Nicht alles der Preissteigerungen. Denn nimmt man die Hardware-Sachen
für die neuen Pflichtausstattungen dann sind das maximal so 500-1000
EUR, je nachdem wie es der Hersteller realisiert und wie man rechnet.
Ein bedeutender Teil der Preissteigerungen kommt aus anderen Gründen.
Und BTW: in EG Fahrzeugklasse L7e (anstatt M1) gibt es noch sehr viel
regulatorische Freiheit. Wer sich als Fahrzeughersteller also austoben
will: dort ist Platz für fast jeden Schabernack. Bis 15 kW kann man da
als Dauerleistung vom E-Motor reinpacken und ca. 500-600 kg drumrumbauen.
Das reiche Deutschland nimmt den L7e-Markt aber fast nicht ernst. Weder
von Hersteller- noch von Kundenseite.
> Gab es nicht von
> mehreren Herstellern Ankündigungen, deshalb künftig keine Kleinwagen
> mehr bauen zu wollen?
Die können ja alle möglichen Gründe angeben.
Und ja: mehrere Hersteller wollen aus Kleinstwagen und Kleinwagen auf
dem EU-Markt rausgehen. Das können sie ja für sich entscheiden. Aber
nicht wegen der EU-Vorgaben. Sondern weil sie anders Geld verdienen
wollen: mehr pro Fahrzeug, selbst bei weniger verkauften Autos.
Es wird sich dann eine Marktlücke öffnen (z.B. bei Kleinst- und
Kleinwagen), in die andere Hersteller ggf. wieder reingehen.
> Weil es bei diesem Test nach Preis geht werden zwei Kategorien
> verglichen.
Jepp, stimmt.
> Panda und Space Star sehe ich als Kleinstwagen, C3 und
> Sandero als Kleinwagen. Kein Wunder, dass letztere besser weg kommen.
Das ordnet der ADAC fast genau so ein.
Fiat Panda als Kleinstwagen.
Citroen C3 und Dacia Sandero als Kleinwagen.
Aber sie sehen den Mitsubishi Space Star auch als Kleinwagen.
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/marken-modelle/mitsubishi/space-star/2generation-facelift-2/322890/#technische-daten
=> Fahrzeugklasse Kleinwagen (z.B. Polo)
> Wie die Autos wirklich verkauft werden ist dann nochmal eine andere
> Sache, besonders bei Firmenkunden.
Jepp, stimmt.
> Habe mal mitgekriegt, dass ein neu
> gegründete Pflegedienst Fahrzeuge von Toyota hatte.
Günstige Aygo und jetzt seit einiger Zeit: Aygo X. Eventuell auch Yaris
Hybrid, die sich gerade in der Stadt echt gut fahren (Automatik,
Elektro-Fahranteil, Sorglosigkeit ohne Laden, niedriger Verbrauch,
Verbrauch bleibt im Rahmen).
> Man würde ja eher
> erwarten, dass Peugeot oder Fiat da das Rennen macht.
Hier gibt es da alles mögliche: Kia Picanto und Hyundai i10, Toyota
Aygo, Fiat 500, VW Up, bisweilen Smart Fortwo. Mal noch die Verbrenner,
mal schon die BEV.
Auch Polo, Corsa, Fiesta, i20 habe ich da schon gesehen. Die große
Markentreue scheint es da nicht zu geben. An sich wollte der e.go life
ja dort rein (Pflegebranche), aber wurde nix.
> Der Gründer hat mir erklärt, dass die einfach das beste Angebot gemacht
> hatten. Da würden auch Überlegungen zur Zulassungsstatistik mit rein
> spielen.
Sowie Überlegungen zur Attraktivität bei den Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern des Pflegedienstes. Und da sind 3,70 m Länge (Aygo X) ggf.
attraktiver als 4,09 m (Sandero). Wenn es um den Job geht. Mit
Privatnutzung (und z.B. 2 Kindern) kann es ggf. zum Sandero wechseln.
Oder gleich einem höherwertigen Modell in der Kleinwagen- oder
Kompaktklasse.
Sieht man, wie sich die Pflegebranche entwickelt, dann ist da ja eine
Abkehr von niedrigen Löhnen und Steigerungen deutlich über der
Inflation. Man kann vermutlich erwarten, dass reine Dienstwagen da
irgendwie klein und parkfreundlich bleiben werden. Aber solche mit
Privatnutzung schon in Richtung BEV-Kleinwagen und dann
BEV-Kompaktklasse gehen könnten. Also Volumen für id.3, Corsa-e, 208e,
Kona und Co. Und dann Astra e, 308e, und so weiter.
Für die Unternehmen sind die 100-200 EUR Differenz in der Leasingrate im
Monat dann Peanuts, wenn sie die Arbeitskräfte zu schon enormen
Stundenpreisen an die pflegebedürftigen Kunden vermitteln.
Grüße, Ralf