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Lutz Schulze

unread,
Dec 1, 2006, 2:24:15 PM12/1/06
to
Hallo,

ich las gerade das,

http://www.zeit.de/2006/49/Chancengleichheit?page=1

vieles, aber bestimmt nicht alles deckt sich auch mit meinen Eindrücken.

Wie seht ihr das?

Ich vermute hier in der NG schon einige gestandene Personen, also: haben
sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
gravierend verändert?

Woran liegt diese LMAA-Stimmung? Was könnte man ändern?

Zitat: "»In den sechziger Jahren konnten Jugendliche ohne
Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen, um die sich heute Abiturienten
streiten«, sagt der Bochumer Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster."

Neulich las ich: 'heute fangen die jungen Leute als Dipl-Kfm./Kauffrau mit
30 den Job an, den ihre Eltern mit 20 und normaler Berufsausbildung
angetreten haben'. Vielleicht etwas überspitzt, aber kann das so
funktionieren, wenn man mit 55 schon wieder an aufhören denkt (oder denken
muss)?

Das kam mir nicht ganz abwegig vor und ist eigentlich auch mein Eindruck.
Ich war selbst mit 18 mit der Berufsausbildung fertig und habe trotzdem
seitdem nie gehungert (will damit sagen: war nie länger arbeitslos).

Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles mögliche, aber
eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind ja auch noch da, aber
ist das Prinzip heutiger Bildung?

Ich bitte nochmal um eure Meinungen, kann auch gern ein längerer Thread
werden.

Lutz

--
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Arnold Schiller

unread,
Dec 1, 2006, 2:27:52 PM12/1/06
to
Lutz Schulze:

> Wie seht ihr das?

Erst die ausführliche Schilderung wie Strukturvertriebe arbeiten und dann
das. Bricht hier plötzlich die grosse Erkenntnis über die BRD aus? Das
ist doch schon seit 30 Jahren so.

Grüße,
Arnold

Lutz Schulze

unread,
Dec 1, 2006, 2:41:58 PM12/1/06
to

Tut mir leid, ich spiele erst seit 16 Jahren mit. Kann auch sein, dass mein
Umfeld noch nicht völlig verblödet ist, und da stellen sich solche Fragen
eben.

Ich hatte Diskussionen über Probleme in diesem Land bisher immer ernst
genommen.

Oliver Henniges

unread,
Dec 1, 2006, 5:05:22 PM12/1/06
to
Da klinke ich mich jetzt als Zeit-Abonnent und Sohn eines
Bäckermeisters einfach mal ein:

> haben sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
gravierend verändert?

ja, unbedingt. Den ersten Schub gab es bereits Mitte der 90er als das
"omnis animal post coitum triste est" der Wiedervereinigung
durchschlug. Den nächsten - viel heftiger - im Gefolge der Attentate
9/11, die die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte
ausgelöst haben, mitten im Absturz der new-economy-hype. Dazu die
Sockelwirkung, daß all die Investitionen in Software und
Automatisierung seit den 80ern dazu geführt haben, daß
Anlerntätigkeiten in vielen, vielen Bereichen von Maschinen
mittlerweile wesentlich kostengünstiger durchgeführt werden. Und wenn
der Chinese kommt, kriegen die Hauptschüler den Rest.

> Woran liegt diese LMAA-Stimmung?

An den vielen Kirchenaustritten;)

> Was könnte man ändern?

- Sloterdijks "Regeln für den Menschenpark" lesen.
- Den eigenen Kindern jeden abend ein Buch vorlesen (nicht Sloterdijks
"Regeln für den Menschenpark", jedenfalls nicht zu früh)
- wieder in die Kirche eintreten und beten
- Das Unterschichtenfernseh verbieten
- die Macher von WOW müssen endlich Vollzeitjobs für die guten
Spieler schaffen. Das Gold wird ja schon bei ebay gehandelt, aber es
fehlt einfach die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Nur son paar Ideen.
Worauf willst du genau hinaus, Lutz?

Martin Schoenbeck

unread,
Dec 1, 2006, 5:23:43 PM12/1/06
to
Hallo Lutz,

Lutz Schulze schrieb:

> Hallo,
>
> ich las gerade das,
>
> http://www.zeit.de/2006/49/Chancengleichheit?page=1
>
> vieles, aber bestimmt nicht alles deckt sich auch mit meinen Eindrücken.
>
> Wie seht ihr das?

Ähnlich.



> Ich vermute hier in der NG schon einige gestandene Personen, also: haben
> sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
> gravierend verändert?

Die Motivation hat abgenommen. Ist aber subjektiv.

> Woran liegt diese LMAA-Stimmung? Was könnte man ändern?

Man kommt auch so über die Runden, warum soll man sich hetzen.

> Zitat: "»In den sechziger Jahren konnten Jugendliche ohne
> Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen, um die sich heute Abiturienten
> streiten«, sagt der Bochumer Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster."

Was aber nicht bedeutet, daß die Abiturienten, die sich darum streiten,
heute mehr auf die Reihe bekommen, als die Hauptschüler damals.

> Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles mögliche, aber
> eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind ja auch noch da, aber
> ist das Prinzip heutiger Bildung?

Ist leider so. War aber WIMRE auch früher schon so. Deshalb habe ich in den
Ferien immer auf dem Bau gearbeitet, da lernt man (oder zumindest lernte
man) anzupacken.


> Ich bitte nochmal um eure Meinungen, kann auch gern ein längerer Thread
> werden.

Das Problem sind in vielen Fällen die Arbeitgeber. Die erwarten doch glatt,
daß ein Auszubildender sich reinhängt. Hat natürlich den Vorteil, daß
jemand, der bereit ist, sich reinzuhängen, auch aus scheinbar
aussichtsloser Ausgangsposition seine Wunschlehrstelle finden kann. Mit
genau einer Bewerbung, die letztendlich Formsache war.

Gerade im Handwerksbereich ist es inzwischen wirklich so, daß es oft nicht
an Lehrstellen, sondern an Lehrlingen mangelt.

Gruß Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.

Message has been deleted

Arnold Schiller

unread,
Dec 2, 2006, 12:45:57 AM12/2/06
to
Lutz Schulze:

> Arnold Schiller:
>> Lutz Schulze:
>>
>>> Wie seht ihr das?
>>
>> Erst die ausführliche Schilderung wie Strukturvertriebe arbeiten und
>> dann das. Bricht hier plötzlich die grosse Erkenntnis über die BRD
>> aus? Das ist doch schon seit 30 Jahren so.
>
> Tut mir leid, ich spiele erst seit 16 Jahren mit. Kann auch sein, dass
> mein Umfeld noch nicht völlig verblödet ist, und da stellen sich solche
> Fragen eben.
>
> Ich hatte Diskussionen über Probleme in diesem Land bisher immer ernst
> genommen.
>
Und bei mir hat sich der Frust breit gemacht, dass Probleme, die 1979
schon bekannt waren, sich nur verschlimmert statt verbessert haben. Zu
einem Teil ist die deutsche Einheit mit daran Schuld, weil das plötzliche
Sonderwachstum, das ganze unter den Teppich gekehrt hat. Wenn ich meinem
Vater glauben darf, ich bin leider zu jung und kann die Situation zwischen
1968 und 1974 nicht aus eigener Erfahrung einschätzen, liegt die Ursache
in einem verschlafenen Systemwechsel, der damals schon nicht stattgefunden
hat. Im Prinzip wurde nach dem Aufbau der Bundesrepublik der Systemwechsel
vom Aufbau zu einem stabilen System nicht geschafft.

Im Gegenzug wurden Flexibilitäten, die es in der Aufbauphase gab auch
noch abgeschafft und die Durchlässigkeit des Systems in den letzten
Lücken geschlossen. Aufgrund der ausgefallenen Generation, die im
Weltkrieg getötet wurde, war zwischen 1945 und 1970 das System als
solches Durchlässiger und vom Notabitur bishin zur Zulassung zu
Studiengängen auch ohne Abitur oder aber auch das man sogar ein Haus
zeichnen konnte, den Maurer sich das anschauen lassen konnte und ein
Statiker das durchrechnete eine Baugenehmigung erhielt ohne einen
Architekten zu benötigen und es Baufirmen ohne Meister gab, ist nur eins
von vielen Beispielen. Stück für Stück wurde dann immer mehr reguliert
und jeder Politiker der ein neuen Regulierungsvorschlag hatte wurde
entsprechend belohnt. Dies betraf letztlich auch das Schulsystem.

Ich hatte noch Lehrer, die den Krieg erlebt hatten und die nach dem Krieg
auch ohne Abitur Lehrer werden konnten, weil die Nazis aussortiert wurden
und somit es Lehrer gab, die nicht nur Schule Universität Schule kannten,
sondern das Leben aus einer Seite, die nichts mit der Spielerei Schule zu
tun hatte. Die heutige Lehrergeneration ist zur Schule gegangen, hat
Abitur gemacht, ist dann auf der Spielwiese der Universität gewesen und
dann zur Schule zurückgekehrt. Was Wirtschaft ist, wissen diese nur aus
der Theorie und einen Kredit oder sonstige Finanzierung bekommt so ein
Lehrer von der Bank aufgrund seines Beamtenstatus nachgeschmissen.

Systemimmanent ändert sich damit auch die Ausbildung. Aber das ist nur
die halbe Wahrheit. Durch Marktkonzentrationsprozesse und geänderte
Firmenstrukturen hat sich auch der Eintrittsmarkt verändert. Sowohl für
den Arbeitnehmer als auch für den Selbstständigen. Man braucht sich nur
die Markteintrittskosten vom "Spiegel" im Vergleich zum "Focus" anschauen.
Der eine holt sich einen Wisch vom britischen Offizier, der andere muss
Millionen ausgeben um den Markteintritt überhaupt zu schaffen.

Angesichts solcher Investitionen, will der Personaler, wenn er jemanden
einstellt eine Absicherung, dass das nicht schief geht. Eine solche
Absicherung gibt es natürlich nicht, aber sie wäre wohl gerne
gewünscht, also wird der Blick kritischer. Personalüberhang ist ja
genügend da, also warum nicht die Besten der Besten nehmen, selbst wenn
sie nur nach dem Papier die Besten sind. Im Zweifelsfalle kann man auf das
Papier zeigen und sagen "Ich bin unschuldig."

Es ist die Sehnsucht nach Sicherheit, die sich da austobt. Das Kind will
mehr und mehr bis es sich den Magen verdorben hat.

Grüße,
Arnold

Lutz Schulze

unread,
Dec 2, 2006, 12:57:14 AM12/2/06
to
Am Sat, 02 Dec 2006 06:45:57 +0100 schrieb Arnold Schiller:

> Es ist die Sehnsucht nach Sicherheit, die sich da austobt.

Das sehe ich auch als eines der Probleme. Natürlich ist es verständlich,
dass man erreichtes bewahren will, aber so wird auch viel Bewegung
verhindert.

Arnold Schiller

unread,
Dec 2, 2006, 1:10:23 AM12/2/06
to
Lutz Schulze:

>> Es ist die Sehnsucht nach Sicherheit, die sich da austobt.
>
> Das sehe ich auch als eines der Probleme. Natürlich ist es verständlich,
> dass man erreichtes bewahren will, aber so wird auch viel Bewegung
> verhindert.

Ala Aldous Huxley, nimm ihnen die Pillen weg und sie werden versuchen dich
zu töten.

Grüße,
Arnold

Will Berghoff

unread,
Dec 2, 2006, 2:46:12 AM12/2/06
to
Das Hauptproblem in diesem Land ist die durch die Medien vermittelte
Erwartungshaltung.

Natürlich ist jedes Kind aus Sicht seiner Eltern schlau genug, Abi zu
machen. Diese Horden müssen dann untergebracht werden. Da die Schulen
aber nicht jeden Idioten (nur in Bayern gibt es ernsthafte
Zugangsbeschränkungen zum Gymnasium) zum Genie ausbilden, gibt es die
bekannte Hackordnung, an deren Ende den letzten, also den ohne
Schulabschluss die Hunde beissen.

Da also kaum noch jemand sein Ziel erreichen kann und in wirklich
attraktiven Positionen heute oft Niederländer, Österreicher oder andere
Ausländer ihrer global orienterten Fähigkeiten wegen sitzen, baut sich
in allen Schichten der Gesellschaft ein gleichwertiger Frust auf.

Letztlich ist dies alles dem völligen Versagen unserer Bildungspolitik
und der Lehrer sowie der Eltern geschuldet.

Aus meiner eigenen Erfahrung mit Bewerbern sind 99% inzwischen
regelrecht Abfall, da sie nur noch freizeit- und partyorientiert leben
und zu produktiver Arbeit überhaupt nicht in der Lage sind - egal, aus
welchem Bildungsweg sie kommen.

Das 1%, dass brauchbar ist, kommt überwiegend aus dem 2. Bildungsweg.
Die haben es begriffen.

Die Deutschen sind auf dem direkten Weg, die Reinigungskräfte-Ressource
der Welt zu werden. Sie merken es nur nicht. Und wenn sie es dann
merken, kommt die braune Brühe wieder hoch, wie beim letzten mal.

Gruß
Will

Martin Hentrich

unread,
Dec 2, 2006, 3:05:58 AM12/2/06
to
"Will Berghoff" <real-...@berghoffs.de> schrieb am Sat, 2 Dec 2006
08:46:12 +0100 :

>Letztlich ist dies alles dem völligen Versagen unserer Bildungspolitik
>und der Lehrer sowie der Eltern geschuldet.

Mit eine Ursache allen Übels ist die schwarz/weiß-Behaupterei: Dies
zieht sich von den Politikern, bei denen sich Regierung und Opposition
mit steter Regelmäßigkeit laufend gegenseitig totale Unfähigkeit
vorwerfen, über die Kolportagepresse, die das gemeine Volk
mehrheitlich liest, bis zu den Stammtischen und dieser Newsgroup:

Bildungspolitik hat stets *völlig* versagt, damit das nicht so
auffällt haben Eltern und Lehrer selbstverständlich auch *versagt*.
Beamte greifen *grundsätzlich* ins Säckel der braven Bürger.
Wahlweise sind die EU, die Regierung, das Parlament arrogante
weltfremde Lobbyisten, die *stets* und *immer* *nur* eigene Interessen
verfolgen und *total* bekloppte Gesetze verabschieden.
Die GEZ, GEMA, IHK, HWK und beliebige andere Kammern sind *nur*
erfunden, dem Bürger Geld abzupressen, sind *komplett* überflüssig und
*sinnlos*.
Banken sind *immer* nur raffgierige und geldgeile Institute ohne Blick
auf die Sache.

Es kann doch so wunderschön einfach sein, hoffentlich bleibt es so
einfach, es könnten ja sonst die total simplen Argumente ausgehen.

Martin


--
"Allen ist das Denken erlaubt, doch vielen bleibt es erspart."
- Curt Goetz -

Joachim Wiesemann

unread,
Dec 2, 2006, 3:43:43 AM12/2/06
to
On Fri, 1 Dec 2006 20:24:15 +0100, Lutz Schulze wrote:

> Woran liegt diese LMAA-Stimmung? Was könnte man ändern?

Die jungen Menschen heute sind aufgewachsen unter Helmut Kohl. Da hieß es
ständig "Leistung muss sich wieder lohnen". Lies: aktuell lohnt sie sich
nicht. Bei dem ständigen gejammere und der Erfahrung, dass die Reallöhne
kontinuierlich sinken, kann man schon die Lust verlieren.

Ansonsten liegt es meist auch daran, das Du inzwischen etwas älter bist und
früher alles besser war. Und das der gemeine Selbständige auch etwas mehr
Motivation hat, als der Durchschnitt. Sonst würde er morgens nicht aus dem
Bett kommen.

> Zitat: "»In den sechziger Jahren konnten Jugendliche ohne
> Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen, um die sich heute Abiturienten
> streiten«, sagt der Bochumer Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster."

Das liegt im wesentlichen an der Lehrstellenknappheit und an den Betrieben,
die plötzlich Abiturienten fordern, wo sie vorher mit Hauptschülern
zufrieden waren. Bei der aktuellen Marktlage gaht das ja. Vorteile bringt
das nur sehr bedingt.

> Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles mögliche, aber
> eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind ja auch noch da, aber
> ist das Prinzip heutiger Bildung?

