Nun wollen wir uns einige Objekte einfach einmal anschauen und mit den
Besitzern/Pächtern unterhalten. Wir zweifeln jedoch jetzt schon an den
Aussagen der Damen und Herren die wir da antreffen werden. Wenn ein solches
Geschäft doch so lukrativ
ist, wieso wird es dann verkauft? In vielen Anzeigen steht meist: "Verkauf
aus familieren/persönlichen Gründen". Wie dem auch sei, wer kann uns hier
eine Hilfestellung mit eigenen Erfahrungen geben?
In welchem Verhältnis stehen die Ablösesummen zur Lukrativität; oder wird
hier nur der Warenbestand + Kundenstamm verkauft?
Wie hoch besteuert das FA die Erlöse aus solchen Geschäften?
Wie können wir Banken überzeugen, wenn wir kein Eigenkapital einbringen
können?
Würde uns sehr freuen, wenn wir über diese Newsgroup etwas aus erster Hand
erfahren könnten.
Gruß
Frank
Kenne Kioske, die machen im Monat 300 tsd netto(!) Kenne auch welche,
die schaffen nicht mal 3.000,-
Regards, Peter
Frank Piekarski schrieb in Nachricht
ich habe vor rund einem Jahr einen Artikel in den Ruhrnachrichten über
eine Kette von Kiosken gelesen. Demnach gibt es in der Branche auch
schwarze Schafe, die Ihren Pächtern Verträge auf's Auge drücken, die sie
dazu Verpflichten ihre Waren bei bestimmten Großhändlern einzukaufen.
Diese haben in der Regel relativ hohe Einkaufspreise. Die Pächter haben
dann oft das Nachsehen. Wenn es dem hier angesprochenen Kiosk um einen
Kauf geht, kann die Sache schon wieder anders aussehen.
Grüße von Jörg,
der sich ein Leben ohne Bude umme Ecke nicht vorstellen kann.
--
Joerg Levermann |TexTeam Redaktionsbuero: http://www.gawl.de/TexTeam
Biologe |Natur & Haus: http://www.gawl.de/N+H
& |
Journalist |mailto:Tex...@gawl.de
>Meine Frau und ich denken seit einiger Zeit an eine Existenzgründung mit der
>Übernahme eines Kiosk.
>Nun fragen wir uns, ob ein Kiosk für eine Existenz ausreicht. Einige
>Anzeigen in den Tageszeitungen sprechen gar über einen Umsatz von 1,3Mio
>p.A..
snip
Vielleicht ist es eine gute Idee, bei einem Kiosk, der ernsthaft in
Betracht kommt, mal einen Tag unauffällig die Kunden zu zählen.
Gruß
L. Boden
wie schon mehrmals erwähnt, ist die Lage eines Kiosk und die
Wettbewerbssituation sehr
wichtig.
Der Garant für einen Erfolg wäre zusätzlich eine Lottoannahmestelle im
Kiosk.
Last Euch die Bilanzen oder Einnahme-Überschußrechnung der letzten Jahre
zeigen,
sehen diese einigermaßen gut aus, lassen sich die Banken überzeugen.
Werden Euch diese Unterlagen nicht gezeigt,...... dann ist Gefahr im Verzug
!
Ich hoffe, mit diesen Angaben gedient zu haben
und viel Glück bei der Übernahme
Gruß
Volker Baldauf
Jaja, Papier ist geduldig.
In einer der 169 U-Bahn-Stationen in Berlin (Walther-Schreiber-Platz)
wechselt der Besitzer regelmäßig.
Man könnte annehmen daß man in U-Bahn-Stationen viel Laufkundschaft hat.
Man hat bei dem besagten Geschäft zwar auch viele Menschen, die dran
vorbei laufen (und eben meist nur VORBEI laufen), aber selten jemand,
der dort auch einkauft.
Das liegt an der ungünstigen Lage, die architektonisch vorgegeben ist.
Das Geschäft liegt direkt neben dem Eingang, man sieht es aber erst
wenn man schon fast dran vorbei gelaufen ist.....
In dem Geschäft waren schon mehrere Zeitungskioske, mehrere Obstgeschäfte
und was weiß ich, was noch alles kommen wird und schon da war.
Jedesmal, wenn ich dran vorbei ging, dachte ich: Ach, hier hättest Du ja
auch mal einkaufen können und ich ging vorbei. Bevor sich ein neues
Geschäft bei den (potentiellen) Kunden einprägt, ist dem Inhaber
oft die Geldreserve ausgegangen.
Es sind oftmals nur Feinheiten, die über den Erfolg entscheiden. Bei jenem
Geschäft, das man ja in optimaler Lage vermutet, weil dort tausende
von Menschen jeden Tag entlang gehen, sind aber mehrere Sachen unbe-
rücksichtigt geblieben.
Einmal eben, die schlechte optische Lage; wie bereits erwähnt, sieht man
das Geschäft nicht gleich, wenn man die Treppen herunter kommt (ein anderes
Geschäft, ein Spätkauf, ohnehin sinnvoller in einer U-Bahn, liegt da
optisch besser: Man sieht es von den beiden Eingängen her und wenn man
aus der U-Bahn kommt und die (Roll-)Treppen hoch kommt sieht man es
auch).
