Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Motor abschalten: Anlasser + Batterie unbeeindruckt?

74 views
Skip to first unread message

Stephan Gerlach

unread,
Nov 28, 2021, 6:45:36 PM11/28/21
to
Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab wieviel
Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem (Verbrenner-)Auto den
Motor abzuschalten.

Er meinte, bei "zu kurzer" Standzeit würde das auf Dauer dem Anlasser,
der Batterie und evtl. anderen Bauteilen (welchen?) mehr schaden, als
man durch nicht verbrauchten Sprit spart.

Wie groß ist der "Schaden-Effekt" durch das Abschalten aber tatsächlich,
gibt es dazu Erfahrungswerte?
Z.B. in der Form "die Lebensdauer des Anlassers wird dadurch um ...
verkürzt".

Und gibt es außer Anlasser und Batterie überhaupt andere Bauteile, die
durch häufiges An- und Abschalten merkbaren Schaden nehmen könnten?
Eine Hypothese des "Jemand" (s.o.) war z.B., daß es möglicherweise auch
dem Motor selbst schaden könnte, wenn er ständig "hochfahren" und wieder
"runterfahren" muß.

Ich schalte bei meinen (relativ seltenen) Autofahrten häufig bei
Stand-Phasen den (benzinbetriebenen) Motor ab, auch im Winter, und
konnte bisher keine Nachteile dadurch feststellen; außer, daß der
Verbrauch dadurch sinkt.

Meine gewagte Hypothese ist, daß das Auto möglicherweise eher
auseinanderfällt, bevor der Anlasser defekt ist.

--
> Eigentlich sollte Brain 1.0 laufen.
gut, dann werde ich mir das morgen mal besorgen...
(...Dialog aus m.p.d.g.w.a.)

Sebastian Suchanek

unread,
Nov 29, 2021, 1:31:40 AM11/29/21
to
Am 29.11.2021 um 00:00 schrieb Stephan Gerlach:
> Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab wieviel
> Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem (Verbrenner-)Auto den
> Motor abzuschalten.

Das kommt u.a. auch darauf an, wie man "sich lohnen" definiert.

> Er meinte, bei "zu kurzer" Standzeit würde das auf Dauer dem Anlasser,
> der Batterie und evtl. anderen Bauteilen (welchen?) mehr schaden, als
> man durch nicht verbrauchten Sprit spart.

Den elektrischen Teil, als die Batterie und die Windungen des Starters
sehe ich als eher unkritisch an. Speziell beim Warmstart ist Energie,
die man zum Starten braucht nicht so groß wie man vielleicht denken
könnte. (Lass es 500A für 0,5s sein - das wären dann gerade mal 3kJ.)
Etwas mehr Sorgen würde ich mir da schon um das Antriebsritzel machen.

> Wie groß ist der "Schaden-Effekt" durch das Abschalten aber tatsächlich,
> gibt es dazu Erfahrungswerte?
> Z.B. in der Form "die Lebensdauer des Anlassers wird dadurch um ...
> verkürzt".

Keine, die ich kenne. Zumal der Starter auch ein vergleichsweise
günstiges Ersatzteil ist - um beim Thema "sich lohnen" zu bleiben.

> Und gibt es außer Anlasser und Batterie überhaupt andere Bauteile, die
> durch häufiges An- und Abschalten merkbaren Schaden nehmen könnten?
> Eine Hypothese des "Jemand" (s.o.) war z.B., daß es möglicherweise auch
> dem Motor selbst schaden könnte, wenn er ständig "hochfahren" und wieder
> "runterfahren" muß.

Für den Motor an sich ist das definitiv nicht gut. Das fängt schon damit
an, dass bei jedem Start der Öldruck wieder neu augebaut werden muss.
Aber immerhin hat das Öl beim "Neustart" dann schon 'mal zumindest
Betriebs-Temperatur und -Viskosität - sofern man nicht so besessen ist,
Start/Stop mit einem kalten Motor zu machen.
Aus zweiter/dritter Hand wurde mich auch schon relativ glaubhaft
versichert, dass man bei Langzeit-Prüfstandsläufen mit und ohne
Start-/Stop-Automatik bei SSA eine stark erhöhte Versottung und
Verrußung des Motors beobachtet hat. Eine zitierfähige Quelle habe ich
dafür aber leider nicht.

> Ich schalte bei meinen (relativ seltenen) Autofahrten häufig bei
> Stand-Phasen den (benzinbetriebenen) Motor ab, auch im Winter, und
> konnte bisher keine Nachteile dadurch feststellen; außer, daß der
> Verbrauch dadurch sinkt.
> [...]

Immerhin schon 'mal kein Diesel. Trotzdem klingt Deine Schilderung für
mich so, als würdest Du Deinem Motor massiv Kaltstarts "auf die Zwölf"
geben - und Kaltstarts sind IMHO, abgesehen von "gar kein Öl", so
ziemlich das Schlimmste, was ma einem Verbrennungsmotor antun kann.


Tschü,

Sebastian

F. W.

unread,
Nov 29, 2021, 2:58:29 AM11/29/21
to
Am 29.11.2021 um 00:00 schrieb Stephan Gerlach:

> Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab
> wieviel Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem
> (Verbrenner-)Auto den Motor abzuschalten.

Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
Ausschalten des Diesels der Elektronik. Ich denke, man kann davon
ausgehen, dass diese Zusammenstellung an Technik genau in der
vorliegenden Form ausreichend getestet wurde.

FW

Wilhelm Ernst

unread,
Nov 29, 2021, 11:04:56 AM11/29/21
to
Am Mon, 29 Nov 2021 08:58:27 +0100hat "F. W." <m...@home.com> geäußert:

snip
>Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
>Ausschalten des Diesels der Elektronik. Ich denke, man kann davon
>ausgehen, dass diese Zusammenstellung an Technik genau in der
>vorliegenden Form ausreichend getestet wurde.
>
Das ist sehr zu begrüßen, denn inzwischen ist der IQ mancher Fahrer so
tief degeneriert, dass sie selbst an Bahnübergängen den Motor laufen
lassen (§30 STVO), obwohl Stillstandzeit feststeht. Ich hab das Gefühl,
dass deren CO2-Freisetzung im Standbetrieb ihrer Fahrzeuge ein
Mehrfaches ihres Atem-CO2 im ganzen Leben darstellt.
Sofort FFF an die Bahnübergänge! CO2 senken!
Willi

Frank Kemper

unread,
Nov 29, 2021, 5:48:50 PM11/29/21
to
Es gab mal vor vielen Jahren, als man an SSA noch nicht gedacht hat, einen
Bericht des ADAC, wo empfohlen wurde, den Motor immer dann auszumachen,
wenn die geplante Standzeit 20 Sekunden überschreitet.

Frank

--
The whole IT runs on Caffeine

F. W.

unread,
Nov 30, 2021, 1:00:05 AM11/30/21
to
Am 29.11.2021 um 23:48 schrieb Frank Kemper:

> Es gab mal vor vielen Jahren, als man an SSA noch nicht gedacht hat,
> einen Bericht des ADAC, wo empfohlen wurde, den Motor immer dann
> auszumachen, wenn die geplante Standzeit 20 Sekunden überschreitet.

Ja, da habe ich das auch gemacht. Die moderne SSA berücksichtigt aber
eben noch mehr Faktoren, denke ich mir. Unter anderem die Temperatur
vielleicht. Mit kaltem Motor ist schlecht fahren.

FW

Harald Klotz

unread,
Nov 30, 2021, 7:21:49 AM11/30/21
to
Am 29.11.2021 um 07:27 schrieb Sebastian Suchanek:

> Den elektrischen Teil, als die Batterie und die Windungen des Starters
> sehe ich als eher unkritisch an. Speziell beim Warmstart ist Energie,
> die man zum Starten braucht nicht so groß wie man vielleicht denken
> könnte. (Lass es 500A für 0,5s sein - das wären dann gerade mal 3kJ.)
> Etwas mehr Sorgen würde ich mir da schon um das Antriebsritzel machen.

Das Ritzel ist auch nicht problematisch, eher der Zahnkranz.

Das nennenswerte Verschleißteil ist der Kollektor, sowie die Kohlen.

> Keine, die ich kenne. Zumal der Starter auch ein vergleichsweise
> günstiges Ersatzteil ist - um beim Thema "sich lohnen" zu bleiben.

Wenn du es nicht selbst tauschen kannst, ist der Arbeitslohn nicht
unerheblich.

> Für den Motor an sich ist das definitiv nicht gut.

Warum?

> Das fängt schon damit
> an, dass bei jedem Start der Öldruck wieder neu augebaut werden muss.

Das ist völlig uninteressant.
Das Öl in den Leitungen sackt in der kurzen Zeit nicht nennenswert ab.
Die Lager haben genug Öl, das ist auch nicht abgetropft.

> Aber immerhin hat das Öl beim "Neustart" dann schon 'mal zumindest
> Betriebs-Temperatur und -Viskosität

Welche Viskosität spielt eine Rolle?
Ist kaltes Öl weniger schmierfähig?