Das Abitur ist keine praktische Ausbildung! Und nochmal: das Abitur ist
keine praktische Ausbildung. War es nie und sollte es auch nie sein. Er ist
Vorbereitung zum Studium. (Daher auch "Hochschulreife".) Wer jemanden für
die praktische Arbeit braucht und dann einen Abiturienten nimmt, ist meist
selbst schuld.

Und - ja, das duale System bedeutet, dass der praktische Teil der
Ausbildung von den Betrieben übernommen wird. Ist aber erst seit den 50ern
des letzten Jahrhunderts so. Hat sich bei vielen Betrieben noch nicht
rumgesprochen.
<http://www.bbs1-northeim.de/duale%20Berufsausbildung/duale-berufsausbildung.htm>

Viele Grüße
Joachim

--
Dr. Joachim Wiesemann
http://www.bestviewed.de/ Seiten über Webdesign und Usability
http://jwiesemann.com/ Ingenieurdienstleistungen, Usabilityberatung
"Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche!"

Arnold Schiller

unread,
Dec 2, 2006, 4:55:33 AM12/2/06
to
Martin Hentrich:

> Mit eine Ursache allen Übels ist die schwarz/weiß-Behaupterei:

http://germany.ashoka.org/deutschland
Es ist nicht alles nur schwarz/weiß, es gibt Ansätze, die etwas
verbessern wollen. Wer also jemanden kennt, der tatsächlich engagiert
ist, der kann den ja an den obigen Link melden.

Was die Jugendlichen anbelangt, ist da schon ein Projekt mit dabei, zwar
nur die gewaltbereiten männlichen Jugendlichen, aber immerhin:
http://www.hand-in.de/
Aber auch der Ausbildung ist da ein Förderprojekt, gewidmet:
http://science-lab.de/
und die Probleme der Schulwelt stehen dort auch auf der Liste:
http://www.democaris.de/
und Migrantenkinder:
http://www.ibfs-ev.de/


Grüße,
Arnold

Will Berghoff

unread,
Dec 2, 2006, 5:10:17 AM12/2/06
to
Im News-Beitrag: ekriil$ui4$1...@news2.open-news-network.org tippte
Arnold Schiller:

> Was die Jugendlichen anbelangt, ist da schon ein Projekt mit dabei,
> zwar nur die gewaltbereiten männlichen Jugendlichen, aber immerhin:
> http://www.hand-in.de/

Ich dachte immer, eine gewisse Gewaltbereitschaft gehört zu einem
echten Bayern dazu. Es würde IMHO reichen, dort Kultur einzubringen und
eine Ächtung des Saufens zu erreichen.

> Aber auch der Ausbildung ist da ein Förderprojekt, gewidmet:
> http://science-lab.de/

Na toll, auch in Bayern, bezahlt von den jetzt deshalb verarmten
nördlichen Bundesländern und der EU.

> und die Probleme der Schulwelt stehen dort auch auf der Liste:
> http://www.democaris.de/

Im Umfeld der Reichshauptstadt, damit die Kinder unserer politischen
Erbelite (Ost wie West) keinen Schaden nehmen.

> und Migrantenkinder:
> http://www.ibfs-ev.de/

Das einzig wirklich nenneswerte und nützliche Projekt Deiner Liste.

Gruß
Will

Arnold Schiller

unread,
Dec 2, 2006, 5:19:25 AM12/2/06
to
Will Berghoff:

> Das einzig wirklich nenneswerte und nützliche Projekt Deiner Liste.

ashoka unterstützt Social Entrepeneurs unabhängig vom Ansehen. Deine
Kritik liegt voll daneben. Am besten Frau, arm und aus einer Hungerregion
aber viel soziales Engagement, welches aus dem Garagenstadium draussen ist
und schon wird Ashoka das Projekt unterstützen.

Der berühmteste Social Entrepeneur von Ashoka ist der Nobelpreisträger,
der mit der Grameen Bank und der kommt nicht aus Bayern.

Wenn du jemanden kennst aus deiner Region, der ein soziales Projekt
laufen hat, dann schlag ihn/sie halt vor.

Grüße,
Arnold

Will Berghoff

unread,
Dec 2, 2006, 6:06:28 AM12/2/06
to
Im News-Beitrag: ekrjvd$v4b$1...@news2.open-news-network.org tippte
Arnold Schiller:

> ashoka unterstützt Social Entrepeneurs unabhängig vom Ansehen. Deine
> Kritik liegt voll daneben. Am besten Frau, arm und aus einer
> Hungerregion aber viel soziales Engagement, welches aus dem
> Garagenstadium draussen ist und schon wird Ashoka das Projekt
> unterstützen.

Ashoka habe ich bewusst nicht kommentiert, da es nicht on topic ist.

Gruß
Will

Arnold Schiller

unread,
Dec 2, 2006, 6:12:05 AM12/2/06
to
Will Berghoff:

> Ashoka habe ich bewusst nicht kommentiert, da es nicht on topic ist.

Wie das, ich dachte hier geht es um de.etc.beruf.selbstaendig? Ist ein
Kredit der KfW und die Fördermöglichkeiten auch off-topic.

ashoka wäre im Gegensatz zu den Kindern sogar on topic, falls hier jemand
eine "Grameen Bank" gründen will...

Grüße,
Arnold

Will Berghoff

unread,
Dec 2, 2006, 12:24:26 PM12/2/06
to
Im News-Beitrag: ekrn25$ul$1...@news2.open-news-network.org tippte Arnold
Schiller:

> > Ashoka habe ich bewusst nicht kommentiert, da es nicht on topic
> > ist.
>
> Wie das, ich dachte hier geht es um de.etc.beruf.selbstaendig?

Es ging um Deutschland und nicht um Entwicklungsländer.

Aber Du hast Recht, irgendwann sind wir auch eines. Schliesslich waren
die meisten Entwicklungsländer auch mal Hochkulturen mit einem
funktionierenden Wirtschaftssystem.

Gruß
Will

Edgar Warnecke

unread,
Dec 2, 2006, 1:28:58 PM12/2/06
to
Am Fri, 1 Dec 2006 23:23:43 +0100 schrieb Martin Schoenbeck:

...ziemlichen Bloedsinn.

> Das Problem sind in vielen Fällen die Arbeitgeber. Die erwarten doch glatt,
> daß ein Auszubildender sich reinhängt. Hat natürlich den Vorteil, daß
> jemand, der bereit ist, sich reinzuhängen, auch aus scheinbar
> aussichtsloser Ausgangsposition seine Wunschlehrstelle finden kann. Mit
> genau einer Bewerbung, die letztendlich Formsache war.

Fuer diese Aussage wuerde Dir mein Langer vermutlich koerperlich sehr
nahetreten wollen, waere es denn moeglich. Den letzten, moralischen und
verbalen Tritt in den Hintern bekaemst Du von mir.

Zitat meines Langen: Der hat'n Kopfschuss!



> Gerade im Handwerksbereich ist es inzwischen wirklich so, daß es oft nicht
> an Lehrstellen, sondern an Lehrlingen mangelt.

...jawoll ja, genauso isses. Mit der Aussage: Neee, mehr als 296 Euro
koennen wir Dir nicht zahlen, dafuer gibt es Ausbildungsbeihilfe vom
Arbeitsamt. Ja, und 170 Euro ziehen wir Dir fuer Dein Uebernachtungszimmer
ab.

Den Berufswunsch Konditormeister hat er sich abgeschminkt. Lieber in
Paraguay zaubern, schwer(!) arbeiten, aber dennoch ein freier Mensch
bleiben. Hier kann und wird er sein eigener Chef sein und dafuer uebt er
jetzt schon.
Macht was ihr wollt da drueben, wer arbeiten will findet ja Arbeit.

Die Arroganz mancher von Euch ist exorbitant.

Edg@r

P.S.: Jan meint, auf solchen Mist antwortet er nicht. Warten wir es ab.
--
*** Einfach ist genial / fácil es genial ***
Berichte aus Paraguay [last update: 12.10.06]
http://edgar-warnecke.schmuckfabrik.de
Falls Doppelposting/-mail, bitte wegschmeissen. I-Cafe dreht durch.

Martin Schoenbeck

unread,
Dec 2, 2006, 3:11:45 PM12/2/06
to
Hallo Edgar,

Edgar Warnecke schrieb:

> Am Fri, 1 Dec 2006 23:23:43 +0100 schrieb Martin Schoenbeck:
>
> ...ziemlichen Bloedsinn.
>
>> Das Problem sind in vielen Fällen die Arbeitgeber. Die erwarten doch glatt,
>> daß ein Auszubildender sich reinhängt. Hat natürlich den Vorteil, daß
>> jemand, der bereit ist, sich reinzuhängen, auch aus scheinbar
>> aussichtsloser Ausgangsposition seine Wunschlehrstelle finden kann. Mit
>> genau einer Bewerbung, die letztendlich Formsache war.
>
> Fuer diese Aussage wuerde Dir mein Langer vermutlich koerperlich sehr
> nahetreten wollen, waere es denn moeglich. Den letzten, moralischen und
> verbalen Tritt in den Hintern bekaemst Du von mir.
>
> Zitat meines Langen: Der hat'n Kopfschuss!

Diese Einschätzung ist mir allerdings reichlich egal, weil das von mir
gesagte keine Fiktion, sondern ein real erlebter Fall ist.



>> Gerade im Handwerksbereich ist es inzwischen wirklich so, daß es oft nicht
>> an Lehrstellen, sondern an Lehrlingen mangelt.
>
> ...jawoll ja, genauso isses. Mit der Aussage: Neee, mehr als 296 Euro
> koennen wir Dir nicht zahlen, dafuer gibt es Ausbildungsbeihilfe vom
> Arbeitsamt. Ja, und 170 Euro ziehen wir Dir fuer Dein Uebernachtungszimmer
> ab.

Geschenkt. Es sind aber nicht nur solche Handwerker, die keine
Auszubildenden finden.



> Den Berufswunsch Konditormeister hat er sich abgeschminkt. Lieber in
> Paraguay zaubern, schwer(!) arbeiten, aber dennoch ein freier Mensch
> bleiben. Hier kann und wird er sein eigener Chef sein und dafuer uebt er
> jetzt schon.

Ist in dem Fall wohl der beste Weg.

> Macht was ihr wollt da drueben, wer arbeiten will findet ja Arbeit.

Ja.

> Die Arroganz mancher von Euch ist exorbitant.

Du findest es arrogant, wenn ich von jemand berichte, wo nicht nur Du
gesagt hättest, daß er kaum Chancen auf eine Lehrstelle in seinem
Wunschberuf hat und der sich dann dahintergeklemmt hat und sie eben doch
bekommen hat? Was bitteschön ist daran arrogant?

> P.S.: Jan meint, auf solchen Mist antwortet er nicht. Warten wir es ab.

Muß er ja auch nicht, wenn er meint, daß sei Mist. Jeder wie er mag.

Bodo Rzany

unread,
Dec 3, 2006, 8:20:09 AM12/3/06
to
Hallo Lutz,

Lutz Schulze wrote:
>
> http://www.zeit.de/2006/49/Chancengleichheit?page=1
>
> vieles, aber bestimmt nicht alles deckt sich auch mit meinen Eindrücken.
>
> Wie seht ihr das?
>
> Ich vermute hier in der NG schon einige gestandene Personen, also: haben
> sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
> gravierend verändert?

ob ich tatsächlich "gestanden" bin? Ich versuche mich einfach einmal
in einer Antwort:

Nicht *direkt* die Chancen und Motivationen haben sich in den letzten
10 bis 15 Jahren geändert, sondern die Definitionen der Voraussetzungen
und Ausbildungen. Und es sind auch nicht 10 bis 15 Jahre, sondern vielmehr
25 bis 35 Jahre, die diese Änderungen im Westen mittlerweile zurückliegen.

> Woran liegt diese LMAA-Stimmung? Was könnte man ändern?
>
> Zitat: "»In den sechziger Jahren konnten Jugendliche ohne
> Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen, um die sich heute Abiturienten
> streiten«, sagt der Bochumer Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster."

In den sechziger Jahren (siehe meine Zeitbestimmung weiter oben!) gab es
sehr, sehr wenige Abiturienten bzw. Gymnasiasten, und die Lehrlinge im
Betrieb meiner Eltern waren weitgehend wirklich erste Sahne. Es machte
Spaß (mir, mit 14 bis 18 Jahren), mit ihnen zu arbeiten und mit ihnen
zu lernen, und auch als ich dann mein Abitur hatte und studierte, waren
mit diese Menschen sehr viel wert. Unter heutigen Dipl.-Ing. (FH) finde
ich nur sehr wenige, mit den Qualitäten unserer damaligen Lehrlinge und,
später, Gesellen bzw. Meister.

> Neulich las ich: 'heute fangen die jungen Leute als Dipl-Kfm./Kauffrau mit
> 30 den Job an, den ihre Eltern mit 20 und normaler Berufsausbildung
> angetreten haben'. Vielleicht etwas überspitzt, aber kann das so
> funktionieren, wenn man mit 55 schon wieder an aufhören denkt (oder denken
> muss)?

Tja, Willi Brand und seine SPD haben in den 70igern (also in der Zeit,
die Arnold Schiller nur aus den Berichten seines Vaters kennt) die
Maßstäbe verändert. Als ich damals an der Universität studierte, wurden
die schulischen Ingenieure zur Klarstellung mit "Ing. grad." benannt.
Heute ist der Grad eines Diplomingenieurs kaum mehr etwas wert und ich
kenne einige dieser Dipl.Ing. aus der Elektrotechnik, die nicht einmal
"Widerstand" ohne "e" nach dem "i" zu schreiben im stande sind. Von
Maxwell, Thermodynamik und sonstigen Dingen, die früher zu den absoluten
Grundlagen gehörten, ganz zu schweigen.

Nun ja, diese Leute sind heute die, die früher aus der beruflichen
Bildung kamen. Und was für die heutige berufliche Bildung "an Material"
(das war jetzt absichtlich ketzerisch formuliert) noch übrigbleibt, haben
ja hier schon andere Mitposter geschrieben.

> Das kam mir nicht ganz abwegig vor und ist eigentlich auch mein Eindruck.
> Ich war selbst mit 18 mit der Berufsausbildung fertig und habe trotzdem
> seitdem nie gehungert (will damit sagen: war nie länger arbeitslos).

Wie gesagt (und oben am Beispiel unserer früheren Lehrlinge belegt): das
war eben früher. Heute wird ein FDP-Häutling mit Hauptschulabschluß per
1jähriger Abendschule neben seinem Job zum Dipl.-Kfm. geadelt (und das
mitten in Bayern!).

> Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles mögliche, aber
> eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind ja auch noch da, aber
> ist das Prinzip heutiger Bildung?

Das hat Joachim Wiesemann wohl schon deutlich gemacht: Das Abitur soll(te)
Zugangsberechtigung zu einem Studium sein, nicht mehr, aber auch nicht
weniger.

> Ich bitte nochmal um eure Meinungen, kann auch gern ein längerer Thread
> werden.

Das war meine unmaßgebliche Sicht der Dinge. Ich hoffe, sie hat Dir dennoch
etwas weitergeholfen.

Grüße
Bodo

Edgar Warnecke

unread,
Dec 3, 2006, 11:56:51 AM12/3/06
to

Ala Edg@r: Schmeiss ihnen die Pillen vor die Fuesse und sie werden
versuchen Dich zu toeten.

Mir wird Angst und Bange, das Jahresziel ist in Sicht.
Als Oekonom weiss ich aber auch: Glueck(?) und Glas...

Wir arbeiten weiter!

Edg@r


--
*** Einfach ist genial / fácil es genial ***

Berichte aus Paraguay [next update: approx. 15.12.06]
http://edgar-warnecke.schmuckfabrik.de
Manchmal leider unvermeidbare Doppelpostings/-mails bitte wegschmeissen.

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Jochem Huhmann

unread,
Dec 3, 2006, 2:22:48 PM12/3/06
to
Lutz Schulze <lsch...@netzwerkseite.de> writes:

> Hallo,
>
> ich las gerade das,
>
> http://www.zeit.de/2006/49/Chancengleichheit?page=1
>
> vieles, aber bestimmt nicht alles deckt sich auch mit meinen Eindrücken.
>
> Wie seht ihr das?
>
> Ich vermute hier in der NG schon einige gestandene Personen, also: haben
> sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
> gravierend verändert?

