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Hydraulischer Wagenheber funktioniert nicht

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Christoph Stracke

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Sep 18, 2009, 7:14:34 AM9/18/09
to

Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem:
Die letzten Tage habe ich auf dem Trödelmarkt einen hydraulischen
Stempelwagenheber gekauft, mit dem ich jedoch unter Last nur etwa
30-60mm hoch pumpen kann; dann geht es nicht mehr höher, und ich pumpe
anscheinend gegen ein Lufpolster. Öl habe ich schon nachgefüllt; es
steht im abgelassenen Zustand bis zur Unterkante des hinteren
Gummistopfens. Ebenso habe ich im Netz eine Anleitung gefunden, in der
beschrieben wird, wie man einen Wagenheber entlüftet: Ich habe danach
die Ablaßschraube etwas geöffnet, die Gummikappe zum Nachfüllen
abgezogen und einige Zeit gepumpt (das Ganze habe ich, da es nichts
fruchtete, auch schon mit seitlich liegendem Wagenheber, Pumpventil
nach unten, gemacht).
Ohne Last läßt sich der Wagenheber bis ganz nach oben pumpen, allerdings
"ruckelt" er im oberen Bereich etwas, und beim anschließenden
Niederdrücken hört man dann auch in den unteren 1-2cm Stempelweg
Luftblasen im Inneren.

Hat jemand einen Tip, woran der Fehler liegt bzw. wie ich das Problem
beheben kann? Es ist ein 5t-Wagenheber, also keine billige Baumarkware,
die ich für 7,90 EUR ersetzen könnte.

In der Anleitung stand, man sollte zum Nachfüllen KEIN Motoröl
verwenden (das habe ich allerdings getan; es fehlte aber auch nur etwa
ein Schnapspinchen Volumen). Was hat es damit auf sich?
Wäre es womöglich sinnvoll, die Hydraulik zu spülen und das gesamte Öl
zu ersetzen (und warum)? Bislang bin ich immer davon ausgegangen, diese
Wagenheber seien, wenn kein Leck auftritt, quasi unkaputtbar ...

Viele Grüße
Christoph

Harald Hengel

unread,
Sep 18, 2009, 10:23:18 AM9/18/09
to
Christoph Stracke schrieb:

> Hat jemand einen Tip, woran der Fehler liegt bzw. wie ich das
> Problem beheben kann? Es ist ein 5t-Wagenheber, also keine billige
> Baumarkware, die ich für 7,90 EUR ersetzen könnte.

Es könnte die Dichtung von der Pumpe defekt sein, die saugt beim
Pumpen Luft.
Es müsste sich allerdings auch durch durch austretendes Öl bemerkbar
machen.

> In der Anleitung stand, man sollte zum Nachfüllen KEIN Motoröl
> verwenden (das habe ich allerdings getan; es fehlte aber auch nur
> etwa ein Schnapspinchen Volumen).

Es kann sein, dass sich Motoröl nicht mit den Dichtungen verträgt,
auch wenn ich das nicht für sehr wahrscheinlich halte. Die Dinger
brauchen eigentlich Hydrauliköl. Jedoch ausser der geannten
Dichtungsproblematik fällt mir nichts ein was gegen Motoröl spricht,
ok, etwas zähflüssiger und vielleicht ein wenig kompressibel, aber
dürfte nicht wirklich die Funktion beeinträchtigen.

> Was hat es damit auf sich?

Wie gesagt, die Dichtung des Druckzylinders ist hin, sie saugt Luft.
Versuch es einmal unter Last mit sehr langsamen nachholen beim Pumpen.
Also den Leerweg jeweils recht langsam, pumpen kannst du schnell, dann
wieder langsam zurück.

> Wäre es womöglich sinnvoll, die Hydraulik zu spülen und das gesamte
> Öl zu ersetzen (und warum)? Bislang bin ich immer davon
> ausgegangen, diese Wagenheber seien, wenn kein Leck auftritt, quasi
> unkaputtbar ...