> - sofern man nicht so besessen ist,
> Start/Stop mit einem kalten Motor zu machen.

Was spielt das für eine Rolle.
Im Gegenteil, das kalte Öl ist dickflüssiger, hält sich länger in den
Leitungen und Lagern.

> Aus zweiter/dritter Hand wurde mich auch schon relativ glaubhaft
> versichert, dass man bei Langzeit-Prüfstandsläufen mit und ohne
> Start-/Stop-Automatik bei SSA eine stark erhöhte Versottung und
> Verrußung des Motors beobachtet hat. Eine zitierfähige Quelle habe ich
> dafür aber leider nicht.

Wird wohl auch schwer zu finden sein. Such mal auf Seiten von
Verschwörungstheoretikern.

Grüße
Harald

Michael S.

unread,
Nov 30, 2021, 3:52:37 PM11/30/21
to
Am 29.11.2021 um 00:00 schrieb Stephan Gerlach:
> Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab wieviel
> Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem (Verbrenner-)Auto den
> Motor abzuschalten.
>
> Er meinte, bei "zu kurzer" Standzeit würde das auf Dauer dem Anlasser,
> der Batterie und evtl. anderen Bauteilen (welchen?) mehr schaden, als
> man durch nicht verbrauchten Sprit spart.

Ich denke, so kann man das nicht sehen, da die Teile ja auf die höhere
Zyklenzahl angepasst sind.

An meinem Auto wurde wegen StartStop für einen 1l-Motor eine riesige
AGM-Batterie (ich glaube 80Ah) verbaut. Die Mehrkosten alleine für die
Batterie liegen im Ersatzteilgeschäft deutlich über 100€.

Hier auf dem Land bringt StartStop wenig und man kann sich leicht
ausrechnen, wieviele Liter Sprit ich sparen muss, um den höheren
Ersatzteilpreis zu erwirtschaften.

Angeblich erzeugt mein Auto vornehmlich Strom beim Bremsen, die
Lichtmaschine ist entsprechend geregelt.

Andererseit versagt mein Auto regelmäßig dabei, bei Bergabfahrten die
Einspritzung auf 0 zu fahren. Stattdessen gehen je nach Drehzahl auch
ohne gedrücktes Gaspedal bis zu 5l/100km durch (2. Gang steil bergab bei
5000rpm).

Ob er dabei dann die Batterie besonders schnell auflädt?

StartStopp hat im NEFZ richtig was gebracht und hilft im
Flottenverbrauch. In der Realität mag im Stadtverkehr ein bisschen was
zu holen sein, auf dem (bergigen) Land könnte man mit bugfreier Software
deutlich mehr an anderer Stelle sparen.

Michael

F. W.

unread,
Dec 1, 2021, 2:11:15 AM12/1/21
to
Am 30.11.2021 um 23:30 schrieb Andreas Mattheiss:

> ACK, so kenne/mache ich das auch. Weiter unten wird gemutmaßt, daß
> die SSA auch den Betriebszustand des Motors berücksichtigen könnte;
> klingt auch plausibel.

Mein Auto steht von Mo - Fr auf dem Hausparkplatz. Wenn ich ihn im
Winter Freitag starte, bleibt der Motor an jeder Ampel an. Bin ich die
wöchentlichen 115 km gefahren, geht er an der nächsten Ampel nach der
Autobahn sofort aus.

Ich kann mir nur erklären, dass Batteriestand und Temperatur von der SSA
gemessen und berücksichtigt werden.

FW

Heinrich Pfeifer

unread,
Dec 1, 2021, 5:03:46 AM12/1/21
to
Am 29.11.2021 um 07:27 schrieb Sebastian Suchanek:
>
> Für den Motor an sich ist das definitiv nicht gut.

Definitiv, wirklich? Sind doch alles nur Vermutungen.

Schaut euch nur mal an, wie das bei einem Hybrid funktioniert. Da wird
bei jedem Gasloslassen der (warme) Verbrennermotor komplett gestoppt und
ausgekuppelt. Und bislang sind keine Schäden bekannt.


--
Heinrich
mail: new<at>pfei.eu

Stephan Gerlach

unread,
Dec 1, 2021, 6:21:43 PM12/1/21
to
Wilhelm Ernst schrieb:
> Am Mon, 29 Nov 2021 08:58:27 +0100hat "F. W." <m...@home.com> geäußert:
>
> snip
>> Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
>> Ausschalten des Diesels der Elektronik. Ich denke, man kann davon
>> ausgehen, dass diese Zusammenstellung an Technik genau in der
>> vorliegenden Form ausreichend getestet wurde.
>>
> Das ist sehr zu begrüßen, denn inzwischen ist der IQ mancher Fahrer so
> tief degeneriert, dass sie selbst an Bahnübergängen den Motor laufen
> lassen (§30 STVO), obwohl Stillstandzeit feststeht.

Derartiges Verhalten zeigt: "Sprit ist zu billig."

Wobei die Frage wäre, bei welchem Spritpreis diese Fahrer denn
tatsächlich auf die Idee kommen würden, mal den Motor am Bahnübergang
abzuschalten.

Stephan Gerlach

unread,
Dec 1, 2021, 6:26:45 PM12/1/21
to
F. W. schrieb:
> Am 29.11.2021 um 00:00 schrieb Stephan Gerlach:
>
>> Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab
>> wieviel Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem
>> (Verbrenner-)Auto den Motor abzuschalten.
>
> Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
> Ausschalten des Diesels der Elektronik.

Geht bei meiner Kiste schlecht, da die überhaupt keine
Start-/Stop-Automatik hat. Ich übernehme diesen Vorgang manuell :-) .
So groß ist der Aufwand ohnehin nicht; zwei Drehs am Zündschlüssel genügen.

Dabei fällt mir noch ein:
Das Zündschloß könnte ein weiteres - zumindest theoretisches -
Verschleißteil sein.

Stephan Gerlach

unread,
Dec 1, 2021, 6:33:19 PM12/1/21
to
Frank Kemper schrieb:
Wobei die Frage ist, ob es direkt schadet, auch bei weniger als 20
Sekunden schon abzuschalten.
Manchmal ist auch nicht direkt vorherzusehen, wie lange das Warten
dauert, so daß man quasi spekulativ abschaltet (oder auch nicht).

Wenn ich jetzt z.B. an 10 Ampeln abschalte und die jeweilige Wartezeit
nur 12 Sekunden beträgt (unter den empfohlenen 20 Sekunden), habe ich
trotzdem schon 2 Minuten "Fahrzeit" gespart.

Das ist jetzt sicher nicht enorm viel; aber andererseits ist auch nicht
unbedingt offensichtlich, warum der Motor 2 Minuten laufen "muß", ohne
daß dabei gefahren wird.

Ich hab' bei meiner Kiste halt noch nicht wirklich viel vom Verschleiß
irgendwelcher damit in Zusammenhang stehenden Bauteile bemerkt.

Stephan Gerlach

unread,
Dec 1, 2021, 6:46:44 PM12/1/21
to
Michael S. schrieb:
> Am 29.11.2021 um 00:00 schrieb Stephan Gerlach:
>> Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab
>> wieviel Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem
>> (Verbrenner-)Auto den Motor abzuschalten.
>>
>> Er meinte, bei "zu kurzer" Standzeit würde das auf Dauer dem Anlasser,
>> der Batterie und evtl. anderen Bauteilen (welchen?) mehr schaden, als
>> man durch nicht verbrauchten Sprit spart.
>
> Ich denke, so kann man das nicht sehen, da die Teile ja auf die höhere
> Zyklenzahl angepasst sind.
>
> An meinem Auto wurde wegen StartStop für einen 1l-Motor eine riesige
> AGM-Batterie (ich glaube 80Ah) verbaut. Die Mehrkosten alleine für die
> Batterie liegen im Ersatzteilgeschäft deutlich über 100€.

So teuer ist meine "normale" 12V-Batterie nicht und (vermutlich) nicht
explizit auf häufige Start-/Stop-Vorgänge ausgelegt.

Im vorigen(?) Winter ist sie mir tatsächlich mal bei sehr niedrigen
Temperaturen (AFAIR nach längerer Standzeit) ausgefallen.

Daraufhin habe ich mir günstig (AFAIK 10€) ein gebrauchtes Ladegerät
besorgt, Batterie aufgeladen, und seitdem läuft sie wieder ohne Ausfall.

Ob der Ausfall ohne häufige Start-/Stop-Vorgänge evtl. *nicht* passiert
wäre, kann ich nicht beurteilen.
Davon abgesehen war/ist das Ladegerät IMHO ohnehin eine sinnvolle
Investition, da man so ein Stück weit unabhängig vom ADAC-Pannendienst oder.

Die betreffende Batterie ist generell schon ein paar Jahre alt.

> Hier auf dem Land bringt StartStop wenig und man kann sich leicht
> ausrechnen, wieviele Liter Sprit ich sparen muss, um den höheren
> Ersatzteilpreis zu erwirtschaften.