Motivation wozu? Ich würde sagen, dass man spätestens heute auf jeden
Fall selbständig sein sollte, wenn man wirklich etwas drauf hat.
Andernfalls muß man schon sehr viel Glück haben, wenn man nicht einfach
nur verbrannt werden möchte und selbst dann noch ist man viel zu
abhängig davon, dass der einen beschäftigende Unternehmer keinen Mist
baut. Das mag mal anders gewesen sein, aber heute ist es so.

> Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles
> mögliche, aber eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind
> ja auch noch da, aber ist das Prinzip heutiger Bildung?

Ich weiß nicht, ob die Schule dazu da sein sollte, dass man
*praktisches* lernt. Das war eigentlich auch schon immer so.


Jochem

--
"A designer knows he has arrived at perfection not when there is no
longer anything to add, but when there is no longer anything to take away."
- Antoine de Saint-Exupery

Jochem Huhmann

unread,
Dec 3, 2006, 2:37:34 PM12/3/06
to
"Will Berghoff" <real-...@berghoffs.de> writes:
> Natürlich ist jedes Kind aus Sicht seiner Eltern schlau genug, Abi zu
> machen. Diese Horden müssen dann untergebracht werden. Da die Schulen
> aber nicht jeden Idioten (nur in Bayern gibt es ernsthafte
> Zugangsbeschränkungen zum Gymnasium) zum Genie ausbilden, gibt es die
> bekannte Hackordnung, an deren Ende den letzten, also den ohne
> Schulabschluss die Hunde beissen.

Dieses Land. Jaja. Dieses Land hat (europaweit gesehen) eine dermaßen
geringe Quote von Jugendlichen, die einen Abschluß haben, mit dem sie
studieren dürfen, dass einem schlecht werden könnte. Dieses Land hat
eine dermaßen niedrige Studierendenquote, dass einem schlecht *wird*.

Du hast einen Knall. Was uns hier fehlt, ist nicht mehr Auslese, sondern
weniger. Dieses Elitegetue kotzt mich an.

> Die Deutschen sind auf dem direkten Weg, die Reinigungskräfte-Ressource
> der Welt zu werden. Sie merken es nur nicht. Und wenn sie es dann
> merken, kommt die braune Brühe wieder hoch, wie beim letzten mal.

So wie Du, was?

Message has been deleted

Bodo Rzany

unread,
Dec 3, 2006, 2:45:34 PM12/3/06
to
Jochem Huhmann wrote:
> "Will Berghoff" <real-...@berghoffs.de> writes:
>
>>Natürlich ist jedes Kind aus Sicht seiner Eltern schlau genug, Abi zu
>>machen. Diese Horden müssen dann untergebracht werden. Da die Schulen
>>aber nicht jeden Idioten (nur in Bayern gibt es ernsthafte
>>Zugangsbeschränkungen zum Gymnasium) zum Genie ausbilden, gibt es die
>>bekannte Hackordnung, an deren Ende den letzten, also den ohne
>>Schulabschluss die Hunde beissen.
>
> Dieses Land. Jaja. Dieses Land hat (europaweit gesehen) eine dermaßen
> geringe Quote von Jugendlichen, die einen Abschluß haben, mit dem sie
> studieren dürfen, dass einem schlecht werden könnte. Dieses Land hat
> eine dermaßen niedrige Studierendenquote, dass einem schlecht *wird*.

Ach, Du meinst "study at highschool", wie im Buschland? Das hieß bei
uns früher "lernen" (und bei uns Älteren heißt es das auch heute noch!).
"Studieren" im deutschen Sinn meint schon noch ein Studium an einer
"echten" (meinetwegen Elite-) Universität.

Wir sollten das in unseren Diskussionen doch etwas auseinanderhalten.

> Du hast einen Knall. Was uns hier fehlt, ist nicht mehr Auslese, sondern
> weniger. Dieses Elitegetue kotzt mich an.

Du meinst also, daß es die Masse macht? Ich schätze, eine solche Sicht
wird der Grund sein, warum uns China bald überholt.

Bodo

Bodo Rzany

unread,
Dec 3, 2006, 2:47:24 PM12/3/06
to
Rüdiger Silberer wrote:

> Am 03.12.2006 schrieb Bodo Rzany:
>
>>Wie gesagt (und oben am Beispiel unserer früheren Lehrlinge belegt): das
>>war eben früher. Heute wird ein FDP-Häutling mit Hauptschulabschluß per
>>1jähriger Abendschule neben seinem Job zum Dipl.-Kfm. geadelt (und das
>>mitten in Bayern!).
>
> Was ist denn ein "FDP-Häutling"? Und wie wird man mit einem Jahr
> Abendschule zum Dipl.-Kfm.?

Da musst Du den FDP-Kreisvorsitzenden im Landreis Pfaffenhofen/Ilm
fragen...

michael...@yahoo.de

unread,
Dec 3, 2006, 3:43:17 PM12/3/06
to

Lutz Schulze schrie u.a.:

>
> Woran liegt diese LMAA-Stimmung?

Meines Erachtens an der verwöhnten Golf-Generation, die in Tränen
ausbricht, wenn ihr die gebratenen Tauben nicht ins Maul fliegen, die
selbst aber noch nichts zustande gebracht haben außer einer
lächerlichen Internet-Pleite an der Börse. Und da in Parteien und
Presse, ich meine z.B. stern, Spiegel, Bild, Cicero, TV-Magazine, im
Moment Vertreter dieser Generation im Vordergrund stehen, ist das
öffentliche Niveau entsprechend dieser veröffentlichten Meinung.

> Was könnte man ändern?
1. Dieser Generation von Jammerlappen den Gürtel so eng schnallen,
dass ihnen die Luft zum Jammern wegbleibt.

2. Es ist ein gruppendynamischer Prozess: Genauso wie die Stimmung
'runtergeschrieben werden konnte, konnte sie auch 'raufgeschrieben
werden: Fussball-WM. Und sie wird auch wirtschaftlich und politisch
wieder nach oben geschrieben werden - das Jammern schadet nun mehr als
es nutzt.

Es dreht sich ja schon, vor einem oder zwei Jahren hättest Du solch
einen Beitrag noch nicht geschrieben :-) und Gesamtmetall bietet
höhere Löhne an.

Gruß
Michael

michael...@yahoo.de

unread,
Dec 3, 2006, 3:52:42 PM12/3/06
to

michael...@yahoo.de vergaß zu schreiben:

Natürlich gibt's die Ausnahmen, z.B. die hier lesen :-))


Gruß
Michael

Jochem Huhmann

unread,
Dec 3, 2006, 4:36:04 PM12/3/06
to
Bodo Rzany <rz...@ibrro.de> writes:

>> Du hast einen Knall. Was uns hier fehlt, ist nicht mehr Auslese, sondern
>> weniger. Dieses Elitegetue kotzt mich an.
>
> Du meinst also, daß es die Masse macht? Ich schätze, eine solche Sicht
> wird der Grund sein, warum uns China bald überholt.

Nein, ich meine, dass Deutschland ganz unten steht, wenn es um so banale
Dinge geht wie Anteil der Studierenden oder Anteil derer, die überhaupt
studieren dürfen (Abitur). Und natürlich macht es die Masse. Meinst Du,
die Chinesen sind inherent klüger als Deutsche, oder was?

Will Berghoff

unread,
Dec 3, 2006, 5:18:17 PM12/3/06
to
Im News-Beitrag: m2slfwe...@marvin.revier.com tippte Jochem
Huhmann:

[gelöscht]

Ich schreibe mich nicht mit jedem Dorfdeppen.

Geh weg!

Jochem Huhmann

unread,
Dec 3, 2006, 5:35:24 PM12/3/06
to
"Will Berghoff" <real-...@berghoffs.de> writes:

Gehen Dir so schnell die Argumente aus? Schwach.

> Geh weg!

Nö, geh Du doch.

Bodo Rzany

unread,
Dec 4, 2006, 3:37:42 AM12/4/06
to
Jochem Huhmann wrote:
> Bodo Rzany <rz...@ibrro.de> writes:
>
>>>Du hast einen Knall. Was uns hier fehlt, ist nicht mehr Auslese, sondern
>>>weniger. Dieses Elitegetue kotzt mich an.
>>
>>Du meinst also, daß es die Masse macht? Ich schätze, eine solche Sicht
>>wird der Grund sein, warum uns China bald überholt.
>
> Nein, ich meine, dass Deutschland ganz unten steht, wenn es um so banale
> Dinge geht wie Anteil der Studierenden oder Anteil derer, die überhaupt
> studieren dürfen (Abitur). Und natürlich macht es die Masse. Meinst Du,
> die Chinesen sind inherent klüger als Deutsche, oder was?

Nein. Aber wenn Du heute einen chinesischen MSEE (oder wie unser früheres
Diplom auf Chinesisch/Bushisch heißt) einstellst, dann weißt Du, daß Du
von dem vernünftige Arbeit auf Basis einer wissenschaftlichen Bildung
erwarten darfst. Wenn dort (in China) die Voraussetzungen für Diplome
erst einmal so herabgemendelt wurden, wie inzwischen bei uns, dann wirst
Du es auch dort nicht mehr wissen. Aber bis dahin sind *die* uns voraus!

Kannst Du Dir vorstellen, warum ich mir meine Kunden nicht mehr unter
Firmen suche, die nach "Dipl.-Ing." inserieren, sondern unter denen, die
stattdessen zum Ausdruck bringen, daß sie auf Wissen und Können setzen?
Ein relativ großes deutsches Unternehmen im Südwesten ("wir können alles,
außer Hochdeutsch") setzt gerade unter Führung geklammerter Ingenieure
ein wunderschönes Projekt in den Sand, weil man ja mit Überabtastung die
Genauigkeit einer Signalwandlung beliebig erhöhen kann - sagt der Pastor,
oder so... Versuche einer, gegen Glaubensbekenntnisse zu kämpfen...

Der Anteil der Studierenden in einer Bevölkerung läßt sich, wie wir sehen,
beliebig erhöhen, nicht jedoch der IQ der Bevölkerung. Früher war beides
miteinander korreliert...

Bodo

Message has been deleted

Klaus-Holger Trappe

unread,
Dec 4, 2006, 12:15:03 PM12/4/06
to

Hallo!

Bodo Rzany schrieb:
...


> ein wunderschönes Projekt in den Sand, weil man ja mit
> Überabtastung die Genauigkeit einer Signalwandlung

> beliebig

nun das ist nicht korrekt

> erhöhen kann - sagt der Pastor,

mehr oder weniger (theoretisch)

> oder so... Versuche einer, gegen
> Glaubensbekenntnisse zu kämpfen...

:-)

Der Fall interessiert mich (technisch).
Erzähl doch bitte mal was man warum mißt.

--
Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)
Gedanken sind nicht stets parat, man schreibt auch,
wenn man keine hat. (Wilhelm Busch)

Bodo Rzany

unread,
Dec 4, 2006, 12:28:51 PM12/4/06
to
Klaus-Holger Trappe wrote:
>
> Der Fall interessiert mich (technisch).
> Erzähl doch bitte mal was man warum mißt.

Das ist hier sehr OffTopic, und weil Du leider

"Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)"

schreibst, geht PM wohl nicht. Deswegen ganz kurz:
Man hat einen 12bit-ADC mit 10bit garantierter
Linearität und meint nun, durch Überabtastung des
(verrauschten) Sensorsignales 14bit Genauigkeit zu
erreichen.

Aber mag ja sein, daß man es "im Ländle" geschafft
hat, Gesetze der Logik und der Physik außer Kraft zu
setzen. Wie gesagt: "alles, außer Hochdeutsch"...

Bodo
(der seine EMails liest)

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Gerhard Mesenich

unread,
Dec 4, 2006, 6:19:23 PM12/4/06
to
Lutz Schulze wrote:

[ dt. Arbeitskultur ]

> Ich vermute hier in der NG schon einige gestandene Personen, also: haben
> sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
> gravierend verändert?

Sicherlich. Es hat nochmal einen gewaltigen Bürokratieschub gegeben; das
lähmt die Eigeninitiative. Die Ausbildung ist wenig praxisgerecht,
gerade auch an den Universitäten. Allgemein ist ein erheblicher
Realitätsverlust festzustellen.

> Woran liegt diese LMAA-Stimmung? Was könnte man ändern?

Im wesentlichen bürokratieinduziert. Den Leuten wird der Verstand
abtrainiert, dadurch werden sie lebensuntüchtig.

> Zitat: "»In den sechziger Jahren konnten Jugendliche ohne
> Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen, um die sich heute Abiturienten
> streiten«, sagt der Bochumer Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster."

Richtig, aber damals machten gerade mal so ca.5% Abitur. Die
Bildungsstruktur war anders. Qualitativ wurden die Stellen im
wesentlichen mit den gleichen Leuten besetzt, wie heute.

> Neulich las ich: 'heute fangen die jungen Leute als Dipl-Kfm./Kauffrau mit
> 30 den Job an, den ihre Eltern mit 20 und normaler Berufsausbildung
> angetreten haben'. Vielleicht etwas überspitzt, aber kann das so
> funktionieren, wenn man mit 55 schon wieder an aufhören denkt (oder denken
> muss)?

So ist es. Die allgemeine Belastung ist größer geworden, trotz der
Arbeitszeitreduzierungen. Nur die effizientesten Arbeitsplätze sind noch
konkurrenzfähig.

Es müssen enorme Steuern erwirtschaftet werden. Was früher von
Handwerkern erledigt wurde, geht heute nur noch in Schwarzarbeit. Mit
den hohen Steuern und der abenteuerlichen Bürokratie wird künstliche
Arbeitslosigkeit geschaffen.

> Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles mögliche, aber
> eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind ja auch noch da, aber
> ist das Prinzip heutiger Bildung?

Leider. Mir sind auch schon Ingenieure begegnet, die beim Lötkolben vorn
und hinten nicht unterscheiden konnten. Die guten Leute haben sich
normalerweise fast alles selbst beigebracht. Früher war das nicht so extrem.

Heute ist die wichtigste gesellschaftliche Klasse die Klasse der Blödmänner.

Gruß,
Gerhard

Joachim Wiesemann

unread,
Dec 5, 2006, 1:46:11 AM12/5/06
to
On Mon, 04 Dec 2006 18:28:51 +0100, Bodo Rzany wrote:

> Man hat einen 12bit-ADC mit 10bit garantierter
> Linearität und meint nun, durch Überabtastung des
> (verrauschten) Sensorsignales 14bit Genauigkeit zu
> erreichen.

14 Bit Auflösung geht durchaus. Dies Genauigkeit steht dabei auf einem
anderen Blatt. Allerdings ist auch eine Erhöhung der Genauigkeit
prinzipiell möglich. 14 Bit Genauigkeit fordert aber deutlich mehr Aufwand
als nur eine entsprechend genaue Wandlung.



> Aber mag ja sein, daß man es "im Ländle" geschafft
> hat, Gesetze der Logik und der Physik außer Kraft zu
> setzen. Wie gesagt: "alles, außer Hochdeutsch"...

Außer Kraft nicht unbedingt. Man wandelt die niederwertigen Bits, wenn die
Physik grad nicht hinguckt.

Viele Grüße
Joachim

--
Dr. Joachim Wiesemann
http://www.bestviewed.de/ Seiten über Webdesign und Usability
http://jwiesemann.com/ Ingenieurdienstleistungen, Usabilityberatung
"Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche!"

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 5, 2006, 9:04:29 AM12/5/06
to
Am Tue, 05 Dec 2006 00:19:23 +0100 schrieb Gerhard Mesenich:

> Lutz Schulze wrote:
>
> [ dt. Arbeitskultur ]
>
>> Ich vermute hier in der NG schon einige gestandene Personen, also: haben
>> sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
>> gravierend verändert?
>
> Sicherlich. Es hat nochmal einen gewaltigen Bürokratieschub gegeben; das
> lähmt die Eigeninitiative. Die Ausbildung ist wenig praxisgerecht,
> gerade auch an den Universitäten.

