ich werde mich im Januar selbstständig machen, und überlege
derzeit, ob die Freiwillige Arbeitslosenversicherung für mich
sinnvoll ist.
Mal ein paar Daten:
- Mitte 20
- Höchster formeller Abschluss Berufsausbildung
- Hohe Qualifikationen auf meinem Fachgebiet, auch auf Papier
belegt
- Habe dieses Jahr mehrere gut dortierte Jobangebote ausgeschlagen
- Gehe zuversichtlich in die Selbstständigkeit, mit dem Ziel meine
bereits jetzt gute Einkommenssituation deutlich zu verbessern,
unter anderem
Nun ist es so, dass das Arbeitslosengeld hier ja nicht aufbauend
auf dem tatsächlichen Einkommen, sondern nach Schema F, in das man
gedrückt wird, berechnet wird.
Bei mir wäre das:
- Alte Bundesländer
- Höchste Ausbildung Berufsausbildung
- Keine Kinder
- Steuerklasse 1
Macht: ~ 760 EUR Arbeitslosengeld.
Aktuell habe ich noch Anspruch der ca. 25% höher ausfällt, der bleibt
mir ja auch in den nächsten 4 Jahren mit 3 Monaten Restanspruch
bestehen.
Die 760 EUR wären zu wenig zum leben, zu viel zum sterben - ich käme
jedenfalls nicht damit zurecht, und müsste mir so oder so auf der
Stelle was neues suchen.
Nun kan aber immer vieles anders kommen als man denkt, ich könnte z.B.
arbeitsunfähig krank werden ohne das meine BUZ-Versicherung das
anerkennt, merken das die Selbstständigkeit für mich nichts ist und auf
die Idee kommen zu studieren usw. - für all das wäre es ja prinzipiell
nicht verkehrt, erstmal länger als 3 Monate ein bisschen Geld zu
bekommen.
Was meint ihr? Gibt es stimmen, die generell davon abraten, wenn ja,
warum?
Oliver
Ist ein einfaches Rechenexempel: Nach 12 Monaten ist eh Hartz IV
angesagt und darauf hast du immer Anspruch, egal ob du vorher
AV-Beiträge gezahlt hast oder nicht. Bleiben also maximal 12*760 euro,
die du kassieren kannst, wovon du genau genommen 12*Hartz IV auch noch
abziehen kannst, denn die kriegst du auch im ersten Jahr.
Wenn es als Selbständiger einigermaßen läuft, solltest du diese
Summe in einem einzigen guten Jahr beiseite legen können, kannst im
Fall der Fälle davon zehren und bekommst auch noch Zinsen. Die
sozialen Sicherungssysteme gehen eh gerade den Bach runter, das ist
einfach rausgeschmissenes Geld.
Darüberhinaus ist es ja gerade das Ablegen der Versorgermentalität
und die dadurch gewonnene innere Freiheit, die die Selbständigkeit so
geil machen. Rein mental sozusagen;)