Die Frage ist, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, daß Anlasser (oder
Teile davon) oder das Zündschloß überhaupt kaputtgehen.

Oder genauer: Nach welcher Zeit der (Total-)Ausfall zu erwarten ist.

Was die Batterie betrifft: Die kann man notfalls am Ladegerät aufladen;
ist vermutlich billiger als eine neue zu kaufen.

> Angeblich erzeugt mein Auto vornehmlich Strom beim Bremsen, die
> Lichtmaschine ist entsprechend geregelt.

Das sollte physikalisch prinzipiell funktionieren, siehe Lorentzkraft
(der ingenieur-technische Begriff heißt möglicherweise "Wirbelstrombremse").

Die kinetische Energie des Fahrzeus wird statt in thermische Energie
(wie bei "normalen Bremsen") in elektrsiche Energie umgewandelt.

> Andererseit versagt mein Auto regelmäßig dabei, bei Bergabfahrten die
> Einspritzung auf 0 zu fahren. Stattdessen gehen je nach Drehzahl auch
> ohne gedrücktes Gaspedal bis zu 5l/100km durch (2. Gang steil bergab bei
> 5000rpm).
>
> Ob er dabei dann die Batterie besonders schnell auflädt?

Keine Ahnung. Auf jeden Fall sollte das bei einem "richtigen" Verbrenner
so nicht sein; das besagte Auto verbraucht so in dem Moment mehr als ein
"richtiger" Verbrenner.

Sebastian Suchanek

unread,
Dec 2, 2021, 12:36:40 AM12/2/21
to
Am 01.12.2021 um 23:36 schrieb Stephan Gerlach:
> Wilhelm Ernst schrieb:
>> Am Mon, 29 Nov 2021 08:58:27 +0100hat "F. W." <m...@home.com> geäußert:
>>
>> snip
>>> Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
>>> Ausschalten des Diesels der Elektronik. Ich denke, man kann davon
>>> ausgehen, dass diese Zusammenstellung an Technik genau in der
>>> vorliegenden Form ausreichend getestet wurde.
>>>
>> Das ist sehr zu begrüßen, denn inzwischen ist der IQ mancher Fahrer so
>> tief degeneriert, dass sie selbst an Bahnübergängen den Motor laufen
>> lassen (§30 STVO), obwohl Stillstandzeit feststeht.
>
> Derartiges Verhalten zeigt: "Sprit ist zu billig."
>
> Wobei die Frage wäre, bei welchem Spritpreis diese Fahrer denn
> tatsächlich auf die Idee kommen würden, mal den Motor am Bahnübergang
> abzuschalten.

Dafür müsste der Sprit *sehr* viel teurer sein. Ein Motor braucht im
Stand typischerweise so um die 0,5-1 Liter pro Stunde. Das sind
dementsprechend grob 0,1-0,2 Liter pro 10 Minuten, das sind wiederum
selbst bei aktuellen Spritpreisen keine 50 Cent.


Tschüs,

Sebastian

HC Ahlmann

unread,
Dec 2, 2021, 3:29:10 AM12/2/21
to
Stephan Gerlach <mam9...@t-online.de> wrote:

> Michael S. schrieb:

> > Angeblich erzeugt mein Auto vornehmlich Strom beim Bremsen, die
> > Lichtmaschine ist entsprechend geregelt.
>
> Das sollte physikalisch prinzipiell funktionieren, siehe Lorentzkraft
> (der ingenieur-technische Begriff heißt möglicherweise "Wirbelstrombremse").

Der ingenieur-technische Begriff heißt Generatorbetrieb, fußt auch auf
der Lorentzkraft, aber der Stromfluss wird genutzt oder gespeichert. In
einer Wirbelstrombremse wird der induzierte Strom am Ort der Entstehung
durch ohmsche Verluste in Wärme gewandelt; er wird nicht andererweitig
genutzt oder gespeichert.

> Die kinetische Energie des Fahrzeus wird statt in thermische Energie
> (wie bei "normalen Bremsen") in elektrsiche Energie umgewandelt.

Wirbelstrombremse: kinetisch-elektrisch-thermisch
Generator: kinetisch-elektrisch
--
Munterbleiben
HC

HC Ahlmann

unread,
Dec 2, 2021, 3:29:11 AM12/2/21
to
Michael S. <mich...@bigfoot.de> wrote:

> Andererseit versagt mein Auto regelmäßig dabei, bei Bergabfahrten die
> Einspritzung auf 0 zu fahren. Stattdessen gehen je nach Drehzahl auch
> ohne gedrücktes Gaspedal bis zu 5l/100km durch (2. Gang steil bergab bei
> 5000rpm).

Hersteller, Modell, Motor?
Achte mal auf die weiteren Umstände, wenn talfahrend bei 5000/min noch
Sprit verbraucht wird.

Mein VW-T3, Bj. 87 zog wegen des Vergasers im Schiebebetrieb immer Sprit
durch die Leerlaufdüse (es gab Nachrüstungen, das Pilzventil des
Abstellers anzusteuern); das werden alle Vergaser gemein haben. Mein
Peugeot 407, Bj. 08 schaltet die Einspritzung im Schiebebetrieb ab
1500/min und ausreichender Temperatur von Motor (Wasser, Öl),
Katalysator und Außenluft ab (sommers sicher, winters nicht; der 306,
Bj. 98 und der 106, Bj. 94 spritzten ebenfalls nicht ein, zeigten das
aber nicht an).

> Ob er dabei dann die Batterie besonders schnell auflädt?

Das hängt von der Drehzahl durch den Schiebebetrieb (und dem
Erregerstrom) ab, nicht vom Spritverbrauch währenddessen. Prinzipiell
könnte man mit dem Erregerstrom die Bremswirkung steuern – je größer der
Erregerstrom, desto größer die Bremswirkung.
--
Munterbleiben
HC

Herbert Albrecht

unread,
Dec 2, 2021, 3:59:26 AM12/2/21
to
Am 01.12.2021 um 23:48 schrieb Stephan Gerlach:
> Frank Kemper schrieb:
>> F. W. <m...@home.com> wrote:
>>> Am 29.11.2021 um 00:00 schrieb Stephan Gerlach:
>>>
>>>> Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab
>>>> wieviel Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem
>>>> (Verbrenner-)Auto den Motor abzuschalten.
>>> Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
>>> Ausschalten des Diesels der Elektronik. Ich denke, man kann davon
>>> ausgehen, dass diese Zusammenstellung an Technik genau in der
>>> vorliegenden Form ausreichend getestet wurde.

AFAIR werden normale Pkw auf etwa 200 Tkm hin entwickelt. Solange du
darunterbleibst und immer brav zur Wartung in die Werkstatt fährst und
die Werkstatt ihre Arbeit auch wirklich *macht* und nicht nur berechnet,
sollte es keine Probleme geben.
>>
>> Es gab mal vor vielen Jahren, als man an SSA noch nicht gedacht hat,
>> einen
>> Bericht des ADAC, wo empfohlen wurde, den Motor immer dann auszumachen,
>> wenn die geplante Standzeit 20 Sekunden überschreitet.
>
Nur kann man die Startzeit oft nicht planen. Bei der Bahn gibt es
formalisierte Betriebsabläufe. Wer öfter mal vor einer Schranke warten
muß, sammelt Erfahrungen, mit denen er die Mindestwartezeit gut
einschätzen kann.

Wer vor Ampel-Rot wartet, bekommt keine Hinweise, mit denen er die
Standzeit 'planen' könnte. Für Fußgängerampeln gab es hier mal ein paar
Ausnahmen; Ampeln mit einer Anzeige, wie viele Sekunden es noch rot
bleiben würde. Fand ich praktisch, wurdem aber meistens inzwischen
wieder abgebaut, warumauchimmer.

> Wobei die Frage ist, ob es direkt schadet, auch bei weniger als 20
> Sekunden schon abzuschalten.
> Manchmal ist auch nicht direkt vorherzusehen, wie lange das Warten
> dauert, so daß man quasi spekulativ abschaltet (oder auch nicht).

Genau.
>
> Wenn ich jetzt z.B. an 10 Ampeln abschalte und die jeweilige Wartezeit
> nur 12 Sekunden beträgt (unter den empfohlenen 20 Sekunden), habe ich
> trotzdem schon 2 Minuten "Fahrzeit" gespart.
>
> Das ist jetzt sicher nicht enorm viel; aber andererseits ist auch nicht
> unbedingt offensichtlich, warum der Motor 2 Minuten laufen "muß", ohne
> daß dabei gefahren wird.

Dazu muß dein Auto aber immer sofort anspringen. Meine jetziges Autos
kann das. Ich erinnere mich aber noch an welche, die bei
kaltem/warmem/irgedwasdazwischen Motor schlecht ansprangen. Dann schlägt
- abgesehen von möglichen Schäden am Motor - der
Umwelt-Verbesserungseffekt schnell ins Gegenteil um.