Das kann ich nur unterschreiben. Ich habe vor gut 10 Jahren an der Uni BWL
studiert (auf Dipl.-Kfm), und hatte damals schon den Eindruck, daß man sich
von Seiten der Uni nicht so recht entscheiden konnte, ob man Praktiker oder
Wissenschaftler heranziehen will (Wissenschaftler im Sinne von Leuten, die
nach abgeschlossenem Studium am Lehrstuhl verbleiben und irgendwann selbst
Prof werden wollen).

Da gab es dann im Grundstudium durchaus so feine VWL-Vorlesungen, in denen
man seinen Schein am besten dadurch erlangte, daß man das Buch des
jeweiligen Profs erwarb und sich bemühte, die relevanten Zeichnungen
auswendig zu lernen. Wem es dann gelang, eine saubere Zeichnung aufs Papier
zu bringen, bei der sich die verschiedensten Graphen an verschiedenen
Punkten schnitten (eben genau wie im Buch abgebildet), der hatte bestanden.
Lerneffekt = Null. Und spätenstens nach einem Jahr komplett vergessen.

>> Woran liegt diese LMAA-Stimmung? Was könnte man ändern?
>
> Im wesentlichen bürokratieinduziert. Den Leuten wird der Verstand
> abtrainiert, dadurch werden sie lebensuntüchtig.

Ja, genau. Haupsache seine Scheine zusammenbekommen. Dazu viel
Spezialwissen, von jedem etwas. Von wenigem richtig.

>> Zitat: "»In den sechziger Jahren konnten Jugendliche ohne
>> Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen, um die sich heute Abiturienten
>> streiten«, sagt der Bochumer Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster."
>
> Richtig, aber damals machten gerade mal so ca.5% Abitur. Die
> Bildungsstruktur war anders. Qualitativ wurden die Stellen im
> wesentlichen mit den gleichen Leuten besetzt, wie heute.

ACK. Wie viele Leute der heute 50 bis 60jährigen in "guten Positionen" in
Unternehmen haben Abitur oder gar Studium? Wenn man mal von
wissenschaftlichen Branchen (Medizin&Co.) absieht? So furchtabr viele sind
das nicht mal.

>> Neulich las ich: 'heute fangen die jungen Leute als Dipl-Kfm./Kauffrau mit
>> 30 den Job an, den ihre Eltern mit 20 und normaler Berufsausbildung
>> angetreten haben'.

ACK, aber sie haben keine Wahl. Mit 20 und normaler Berufsausbildung eine
Karriere beginnen? Klappt nur noch selten.

>> Vielleicht etwas überspitzt, aber kann das so
>> funktionieren, wenn man mit 55 schon wieder an aufhören denkt (oder denken
>> muss)?

Wohl eher letzteres.
/Sarkasmus/
"Warum auch teure Leute behalten, die über 50 sind und seit 15 Jahren im
Betrieb, wenn wir für die Hälfte des Geldes einen Uni-Absolventen bekommen,
der nach 3 Jahren freiwillig wieder geht?"

> So ist es. Die allgemeine Belastung ist größer geworden, trotz der
> Arbeitszeitreduzierungen. Nur die effizientesten Arbeitsplätze sind noch
> konkurrenzfähig.

ACK.

> Es müssen enorme Steuern erwirtschaftet werden. Was früher von
> Handwerkern erledigt wurde, geht heute nur noch in Schwarzarbeit.

Und genau da waren früher die klassischen Jobs der Hauptschulabgänger.

Wer will denn da noch eine Lehre anfangen, wenn er später in seinem Lohn an
der osteuropäischen Konkurrenz gemessen wird (die durchaus auch
qualifiziert ist)? Kann man schon irgendwie nachvollziehen, daß sich da
Frust breitmacht.

> Mit
> den hohen Steuern und der abenteuerlichen Bürokratie wird künstliche
> Arbeitslosigkeit geschaffen.
>
>> Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles mögliche, aber
>> eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind ja auch noch da, aber
>> ist das Prinzip heutiger Bildung?

ACK, war schon zu meiner Abi-Zeit so. Viele Sachen gelernt, aber als ich
irgendwann bei einem Nebenjob meinen ersten Scheck in Händen hielt mußte
ich mich erst mal schlau machen, wie man so ein Ding zu Geld macht ;-)

Sowas hat man da nicht gelernt.

> Leider. Mir sind auch schon Ingenieure begegnet, die beim Lötkolben vorn
> und hinten nicht unterscheiden konnten. Die guten Leute haben sich
> normalerweise fast alles selbst beigebracht.

Die haben solche Fähigkeiten aber früher vermutlich auch noch öfters
gebraucht?!

>Früher war das nicht so extrem.

ACK.

Grüße,

Frank

Konni Scheller

unread,
Dec 5, 2006, 11:02:20 AM12/5/06
to
Joachim Wiesemann <newsant...@jwiesemann.de> wrote:

> Und - ja, das duale System bedeutet, dass der praktische Teil der
> Ausbildung von den Betrieben übernommen wird. Ist aber erst seit den 50ern
> des letzten Jahrhunderts so. Hat sich bei vielen Betrieben noch nicht
> rumgesprochen.

Hat es sich wohl. Leider wird die Theorie immer mehr in den Vordergrund
gerückt. Zwei Berufsschultage?

Ich habe fünf Azubis hinter mir, die Abbrecher nicht gerechnet. Alle
bestanden, übrigens.

Aber ich mag nicht mehr. Kaum können Sie was, und ich habe mit Herzblut
ausgebildet, dann sch.... sie dir aufm Kopf.

Nein. Sollen die mal sehen, wie sie klarkommen. Ich muss auch sehen, wo
ich bleibe.

Frustriert,
Konni

--
Grummelnd am Herd: http://www.roterochs.de/kulinarische-monologe/

Will Berghoff

unread,
Dec 5, 2006, 11:35:47 AM12/5/06
to
Im News-Beitrag: 1hpvtxc.1oaxvia1g9fr68N%ksch...@ochs.franken.de
tippte Konni Scheller:

> Ich habe fünf Azubis hinter mir, die Abbrecher nicht gerechnet. Alle
> bestanden, übrigens.
>
> Aber ich mag nicht mehr. Kaum können Sie was, und ich habe mit
> Herzblut ausgebildet, dann sch.... sie dir aufm Kopf.
>
> Nein. Sollen die mal sehen, wie sie klarkommen. Ich muss auch sehen,
> wo ich bleibe.

Wo ist Dein Problem? Man bildet in der Gastronomie aus, damit die Leute
anschliessend auf die Walz gehen. Oder hast Du Dein Leben lang am
selben Herd gestanden?

Nur die schlechten bleiben zuhause.

Gruß
Will

Edgar Warnecke

unread,
Dec 5, 2006, 1:02:48 PM12/5/06
to
Am Sun, 03 Dec 2006 14:20:09 +0100 schrieb Bodo Rzany:

> Hallo Lutz,

bin ich nicht, ich versuche trotzdem mal was und packe das gleich mit der
Antwort an Martin zusammen, ggfs. bitte auseinanderfummeln.



> Lutz Schulze wrote:
>>
>> http://www.zeit.de/2006/49/Chancengleichheit?page=1
>>
>> vieles, aber bestimmt nicht alles deckt sich auch mit meinen Eindrücken.
>>
>> Wie seht ihr das?
>>
>> Ich vermute hier in der NG schon einige gestandene Personen, also: haben
>> sich die Chancen, die Motivation in den letzten 10 bis 15 Jahren so
>> gravierend verändert?

Ja, haben sie. Mama und Papa haben den Kids, und tun es immer noch, den
Honig in den Arxxx geblasen. (Ich auch :-( )



> ob ich tatsächlich "gestanden" bin? Ich versuche mich einfach einmal
> in einer Antwort:

Zu 1, ja, bist Du. Du schwimmst doch noch im Haifischbecken.



> Nicht *direkt* die Chancen und Motivationen haben sich in den letzten
> 10 bis 15 Jahren geändert, sondern die Definitionen der Voraussetzungen
> und Ausbildungen. Und es sind auch nicht 10 bis 15 Jahre, sondern vielmehr
> 25 bis 35 Jahre, die diese Änderungen im Westen mittlerweile zurückliegen.

Scheixxe, wenn die Kids noch Teenies sind...



>> Woran liegt diese LMAA-Stimmung? Was könnte man ändern?
>>
>> Zitat: "»In den sechziger Jahren konnten Jugendliche ohne
>> Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen, um die sich heute Abiturienten
>> streiten«, sagt der Bochumer Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster."
>
> In den sechziger Jahren (siehe meine Zeitbestimmung weiter oben!) gab es
> sehr, sehr wenige Abiturienten bzw. Gymnasiasten, und die Lehrlinge im
> Betrieb meiner Eltern waren weitgehend wirklich erste Sahne.

Naja, als Werksschueler hatte ich einen Azubi zum KFZ-Klempnner als
Kollegen, der wurde spaeter Notschlachter.

> Es machte Spaß (mir, mit 14 bis 18 Jahren), mit ihnen zu arbeiten und mit
> ihnen zu lernen,

Auch ich moechte die Zeit nicht missen, auch wenn sie mich Akadiot oder
Abituriot nannten. Wir lernten gemeinsam..., und davon jede Menge und jeder
vom anderen.

> und auch als ich dann mein Abitur hatte und studierte,
> waren mit diese Menschen sehr viel wert.

...und sind es immer noch.

> Unter heutigen Dipl.-Ing. (FH) finde ich nur sehr wenige, mit den
> Qualitäten unserer damaligen Lehrlinge und, später, Gesellen bzw.
> Meister.

Ist das tatsaechlich so oder werden wir nur alt?



>> Neulich las ich: 'heute fangen die jungen Leute als Dipl-Kfm./Kauffrau mit
>> 30 den Job an, den ihre Eltern mit 20 und normaler Berufsausbildung
>> angetreten haben'. Vielleicht etwas überspitzt, aber kann das so
>> funktionieren, wenn man mit 55 schon wieder an aufhören denkt (oder denken
>> muss)?
>
> Tja, Willi Brand und seine SPD haben in den 70igern (also in der Zeit,
> die Arnold Schiller nur aus den Berichten seines Vaters kennt) die
> Maßstäbe verändert.

Da widerspreche ich. Willy und Co. haben eine (relativ) gut funktionierende
Republik uebernommen, daher konnten sie Wohltaten verteilen. Wer das nicht
getan haette schmeisse den ersten Stein.

> Als ich damals an der Universität studierte, wurden die schulischen
> Ingenieure zur Klarstellung mit "Ing. grad." benannt.

...und daran haben sie immer gelitten, weil meine Kollegen von der Uni die
Nase so hoch trugen, dass es reinregnete.

> Heute ist der Grad eines Diplomingenieurs kaum mehr etwas wert und ich
> kenne einige dieser Dipl.Ing. aus der Elektrotechnik, die nicht einmal
> "Widerstand" ohne "e" nach dem "i" zu schreiben im stande sind. Von
> Maxwell, Thermodynamik und sonstigen Dingen, die früher zu den absoluten
> Grundlagen gehörten, ganz zu schweigen.

Wer um Himmelswillen ist Maxwell? Da war doch mal was mit Tonbaendern oder
so?

BTW: Thermo habe ich auch gehasst wie die Pest.

> Nun ja, diese Leute sind heute die, die früher aus der beruflichen
> Bildung kamen. Und was für die heutige berufliche Bildung "an Material"
> (das war jetzt absichtlich ketzerisch formuliert) noch übrigbleibt, haben
> ja hier schon andere Mitposter geschrieben.

"Wir" haben sie dazu gemacht! Dabei bleibe ich.
Deine "Schmalspuringenieure" findest Du genauso bei den Paedagogen,
denjenigen, die Dir das Nachwuchsmenschenmaterial zur Verfuegung stellen
sollen.



>> Das kam mir nicht ganz abwegig vor und ist eigentlich auch mein Eindruck.
>> Ich war selbst mit 18 mit der Berufsausbildung fertig und habe trotzdem
>> seitdem nie gehungert (will damit sagen: war nie länger arbeitslos).
>
> Wie gesagt (und oben am Beispiel unserer früheren Lehrlinge belegt): das
> war eben früher. Heute wird ein FDP-Häutling mit Hauptschulabschluß per
> 1jähriger Abendschule neben seinem Job zum Dipl.-Kfm. geadelt (und das
> mitten in Bayern!).

;-) Es gibt ja noch Einstellungsgespraeche und Probezeiten ;-)

Meinem emplejado habe ich zuerst das Klauen abgewoehnt, danach das
Schummeln, jetzt spricht er schon etwas deutsch und in einem Jahr ist er
soweit, dass ich ihm den Laden fuer ein Wochenende anvertrauen werde.

Leute, Ihr muesst schon selbst aus dem Knick kommen, andere tun es nicht
fuer Euch.



>> Selbst habe ich Abiturienten im Haus, die in der Schule alles mögliche, aber
>> eigentlich _nichts_ praktisches lernen. Gut, wir sind ja auch noch da, aber
>> ist das Prinzip heutiger Bildung?
>
> Das hat Joachim Wiesemann wohl schon deutlich gemacht: Das Abitur soll(te)
> Zugangsberechtigung zu einem Studium sein, nicht mehr, aber auch nicht
> weniger.

..., dazu gaebe es viel zu schreiben.



>> Ich bitte nochmal um eure Meinungen, kann auch gern ein längerer Thread
>> werden.
>
> Das war meine unmaßgebliche Sicht der Dinge. Ich hoffe, sie hat Dir dennoch
> etwas weitergeholfen.

Auch wenn wir nicht ueberall einer Meinung sind gebe ich Dir Recht.

Martin hat eine komische Brille auf. Wie soll, ich erlaube mir das zu zu
beurteilen, ein Migrationskind, unter den verschaerften Bedingungen der
"Duldung", zur Erwerbsunfaehigkeit verdammten, in ein soziales Ghetto schon
mal vorsorglich abgeschobenen Eltern, unter Lehrkraeftemangel leidenden
Schulen mit babylonischem Sprachgewirr die von Euch geforderten Bedingungen
erfuellen?

Kommt mir nicht mit Ausnahmen, die gibt es ueberall!

Bei Martins Aussagen bekomme ich Wuerfelhusten.

Edg@r
--
*** Einfach ist genial / fácil es genial ***
Berichte aus Paraguay [next update: approx. 15.12.06]
http://edgar-warnecke.schmuckfabrik.de

Manchmal unvermeidbare Doppelpostings/-mails, bitte wegschmeissen.

Konni Scheller

unread,
Dec 5, 2006, 2:08:08 PM12/5/06
to
Will Berghoff <real-...@berghoffs.de> wrote:

> Wo ist Dein Problem? Man bildet in der Gastronomie aus, damit die Leute
> anschliessend auf die Walz gehen.

Das war nicht das Problem. Das bezeichne ich nicht als "auf den Kopf
sch..." - es war die Art, wie sie bei Arbeitnehmern leider immer mehr
zur Regel wird. Lassen wir das. Es reicht.

Servus,

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Edgar Warnecke

unread,
Dec 6, 2006, 1:19:34 PM12/6/06
to
Am Tue, 5 Dec 2006 17:02:20 +0100 schrieb Konni Scheller:

> Joachim Wiesemann <newsant...@jwiesemann.de> wrote:
>
>> Und - ja, das duale System bedeutet, dass der praktische Teil der
>> Ausbildung von den Betrieben übernommen wird. Ist aber erst seit den 50ern
>> des letzten Jahrhunderts so. Hat sich bei vielen Betrieben noch nicht
>> rumgesprochen.
>
> Hat es sich wohl. Leider wird die Theorie immer mehr in den Vordergrund
> gerückt. Zwei Berufsschultage?

Ja Konni,

das verstehen der Jan und ich auch. Warum tut Ihr als Ausbildungschefs
nichts dagegen?



> Ich habe fünf Azubis hinter mir, die Abbrecher nicht gerechnet. Alle
> bestanden, übrigens.

Jan waere auch gerne zu Dir gekommen.



> Aber ich mag nicht mehr. Kaum können Sie was, und ich habe mit Herzblut
> ausgebildet, dann sch.... sie dir aufm Kopf.

Nein, auf den Kopp haette er Dir nicht gesch...., aber weitergezogen waere
er, um noch mehr zu lernen.



> Nein. Sollen die mal sehen, wie sie klarkommen. Ich muss auch sehen, wo
> ich bleibe.