Ein anderer Punkt ist: Wenn Leute mit der U-Bahn fahren, sind sie
in den meisten Fällen nicht auf längere Einkäufe vorbereitet. Die
Obstläden haben/hatten es da besonders schwer.
Dann war da noch der Punkt, daß sich ein neues Geschäft erst einmal
im Gedächtnis verankern muß. Das bedeutet also auch einen langen Atem.
Weiterhin: Welche besonderen Gründe gibt es dafür, ausgerechnet in
dieses Geschäft zu gehen? "Meine Zeitungen/mein Obst kann ich auch
woanders holen, dort, wo ich sie immer hole...", das sagen sich dann
sicherlich die meisten Leute. Gibt's in dem Geschäft besondere Dinge?
Oder alles sehr viel preiswerter (beim Kiosk hat man in dem Punkt schonmal
Probleme). Oder gibt's dort einen besonderen Service?
(Beachten in dem Falle: Wenig Zeit für Einkäufe....)
(Unten direkt dort wo die U-Bahn fährt, gibt es auch einen kiosk, der
hat die eindeutig bessere Lage.... und existiert schon sehr lange.
Man kann dann auch spontan entscheiden, kauft man etwas, oder steigt man in die U-Bahn; das geht z.B. bei dem anderen Geschäft nicht, da verpaßt man u.U.
den gerade einrollenden Zug.)
Man muß noch eine Menge weiterer Dinge beachten, aber eben auf
die Feinheiten kommt es an. Die Menge der Leute, die täglich dort
verkehrt sagt alleine GARNICHTS aus. Was den besagten Kiosk in
der U-Bahn angeht:
Ich hatte mich sehr gefreut, daß dort ein Kiosk aufgemacht hatte, aber
ich war dort auch nur einmal einkaufen. Ich hatte kaum Zeit zu
registrieren, daß dort ein neues Geschäft aufgemacht hat, da war es
wieder weg.
Das ist hier in Berlin vielleicht ein spezielles Problem, denn es ist
hier sehr hektisch. Man muß also auch den Lebensstil der Menschen
berücksichtigen. Obendrein sind rings um den besagten U-Bahnhof sowieso
Geschäfte ohne Ende. Auch "da draußen" hat letztens erst ein Kiosk
dicht gemacht.
Ich kann Euch also nur dringend empfehlen, Euch am Standort des Kiosk
mal etwas länger aufzuhalten. Setzt Euch dort in ein Cafe und beobachtet
mal, wie das Leben dort so verläuft. Ist dort überhaupt Bedarf an einem
Kiosk? Wie ist die Lage.... (bitte die Details beachten, s.o.).
Dann fragt einfach mal ein paar Passanten, ob sie Interesse an einem
Kiosk hätten. Oder fragt mal Leute, ob sie wüßten, wo denn hier ein
Kiosk in der Nähe ist. Vielleicht kommt als Antwort: "Ja, da vorne ist
ein Kiosk..." und evtl. einen Kommentar, ob der Kiosk gut/schlecht liegt,
fragt mal, _OB DIE LEUTE DORT AUCH EINKAUFEN_ gehen (nicht nur, ob sie
es begrüßen würden, wenn der Laden weitergeführt wird bzw. Neu eröffnet).
Evtl. wird man Euch auch sagen, daß dort alle Nase lang ein neuer
Inhaber drin ist => Dann die Finger davon lassen.
Das schlimmste wär' wohl, wenn niemand weiß, wo dort in der Nähe ein
Kiosk ist, obwohl man fast davor steht. Das würde bedeuten, daß er
den Leuten einfach nicht auffällt und dann würde dort auch niemand
einkaufen.
So, das klang jetzt alles recht düster; vielleicht ist's bei Euerm
Lieblingsobjekt ja alles anders. Vielleicht waren die Hinweise aber
hilfreich....
Tschüß,
Oliver
>Meine Frau und ich denken seit einiger Zeit an eine Existenzgründung mit der
>Übernahme eines Kiosk.
>Nun fragen wir uns, ob ein Kiosk für eine Existenz ausreicht. Einige
>Anzeigen in den Tageszeitungen sprechen gar über einen Umsatz von 1,3Mio
>p.A..
Hallo,
also bis auf Volkers Antwort war mir das bis hierhin alles noch etwas
zu *labberig* für eine fundierte Entscheidungsfindung.
Zuerst müßt Ihr ja mal einen *zu verkaufenden* Kiosk finden.
Habt Ihr was gefunden, dann sprecht mit den Besitzern über ihre
Verkaufsmotive.
Kommt ihr Euch näher, dann brauchst Du die letzten drei Bilanzen und
möglichst die BWA der letzten Monate. Damit machst Du dann eine
Unternehmensbewertung. (Wie das geht als PM) Danach entscheidet Ihr
Euch, ob es Euer Kiosk werden soll.
Paßt ein wenig auf, sollte es nicht möglich sein Euch diese Unterlagen
zu geben. Hat der Vorbesitzer häufig gewechselt ist das ein
ernstzunehmendes Alarmzeichen.
Gruß
Edgar vorm Huy
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