Dazu kommt der zusätzliche Zeitbedarf beim Losfahren, um vorher den
Motor zu starten. Schon im optimalen Verlauf sind das so um 2 sec, und
die summieren sich in der Autoschlange auf. Für mich (Großstadt,
überfüllte Strassen) bedeutet das, weniger Autos passieren die Ampel in
der Grünphase, mehrere müssen auf das nächste Grün warten.

Besonders bei Fahrern, die keine optimal gewartete Start-Stop-Automatik
haben sondern den Vorgang per Hand simulieren, kommt es erfahrungsgemäß
immer wieder mal zu Situationen, in denen sie den rechtzeitigen Beginn
des Vorganges verstolpern und schlimmstenfalls den Motor abwürgen, weil
sie ihn zu früh belasten.
>
> Ich hab' bei meiner Kiste halt noch nicht wirklich viel vom Verschleiß
> irgendwelcher damit in Zusammenhang stehenden Bauteile bemerkt.

Behälst du dein Auto bis zum Schluß? Nur, wer so lange fährt, dass er
sein Auto auf dem Schrottplatz abgibt, weiß, warum er das getan hat.
Alle Anderen wissen es nicht.

Herbert

Michael S.

unread,
Dec 2, 2021, 4:53:47 AM12/2/21
to
Am 02.12.2021 um 09:29 schrieb HC Ahlmann:
> Michael S. <mich...@bigfoot.de> wrote:
>
>> Andererseit versagt mein Auto regelmäßig dabei, bei Bergabfahrten die
>> Einspritzung auf 0 zu fahren. Stattdessen gehen je nach Drehzahl auch
>> ohne gedrücktes Gaspedal bis zu 5l/100km durch (2. Gang steil bergab bei
>> 5000rpm).
>
> Hersteller, Modell, Motor?
Opel Astra 2016, 1.0l 3 Zylinder
> Achte mal auf die weiteren Umstände, wenn talfahrend bei 5000/min noch
> Sprit verbraucht wird.

Ich hab Anfangs viel darauf geachtet, um eine Systematik zu erkennen.
Ist mir aber nicht gelungen. Vermutlich gehts um irgendeine Art von
Motorschutz oder um Abgaswerte.
Jedenfalls ist die eh schon schwache Motorbremse in dem Zustand nicht
mehr vorhanden, so dass ich dann häufig im hohen Gang bleibe und dort
die Bremse benutze. Kostet weniger Sprit und kaum mehr Bremsverschleiß.

>> Ob er dabei dann die Batterie besonders schnell auflädt?
>
> Das hängt von der Drehzahl durch den Schiebebetrieb (und dem
> Erregerstrom) ab, nicht vom Spritverbrauch währenddessen. Prinzipiell
> könnte man mit dem Erregerstrom die Bremswirkung steuern – je größer der
> Erregerstrom, desto größer die Bremswirkung.

Die Frage war ironisch gemeint.


--
Michael

Michael S.

unread,
Dec 2, 2021, 4:57:39 AM12/2/21
to
Am 02.12.2021 um 00:01 schrieb Stephan Gerlach:

>> Hier auf dem Land bringt StartStop wenig und man kann sich leicht
>> ausrechnen, wieviele Liter Sprit ich sparen muss, um den höheren
>> Ersatzteilpreis zu erwirtschaften.
>
> Die Frage ist, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, daß Anlasser (oder
> Teile davon) oder das Zündschloß überhaupt kaputtgehen.
Eine 12V-Batterie hält in der Regel deutlich kürzer als das Auto, so
dass in der Lebensdauer des Autos 2-5 neu Batterien gebraucht werden.
Bei 100€ Differenzkosten zu einer billigen Bleisäurebatterie, würde man
also 200-500€ Zusatzkosten über die Lebensdauer haben, die sich über
einen geringeren Spritverbrauch amortisieren müssen.

Mein Auto braucht im Stand etwas weniger als 1l/h.
Für 200€ Zusatzkosten müsste Start/Stopp über die Fahrzeuglebensdauer
also Sprit für 200€ sparen, als etwas mehr als 100l.
Startstopp müsste also mindestens 100h Motorleerlauf vermeiden. Das muss
mir erstmal jemand zeigen.

--
Michael

Rupert Haselbeck

unread,
Dec 2, 2021, 5:54:28 AM12/2/21
to
Wilhelm Ernst schrieb:

> Das ist sehr zu begrüßen, denn inzwischen ist der IQ mancher Fahrer so
> tief degeneriert, dass sie selbst an Bahnübergängen den Motor laufen
> lassen (§30 STVO), obwohl Stillstandzeit feststeht. Ich hab das Gefühl,
> dass deren CO2-Freisetzung im Standbetrieb ihrer Fahrzeuge ein
> Mehrfaches ihres Atem-CO2 im ganzen Leben darstellt.
> Sofort FFF an die Bahnübergänge! CO2 senken!

Man könnte nicht selten auch an anderer Leute IQ durchaus begründete
Zweifel anmelden, wenn man es sich sogar bei der Beurteilung eines
eigentlich doch schon recht einfachen Sachverhalts noch immer gar zu
einfach macht...
Nur selten wird eine der vielen Alternativen des § 30 StVO eine Handhabe
geben, das Laufenlassen des Motors beim Warten an Bahnübergängen zu
beanstanden. Jedenfalls der § 30 I 2 1. Alt. StVO ist dazu nicht
einschlägig.
Angesichts der aktuellen Jahreszeit, aber natürlich auch bei
sommerlichen Temperaturen wird der Motor zum Betrieb von Heizung bzw.
Klimaanlage nötig sein. Auch die Start-/Stop-Automatik schaltet den
Motor daher wieder an, wenn eine entsprechende Anforderung von der
Heizung oder der Klimaanlage oder sonst einem wichtigen Verbraucher
kommt, welche nicht von der Batterie gedeckt werden kann.

MfG
Rupert

Rupert Haselbeck

unread,
Dec 2, 2021, 6:08:46 AM12/2/21
to
Michael S. schrieb:
> An meinem Auto wurde wegen StartStop für einen 1l-Motor eine riesige
> AGM-Batterie (ich glaube 80Ah) verbaut. Die Mehrkosten alleine für die
> Batterie liegen im Ersatzteilgeschäft deutlich über 100€.

In meinem derzeitigen Fahrzeug mit 2l-Dieselmotor befindet sich auch
eine solch "riesige" AGM-Batterie mit 80Ah. Die kostet, so ich denn mal
eine neue brauchen sollte, etwa 130€ (oder gar 150€, wenns das edle Teil
von der Vertragswerkstatt sein soll). Die Originalbatterie ist jetzt
sieben Jahre alt und tut ihren Job noch immer einwandfrei.

> Angeblich erzeugt mein Auto vornehmlich Strom beim Bremsen, die
> Lichtmaschine ist entsprechend geregelt.

Ja, das ist seit vielen Jahren Stand der Technik

> Andererseit versagt mein Auto regelmäßig dabei, bei Bergabfahrten die
> Einspritzung auf 0 zu fahren. Stattdessen gehen je nach Drehzahl auch
> ohne gedrücktes Gaspedal bis zu 5l/100km durch (2. Gang steil bergab bei
> 5000rpm).

Woran erkennst du das? Hast du tatsächlich eine Anzeige, welche den
Kraftstoffverbrauch /misst/? Oder lediglich das alltägliche
Schätzinstrument, welches aus Unterdruck oder ähnlichen Kriterien eine
Verbrauchstendenz ableiten möchte. Im Schiebebetrieb wird kein Fahrzeug,
welches jünger als 30 Jahre ist, noch Kraftstoff einspritzen.

> Ob er dabei dann die Batterie besonders schnell auflädt?

Solange sie nicht voll geladen ist, wird er das tun. Es schont die Bremsen

> StartStopp hat im NEFZ richtig was gebracht und hilft im
> Flottenverbrauch. In der Realität mag im Stadtverkehr ein bisschen was
> zu holen sein, auf dem (bergigen) Land könnte man mit bugfreier Software
> deutlich mehr an anderer Stelle sparen.

Welche Bugs hat denn die Software?

MfG
Rupert

Gerald Oppen

unread,
Dec 2, 2021, 6:16:03 AM12/2/21
to
Am 01.12.21 um 11:03 schrieb Heinrich Pfeifer:
Kann man nicht so pauschal vergleichen. Es ist ein Unterschied ob ein
Triebwerk dafür ausgelegt ist oder nicht.
Für Start/Stop Betrieb muss ein Anlassersystem gefühlt für das 10fache
an Anlassvorgänge ausgelegt sein. Die Automobilindustrie wurde dazu
gezwungen um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Ob es in der Praxis so
viel bringt? Viele schalten Start/Stop aus u.a. um an der Ampel
schneller weg zu kommen. Dazu der Mehraufwand in der Produktion. Aber
das Problem löst sich von selbst wenn der Abschied vom Verbrenner in der
Masse sich durchsetzt.