Ahhhh, pass op. Irgendwann ist Deine Luette auch soweit. Was dann?
Studium, oeffentliche Verwaltung?

> Frustriert,

Mein Verstaendnis hast Du, aber so kann es doch nicht weitergehen.
Die Besten werden Euch abhauen, dann habt Ihr wirklich Probleme.

Da gibt es einen Traum in der aktuellen Zeit:

Paul Bocuse, 80, gilt als einer der besten Köche der Welt und ist sicher
der bekannteste - dank seines Talents, sich selbst, seine Restaurants,
seine Ideen und Produkte zu vermarkten. Er war der Lehrmeister vieler
anderer großer Köche und betreibt neben seinen Restaurants in Lyon und,
Tokyo, Singapur und in Florida noch immer intensive Nachwuchspflege....

Ich habe leider keine URL.

Edgar Warnecke

unread,
Dec 6, 2006, 1:19:35 PM12/6/06
to
Am Sun, 3 Dec 2006 18:10:59 +0100 schrieb Peter Wenz:

> Am Sat, 2 Dec 2006 14:28:58 -0400 schrieb Edgar Warnecke:
>
>> P.S.: Jan meint, auf solchen Mist antwortet er nicht. Warten wir es ab.
>
> Paraguay:
> Reissack droht umzufallen.
> Bevölkerung verhält sich noch ruhig.

Warum sollte sie nicht?
Mandioka waechst ueberall.

Edg@r

P.S.: Irgendwann geht auch einem Paraguayer seine tranquilidad aus.

Vorgestern das Urteil gegen die (politisch motivierten) Moerder von Cecila
Cubas. Insgsamt irgendwas bei > 300 Jahre Knast.

Heute das Urteil wegen der 400 Toten im Ycua Bolaños. 5 Jahre Knast.
Ich habe noch nie gesehen, wie sich 200schaften Polizei freiwillig
dermassen vermoebeln liessen. Einige lagen sich mit den Randalierern
heulend in den Armen. Da wusste man, beide hatten Verwandte unter den
Opfern...., was hat das jetyt mit dem thread yu tun?

Lutz Schulze

unread,
Dec 6, 2006, 12:26:21 PM12/6/06
to
Am Wed, 6 Dec 2006 14:19:35 -0400 schrieb Edgar Warnecke:

> Ich habe noch nie gesehen, wie sich 200schaften Polizei freiwillig
> dermassen vermoebeln liessen. Einige lagen sich mit den Randalierern
> heulend in den Armen. Da wusste man, beide hatten Verwandte unter den
> Opfern...., was hat das jetyt mit dem thread yu tun?

Wir liegen uns auch heulend in den Armen.

Lutz

--
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Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
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Will Berghoff

unread,
Dec 7, 2006, 4:16:19 AM12/7/06
to
Im News-Beitrag: 4tocjnF...@mid.individual.net tippte Edgar
Warnecke:

> > Hat es sich wohl. Leider wird die Theorie immer mehr in den
> > Vordergrund gerückt. Zwei Berufsschultage?

> das verstehen der Jan und ich auch. Warum tut Ihr als
> Ausbildungschefs nichts dagegen?

Da die Ausbildungsbetriebe aufgrund der nach dem Fall der Begrenzung
der Zahl der Ausbildungsplätze im Übermaß in den Betrieben gleichzeitig
"ausgebildeten" unfertigen Menschen keinerlei Theorie mehr vermitteln,
erscheint auch mir die Betonung der Theroie notwendig. Die
Berufsschulen ahben vor allem die Aufgaben, Lesen, Schreiben, rechnen
und denken zu lehren. Das war fürher mal die Aufgabe der Volksschulen
und der Eltern. Beide Gruppen haben sich weitgehend daraus
zurückgezogen.

> > Ich habe fünf Azubis hinter mir, die Abbrecher nicht gerechnet.
> > Alle bestanden, übrigens.

Gut so, Gratulation - ist leider nicht normal. Klar, dass Du das dann
anders siehts, aber Du zählst eben nicht zur Masse.

> Paul Bocuse, 80, gilt als einer der besten Köche der Welt und ist
> sicher der bekannteste - dank seines Talents, sich selbst, seine
> Restaurants, seine Ideen und Produkte zu vermarkten. Er war der
> Lehrmeister vieler anderer großer Köche und betreibt neben seinen
> Restaurants in Lyon und, Tokyo, Singapur und in Florida noch immer
> intensive Nachwuchspflege....

Oh - und menschlich ein A........h. Aber immerhin kein Kokser und
Ankokser wie einer seiner bekannten österreichischen Kollegen.

Gruß
Will

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 7, 2006, 6:22:16 AM12/7/06
to
Am Thu, 7 Dec 2006 10:16:19 +0100 schrieb Will Berghoff:

> Die
> Berufsschulen ahben vor allem die Aufgaben, Lesen, Schreiben, rechnen
> und denken zu lehren.

ACK.

> Das war fürher mal die Aufgabe der Volksschulen
> und der Eltern. Beide Gruppen haben sich weitgehend daraus
> zurückgezogen.

Bei letzteren spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle:
Die klassische Familie "Vater-Mutter-Kinder" wird immer seltener (hohe
Scheidungsraten). Viele Kinder werden von einem alleinerziehenden
Elternteil aufgezogen, das berufstätig ist. Da bleibt nicht wirklich Zeit,
im Elternhaus noch nebenbei Versäumnisse der Schulen aufzuholen.

In der klassischen Familie der 60er/70er Jahre war das anders, da war die
Mutter eben "Hausfrau", der Mann verdiente genug, und die Frau hatte eben
auch Zeit, den Kindern zur Not auch mal eine Stunde oder zwei bei den
Hausaufgaben zu helfen.

Und heute?

Welches Paar mit Kindern kann es sich noch leisten, das einer jahrelang zu
Hause bleibt? Auch z.B. im Hinblick auf die spätere Rente? Kaum mehr
jemand. Also gehen beide arbeiten, damit das Geld so gerade eben reicht.
Vielleicht haben sie ja Glück, und die Schule bietet eine
Übermittagsbetreuung an (die natürlich auch extra kostet). Da werden die
Kinder dann bis spätnachmittags "verwahrt" (meistens von anderen Müttern,
Lehrer sind für sowas nicht vorgesehen).

Sowas kann nur über Ganztagsschulen gelöst werden (wie in den meisten
anderen europäischen Staaten), aber das hat unsere Politik leider ein paar
Jahrzehntelang verschlafen. Und jetzt wird gejammert.

Grüße,

Frank (dessen Sohn in die 2. Klasse geht)

Konni Scheller

unread,
Dec 7, 2006, 7:00:29 AM12/7/06
to
Will Berghoff <real-...@berghoffs.de> wrote:

> Die
> Berufsschulen ahben vor allem die Aufgaben, Lesen, Schreiben, rechnen
> und denken zu lehren. Das war fürher mal die Aufgabe der Volksschulen
> und der Eltern. Beide Gruppen haben sich weitgehend daraus
> zurückgezogen.

Da hast Du vollkommen Recht. Das ist der Punkt. Wenn ich einen Azubi
habe, mit dem ich erst Prozentrechnen üben muss (so in drei von fünf
Fällen geschehen), kann ich eben keine beruflichen Inhalte vermitteln.

Servus,

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 7, 2006, 7:42:15 AM12/7/06
to
Am Thu, 7 Dec 2006 13:00:29 +0100 schrieb Konni Scheller:

> Will Berghoff <real-...@berghoffs.de> wrote:
>
>> Die
>> Berufsschulen ahben vor allem die Aufgaben, Lesen, Schreiben, rechnen
>> und denken zu lehren. Das war fürher mal die Aufgabe der Volksschulen
>> und der Eltern. Beide Gruppen haben sich weitgehend daraus
>> zurückgezogen.
>
> Da hast Du vollkommen Recht. Das ist der Punkt. Wenn ich einen Azubi
> habe, mit dem ich erst Prozentrechnen üben muss (so in drei von fünf
> Fällen geschehen), kann ich eben keine beruflichen Inhalte vermitteln.

Ich hatte mal einen gestandenen "Dr." als Kollegen, dem ich beibringen
mußte, wie man auf eine selbstgeschriebene Rechnung die Mehrwertsteuer
draufschlägt (also rein rechentechnisch). Daß er seine Doktorarbeit in
Italianisktik geschrieben hatte mag ja mildernd hinzu kommen, aber
trotzdem... ;-)

Grüße,

Frank

Lutz Schulze

unread,
Dec 7, 2006, 7:54:46 AM12/7/06
to
Am Thu, 7 Dec 2006 12:22:16 +0100 schrieb Frank Hucklenbroich:

> Bei letzteren spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle:
> Die klassische Familie "Vater-Mutter-Kinder" wird immer seltener (hohe
> Scheidungsraten).

Ist das aber nun Ursache oder Wirkung?

>Viele Kinder werden von einem alleinerziehenden
> Elternteil aufgezogen, das berufstätig ist. Da bleibt nicht wirklich Zeit,
> im Elternhaus noch nebenbei Versäumnisse der Schulen aufzuholen.

Auch bei zwei Eltern: man nimmt sich meist die Zeit nicht, weil vieles
andere wichtiger scheint.

> In der klassischen Familie der 60er/70er Jahre war das anders, da war die
> Mutter eben "Hausfrau", der Mann verdiente genug, und die Frau hatte eben
> auch Zeit, den Kindern zur Not auch mal eine Stunde oder zwei bei den
> Hausaufgaben zu helfen.
>
> Und heute?
>
> Welches Paar mit Kindern kann es sich noch leisten, das einer jahrelang zu
> Hause bleibt? Auch z.B. im Hinblick auf die spätere Rente? Kaum mehr
> jemand. Also gehen beide arbeiten, damit das Geld so gerade eben reicht.

Die Prioritäten haben sich verschoben. 'Gerade so eben reicht' mag
vielleicht jetzt stimmen, für Kinder entschied man sich schon vor 20 Jahren
immer seltener. Und das hat Gründe.

> Vielleicht haben sie ja Glück, und die Schule bietet eine
> Übermittagsbetreuung an (die natürlich auch extra kostet). Da werden die
> Kinder dann bis spätnachmittags "verwahrt" (meistens von anderen Müttern,
> Lehrer sind für sowas nicht vorgesehen).
>
> Sowas kann nur über Ganztagsschulen gelöst werden (wie in den meisten
> anderen europäischen Staaten), aber das hat unsere Politik leider ein paar
> Jahrzehntelang verschlafen. Und jetzt wird gejammert.

Das löst das Problem nicht, denn das sitzt wo ganz anders.

Gerrit Brodmann

unread,
Dec 7, 2006, 8:52:35 AM12/7/06
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> wrote:

>Bei letzteren spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle:
>Die klassische Familie "Vater-Mutter-Kinder" wird immer seltener (hohe
>Scheidungsraten). Viele Kinder werden von einem alleinerziehenden
>Elternteil aufgezogen, das berufstätig ist. Da bleibt nicht wirklich Zeit,
>im Elternhaus noch nebenbei Versäumnisse der Schulen aufzuholen.

Andersrum wird IMO ein Schuh daraus. Die Schule schfft es nicht mehr,
die Versäumnisse im Elternhaus aufzuholen.

Wie auch? Wenn das Elternhaus schon verkorkst ist, evtl gar das
Fehlverhalten der Kids in Schutz nimmt und die Lehrer keine
Druckmittel zur Erziehung haben, können sie nix machen.

Dafür wird dann kräftig auf die Lehere geschimpft, daß die nix
gebacken bekommen, ihnen dann aber auch noch die letzten Mittel zur
Erziehung streitig gemacht. (Zensurenvergabe, Ausschluß aus dem
Unterricht, damit wenigstens der Rest was lernt...)


Will Berghoff

unread,
Dec 7, 2006, 9:02:19 AM12/7/06
to
Im News-Beitrag: 1kr0coca0k2e5.7joviwhgihvo$.d...@40tude.net tippte
Frank Hucklenbroich:

> Ich hatte mal einen gestandenen "Dr." als Kollegen, dem ich
> beibringen mußte, wie man auf eine selbstgeschriebene Rechnung die
> Mehrwertsteuer draufschlägt (also rein rechentechnisch).

Mein tägliches Brot hier - aber da die meist von anderen Dingen viel
mehr wissen (und können) als ich, macht mir das nun garnichts aus. Man
kann wirklich nicht alles können. Aber von einem kaufmännischen
Auszubildenenden aller Berufssparten erwarte ich, dass er dieses Wissen
zum Ausbildungsbeginn mitbringt.

Gruß
Will

Peter Bruells

unread,
Dec 7, 2006, 9:17:43 AM12/7/06
to
"Will Berghoff" <real-...@berghoffs.de> writes:

> Im News-Beitrag: 1kr0coca0k2e5.7joviwhgihvo$.d...@40tude.net tippte
> Frank Hucklenbroich:
> > Ich hatte mal einen gestandenen "Dr." als Kollegen, dem ich
> > beibringen mußte, wie man auf eine selbstgeschriebene Rechnung die
> > Mehrwertsteuer draufschlägt (also rein rechentechnisch).
>
> Mein tägliches Brot hier - aber da die meist von anderen Dingen viel
> mehr wissen (und können) als ich, macht mir das nun garnichts aus. Man
> kann wirklich nicht alles können.

Pardon, aber eine Addition von 16% nicht ausführen zu können ist schon
etwas peinlich. Das ist schließlich schlichte Arithmetik und keine
Gleichungen mit drei Unbekannten.

Wobei ich festgestellt habe, daß in einer bestimmten Altersgruppe
Prozentrechnung ausnehmend schlecht vermittelt wurde, anstatt daß man
den Leuten einfach erklärt hat, daß "+ 10%" das gleiche wie "mal 1,1"
ist.


Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 7, 2006, 9:37:38 AM12/7/06
to
Am 07 Dec 2006 15:17:43 +0100 schrieb Peter Bruells:

> Wobei ich festgestellt habe, daß in einer bestimmten Altersgruppe
> Prozentrechnung ausnehmend schlecht vermittelt wurde, anstatt daß man
> den Leuten einfach erklärt hat, daß "+ 10%" das gleiche wie "mal 1,1"
> ist.

ACK. Prozentrechnung kam zu meiner Schulzeit (Gymnasium, 1990 Abi gemacht)
auch nur am Rande vor. Also im Vergleich zu solchen Dingen wie
Integralrechnung, die doch sehr viel ausführlicher durchgekaut wurden.

Frag mal rund, wie viel MwSt in einem Artikel für 100 EUR (brutto)
enthalten sind.

Wetten, daß nicht wenige Leute "16 EUR" antworten?

Grüße,

Frank

Will Berghoff

unread,
Dec 7, 2006, 9:42:51 AM12/7/06
to
Im News-Beitrag: m2hcw7n...@rogue.ecce-terram.de tippte Peter
Bruells:

> Pardon, aber eine Addition von 16% nicht ausführen zu können ist
> schon etwas peinlich. Das ist schließlich schlichte Arithmetik und
> keine Gleichungen mit drei Unbekannten.

Hast Du häufig mit hervorragenden Wissenschaftlern zu tun?

Es ist denen einfach nicht wichtig. Vielleicht könnten sie es, aber sie
denken nicht einmal darüber nach.

Dazu kommt, dass vielel dieser Leute eine Schulausbildung in der DDR
erlebt haben. Da muss es erhebliche Probleme bei der Erläuterung von
Zuschlagsrechnungen gegeben haben. Mir sind recht häufig ehemalige
DDR-Bürgger von hohem Intellekt gegenübergesessen, die erstaunt zur
Kenntnis nahmen, dass es auch Prozente unter Hundert gibt.

> Wobei ich festgestellt habe, daß in einer bestimmten Altersgruppe
> Prozentrechnung ausnehmend schlecht vermittelt wurde, anstatt daß man
> den Leuten einfach erklärt hat, daß "+ 10%" das gleiche wie "mal 1,1"
> ist.

