Hallo Ralf,
Du schriebst am Fri, 2 Jun 2017 10:36:30 +0200:
[Datenschutzerklärung]
> Erinnerungen verblassen flott mit dem Abstand von 3 Jahren. Ich nehme an,
> es war Teil eines Anhangs zum Kaufvertrag.
Ja, sowas wird gerne tief im "Kleingedruckten" (das in dem Bereich oft
wirklich _klein_ gedruckt ist) versteckt. Den Sermon durchzulesen tut sich
kaum einer an, "man" unterschreibt halt, weil man das Ding ja kaufen will,
und so schlimm wird's schon nicht sein, andere haben's ja auch gemacht...
> > unerwarteten Datenabfluß, und - wenn da auch vom Fahrzeug genutzte Daten
> > drauf liegen - ggfs. ein neues Einfallstor für Schadensbringer.
> > Die Autohersteller lassen offenbar auch _wirklich_ keine Möglichkeit
> > aus, ihre Kunden bis auf die Knochen datenmäßig auszusaugen, ihnen die
> > Verfügung über "ihr" Fahrzeug zu nehmen und dazu Fremden Tür und Tor
> > aufzumachen.
>
> Lass mal deine Paranoia behandeln, Sieghard. Das ist ja schon schlimm.
Mach' Du Dich lieber mal über die unendlichen Möglichkeiten kundig, wie
sich IT-Systeme - um die es sich bei solchen Autos ja handelt - beeinflußt,
mißbraucht und gestört werden können.
> Gibt er er seinen Schlüssel nicht weiter (ist eh ne doofe Idee, schon
...
> ohne High-Tech) und packt er ihn in einen Faradayschen Käfig, dann kann
> er Wechselwirkungen mit fremden Drahtlos-Lesern gut begrenzen.
Ahja, da sgast Du's selber schon: weitergeben muß mit diesen Dingern
garnicht mehr sein, es reicht, die für "fremde[] Drahtlos-Leser[]"
zugänglich zu haben, und dagegen wird wohl kaum einer den Schlüssel in
einen "Faradayschen Käfig" stecken - dazu müßte er schließlich _wissen_,
daß er das tun sollte. (BTW, Einwickeln in Alufolie tät's auch, aber
irgendwann wird das gute Stück ja benutzt, und dann _muß_ es frei sein.)
> Und die Datenspeicherung einiger Daten auf dem Schlüssel (anstatt einer
> Online-Verbindung des Autos zum Hersteller) sorgt gerade *nicht* für ein
> Datenaussaugen durch den Hersteller. Sondern jemand muss als Hersteller
Naklar, das ist ja schließlich die _einzige_ externe Datenablage, die der
Hersteller da vorgesehen hat, andere Zugänge gibt's ja auf gar keinen Fall
zusätzlich...
Warum wohl schrieb ich von einem _neuen_ Kanal für einen Datenabfluß?
[Diagnosegerät]
Die Markenwerkstatt (und auch eine andere, die daran Wartung macht) _sollte_
da auch nicht so das Problem sein, da die ja offiziell damit hantieren
müssen und dzf. den offiziellen Datenschutzgesetzen unterliegen.
Ein drahtlos auslesbarer Schlüssel bietet aber eben auch für "Dritte"
zusätzliche Möglichkeiten, an ggfs. nicht für solche bestimmte Daten zu
kommen, und zwar auch unbemerk(t|bar).
> >> * Nutzung bei Vermietern oder in der Flottennutzung
> >> * oder eben im Service
Das ist dann ja deren Sache.
> >> PS. Für das Golf 7 Facelift (jetzt ab Anfang 2017) wurde es noch
> >> einiges mehr auf dem Schlüssel:
Und da könnte durchaus noch einiges dazukommen, und darunter auch einiges
sog. "sensibles" an Daten, die auch personenbezogen sein können. Und wieder
hat die "Privatsphäre" ein neues Loch. Bis halt die Luft ganz 'raus ist.
> >> "Außerdem nutzt Volkswagen den Fahrzeugschlüssel nun stärker
> >> und kann verschiedene Details speichern. Dazu zählen etwa die
> >> bevorzugte Einstellung der Ambientebeleuchtung, der ACC, der
> >> Front-Assist, das Infotainment, die Klimaautomatik und viele weitere."
> > > Da weiß man nicht mehr, was man dazu noch sagen soll...
>
> Vielleicht sagst du dann einfach mal nichts dazu? Denn sonst solltest du
Doch, da sag' ich was dazu. Und Dir, daß Du Dir mal überlegen solltest, ob
Du das Leben in einer Gesellschaft mit Dauerüberwachung wie Orwell's 1984
leben wolltest.
> schreiben, warum das aus der Sicht von Datenschutz oder IT-Sicherheit
> eine schlechte Idee ist und was dein konstruktiver Verbesserungsvorschlag
Das tun die Leute, die sich besser auskennen als ich, schon recht extensiv,
aber leider offenbar immer noch nicht zur Genüge.
> wäre. Der aber berücksichtigt, warum das überhaupt so eingeführt wurde
> und dieses Nutzungsszenario nicht ganz zerstört.
Falscher Ansatz - dieses "Nutzungsszenario" gehört vollständig abgeschafft.
Naja, und nicht nur dieses.
(Mir kommt sowas immer so vor, wie die Zustände in einem
frühgeschichtlichen germanischen Langhaus gewesen sein dürften, wo eine
ganze Sippe mit Dutzenden Leuten ohne jede Abgrenzung und unter dauernder
Bewachung durch den Sippenführer gehaust haben mag. Und dabei waren die noch
alle miteinander verwandtschaftlich verbunden.)
> Vorher müsste man von so einer Käseseite wie "
rad-ab.com" erstmal prüfen,
Ach, jetzt kommt Deine Information von einer "Käseseite"?
> Ich hatte es trotzdem mal zitiert, weil es überhaupt mal ein paar
> Anhaltspunkte gibt, was da so drauf sein könnte. Und für ihn konkret gilt
Umso schlimmer, wenn es zu so tiefgreifenden Datenlöchern nicht einmal eine
offizielle Information des Herstellers gibt, in der er seiner gesetzlichen
Pflicht zur Offenlegung nachkommt.
> Im Fahrzeugschein, den du in der Werkstatt ohne Bedenken routiniert
Der Vergleich hinkt: Die Werkstatt hat einen geschäftlichen Auftrag zu
einer bestimmten Tätigkeit und dabei die gesetzlichen Vorgaben zu beachten.
Der Fahrzeugschein steckt ansonsten in seiner Hülle in (m)einer Tasche,
nicht einsehbar für andere. Wäre das ähnlich wie bei einem dieser
Datenschlüssel, müßte er in einer Klarsichthülle offen oberhalb der
Bekleidung getragen werden. Machst Du das so, möchtest Du das so machen?
> übergibst, stehen mehr wirklich auf eine Person bezogene Daten (nämlich
> dein Name, Vorname, Adresse) als auf dem ganzen Schlüssel.
Der enthält ja "nur" die Fahrzeugidentifikation, einige Einstelldaten des
jeweiligen Benutzers (der dann aber doch auch erkennbar sein muß?) und
evtl., vielleicht noch nicht jetzt, auch "ein wenig" aus der Fahrgeschichte
der letzten Zeit. Das abschließende "und viele weitere" in Deinem Zitat läßt
da doch interessantes "hoffen"...