Gerald

Michael S.

unread,
Dec 2, 2021, 7:19:38 AM12/2/21
to
Am 02.12.2021 um 12:08 schrieb Rupert Haselbeck:

>
>> Andererseit versagt mein Auto regelmäßig dabei, bei Bergabfahrten die
>> Einspritzung auf 0 zu fahren. Stattdessen gehen je nach Drehzahl auch
>> ohne gedrücktes Gaspedal bis zu 5l/100km durch (2. Gang steil bergab
>> bei 5000rpm).
>
> Woran erkennst du das? Hast du tatsächlich eine Anzeige, welche den
> Kraftstoffverbrauch /misst/? Oder lediglich das alltägliche
> Schätzinstrument, welches aus Unterdruck oder ähnlichen Kriterien eine
> Verbrauchstendenz ableiten möchte. Im Schiebebetrieb wird kein Fahrzeug,
> welches jünger als 30 Jahre ist, noch Kraftstoff einspritzen.

Man sieht das an der Verbrauchsanzeige und merkt es an der plötzlich
abnehmenden Motorbremsleistung. Es kommt oft vor, dass die Bergabfahrt
mit 0l/100km startet und nach 500m plötzlich doch wieder ein rein
drehzahlabhängiger Verbrauch angezeigt wird.

>> StartStopp hat im NEFZ richtig was gebracht und hilft im
>> Flottenverbrauch. In der Realität mag im Stadtverkehr ein bisschen was
>> zu holen sein, auf dem (bergigen) Land könnte man mit bugfreier
>> Software deutlich mehr an anderer Stelle sparen.
>
> Welche Bugs hat denn die Software?

s.o.


--
Michael

Heinrich Pfeifer

unread,
Dec 2, 2021, 8:43:34 AM12/2/21
to
Am 02.12.2021 um 09:59 schrieb Herbert Albrecht:
> Wer vor Ampel-Rot wartet, bekommt keine Hinweise, mit denen er die
> Standzeit 'planen' könnte. Für Fußgängerampeln gab es hier mal ein paar
> Ausnahmen; Ampeln mit einer Anzeige, wie viele Sekunden es noch rot
> bleiben würde. Fand ich praktisch, wurdem aber meistens inzwischen
> wieder abgebaut, warumauchimmer.

Eine Ampelanlage, die dynamisch auf das Verkehrsgeschehen reagiert, weiß
selbst nicht im Voraus, wann sie umschalten wird.

F. W.

unread,
Dec 2, 2021, 9:27:17 AM12/2/21
to
Am 01.12.2021 um 23:41 schrieb Stephan Gerlach:
> F. W. schrieb:
>> Am 29.11.2021 um 00:00 schrieb Stephan Gerlach:
>>
>>> Neulich hatte ich mit jemandem eine kurze Diskussion darüber, ab
>>> wieviel Sekunden Standzeit es "sich lohnt", bei einem
>>> (Verbrenner-)Auto den Motor abzuschalten.
>>
>> Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein-
>> und Ausschalten des Diesels der Elektronik.
>
> Geht bei meiner Kiste schlecht, da die überhaupt keine
> Start-/Stop-Automatik hat. Ich übernehme diesen Vorgang manuell :-) .
> So groß ist der Aufwand ohnehin nicht; zwei Drehs am Zündschlüssel
> genügen.
>
> Dabei fällt mir noch ein: Das Zündschloß könnte ein weiteres -
> zumindest theoretisches - Verschleißteil sein.
>

Ich hörte mal, dass Autos mit SSA einen stärkeren Anlasser eingebaut
haben. Daher mache ich das mit Autos ohne SSA ganz sicher nicht.

FW

Gerald Oppen

unread,
Dec 2, 2021, 12:39:36 PM12/2/21
to
Am 01.12.21 um 23:36 schrieb Stephan Gerlach:
> Wilhelm Ernst schrieb:
>> Am Mon, 29 Nov 2021 08:58:27 +0100hat "F. W." <m...@home.com> geäußert:
>>
>> snip
>>> Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
>>> Ausschalten des Diesels der Elektronik. Ich denke, man kann davon
>>> ausgehen, dass diese Zusammenstellung an Technik genau in der
>>> vorliegenden Form ausreichend getestet wurde.
>>>
>> Das ist sehr zu begrüßen, denn inzwischen ist der IQ mancher Fahrer so
>> tief degeneriert, dass sie selbst an Bahnübergängen den Motor laufen
>> lassen (§30 STVO), obwohl Stillstandzeit feststeht.
>
> Derartiges Verhalten zeigt: "Sprit ist zu billig."
>
> Wobei die Frage wäre, bei welchem Spritpreis diese Fahrer denn
> tatsächlich auf die Idee kommen würden, mal den Motor am Bahnübergang
> abzuschalten.

So eine undifferenzierte Aussage ist quatsch.
Wenn man in dieser Jahreszeit gerade erst (< 10min?) los gefahren ist
hat man u.u. gleich wieder das Problem mit
beschlagenden/vereisenden/zuschneienden Fenstern. Da kann man dann nicht
mehr von "unnötigen" Laufenlassen sprechen.
Egal was der Sprit kostet - ein Unfall durch eingeschränkte Sicht ist
wesentlich teuerer und unfreundlicher zur Umwelt.
Bei guter Witterung und 15minütiger Schließzeit ist es natürlich was
anderes.


Gerald

Gerald Oppen

unread,
Dec 2, 2021, 12:48:16 PM12/2/21
to
Am 02.12.21 um 15:27 schrieb F. W.:
> Ich hörte mal, dass Autos mit SSA einen stärkeren Anlasser eingebaut
> haben. Daher mache ich das mit Autos ohne SSA ganz sicher nicht.

Da ging es nicht nur um die Stärke, auch die Konstruktion.
Zumdindest teilweise wurden auch Lichtmaschinen/Anlasser-Kombis
entwickelt die immer mitlaufen - im Gegensatz zu den alten Anlassern die
nur zum Anlassvorgang mitliefen. Also so etwa der Unterschied
Felgen-/Nabendynamo.

Gerald

Gerald Oppen

unread,
Dec 2, 2021, 12:54:59 PM12/2/21
to
Am 02.12.21 um 10:57 schrieb Michael S.:

> Mein Auto braucht im Stand etwas weniger als 1l/h.
> Für 200€ Zusatzkosten müsste Start/Stopp über die Fahrzeuglebensdauer
> also Sprit für 200€ sparen, als etwas mehr als 100l.
> Startstopp müsste also mindestens 100h Motorleerlauf vermeiden. Das muss
> mir erstmal jemand zeigen.

Die Idee dabei ist ja auch Hotspots im Schadstoffausstoss zu vermeiden.
An einem Bahnübergang können da in der Summe schnell mal dreistellige
Minutenbeträge Motorlaufzeit pro Stunde zusammen kommen.

Gerald

Herbert Albrecht

unread,
Dec 3, 2021, 6:15:51 AM12/3/21
to
Ein Teil des Ampelsystems weiß es, schon um Fehlfunktionen (beide
Richtungen grün) auszuschließen. Von dort könnte man die Info an eine
Anzeigetafel weitergeben. So ist es hier wohl mit einigen
Fußgängerampeln gewesen.

Herbert

HC Ahlmann

unread,
Dec 3, 2021, 10:23:15 AM12/3/21
to
Zwar gibt es Abhängigkeiten der Phasen je nach Fahrtrichtung und einige
fixe Zeiten im Umlauf, aber die Dauer einer Grünphase kann
verkehrsabhängig variiert werden und ein Umlauf durch eine Bus- oder
Bahnanforderung auf einen alternativen Ablauf umgestellt werden – dann
ist die Restzeitanzeige nicht möglich.

LiSA von der StVb in Stenkelfeld:
"Ja, sehen Sie, natürlich zeigen wir in Stenkelfeld das Restrot an. Und
dank der verkehrsabhängigen Steuerung muss kein Fußgänger länger als 30
Sekunden auf grün warten."
Wischmeyer: "Und was ist bei starkem Autoverkehr?"
LiSA: "Auch dann zählt die Ampel von 30 runter, aber etwas langsamer,
denn wir wollen niemanden unter Druck setzen."
Wischmeyer: "Dann zählt sie bei wenig Verkehr nachts schneller?"
LiSA: "Warum das denn? "
--
Munterbleiben
HC

Stephan Gerlach

unread,
Dec 16, 2021, 5:29:41 PM12/16/21
to
Rupert Haselbeck schrieb:

> Angesichts der aktuellen Jahreszeit, aber natürlich auch bei
> sommerlichen Temperaturen wird der Motor zum Betrieb von Heizung bzw.
> Klimaanlage nötig sein.

"Nötig" ist relativ.
Wenn man den Motor abschaltet - und folglich nicht permament
"nachgeheizt" wird, wird es trotzdem nicht schlagartig kalt im
Innenraum. Das dauert eine ganze Weile.
Als die Klimaanlage in meiner Karre noch funktioniert hat (aktuell
defekt), lieft die AFAIR auch bei ausgeschaltetem Motor (evtl. mit
eingeschalteter Zündung) noch nach.

