Hallo Ralf,
Du schriebst am Sat, 2 Jan 2016 03:44:33 +0100:
[Akku"forschung"]
> > Ersetze "Sind" mit "wären" - es gibt keine Mittel dafür, sonst wären da
> > schon ganz andere Bauteile verfügbar. Batterieforschung ist immer noch
> > Alchimie, und sowas ist zeit-, material und mittelaufwendig. Mit den
> > theoretischen _Grundlagen_ der Akkufunktion hat sich bisher noch niemand
> > beschäftigt. Sowas gibt's bisher nur in der Materialforschung für
> > Stähle.
>
> Ich habe gleich drei promovierte Materialwissenschaftlerinnen im
> Bekanntenkreis. Zwei davon waren auch schon mit Batterieforschung
> betraut. Da gibt's überall auch Theoretiker dazu. Man muss sie nur
> finden. :-)
Und was theoretisieren die so zusammen? Arbeiten die mit Phasendiagrammen
und Mischungsdreiecken, oder mit Wellengleichungen und Bänderschemata?
D.h. machen sie phänomenologische Untersuchungen oder erarbeiten sie die
Eigenschaften aus den Grundprinzipien? In der Materialforschung wird schon
mit quantenmechanischen Berechnungen zur Entwicklung von Stählen mit
vorgegebenen Eigenschaften gearbeitet (MPI für Materialforschung oder so).
> Momentan, wo in DE aber die Zellproduktion gerade nicht gegriffen hat
Guter Witz - "nicht gegriffen hat". Wegen Desinteresses und fehlenden
Mitteln eingestellt. Aber man kann ja später, wenn die anderen was
brauchbares fertiggebracht haben, alles auf dem Weltmarkt kaufen. Dazu muß
man nur ein paar Milliarden Euros drucken...
> Und wenn's nicht für E-Autos ist: Batterien/Akkus braucht man an vielen
> Stellen. Überall wo Verbrennungsmotoren (egal wie klein und egal wie
> billig der Sprit ist) schlicht nicht akzeptabel sind.
Schade, daß mir die URL dafür verlorengegangen ist, da hatte Renault mal
ein recht nettes Reklame-Video. Vielleicht läßt sich's über den Titel noch
finden, die Datei heißt "Renault Electric Vehicles TV Ad.flv".
> >> Aber am Ende braucht's in einer Batterie ja nicht mehr Ladungsträger,
...
> > Es braucht _mehr_, um die spezifische Kapazität zu erhöhen, die ja den
> > potentiellen Nutzern bisher offenbar immer noch viel zu gering
> > erscheint.
>
> Weil sie dicke Karren erwarten: Je nach Typ 1200 bis 2200 kg E-Auto für
> 100 kg Mensch. :-) Da einfach mal paar Abstriche gemacht, schon klappt's
> auch mit der jetzigen Energiedichte.
Es geht hier ähnlich wie mit allen anderen Skalierungen: ab einem Grenzwert
wird die Geschichte inpraktikabel. Der Grenzwert begrenzt hier nach unten,
zu niedrigen Energie- (und Leistungs-) Dichten hin. Ist der Wert zu klein,
reicht auch der dickste Akku nicht mehr, weil er sich dann selber nicht
mehr transportieren kann. Da ist die Nutzlast schlicht irrelevant. Das
trifft auf Blei-Akkus noch zu, bei NiMH wäre die Speicherdichte schon ganz
passabel gewesen, aber die wurden patenttechnisch für solche Anwendungen
blockiert. Die Li-Ionen-Akkus sind noch eine Stufe besser, aber wie uns
hier ja immer wieder versichert wird, sind sie derzeit auch noch nicht
ausreichend, wenn auch vor allem aus Kostengründen.
> Ich würde die Grenzen der Akku-Technologie als Chance begreifen, dass
> das Verhältnis Leergewicht des Fahrzeugs zum Gewicht des transportierten
> Gutes mal wieder ein bisschen sinkt.
Das wäre unabhängig von den sonstigen Möglichkeiten allerdings schon länger
_sehr_ wünschenswert.
> >>> Fahrrad fahren! Fahrrad fahren ist die effizienteste Fortbewegungsart.
...
> Also wenn man die Nachfrage einbezieht, finde ich das Angebot durchaus
> vielfältig. Sobald man sich damit beschäftigt.
Also für "Fahrräder" mit Karosserie? Wo kann man die denn hierzulande
überhaupt, und wenn schon, dann zu einem vernünftigen Preis kaufen?
Das sind doch sogar im Land der Fietsen alles noch handgefertigte
Einzelstücke...
> Wenn ich immer horrend teuer lese und dann sehe, wie bei anderen
> Finanzierungsraten, Spritfüllungen und Autoreparaturen bezahlt werden,
> sind manchem wohl die Autokosten nicht so bewusst.
Abgesehen davon, daß ich eh einen Klein-, manche würden sagen Kleinst-,
Wagen fahre, ist bei einem _Fahrrad_ schon auch die Notwendigkeit zur
"Eigenleistung" zu berücksichtigen und die Praktikabilität für die zu
überbrückenden Entfernungen. Ich fahre sehr häufig Strecken im Bereich
30 bis 50km einfach, das ist mit einem Fahrrad schon grenzwertig vom
Zeitbedarf, nur als Freizeitbeschäftigung machbar.
> Und günstig werden Liegeräder/Sitzräder/CityEL und Co gebraucht oder
Erstere sind nicht allwettertauglich (meine Kunden muß ich auch bei Regen
und Schnee aufsuchen können), und letzteres... naja, konstruktiv noch
ziemlich verbesserungsfähig, würde ich mal sagen.
> reparaturbedürftig,
Ja, genau das.
[Video]
> Aber das für _Wasser_kisten? Wo Wasser doch aus dem Hahn kommt? Da hätte
> ich zumindest Bio-Apfelsaft vom Lohnmoster erwartet. :-) Und vorher die
> Äpfel mit dem Fahrrad hingebracht.
Ja, was weiß ich? Frag' ihn doch mal...
Vielleicht wohnt er ja in einer Gegend, wo das Leitungswasser nicht
trinkbar ist, das soll's ja geben. (Manchmal sogar in Deutschland.)
> Die Idee gefällt mir gut, das merk ich mir und kaufe mal ein paar
> Spanngurte, aber für Transportkisten. Das begrenzende Element, wer sowas
> öfter macht, sind Felgen/Speichen und die Fahrradbremsen. Das sollte
> dann nämlich auch auf Schwerlast gemacht sein.
Das fängt doch schon mit dem Gepäckträger an: 40kg nominelle Belastbarkeit,
über 65kg draufgeschnallt -> > 60% Überlastung. Wenn da eine Seite bricht,
dann ist das ein Einsatzfall für den Hubschrauber.
> Vier Wasserkisten auf nem Fahrrad ist aber Kinderkram gegen indische
> oder chinesische Ladekünstler. :-)
Die haben aber meistens lastenfähige Dreiräder.