Dafür können die Mengenleere <gr>

Gruß
Will

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 7, 2006, 9:44:46 AM12/7/06
to
Am Thu, 07 Dec 2006 13:52:35 GMT schrieb Gerrit Brodmann:

> Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> wrote:
>
>>Bei letzteren spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle:
>>Die klassische Familie "Vater-Mutter-Kinder" wird immer seltener (hohe
>>Scheidungsraten). Viele Kinder werden von einem alleinerziehenden
>>Elternteil aufgezogen, das berufstätig ist. Da bleibt nicht wirklich Zeit,
>>im Elternhaus noch nebenbei Versäumnisse der Schulen aufzuholen.
>
> Andersrum wird IMO ein Schuh daraus. Die Schule schfft es nicht mehr,
> die Versäumnisse im Elternhaus aufzuholen.

Auch das ist sicherlich richtig. Gewisse Grundvoraussetzungen müssen die
Eltern den Kindern mitgeben, völlig klar. Also das die Kinder in der Lage
sind, einen Vormittag lang einigermaßen still zu sitzen und dem Unterricht
zu folgen.

> Wie auch? Wenn das Elternhaus schon verkorkst ist, evtl gar das
> Fehlverhalten der Kids in Schutz nimmt und die Lehrer keine
> Druckmittel zur Erziehung haben, können sie nix machen.

ACK.

> Dafür wird dann kräftig auf die Lehere geschimpft, daß die nix
> gebacken bekommen, ihnen dann aber auch noch die letzten Mittel zur
> Erziehung streitig gemacht. (Zensurenvergabe, Ausschluß aus dem
> Unterricht, damit wenigstens der Rest was lernt...)

Richtig. Wobei das natürlich immer ein zweischneidiges Schwert ist, wenn
die Lehrer zu viel Einfluß haben. Ein Schulfreund von mir war damals auf
der Grundschule auch eher etwas "langsam" und ruhig, seine Lehrer wollten
ihn auf die Realschule schicken. Seine Eltern haben aber durchgesetzt, daß
er aufs Gymnasium kommt. Später hat er dann sein Abi mit einem
Einserschnitt geschafft, Physik studiert und in Kernphysik promoviert.
Wären die Eltern der Empfehlung gefolgt und hätten ihn auf die Realschule
geschickt - wer weiß, ob da nicht einfach im Mittelmaß untergegangen wäre.

Aber das mögen Einzelfälle sein.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 7, 2006, 9:50:18 AM12/7/06
to
Am Thu, 7 Dec 2006 13:54:46 +0100 schrieb Lutz Schulze:

> Am Thu, 7 Dec 2006 12:22:16 +0100 schrieb Frank Hucklenbroich:
>
>> Bei letzteren spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle:
>> Die klassische Familie "Vater-Mutter-Kinder" wird immer seltener (hohe
>> Scheidungsraten).
>
> Ist das aber nun Ursache oder Wirkung?

Gute Frage. Das bedingt sich sicherlich auch Wechselseitig.

>> Viele Kinder werden von einem alleinerziehenden
>> Elternteil aufgezogen, das berufstätig ist. Da bleibt nicht wirklich Zeit,
>> im Elternhaus noch nebenbei Versäumnisse der Schulen aufzuholen.
>
> Auch bei zwei Eltern: man nimmt sich meist die Zeit nicht, weil vieles
> andere wichtiger scheint.

Auch das ist sicher ein Problem, ACK.



>> Welches Paar mit Kindern kann es sich noch leisten, das einer jahrelang zu
>> Hause bleibt? Auch z.B. im Hinblick auf die spätere Rente? Kaum mehr
>> jemand. Also gehen beide arbeiten, damit das Geld so gerade eben reicht.
>
> Die Prioritäten haben sich verschoben. 'Gerade so eben reicht' mag
> vielleicht jetzt stimmen, für Kinder entschied man sich schon vor 20 Jahren
> immer seltener. Und das hat Gründe.

Ja sicher, wenn auch die Gründe sich im Laufe der Zeit bestimmt irgendwie
verschoben haben. Egoismus war sicher immer ein Thema.

Dann sicher auch bei einigen Zukunftsangst (wie auch immer die daherkommen
mag, sei es in den 80er Jahren die Atomkriegshysterie, die von den Madien
gerne geschürt wurde, oder heute eher die Angst um Karriere, Geld und
Rente).

Grüße,

Frank

Peter Bruells

unread,
Dec 7, 2006, 9:56:24 AM12/7/06
to
"Will Berghoff" <real-...@berghoffs.de> writes:

> Im News-Beitrag: m2hcw7n...@rogue.ecce-terram.de tippte Peter
> Bruells:
> > Pardon, aber eine Addition von 16% nicht ausführen zu können ist
> > schon etwas peinlich. Das ist schließlich schlichte Arithmetik und
> > keine Gleichungen mit drei Unbekannten.
>
> Hast Du häufig mit hervorragenden Wissenschaftlern zu tun?
>
> Es ist denen einfach nicht wichtig. Vielleicht könnten sie es, aber
> sie denken nicht einmal darüber nach.

"nicht darüber nachdenken" und "hervorragende Wissenschaftler" in
einem Satz zu lesen verwirrt mich etwas.

....


> > Wobei ich festgestellt habe, daß in einer bestimmten Altersgruppe
> > Prozentrechnung ausnehmend schlecht vermittelt wurde, anstatt daß man
> > den Leuten einfach erklärt hat, daß "+ 10%" das gleiche wie "mal 1,1"
> > ist.
>
> Dafür können die Mengenleere <gr>

Ehrlich gesagt bezog ich mich da auf frühere Jahrgänge.

Peter Bruells

unread,
Dec 7, 2006, 9:59:29 AM12/7/06
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> writes:

> Am 07 Dec 2006 15:17:43 +0100 schrieb Peter Bruells:
>
> > Wobei ich festgestellt habe, daß in einer bestimmten Altersgruppe
> > Prozentrechnung ausnehmend schlecht vermittelt wurde, anstatt daß man
> > den Leuten einfach erklärt hat, daß "+ 10%" das gleiche wie "mal 1,1"
> > ist.
>
> ACK. Prozentrechnung kam zu meiner Schulzeit (Gymnasium, 1990 Abi gemacht)
> auch nur am Rande vor.

Nun ja, das gehört ja irgendwo in die frühen Jahre. Einfache
Prozentrechnung ist ja nun mal nur Arithmerik, intessant wird es ja
erst mit Zinseszins. Da würde ich durchaus auch schon wieder beide
Augen zudrücken.

....


>
> Frag mal rund, wie viel MwSt in einem Artikel für 100 EUR (brutto)
> enthalten sind.
>
> Wetten, daß nicht wenige Leute "16 EUR" antworten?

Glaube ich sofort - auch, daß Leure nicht wissen, was "Brutto" und
"Netto" bedeuten. Und mir ist es auch schon passiert, daß ich auf
solche Fangfragen reinfalle - "einfach halt nicht nachgedacht". Aber
das ist ja nicht der beschriebene Fall.

Peter Bruells

unread,
Dec 7, 2006, 10:01:11 AM12/7/06
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> writes:

>
> Richtig. Wobei das natürlich immer ein zweischneidiges Schwert ist, wenn
> die Lehrer zu viel Einfluß haben. Ein Schulfreund von mir war damals auf
> der Grundschule auch eher etwas "langsam" und ruhig, seine Lehrer wollten
> ihn auf die Realschule schicken. Seine Eltern haben aber durchgesetzt, daß
> er aufs Gymnasium kommt. Später hat er dann sein Abi mit einem
> Einserschnitt geschafft, Physik studiert und in Kernphysik promoviert.
> Wären die Eltern der Empfehlung gefolgt und hätten ihn auf die Realschule
> geschickt - wer weiß, ob da nicht einfach im Mittelmaß untergegangen wäre.
>
> Aber das mögen Einzelfälle sein.

Glaube ich nicht - die Selektion setzt hierzulande viel zu früh
ein.

Gerrit Brodmann

unread,
Dec 7, 2006, 10:15:46 AM12/7/06
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> wrote:

>Richtig. Wobei das natürlich immer ein zweischneidiges Schwert ist, wenn
>die Lehrer zu viel Einfluß haben. Ein Schulfreund von mir war damals auf
>der Grundschule auch eher etwas "langsam" und ruhig, seine Lehrer wollten
>ihn auf die Realschule schicken. Seine Eltern haben aber durchgesetzt, daß
>er aufs Gymnasium kommt. Später hat er dann sein Abi mit einem
>Einserschnitt geschafft, Physik studiert und in Kernphysik promoviert.
>Wären die Eltern der Empfehlung gefolgt und hätten ihn auf die Realschule
>geschickt - wer weiß, ob da nicht einfach im Mittelmaß untergegangen wäre.

Er hätte auch erst Realschule und dann Gymmy machen können.

An Deinem Beispiel sehe ich nicht wirklich ein Problem, von "zu viel"
Einfluss, im Gegenteil, wenn man mal schaut, daß inzwischen ca 50% der
Leute auf das Gymnasium wollen, merkt man, daß da irgendwas nicht
stimmen kann, daß sich die Qualität der Ausbildung dort verschlechter
muß.

Das Hauptproblem bleibt aber das fehlende Druckmittel der Lehrer. Im
Gymnasium mögen Zensuren noch halbwegs ziehen, aber auch dort gibt es
genug Leute, welche diese relativ egal sind, spätestens an dsen
Hauptschulen lachen die Kids den Lehrer aus, wenn er mit Zensuren
droht.

Gerrit Brodmann

unread,
Dec 7, 2006, 10:17:27 AM12/7/06
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> wrote:

Dabei weiß doch jeder, daß es 7 Euro sind 8-)

CNR


Will Berghoff

unread,
Dec 7, 2006, 11:35:37 AM12/7/06
to
Im News-Beitrag: m28xhjn...@rogue.ecce-terram.de tippte Peter
Bruells:

> > Es ist denen einfach nicht wichtig. Vielleicht könnten sie es, aber
> > sie denken nicht einmal darüber nach.
>
> "nicht darüber nachdenken" und "hervorragende Wissenschaftler" in
> einem Satz zu lesen verwirrt mich etwas.

In der täglichen Praxis ist dies kein Widerspruch, sondern der
Normalzustand. Man hat eben andere Präferenzen.

Gleiches gilt für den Auftritt beim Pressetermin. Ein brauner und ein
schwarzer Schuh an den Füßen desselben Menschen überraschen niemanden
ernstlich und schränken sein Ansehen in keiner Weise ein.

Meinen Mandanten passiert das nicht (mehr), sie müssen immer meinen
prüfenden Blick passieren...

Ich bin inzwischen zu festen Überzeugung gekommen, dass das RAM eines
Menschen begrenzt ist und so manche Speicherbereich überschrieben
werden können.

Und so sehe ich auch die eingangs erwähnten Defizite der Jugend. Sie
können eben anderes sehr gut - nur braucht das die Gesellschaft nicht.

Gruß
Will

Angelika Jaunich

unread,
Dec 7, 2006, 1:27:17 PM12/7/06
to
Peter Bruells schrieb:

>Wobei ich festgestellt habe, daß in einer bestimmten Altersgruppe
>Prozentrechnung ausnehmend schlecht vermittelt wurde, anstatt daß man
>den Leuten einfach erklärt hat, daß "+ 10%" das gleiche wie "mal 1,1"
>ist.
>

Prozentrechnung konnten die meisten Leute früher[tm] auch nicht.

Als ich nach dem Studium in einer Versicherungsfiliale meine
Einarbeitung absolvierte (1973?), sagte der Filialleiter zu mir: "Sie
sind der erste Lehrling, der Prozentrechnen kann!"
Meine berliner Schnautze hat geantwortet: "Ich hab sogar ein Diplom
dadrauf.*grinz*"

Meine Aushilfe wollte auch 10% Rabatt mit dem Taschenrechner
ausrechnen. ;-)

Gruß
Angelika

--
Jede Kunst ist selbstständiges Leben. (Wassily Kandinsky)

http://kbh-jaunich.de

Bodo Rzany

unread,
Dec 7, 2006, 2:40:53 PM12/7/06
to
Joachim Wiesemann wrote:
> On Mon, 04 Dec 2006 18:28:51 +0100, Bodo Rzany wrote:
>
> 14 Bit Auflösung geht durchaus. Dies Genauigkeit steht dabei auf einem
> anderen Blatt.

Es war schon Genauigkeit gefordert -- ähem, zumindest stand es so im
Datenblatt für das "Meßgerät"...

> Allerdings ist auch eine Erhöhung der Genauigkeit
> prinzipiell möglich. 14 Bit Genauigkeit fordert aber deutlich mehr Aufwand
> als nur eine entsprechend genaue Wandlung.

Jau.

>>Aber mag ja sein, daß man es "im Ländle" geschafft
>>hat, Gesetze der Logik und der Physik außer Kraft zu
>>setzen. Wie gesagt: "alles, außer Hochdeutsch"...
>
> Außer Kraft nicht unbedingt. Man wandelt die niederwertigen Bits, wenn die
> Physik grad nicht hinguckt.

Nach dem Motto: Das misst ja eh keiner nach... ;-)

Aber ernsthaft: In der Wägetechnik habe ich mir damals wirklich
einen abgebrochen, die 10000 e über den vollen Temperaturbereich
und bei 30 V/m Einstrahlung bis 1 GHz zu erreichen.

Grüße
Bodo

Bodo Rzany

unread,
Dec 7, 2006, 2:44:22 PM12/7/06
to
Klaus-Holger Trappe wrote:
>
>>Aber mag ja sein, daß man es "im Ländle" geschafft
>>hat, Gesetze der Logik und der Physik außer Kraft zu
>>setzen. Wie gesagt: "alles, außer Hochdeutsch"...
>
> :-)
> Und das von einem Bayer/Franke ;-)

Ähem.., das scheint nur aus der Ferne so...
Aber wenn ich hier, nach der Prozentrechnungsdebatte,
nun zugebe, daß ich gebürtiger (Süd)Hesse bin, dann
sieht das wohl auch nicht viel besser aus, oder? ;-)

Bodo Rzany

unread,
Dec 8, 2006, 6:45:49 AM12/8/06
to
Edgar Warnecke wrote:
> Am Sun, 03 Dec 2006 14:20:09 +0100 schrieb Bodo Rzany:
>
>>Nicht *direkt* die Chancen und Motivationen haben sich in den letzten
>>10 bis 15 Jahren geändert, sondern die Definitionen der Voraussetzungen
>>und Ausbildungen. Und es sind auch nicht 10 bis 15 Jahre, sondern vielmehr
>>25 bis 35 Jahre, die diese Änderungen im Westen mittlerweile zurückliegen.
>
> Scheixxe, wenn die Kids noch Teenies sind...

Ach nee. Du solltest Dich viel lieber über Dein (noch) junges Alter
freuen. Sicher habe ich die 60/70er-Jahre genossen, aber ebenso sicher
nicht deswegen, weil es die 60/70er waren.

>>In den sechziger Jahren (siehe meine Zeitbestimmung weiter oben!) gab es
>>sehr, sehr wenige Abiturienten bzw. Gymnasiasten, und die Lehrlinge im
>>Betrieb meiner Eltern waren weitgehend wirklich erste Sahne.
>
> Naja, als Werksschueler hatte ich einen Azubi zum KFZ-Klempnner als
> Kollegen, der wurde spaeter Notschlachter.

Ist das 'was Besseres, als ein KFZ-Klempner?
Wie dem auch sei: Das heutige allgemeine Gejammere über schlechte
Lehrlinge kenne ich von früher nicht.

>>Es machte Spaß (mir, mit 14 bis 18 Jahren), mit ihnen zu arbeiten und mit
>>ihnen zu lernen,
>
> Auch ich moechte die Zeit nicht missen, auch wenn sie mich Akadiot oder
> Abituriot nannten. Wir lernten gemeinsam..., und davon jede Menge und jeder
> vom anderen.
>
>>und auch als ich dann mein Abitur hatte und studierte,
>>waren mit diese Menschen sehr viel wert.
>
> ...und sind es immer noch.

Selbstverständlich.

>>Unter heutigen Dipl.-Ing. (FH) finde ich nur sehr wenige, mit den
>>Qualitäten unserer damaligen Lehrlinge und, später, Gesellen bzw.
>>Meister.
>
> Ist das tatsaechlich so oder werden wir nur alt?

Ich schätze 'mal, daß wir zwar alt werden, daß das aber tatsächlich auch
so ist. Viele von denen, die heute als Dipl.-Ing. dahinvegetieren, wären
früher als Gesellen oder Meister sehr glücklich geworden.