Das Leck muss nicht aussen treten, es kann eine defekte Druckdichtung
auch Luft saugen.
Nimm den Druckkolben einmal raus, so der Hebelmechanismus nicht
genietet ist, einfach lösen und den Kolben rausziehen, denk aber dran,
dein Öl kann dabei komplett auslaufen, am Besten machst du es in einer
Wanne die das auslaufende Öl aufnehmen kann.

Harald

Christoph Stracke

unread,
Sep 18, 2009, 12:22:18 PM9/18/09
to
"Harald Hengel" <raldo-...@freenet.de> schrieb:

> Es könnte die Dichtung von der Pumpe defekt sein, die saugt beim
> Pumpen Luft.
> Es müsste sich allerdings auch durch durch austretendes Öl bemerkbar
> machen.

Hallo Harald,

das würde erklären, daß (wie ich inzwischen herausgefunden habe), der
Wagenheber funktioniert, wenn ich den Nachfüllstutzen nicht aufgesetzt
habe. Offensichtlich bildet sich beim Hochpumpen so ein großer
Unterdruck im Vorratsbehälter, daß der Pumpzylinder durch die Dichtung
Luft zieht.

Ich habe inzwischen mal das Öl gewechselt und zwischendurch mit Diesel
durchgespült; da kam tatsächlich etwas Öl durch die Dichtung. Aber
ansonsten wirkt der Pumpmechanismus dicht ...
Werde mir die Dichtung mal anschauen, sobald ich die Zeit finde und
dann berichten. Herausnehmen kann man den Stempel jedenfalls, aber es
ist ja erwartungsgemäß eine ziemliche Sauerei. ;-)

Viele Grüße und schonmal herzlichen Dank!
Christoph

PS: Vielleicht bekomme ich es ja sauber hin, wenn ich die Pumpe auf die
Seite lege? -- Ich habe ja gerade erst neues Öl aufgefüllt.


Harald Hengel

unread,
Sep 18, 2009, 9:27:47 PM9/18/09
to
Christoph Stracke schrieb:

> PS: Vielleicht bekomme ich es ja sauber hin, wenn ich die Pumpe auf
> die Seite lege? -- Ich habe ja gerade erst neues Öl aufgefüllt.

Oder du piekst einfach ein kleines Loch mit einer Stecknadel in den
Füllstopfen.
Ich habe mir bei den Dingern nie Gedanken gemacht wo sie die Luft im
Vorratsbehälter herbekommen, ein Ventil haben sie nicht und der
Stopfen sollte eigentlich dicht sein. Evtl. haben die Stopfen aber
auch irgendeine kleine Rille für die Luft, das habe ich mir nie genau
angsehen, sie haben funktioniert.
Ältere Hydraulikheber hatten noch ein Kugelventil, nach dem Ablassen
musste man entlüften, sonst fuhr der Stempel wieder hoch.
Allerdings sagen die Anleitungen dazu, nicht hinlegen, irgendwo werden
sie also eine Luftöffnung haben, die wird bei dir verstopft sein.

Harald

Christoph Stracke

unread,
Sep 24, 2009, 8:16:49 AM9/24/09
to
"Harald Hengel" <raldo-...@freenet.de> schrieb:

> Oder du piekst einfach ein kleines Loch mit einer Stecknadel in den
> Füllstopfen.

Das hatte ich mir auch schon überlegt, hatte aber die Sorge, daß dann
das Öl rausläuft ...

> Allerdings sagen die Anleitungen dazu, nicht hinlegen, irgendwo werden
> sie also eine Luftöffnung haben, die wird bei dir verstopft sein.

Dann werde ich es wohl jetzt so machen, daß ich den Stopfen tatsächlich
durchsteche, und diesen Durchstich wiederum mit einem kleinen Nagel
abdichte. Dann läuft nichts raus, und belüftet wird er bei Bedarf
trotzdem.
Auf jeden Fall vielen Dank! :-)

Christoph


Ralf Koenig

unread,
Sep 24, 2009, 12:57:19 PM9/24/09
to
Christoph Stracke schrieb:

Überleg aber auch noch einmal, zweimal, dreimal, was du da eigentlich
machst. An einem Gerät, das 5t heben soll und das für irgendwas um 40
EUR durch ein neues ersetzbar ist, bastelst du ohne großes Wissen dran rum.