Stephan Gerlach

unread,
Dec 16, 2021, 5:34:10 PM12/16/21
to
Gerald Oppen schrieb:
Sicher gibt es Ausnahmefälle, in denen das Laufenlassen eine
überdenkenswerte Option ist.

Allerdings ist das wohl eher selten: Geschlossene Bahnschranke im Winter
kurze Zeit nach dem Start.

Selbst im Winter ist das Motor-Abschalten zumindest nach hinreichend
langer Fahrtdauer kein Problem, was die beschlagenden Scheiben betrifft.

> Bei guter Witterung und 15minütiger Schließzeit ist es natürlich was
> anderes.

Die (zugegebenermaßen wenigen) Fälle, in denen ich das zuletzt
beobachtet hatte, waren zumindest bei guter Witterung.

Stephan Gerlach

unread,
Dec 16, 2021, 5:47:04 PM12/16/21
to
Herbert Albrecht schrieb:
> Am 01.12.2021 um 23:48 schrieb Stephan Gerlach:
>> Frank Kemper schrieb:
>>
>>> Es gab mal vor vielen Jahren, als man an SSA noch nicht gedacht hat,
>>> einen
>>> Bericht des ADAC, wo empfohlen wurde, den Motor immer dann auszumachen,
>>> wenn die geplante Standzeit 20 Sekunden überschreitet.
>>
> Nur kann man die Startzeit oft nicht planen. Bei der Bahn gibt es
> formalisierte Betriebsabläufe. Wer öfter mal vor einer Schranke warten
> muß, sammelt Erfahrungen, mit denen er die Mindestwartezeit gut
> einschätzen kann.
>
> Wer vor Ampel-Rot wartet, bekommt keine Hinweise, mit denen er die
> Standzeit 'planen' könnte.
[...]

Bei bekannten Ampeln kann man das häufig "planen".

[...]
>> Wenn ich jetzt z.B. an 10 Ampeln abschalte und die jeweilige Wartezeit
>> nur 12 Sekunden beträgt (unter den empfohlenen 20 Sekunden), habe ich
>> trotzdem schon 2 Minuten "Fahrzeit" gespart.
>>
>> Das ist jetzt sicher nicht enorm viel; aber andererseits ist auch
>> nicht unbedingt offensichtlich, warum der Motor 2 Minuten laufen
>> "muß", ohne daß dabei gefahren wird.
>
> Dazu muß dein Auto aber immer sofort anspringen. Meine jetziges Autos
> kann das.

Selbst meine alte Karre kann das. Dürfte wesentlich mit der Batterie
zusammenhängen.

> Ich erinnere mich aber noch an welche, die bei
> kaltem/warmem/irgedwasdazwischen Motor schlecht ansprangen. Dann schlägt
> - abgesehen von möglichen Schäden am Motor - der
> Umwelt-Verbesserungseffekt schnell ins Gegenteil um.

Was genau sind denn die möglichen Schäden am Motor?
Gibt es Fälle, bei denen derartige Schäden mutmaßlich auf häufiges An-
und Abschalten zurückzuführen sind?

> Dazu kommt der zusätzliche Zeitbedarf beim Losfahren, um vorher den
> Motor zu starten. Schon im optimalen Verlauf sind das so um 2 sec, und
> die summieren sich in der Autoschlange auf.

Ich kann doch schon wieder starten, wenn z.B. das dritte Auto vor mir
losfährt. Dann starte ich "pünktlich".
Oder wenn ich selbst vorn bin, dann reicht es in der Regel, wenn man bei
Gelb startet (oder die Ampelschaltung sehr gut kennt und "weiß", wann
Grün kommt).

> Für mich (Großstadt,
> überfüllte Strassen) bedeutet das, weniger Autos passieren die Ampel in
> der Grünphase, mehrere müssen auf das nächste Grün warten.

Wenn man den Start-Vorgang "verschläft", ja.

> Besonders bei Fahrern, die keine optimal gewartete Start-Stop-Automatik
> haben sondern den Vorgang per Hand simulieren, kommt es erfahrungsgemäß
> immer wieder mal zu Situationen, in denen sie den rechtzeitigen Beginn
> des Vorganges verstolpern und schlimmstenfalls den Motor abwürgen, weil
> sie ihn zu früh belasten.

Das soll jetzt kein (Eigen-)Lob sein, aber das ist mir IIRC noch nie
passiert.

>> Ich hab' bei meiner Kiste halt noch nicht wirklich viel vom Verschleiß
>> irgendwelcher damit in Zusammenhang stehenden Bauteile bemerkt.
>
> Behälst du dein Auto bis zum Schluß?

Bei meinen bisherigen Autos: Ja.

> Nur, wer so lange fährt, dass er
> sein Auto auf dem Schrottplatz abgibt, weiß, warum er das getan hat.

Ein Exemplar habe ich durch Unfall verloren, das andere durch Verrostung.
Bei dem letzteren habe ich manuelles Start-/Stop praktiziert; am Schluß
waren sowohl Batterie als auch Anlasser noch intakt.

Daher ja auch die Frage, wie/ob insbesondere überhaupt die Gefahr
besteht, daß der Anlasser durch häufige Start-/Stop-Vorgänge besonders
zeitig den Geist aufgibt.

Stephan Gerlach

unread,
Dec 16, 2021, 5:51:52 PM12/16/21
to
F. W. schrieb:
> Am 01.12.2021 um 23:41 schrieb Stephan Gerlach:
>> F. W. schrieb:
>
>>> Ich fahre immer mit Start-/Stop-Automatik und überlasse das Ein- und
>>> Ausschalten des Diesels der Elektronik.
>>
>> Geht bei meiner Kiste schlecht, da die überhaupt keine
>> Start-/Stop-Automatik hat. Ich übernehme diesen Vorgang manuell :-) .
>> So groß ist der Aufwand ohnehin nicht; zwei Drehs am Zündschlüssel
>> genügen.
>>
>> Dabei fällt mir noch ein: Das Zündschloß könnte ein weiteres -
>> zumindest theoretisches - Verschleißteil sein.
>>
> Ich hörte mal, dass Autos mit SSA einen stärkeren Anlasser eingebaut
> haben. Daher mache ich das mit Autos ohne SSA ganz sicher nicht.

Weil du befürchtest, der Anlasser könnte kaputtgehen?

Zumindest aus eigener Erfahrung (und etwas Erfahrung des "jemand" aus
dem Originalposting) kann ich sagen, daß häufiges Start-/Stop dem
Anlasse nicht automatisch schaden muß.

Daher ja auch die (implizite) Frage, ob überhaupt Fälle bekannt sind,
daß der Anlasser durch häufige Start-/Stop-Vorgänge signifikant früher
kaputt gegangen ist.

Bisher stellt sich das mir nur als Theorie dar im Sinne von "der
Anlasser könnte(!) (wesentlich) schneller kaputtgehen".

Stephan Gerlach

unread,
Dec 16, 2021, 5:58:11 PM12/16/21
to
Michael S. schrieb:
> Am 02.12.2021 um 00:01 schrieb Stephan Gerlach:
>
>>> Hier auf dem Land bringt StartStop wenig und man kann sich leicht
>>> ausrechnen, wieviele Liter Sprit ich sparen muss, um den höheren
>>> Ersatzteilpreis zu erwirtschaften.
>>
>> Die Frage ist, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, daß Anlasser (oder
>> Teile davon) oder das Zündschloß überhaupt kaputtgehen.
> Eine 12V-Batterie hält in der Regel deutlich kürzer als das Auto, so
> dass in der Lebensdauer des Autos 2-5 neu Batterien gebraucht werden.
> Bei 100€ Differenzkosten zu einer billigen Bleisäurebatterie, würde man
> also 200-500€ Zusatzkosten über die Lebensdauer haben, die sich über
> einen geringeren Spritverbrauch amortisieren müssen.

Das ist mir jetzt nicht ganz klar. Du gehst hier offenbar davon aus, daß
man durch häufige Start-/Stop-Vorgänge 100€ Zusatzkosten pro Batterie hat?!
Bzw. daß man, wenn man sich für diese Fahrweise "entscheidet", extra
eine entsprechend teurere Batterie kauft.

Soweit hab' ich ehrlich gesagt beim Autobatterie-Kauf nie gedacht.
Aktuell ist glaube ich irgendeine Standard-Batterie von Banner(?)
verbaut; Preis weiß ich nicht mehr, aber es waren damals auf jeden Fall
unter 100€.

> Mein Auto braucht im Stand etwas weniger als 1l/h.
> Für 200€ Zusatzkosten müsste Start/Stopp über die Fahrzeuglebensdauer
> also Sprit für 200€ sparen, als etwas mehr als 100l.
> Startstopp müsste also mindestens 100h Motorleerlauf vermeiden.

Wenn deine Annahme mit den 100€ Differenzkosten pro Batterie stimmt.