Am Rande: Wenn ich mich heutzutage nach neuen Kunden umsehe, was ich
nebenbei ziemlich regelmäßig tun muß, dann mache ich das nicht über
Projektbörsen, sondern über das Durchsehen aktueller Anzeigen. Anzeigen
wie "Dipl.-Ing. gesucht" tue ich mir dabei generell garnicht mehr an.
Die werden schlicht aussortiert, weil unter diesem (einst) Titel eh'
nur noch Einkäufer, Lötknechte und Simulanten gesucht werden.

>>Tja, Willi Brand und seine SPD haben in den 70igern (also in der Zeit,
>>die Arnold Schiller nur aus den Berichten seines Vaters kennt) die
>>Maßstäbe verändert.
>
> Da widerspreche ich. Willy und Co. haben eine (relativ) gut funktionierende
> Republik uebernommen, daher konnten sie Wohltaten verteilen. Wer das nicht
> getan haette schmeisse den ersten Stein.

Ein Mißverständnis? Ich meinte, daß in der Zeit Willi Brands und SPD
der einst doch irgendwie wissenschaftlich belastete "Dipl.-Ing." durch
Umwandlung der "Ing. grad." zu "Dipl.-Ing. (FH)" zum Allerweltsbegriff
wurde, der nichts Richtiges mehr aussagt. Sozialistische Gleichmacherei
eben.

>>Als ich damals an der Universität studierte, wurden die schulischen
>>Ingenieure zur Klarstellung mit "Ing. grad." benannt.
>
> ...und daran haben sie immer gelitten, weil meine Kollegen von der Uni die
> Nase so hoch trugen, dass es reinregnete.

Ach komm. "An den Taten sollt ihr sie erkennen."
Bei einem meiner aktuellen Großprojekte, für das ich immer wieder ein
paar Tage auf Achse bin, duzen sich Alle, vom Abteilungsleiter bis zum
Lehrling. Ich weiß bis heute nicht, wer da richtiger Inschenschör ist,
und wer nicht. Bei Einigen vermute ich es aufgrund ihrer technisch
fundierten Vorgehensweise.

> Wer um Himmelswillen ist Maxwell? Da war doch mal was mit Tonbaendern oder
> so?

Nee. Das war der, der einst die Kaffeedose erfunden hat... ;-)

> BTW: Thermo habe ich auch gehasst wie die Pest.

Naja, mein Lieblingsfach war's auch nicht. Aber mir würde heute etwas
fehlen, wenn ich's nicht hätte mitnehmen müssen.

>>Nun ja, diese Leute sind heute die, die früher aus der beruflichen
>>Bildung kamen. Und was für die heutige berufliche Bildung "an Material"
>>(das war jetzt absichtlich ketzerisch formuliert) noch übrigbleibt, haben
>>ja hier schon andere Mitposter geschrieben.
>
> "Wir" haben sie dazu gemacht! Dabei bleibe ich.

Es ist wohl wirklich richtig, daß unsere Generation diese Leute von
der beruflichen in die schulische Bildung gedrängt hat. Ist ja auch
irgendwie imposanter, als (schulischer) Dipl.-Ing. durch die Gegend
laufen zu dürfen, als denn als z.B. Elektromeister.

>>Das war meine unmaßgebliche Sicht der Dinge. Ich hoffe, sie hat Dir dennoch
>>etwas weitergeholfen.
>
> Auch wenn wir nicht ueberall einer Meinung sind gebe ich Dir Recht.

Das beruhigt mich sehr. ;-)

> Martin hat eine komische Brille auf. Wie soll, ich erlaube mir das zu zu
> beurteilen, ein Migrationskind, unter den verschaerften Bedingungen der
> "Duldung", zur Erwerbsunfaehigkeit verdammten, in ein soziales Ghetto schon
> mal vorsorglich abgeschobenen Eltern, unter Lehrkraeftemangel leidenden
> Schulen mit babylonischem Sprachgewirr die von Euch geforderten Bedingungen
> erfuellen?
>
> Kommt mir nicht mit Ausnahmen, die gibt es ueberall!
>
> Bei Martins Aussagen bekomme ich Wuerfelhusten.

Ich habe den Thread noch einmal überflogen, dabei aber nicht gefunden, wo
Martin Ähnliches gesagt haben soll.
Was wir (falls ich mich in diesem komischen Deutschland überhaupt noch zu diesem
"wir" bekennen darf) fordern, ist der Wille zu einem produktiven Miteinander.
Wenn da junge Leute kommen, die nur die Finanzierung ihrer Disco-Besuche und
des nächst schnelleren Playboy (heißen diese Spielkonsolen so?) im Kopf haben,
dann sind das nicht unbedingt die, mit denen ich zusammenarbeiten will. Diese
Leute sollten dann vielleicht doch besser auf Müntefering hoffen...

War ich jetzt sehr garstig?

Grüße
Bodo

Will Berghoff

unread,
Dec 8, 2006, 8:45:55 AM12/8/06
to
Im News-Beitrag: esvn44-...@ibrro.de tippte Bodo Rzany:

> Ein Mißverständnis? Ich meinte, daß in der Zeit Willi Brands und SPD
> der einst doch irgendwie wissenschaftlich belastete "Dipl.-Ing."
> durch Umwandlung der "Ing. grad." zu "Dipl.-Ing. (FH)" zum
> Allerweltsbegriff wurde, der nichts Richtiges mehr aussagt.
> Sozialistische
> Gleichmacherei eben.

Das ist doch noch garnichts gegen die Umwandlung von kommunistischen
5-Jahresplanergebnismanipulierern AKA "Innschnöhröhgohnohm" zum
Dipl.-Ing.

Ich betrachte das als eine bodenlose Frechheit und eine völlige
Entwertung des Dipl.-Ing.

Und meinen dem Dipl. (FH) völlig gleichwertigen Ausbildungsgang hat
man mangels politischer Lobby bei all diesen Geschenken jedesmal völlig
vergessen, ebenfalls aufzuwerten...

Gruß
Will

Bodo Rzany

unread,
Dec 8, 2006, 10:06:14 AM12/8/06
to
Will Berghoff wrote:
>
> Das ist doch noch garnichts gegen die Umwandlung von kommunistischen
> 5-Jahresplanergebnismanipulierern AKA "Innschnöhröhgohnohm" zum Dipl.-Ing.

Ja, ich erinnere mich an die Zeit vor der Wende und daran, daß es mir
damals völlig egal war, weil die ja irgendwie nicht dazu gehörten...
Heute fällt es mir umso schwerer, Titel aus den Bundesländern richtig
einzuordnen.

> Ich betrachte das als eine bodenlose Frechheit und eine völlige
> Entwertung des Dipl.-Ing.

Naja, sooo schlimm ist wohl nun doch nicht. Blöd halt, daß man bei
der Kundenakquise heutzutage viel mehr drum herum labern muß. Früher
reichte hier der dezente Hinweis auf der Visitenkarte.

> Und meinen dem Dipl. (FH) völlig gleichwertigen Ausbildungsgang hat man
> mangels politischer Lobby bei all diesen Geschenken jedesmal völlig
> vergessen, ebenfalls aufzuwerten...

Och, meine Schwester, die nie an Solcherlei dachte, hammse nicht
vergessen. Die freut sich heute noch darüber, auch wenn es ihr,
nach ihrer Aussage, irgendwie peinlich ist.

Grüße
Bodo

--
Der PGP-Key: http://www.ibrro.de/inc/rzanyibrro.de
Wir wollen es denen ja nicht zu einfach machen...

Edgar Warnecke

unread,
Dec 8, 2006, 12:12:13 PM12/8/06
to
Am Wed, 6 Dec 2006 20:05:48 +0100 schrieb Peter Wenz:

> Am Wed, 6 Dec 2006 14:19:35 -0400 schrieb Edgar Warnecke:
>
>> Opfern...., was hat das jetyt mit dem thread yu tun?
>
> Ich tu mich schwer, dir zu erklären, warum du das geschrieben hast.
> Ich weiß es nämlich nicht...

Woher soll ich wissen was ich geschrieben habe bevor ich es gelesen habe.

Sorry, nehmt die [Entf].

Edg@r
--
*** Einfach ist genial / fácil es genial ***
Berichte aus Paraguay [next update: approx. 15.12.06]
http://edgar-warnecke.schmuckfabrik.de
Manchmal unvermeidbare Doppelpostings/-mails, bitte wegschmeissen.

Wolfgang Uhr

unread,
Dec 8, 2006, 11:27:11 AM12/8/06
to
Rüdiger Silberer schrieb:
> Am 03.12.2006 schrieb Bodo Rzany:
>
>
>>Rüdiger Silberer wrote:
>>
>>>Am 03.12.2006 schrieb Bodo Rzany:
>>>
>>>
>>>>Wie gesagt (und oben am Beispiel unserer früheren Lehrlinge belegt): das
>>>>war eben früher. Heute wird ein FDP-Häutling mit Hauptschulabschluß per
>>>>1jähriger Abendschule neben seinem Job zum Dipl.-Kfm. geadelt (und das
>>>>mitten in Bayern!).
>>>
>>>Was ist denn ein "FDP-Häutling"? Und wie wird man mit einem Jahr
>>>Abendschule zum Dipl.-Kfm.?
>>
>>Da musst Du den FDP-Kreisvorsitzenden im Landreis Pfaffenhofen/Ilm
>>fragen...
>
>
> Naja, ich dachte schon Du hättest richtige Informationen. Und ein
> Kreisvorsitzender ist noch kein Häuptling, falls Du das meintest.

Ich sehe das so:

a) Die Ausbildung - also Lehre - zum Kaufmann dauert in der Regel 2,5
bis 3,5 Jahre, je nach Spezifikation
b) Unter einem Diplom-Kaufmann verstehe ich jemanden, der mindestens ein
FH-Studium abgeschlossen hat und das dauert auch 4 Jahre und setzt
wenigstens das Fachabitur voraus.

Wenn das so geschehen ist, dann zeigt das nur: Da ist jemand
Dipl.-Kaufmann geworden - in einer wirklichen Recordzeit - der vor 15
Jahren noch nicht einmal zu diesem Studium zugelassen worden wäre.

Der Mann ist Häuptling - vielleicht noch nicht, aber bald.

Herzliche Grüße
Wolfgang

--
In der Newsgroupmailadresse sind nur plain-text-Mails freigeschaltet.
http://applikationssoftware.de/

Bodo Rzany

unread,
Dec 8, 2006, 11:41:29 AM12/8/06
to
Edgar Warnecke wrote:
>
> Woher soll ich wissen was ich geschrieben habe bevor ich es gelesen habe.

..in der letzten Zeit selten etwas dermaßen Wahres gelesen.
Jetzt weiß ich auch, warum mich mein eigenes Geschreibsel
manchmal so komisch anmutet... Danke.

Bodo ;-)

--
Mein PGP-Key: http://www.ibrro.de/inc/rzanyibrro.asc

Wolfgang Uhr

unread,
Dec 8, 2006, 11:44:37 AM12/8/06
to
Frank Hucklenbroich schrieb:

> Ich hatte mal einen gestandenen "Dr." als Kollegen, dem ich beibringen
> mußte, wie man auf eine selbstgeschriebene Rechnung die Mehrwertsteuer
> draufschlägt (also rein rechentechnisch).

Ein Bekannter vor mir hatte mal - damals in der Zeit als das
Informatikstudium aufkam als Beisitzer in einer der ersten
Diplomprüfungen gesessen. Dort war u.a. ein Kandidat, der stolz darauf
war, dass er das ganze Informatikstudium geschafft hatte, ohne Kontakt
mit einem Rechner ...

Ich glaube solche Geschichten füllen Bücher ...

Wolfgang Uhr

unread,
Dec 8, 2006, 11:49:58 AM12/8/06
to
Will Berghoff schrieb:

>> Das ist schließlich schlichte Arithmetik und
>> keine Gleichungen mit drei Unbekannten.
>
> Hast Du häufig mit hervorragenden Wissenschaftlern zu tun?
>
> Es ist denen einfach nicht wichtig. Vielleicht könnten sie es, aber sie
> denken nicht einmal darüber nach.

Das stimmt so nur bedingt. Ich habe damals in der Schule immer ein
Gleichungssystem draus gemacht und das gelöst (auf irgend einem
Schmierzettel). Bis ich irgendwann auswendig wußte, was rauskomt. Anders
hätte ich das nie kapiert.

Herzliche Grüße
Wolfgang

Will Berghoff

unread,
Dec 8, 2006, 1:34:45 PM12/8/06
to
Im News-Beitrag: elc5iq$thd$1...@online.de tippte Wolfgang Uhr:

> > Hast Du häufig mit hervorragenden Wissenschaftlern zu tun?
> >
> > Es ist denen einfach nicht wichtig. Vielleicht könnten sie es,
> > aber sie denken nicht einmal darüber nach.
>
> Das stimmt so nur bedingt. Ich habe damals in der Schule immer ein
> Gleichungssystem draus gemacht und das gelöst (auf irgend einem
> Schmierzettel). Bis ich irgendwann auswendig wußte, was rauskomt.
> Anders hätte ich das nie kapiert.

Du hältst Dich also für einen hervorragenden Wissenschaftler?

Gruß
Will

Message has been deleted

Konni Scheller

unread,
Dec 8, 2006, 3:01:43 PM12/8/06
to
Wolfgang Uhr <fromNew...@devsup.de> wrote:

> Ein Bekannter vor mir hatte mal - damals in der Zeit als das
> Informatikstudium aufkam als Beisitzer in einer der ersten
> Diplomprüfungen gesessen. Dort war u.a. ein Kandidat, der stolz darauf
> war, dass er das ganze Informatikstudium geschafft hatte, ohne Kontakt
> mit einem Rechner ...
>
> Ich glaube solche Geschichten füllen Bücher ...

Die dann von Germanisten, die nie ein Buch gelesen haben, rezensiert
werden?

Servus,
Konni

--
Grummelnd am Herd: http://www.roterochs.de/kulinarische-monologe/

Wolfgang Uhr

unread,
Dec 8, 2006, 2:56:53 PM12/8/06
to
Will Berghoff schrieb:

> Du hältst Dich also für einen hervorragenden Wissenschaftler?

Bezogen auf die Probleme, die ich mit der Prozentrechnung hatte - ja ...

Wolfgang Uhr

unread,
Dec 8, 2006, 3:01:04 PM12/8/06
to
Rüdiger Silberer schrieb:
>
> Wenn er so clever ist, warum auch nicht.
>

Meine Aussage war in keine Weise negativ oder abwertend. Mir ist nur
derzeit noch nicht klar, ob es sich um "den gleichen Unterrichtsstoff"
handelt.

Bei dem Programm kann das doch nur ein Einzelkurs sein. Oder bekommt man
in DE eine ganze Gruppe zusammen, die von Hauptschulabschluss nach Dipl.
Kaufmann kommt in einem Jahr? Die müssen m.E. übermenschlich begabt sein.

Will Berghoff

unread,
Dec 9, 2006, 3:48:46 AM12/9/06
to
Im News-Beitrag: 1hq1ozx.1ofc0dp77gn1zN%ksch...@ochs.franken.de
tippte Konni Scheller:

> Die dann von Germanisten, die nie ein Buch gelesen haben, rezensiert
> werden?

Wir essen ja schon Gerichte von österreichischen Köchen, die seit
Jahren nicht mehr am Herd gestanden haben und in Deutschland Koch- und
Koksverbot haben...

"Server not found" - hätte Dein grummeln gerne mal betrachtet.

Gruß
Will

Wolfgang Uhr

unread,
Dec 9, 2006, 7:32:48 AM12/9/06
to
Bodo Rzany schrieb:
> sondern unter denen, die
> stattdessen zum Ausdruck bringen, daß sie auf Wissen und Können setzen?

Das ist ein guter Gedanke, wie sieht sowas konkret aus? Woran erkennt
man solche Firmen?

Lutz Schulze

unread,
Dec 9, 2006, 8:25:45 AM12/9/06
to
Am Sat, 09 Dec 2006 13:32:48 +0100 schrieb Wolfgang Uhr:

> Bodo Rzany schrieb:
>> sondern unter denen, die
>> stattdessen zum Ausdruck bringen, daß sie auf Wissen und Können setzen?
>
> Das ist ein guter Gedanke, wie sieht sowas konkret aus? Woran erkennt
> man solche Firmen?

z.B. an der Anfrage: 'das und das ist das Problem, haben Sie dafür eine
Lösung?'.

