öl
> war noch drin.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass 35 TKM (um 1000-1500
Betriebsstunden), 18 Jahre im Bereich der konstruktorischen
Dimensionierung wesentlicher Teile des Antriebsstrangs ist. Sagen wir
12-15 Lebensjahre mal 2000-2500 km im Jahr. Alternativ gern als
Betriebsstunden betrachtet.

Hier zum Beispiel steht zu kleineren Außenbordern in Booten: "Kleinere
Außenborder haben eine Standzeit von rund 800 und mehr Stunden, das sind
rund 10 bis 15 Jahre, dann haben sie ihr Rentenalter erreicht."

https://www.ibn-online.de/artikel/33/Tipps

Naja, vielleicht werdet ihr ja dann die lokale Auskenner-Familie mit den
Fahrzeugen, und dann den Motoren und Getrieben, die denen ein zweites
Leben geben. Denn wer sich da reinknieht und dann fast schon seine
eigenen Reparaturanleitungen schreibt, Schaltpläne nochmal neu und
ordentlich zeichnet, und Teilekataloge sammelt, hat bestimmt auch ein
schönes Hobby.

> Wenn mein Sohn 18 ist und dann hoffentlich einen normalen Führerschein
> hat, ist meine Tocher 14 1/2 und kann mit dem AM-Führerschein anfangen.
> Bislang ist das auch ihr Plan. Es ist also durchaus möglich, daß das
> Fahrzeug noch länger bei uns bleibt. Und bis dahin vermutlich
> durchrepariert...
>
>
>> Sorry, das geht jetzt alles weg von der Reparatur des Fahrzeugs, aber
>> die Sachen häuften sich ja letztlich. Soll dich aber nicht abhalten.
>> Nur wer fleißig repariert, hält Autos auch lange am Leben.
>
> Tja, ich hatte eigentlich aufgehört an Autos zu schrauben und den Job
> abzugeben... aber an den Aixam will ja keiner ran oder nur zu
> astronomischen Preisen.

Mal so Alternativen:

Krause Duo => brächte dich zu den Simson Schwalbe-Schraubern und es
bleibt bei Simpeltechnik. Und diese Schrauber sind im Osten ja durchaus
häufiger. Nur die Fahrzeuge sind selten geworden und genügten schon
damals nur extrem geringen Ansprüchen. Gerade die Abgase des Zweitakters
und die Geräusche sind heute eine ziemliche Zumutung. Und ggf. kommt das
ganze etwas "zu simpel" daher.

https://www.youtube.com/watch?v=xfCPiclOQGE

BEV
* Renault Twizy 45 (gibt es von jung bis relativ abgehangen)

* Citroen Ami, Opel Rocks-e, neuer Fiat Topolino - da habe ich neulcih
39 EUR/Monat im Leasing gehört, allerdings plus Anzahlung 2582 EUR. Und
eben in Italien, wo es noch die dicke staatliche Förderung auch auf L7e
dazu gibt.

https://www.electrive.net/2023/09/21/fiat-topolino-fuer-9-890-euro-in-italien-bestellbar/

* ARI Motors hier in Borna hat auch so kleine elektrische
China-Wägelchen in L6e bis 45 km/h. Das wird nicht die höchste Qualität
sein, aber mancher Taler kann ja für Reparaturen zurückgelegt werden.

Die sind auch alle *deutlich* billiger als 20.000 EUR.

Und falls Kinder in die Richtung *Technische* Berufsschule gehen, kann
man dem Aixam ggf. eine BEV-Konvertierung angedeihen lassen. Dann
verschwinden der kleine Kubota-Dieselmotor und das Riemen-CVT-Getriebe
(?) sowieso, und man plant da eine Festübersetzung, einen E-Motor rein,
und natürlich den Rest wie Batterie, Ladeport, E-Motor-Controller,
kleiner Scheiben-Defroster.
Holt man sich das aus einem alten Twizy, hat man sogar gleich Grundteile
mit Zulassung in Quad-Qualität aus dem Automotive-Sektor und dann kaum
Zulassungsprobleme.

Nur so eine Idee, falls die weitere Getriebereparatur zur
Herausforderung werden sollte und falls ggf. auch der kleine Dieselmotor
nicht mehr das ewige Leben haben sollte.