Herbert Albrecht

unread,
Dec 17, 2021, 9:55:28 AM12/17/21
to
Am 16.12.2021 um 23:02 schrieb Stephan Gerlach:
> Herbert Albrecht schrieb:
>> Am 01.12.2021 um 23:48 schrieb Stephan Gerlach:
>>> Frank Kemper schrieb:
>>>
>>>> Es gab mal vor vielen Jahren, als man an SSA noch nicht gedacht hat,
>>>> einen
>>>> Bericht des ADAC, wo empfohlen wurde, den Motor immer dann auszumachen,
>>>> wenn die geplante Standzeit 20 Sekunden überschreitet.
>>>
>> Nur kann man die Startzeit oft nicht planen. Bei der Bahn gibt es
>> formalisierte Betriebsabläufe. Wer öfter mal vor einer Schranke warten
>> muß, sammelt Erfahrungen, mit denen er die Mindestwartezeit gut
>> einschätzen kann.
>>
>> Wer vor Ampel-Rot wartet, bekommt keine Hinweise, mit denen er die
>> Standzeit 'planen' könnte.
> [...]
>
> Bei bekannten Ampeln kann man das häufig "planen".

Bei primitiven Ampelschaltungen nach Schema F vielleicht. Wir haben hier
eine Zentralsteuerung, die versucht, auf verschiedene Parameter zu
reagieren. Mal mehr, mal weniger gut.
>
> [...]
>
>> Dazu kommt der zusätzliche Zeitbedarf beim Losfahren, um vorher den
>> Motor zu starten. Schon im optimalen Verlauf sind das so um 2 sec, und
>> die summieren sich in der Autoschlange auf.
>
> Ich kann doch schon wieder starten, wenn z.B. das dritte Auto vor mir
> losfährt. Dann starte ich "pünktlich".
> Oder wenn ich selbst vorn bin, dann reicht es in der Regel, wenn man bei
>  Gelb startet (oder die Ampelschaltung sehr gut kennt und "weiß", wann
> Grün kommt).

Wenn du das bemerkst. Ich sitze in einem Normal-Pkw und habe oft nur
eine große Blechwand vor mir und keine Ahnung, was davor passiert.
>
>> Für mich (Großstadt, überfüllte Strassen) bedeutet das, weniger Autos
>> passieren die Ampel in der Grünphase, mehrere müssen auf das nächste
>> Grün warten.
>
> Wenn man den Start-Vorgang "verschläft", ja.

Dazu braucht man nicht zu 'schlafen', ein Transporter/SUV in der
Schlange genügt.
>
>> Besonders bei Fahrern, die keine optimal gewartete
>> Start-Stop-Automatik haben sondern den Vorgang per Hand simulieren,
>> kommt es erfahrungsgemäß immer wieder mal zu Situationen, in denen sie
>> den rechtzeitigen Beginn des Vorganges verstolpern und
>> schlimmstenfalls den Motor abwürgen, weil sie ihn zu früh belasten.
>
> Das soll jetzt kein (Eigen-)Lob sein, aber das ist mir IIRC noch nie
> passiert.
>
>>> Ich hab' bei meiner Kiste halt noch nicht wirklich viel vom
>>> Verschleiß irgendwelcher damit in Zusammenhang stehenden Bauteile
>>> bemerkt.
>>
>> Behälst du dein Auto bis zum Schluß?
>
> Bei meinen bisherigen Autos: Ja.
>
>> Nur, wer so lange fährt, dass er sein Auto auf dem Schrottplatz
>> abgibt, weiß, warum er das getan hat.
>
> Ein Exemplar habe ich durch Unfall verloren, das andere durch Verrostung.
> Bei dem letzteren habe ich manuelles Start-/Stop praktiziert; am Schluß
> waren sowohl Batterie als auch Anlasser noch intakt.

Meine ersten 5-6 Autos mußten weg wegen Rost. Meistens habe ich sie für
ein paar Hunderter in Zahlung gegeben, keine Ahnung, was der Händler
damit machte.

Einen habe ich selbst auf den Schrott gefahren (hatte keine Chance beim
TÜV), bei dem war auch die Elektrik flau und ich war froh, dass der
Motor noch so weit lief. Wahrscheinlich hätte eine neue Batterie gereicht.

Herbert

Stephan Gerlach

unread,
Dec 17, 2021, 8:25:02 PM12/17/21
to
Herbert Albrecht schrieb:
> Am 16.12.2021 um 23:02 schrieb Stephan Gerlach:
>> Herbert Albrecht schrieb:
>>> Am 01.12.2021 um 23:48 schrieb Stephan Gerlach:
>>>> Frank Kemper schrieb:
>>>>
>>>>> Es gab mal vor vielen Jahren, als man an SSA noch nicht gedacht
>>>>> hat, einen
>>>>> Bericht des ADAC, wo empfohlen wurde, den Motor immer dann
>>>>> auszumachen,
>>>>> wenn die geplante Standzeit 20 Sekunden überschreitet.
>>>>
>>> Nur kann man die Startzeit oft nicht planen. Bei der Bahn gibt es
>>> formalisierte Betriebsabläufe. Wer öfter mal vor einer Schranke
>>> warten muß, sammelt Erfahrungen, mit denen er die Mindestwartezeit
>>> gut einschätzen kann.
>>>
>>> Wer vor Ampel-Rot wartet, bekommt keine Hinweise, mit denen er die
>>> Standzeit 'planen' könnte.
>> [...]
>>
>> Bei bekannten Ampeln kann man das häufig "planen".
>
> Bei primitiven Ampelschaltungen nach Schema F vielleicht.

Bei vielen Ampeln hier ist das tatsächlich möglich, vorherzusagen, was
die demnächst macht.
Selbst wenn die Reihenfolge der Ampel-Durchläufe sich kurzfristig
ändert, z.B. weil sich eine Straßenbahn Grün schaltet, so bleibt doch
die Dauer der Rot-Phasen auch an solchen "intelligenten" Ampeln idR
konstant.

> Wir haben hier
> eine Zentralsteuerung, die versucht, auf verschiedene Parameter zu
> reagieren. Mal mehr, mal weniger gut.

Wie "erfährt" die Zentralsteuerung von den Parametern; ich vermute als
Parameter sowas wie Anzahl der Autos auf der jeweiligen Strecke?

>> [...]
>>
>>> Dazu kommt der zusätzliche Zeitbedarf beim Losfahren, um vorher den
>>> Motor zu starten. Schon im optimalen Verlauf sind das so um 2 sec,
>>> und die summieren sich in der Autoschlange auf.
>>
>> Ich kann doch schon wieder starten, wenn z.B. das dritte Auto vor mir
>> losfährt. Dann starte ich "pünktlich".
>> Oder wenn ich selbst vorn bin, dann reicht es in der Regel, wenn man
>> bei Gelb startet (oder die Ampelschaltung sehr gut kennt und "weiß",
>> wann Grün kommt).
>
> Wenn du das bemerkst. Ich sitze in einem Normal-Pkw und habe oft nur
> eine große Blechwand vor mir und keine Ahnung, was davor passiert.

Mein Normal-PKW hier ist auch eher niedrig; trotzdem kann ich idR
relativ gut/rechtzeitig erkennen, wenn es weiter geht. Ausnahme ist,
wenn direkt vor meinem PKW ein großer LKW steht, der auch noch die Ampel
verdeckt. Allerdings beschleunigen diese LKWs idR nur schwach, so daß
selbst ein infolgedessen etwas verspäteter Startvorgang sich nicht
negativ auf das Vorwärtskommen auswirkt.

>>> Für mich (Großstadt, überfüllte Strassen) bedeutet das, weniger Autos
>>> passieren die Ampel in der Grünphase, mehrere müssen auf das nächste
>>> Grün warten.
>>
>> Wenn man den Start-Vorgang "verschläft", ja.
>
> Dazu braucht man nicht zu 'schlafen', ein Transporter/SUV in der
> Schlange genügt.

Weswegen die Ampel "unsichtbar" ist, meinst du? Hier sind die Ampeln idR
weit genug am Rand oder hoch genug, so daß man die trotzdem sieht.

Aber ich kann mir vorstellen, daß es tasächlich Situationen gibt, bei
denen man aufgrund Transporter/SUV voraus erst im letzten Moment
bemerkt, wenn es weitergeht.

[...]
>>> Behälst du dein Auto bis zum Schluß?
>>
>> Bei meinen bisherigen Autos: Ja.
>>
>>> Nur, wer so lange fährt, dass er sein Auto auf dem Schrottplatz
>>> abgibt, weiß, warum er das getan hat.
>>
>> Ein Exemplar habe ich durch Unfall verloren, das andere durch Verrostung.
>> Bei dem letzteren habe ich manuelles Start-/Stop praktiziert; am
>> Schluß waren sowohl Batterie als auch Anlasser noch intakt.
>
> Meine ersten 5-6 Autos mußten weg wegen Rost. Meistens habe ich sie für
> ein paar Hunderter in Zahlung gegeben, keine Ahnung, was der Händler
> damit machte.
>
> Einen habe ich selbst auf den Schrott gefahren (hatte keine Chance beim
> TÜV), bei dem war auch die Elektrik flau und ich war froh, dass der
> Motor noch so weit lief. Wahrscheinlich hätte eine neue Batterie gereicht.