Lutz

--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Kostenloser SNMP-Monitor für Windows: http://www.snmpview.de

Konni Scheller

unread,
Dec 9, 2006, 8:34:41 AM12/9/06
to
Will Berghoff <real-...@berghoffs.de> wrote:

> "Server not found" - hätte Dein grummeln gerne mal betrachtet.

jetzt geht er wieder. Da ist in Wien offenbar einer übers Kabel
gestolpert.

Es hat was, wenn man den Provider persönlich kennt.

Servus,
Konni
--

Wolfgang Uhr

unread,
Dec 9, 2006, 8:31:28 AM12/9/06
to
Lutz Schulze schrieb:

> z.B. an der Anfrage: 'das und das ist das Problem, haben Sie dafür eine
> Lösung?'.

In einer Zeitungsanzeige fragen die sowas? Diese "Blöße vor den Kunden"
gibt sich doch keiner.

Lutz Schulze

unread,
Dec 9, 2006, 8:54:56 AM12/9/06
to
Am Sat, 09 Dec 2006 14:31:28 +0100 schrieb Wolfgang Uhr:

> In einer Zeitungsanzeige fragen die sowas? Diese "Blöße vor den Kunden"
> gibt sich doch keiner.

Nein, ich hatte die telefonischen Anfragen im Hinterkopf.

Da sind die, die nach Lösungen fragen, doch etwas lohnender (nebenbei meist
auch technisch interessanter) als die mit der Frage nach dem Preis (weshalb
die Preise auch gleich auf der Webseite stehen).

Über Zeitungsanzeigen suche ich keine Kunden, auch nicht invers.

Bodo Rzany

unread,
Dec 9, 2006, 9:03:58 AM12/9/06
to
Wolfgang Uhr wrote:
> Bodo Rzany schrieb:
>
>>sondern unter denen, die
>>stattdessen zum Ausdruck bringen, daß sie auf Wissen und Können setzen?
>
> Das ist ein guter Gedanke, wie sieht sowas konkret aus? Woran erkennt
> man solche Firmen?

Wie Lutz schon geschrieben hat: An der Art der Suchanfrage. Steht da
nur Larifari in der Art "Dipl.-Ing. gesucht", dann steht dahinter meist
irgendein Arbeitnehmerüberlasser, der sein Portfolio erweiteren will,
oder eine Abteilung eines größeren Ladens, die wieder einmal einen
Meßknecht sucht. Sowas kann man von vorneherein vergessen, es lohnt
nicht einmal, auch nur ansatzweise Vorstellung von Firma und Aufgabe
zu lesen. Ein konkretes Ansprechen der Aufgabe in der Suchanfrage
hingegen deutet auf gesteigertes Interesse und/oder aktuelle Probleme
beim potentiellen Kunden hin. Mit ein bisschen Vorbereitung auf die
erste (meist telefonische) Kontaktaufnahme und "Rüberwachsenlassen"
von Kompetenz ist man dann sehr schnell bei der Sache und bei den
Entscheidern außerhalb des Personalbüros. Und das ist wichtig, weil
sich Personaler in weiterführenden Gesprächen mit Selbständigen sehr
schnell auf den Schlips getreten fühlen.

Auf diese Art habe ich allein in den vergangenen 1.5 Jahren 5 neue
Kunden gewonnen, von denen einer ein Niete war, zwei sich als relativ
uninteressant (nur kleine, undankbare Aufgaben) erwiesen haben, und
zwei nun sehr gute Kunden mich heute am liebsten beide je zu 100 %
auslasten würden. Das zuzulassen, wäre allerdings kurzsichtig, da dann
die notwendige weitere Diversifizierung vor die Hunde gehen und auch
keine Zeit und Gelegenheit für zusätzliche Akquise bleiben würde.

Zugegeben: Dieser Weg ist nicht gerade der, der hier oft als
notwendige aktive Kundenwerbung beschrieben wird, sondern dagegen
eher passiv. Andererseits wüsste ich nicht, wie ich auf anderen Wegen
an die technischen Entscheider in diesen Firmen herankommen sollte.
Hingehen und fragen, "haben sie ein Problem? Ich habe die Lösung!",
führt bei diesen Leuten zum sofortigen und endgültigen Rausschmiss.
Ich mache es bei derartigen Anfragen, so sie an mich gestellt werden,
nicht anders.

Grüße
Bodo

Lutz Schulze

unread,
Dec 9, 2006, 9:15:10 AM12/9/06
to
Am Sat, 09 Dec 2006 15:03:58 +0100 schrieb Bodo Rzany:

> Auf diese Art habe ich allein in den vergangenen 1.5 Jahren 5 neue
> Kunden gewonnen, von denen einer ein Niete war, zwei sich als relativ
> uninteressant (nur kleine, undankbare Aufgaben) erwiesen haben, und
> zwei nun sehr gute Kunden mich heute am liebsten beide je zu 100 %
> auslasten würden. Das zuzulassen, wäre allerdings kurzsichtig, da dann
> die notwendige weitere Diversifizierung vor die Hunde gehen und auch
> keine Zeit und Gelegenheit für zusätzliche Akquise bleiben würde.

Bruder im Geiste, wird ein interessantes Gespräch bei unserem Bier im
Frühjahr.

Unabhängig und zuverlässig, so stelle ich mir das Ganze vor.

Will Berghoff

unread,
Dec 9, 2006, 9:16:36 AM12/9/06
to
Im News-Beitrag: fbsq44-...@ibrro.de tippte Bodo Rzany:

> Wie Lutz schon geschrieben hat: An der Art der Suchanfrage. Steht da
> nur Larifari in der Art "Dipl.-Ing. gesucht", dann steht dahinter
> meist irgendein Arbeitnehmerüberlasser, der sein Portfolio
> erweiteren will, oder eine Abteilung eines größeren Ladens, die
> wieder einmal einen Meßknecht sucht. Sowas kann man von vorneherein
> vergessen, es lohnt nicht einmal, auch nur ansatzweise Vorstellung
> von Firma und Aufgabe zu lesen. Ein konkretes Ansprechen der Aufgabe
> in der Suchanfrage hingegen deutet auf gesteigertes Interesse
> und/oder aktuelle Probleme beim potentiellen Kunden hin.

Das stimmt nicht bei Behörden u.ä.

Da wird oft sehr neutral eine "Besoldungsstufe" ausgeschrieben und erst
im Kleingedruckten erfährt man näheres.

Dass das nicht zielführend ist, versteht man dort nicht.

Gruß
Will

Bodo Rzany

unread,
Dec 9, 2006, 9:40:16 AM12/9/06
to
Lutz Schulze wrote:
>
> Bruder im Geiste, wird ein interessantes Gespräch bei unserem Bier im
> Frühjahr.

:-)

> Unabhängig und zuverlässig, so stelle ich mir das Ganze vor.

und am Wochenende über 'ner Inbetriebnahme-Dokumentation brüten
(wie heißt so'n Ding eigentlich auf englisch/bushisch - weiß das
hier jemand?) und vor lauter Lustlosigkeit andauernd auf debs
gucken, ob's da nicht 'ne Ablenkung gibt...

Jaja... ;-(

Lutz Schulze

unread,
Dec 9, 2006, 3:42:06 PM12/9/06
to
Am Sat, 09 Dec 2006 15:40:16 +0100 schrieb Bodo Rzany:

> Lutz Schulze wrote:
>>
>> Bruder im Geiste, wird ein interessantes Gespräch bei unserem Bier im
>> Frühjahr.
>
> :-)
>
>> Unabhängig und zuverlässig, so stelle ich mir das Ganze vor.
>
> und am Wochenende über 'ner Inbetriebnahme-Dokumentation brüten
> (wie heißt so'n Ding eigentlich auf englisch/bushisch - weiß das
> hier jemand?) und vor lauter Lustlosigkeit andauernd auf debs
> gucken, ob's da nicht 'ne Ablenkung gibt...
>
> Jaja... ;-(

weiss nicht, war gerade im Dorfgasthof, höre jetzt zur Neutralisation Billy
Idol.

Mein Gott, was schert mich die Arbeit. Andererseits, andere lecken sich die
Finger danach. Ziel muss doch sein, das Pensum in verträglicher Zeit zu
bewältigen.

Oder: irgendwas mache ich falsch.

Message has been deleted

Dietz Proepper

unread,
Dec 10, 2006, 7:22:26 AM12/10/06
to
Aleks A.-Lessmann wrote:

> On Thu, 7 Dec 2006 12:22:16 +0100, Frank Hucklenbroich wrote:
>
>>Scheidungsraten). Viele Kinder werden von einem alleinerziehenden
>>Elternteil aufgezogen, das berufstätig ist. Da bleibt nicht wirklich Zeit,
>>im Elternhaus noch nebenbei Versäumnisse der Schulen aufzuholen.
>
> Komisch, meine Mutter muss wohl wonder woman gewesen sein, wie sie das
> hingekriegt hat...

Wenn Deine Mutter alleinerziehend war und dies in keiner Form auf die
Lebenumstände durchgeschlagen hat dann ist die Vermutung durchaus nicht
abwegig. Damit möchte ich nicht sagen, Alleinerziehende hätten prinzipiell
keine Chance, nur, es ist eine Aufgabe die ich für viel Geld nicht haben
wollte.

> Die Ausrede lasse ich nicht gelten. Entweder stellen ich mich der
> Verantwortung, Elternteil zu sein, oder ich kriege keine Kinder. Mittel
> und Wege zur Vermeidung gibt es heutzutage genug.

Du als Typ bist ja auch fein 'raus. Du stresst Dich mal für 15 Minuten, den
Rest macht eh "die Alte". Auf die Existenz von Todesfällen oder darauf, daß
man sich u.U. trennt (und dann wohl nicht wenig Männer in der Erfüllung ihrer
Pflichten nicht wesentlich über den Punkt daß sie einen Teil des Kindergelds
bekommen hinaus gehen) möchte ich jetzt garnicht genauer eingehen.

Edgar Warnecke

unread,
Dec 10, 2006, 12:23:22 PM12/10/06
to
Am Thu, 07 Dec 2006 15:15:46 GMT schrieb Gerrit Brodmann:

> Er hätte auch erst Realschule und dann Gymmy machen können.

...was habe ich denn nun schon wieder angestellt?

Gerrit, mit Verlaub, Du hast einen an der Waffel. Mein "Alter" [tm] hat
sich ueber den Bildungsweg durchgebissen. Ganz ehrlich, ich haette das
"standing" nicht gehabt.

> Das Hauptproblem bleibt aber das fehlende Druckmittel der Lehrer.

Du weisst aber, dass Druck Gegendruck erzeugt?
Erfurt, nein danke!

> Im Gymnasium mögen Zensuren noch halbwegs ziehen, aber auch dort gibt es
> genug Leute, welche diese relativ egal sind, spätestens an dsen
> Hauptschulen lachen die Kids den Lehrer aus, wenn er mit Zensuren droht.

Hmmmm..., ja. Vielleicht sollte man mal etwas Kohle fuer die Schulen und
Lehrerausbildung losemachen?
Sucht in der Zeit von gestern, Donnerstag.

Ooops, ich vergass, Du hast keine Kinder und warst weder ausbilderisch noch
erzieherisch taetig, sorry.

Edgar Warnecke

unread,
Dec 10, 2006, 12:23:24 PM12/10/06
to
Am Fri, 08 Dec 2006 16:06:14 +0100 schrieb Bodo Rzany:

mal vorweg, garstig warste nun wahrhaftig nicht.

> Will Berghoff wrote:
>>
>> Das ist doch noch garnichts gegen die Umwandlung von kommunistischen
>> 5-Jahresplanergebnismanipulierern AKA "Innschnöhröhgohnohm" zum Dipl.-Ing.
>
> Ja, ich erinnere mich an die Zeit vor der Wende und daran, daß es mir
> damals völlig egal war, weil die ja irgendwie nicht dazu gehörten...
> Heute fällt es mir umso schwerer, Titel aus den Bundesländern richtig
> einzuordnen.

Tut mir leid, ich kann die bis heute nicht ernst nehmen.



>> Ich betrachte das als eine bodenlose Frechheit und eine völlige
>> Entwertung des Dipl.-Ing.
>
> Naja, sooo schlimm ist wohl nun doch nicht. Blöd halt, daß man bei
> der Kundenakquise heutzutage viel mehr drum herum labern muß. Früher
> reichte hier der dezente Hinweis auf der Visitenkarte.

Womit wir wieder bei den Referenzen waeren. Leider kann man die nicht so
schoen rahmen wie einen "Titel".



>> Und meinen dem Dipl. (FH) völlig gleichwertigen Ausbildungsgang hat man
>> mangels politischer Lobby bei all diesen Geschenken jedesmal völlig
>> vergessen, ebenfalls aufzuwerten...
>
> Och, meine Schwester, die nie an Solcherlei dachte, hammse nicht
> vergessen.

Meinen "Alten" auch nicht. Dem hammse die Umschreibung vom VDEI
aufgedraengt und bezahlt.

> Die freut sich heute noch darüber, auch wenn es ihr,
> nach ihrer Aussage, irgendwie peinlich ist.

Moege sie ihre Distanz und ihren Humor behalten ;-)

Gerrit Brodmann

unread,
Dec 10, 2006, 5:00:13 PM12/10/06
to
Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net> wrote:

>Am Thu, 07 Dec 2006 15:15:46 GMT schrieb Gerrit Brodmann:
>
>> Er hätte auch erst Realschule und dann Gymmy machen können.
>
>...was habe ich denn nun schon wieder angestellt?
>
>Gerrit, mit Verlaub, Du hast einen an der Waffel. Mein "Alter" [tm] hat
>sich ueber den Bildungsweg durchgebissen. Ganz ehrlich, ich haette das
>"standing" nicht gehabt.

Und? Ich kenne genug Leute, welche von der Realschule ins Gymnasium
gewechselt sind udn auch diverse, welche den Weg zurück gemacht haben.

Es ist keine unüberbrückbare Hürde. Wenn aber Dank Elternwille immer
mehr "ungeeignete" Kids ins Gymnasium (oder Realschule) kommen, wird
es der Qualität nicht grade förderlich sein.

>> Das Hauptproblem bleibt aber das fehlende Druckmittel der Lehrer.
>
>Du weisst aber, dass Druck Gegendruck erzeugt?
>Erfurt, nein danke!

Sorry, das ist Blödsinn! Solche Dinge wie dort passieren ja grade
auch, weil niemand mehr selbst einfache Werte entsprechend vermitteln
kann.

Hand auf heisser Herdplatte tut weh, das lernt jedes Kind. Asoziales
Verhalten tut leider IDR nicht weh.

>> Im Gymnasium mögen Zensuren noch halbwegs ziehen, aber auch dort gibt es
>> genug Leute, welche diese relativ egal sind, spätestens an dsen
>> Hauptschulen lachen die Kids den Lehrer aus, wenn er mit Zensuren droht.
>
>Hmmmm..., ja. Vielleicht sollte man mal etwas Kohle fuer die Schulen und
>Lehrerausbildung losemachen?
>Sucht in der Zeit von gestern, Donnerstag.
>
>Ooops, ich vergass, Du hast keine Kinder und warst weder ausbilderisch noch
>erzieherisch taetig, sorry.

Man muß keine Kuh sein, um zu merken, daß die Milch sauer ist.

Hast Du früher beim Nachbarn ne Scheibe eingeschmissen, gab es beim
Erwischtwerden kräftig eins hinter die Ohren und wenn es bei den
Eltern rauskam zu Hause noch mal.

Heute schmeisst ein Kid die Scheibe ein und der Nachbar bekommt noch
ne Strafanzeige, weil er des Balg zu laut angeschrien hat und am Arm
gepackt bei den Eltern abliefert.

Was lernt das Kiddie daraus? Richtig! Es darf Scheiben einschmeissen
und wenn es erwischt wird, bekommt der Erwischer ggfls sogar noch
Ärger. Da läuft doch eindeutog etwas falsch.

Und bevor es falsch interpretiert wird, ich bin kein Freund der
"Prügelstrafe".

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