Grüße, Ralf

Martin K.

unread,
Sep 27, 2023, 10:41:31 AM9/27/23
to
Ralf Koenig schrieb am Mittwoch, 27. September 2023 um 13:07:18 UTC+2:
>
> GGf. muss man dann
> Quellen im Ausland mit anzapfen auf der Suche nach "mittelalten"
> Gebrauchten: Niederlande, Belgien, Frankreich, Italien.

Da bietet sich F an:
https://www.leboncoin.fr/recherche?category=2&u_car_brand=AIXAM&regdate=min-2015

Martin Eckel

unread,
Sep 27, 2023, 1:20:33 PM9/27/23
to
Am 27.09.2023 um 13:07 schrieb Ralf Koenig:
> Ist das wirklich so?
>
> Es wäre eine sehr komische Verteilung, wo praktisch 15 Jahre (z.B.
> 2006-2021) keine solcher Fahrzeuge verkauft worden wären.

Ja, der Markt ist irgendwie merkwürdig leer, entweder man bekommt junge
Gebrauchte (die wohl neu gekauft wurden und dann das Kind inzwischen
volljährig ist) oder ziemlich alte Möhren.

Es soll aber auch ziemlich viel im Ausland laufen. Gerade die
Niederlande sind berüchtigt, da die Autos dort wohl auch zur
Hauptuntersuchung müssen. Wenn sie diese dann dort nicht mehr bestehen,
wandern die oft nach Deutschland und dann ärgern sich Deutsche über 100
versteckte Mängel.


> Ich kann mir durchaus vorstellen, dass 35 TKM (um 1000-1500
> Betriebsstunden), 18 Jahre im Bereich der konstruktorischen
> Dimensionierung wesentlicher Teile des Antriebsstrangs ist. Sagen wir
> 12-15 Lebensjahre mal 2000-2500 km im Jahr. Alternativ gern als
> Betriebsstunden betrachtet.

Naja, ist aber eher unüblich. Es gibt Aixams, die 100.000km oder sogar
300.000km mit original Motor und Getriebe schaffen. Ok, Getriebe ist
dann vielleicht schonmal neu gelagert worden, aber 35.000km ist echt
nicht viel für so ein Getriebe.

> Naja, vielleicht werdet ihr ja dann die lokale Auskenner-Familie mit den
> Fahrzeugen, und dann den Motoren und Getrieben, die denen ein zweites
> Leben geben. Denn wer sich da reinknieht und dann fast schon seine
> eigenen Reparaturanleitungen schreibt, Schaltpläne nochmal neu und
> ordentlich zeichnet, und Teilekataloge sammelt, hat bestimmt auch ein
> schönes Hobby.

Ich hab auch schon aus Spaß gesagt, ich mach dann ne Aixam Werkstatt
auf. Der Wechsel der Motor-Getriebe-Halter gilt schon als Katastrophe,
ich empfand es eigentlich als nicht gar so dramatisch.
Aber ehrlich gesagt, ich hätte ja schon Lust das Ding auch noch optisch
wieder aufzuwerten, aber ich weiß echt nicht, wie ich das zeitlich
unterbringen soll. Es gibt dermassen viele Baustellen...

> Krause Duo => brächte dich zu den Simson Schwalbe-Schraubern und es
> bleibt bei Simpeltechnik. Und diese Schrauber sind im Osten ja durchaus
> häufiger. Nur die Fahrzeuge sind selten geworden und genügten schon
> damals nur extrem geringen Ansprüchen. Gerade die Abgase des Zweitakters
> und die Geräusche sind heute eine ziemliche Zumutung. Und ggf. kommt das
> ganze etwas "zu simpel" daher.

Ei ei ei. Also was ich mit der Simson von meinem Sohn schon durch habe,
ich weiß nicht. Inzwischen ist der komplette Motor revisioniert, und
dennoch gibt es immer wieder merkwürdige Geräusche, merkwürdige
Leistungsverluste zwischendurch, die danach nie wieder auftreten und
anscheinend keinerlei Einfluss hatten. Dann geht das Ding mal einen Tag
lang einfach nicht an. Am nächsten Tag alles fit.
Simson ist natürlich Kult, aber ich hab da echt meine Probleme mit, weil
ich einfach viele Dinge erlebe, wo man gar nicht genau weiß, was nun
eigentlich los ist. Ich hasse das Geht-GehtNicht und keiner weiß warum.

Dann schon lieber wie beim Aixam. Der Motor läuft bislang zuverlässig.
Gut Getriebe ist nun hin, aber nach der Reparatur (sofern es nach dem
Öffnen noch reparaturfähig aussieht) wird es auch wieder laufen.

