Hallo Ralf,
Du schriebst am Tue, 24 May 2016 13:53:14 +0200:
> >>> Derselbe Zweitonner aus 100km/h abgebremst liefert
> >>> ca. 215Wh, und um das in "nur" 10s zu schaffen, sind ca. 77kW
> >>> abzuführen. Da wird die Motorleitung dann schon "knapp", und Bremsen
> >>> (-wollen) nur mit Rekuperation wird enorm anspruchsvoll.
> >>
> >> 100 km/h auf 0 in 10 Sekunden? Das ist schon eine recht starke
> >> Bremsung (-2,8 m/^2) auf gerade mal 140m Bremsweg (Landstraße mit 100
> >> km/h und
> >
> > Nanana, die Bremsen sollten schon mit dem Motor mithalten können - wenn
> > die Kiste von 0 auf 100km/h in < 5sec kommt, sollte das umgekehrt auch
> > gehen.
>
> Sollte wofür? Für die Notfälle ist das Bremsen wichtig. Aber nicht für
> den Regelbetrieb.
Leider kommen diese "Notfälle" im "Regelbetrieb" nicht ganz selten vor.
> Denn so hart beschleunigen ist nur an wenigen Stellen wirklich
Es ging nicht darum, wie die Geschwindigkeit zustande kam.
> praxistauglich und so hart bremsen auch nicht. Das Auto mag das können,
> aber wer das regelmäßig und im realen Verkehr macht, bekommt den
> Blechsalat, den du schon gepostet hattest.
Dann schon, früher oder später. Aber wer das nicht _kann_, der bekommt ihn
garantiert.
> 100 auf 0 in 5 Sekunden sind 5,6 m/s². Schon nur 5 m/s² sind der
Ich schrieb _10_ Sekunden, das ist nur die halbe Beschleunigung.
> Prüfwert aus der StVZO, was jedes Auto schaffen muss. Aber diese
Das ist allerdings nur die _Mindest_anforderung.
> Ja, die Bremsen müssen mithalten für Gefahren, aber nicht zwangsweise
> die Reku. Und für deinen genannten Fall oben kommt die Reku ja mit, wenn
Sicher _muß_ die Rekuperation das nicht können. Du darfst beliebig viel der
Energie "verschenken", bzw. in Wärme aufgehen lassen. Dann ist halt Dein
Verbrauch höher (als nötig).
> der Speicher dahinter damit klarkommt.
-> Superkondensatoren. Aber auch die Elektronik muß das können.
...
> Model S bin ich noch nicht gefahren.
Da bist Du in guter Gesellschaft.
[ADAC]
> Bremsgefühl, wenn man leicht bremst. Beim Tesla wird Bremsenergie
> zurückgewonnen, wenn man in den Schubbetrieb wechselt (Gas wegnehmen).
(Doofe Bemerkung bei 'nem Elektro-Auto, "Gas wegnehmen". Geht doch
garnicht.)
> Die Rekuperation beträgt dann bis zu 60 kW, was einer Verzögerung von
> ca. 3 m/s² entspricht. Besonders am Anfang erfordert die starke
Da sind die 3m/s², und das für den _"Regelbetrieb"_.
> Ich kenn das aus dem i3. Wer da nur das Gaspedal komplett loslässt, hat
> schon eine sehr deutliche Bremsung, sodass graduelles Loslassen des
Kenn' ich auch - ich bin ja auch schon ein paar solche Kisten gefahren
(aber auch noch keinen i3). Das ist meiner Meinung eine sehr angenehme
Sache - man kann fast ohne Bremsbetätigung fahren und hat das Fahrzeug sehr
gut "im Griff".
> > < 50m Anhalteweg aus
...
> Das ist aber die Gefahrenbremsung, wo allen Insassen das Mittagessen
> wieder hochkommt, sie in den Gurten hängen und ihnen der Schweiß auf der
Ahwa. Die von Dir geschilderten physiologischen Effekte sind bei solchen
Aktionen mit Sicherheit nicht gegeben, außer vielleicht der Schweiß -
aber da gibt's viele Situationen, wo die Bremse garnicht betrieligt ist.
Gut, mag nicht überall so sein, aber hierherum in der Gegend gibt's genug
Autofahrer (Mofafahrer sowieso), die sowas als ganz normal anzusehen
scheinen.
["belohnen" sanfteren Bremsens u.ä.]
