wie geht es eigentlich i.d.R. vonstatten , wenn eine
Produktidee vermarktet werden soll .
Wer z.B. baut Musterprodukte oder Nullserien ?
Wer vermittelt Firmen im In, -und Ausland, die Produkte
herstellen ?
Wie kann man den Vertrieb managen ?
Wo gibt`s hierzu Infos im WWW ?
Vielen Dank,
Herbert.
Lieber Herbert,
trage doch mal bitte deinen vollen Namen in deinem Newsreader ein.
> wie geht es eigentlich i.d.R. vonstatten , wenn eine
> Produktidee vermarktet werden soll .
Das hängt i. d. R. mit dem Produkt bzw. der Branche zusammen, um das (die)
es geht.
> Wer z.B. baut Musterprodukte oder Nullserien ?
Auch das ist abhängig vom jeweiligen Produkt.
> Wer vermittelt Firmen im In, -und Ausland, die Produkte
> herstellen ?
Das ist wiederum stark branchenspezifisch.
> Wie kann man den Vertrieb managen ?
Das hängt wohl davon ab, um was für ein Produkt und welche Branche es sich
handelt.
> Wo gibt`s hierzu Infos im WWW ?
Nun, es gibt das sehr viel, je nach Branche, in der deine Produktidee
angesiedelt ist.
Ich denke, jetzt hast du schon die bestmöglichen Informationen, die man dir
aufgrund deiner Fragestellung geben kann. Wenn du mehr wissen willst, dann
frag doch noch einmal etwas zielgerichteter. Eine Idee hast du doch schon,
oder? Du solltest dir allerdings überlegen, ob es eine gute Ausgangsposition
zur erfolgreichen Vermarktung eines Produktes ist,
a) keine Ahnung von dessen Entwicklung, Musterung und Produktion und
b) keine Vorstellung von der Vermarktung, also vermutlich auch nicht von der
entsprechenden Branche und dem dort vorhandenen tatsächlichen Bedarf für
dein Produkt
zu haben. Mit einer Idee ist es meistens nicht getan. Ich gehe mal davon
aus, dass du bereits die üblichen Recherchen durchgeführt hast, ob die Idee
nicht schon jemand vor dir hatte, ob ggf. Schutzrechte auf der Idee liegen
und ob sie eventuell bereits von anderer Seite vermarktet wird.
Jens,
der darunter leidet, pro Woche vier bis sechs "tolle Ideen" auf den
Schreibtisch zu bekommen, die deren "Erfinder" häufig viel Geld kosten, wenn
sie die Erfolgschancen ihrer Idee nicht realistisch betrachten.
danke erstmal , hast mich _noch_ nachdenklicher gemacht ;-)
Dachte, vielleicht kann man anhand eines Fallbeispiels mal grob
nachvollziehen, wo`s langeht und sich ein Konzept skizzieren ?
Schließlich muss doch alles nach einen prinzipiell ähnlichen
Muster ablaufen , oder ?
Wie z.B. wäre ein einfaches Holzspielzeug auf den Markt zu bringen,
dessen Funktionen festgelegt sind, jedoch noch kein Muster existiert ?
Gibt`s da nicht irgendeinen Ratgeber ,der sich NICHT zu 95% mit
Paragraphen auseinandersetzt , sondern einfach anhand von einfachen
Beispielen eine Orientierung für "naive" Laien gibt ?
Gruß,
Herbert Nachtigall.
1. Muster im Keller selber bauen. Notfalls Säge und Bohrmaschine dazu im
Baumarkt erwerben.
2. Ersten Businessplan (grobes Raster) aufstellen.
3. KK-Analyse: Gibt's das Produkt (oder ein ähnliches) schon? Sind bereits
ähnliche Schutzrechte angemeldet?
4. Schutz der Idee: Geschmacksmuster, Gebrauchsmuster, Patent, je nach
Schutzfähigkeit.
5. Überlegen, ob eine Eigenvermarktung (eigene Herstellung und eigener
Vertrieb), eine Lizenzierung (oder ein Verkauf der Rechte) an ein
etabliertes Spielwarenunternehmen mit vernünftigem Vertriebszugriff oder
eine Kooperationsform der richtige Weg ist.