Ist kaputt -> wird repariert. Kein Thema.

Aber wenn Sohnemann wieder ankommt "die Simson hatte plötzlich
Leistungsverlust und im Motor hats geraschelt als ob gerade alles
durcheinanderfliegt"... und danach läuft die Simson wieder völlig
unauffällig und ruhig - so was finde ich viel doofer. Macht man den
Motor jetzt auf Verdacht auf? Wenn man nichts findet, macht man es durch
das unnötige Öffnen bestimmt nicht besser.

> * Citroen Ami, Opel Rocks-e, neuer Fiat Topolino -  da habe ich neulcih
> 39 EUR/Monat im Leasing gehört, allerdings plus Anzahlung 2582 EUR. Und
> eben in Italien, wo es noch die dicke staatliche Förderung auch auf L7e
> dazu gibt.

Ja, ein Ami bzw. baugleich wäre auch ne Möglichkeit gewesen. Aber die
Reichweite ist natürlich auch beschränkt. Wir haben den Aixam gleich
170km aus Berlin überführt auf eigener Achse. Hat zwar ewig gedauert,
aber es geht.

> Nur so eine Idee, falls die weitere Getriebereparatur zur
> Herausforderung werden sollte und falls ggf. auch der kleine Dieselmotor
> nicht mehr das ewige Leben haben sollte.

Naja, die Kubota-Motoren gelten bei guter Pflege als sehr robust. Und im
Aixam laufen die auch nicht auf Volllast. Ich denke, wenn das Getriebe
neu gelagert ist, dann sollte erstmal wieder alles passen.

Ralf Koenig

unread,
Sep 27, 2023, 4:08:11 PM9/27/23
to
Zumal Aixam nicht die einzige Marke ist.

Wer noch Ligier und Microcar dazu nimmt, hat die Angebote (allein von
dieser einen Plattform) schon in etwa von 400 auf 800 verdoppelt.
Und das mit deinem Filter: bis 2015.

Grüße, Ralf

Martin Eckel

unread,
Oct 26, 2023, 8:50:20 AM10/26/23
to
Cool. Die Antriebswelle, die nur mit ewig viel Geduld abging, die geht
jetzt nicht mehr fest.

Man merkt, daß der Ring einrastet, aber während der Fahrt hatte sich die
Welle ein Stück abgeschoben. Man kann sie wieder einrasten, aber ganz
einfach wieder abschieben.
Ich hab sie nochmal abgezogen und den Sicherungsring mal umgedreht (der
ist nicht ganz symmetrisch). Nun kann man sie zwar immer noch abziehen,
aber sie ist deutlich fester als vorher. Mal schauen, ob das reicht.

Ansonsten hab ich zwei neue Sicherungsringe bestellt...

Ralf Koenig

unread,
Oct 26, 2023, 11:34:22 AM10/26/23
to
Am 26.10.2023 um 14:50 schrieb Martin Eckel:
> Cool. Die Antriebswelle, die nur mit ewig viel Geduld abging, die geht
> jetzt nicht mehr fest.

Spekulation: Der Ring wurde beschädigt bei dem ganzen Rumgemache. Oder
die Gegenseite (eine Nut mit an sich Kanten) hat diese Kanten abgerundet
bekommen. Dann leiert das aus.

> Man merkt, daß der Ring einrastet, aber während der Fahrt hatte sich die
> Welle ein Stück abgeschoben. Man kann sie wieder einrasten, aber ganz
> einfach wieder abschieben.

Immerhin gut, dass du das gemerkt hast.

> Ich hab sie nochmal abgezogen und den Sicherungsring mal umgedreht (der
> ist nicht ganz symmetrisch). Nun kann man sie zwar immer noch abziehen,
> aber sie ist deutlich fester als vorher. Mal schauen, ob das reicht.
>
> Ansonsten hab ich zwei neue Sicherungsringe bestellt...

Solche Sicherungsringe sind an sich immer neu zu machen.
Die kosten ja nix, nur dran denken muss man, die vorher schon (in der
richtigen Dimension!) auf Vorrat zu haben.

Und man muss die vorsichtig drüber machen, also nicht irgendwie
aufbiegen beim Draufschieben (kleine plastische Verformung). Sondern nur
die elastische Flexiblität nutzen.

Gut sortierte Mechaniker haben da so Sicherungsring-Zangen:
https://www.google.com/search?q=Sicherungsringzange

Grüße, Ralf
0 new messages