Und der Anlasser war vermutlich jeweils noch intakt, nehme ich an :-) .

HC Ahlmann

unread,
Dec 18, 2021, 3:45:16 AM12/18/21
to
Herbert Albrecht <albre...@outlook.com> wrote:

> Wenn du das bemerkst. Ich sitze in einem Normal-Pkw und habe oft nur
> eine große Blechwand vor mir und keine Ahnung, was davor passiert.

Guck nicht auf die Blechwand, sondern auf das Umfeld.
--
Munterbleiben
HC

Michael S.

unread,
Dec 18, 2021, 10:30:39 AM12/18/21
to
Am 16.12.2021 um 23:13 schrieb Stephan Gerlach:
> Michael S. schrieb:
>> Am 02.12.2021 um 00:01 schrieb Stephan Gerlach:
>>
>>>> Hier auf dem Land bringt StartStop wenig und man kann sich leicht
>>>> ausrechnen, wieviele Liter Sprit ich sparen muss, um den höheren
>>>> Ersatzteilpreis zu erwirtschaften.
>>>
>>> Die Frage ist, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, daß Anlasser
>>> (oder Teile davon) oder das Zündschloß überhaupt kaputtgehen.
>> Eine 12V-Batterie hält in der Regel deutlich kürzer als das Auto, so
>> dass in der Lebensdauer des Autos 2-5 neu Batterien gebraucht werden.
>> Bei 100€ Differenzkosten zu einer billigen Bleisäurebatterie, würde
>> man also 200-500€ Zusatzkosten über die Lebensdauer haben, die sich
>> über einen geringeren Spritverbrauch amortisieren müssen.
>
> Das ist mir jetzt nicht ganz klar. Du gehst hier offenbar davon aus, daß
> man durch häufige Start-/Stop-Vorgänge 100€ Zusatzkosten pro Batterie hat?!

Nein. In meinem Auto ist eine teure große AGM-Batterie verbaut, statt
eine günstige klassische Blei-Säure-Batterie. Der Grund: Die kommt mit
Start/Stopp besser klar und taugt auch besser, um ein bisschen
Hybridisierung/Rekuperation über die Lichtmaschine zu machen.

> Bzw. daß man, wenn man sich für diese Fahrweise "entscheidet", extra
> eine entsprechend teurere Batterie kauft.

Das hat der Autohersteller für mich entschieden. Und nein, diese beiden
Typen sind nicht einfach gegeneinander austauschbar, weil da u.a. die
Ladeschlussspannung anders ist.
>
> Soweit hab' ich ehrlich gesagt beim Autobatterie-Kauf nie gedacht.
> Aktuell ist glaube ich irgendeine Standard-Batterie von Banner(?)
> verbaut; Preis weiß ich nicht mehr, aber es waren damals auf jeden Fall
> unter 100€.

Genau, die AGM lag 2016, als ich beim Autokauf mal recherchiert hatte,
bei über 200€ Kosten. Laut eBay gehts inzwischen bei knapp über 100€ los.
Trotzdem, ohne Start/Stopp und Mikrorekuperation, würde es bei diesem
Motörchen auch eine 35Ah-Batterie für 40€ tun.

Michael

Stephan Gerlach

unread,
Dec 18, 2021, 3:42:09 PM12/18/21
to
Michael S. schrieb:
D.h. der vorhandene Batterie-Typ ist bei deinem Auto quasi "vorgegeben".
Wenn ich richtig verstehe, "mußt" du diesen Batterie-Typ quasi nutzen;
ob du willst oder nicht. Insofern könntest du bei diesem Auto gar nicht
die andere Strategie "billige Batterie, aber kein Start-Stop nutzen"
preislich mit
"teure Batterie und Start-Stop nutzen"
vergleichen.

>> Soweit hab' ich ehrlich gesagt beim Autobatterie-Kauf nie gedacht.
>> Aktuell ist glaube ich irgendeine Standard-Batterie von Banner(?)
>> verbaut; Preis weiß ich nicht mehr, aber es waren damals auf jeden
>> Fall unter 100€.
>
> Genau, die AGM lag 2016, als ich beim Autokauf mal recherchiert hatte,
> bei über 200€ Kosten. Laut eBay gehts inzwischen bei knapp über 100€ los.
> Trotzdem, ohne Start/Stopp und Mikrorekuperation, würde es bei diesem
> Motörchen auch eine 35Ah-Batterie für 40€ tun.

Verstehe. Da bei meiner Karre Start-Stop gar nicht "vorgesehen" war und
ich das stattdessen bei Bedarf manuell durch Drehen des Zündschlüssels
ausführe, war da von Anfang an eine normale Standard-Batterie vorgesehen.
Die aktuelle Batterie ist eine 45Ah-12V-Batterie von Banner, Kaufdatum
29.12.2014.
Inwieweit jetzt die Lebensdauer dieser Batterie durch meine manuellen
Start-Stop-Vorgänge signifikant verringert wird bzw. wurde, kann ich
nicht beurteilen.

Aber 200€ bis 500€ Zusatzkosten (die du oben für deinen(?) Fall
angesetzt hast) über die gesamte Auto-Lebensdauer durch die
Start-Stop-Vorgänge sind hier aktuell eher nicht absehbar.

Marc Stibane

unread,
Jul 5, 2022, 10:42:26 AM7/5/22
to
Stephan Gerlach <mam9...@t-online.de> wrote:

> Wenn ich jetzt z.B. an 10 Ampeln abschalte und die jeweilige Wartezeit
> nur 12 Sekunden beträgt (unter den empfohlenen 20 Sekunden), habe ich
> trotzdem schon 2 Minuten "Fahrzeit" gespart.

Beim Anlassen wird nicht nur Batteriestrom verbraucht (der über die
Lichtmaschine nachgeladen werden muss), sondern auch mehr eingespritzt
als beim laufenden Motor. Ich habe öfter was von 7-10 Sekunden Laufzeit
entspricht 1mal Anlassen gelesen.


> Das ist jetzt sicher nicht enorm viel; aber andererseits ist auch nicht
> unbedingt offensichtlich, warum der Motor 2 Minuten laufen "muß", ohne
> daß dabei gefahren wird.

Je nach Modell sparst Du also nur 2 Sekunden Spritverbrauch pro Ampel,
hast aber den höheren Verschleiß.

In Polen gibt es bereits an vielen Ampeln eine Digitalanzeige die
anzeigt wie lange die Rotphase noch dauert. Wenn ich da fahre schalte
ich den Motor nur aus wenn mehr als 30 Sekunden angezeigt werden.

Mein Zweitaktroller springt innerhalb einer halben Sekunde an wenn er
warm ist. Und kuppeln braucht man auch nicht, macht die Variomatik. Den
schalte ich gerne (per Zündschlüssel) an Ampeln aus um blaue Abgaswolken
zu vermeiden, stelle dann den Gasgriff auf ca. ein Viertel offen, ziehe
die Vorderradbremse mit einem Finger leicht an und halte den Starter-
knopf gedrückt (alles mit der rechten Hand). Sobald Rot-Gelblicht kommt
drehe ich mit der linken Hand den Zündschlüssel wieder ein, der Motor
springt augenblicklich an weil der Starterknopf ja gedrückt gehalten
wird, dreht hoch weil 1/4 Gas, und der Roller fährt an weil die Bremse
vorne nur alibihaft gezogen ist (sonst geht der Starter nicht). Sobald
die Fuhre rollt lasse ich Starter und Bremse los und drehe den Gasgriff
voll auf.
De facto bin ich damit genausoschnell von der Ampel weg als wenn der
Motor im Leerlauf läuft und ich nur das Gas aufziehen müsste. Diese
mechanische (analoge) Drehung des Handgelenks bewirkt auch kein
schnelleres Hochdrehen aus Leerlaufdrehzahl als das (digitale)
Einschalten der Zündung trotzdem der Motor hier bei Null Drehzahl
startet, eben weil der Gasgriff bereits 1/4 geöffnet gehalten wird und
die Variomatik alleine einkuppelt sobald die Drehzahl hoch genug ist.

Das Ganze geht so schnell und einfach dass ich das an fast jeder roten
Ampel mache, wenn ich abschätzen kann dass ich mehr als 7 Sekunden
stehen werde.
Schade ist nur dass ich nicht bereits beim Ausrollen dutzende Meter vor
der Ampel ausschalten kann, weil die Variomatik halt auch erst unterhalb
einer sehr geringen Geschwindigkeit (ca. 5km/h) wieder auskuppelt. Da
der Roller keine Einspritzung sondern noch einen Vergaser hat, würde er
unverbranntes Gemisch in den Auspuff schieben wenn man einfach nur die
Zündung ausschaltet während der Motor weiter gedreht wird. Je nachdem
wie heiß der Auspuff ist gäbe das dann eine lustige Knallerei...

--
In a world without walls and fences,
who needs windows and gates?
0 new messages