> > Jajaja, was für Spielkinder und Künstler, Quatsch im Quadrat, der nur
...
> Ist dein Pessimismus noch normal oder schon depressiv?
_Ich_ schätze den als realistisch ein, weil immer wieder bestätigt. Aber
Du darfst das durchaus anders sehen. (Wenn auch "depressiv" hier eher
unpassend ist.)
> Ich finde, in einer Welt, wo der Fahrer selbst soviel in der Hand hat
> über effizientes Fahren, dieses Feedback schon begrüßenswert, damit er
> sich dessen überhaupt bewusst wird. Und wer den "Spielkram" nicht mag,
Wenn er sich dessen nicht bewußt ist, braucht er's auch nicht.
> kann ihn abstellen. Die Darstellung ist halt vereinfacht aus großen
> Zahlenmengen, die der Fahrer in der Zeit nur schwer erfassen könnte.
So groß sind "die Zahlenmengen" garnicht - ein einziger Wert reicht aus.
Es gibt auch andere Darstellungsmethoden, die aussagekräftiger sind und
trotzdem weniger ablenken. Die lustigen ganzen und halben Autochen, die
z.B. "mein" Prius damals für die rekuperierte Energie angezeigt hat, waren
auch alles andere als übersichtlich. Brauchbar war da allenfalls der
wenigstens auch angegebene Wert in Wh. Viel Bildschirmfläche nutzlos
vertan. Aber das war wahrscheinlich sogar Absicht. (Auch wenn Du das jetzt
wieder als abwertend ansiehst. Mir kommt das zunehmend so vor, daß das nur
Absicht sein kann.)
> >> oder BEVs mit Batterie, groß genug für nennenswerte Reku-Leistung:
> >
> > sind dann eigentlich alle, die so auf dem Markt sind.
>
> Eben. Aber die sind schwer.
Sie sind halt den gängigen Autokonstruktionen nachgemacht.
> Eben. Aber die sind schwer. Riversimple baut was deutlich leichteres.
Sie versuchen, mit ihrer Brennstoffzelle das Gewicht niedrig zu halten.
> Etwas was in Richtung Twike geht. Ein BEV wäre trotzdem auch für die
Naja, der Abstand zum Twike ist schon ganz schön groß. Zumindest haben sie
keine Fahrradpedale vorgesehen...
> Ich würde sagen, für alle Fahrzeuge (egal ob Fahrrad, Motorrad, Autos in
> ihrer ganzen Bandbreite, Züge) sind anhaltende, deutliche Gefälle oder
> Steigungen Bedingungen, wo ein Fahrer für diese Bedingungen ein
> geeignetes Fahrverhalten braucht; und wo die Konstruktion sich Gedanken
Inzwischen kommen die _Fahrzeuge_ schon ganz gut damit klar. Früher gab's
deswegen öfters mal spektakuläre Unfälle, heute eher nicht mehr. Da hat
natürlich auch die Verkehrsregeleung (Beschilderung, Begrenzungen) einen
deutlichen Anteil. Wenn sich mal wieder ein paar Motorradfahrer nicht daran
halten, sind die Ergebnisse immer gleich in der Zeitung zu lesen.
> machen muss. Denn ja: die Spitzen steigen. Berghoch werden für gleiches
> Tempo deutlich größere Leistungen benötigt, bergrunter wird mehr Energie
> frei, als man braucht. Einen gewissen Bereich können normale Fahrzeuge
> dabei noch abdecken, ab einer gewissen Schwelle lohnen sich da
> Spezialfahrzeuge.
_Spezialfahrzeuge_ lohnen sich erst, wenn's abseits der regulären Straßen
geht. Normal straßentaugliche Autos müssen auch mit normalen Bergstraßen
zurecht kommen, die schließlich für _genau solche_ Autos geplant und gebaut
wurden. Sonst wäre das ja ein schlechter Witz.
> > Und das macht sich halt bei den "moderaten" Auslegungen der Hybrid-Autos
> > besonders ungünstig.
>
> Auch dieses Thema finde ich komplexer als diesen einen gehaltlosen Satz.
Sicher ist das ein komplexes Thema - aber nicht das "warum", sondern erst
das "wie". Das "warum" ist einfach darin begründet, daß die Autos eben mit
den Straßen zurechtkommen müssen, die für sie gebaut wurden, weil die so
gebaut wurden, daß normale Autos mit den Straßen zurecht kommen.