6. Je nach Entscheidung zu 5.:
- Angebote für Produktion einholen Produktion anleiern ("Kurzurlaub" in
Breslau, Kontakt zur GDW oder JVAn)
- Ersten detaillierteren Marketingplan erstellen.
- Vertriebswege sichern: Handelsvertreter akquirieren, Listungsgespräche mit
dem Handel (Listungsgebühren beim Businessplan nicht vergessen)
- Werbekampagne parallel dazu anfahren: Keiner listet dein Produkt, wenn es
"einfach nur plötzlich da ist"
- Lizenzvertrag / Vertrag über die Übertragung der Urhebernebenrechte
schließen
7. Was gemerkt? Bisher ist noch kein Produkt im Markt. Aber du bist schon
mal (Listungen weggelassen) einige -zig oder -hunderttausend Mark los.
8. Also: Wie viele Produkte sind's bis Break Even? Was, wenn der Markt das
Produkt nicht annimmt?
> Gibt`s da nicht irgendeinen Ratgeber ,der sich NICHT zu 95% mit
> Paragraphen auseinandersetzt , sondern einfach anhand von einfachen
> Beispielen eine Orientierung für "naive" Laien gibt ?
Da tut's nicht ein Ratgeber, sondern einige verschiedene. Hier eine grobe
Vorauswahl:
Rolf Au, Reinhold Baumgarten, Rolf Heeg: Fachwissen Holztechnik
Handwerk u. T., Hbg.; ISBN: 3582034038
Preis: DM 82,00
Dick Burrows: Grundlagen der Holzbearbeitung
Paul Haupt, Bern; ISBN: 3258049815
Preis: DM 54,00
Kapfer, Oettinger: Holztechnik, Konstruktion und Arbeitsplanung
Kieser Vlg., Neusäß; ISBN: 3824208334
Preis: DM 36,90
Karin Böll: Merchandising und Licensing. Grundlagen, Beispiele, Management
Vahlen, Mchn.; ISBN: 380062348X
Preis: DM 87,00
Klaus Barth: Betriebswirtschaftslehre des Handels
Th. Gabler, Wiesb.; ISBN: 3409433260
Preis: DM 98,00
Gerhard Ziegler, Horst L. Büttner: Geheimnisse des erfolgreichen
Vertriebsaufbaus
FFF-Verlag, Idstein; ISBN: 3932474007
Preis: DM 78,00
Karin Stötter: Das Recht der Handelsvertreter. Vertrag, Provision,
Wettbewerbsverbot.
Beck-DTV, München; ISBN: 3423052104
Preis: DM 21,50
Hans-Georg Lettau: Grundwissen Marketing
Heyne, Mchn.; ISBN: 3453030230
Preis: DM 16,90
Helmut Haberstumpf: Handbuch des Urheberrechts
Luchterhand Fachb., N.; ISBN: 3472026766
Preis: DM 98,00
Und dann natürlich unbedingt noch:
- einen guten Anwalt, der Ahnung vom Patent- und Urheberrecht hat (oder eben
zwei)
- einen guten Steuerberater
- einen guten fachlichen Berater (Angebot erstelle ich dir gern :-)
- ein fettes finanzielles Polster
- genügend Zeit
- eine Familie, die das auch alles erträgt (entfällt bei Singles)
Viel Spaß und Erfolg wünscht
Jens
PS: Dein Nachname im Absenderfeld fehlt immer noch.
>Wie z.B. wäre ein einfaches Holzspielzeug auf den Markt zu bringen,
>dessen Funktionen festgelegt sind, jedoch noch kein Muster existiert ?
>Gibt`s da nicht irgendeinen Ratgeber ,der sich NICHT zu 95% mit
>Paragraphen auseinandersetzt , sondern einfach anhand von einfachen
>Beispielen eine Orientierung für "naive" Laien gibt ?
Du suchst ein schnelles, kleines, feines, immer
funktionierendes, grundsätzlich erfolgreiches Kochrezept,
bei dem man nur noch den Input ändert, alle Probleme, die
gesamte Informationsbeschaffung und -analyse und
Aufbereitung haben schon andere kostenlos gelöst, :-(( -
Das ist das Gegenteil von:
Ich will lernen.
Ich will ein Problem analysieren.
Ich suche nach Informationen.
Ich wende diese auf mein Problem an.
Ich will mehr lernen.
Aber Jens hat dir ja nun genügend Material gegeben.
;-)
Martin