So einen Wagenheber verleiht man ggf. auch mal in 2-3 Jahren, oder
jemand nimmt ihn, wenn man nicht dabei ist. Und einen selbst kann es
auch betreffen.

Ich sehe deine Bastelversuche als gefährlich an für das Zeug, was damit
gehoben wird, sowie alles was da unten drunter ist. Selbst wenn man nach
dem Heben immer mit Abstützböcken arbeitet (ist sowieso empfohlene
Praxis) hast du die Gefahr, dass es beim Heben oder Senken zu Defekten
kommt. Am besten wäre noch, wenn das Teil gar nciht hebt, kritisch
werden die Fälle, wo das Teil unterwegs versagt, sich aber jemand drauf
verlässt, dass er das nicht tut.

Sparsamkeit und halbkaputte Sachen wieder reparieren sind sicherlich
gute Eigenschaften, aber mal nachdenken über die Risiken, die damit
verbunden sind, sollte man auch.

Ralf

Harald Hengel

unread,
Sep 24, 2009, 7:03:57 PM9/24/09
to
Christoph Stracke schrieb:

> Dann werde ich es wohl jetzt so machen, daß ich den Stopfen
> tatsächlich durchsteche, und diesen Durchstich wiederum mit einem
> kleinen Nagel abdichte. Dann läuft nichts raus, und belüftet wird
> er bei Bedarf trotzdem.

Luft braucht er auf jeden Fall.
In der Zeit als mit den Dingern häufiger gearbeitet habe, habe ich mir
nie Gedanken darüber gemacht, sie funktionierten. Die alten Modelle
hatten, ich glaube, das schrieb ich schon ein Ventil, das musstest du
nach Ablassen der Last von Hand betätigen um die Luft angesaugte Luft
abzulassen.
Irgendwann kamen dann die Modelle, die scheinbar kein Ventil haben,
aber logisch betrachtet geht es nicht ohne.

Harald

Harald Hengel

unread,
Sep 24, 2009, 7:08:04 PM9/24/09
to
Ralf Koenig schrieb:

> Überleg aber auch noch einmal, zweimal, dreimal, was du da
> eigentlich machst. An einem Gerät, das 5t heben soll und das für
> irgendwas um 40
> EUR durch ein neues ersetzbar ist, bastelst du ohne großes Wissen
> dran rum.

Ich glaube nicht, dass du den für 40 Euro bekommst, bestenfalls in
zweifelhafter Baumarktqualität.

> So einen Wagenheber verleiht man ggf. auch mal in 2-3 Jahren, oder
> jemand nimmt ihn, wenn man nicht dabei ist. Und einen selbst kann es
> auch betreffen.

Und?

> Ich sehe deine Bastelversuche als gefährlich an für das Zeug, was
> damit gehoben wird, sowie alles was da unten drunter ist. Selbst
> wenn man nach dem Heben immer mit Abstützböcken arbeitet (ist
> sowieso empfohlene
> Praxis) hast du die Gefahr, dass es beim Heben oder Senken zu
> Defekten kommt. Am besten wäre noch, wenn das Teil gar nciht hebt,
> kritisch
> werden die Fälle, wo das Teil unterwegs versagt, sich aber jemand
> drauf verlässt, dass er das nicht tut.

Und du meinst es ist ungefährlicher es durch Billigschrott zu
ersetzen?

> Sparsamkeit und halbkaputte Sachen wieder reparieren sind sicherlich
> gute Eigenschaften, aber mal nachdenken über die Risiken, die damit
> verbunden sind, sollte man auch.

Jaja, nur weil der Wagenheber keine Luft saugt sollte man ihn
wegschmeissen.

Du machst das auch sicher mit deinem Auto, wenn der Luftfilter dicht
ist, rein aus Sicherheitsgründen.

Harald

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